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In Musikvideos sollen Frauen vor allem eins sein: sexy. Und so hüpfen Beyoncée und Lady Gaga in Strapsen durch ihren neuen Clip. Dagegen hilft nur noch nackte Satire

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Mit 70 Musikfilmen findet vom 3. bis 6. Dezember in Hamburg das dritte UNERHÖRT! Musikfilmfestival statt. Ob Dokumentar- oder Kurzfilm, ob Pop, Folk, HipHop oder Elektronik – auch Musikerinnen finden dort im Großformat auf der Leinwand statt. Dafür müssen sie weder plakativ sexy sein, noch überdramatisierte Ausrutscher erklären. Also ganz anders, als in aktuellen Musikvideos oder in der Presse.

So macht zurzeit Beyoncées neues Musikideo im Youtube-Umfeld als „Viagra-Burner“ von sich reden, während Jennifer Lopez von der Presse ein Fehltritt beim Tanzen um die Po-Backen gehauen wird.

You like it when I shake it? Shawty on a mission, what yo name is? What? You want me naked? If you liking this position you can tape it – on your video phone – Uuuh uuuuh lauten ein paar aufschlussreiche Zeilen aus Videophone, Beyoncées neuer Single. Im Video sexelt die Soulsängerin sich allerdings nicht allein durch ihre strapsigen Outfits. Lady Gaga hat sie eingeladen, in der munitionsgeladenen Peepshow mitzumachen. Nun schütteln beide Pop-Prinzessinnen ihr Haar, ihren Booty und tragen überhaupt mehr Schminke im Gesicht als Stoff am Körper.

Wow, da ist ja wirklich alles dabei: Die bunte Plastik-Pumpgun als Phallus-Ersatz, eine dicke Maschine zwischen den Beinen und mittendrin eine stöhnende Beyoncée, die zwischen Bondgirl, Army-Babe und Guerillera umher wackelt. Das Wort Videoshot bekommt so noch mal eine ganz neue Bedeutung: If you want me you can watch me on your video phone – Genau, Porno für unterwegs. Wer jetzt auf sein Handy ejakuliert, kann ja den Hersteller nach Garantie fragen – Stichwort Spermaschaden.

Und wenn frau in ihrer Eigenschaft als Sexobjekt nicht mehr das Kleinformat zu bedienen versteht, dann schafft es zumindest der ein oder andere Ausrutscher in die Medien. Denn wo Musikerinnen sonst wenig Reaktion erzielen, ein nicht einwandfreier Auftritt oder private Schlampigkeiten schaffen es immer noch in die Medien. Jennifer Lopez’ Verhoppser bei den American Music Awards zum Beispiel: Die Künstlerin hatte während ihrer Performance nach einem Sprung das Gleichgewicht verloren und war für den Bruchteil einer Sekunde auf ihrem Hintern gelandet. Es gab Zeiten, da wurde J Lo ausschließlich als Hintern wahrgenommen. Warum jetzt einen Sturz auf denselbigen als „fulminanten Patzer“ oder „schmachvollen Moment“ titulieren?

Noch schlimmer, was sich Country-Kollegin LeAnn Rimes in jüngerer Vergangenheit geleistet hat: Sie verlässt ihren Ehemann für einen – ebenfalls verheirateten – neuen Partner. Wenn ihre Stars derart vom Wege abkämen, reagiere die Country-Fangemeinde sehr empfindlich heißt es. Nun, immerhin war das auch hierzulande dem neuen Fachorgan für Beziehungsgeschichten einen Artikel wert – und sicherlich nicht in der Rubrik „Gut gemacht!“. Stattdessen, böse, böse LeAnn Rimes. Berufliche Erfolge sind egal, Hauptsache, ihr Privatleben ist „skandalös“.

Und ja, man sollte das vielleicht nicht alles so ernst nehmen. Warum nicht selber ein kleines Video zum Thema aufnehmen und unter Parodie statt Porno speichern. So wie es die Damen von Candy Slice Comedy getan haben. Auch eine Form der Kritik.

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