Nachdem der Freitag am Donnerstag über Google AdSense-Anzeigen berichtete, die Werbung für den "NPD-Wochenbrief" machen, haben Welt Online und Zeit Online die Anzeigen von ihren Webseiten entfernt.
Unter anderem war die Online-Anzeige der NPD, die auf eine Webseite der rechtsextremen Partei verlinkt, am Donnerstag neben einem Text auf Welt Online zu sehen, der kritisch das Verhältnis zwischen NPD und DVU untersuchte. Erst durch den Bericht des Freitag wurde man bei Welt Online auf die nicht gewollte, von Google automatisch eingespielte Anzeige aufmerksam.
Dirk Meyer-Bosse, Sprecher der Axel Springer AG, sagte dem Freitag: "Werbekunden von Google Ad-Sense kommen über einen automatisierten Workflow zu Internetangeboten wie beispielsweise Welt Online. Alle Angebote, die Google AdSense nutzen, haben die Möglichkeit, bestimmte Seiten über Blacklist-Lösungen auszuschließen. Die im konkreten Fall von der NPD verwendete URL haben wir unmittelbar nach Kenntnisnahme auf diese Blacklist gesetzt." Grundsätzlich gelte, dass die Angebote von Springer Werbung von Parteien ablehnen, die im Widerspruch zu den Unternehmensgrundsätzen stehen. "Aus Sicht der Axel Springer AG wäre es ein Verstoß gegen die eigenen Grundsätze, wenn bezahlte Werbung von Absendern angenommen würde, die politisch gegen fundamentale Grundsätze eines funktionierenden Gemeinwesens eintreten", sagte Meyer-Bosse.
Das Problem an der Sache: Sollte die NPD nur einen Buchstaben in der jetzt geblockten URL ändern, wird diese von der Software nicht mehr herausgefiltert. Dann hätten auch NPD-kritische Seiten die Anzeige wieder neben Texten stehen, die über die Partei kritisch berichten. Gegenüber dem Freitag wollte sich Springer-Sprecher Meyer-Bosse nicht dazu äußern, ob und gegebenfalls wie das Unternehmen auf Google einwirken wolle, dass sich ein solcher Fall nicht wiederhole.
Zeit Online kritisiert Google
Neben Welt Online tauchte die NPD-Werbung am Donnerstag auch bei Zeit Online neben einem Bericht über die NPD in Sachsen auf. Nach einer Nachfrage des Freitag hat man die Anzeige ebenfalls auf die Blacklist der Filtersoftware gesetzt. Allerdings sagte Christian Röpke, Geschäftsführer von Zeit Online, dem Freitag: "Wir kritisieren, dass Google nicht einfach Anzeigen aus bestimmten Gebieten sperrt, sondern dass wir nachgelagert dafür Sorge tragen müssen, dass es solche Werbung nicht auf unsere Seite schafft."
Röpke zufolge gebe es deshalb bereits seit einiger Zeit einen „kritischen Dialog“ mit Google – weitere Konsequenzen sind für ihn aber bisher nicht denkbar: „Wir haben aktuell nicht den Plan, Google AdSense zu kündigen.“ Da ist man sich mit den Kollegen von Welt Online einig. Größere Medienhäuser scheuen den Schritt der Kündigung offenbar aus Angst vor finanziellen Einbußen.
Wie es gehen könnte, machen derweil kleinere Webseiten wie das Watchblog NPD-Blog.Info vor. Dort twitterte man am Donnerstag: "Google-Ads von der Seite geschmissen, weil dort für den NPD-Wochenbrief geworben wurde. Ausschlussliste funktioniert offenbar nicht."
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das ist eines der ältesten bekannten probleme... dass es seit anbeginn der zeit nicht in den griff bekommen wird, zeigt eigentlich nur, dass google es nicht will. wer google dennoch (wiederum) will, wird halt damit leben müssen.
mfg mh |
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Das mag eines der ältesten bekannten Probleme bei Google sein. Es bekommt nur eine neue Dringlichkeit, wenn die NPD über diesen Weg "Werbung" im Netz verteilen kann und durch ihre Präsenz auf seriösen Nachrichtenseiten auch noch aufgewertet wird. Irgendwann hält man das vielleicht dann auch noch für normal...
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Ja ja, die schönen Unternehmensgrundsätze des Springer-Konzern: Die Linkspartei "darf" dort auch nicht werben...
Gruß |
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