Interview in der Berliner Zeitung, 14.07.2026:
Der US-Philosoph Jason Stanley spricht über sein Buch „Gefälschte Geschichte“, seine Kritik an der AfD und den deutschen Umgang mit der eigenen Erinnerungskultur, Israel und Gaza.
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Interview in der Frankfurter Rundschau, 17.07.2026:
FR: Jason Stanley, Sie forschen zum Faschismus, in Deutschland liegt die AfD fast bei 30 Prozent in Umfragen. In welchem Verhältnis stehen Sie zu Deutschland?
Ich bin Deutscher. Ich betrachte mich sogar als deutscher als viele Menschen, die sich selbst als Deutsche beschreiben. Sie haben ihr eigenes Erbe vergessen. Meine erste Identität ist deutsch, genauer gesagt: deutsch-jüdisch. Ich lebe heute in Kanada und bin in den Vereinigten Staaten geboren, aber ich habe mein Leben als deutsch-jüdischer Philosoph geführt. Wer ist deutscher als ein Philosoph, der die Aufklärung und den Liberalismus verteidigt?
Interview im Freitag, 24.07.2026:
Es gibt in Deutschland eine Debatte, die sich darum dreht, ob der Begriff Faschismus die rechten Strömungen unserer Zeit angemessen beschreibt. Der Philosoph Jason Stanley nimmt hier eine klare Haltung ein: Ja. Wir sind auf dem Weg in einen neuen Faschismus.
Stanley hat daraus auch persönlich die Konsequenzen gezogen und ist letztes Jahr aus den Vereinigten Staaten unter Donald Trump nach Kanada ausgewandert, er lehrt nun in Toronto. Der Freitag hat ihn in Berlin getroffen, wo er sein neues Buch Gefälschte Geschichte vorstellte.
Weiterlesen: https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/jason-stanley-wir-sind-laengst-auf-dem-weg-in-einen-neuen-faschismus