Pardon, erinnern Sie sich?
George Sand, Simone de Beauvoir, Francoise Sagan, Simone Veil und all die anderen französischen Frauen, die Heldinnen deutscher Feministinnen, die ihnen nacheifern wollten. Wo ist das Erbe dieser femmes liberées? Wie es scheint: perdu.
In diesen Tagen kommt es vielen Französinnen so vor, als müssten die Schlachten noch einmal ausgefochten werden. Der Fall DSK hat eine Wunde aufgerissen, von der die meisten Frauen glaubten, dass sie längst keine mehr ist. Französische Frauen laufen Sturm gegen den grassierenden Sexismus in der Grande Nation. Vor allem die Reaktionen auf die Verhaftung des einst mächtigen IWF-Patrons provozieren den feministischen Zorn.
Am vergangenen Sonntag demonstrierten rund 3.000 Frauen vor dem Centre Pompidou. Auf ihren Transparenten stand „Wir sind alle Zimmermädchen“ oder „Wenn eine Frau sagt Nein, dann heißt das Nein“. Es ist ein Slogan, der noch aus den bewegten feministischen 80er Jahren stammt, damals kämpften sie dafür, dass man eine Vergewaltigung überhaupt als ein Verbrechen ansieht.
„Ich hätte nie gedacht, solche sexistischen Worte noch einmal zu hören, dreißig Jahre später“, so eine schon früher radikale Feministin. „Es ist als würde ich für dieselben Sachen auf die Straße gehen“.
Die Organisatorinnen der Kundgebung, die Frauenvereinigungen Osez le féminisme, La Barbe und Paroles de Femmes hatten zur selben Zeit eine Petition gegen Sexismus lanciert, in der sie sich empören. Sie wurde bislang von mehr als 20.000 Personen unterschrieben, darunter die Staranwältin und Frauenrechtlerin Gisèle Halimi oder die Skandalautorin Virginie Despentes (Baise Moi - Fick mich).
Die Klasse verteidigt sich selbst
Die Aktivistinnen verweisen auf Zahlen: Jedes Jahr werden 75.000 Frauen in Frankreich vergewaltigt, aus allen sozialen Schichten. Von diesen Frauen wagen es etwa nur 10 Prozent, gegen ihren Vergewaltiger zu klagen. Nicht nur das müsse sich ändern. Schockierend seien auch die Reaktionen, die in der Grande Nation auf die Strauss-Kahn-Festnahme folgten.
Der ehemalige linke Kulturminister Jack Lang erinnerte etwa angesichts der Bilder des Machos in Ketten an einen mittelalterliches Schandpfahl, es sei doch schließlich „niemand gestorben“. Nach dem Kritikfeuer hat er sich schleunigst entschuldigt und als einen radikalen Feministen bezeichnet.
Der renommierte Publizist Jean Daniel schrieb im Nouvel Observateur: „Das Schicksal, das DSK durch die amerikanische Justiz, das ihm durch unsere Auffassung von Transparenz auferlegt wurde, von der Herrschaft der Bilder..., ist ganz einfach entsetzlich. Wir erlebten die publizistische Organisation einer Hinrichtung.“
Auch Robert Badinter, der ehemalige Präsident des Verfassungsrats, teilt diese Haltung. Natürlich sprang auch Salon-Philosoph Bernard-Henri Lévy in die Manege der mächtigen Unterstützer, „absolut widerlich“ und demütigend sei, was man aus New York sehe: „Das einzige, was ich weiß, ist das niemand auf der Welt das Recht hat, einen Mann den Hunden so zum Fraß vorzuwerfen“.
Verteidigt hier das Mitglied einer bestimmten sozialen Klasse seinen Klassenkameraden?
Die Eliten, oder die, die sich so nennen „können schwer an das Schlechte glauben, wenn es sich um einen von ihnen handelt“ schreibt Andrew Sulivan in The Daily Beast und das Wall Street Journal zerstört gleich noch einen großen Mythos: Aus dem Bild des amant français sei das des französischen Schänders geworden.
Für Osez le féminisme belegen die "sexistischen Witze, die man ständig zu hören kriegt, in Form einer Hitparade, wie sehr die Gewalt gegenüber Frauen in der kollektiven Vorstellung immer noch banalisiert wird. Wir erleben eine gravierende Verwechslung von sexueller Freiheit mit sexueller Gewalt“.
Der Libertin, der Verführer, der Macho, er brauchte in seiner Heimat lange nichts fürchten, selbst wenn er seine Grenzen überschritten hat: „Wäre diese Affäre in Frankreich passiert, hätten wir nie davon erfahren“, klagt die Grande Dame der Frauenrechte, Gisèle Halimi, in einem Interview mit Le Parisien. Sie feiert darin den Triumph der amerikanischen Feministinnen, doch die eigenen hätten versagt. „Ich bin wirklich enttäuscht von der Linken. Ich habe nicht gehört, dass Martine Aubry, Elisabeth Guigou oder Segolene Royal ihr Mitgefühl für das Opfer ausgedrückt hätten. Wenn ich es bedaure, dann weil es eine Sache gibt, die über der Freundschaft, dem Esprit des Clans steht: der Respekt vor Frauen. Oder wir brauchen nicht mehr über Sozialismus reden.“
Zutiefst sexistisches Klima
Dass gerade Vorbilder einer ganzen Generation, wie die frühere linke Präsidentschaftskandiatin Royal, seltsam reaktionär agieren, wenn es das eigene politische Lager trifft, ist erschreckend, und offenbar jahrelangen Kämpfen im politischen Zirkel geschuldet, die irgendwann abhärten oder einen abstumpfen lassen. Nun stolpert ihre Partei, die PS, ausgerechnet über sich selbst und über eine schwarze, muslimische Frau aus der Arbeiterklasse.
Virginie Despentes, die junge Skandal-Schriftstellerin, der oft vorgeworfen wurde, ihre Texte seien pornographisch, meldete sich im Guardian zu Wort und verwies auf das zutiefst sexistische Klima, das Frauen in den politischen Kreisen von Paris ertragen müssten.
Und das ist das eigentlich Verstörende an der Geschichte des gefallenen Machos, dass sie spiegelt, wie sehr Frankreich offenbar noch in einer Zeit verwurzelt ist, in der es schon genügt hat, einem Mann zu widersprechen, als Frau eine eigene Meinung zu haben, um von Tout Paris verteufelt zu werden (die Bestsellerautorin Benoîte Groult hat das schmerzhaft erlebt) – oder hatten wir hier nur ein falsches Bild von einer freien, sexuell freizügigen Art sich zu lieben, aber auf Augenhöhe?
Wie weibliche Selbstzensur in machistischen Gesellschaften – und die französische ist also noch eine solche - funktioniert, kann man auch am Beispiel von Tristane Banon sehen, einer jungen Journalistin, die behauptet 2002 von DSK in einem Appartement sexuell belästigt worden zu sein. Sie hatte damals alle Fakten notiert und wollte ihn anzeigen, doch ihre eigene Mutter (eine Sozialistin, die in der Normandie einen hohen Posten bekleidet) hielt sie zurück, aus taktischen Gründen. Sie wollte die Karriere ihrer Tochter nicht gefährden.
Nun ist er ungefährlich, als Gefangener in den USA. Frankreich habe nicht denselben Respekt vor Frauen, wie andere Länder, hat nun Anne Mansouret, Banons Mutter, verkündet. Es verharre noch immer in herrschaftlichen Traditionen - und das betreffe auch den Umgang mit Recht, sagte sie.
Nie mehr frei
Liberté, egalité, fraternité? Die Philosophie der Revolution scheint perdu und wurde umgemünzt in: liberté, egalité, infidelité (Freiheit, Gleichheit, Untreue).
Die in Paris lehrende italienische Philosophieprofessorin Michela Marzano, die vom eigenen Land wohl nicht mehr viel erwartet, ist nun auch von den Franzosen enttäuscht: Es komme ihr vor als hätten "die feministischen Kämpfe der 60er und 70er Jahre nie existiert."
Für viele Frauen trägt auch Anne Sinclair, ehemalige Starjournalistin und langjährige Ehefrau von Strauss-Kahn ein bisschen Mitschuld. Sie fragen sich wie es sein kann, dass diese schillernde, unabhängige Madame diesem mit libidinösem Charakter Geschlagenen noch immer wie eine treue Soldatin zur Seite stehen kann. Sie hat seine umtriebigen Liasions oft toleriert und weggewischt, selbst wenn sie als öffentlicher Skandal verhandelt wurden.
So ist sie auch jetzt über den Atlantik geflogen und hat ihren Gatten für eine Million Dollar Kaution aus dem Gefängnis gekauft.
Warum?
Machte sie sich damit nicht zur Komplizin seines machistischen Verhaltens, das Journalisten lange Zeit als „libertär“ verklärten? „Wie kann sie ihn unterstützen, nach solch einer Demütigung?“
Aber was zwei Menschen miteinander verbindet, verstehen wohl nur die beiden.
Im November will das Paar seinen 20. Hochzeitstag feiern, womöglich sogar in Freiheit.
Wirklich frei werden sie nie mehr sein.
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Nach dem Lesen dieses Artikels musste ich auch erstmal durchatmen, gipfelnd in der Aussage die Empörung sein ganz einfach Puritanismus, die Grande Nation ist eben die Grande Nation, alle anderen verstehen es nicht:
www.zeit.de/vorabmeldungen/neu-in-der-aktuellen-zeit/seite-6 Bei Will haben Schwarzer, Wickert und andere versucht zu ergründen, warum Sinclair, "die vermutlich mehr über diesen Mann weiß als wir alle", so zu ihm steht. Das Spektrum reichte von Liebe, über Pflichtgefühlt bis "in Frankreich ist das so". Was soll man da noch sagen. |
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schrieb am
24.05.2011 um 16:14
Hier das Gespräch, man beachte den Christen Matussek (hüstel), aber das ist ein anderes Kapitel:
daserste.ndr.de/annewill/videos/annewill2967.html |
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Es sollten zwei Dinge unterschieden werden: Strauß-Kahn als Schürzenjäger, Strauß-Kahn als Vergewaltiger.
Solange Strauß-Kahn nicht rechtskräftig verurteilt ist, sollte frau nicht von einem gefallenen Macho sprechen. Allerdings würde ich nicht Anne Sinclair Fragen stellen - wenn sie auf sexuelle Treue keinen Wert legt, dann ist es ihre Sache - sondern all den Frauen, die sich JETZT über den Sexismus in der französischen Gesellschaft beklagen. Warum haben sie sich in den letzten Jahren diese Behandlung unwidersprochen gefallen lassen? |
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Hallo thinktankgirl,
das sind interessante Fragen... die öffentliche Realisierung, wie schmal der Grat sein kann, wie im Fall DSK, führt nun offenbar dazu, dass die Frauen, die sich bislang eher unbemerkt für bestimmte Rechte engagiert haben, auch gehört werden von den großen Medien... |
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Danke für den Text. gefällt mir gut! Ob das Zimmermädchen allerdings jetzt das Opfer ist, dem man Mitgefühl zollen muss bleibt abzuwarten - allerdings ist es auf den Metadiskurs bezogen richtig darauf hinzuweisen.
Kleiner Hinweis: Der Guardian-Link geht nicht und weiter oben ist auch ein Satz kaputt ("Nach dem Kritikfeuer hat er sich entschuldigt und als radikalen Feministen bezeichnet.") |
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Danke für den Kommentar... der Guardian-Link müsste funktionieren...
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Danke! Da ist ja schonmal die Einleitung herrlich: "The men speak first – the female guests will have to wait their turn, naturally – they are debating as editors of national newspapers, and no women have those jobs." Das ist leider nicht nur für Frankreich zutreffend.
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Ui, das ist ja wieder ein Rundumschlag gegen Machos und Sexisten. Virginie Despentes verwahrt sich gar gegen das flirten. Und hier ist der Unterschied zwischen Frauenrechtlerinnen und Feministinnen, zwischen Emanzipation und Feminismus. Frauenrechtlerinnen und Frauenrechtler (es soll sogar männliche geben) kämpfen für die Gleichstellung der Frau mit dem Mann in allen sozialen und politischen Angelegeheiten, was ohne Abstriche unterstützenswert ist.
Für Feministinnen ist der Mann erst mal ein Unterdrücker. Alice Schwarzer geht sogar so weit zu sagen, dass eine Beziehung zwischen Mann und Frau nicht möglich sei ohne Unterwerfung der Frau. In Deutschland hat die feministische Grundstimmung dafür gesorgt, dass man glaubt, jedes sexuelle Verhalten sei Macho-Gehabe sei. Dies hat zu einem asexuellen Verhalten geführt. Der in Hamburg lebende Franzose Alain-Xavier Wurst hat darüber in seinem Buch "Zur Sache Cherie" geschrieben. In Frankreich geht man ganz offen mit dem Flirtverhalten um, geflirtet wird überall, auf der Straße, am Arbeitsplatz, im Cafe. In Deutschland stößt man bei Flirtversuchen auf Unverständnis oder sogar Aggressivität. Ich kenne Fälle, in denen ein Mann, weil er eine Frau ganz belanglos auf der Straße nach der Uhrzeit gefragt hat, schon mal eine Ladung Pfefferspray abbekommen hat. Dies produziert verunsicherte Männer, die zwar gerne eine Partnerin hätten, aber nicht wissen, wie man sich gegenüber Frauen verhalten soll. In den vergangen Zeiten wurden die Männer mit den Werten erzogen, immer nett und freundlich gegenüber Frauen zu sein, auf keinen Fall sexuell anzüglich, das ist ja steinzeitliches Macho-Gehabe. Diese Männer wundern sich heute, warum sie keine Frau kennen lernen. Ein Blick in die einschlägigen Singlebörsen spricht da Bände. Die Männer sind verzweifelt, sie wollten es den Frauen nur recht machen, sind der vollendete Kavalier, und trotzdem finden sie niemanden. Dann die Frauen auf der anderen Seite: sie wünschen sich meist einen Mann, "der weiß, was er will", der "männlich ist", bloß "kein Langweiler und Weichei". Da kann nichts zusammen kommen. Einige Frauen haben das auch erkannt. Die Feministin Tina Groll schreibt "Schauen wir uns die Männer von heute doch mal an, da haben wir doch vor allem verweichlichte Jammerlappen, die auch nicht so recht wissen, welche Geschlechterrolle nun für sie noch übrig bleibt, ohne dabei zur Lachnummer zu werden". Wohl wahr. |
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Ui, da haben wir aber mal wieder einen, der gar nichts kapiert.
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schrieb am
25.05.2011 um 14:09
Nein,"haydar" hat gut zusammengefasst ,hat alles kapiert und spricht vielen aus der Seele.
Dass Männer wie DSK im vorgerückten Alter heute immer noch "gut aufgestellt" sind - trotz jahrzehntelanger Giftspritzerei weiblicherseits ,grenzt an ein Wunder und hat auch etwas Heroisches,Gefahr verachtendes. Denn zweifellos wußte dieser,daß er in den USA mit dem Feuer spielt. In diesem Kontext zu poppen heißt,gefährlich zu leben um grandios unterzugehen... |
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@darko
Wie macht ihr das eigentlich, scanned ihr das Netz nach dem bösen Wort "Feminismus" ab, lest mal kurz drüber, ohne den Text zu verarbeiten und schreibt dann irgendwelchen Müll drunter, wie böse die Feministinnen sind? Dass er einigen, glücklicher Weise nicht der Mehrheit der Männe raus der Seele spricht, die es gern wieder so wie vor 160 Jahren hätten, wo Männer Frauen einfach sexuell belästigen und vergewaltigen konnten ohne Konsequenzen glaube ich gern. Nur mit verstehen hat das nicht zu tun. |
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"In Deutschland hat die feministische Grundstimmung dafür gesorgt, dass man glaubt, jedes sexuelle Verhalten sei Macho-Gehabe sei."
Glaubensfragen würde ich anderswo erörtern. |
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@Popkontext: das mit dem Scannen,frage ich mich auch hier und da...
und das hier: "(...)die es gern wieder so wie vor 160 Jahren hätten, wo Männer Frauen einfach sexuell belästigen und vergewaltigen konnten ohne Konsequenzen glaube ich gern.": ist nicht ganz richtig(also das mit den 160 Jahren): "Durch das 4. Gesetz zur Reform des Strafrechts von 1974 wurde das Schutzgut der Norm von der Sittenordnung auf die sexuelle Selbstbestimmung umgestellt. Nicht mehr unsittliches Verhalten, sondern Bestimmung zu sexuellen Handlungen gegen den Willen des Betroffenen stand nunmehr im Mittelpunkt (...) Ab 1997 wurde Vergewaltigung auch in der Ehe strafbar, allerdings nur auf Antrag verfolgt. 2004 wurde es zu einem Offizialdelikt." Wie oft ich das jetzt hier in der FC gepostet habe, weiß ich garnicht mehr...auf diesen Fakt reagiert, hat nie einer von den Antifems...bezeichnend. Ist schon doof, wenn Frau "ihrem" Mann nicht mehr uneingeschränkt zur Verfügung stehen muss. Es gab übrigens in den 50er JAhren (oder 60er, ich kanns mal raussuchen) ein Urteil zur "Orgasmuspflicht". Da hat der Richter ernstahft gesagt, dass die Faru dem Mann schon zeigen muss, dass es ihr gefällt, damit dieser nicht das Gefühl bekommt, sich umsonst abzurackern. Das habe auch etwas mit ehelichem Respekt zu tun (Kein Wortlaut, frei aus der Erinnerung an den Text, in dem ich das las). Schönen Gruß, Luzieh |
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Sorry: Quelle: Wiki
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@luzieh.fair
Richtig. Mit vor 160 Jahren meinte ich den Zeitpunkt, der für die obigen Herren die Wurzel allen Übels ist: Als in den USA ein paar Frauen auffiel, dass nicht nur die schwarzen Sklav/innen, für deren Freiheit sie kämpften, Menschen zweiter Klasse sind in dieser Gesellschaft, sondern sie selbst auch. OT Besserwisserei: Das Ding heißt nicht Wiki, das ist nur das technische Element dahinter, sondern Wikipedia ;). |
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@luzieh.fair
Übrigens ging es den Herren ja offenbar nicht darum, dass sie die Frau, die sie aus welchen Gründen auch immer geheiratet haben zur freien Verfügung haben, sondern dass jede Frau jede Form von sexueller Anmache oder gar Gewalt zu akzeptieren hat. Ansonsten ist es "weibliche Giftspritzerei". |
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@Popkontext: ich dachte "wiki" sei mittlerweile ugs. ;-)
zum Gift und zum Spritzen desselben: ja, ja so sindse wohl... |
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schrieb am
25.05.2011 um 20:45
Es geht hier nicht um DSK oder um Vergewaltigung. Dass Vergewaltigung geahndet und DSK bei Schuldspruch hinter Gitter gehört müssen wir hier doch nicht erörtern, ebenso wenig, dass die rechtliche Lage der Frau vor 160 Jahren unter aller Kanone war. Niemand will diese Zustände wieder haben.
Es geht vielmehr darum, dass eine mutmaßliche Vergewaltigung zum Anlass genommen wird, feministisch gegen Männer und Männlichkeit (aka Machotum) zu agitieren. Das ist so als ob eine Raser-Fahrt mit anschließendem Unfall zum Anlass genommen wird gegen das Auto fahren im allgemeinen zu hetzen. Männliches Verhalten, wie z. B. das ansprechen von Frauen zwecks Flirt, vulgo "anmachen", wird sozial nicht mehr akzeptiert. Frauen reagieren darauf verstört, obwohl es doch die natürlichste Sache der Welt ist. Die verdrehten Geschlechterrollen werden in den Medien und den dort getätigten Äußerungen sichtbar. Jutta Dithfurt rühmte sich vor laufender Kamera eines lustvollen Lebens voller Sex mit "nur" zwei Abstreibungen. Man stelle sich vor, ein Mann würde derartiges äußern, die Verleihung des Preises zum "Pascha des Jahres" von der "Emma" wäre ihm sicher. Aber auch in der Partnerschaft lassen Männer sich unterbuttern und werden auf dem selben Niveau Opfer häuslicher Gewalt wie Frauen, siehe www.freitag.de/community/blogs/b-v-/wenn-frauen-schlagen Das ist der Grundfehler des Feminismus. Statt wirklicher Emanzipaton und gegenseitigem Respekt brachte er Frauen hervor, die Machohafter sind als DSK und Schwarzenegger zusammen - aber im schlechten Sinne. |
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Doch, diese Diskussion hat etwas mit DSK und dem sexistischen Klima in der französischen Politik. Du bestätigst nur meine Vermutung, dass du den Artikel gar nicht gelesen hast, sondern nur das Wort Feminismus gesehen hast und das als Anlass genommen hast, den "maskulistischen" Standard-Schwachsinn hier abzunudeln. Das ist keine Diskussionsgrundlage.
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...zu tun.
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schrieb am
26.05.2011 um 10:58
@haydar: Man kann Sie nicht anklicken, aber ich vermute Sie sind männlich.
Und da erlaube ich mir mal etwas Frontales: Sie haben eine undifferenzierte, "burschikose" Wahrnehmung. Was ist passiert: DSK Sex-Skandal, das verlinkt auf die Strukturen in Frankreich, welches wiederum auf den Stand des Feminismus verlinkt; das ist komplex, and thats life. Was Sie zum Flirten sagen ist genauso platt. Stellen Sie sich vor, manche mögen es nicht, manche schon, aber nicht mit jedem, das nennt man individuell. Da ist Feingefühl gefragt oder zumindest ein gewisses zwischenmenschliches Feintuning. Ja, Sie haben den Artikel nicht verstanden oder nicht gelesen, denn der schreit weder "Frauen an die Macht" noch "Männer sind Scheiße", sondern der gibt einen strukturellen Einblick in das gegenwärtige Geschehen. |
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schrieb am
28.05.2011 um 19:54
@ popkonzert
Normalerweise fühle ich mich als mann sehr wohl, aber typen wie haydar oder darko lehren mich denn doch fremdschämen. allerdings die geschichte mit dem pfefferspray war dann doch ulkig. ich kenne auch jede menge männer denen von frauen pfefferspray ins gesicht gesprüht wurde weil sie nach der uhrzeit gefragt haben :-) |
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Es gibt auch noch so etwas wie die Würde eines Amtes, und es gibt Beträge, wo man nicht wegen eine Anschuldigung so vorgehen darf, oder der Finanzplatz New York wird beschädigt.
Das hat mit der Sache natürlich nichts zu tun. Wohlgemerkt, der Mann hat die Frau nicht umgebracht, aber, wenn er's denn war, seine Karriere zerstört. |
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Ja, dass die Beteiligten, der immer noch mutmaßliche Täter und das immer noch mutmaßliche Opfer, inzwischen beide mit Namen und Adresse bekannt sind finde ich auch problematisch - aber den Vorwurf muss man den Medien machen.
Dass es mit der "Würde eines Amtes" allgemein nicht soweit her ist belegt ja obiger Text. Und wenn man erwartet, dass man mit Würde behandelt wird muss man sich auch würdevoll benehmen. Wenn an der Kleidung der jungen Frau Spermaspuren von Strauss-Khan gefunden worden sind klingt das nicht nach Würde, auch nicht die anderen Geschichten, die in dem Kontext hochgekommen sind. |
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Was wäre übrigens anders, wenn er sie umgebracht hätte? Dann wär sie tot, ok - aber auch Vergewaltigung ist ein schweres Delikt. Wenn er's war und seine Karriere zerstört ist kann er keinem anderen als sich selbst den Vorwurf machen.
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schrieb am
29.05.2011 um 00:51
Klebt Euch die "Würde"an die häuslichen Tapeten mit den moralin-sauren Mustern.
Fakt ist, dass durch den in den USA die vormalige republikanische Rechtsstaatlichkeit und konkret insbesondere die sogenannte Rechtstreue Vergangenheit geworden sind. Das bedeutet die Herrschaft der Willkür durch Einige Wenige. Das wiederum passt hervorragend zu dem emotional-blöden Meinungsbrei, der auch hier verzapft wird. Er (der Blödsinn) ist von den Einigen Wenigen erwünscht |
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schrieb am
29.05.2011 um 00:53
verlängerten Patriot Act
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Soweit ich es mitbekommen habe, ist das Mann / Frau sein in Amerika nur noch eine spezielle Art von Geschäft, die Kälte ist absolut, ziemlich ungemütlich das ganze.
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Diese verallgemeinerte "Weisheit" rechtfertigt sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung, oder wie soll man das verstehen?
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Und Sie haben den Text offenbar auch gar nicht weiter gelesen, aber das Wort "Feminismus" gelesen, und müssen dazu ihren Senf geben. Hier ging es nämlich um Frankreich.
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Hallo zeitleser,
eine gewagte, interessante These, da würde ich gerne mehr erfahren: Gibt es ein paar Beispiele, an denen Sie das fest machen? |
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Soweit bekannt, hat Simone de B. als Lehrerin Schülerinnen verführt und diese ihrem lieben S. zugeführt, der vermutlich darüber seinen Existialismus erfand. Violà, warum so viel Aufhebens über les égarments des coeurs, aber rechtlich soll Gleichheit bestehen.
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Die beiden hatten eine offene Beziehung. "Simone de Beauvoir befreundet sich mit einer Schülerin, und Sartre schlägt seiner Lebensgefährtin vor, in einem Trio neue Erfahrungen zu sammeln. Nach einiger Zeit besteht die Familie aus Sartre, Simone de Beauvoir, zwei jungen Frauen und einem jungen Mann." De Beauvoir war mit dem Arrangement auch nicht immer glücklich, da Sartre offenbar sehr stark Selbstbestätigung durch junge Frauen brauchte und da nicht so wählerisch war.
Was hat das mit dem sexistischen Klima in der französischen Politk zu tun? Wollen Sie sagen, eigentlich stehen die Frauen doch drauf oder worauf wollen Sie hinaus? "aber rechtlich soll Gleichheit bestehen." Ganz großherzig. |
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Haydar schrieb:
„Männliches Verhalten, wie z. B. das ansprechen von Frauen zwecks Flirt, vulgo "anmachen", wird sozial nicht mehr akzeptiert. Frauen reagieren darauf verstört, obwohl es doch die natürlichste Sache der Welt ist.“ Doch, doch, flirten wird sehr wohl noch akzeptiert. Ich kenne keine Frau, die nicht gerne flirtet. Was allerdings im Umkehrschluss NICHT bedeutet, dass sie mit JEDEM gerne flirtet. Was man da manchesmal mitbekommt ist zum Weinen und Fremdschämen. Wenn Frau auf prollig anzügliche Macho Sprüche nicht begeistert reagiert oder einen Volltrunkenen morgens um 3:45Uhr in einer Bar abweist, der seine letzte „Chance“ wahrzunehmen versucht, noch jemanden für‘s Bett aufzureissen, hat das nichts mit Zickerei oder Feminismus zu tun. Viele Männer merken einfach nicht (oder ignorieren es), wenn Frau nicht zum Flirten aufgelegt ist und machen trotzdem weiter. Und genau da hört Flirten auf und fängt Belästigung an. Und auf Belästigung verstört zu reagieren ist völlig legitim. |
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Was Sie hier schreiben, sollte eigentlich so selbstverständlich sein, dass es nicht noch einmal formuliert werden müsste. Aber offenbar ist dem nicht so. Das gilt allerdings nur für den privaten zwischenmenschliche Umgang. Im Beruf möchte ich zunächst erstmal als KOLLEGIN wahrgenommen werden, was sich da eventuell noch für private Sympathien entwickeln ist eine andere Sache. Aber das begreifen viele Männer auch nicht.
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schrieb am
26.05.2011 um 18:03
@rago42: Dann haben sie offenbar andere Erfahrungen gemacht. Was ich bei mir und in meinem Umfeld mitbekommen habe ist nicht mehr schön. Bestätigt wird das durch das schon zitierte Buch "Zur Sache, Cherie".
Die Pfeffersprayattacke auf die Frage nach der Uhrzeit habe ich schon erwähnt. Ein anderer Fall war, als jemand in der Buchhandlung eine Frau mit einer Frage nach einem guten Buch ansprach, die Frau darauf hin Zeter und Mordio schrie und der Mann bekam Hausverbot. Mir selbst widerfahren: Ich bin im Club, tanze zufällig neben einer Gruppe Frauen die ich nicht sonderlich beachte, habe noch nicht mal Augenkontakt, und plötzlich schreien mich die Frauen an, ich solle mich verpissen. Das ist doch nicht mehr normal... |
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SIE haben ganz offenbar ein Problem mit Frauen. Das klingt, ehrlich gesagt, behandlungswürdig. Aber bitte schieben Sie das nicht auf die Frauen und / oder den Feminismus.
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schrieb am
29.05.2011 um 00:36
"Ich bin im Club, tanze zufällig neben einer Gruppe Frauen die ich nicht sonderlich beachte, habe noch nicht mal Augenkontakt, und plötzlich schreien mich die Frauen an, ich solle mich verpissen."
Haben Sie ein Gesicht, wie Sartre eins hatte ? |
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@Haydar
Hmmm.....hmmmm.....also von sowas habe ich bislang noch nie gehört. Möglichkeit a) es gibt irgendwelche Begleitumstände, die ihnen oder ihren Bekannten nicht bewußt sind, die das Verhalten der Faruen dann doch erklärt. oder b) besagte Frauen sindkurz vorher von anderen blöd angequatscht worden und haben nur weiteres Ungemach vermeiden wollen. oder c) Diese Frauen waren einfach durchgeknallt. Gibt ja nicht nur bekloppte Männer. Aber selbst wenn es in diesen Fällen wirklich nur an den Frauen gelegen haben sollte, bin ich sicher, dass das nicht repräsentativ ist. Aber es ist schon seltsam, dass sich sowas in ihrem Bekanntenkreis häuft, während ich sonst noch nie solche oder ähnliche Geschichten vernommmen habe. Mir drängt sich da schon der verdacht auf, dass es da durchaus ein gewisses Eigenverschulden gibt. Ich habe es jedenfalls schon öfter erlebt, das Frauen blöd angequatscht wurden, sich dieses energisch verbeten haben und der Typ scheinbar überhaupt nicht wusste, was gerade schief gelaufen ist. Während man daneben saß und dachte: "Du Blödmann, jeder normale Mensch hätte so auf dich reagiert." Und am nächsten Tag erzählt dieser Typ seinen Kumpeln wahrscheinlich was von zickigen Weibern, ohne überhaupt begriffen zu haben, dass das alles seine eigene Schuld war. |
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