Die Idee zum Film Als wäre es leicht kam mir 2011, als ich meine heutige Freundin kennenlernte. Sie ist Französin und wir konnten uns damals kaum unterhalten. Trotzdem verliebten wir uns. Quasi ohne Worte. Als gebe es keinen Zusammenhang zwischen dem verbalen Austausch von Inhalten und dem Gefühl der Zuneigung.
Tatsächlich haben Wissenschaftler herausgefunden, dass hauptsächlich intuitive Faktoren unsere Partnerwahl bestimmen. Z. B. erkennen wir durch unseren Geruchssinn, ob das genetische Profil unseres Gegenübers zu unserem eigenen passt. Ist dies der Fall, fühlen wir uns zu der Person hingezogen. Man sagt zwar, Kommunikation sei das Wichtigste in einer Beziehung und wahrscheinlich stimmt das auch, aber zu Beginn spielt sie paradoxerweise keine große Rolle.
Mit der Liebesgeschichte zwischen einem blinden Mann und einer gehörlosen Frau wollte ich zum Ursprung dieses Widerspruchs vordringen. Denn auch wenn man die Kommunikationsprobleme zwischen mir und meiner Freundin nicht damit vergleichen kann, hat mich dieses Gefühl, diese Frage nicht mehr losgelassen: Wie ist Liebe möglich, wenn fundamentale Mittel der Kommunikation nicht möglich sind? Ist es zwangsweise schlechter? Oder besser? Oder hat es vielleicht überhaupt keinen Einfluss?
Als Regisseur fand ich die Prämisse nicht nur inhaltlich, sondern vor allem filmisch, spannend und originell. In der audiovisuellen Darstellung zweier Welten und ihrer Verschmelzung, in der Offenbarung des Unsichtbaren, dessen was „zwischen den Zeilen“ geschieht, sah ich großes cineastisches Potenzial. Das Genre unseres Films hatte dabei, wie seine Hauptfiguren, viele Gegensätze auszubalancieren: Humor und Ernsthaftigkeit, Ironie und Emotionen, Skurrilität und Glaubwürdigkeit. Sehr wichtig war mir, dass das Potenzial zur Slapstick-Komödie, das ja in hohem Maße vorhanden war, nicht ausgeschöpft wird. Die Inszenierung sollte die Beziehung aus der subjektiven Perspektive der Liebenden erzählen und respektvoll mit ihren Behinderungen umgehen.
Ich freue mich riesig, dass wir unsere Premiere in meiner Wahlheimat Hamburg feiern. Hier lebe und arbeite ich seit über 20 Jahren und große Teile des Films haben wir hier gedreht.