Pedro Almodóvar: Es ist das zweite Mal, dass ich auf der Insel drehe. Das erste Mal war für „Zerissene Umarmungen“. In „Bitteres Fest“ kehre ich an einen meiner Lieblingsorte zurück: Playa del Golfo. Dort umarmt Penélope Cruz Lluis Homar, während er ein Foto vom Strand macht – und als das Bild entwickelt ist, entdecken sie, dass sich unter einem Felsen ein Paar in inniger Umarmung verbirgt.
Dieses Bild wiederholt sich in „Bitteres Fest“, diesmal jedoch auf den Stufen, die hinauf zum Sacré-Cœur in Paris führen, wo sich ein Paar so innig umarmt, als gehörte die Stadt nur ihnen. Die Schwärze Lanzarotes, einer Vulkaninsel, ist sehr dramatisch, sehr filmisch und sehr durchgeistigt — eine perfekte Landschaft, um zu verschwinden, sich zu verstecken, zu trauern oder zu sterben.
Im Film ist es der Ort, den Elsa wählt, um sich dem Schmerz über den Tod ihrer Mutter zu stellen, die bereits vor einem Jahr gestorben ist. In diesem Schmerz wird sie von ihrer Freundin Patricia begleitet, die ebenfalls ihren eigenen Schmerz bewältigen muss — über eine Liebe, die noch nicht tot ist: ihren Ehemann, den sie verlässt, weil sie seine Seitensprünge nicht mehr erträgt. Doch die Tatsache, dass ihre Liebe und ihre Abhängigkeit weiter bestehen, zerstört die Übereinstimmung zwischen den beiden Frauen.
In der Stille, nur unterbrochen vom Rauschen des Meers und dem Spiel der Palmwedel im Wind, baut sich Elsa wieder auf, während Patricia sich aufgibt. Elsa spürt den Drang, wieder zu schreiben und einen dritten Film zu machen, und ist voller Jubel; Patricia hingegen fühlt sich noch zu sehr an das gebunden, was sie in Madrid zurückgelassen hat. Die Reise, die ihr Freiheit bringen sollte, offenbart ihr nur einmal mehr das Ausmaß ihrer Abhängigkeit.