Kryptowährungen, Bitcoins & Co. standen einmal für Staatsferne, für eine alternative und sogar progressive Finanzutopie. Jetzt benutzt US-Präsident Donald Trump die Branche aber einfach nur, um sich selbst schamlos zu bereichern
Teheran setzt sich zur Wehr, wenn seinen Streitkräften die Souveränität über die Meerenge und damit ein strategischer Vorteil genommen werden soll. Kanzler Merz ist beim „Project Freedom“ wieder bei Donald Trump. Deutschland kann aufatmen
Beispiel Iran-Krieg: Wer Pedro Sánchez nicht folgt und ein Recht des Stärkeren akzeptiert, befördert eine Welt der Willkür und des ökonomischen wie moralischen Verfalls. Ein Essay August Pradettos von der Universität der Bundeswehr
Wirtschaft
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Wie sich Donald Trumps Söhne mithilfe seiner Politik am Iran-Krieg bereichern
Die Trump-Söhne steigen in die Drohnenindustrie ein – just als ihr Vater durch Kriegspolitik Milliarden in militärische Aufrüstung lenkt. Der Interessenkonflikt ist offensichtlich. Das Problem? Verboten ist das nicht
Donald Trump mit seinem Sohn Eric. Ob sie wohl über lukrative Geschäfte sprechen?
Foto: Nathan Howard/Getty Images
Im März 2026, wenige Wochen nach dem Beginn des Iran-Kriegs, gab ein kleines Unternehmen zur Drohnenfertigung eine Pressemitteilung heraus. Powerus Corporation, gegründet erst ein Jahr davor, teilte mit, es habe zwei „namhafte Investoren“ gewonnen: Donald Trump Jr. und Eric Trump, die ältesten Söhne des US‑Präsidenten. Wenige Wochen später vermeldete dieselbe Firma einen Vertrag mit der US‑Air-Force über eine nicht offengelegte Anzahl von Abfangdrohnen.
Donald Trump Jr. und Eric Trump sind keine gewöhnlichen Privatinvestoren. Als stellvertretende Geschäftsführer der Trump Organization verwalten sie das Immobilien- und Geschäftsimperium ihres Vaters, während dieser das Amt des Präsidenten ausübt. In seiner ersten Amtszeit beschränkten sie sich weitgehend auf diese Rolle. In seiner zweiten haben sie sich neu erfunden: als Investoren in Kryptowährungen, Künstliche Intelligenz und seit Ende 2024 auch in die Drohnenindustrie.
Die Frage, die sich seitdem stellt, ist nicht ganz neu. Aber sie hat sich noch nie so direkt gestellt: Dürfen Angehörige des Präsidenten an einem Krieg verdienen, den dieser begonnen hat? Und wenn nicht: Wer kann es verhindern?
Die Präsidentschaft des Vaters als Quelle eigener Bereicherung
Powerus ist nicht das erste Drohnenunternehmen, in das die Trump-Söhne investieren. Das Unternehmen Unusual Machines, ein Hersteller von Drohnenmotoren mit Sitz in Florida, nahm Donald Trump Jr. noch im Monat der Wiederwahl seines Vaters als Berater auf. Das Unternehmen übertrug ihm Aktien, die nach dem durch die Ankündigung ausgelösten Kurssprung rund vier Millionen Dollar wert waren. Ein Jahr später bekam das Unternehmen seinen bislang größten Regierungsauftrag: 3.500 Drohnenmotoren für die US-Armee.
Parallel dazu bauten die Trump-Söhne ihr Drohnenportfolio weiter aus. Im Sommer 2025 stieg die Investmentfirma 1789 Capital von Donald Trump Jr. bei Anduril Industries ein, einem Rüstungsunternehmen, das auf unbemannte Kampfsysteme spezialisiert ist. Eric Trump investierte im Februar 2026 in Xtend, einen israelischen Drohnenhersteller mit inzwischen eigener US‑Niederlassung.
Das jüngste Kapitel ist Powerus, das Unternehmen hinter dem Air-Force-Vertrag. Es entstand nicht als klassisches Start-up, sondern durch eine Fusion mit Aureus Greenway Holdings, einem Golfplatzbetreiber, der ebenfalls von den Trump-Söhnen unterstützt wird. Über diese Konstruktion gelangt Powerus an die Nasdaq, ohne den üblichen, regulatorisch aufwendigen Börsengang.
Das Bindeglied ist American Ventures, ein gemeinsames Investmentvehikel der Brüder, das wiederum mit Dominari Securities verknüpft ist, einer Trump-nahen Investmentbank, die auch Kryptogeschäfte der Familie begleitet. Es handelt sich, mit anderen Worten, nicht um zufällig gestreute Einzelbeteiligungen. Es ist eher als ein konsolidiertes Portfolio zu betrachten, in einer Branche, die der Präsident gerade per Gesetz und Kriegsführung auf Konjunktur trimmt.
Dekrete und Marktregulierung zugunsten eigener Investments
Um zu verstehen, was an dieser Konstellation außergewöhnlich ist, muss man den politischen Rahmen betrachten, in dem die Investments entstanden sind. Im Juni 2025 unterzeichnete Donald Trump die Executive Order 14307. Die Verordnung verpflichtete alle Bundesbehörden, US-amerikanischen Drohnen bei der Beschaffung Priorität einzuräumen.
Im selben Jahr verhängte die Trump-Administration ein Verbot chinesischer Drohnenmodelle und -komponenten auf dem US-amerikanischen Markt. Dieser Schritt verdrängte chinesische Anbieter wie DJI aus einem Milliardenmarkt und schuf eine Marktlücke, die jetzt gefüllt werden muss.
Das Pentagon lancierte zeitgleich ein 1,1-Milliarden-Dollar-Programm, um die Drohnenproduktion auszubauen. Powerus und Unusual Machines gehören zu den Unternehmen, die sich um diese Mittel bewerben. Die Trump-Söhne hatten ihre Beteiligungen zu einem Zeitpunkt erworben, als diese Rahmenbedingungen absehbar oder bereits in Kraft waren.
Kathleen Clark, Regierungsethik-Expertin an der Washington University School of Law in St. Louis, bezeichnete dieses Vorgehen gegenüber der Nachrichtenagentur AP als „korrupt“. Dylan Hedtler-Gaudette, Direktor für Regierungsangelegenheiten bei der Ethik-Watchdog-Organisation Project on Government Oversight (POGO) sagte gegenüber ABC News, es sei unwahrscheinlich, dass Präsident Trump persönlich Entscheidungen über Auftragsvergaben treffe. Doch man wisse genau, wer in diesen Firmen steckt. Deshalb sei es schwer, der Integrität dieser Entscheidungen zu vertrauen.
Dick Cheney und der Irak-Krieg
Wer über Profite durch Kriege in der US-Politik schreibt, kommt an Dick Cheney nicht vorbei. Cheney war von 1995 bis 2000 CEO von Halliburton. Später Vizepräsident unter George W. Bush. In dieser Zeit erhielt das Unternehmen im Kontext des Irak-Kriegs einen Vertrag zum Löschen der irakischen Ölfeuerbrände. Ganz ohne Ausschreibung, ganz ohne Wettbewerb.
Das Unternehmen erzielte insgesamt 39,5 Milliarden Dollar Umsatz aus bundesstaatlichen „Irakkriegs-Verträgen“. Cheney erhielt währenddessen bis zu 200.000 Dollar jährlich als aufgeschobene Vergütung aus seinem früheren Anstellungsverhältnis – und 433.000 Halliburton-Aktienoptionen.
Und doch ist der heutige Fall anders gelagert. Cheney profitierte von einer vergangenen Unternehmensbeziehung, die er nicht vollständig abschnitt. Trump Jr. und Eric Trump hingegen investieren aktiv in Rüstungsunternehmen. Sie kaufen Anteile an Firmen einer Branche, die ihr Vater erst durch gezielte Politik profitabel macht. Beim klassischen Drehtür-Effekt nimmt jemand Verbindungen aus der Privatwirtschaft mit ins Amt. Was hier passiert, ist das Gegenteil: Das Amt ermöglicht die Vorteile erst.
Das Problem des fehlenden Rechtsrahmens
Persönliche Bereicherung durch Rüstungsgeschäfte ist kein republikanisches Phänomen. Auf Kongressebene halten Mitglieder beider Parteien Aktien in Rüstungsunternehmen, über deren Budgets sie gleichzeitig abstimmen. Auf Präsidentschaftsebene aber ist das, was die Trump-Familie betreibt, strukturell neu.
Hinzu kommt ein weiterer Unterschied: Cheneys Halliburton-Verbindung war, trotz allem, öffentlich bekannt und Gegenstand von Untersuchungen des Kongresses. Die Drohnen-Investments der Trump-Söhne hingegen liefen lange weitgehend unter dem Radar, auch weil die Öffentlichkeit mit Krypto-Deals, dem Krieg im Iran und Zollkonflikten beschäftigt war.
Dass sie nun stärker in den Fokus rücken, wirft die Frage auf: Ist das eigentlich verboten? Die Antwort lautet: Wahrscheinlich nicht. Und genau darin liegt die eigentliche Brisanz.
Das System beruht auf freiwilliger Selbstbeschränkung
Das Brennan Center for Justice stellte in einem Bericht vom März 2026 fest, dass das System nie auf formaler Durchsetzung beruhte, sondern auf Freiwilligkeit. Präsidenten übertrugen Vermögen in Blindtrusts, holten Rechtsrat ein, vermieden den Anschein von Interessenkonflikten.
Trump tat das weder in seiner ersten noch in seiner zweiten Amtszeit. Die Trump-Organisation blieb in seinem Besitz, verwaltet von seinen Söhnen, die jetzt in Drohnenunternehmen investieren. „Der Zusammenbruch der freiwilligen Compliance“, schreibt das Brennan Center, „hat die Lücken in der Durchsetzung offengelegt.“ Nicht Gesetze, nicht Gerichte, sondern die Erwartung, dass ein Präsident Interessenkonflikte von sich aus vermeiden würde, war der Mechanismus, auf dem das System beruhte. Diese Erwartung ist spätestens mit der zweiten Präsidentschaft von Trump obsolet.
Aber sie galt ohnehin nur für den Präsidenten selbst. Für seine Söhne hat es sie nie wirklich gegeben. Donald Trump Jr. und Eric Trump sind keine Regierungsbeamten, keine Berater, keine offiziellen Vertreter der Exekutive. Sie fallen unter keine Ethikgesetze oder Offenlegungspflichten. Das System der freiwilligen Selbstbeschränkung, das für Präsidenten galt, wurde nie auf ihre Familienangehörigen ausgedehnt, weil es niemand für nötig hielt.
nnen: Donald Trump Jr. und Eric Trump, die ältesten Söhne des US‑Präsidenten. Wenige Wochen später vermeldete dieselbe Firma einen Vertrag mit der US‑Air-Force über eine nicht offengelegte Anzahl von Abfangdrohnen.Donald Trump Jr. und Eric Trump sind keine gewöhnlichen Privatinvestoren. Als stellvertretende Geschäftsführer der Trump Organization verwalten sie das Immobilien- und Geschäftsimperium ihres Vaters, während dieser das Amt des Präsidenten ausübt. In seiner ersten Amtszeit beschränkten sie sich weitgehend auf diese Rolle. In seiner zweiten haben sie sich neu erfunden: als Investoren in Kryptowährungen, Künstliche Intelligenz und seit Ende 2024 auch in die Drohnenindustrie.Die Frage, die sich seitdem stellt, ist nicht ganz neu. Aber sie hat sich noch nie so direkt gestellt: Dürfen Angehörige des Präsidenten an einem Krieg verdienen, den dieser begonnen hat? Und wenn nicht: Wer kann es verhindern? Die Präsidentschaft des Vaters als Quelle eigener Bereicherung Powerus ist nicht das erste Drohnenunternehmen, in das die Trump-Söhne investieren. Das Unternehmen Unusual Machines, ein Hersteller von Drohnenmotoren mit Sitz in Florida, nahm Donald Trump Jr. noch im Monat der Wiederwahl seines Vaters als Berater auf. Das Unternehmen übertrug ihm Aktien, die nach dem durch die Ankündigung ausgelösten Kurssprung rund vier Millionen Dollar wert waren. Ein Jahr später bekam das Unternehmen seinen bislang größten Regierungsauftrag: 3.500 Drohnenmotoren für die US-Armee. Parallel dazu bauten die Trump-Söhne ihr Drohnenportfolio weiter aus. Im Sommer 2025 stieg die Investmentfirma 1789 Capital von Donald Trump Jr. bei Anduril Industries ein, einem Rüstungsunternehmen, das auf unbemannte Kampfsysteme spezialisiert ist. Eric Trump investierte im Februar 2026 in Xtend, einen israelischen Drohnenhersteller mit inzwischen eigener US‑Niederlassung.Das jüngste Kapitel ist Powerus, das Unternehmen hinter dem Air-Force-Vertrag. Es entstand nicht als klassisches Start-up, sondern durch eine Fusion mit Aureus Greenway Holdings, einem Golfplatzbetreiber, der ebenfalls von den Trump-Söhnen unterstützt wird. Über diese Konstruktion gelangt Powerus an die Nasdaq, ohne den üblichen, regulatorisch aufwendigen Börsengang.Das Bindeglied ist American Ventures, ein gemeinsames Investmentvehikel der Brüder, das wiederum mit Dominari Securities verknüpft ist, einer Trump-nahen Investmentbank, die auch Kryptogeschäfte der Familie begleitet. Es handelt sich, mit anderen Worten, nicht um zufällig gestreute Einzelbeteiligungen. Es ist eher als ein konsolidiertes Portfolio zu betrachten, in einer Branche, die der Präsident gerade per Gesetz und Kriegsführung auf Konjunktur trimmt. Dekrete und Marktregulierung zugunsten eigener Investments Um zu verstehen, was an dieser Konstellation außergewöhnlich ist, muss man den politischen Rahmen betrachten, in dem die Investments entstanden sind. Im Juni 2025 unterzeichnete Donald Trump die Executive Order 14307. Die Verordnung verpflichtete alle Bundesbehörden, US-amerikanischen Drohnen bei der Beschaffung Priorität einzuräumen.Im selben Jahr verhängte die Trump-Administration ein Verbot chinesischer Drohnenmodelle und -komponenten auf dem US-amerikanischen Markt. Dieser Schritt verdrängte chinesische Anbieter wie DJI aus einem Milliardenmarkt und schuf eine Marktlücke, die jetzt gefüllt werden muss. Das Pentagon lancierte zeitgleich ein 1,1-Milliarden-Dollar-Programm, um die Drohnenproduktion auszubauen. Powerus und Unusual Machines gehören zu den Unternehmen, die sich um diese Mittel bewerben. Die Trump-Söhne hatten ihre Beteiligungen zu einem Zeitpunkt erworben, als diese Rahmenbedingungen absehbar oder bereits in Kraft waren. Kathleen Clark, Regierungsethik-Expertin an der Washington University School of Law in St. Louis, bezeichnete dieses Vorgehen gegenüber der Nachrichtenagentur AP als „korrupt“. Dylan Hedtler-Gaudette, Direktor für Regierungsangelegenheiten bei der Ethik-Watchdog-Organisation Project on Government Oversight (POGO) sagte gegenüber ABC News, es sei unwahrscheinlich, dass Präsident Trump persönlich Entscheidungen über Auftragsvergaben treffe. Doch man wisse genau, wer in diesen Firmen steckt. Deshalb sei es schwer, der Integrität dieser Entscheidungen zu vertrauen. Dick Cheney und der Irak-KriegWer über Profite durch Kriege in der US-Politik schreibt, kommt an Dick Cheney nicht vorbei. Cheney war von 1995 bis 2000 CEO von Halliburton. Später Vizepräsident unter George W. Bush. In dieser Zeit erhielt das Unternehmen im Kontext des Irak-Kriegs einen Vertrag zum Löschen der irakischen Ölfeuerbrände. Ganz ohne Ausschreibung, ganz ohne Wettbewerb.Das Unternehmen erzielte insgesamt 39,5 Milliarden Dollar Umsatz aus bundesstaatlichen „Irakkriegs-Verträgen“. Cheney erhielt währenddessen bis zu 200.000 Dollar jährlich als aufgeschobene Vergütung aus seinem früheren Anstellungsverhältnis – und 433.000 Halliburton-Aktienoptionen. Und doch ist der heutige Fall anders gelagert. Cheney profitierte von einer vergangenen Unternehmensbeziehung, die er nicht vollständig abschnitt. Trump Jr. und Eric Trump hingegen investieren aktiv in Rüstungsunternehmen. Sie kaufen Anteile an Firmen einer Branche, die ihr Vater erst durch gezielte Politik profitabel macht. Beim klassischen Drehtür-Effekt nimmt jemand Verbindungen aus der Privatwirtschaft mit ins Amt. Was hier passiert, ist das Gegenteil: Das Amt ermöglicht die Vorteile erst. Das Problem des fehlenden Rechtsrahmens Persönliche Bereicherung durch Rüstungsgeschäfte ist kein republikanisches Phänomen. Auf Kongressebene halten Mitglieder beider Parteien Aktien in Rüstungsunternehmen, über deren Budgets sie gleichzeitig abstimmen. Auf Präsidentschaftsebene aber ist das, was die Trump-Familie betreibt, strukturell neu. Hinzu kommt ein weiterer Unterschied: Cheneys Halliburton-Verbindung war, trotz allem, öffentlich bekannt und Gegenstand von Untersuchungen des Kongresses. Die Drohnen-Investments der Trump-Söhne hingegen liefen lange weitgehend unter dem Radar, auch weil die Öffentlichkeit mit Krypto-Deals, dem Krieg im Iran und Zollkonflikten beschäftigt war. Dass sie nun stärker in den Fokus rücken, wirft die Frage auf: Ist das eigentlich verboten? Die Antwort lautet: Wahrscheinlich nicht. Und genau darin liegt die eigentliche Brisanz. Das System beruht auf freiwilliger SelbstbeschränkungDas Brennan Center for Justice stellte in einem Bericht vom März 2026 fest, dass das System nie auf formaler Durchsetzung beruhte, sondern auf Freiwilligkeit. Präsidenten übertrugen Vermögen in Blindtrusts, holten Rechtsrat ein, vermieden den Anschein von Interessenkonflikten.Trump tat das weder in seiner ersten noch in seiner zweiten Amtszeit. Die Trump-Organisation blieb in seinem Besitz, verwaltet von seinen Söhnen, die jetzt in Drohnenunternehmen investieren. „Der Zusammenbruch der freiwilligen Compliance“, schreibt das Brennan Center, „hat die Lücken in der Durchsetzung offengelegt.“ Nicht Gesetze, nicht Gerichte, sondern die Erwartung, dass ein Präsident Interessenkonflikte von sich aus vermeiden würde, war der Mechanismus, auf dem das System beruhte. Diese Erwartung ist spätestens mit der zweiten Präsidentschaft von Trump obsolet. Aber sie galt ohnehin nur für den Präsidenten selbst. Für seine Söhne hat es sie nie wirklich gegeben. Donald Trump Jr. und Eric Trump sind keine Regierungsbeamten, keine Berater, keine offiziellen Vertreter der Exekutive. Sie fallen unter keine Ethikgesetze oder Offenlegungspflichten. Das System der freiwilligen Selbstbeschränkung, das für Präsidenten galt, wurde nie auf ihre Familienangehörigen ausgedehnt, weil es niemand für nötig hielt.