In Kooperation mit Museum im Kulturspeicher (MiK) Würzburg

Bayrles Bildsysteme

Bayrle zählt zu den bedeutendsten Vertretern der Nachkriegskunst in Deutschland. Seine Arbeiten verbinden Einflüsse der Pop-Art, Konkreten Kunst und Op-Art zu einer Bildsprache, die Kunst mit Konsumkultur, Technik und Massengesellschaft verknüpft

Thomas Bayrle, Autos (Modul), 1976, Courtesy Thomas Bayrle & neugerriemschneider Berlin

© VG Bild-Kunst Bonn 2026, Foto: Wolfgang Günzel

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Thomas Bayrle. Stadt, Land, alles im Fluss

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Museum im Kulturspeicher (MiK) Würzburg

Oskar-Laredo-Platz 1 | 97080 Würzburg

Vom 28. Februar bis 17. Mai 2026 – verlängert bis 31. Mai 2026!

Thomas Bayrle ist ausgebildeter Musterzeichner und Weber. Von 1958 bis 1961 setzte er seine künstlerische Ausbildung an der damaligen Werkkunstschule in Offenbach am Main fort. Als freischaffender Künstler in Frankfurt am Main war er zunächst auch als Verleger und Drucker von Künstlerbüchern sowie Werbeplakaten tätig.

Vor diesem biografischen Hintergrund entwickelte Bayrle ab den späten 1960er-Jahren seine charakteristische künstlerische Methode: Ein einzelnes Bildmotiv wird seriell vervielfältigt und zu dichten Strukturen zusammengefügt. Aus der Vielzahl kleiner Bildzeichen entsteht ein Gesamtbild, das wiederum das ursprüngliche Motiv in vergrößerter Form – der „Superform“ – darstellt.

Diese Disziplinierung des kreativen Prozesses – subjektive Eingriffe werden weitgehend zurückgenommen – rückt Bayrles Arbeit in die Nähe der Konkreten Kunst. Gleichzeitig erzeugen die seriellen Strukturen Wahrnehmungsirritationen, die an die Techniken der Op-Art erinnern. Trotz dieser formalen Strenge bleiben Bayrles Bildwelten stets figurativ.

In seinen frühen Arbeiten griff Bayrle auf Bildwelten der Werbung und Konsumkultur der westlichen Industrienationen zurück und etablierte sich damit als Pop-Art-Künstler. Seit den 1980er-Jahren nutzte er als einer der ersten Künstler in Deutschland digitale Bildverarbeitung und Produktionsmöglichkeiten durch Drucker und Fotokopierer.

Parallel dazu erweiterte er sein Werk um neue Medien und Materialien. Es entstanden Videoarbeiten zum Thema Autoverkehr sowie Skulpturen aus Motorblöcken, Autoreifen oder Scheibenwischern.

In jüngeren Arbeiten treten religiöse Motive wie Maria mit dem Christuskind oder die Pietà in den Vordergrund. Auch diese Darstellungen folgen Bayrles serieller Bildlogik: Die Figuren setzen sich aus zahlreichen kleinen Motiven zusammen, die häufig aus der Welt von Straßen, Autos und Verkehrszeichen stammen.

Weitere Informationen unter kulturspeicher.de

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