Alltag

Hip-Hop | 26.11.2009 12:10 | Verena Reygers

Cora E, Queen Kenya oder Afrika Bambaata

Die starken Frauen der US-Musikszene

In der US-Rap-Szene sind starke Frauen von Anfang an selbstverständlich gewesen. Zwanzig Jahre bevor Cora E als erste deutsche Rapperin ihre Songs veröffentlicht, galt Queen Kenya, an der Seite von Afrika Bambaata, als erster weiblicher MC (Master of Ceremony). Das war 1973, sechs Jahre bevor der Sugarhill Gang mit „Rappers Delight“ der erste kommerzielle Rap-Hit gelang. Kooperationen mit weiblichen MCs sind für viele US-Hip-Hopper nichts Ungewöhnliches. Rah Digga rappt an der Seite von Busta Rhymes. Lauryn Hill ist eine Stimme der Fugees.

Eine wichtige Rolle spielte Roxanne Shanté. Mitte der Achtziger begann sie mit 14 Jahren ihre Hip-Hop-Karriere und machte mit Texten, die Sexismus und Frauenfeindlichkeit thematisieren, auf sich aufmerksam. Den Begriff „bitch“, Schlampe, prägt sie positiv, als ein Synonym für die starke, unabhängige Frau. Es folgen Gruppen wie Salt’n Pepa oder TLC, deren ungeschminkte sexuelle Ansagen für ein explizites Selbstbewusstsein stehen. Diese Frauen wollen selbst etwas machen, nicht nur schmückendes Beiwerk sein.

In den Neunzigern setzen Rapperinnen wie Lil’Kim und Foxy Brown diesen Trend – nicht frei von Kritik – fort. Auch Queen Latifah ist eine Frau der starken Worte – anders als die Kolleginnen, die ihre Weiblichkeit betonen, treten diese Rapperinnen als Tomboys in Erscheinung, Hip-Hopperinnen, die T-Shirts groß wie US-Bundesstaaten tragen. Ihre Alben beschäftigen sich stark mit feministischen Fragen, eine positive Bewertung der „bitch“ lehnt Queen Latifah dabei ab.

1997 veröffentlicht Missy Elliott „Supa Dupa Fly“ und prägt einen ganz neuen Stil, der sie auch als Produzentin zu einer der erfolgreichsten Frauen im Musikgeschäft macht. In der jüngeren Vergangenheit sind es Frauen wie Santigold oder die weiße Amanda Blank, die ihren Rap mit Beats aufwerten und das Genre so erweitern. Oder die Rapperinen des lesbischen Duos Yo Majesty!, die sich in Nachahmung männlicher Posen bei Auftritten schon mal das T-Shirt vom Oberkörper reißen.

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