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Calvani: Warum gibt es auf freitag.de die Möglichkeit Blogs einzustellen?
Augstein: Weil das Netz die Möglichkeit bietet, den Leser zum Mitwirkenden zu machen. Brecht hat das seinerzeit für das Radio vorhergesehen. Das war die berühmte Radiotheorie. Aber das hat nicht funktioniert. Im Netz geht es. Das ist ein Gewinn. Für die Leser und für den Freitag.
Die Blogger wirken an der Erstellung des gesamten Produktes mit. Das Produkt selbst besteht aus Texten, vor allem - es gibt natürlich auch Bilder und Filme. Aber im Wesentlichen sind es doch Texte. Die Blogger erzeugen bei uns einen großen, wachsenden und hoffentlich später noch größeren Teil des Gesamtprodukts. Der Freitag ist ein modernes Medium - oder er bemüht sich, das zu sein. Modern ist er in dem Sinne, dass er begriffen hat, dass die Technologie des Mediums den Inhalt selber verändert. Es ist nicht so, dass der Journalist überflüssig geworden wäre. Er hat eine andere Arbeit als früher. Er recherchiert und schreibt seine Texte wie früher. Aber er präsentiert sie in einem anderen Zusammenhang. Er stellt sich der Debatte mit den Lesern. Er verknüpft seine Arbeit mit der der Leser. Das verändert den Journalisten, seine Arbeit - und im besten Fall auch den Leser.
Calvani: Noch würde ich gerne bei den Blogs bleiben und nicht auf die Möglichkeit zu kommentieren zu sprechen kommen. Deshalb: Wodurch zeichnen sich Blogs aus, die Sie am meisten schätzen und warum?
Augstein: Das ist eine Frage nach meinem persönlichen Geschmack. Der spielt in Wahrheit keine so große Rolle. Der gut funktionierende Blog zeichnet sich dadurch aus, dass er gut gelesen wird. Dafür ist jeder Schreiber selber verantwortlich. Als Leser schätze ich Texte dann, wenn ich darin etwas erfahre, was ich vorher nicht wusste - sei es ein Gedanke, eine Argumentation oder eine Information.
Calvani: Nein, das ist die Frage nach Ihrer Zielrichtung. Wenn ich Sie richtig verstehe, sehen Sie Blogger und Journalisten nebeneinander - als Schreiber?
Augstein: Absolut, ja!
Calvani: Ich meine, die Schreiber verändern auch das Geschriebene. So wie Sie es darstellen, klingt es für mich als sollten Blogger nach Möglichkeit zu Journalisten werden. Welche Wechselwirkungen sehen Sie zwischen beiden?
Augstein: Blogger können manchmal schreiben wie Journalisten - und umgekehrt. Im Text entscheidet sich, ob es sich um einen Blog oder einen journalistischen Text handelt. Nicht im Autor! Wie gesagt: Das Medium beeinflusst das Material. Ich kann als Journalist auch im Netz schreiben wie in der Zeitung. Aber ich kann auch auf eine Art und Weise schreiben, die in der Zeitung nicht geht. Das ist übrigens auch der Grund, warum Blogger-Texte schlechter in die Zeitung zu bringen sind, als ich ursprünglich dachte: Die Zeitung verlangt nach journalistischen Texten. Also gilt auch hier: Das Medium beeinflusst das Material.
Calvani: Das sehe ich nur partiell so. In der Zeitung stehen - vor allem, wenn Sie die Kolumnen miteinbeziehen - Texte, die, wenn sie als Blogbeitrag erschienen wären, trotzdem nicht gedruckt würden, das ist jedenfalls meine Wahrnehmung.
Augstein: Das kann sehr gut sein. Da beobachten Sie eine Unschärfe am Rande des Systems. Ich denke dennoch, dass meine Aussage im Kern richtig ist. Sie beschreiben einen Mangel, den man jeweils bekämpfen muss, und zwar nach dem Prinzip: Schlechte Texte gehören nicht ins Blatt; geeignete Texte können vom Netz ins Blatt geholt werden.
Calvani: Immer wieder habe ich gelesen, dass Sie meinen, eine Community müsste gepflegt werden. Wie machen Sie das? Wie sieht diese Pflege konkret aus?
Augstein: Pflege bedeutet: Zeit. Wir alle - die Kollegen des Freitag - sind gehalten, Zeit in der Community zu verbringen. Wenn wir das nicht tun, vernachlässigen wir unser Produkt, den Freitag. Das ist nicht gut. Pflege bedeutet auch: Verantwortung. Es darf uns nicht egal sein, was bei uns im Netz steht. Wie die Atmosphäre ist. Wie die Leute miteinander umgehen. Wir haben aber gelernt, dass wir aufgrund unserer personellen Begrenzung der Community niemals genug Aufmerksamkeit zuwenden können. Im Relaunch wird es darum andere Mechanismen geben, die - hoffentlich - denselben Effekt erzielen werden, den wir durch Anwesenheit und Teilnahme erzielen wollen.
Calvani: Teilnahme. Gutes Stichwort. Vor eineinhalb Jahren haben Sie einen Blogbeitrag eingestellt mit dem Titel: "Online Journalismus im Freitag". Darin schreiben Sie, es gäbe 4 Ressorts: Politik, Kultur, Alltag, Community. Diese Organisation finde ich merkwürdig. Sie beschreibt ein Nebeneinander, statt ein integratives Miteinander. Warum ist das sinnvoll?
Augstein: Das hat mit den Arbeitsabläufen in der Redaktion zu tun. Wir brauchen doch Kollegen, die sich um die Community als solche kümmern, - also über die Debatte zu jeweils einzelnen Artikeln oder Themen hinaus. Es hat auch etwas damit zu tun, dass wir ein Zeichen in die Redaktion setzen wollten: Nehmt das Netz ernst! Wir alle sind digital immigrants. Wir alle stammen aus der analogen Papierkultur. Was wir beim Freitag unternommen haben, war auch ein großes Selbst-Umerziehungsprogramm.
Calvani: Wer sucht denn die Texte aus, die in die Zeitung kommen? Das ist zwar eine Frage nach der Organisation, es geht dabei aber natürlich auch um Teilhabe also darum, die Beschäftigung mit den Communitybeiträgen nicht an Dritte auszulagern, sondern beim jeweiligen Verantwortlichen anzusiedeln.
Augstein: Ich weiß nicht, ob die Redaktion immer gleich verfährt: Eigentlich ist der Weg, dass die Community Redaktion ihre Vorschläge an die Fachressorts weiterleitet. Wünschenswert wäre auch, dass die Fachressorts selber gucken und suchen. Aber das ist nicht immer zu gewährleisten.
Calvani: Genau darauf will ich hinaus! Die Idee, die Sie dahingehend proklamieren, dass Sie die Grenze zwischen Lesern und Redakteuren einreißen wollen, ist großartig, verwirklicht sehe ich sie allerdings kaum.
Was mir an Ihren Äußerungen zu diesem Thema immer wieder auffällt, ist der Dualismus von Blogbeiträgen und journalistischen Texten. Wenn die Grenze eingerissen werden soll, Sie aber darauf beharren, dass die Zeitung nach journalistischen Texten verlangt, lassen Sie die Grenze gleichzeitig stehen. Wer eine Grenze einreißt, kann entweder die Verhältnisse der einen Seite auf die andere übertragen und damit assimilieren oder Wechselwirkungen zulassen und damit integrieren. Und Integration bedeutet Erneuerung, das muss dann auch für die Zeitung gelten, sonst bleibt die Community, bleiben die Blogbeiträge nur ein Anhängsel.
Wenn Sie hier und da einen Blogbeitrag zu einem Artikel machen, weil er Ihren althergebrachten Vorstellungen eines journalistischen Textes entspricht, dann ändert sich für die Leser, für die Medienlandschaft nichts. Mir als Leserin ist es nämlich völlig schnuppe, ob Ihnen jemand einen Artikel per Mail anbietet und der Freitag ihn dann druckt oder per vorheriger Veröffentlichung in der Community - das ist nur eine marginale Modalität, die lediglich die Form der Texteinreichung betrifft.
Außerdem konstatieren Sie einerseits, die Leser und die Pflege der Community seien wichtig und andererseits haben Sie keinen einzigen Ihrer eigenen letzten neun Artikel kommentiert. Der zehnte, den Sie kommentiert haben, ist vom August 2011. Das ist vier Monate her. "Führen durch Vorbild"?
(Anmerkung: Das Gespräch haben wir Mitte Dezember geführt, die Angaben sind daher auf dem zu diesem Zeitpunkt aktuellen Stand.)
Augstein: Ich bin mir nicht sicher, was Sie mit "kommentieren" meinen. Ich beteilige mich natürlich an der Debatte über meine eigenen Artikel. Aber ich kommentiere sie im Nachhinein nicht selber. Aber noch ein Wort zu den Texten: Ich glaube, Ihr Unbehagen rührt von einem Missverständnis her. Ich hatte versucht, deutlich zu machen, was ich in den vergangenen zwei Jahren gelernt habe: Die Zeitung verlangt nach Texten, die bestimmten Kriterien folgen. Das Netz hat andere Kriterien. Die Zeitung und die Erwartungen, die wir an sie haben, wurden historisch geprägt von Leuten, die den Lernberuf des Journalisten ausüben. Das Netz hat sich anders entwickelt. Ich werde nicht versuchen, neue Leseerwartungen zu erzeugen. Das kann ich nicht. Aber ich kann die Medien besser für das nutzen, was in ihnen möglich ist, als das bisher gemacht wurde. Denn das hat nichts mit Größe zu tun.
Calvani: Ich sehe Veränderungen, die ich auf die Wechselwirkung zwischen Netz und Print zurückführe. Sie denken, dass sich eine Zeitung durch die Möglichkeiten des Netzes nicht verändern soll?
Augstein: Ich weiß nicht, ob sie das soll. Ich glaube nicht, dass wir eine solche Veränderung promovieren können - weil wir dafür zu klein sind. Wenn wir neue Leser suchen wollen - und das wollen wir - müssen wir ihnen erst einmal etwas geben, was sie verstehen und kennen. Das ist das funktionale Argument. Ein ebenso wichtiges Argument lautet aber: Ich glaube, die Zeitung ist gut, wie sie ist. Ich glaube, der gute, zeitungstaugliche Text findet seinen Weg in die Zeitung. Ich glaube, das Netzt ist etwas ganz anderes und wir sollten es für das nutzen, worin es gut ist: Dialog. Die Zeitung ist für den Dialog ungeeignet. Das Netz ist wunderbar dafür. Meiner Meinung nach besteht der Witz darin, die Medien für das zu nutzen, was sie können. Ich sehe darin nichts Defizitäres. Nehmen wir doch mal die Texte. Werden wir konkret. In der Zeitung gibt es subjektive Texte, Glossen, in der Ich-Form geschrieben, introspektiv - na klar. Aber die Anforderungen an solche Texte sind sehr hoch. Eigentlich ist das Material, das den Rahmen der Zeitung sprengt, die Zeitung duldet solche Texte nur, wenn sie wirklich gut sind. Nicht jeder Text ist gut, nur weil er in der Ich-Fom geschrieben ist. Überhaupt - nicht jeder Text ist gut. Es gibt einfach schlechte Texte. Die will man weder im Netz noch in der Zeitung. Aber man will sie noch weniger in der Zeitung. Ich will darauf hinaus, dass die Zeitung das strengere Medium ist.
Calvani: Darin kann ich Ihnen nur zum Teil zustimmen. Leser könnten vielleicht gerade damit generiert werden, dass ihnen etwas geboten wird, was sie noch nicht kennen. Aber da Sie es jetzt ansprechen, bleiben wir doch beim Dialog. Den pflegen Sie ja im Netz nicht gerade mit großer Priorität. Warum nicht?
Augstein: Ich bin als Community Nutzer so wie wahrscheinlich viele andere von Wellen getragen: Mal zieht es mich mehr rein, mal weniger. Aber, wie gesagt, ich verfolge die Threads unter meinen Artikeln und Video-Blogs ziemlich regelmäßig und beteilige mich auch - wenn ich es für sinnvoll halte. Ich gebe allerdings zu, dass ich manchmal Schwierigkeiten damit habe, wenn die Debatte in der Community vom Inhaltlichen ins Persönliche abweicht. Manchmal mag ich dann den Tonfall nicht, und halte mich darum fern. Oder mir gefällt das "Tratschen" nicht so sehr und ich beteilige mich darum nicht. Die Chat-Room Kultur ist mir fremd...
Calvani: Das kann ich auf der einen Seite verstehen, auf der anderen Seite plädieren Sie (z.B. im Zusammenhang mit der Wiki-/OpenLeaks-„Schlacht“) für Emotionalisierung und Personalisierung u.a. mit dem Argument, dass das die Leser interessiert. Das ist ein schmaler Grat, auf den Sie aber mit Kommentaren Einfluss nehmen könnten. Ich habe das Gefühl, dass das Verhältnis ein bisschen ausgefranst ist, nicht bei allen Redakteuren und Autoren aber bei einigen. Euphorie oder Begeisterung scheinen mir abhandengekommen zu sein. Wie sehen Sie das?
Augstein: Wir haben die technische Herausforderung, eine solche partizipative Seite zu bauen, vollkommen unterschätzt. Unsere erste Plattform, an deren Überarbeitung wir zurzeit sitzen, ist in mehr als einer Hinsicht unbefriedigend. Wir haben darüber Zeit verloren. Wären wir ein Jahr weiter, hätten Sie nicht das Gefühl des Ausfransens. Euphorie und Begeisterung sind nach wie vor groß. In der Redaktion jetzt größer als am Anfang, würde ich sagen. Damals war es schwer, die Kollegen von dem neuen Kurs zu überzeugen. Das ist gelungen. Aber wir können das wegen der Technik nur schleppend umsetzen. Ich verspreche mir darum sehr viel vom kommenden Frühjahr, wenn wir unseren Relaunch umsetzen werden.
Calvani: Ich hoffe, dass dem so ist bzw. sein wird. Dennoch habe ich Zweifel, dass das allein an der Technik liegt. Nehmen wir Ihre Kolumne. Da heißt es: Stellen Sie dem Gärtner Ihre Fragen. De facto beantworten Sie vielleicht eine von fünfzig Fragen, wenn überhaupt. Oder nehmen wir den Freitag Salon, darauf ist die Resonanz ähnlich dünn. Das sind keine technischen Fragen, denke ich. Trotzdem: In dem Blogbeitrag, den ich oben angesprochen habe, wurde einiges diskutiert, was auch jetzt wieder durch die "Wir müssen reden"-Aktion im Gespräch ist. Z.B. die Verzahnung von Print und Online und mögliche Bezahlsysteme. Was hat sich seitdem verändert?
Augstein: Damals haben wir den Startschuss für den Relaunch gegeben - der immer noch nicht erfolgt ist. Das ist leider die Wahrheit.
Calvani: Wie sehen Ihre Pläne zum Thema Bezahlsystem denn inzwischen aus?
Augstein: An meinen Plänen hat sich nichts geändert: Wir werden über kurz oder lang die kostenlose Bereitstellung des Freitag erst einschränken und dann beenden und wir wollen die User an der Planung und Erstellung der Seite teilnehmen lassen und dafür in verschiedenen Abstufungen Geld nehmen.
Calvani: Was ist Ihnen noch wichtig zum Verhältnis zwischen Print und Community zu sagen, wonach ich vielleicht vergessen habe zu fragen?
Augstein: Less Music. More Talk.
Calvani: In den Kommentaren und Blogbeiträgen?
Augstein: Ja. Für mich als Nutzer ist die Community kein Selbstzweck. Ich bin dort nicht unterwegs, um Bekanntschaften zu machen oder sozialen Status zu erlangen. Ich möchte lernen, gute und spannende Texte lesen, zu spannenden Links geführt werden. INHALT!! Das ist das Wichtigste. Der private Anteil, im Guten wie im Schlechten, stört mich eher. Das ist mein persönliches Geschmacksurteil. Wenn Sie unter einem Artikel 120 Kommentare haben - davon aber 90 ein Hin und Her belangloser Plänkeleien sind, dann ist das aus meiner Sicht Zeitverschwendung und ich steige als Leser aus.
Calvani: Da muss ich aber noch mal sagen: Dann talken Sie doch mit, ich bin sicher, dass Sie mit Kommentaren Einfluss nehmen können.
Augstein: Nein. Dafür habe ich nicht die Zeit. Und das will ich auch gar nicht. Aber, bitte, kein Missverständnis: Ich finde, es sollte in der Community Kuschelecken geben, wo solche Plaudereien möglich sind. Aber unter den Artikeln sollte man so etwas wie Funkdisziplin wahren. Eigentlich sollte man sich bei jedem Kommentar überlegen: Ist das, was ich schreiben will, wirklich notwendig? Dient es der Sache? Dem Argument?
Calvani: Sie wollen die Zügel loslassen und wundern sich, dass das Pferd woanders landet als Sie gerne hätten, um mal bildlich zu sprechen? So sehe ich das jedenfalls.
Augstein: :-) Da können Sie Recht haben. Das Pferd soll auch gerne hinlaufen, wo es will. Das ist die Idee. Aber ich muss den Weg nicht mitgehen. Es kann sein, dass wir eine Community haben, in der ich als Nutzer nur sehr partiell teilhaben will. Na und?
Calvani: Ich kann mir kaum etwas Spannenderes vorstellen, als ein Medium inklusive Community nach meinen Vorstellungen zu gestalten. Merkwürdig, dass Sie das nicht reizt!
Augstein: Es reizt mich, das aufzustellen und zum Funktionieren zu bringen - davon sind wir noch weit entfernt. Aber ich will es nicht kontrollieren. Dazu habe ich doch gar nicht das Recht. Das müssen die Leute so machen, wie sie wollen. Ich muss nur darauf achten, dass das Ganze flüssig bleibt, nicht festfährt in Erstarrung. Und ich muss darauf achten, dass es plural bleibt. Das bedeutet, Leute wie ich müssen auch einen Platz finden, an dem sie sich wohl fühlen.
Calvani: Natürlich haben Sie das Recht Einfluss zu nehmen - auch die Pflicht. Und dass es flüssig bleibt, na, den Eindruck habe ich oftmals nicht. Sie sagen ja selbst, dass sich in den letzten eineinhalb Jahren in dieser Hinsicht nichts getan hat...
Augstein: Unsere Community ist ja stetig gewachsen und ebenso der Anteil am Gesamt-Content der aus der Community stammt. Man kann nun wirklich nicht sagen, dass sich nichts getan hat. Aber ich habe nicht das Recht auf Kontrolle im Netz. Das wäre ein Widerspruch in sich.
Calvani: Ich meine auch nicht, dass Sie alles und jeden gleich aussperren sollen, was bzw. wer Ihnen nicht gefällt, aber unter Ihren Artikeln können Sie auf den Diskurs Einfluss nehmen und das machen Sie nur sehr begrenzt. Also unter den Artikeln weniger Plaudereien und mehr Sachlichkeit steht auf Ihrer Wunschliste. Was sonst noch?
Augstein: Das ist alles. Es kommt auf die Community an, was sie aus dem Freitag macht.
(Gekürzte, bearbeitete und ergänzte Fassung. Ebenfalls zum Thema: Fragen und Antworten an und von Michael Jäger und Wolfgang Michal.)
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Danke für diesen Blog.
Beim Thema bleiben... Das ist das Schwerste - nicht nur beim Bloggen, sondern in Besprechungen, in Diskussionen, in Gesprächen. Das liegt unter anderem daran, dass Kommunikation keine eindimensionale Angelegenheit ist und die Konzentration auf eine einzige Sache extrem ermüdend ist. Darüber hinaus laufen mehr als achtzig Prozent der Kommunikation über Mimik, Gestik, Körpersprache und Stimme. Das fällt hier beim Schreiben völlig flach. Also fehlen Informationen, die in aller Regel essentiell für die richtige Interpretation von Aussagen sind. Auch hier in der Community gilt, dass dauerhaftes 'beim Thema bleiben' stark ermüdet. Das Ventil gegen diese Form der Ermüdung ist bei jedem anders ausgeprägt, aber eine Ablenkung von der Arbeit ist bei den meisten Menschen hochwillkommen. |
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Ja, das ist ein wichtiger Aspekt! Dass durch Plänkeleien andere Kommunikationsparameter kompensiert werden können, ist auch meine Wahrnehmung. Die Dosis macht das Gift - wie immer! Ich bin aber der Meinung, dass selbst Artikel professioneller Journalisten boulevardesker werden. Jüngstes Beispiel: die Causa Wulff.
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"dass selbst Artikel professioneller Journalisten boulevardesker werden"
Das ist eine allgemeine Entwicklung, die schon länger zu beobachten ist, und ganz klar einen Einfluß der netzkultur auf den klassischen Journalismus ist - wobei das Wort "boulevardesk" falsch ist, sondern vielleicht "legerer" oder sowas richtiger wäre - dass die Journalisten mehr aus einer persönlichen Sicht schreiben (typisch für Blogtexte) und mal auch nur so einen Gedanken hinwerfen und die Texte weniger formal sind. (Wobei die Causa Wulff mE. noch was anderes ist - da wäre es sowieso super interessant mal die Medienreaktionen auch in einer Zeitlinie zu dokumentieren und zu analysieren.) |
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Nein, ich sehe eindeutig sich ausbreitende boulevardeske Züge z.B. in der Berichterstattung über Wulff in der letzten Zeit. Das ist nur ein Aspekt dieser Geschichte, aber darauf habe ich mich bezogen. Zum Beispiel die Debatte um das Tattoo Wulffs Frau, das "Klinkerhäuschen" usw.
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Sehr interessantes Interview, mit einer involvierten Fragerin. Gut gefragt und gesteuert. - Und mal eine Anregung, wie man mit Augstein reden könnte...
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Dankeschön!
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Da kann ich goedzak nur beipflichten! Danke, Calvani, sehr interessant und auch sehr gut gefragt!
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Mir gefällt dieses Interview sehr. Es könnte stark eingekürzt auch für Freitagleser außerhalb der FC interessant sein, also rein damit ins Printprodukt.
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Danke für die Blumen!
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Sehr gute Anregung, weinzstein, sehe ich auch so!
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Das habe ich auch an anderer Stelle geschrieben:
In meinem Bekanntenkreis wechseln mehr oder weniger alle Personen aller Altergruppen auf Online. Die Tablet PCs beschleunigen diesen Prozess noch. Vielleicht sollte man kostenlose (Papier)Zeitungen, zwei Doppelseiten, mit Appetizern anbieten. Wer mehr wissen will, muss online lesen ... So, nun werde ich mal wieder über Depublizieren nachdenken, bevor ich fürs Bloggen noch zahlen darf ... |
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"Vielleicht sollte man kostenlose (Papier)Zeitungen, zwei Doppelseiten, mit Appetizern anbieten. Wer mehr wissen will, muss online lesen ..."
Absolut! Ich bin manchmal ein, zwei Wochen nicht in Köln, was soll ich mit einem Zeitungs-Abo, das in meiner Abwesenheit meinen Briefkasten verstopft? "So, nun werde ich mal wieder über Depublizieren nachdenken, bevor ich fürs Bloggen noch zahlen darf ..." Ach, du bekämst ganz sicher Mengenrabatt! |
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... bestimmt nicht, too much sex, fun and music ...
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... wo wir gerade beim Thema sind, in Köln hatte ich mal eine ganz emanzipierte Freundin, Märchenprinzen klatschten nur so an die Wand, aber im Bett, keine unüberwindbare Dornenhecke, einfach nur genial ...
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... natürlich kann man für eine ganz illustren Kundenkreis weiterhin Papierzeitungen drucken, am besten mit Edelholzrahmen und handgeklöppelten Goldlettern ...
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Wie bitte?
Mach', dass du wegkommst, Streifzug, wenn dir dein Leben lieb ist! Wo ist denn nur mein Nudelholz? Was soll's, ich nehm' die Axt, die tut's auch... |
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Was regst du dich auf???
Letztendlich kann ich nur resümieren: Less Text. More Music. Wer das nicht erkennt, hat das Internet verpennt. |
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Ohne Musik ist das Leben nichts.
Altes Indianersprichwort, Ehrenwort. Nee, Lebenserfahrung, nicht das Gedudel im supermarket, Gespräche, klar auch, aber wer will schon immer über die BILD quatschen? ... |
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Du hast doch nur Glück, dass Magda schläft, den Schlaf der Gerechten, oder so nicee, ...
danke, kommt son bisken gespielt rüber, aber egal. Hauptsache ist die Hauptsache, Ehrenwörter, irgendwie verdreht |
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... sind wir nicht alle ein bischen gespielt?
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@ Streifzug
"Was regst du dich auf???" Ich meinte deinen Kommentar: "... wo wir gerade beim Thema sind, in Köln hatte ich mal eine ganz emanzipierte Freundin, Märchenprinzen klatschten nur so an die Wand, aber im Bett, keine unüberwindbare Dornenhecke, einfach nur genial ..." Aber da es hier ja um einen Dialog geht, hätte ich vielleicht besser erst nachfragen sollen. Ich hole es jetzt deshalb nach: Warum erzählst du das hier? |
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Nun, es war spät, too much sex, fun and music, Köln, Erinnerungen, einfach so. Nun, durch deine Frage - Warum erzählst du das hier? - schwant mir, warum die Axt. Nein, es war keine Anspielung, nichts in der Richtung, einfach nur die Erinnerung an sehr sehr schöne Zeiten ...
Man muss ja aufpassen wie ein Luchs. |
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"Spitz, pass' auf!" habe ich früher oft gespielt... wo wir gerade bei den Erinnerungen sind...
"Spitz" wäre auch ein schöner Nickname für dich, oder? |
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... ach Quak, es sind nur langsam verblassende Erinnerungen eines harmlosen alten Mannes, hüstel ...
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also der Streifzug, der ist ja mehr so der Häuslebauer, schaffe, schaffe, Häuslebauer und mit den Erinnerungen, ja, das ist so ne Sache.
Musik, ok, aber dann in ALLEN Formen, Schattierungen und auch ohne, das geht wer ist hier Spitz? stopp, less music more talk terrain, ohne big trees auf die Büschel, am Ohr, mitten in der FC, ich geh dann mal ... *wo war noch gleich das Nudelholz?* |
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Spitz, jetzt mach' dich doch nicht kleiner als du bist! Für mich hast du mit deinem Vorschlag "Vielleicht sollte man kostenlose (Papier)Zeitungen, zwei Doppelseiten, mit Appetizern anbieten. Wer mehr wissen will, muss online lesen ..." mal wieder pointiert den Vogel abgeschossen!
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Es steht mal wieder auf Spitz und Knopf ...
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... Nostalgie, so herzergreifend, nicht nur in Köln. Bitte von der Bloggerkante zurücktreten, der Zug »Less Text. More Music.« fährt weiter ...
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Gefällt mir gut.
>>"Als Leser schätze ich Texte dann, wenn ich darin etwas erfahre, was ich vorher nicht wusste - sei es ein Gedanke, eine Argumentation oder eine Information.<< >>"Nicht jeder Text ist gut, nur weil er in der Ich-Fom geschrieben ist. Überhaupt - nicht jeder Text ist gut.<< Diese beiden Aussagen helfen mir weiter. In der Ich-Form aufmarschieren und auf Informationsgehalt verzichten, ist vielleicht leicht. Aber argumentieren und Gedanken neu zusammenstellen kann ich ganz gut - hoffe ich. Ich überlege, ob ich mich selbst zum Leiter des Community-Ressorts "Allgemeines Bla Bla" ernenne. Ehrenamtlich, versteht sich. Habe auch die Idee, mir wochenends mal alle meine Kommentare der letzten Kalenderwoche zur Brust zu nehmen und zu einem Blogeintrag umzuarrangieren. Mache ich viel zu selten, mir was aufschreiben, rumbasteln, zusammenpuzzlen. Das macht Jakob Augstein in den Talkrunden besser, der notiert sich immer schon mal was. Da arbeite ich noch dran. Dies hier ist auch wieder total unsortiert hingeschmiert. Mag kreativ sein, aber vielleicht ein bissl wirsch. Naja, man ist schließlich Handwerker und hat nicht tippen, sondern Schraubendreher verlegen gelernt, woll. Aber es wird. |
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Sie scheinen überhaupt von Ihrem Gefühl überwältigt zu sein, alles zu können und nichts lassen zu sollen. So konstruieren sich Missionen im Kopf. Gut, Sie haben einen Schraubenzieher, da sind Sie anderen voraus.
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schrieb am
17.01.2012 um 06:07
Hmm. "Nichts lassen zu sollen" ja, "alles zu können" nein. "Schraubenzieher" auch nein.
Alles muss, nichts kann. Welchen "anderen"? Was soll ich sagen? Keine Ahnung, warum ich das so da hingeschrieben habe. Der informative Anteil ist aber tatsächlich ernst gemeint. Die beiden zitierten Sätze find' ich super, großartig informative Texte kann ich nicht liefern, weil ich keine Zeit zu Recherche habe (daher das "Bla Bla") und meine Blogeinträge dürften gerne strukturierter und handwerklich geschickter ausfallen, wenn ich ein wenig Ordnung hielte. Das hatte ich sagen wollen. Das war nicht off-topic, nur etwas aus der Form geraten. Wie immer halt.. |
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"Das war die berühmte Radiotheorie. Aber das hat nicht funktioniert. Im Netz geht es."
Das ist etwas verkürzt und so nicht ganz richtig. Man kann nicht pauschal behaupten, im Radio geht das nicht und im Netz geht das. das ist nämlich weniger eine technische, als eine politische Frage, ob das gewollt ist. Natürlich geht es im Netz billiger, wobei es auch eine freie Radiobewegung gibt, die teilweise auch Fördergelder erhält (politisch er- und umkämpft) oder das auch so irgendwie hinkriegt. Ob und wie das im Netz funktioniert, vor allem wenn es dann um eine bestimmte Reichweite jenseits eines kleinen persönlichen Blögchens, was ganz schnell untergeht, ist eben auch eine politische (und ökonomische) Frage. |
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Es gibt etwa 200 Freie Radios im deutschsprachigen Raum, die sich zum größeren Teil als GEGENÖFFENTLICHKEIT verstehen. Ein Wörtchen, das ich im gedruckten Freitag schon lange nicht mehr gelesen habe. Brecht sagt nämlich auch:
"Ein Mann, der etwas zu sagen hat, und keine Zuhörer findet, ist schlimm dran. Noch schlimmer sind Zuhörer dran, die keinen finden, der ihnen etwas zu sagen hat." |
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"Blogger können manchmal schreiben wie Journalisten - und umgekehrt. Im Text entscheidet sich, ob es sich um einen Blog oder einen journalistischen Text handelt. Nicht im Autor! Wie gesagt: Das Medium beeinflusst das Material. Ich kann als Journalist auch im Netz schreiben wie in der Zeitung. Aber ich kann auch auf eine Art und Weise schreiben, die in der Zeitung nicht geht."
Da sind auhc wieder zwei Sachen zusammengewürfelt: Einerseits die Fähigkeiten eines / einer Schreibenden, die ganz sicher eine Rolle spielen, und dann stilistisches, eben dass ein klassischer journalistischer Text andere eigenschaften aufweist (und auch ein anderes Ziel hat) als ein typischer Blogtext. Aber das ist gerade in Bezug auf Verzahnung (Online-)Community / (Print-)Freitag ein ganz entscheidender Punkt, für den es Lösungen zu suchen gilt. |
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schrieb am
17.01.2012 um 23:17
Liebe popkontext,
Aber das ist gerade in Bezug auf Verzahnung (Online-)Community / (Print-)Freitag ein ganz entscheidender Punkt, für den es Lösungen zu suchen gilt. gilt. schau Dir doch einmal dieses brillante Interview an. www.dctp.tv/?ref=freitag&tc=954240&/#/autoren-der-sueddeutschen-zeitung/thomas-steinfeld-was-vom-tage-bleibt/ Die Frage die sich dann doch stellt: Gibt es in dFreitag diese diese Differenz Print-Medium - Blogger? Ich bin auf Deine Antwort gespannt! Salut H |
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schrieb am
17.01.2012 um 23:20
Liebe popkontext,
„Aber das ist gerade in Bezug auf Verzahnung (Online-)Community / (Print-)Freitag ein ganz entscheidender Punkt, für den es Lösungen zu suchen gilt.“ Schau Dir doch einmal dieses brillante Interview an. www.dctp.tv/?ref=freitag&tc=954240&/#/autoren-der-sueddeutschen-zeitung/thomas-steinfeld-was-vom-tage-bleibt Die Frage die sich dann doch stellt: Gibt es in dFreitag diese Differenz Print-Medium - Blogger? Ich bin auf Deine Antwort gespannt! Salut H |
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@Popkontext
(...) eben dass ein klassischer journalistischer Text andere eigenschaften aufweist (und auch ein anderes Ziel hat) als ein typischer Blogtext." Hmm..., kann man eine Typologie von Blogs ausmachen? |
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Ich habe mir jetzt nur genau die Stelle angeschaut, die du verlinkt hast. Und da würde ich jein sagen, zu dem, wass Herr Steinfeld da sagt. Ja, die Zeitung muss ihre Alleinstellungsmerkmale und Qualitäten aufrecht erhalten (Beispiel Reflexivität), aber die Entwicklung wird ganz klar in die Richtung der Verbindung der verschiedenen Medien laufen - Verlinkungen sind ja schon heute auch bei journalischen texten üblich, sobald sie onlien Erscheinen, und Egänzungen durc VCideos etc., die auch zu einem weiteren Erkenntnis- / Informationswert führen (und dann kommt es ja auch immer drauf an, wie eben diese Videos gestaltet sind - schönes aktuelles Beispiel, an das ich gerade denken muss: www.nytimes.com/2012/01/14/us/for-many-latinos-race-is-more-culture-than-color.html?_r=1&ref=todayspaper - aber man kann auch z.B. Artikel nur durch Fotoserien etc. erweitern. dadurch geht sicher auch einiges verloren - wozu soll ich z.B. Musik beschreiben, wenn ich auch eine Soundcloud-File oder ein Video verlinken kann? Andererseits war dieses Beschreiben auch nur ein technisch notwendiger Behelf, mit Vor- aber mE. mehr Nachteilen.)
Die Unterscheidung klassischer journalistischer Text / typischer Blogtext ist aber eine rein technische Unterscheidung, die die Übernahme von Blogtexten in der Tat erschwert, da gebe ich Herrn Augstein absolut Recht, das ist keine Ausrede oder Rumeierrei. |
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@miauxx
"Hmm..., kann man eine Typologie von Blogs ausmachen?" Natürlich kann man in einen Blog als einfache technische Hülse alles einstellen. Aber wie Jakob Augstein sagt: Das Medium beeinflusst das Material. Der typische Blogtext ist eine Skizze aus persönlicher Sicht. Auch journalistische Texte haben ja verschiedene stilistische Formen mit verschiedenen Zielrichtungen: Meldung, Reportage, Kommentar etc. Das unterscheidet sich dann auch, ob nur eine Sache mitgeteilt wird, ob recherchiert wird oder eine persönliche Sicht dargestellt wird. Aber da geht es generell darum, eine Öffentlichkeit zu informieren, die generelle große Sicht einzunehmen und alles Seiten zu betrachten, das große Ganze einzubeziehen, während der Blogeintrag tendentiell eher die Form eines öffentlichen persönlichen und somit auch einseitig-individuellen Tagebucheintrags hat. |
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P.S. Darum irrt Calvani auch in diesem generell aus meiner Sicht ausgezeichneten Interview, wenn sie meint: "Mir als Leserin ist es nämlich völlig schnuppe, ob Ihnen jemand einen Artikel per Mail anbietet und der Freitag ihn dann druckt oder per vorheriger Veröffentlichung in der Community - das ist nur eine marginale Modalität, die lediglich die Form der Texteinreichung betrifft." Es ist eben nicht nur eine Frage der Art der "Einreichung".
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@ Popkontext
"Das Medium beeinflusst das Material. Ich kann als Journalist auch im Netz schreiben wie in der Zeitung. Aber ich kann auch auf eine Art und Weise schreiben, die in der Zeitung nicht geht." "Die Unterscheidung klassischer journalistischer Text / typischer Blogtext ist aber eine rein technische Unterscheidung, die die Übernahme von Blogtexten in der Tat erschwert, da gebe ich Herrn Augstein absolut Recht, das ist keine Ausrede oder Rumeierrei." Was in einer Zeitung "geht" und was nicht, das scheint sehr im Wandel zu sein. Ein Beispiel. Wäre dieser Fragebogen, wenn er zunächst als Blogbeitrag eines Bloggers bzw. einer Bloggerin erschienen wäre, in der Zeitung gedruckt worden? |
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schrieb am
18.01.2012 um 01:09
@ Liebe popkontext,
"Die Unterscheidung klassischer journalistischer Text / typischer Blogtext ist aber eine rein technische Unterscheidung, die die Übernahme von Blogtexten in der Tat erschwert, da gebe ich Herrn Augstein absolut Recht, das ist keine Ausrede oder Rumeierrei." Ich unterstelle Herrn Augstein keine Rumeierei. Es geht um ein grundsätzliches Problem, das in dem Interview Kluge/Steinfeld diskutiert wird, und dieses betrifft die Schrift und eine Reflexionsform. Das ist keine Formfrage. Das ist eine sehr spannende Frage! |
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@Calvani
Ja, vielleicht - weil es eben sowieso kein journalistischer Text ist. Ansonsten habe ich ja oben schon angemerkt, dass sich sicher auch der Printjournalismus wandelt. Aber er ist eben nicht gleich dem Bloggen, und wird es mE. auch nie (das würde ich sehr bedauerlich finden). Vielleicht steht da eher die Frage: Was ist Journalismus? Sind persönliche Tagebucheinträge online gleich Journalismus? Meiner Meinung nach nicht. Denn Journalismus sollte immer das große Ganze im Auge haben, was bei Blogeinträgen oft fehlt. Wenn nicht, dann sind es journalistische Texte online - mit allen Zwischenformen. Das sage ich mal jetzt auch nicht nur aus einer theoretischen Perspektive als jemand, der sich aus soziologischer Sicht mit dem Thema Medien beschäftigt hat, oder auch Journalismus formal erlernt hat, sondern als jemand, der aus eigenem "Machen" vieles kennt: Printjournalismus, Radio, Bloggen (eher journalistischer aber auch freierer, persönlicherer Form), Kommentieren. Übrigens: Schon ein profesioneller journalistischer Radiotext im klassischen Sinne läßt sich nicht 1:1 auf einen ebensolchen Printtext übertragen, und umgekehrt, was ich dem Chefredakteur vom Tagesspiegel immer gern mal sagen würde, der seine "Kolumne" bei RadioEins offenbar immer akribisch vorbereitet, allerdings eben immer als Printtext, was extrem komisch und unbeholfen wirkt, und nicht nur, weil er es abliest ;)...Eben: Das Medium beeinflusst das Material, schon rein stilistisch. |
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@Calvani
Ja, vielleicht - weil es eben sowieso kein journalistischer Text ist. Ansonsten habe ich ja oben schon angemerkt, dass sich sicher auch der Printjournalismus wandelt. Aber er ist eben nicht gleich dem Bloggen, und wird es mE. auch nie (das würde ich sehr bedauerlich finden). Vielleicht steht da eher die Frage: Was ist Journalismus? Sind persönliche Tagebucheinträge online gleich Journalismus? Meiner Meinung nach nicht. Denn Journalismus sollte immer das große Ganze im Auge haben, was bei Blogeinträgen oft fehlt. Wenn nicht, dann sind es journalistische Texte online - mit allen Zwischenformen. Das sage ich mal jetzt auch nicht nur aus einer theoretischen Perspektive als jemand, der sich aus soziologischer Sicht mit dem Thema Medien beschäftigt hat, oder auch Journalismus formal erlernt hat, sondern als jemand, der aus eigenem "Machen" vieles kennt: Printjournalismus, Radio, Bloggen (eher journalistischer aber auch freierer, persönlicherer Form), Kommentieren. Übrigens: Schon ein profesioneller journalistischer Radiotext im klassischen Sinne läßt sich nicht 1:1 auf einen ebensolchen Printtext übertragen, und umgekehrt, was ich dem Chefredakteur vom Tagesspiegel immer gern mal sagen würde, der seine "Kolumne" bei RadioEins offenbar immer akribisch vorbereitet, allerdings eben immer als Printtext, was extrem komisch und unbeholfen wirkt, und nicht nur, weil er es abliest ;)...Eben: Das Medium beeinflusst das Material, schon rein stilistisch. |
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@Helena Neumann
Eine sehr spannende Frage, ohne Zweifel, aber durchaus eine Formfrage, wie man schreibt und wie man Themen angeht und umsetzt. Ganz zentral! |
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schrieb am
18.01.2012 um 01:43
@ popkontext
Ja, da habe ich mich falsch ausgedrückt. Natürlich folgt die Form der Funktion. Da hast Du recht! |
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@ Popkontext
"Ja, vielleicht - weil es eben sowieso kein journalistischer Text ist." Deshalb halte ich Augsteins Form-Argument zum Teil für vorgeschützt. Natürlich ist die Frage interessant und bedeutsam, inwiefern von althergebrachten Zeitungstraditionen abgewichen werden kann bzw. sollte, aber das beschreibt Augstein leider nur als Einbahnstraße - die Wechselwirkungen erwähnt er nicht. |
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"Deshalb halte ich Augsteins Form-Argument zum Teil für vorgeschützt."
Da muss ich mich mal voll und ganz mit Jakob Augstein solidarisieren und ihm recht geben :)...Deshalb muss man eben aus meiner Sicht dringend überlegen, wei man das Problem lösen kann - vielleicht hätte man es schon länger machen können, das mag stimmen! |
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Dass Bloggertexte wegen mangelnder journalistischer Qualität nicht den Weg ins Blatt finden, taugt als Begründung dann aber eben nicht... Der Wandel ist doch schon längst erkennbar.
Ich sehe auch andere "Trends", die ich für symptomatisch halte, z.B. die Vermengung von Meinungen und Nachrichten, Fakten und Einschätzungen, Boulevard und (Sach-) Journalismus. Damit wäre ich wieder bei meinem Beispiel von oben: Wulff. Lauter boulevardeske Nichtigkeiten wie das Tattoo Bettina Wulffs waren in letzter Zeit gleich neben Fragen rund um Würde, Ehre und Glaubwürdigkeit des "Staatsoberhauptes" zu lesen. (Natürlich können Äußerlichkeiten eine bedeutende sozial-psychologische Rolle spielen, aber das gehört in einen völlig anderen Kontext!) Das wäre also ein gute Gelegenheit selbstkritisch diese Entwicklungen grundsätzlich zu hinterfragen, statt einseitig an Blogbeiträgen mangelnde journalistische Form zu beklagen. |
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Ich geb mal kurz meinen Senf zum Unterschied von BloggerIn und JournalistIn dazu. Denn ich finde da gibt es sehr wohl einen Unterschied. In der Person. Ich behaupte ein Journalist hat Netzwerke und Quellen aus der Offline-Welt, die andere sind als in der Online-Welt, und andere die ein Blogger so hat. Wenn man zum Beispiel das Ressort Politik anschaut. Extrem-Beispiel: bei der Bundespressekonferenz dabei sein zu wollen geht nicht so einfach, usw... Und Bloggen als Hauptberuf? So ohne Anstellung irgendwo? So viel Monat noch am Ende vom Geld? Eher nicht. Wie ich das sehe, gibt es grob zwei Arten von BloggernInnen, auch wenn die Grenzen verwischen: die, die es zum Spaß/Zeitvertreib/Meinungsmache etc. tun und die, die sich damit Profil in beruflicher Hinsicht verschaffen. Da wird dann der Senf als Experte zu diesem und jenem abgegeben und man schwadroniert auf Konferenzen, knüpft Netzwerke und so weiter, um irgendwelche (Berater)jobs oder Autorenjobs und was weiß ich an Land zu ziehen...
Das mit den Texten sehe ich weniger als Problem. Die können ja umgearbeitet werden... Worüber man als hauptberuflicher Journalist schreibt mag sich aber dennoch von dem was ein Blogger so auswählt unterscheiden... |
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@@dllxllb
Das mit den zwei Arten Blogger/innen würde ich in dem Maße unterstützen, dass es eben einmal journalistisch orientierte Texte online, in Form eines Blogs sind, Texte, die eben nicht nur die persönliche Befindlichkeit beschreiben sondern versuchen, das große ganze Einzubeziehen, sich gezielt an ein Publikum wenden, das man informieren will. Ob die Motivation dahinter ist, dass man einfach veröffentlichen will (und vielleicht keine andere Möglichkeit hat und / oder unabhängig sein will), sich ein Profil verschaffen will (um bezahlte Jobs zu bekommen, mit dem Blog selbst Geld zu verdienen etc.), oder vielleicht neben der journalistischen Berufstätigkeit Texte veröffentlichen will, die man sonst nirgendwo (so) unterbringen kann. Und eben der klassische Blogger/in, die ein persönliches Online-Tagebuch führt, für sich selbst und um generell Aufmerksamkeit für sich und die eigene Sicht der Welt zu bekommen. Die Netzwerke und Quellen von Journalisten sind unabhängig von persönlichen Motivationen u.a. auch wichtig und interessant, weil sie zu klassischer Recherchearbeit befähigen, die in der Blogkultur zumeist nicht stattfindet. Das ist auch eine finanzielle und Zeit-Frage. Auch für professionelle Medien sind ja gut rechercheirte Artikel, die nicht einfach mal so zusammengegoogelt sind, teuer, und daran wird ja leider auch da gespart. "Das mit den Texten sehe ich weniger als Problem. Die können ja umgearbeitet werden..." Das Umarbeiten ist genau der Punkt - der Freitag sieht das nicht unbedingt, aber auch viele Blogger/innen weigern sich ja, auch nur ein Wort zu verändern, geschweige denn, ihren Text stilistrisch noch etwa abzuändern. "Worüber man als hauptberuflicher Journalist schreibt mag sich aber dennoch von dem was ein Blogger so auswählt unterscheiden..." Ja, weil er /sie eine bezahlte Serviceleistung ausführt, während Blogger/innen das zumeist aus persönlicher Interesse machen, keine Vorgaben haben und oft auch nur schreiben, wenn sie Lust und Zeit haben. Und einfach auch mal nur spontan was rausrotzen können. |
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Gut gemacht Calvani!
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Liebe Calvani,
wenn Du bitte noch nachreichst, was folgendes bedeutet: "gekürzte, bearbeitete und ergänzte Fassung", dann wage ich mich evtl an eine auf den Realitäten basierende Äußerung zum Blog-Beitrag, danke, Gruß, SuzieQ |
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Das bedeutet, dass die Fragen und Antworten zur Autorisierung der befragten Person bzw. dem Gesprächspartner noch einmal vorgelegt werden.
"Glätten" nennt man das wohl auch - habe ich so ganz nebenbei gelernt. |
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... "wie geleckt" nennt man das auch ...
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Umpf, nach meinem Kommentar weiter oben, nein, auch hier, nichts in der Richtung. Du meine Güte, ich werde noch zum Verbalasket.
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Ich werde noch Verbalasket - zum Verbalasketen - richtig? Glätte das mal ;)
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geleckt:
"Wendungen, Redensarten, Sprichwörter |
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@Calvani
Ja, das nennt man Glätten, passiert in jedem Printmedium, eben schon weil gesprochene Sprache anders ist als geschriebene, Interviews meist zu lang (oder sehr viel länger als für die Grundaussage notwendig) und auch nicht immer ganz strukturiert sind und es eben auch Platzvorgaben gibt im Print. Genau wie Radiobeiträge geschnitten sind, also zumeist nur die wichtigsten Aussagen herausgenommen (bei Beiträgen) bzw. bei längeren Sachen (z.B. aufgezeichnete Interviews) Versprecher etc. herausgeschnitten werden. Das ist auch sehr sinnvoll, da es das Lesen / Hören sehr viel angenehmer macht - natürlich solange nur die Sprache und nicht auch die inhaltliche Aussage geglättet wird, was leider auch oft passiert. Das Interview oben empfinde ich aber als sehr offen und angenehm. |
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Damit kein falscher Eindruck entsteht: Hier war das "Glätten" auch absolut in Ordnung. Aber vielleicht ist auch diese Praxis überdenkenswert - dazu gab es im Freitag ja vor kurzem schon einen Denkanstoß. Siehe auch kay.kloetzers Kommentar vom 18.01.2012 um 00:46...
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wie niedlich, ein gestreifter Lindwurm, lecker, sogar noch in Bewegung,
"Verbalasket", wattn, nur noch dietundatt? Nudelholz ist auch nur aus Nudelholz ... - mmmpf, als wüsste der Duden, nach 20 korrekten, 60 gefühlten Minuten, was geleckt heißt, aber versuchen kann Mann es ja mal Noch jemand ohne Fahrschein? "Ja, das nennt man Glätten" (Popkontext), bin ich jetzt die Einzige, die das nicht lecker findet? Weil es immer so ist, finde ich, ist das schon mal gar keine Erklärung für Beschönigen, irgendwie @ Streifzug, ausnahmsweise, weil sonst nicht: Können wir uns mal oder Du mit mir oder ich mit Dir bitte mal kurz schließen wg Hyperlink bekommt andere Farbe? Das wäre sehr lecker, sq, dank unnesu |
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@Calvani
Naja, das passiert ja schon eben durch die neuen Medien und die damit verbundenen Möglichkeiten und anderen Zwänge, die entsstehen. Man kann endlos lang werden und hat nicht mehr die Vorgaben durch Zeilenzahl und Sendeminuten. Andererseits eben auch größeren Zeitdruck und weniger Nerv, das auch sauber aufzuarbeiten. So werden ins Netz oft wenig bis gar nicht redigierte Interviews geknallt. Die nerven dann den Leser aber auch damit, dass sie eben ewig lang sind, Redundanzen und weniger Interessantes enthalten, ggf. schwer nachvollziehbar strukturiert sind und sich 1:1 transkribierte gesprochene Sprache schwerer liest (ist natürlich auch Gewohnheitssache). Zum Thema, wie sich auch journalistische Sprache und Gepflogenheiten durch gesellschaftlichen Wandel und auch neue Medien wie Radio und Fernsehen schon verändert haben fällt mir Mark Twains großartiger Aufsatz The Awful German Language ein, wo er, um die Unterschiede zwischen der deutschen und seiner Muttersprache zu betrachten auch die deutschen Zeitungen seiner Zeit anschaut. Hochgestochene Schlangesätze gelten z.B. schon lange nicht mehr als Zeichen großer Klugheit und Professionalität. usa.usembassy.de/classroom/Mark%20Twain/Mark%20Twain%20Awful%20Broschuere.pdf |
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...und natürlich kommt bei obigem auch noch mangelnde Professionalität dazu, dass Leute gar nicht auf die Idee kommen, ein Interview zu glätten und selbiges auch Übungssache ist. Mein erstes Interview für ein größeres Blatt habe ich auch erstmal wieder um die Ohren geknallt bekommen ;).
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danke für diese drei erhellenden interviews! erst dachte ich: warum streut sie sie nicht ein wenig? aber schnell war klar: sie ergänzen sich perfekt. und das geht nur sofort.
eigentlich nämlich lese ich gar keine interviews mehr, weil sie meist "gesegnet" sind, also gegengelesen, geglättet, entschärft. langweilig. diese hier aber belehren mich eines besseren - wie übrigens auch schon die sehr gute weihnachtsausgabe des Freitag. die kultur des gesprächs zu pflegen, finde ich sehr wichtig. dass sie im journalismus oft (und gern) durch den gedruckten autoritätsbeweis im sinne der verantwortungsentlastung und meinungshascherei vermieden wird, ist schade. also nochmals: danke! |
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@kay
Ich finde ja interessant, dass das Autorisieren in Deutschland offenbar tatsächlich gängige Praxis ist, während es in den USA z.B. völlig verpönt ist. Im Kulturbereich, wo ich diverse Interviews gemacht habe, auch für größere Tageszeitungen (zumeist), mußte ich nie was autorisieren lassen, weshalb ich lange dachte, das wäre auch hier unüblich und wurde erst kürzlich in einer Diskussion mit einem Kollegen aufgeklärt. Mein falscher Eindruck lag wohl daran, dass ein Großteil meiner Gesprächspartner/innen nicht deutsch ist. |
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...und interessant finden würde ich auch, wie das bei Radio ist. Da kann man ja auch Leuten das Wort im Munde rumdrehen, wenn man es drauf anlegt. Und es klingt ja erstmal noch "athentischer", weil man ja echt gehört hat, wie der / die das mit eigenen Worten gesagt haben.
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Du kannst, wenn Du gut bist, dich technisch auskennst und das richtige Programm hast, selbst an deinem Rechner zuhause ein Radio-Interview so umschneiden und manipulieren, dass hinterher was völlig anderes herauskommt.
Längst kein Problem mehr :-) |
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@Georg von Grote
Ja, ohne Frage. Was meinst du, wo heutzutage die meisten Radiobeiträge entstehen - zu Hause bei freien Journalist/innen auf dem Rechner :)...Aber mir ging es um die offizelle Ausstrahlung bei professionellen Sendern, die ja eine gewisse Autrorität und Glaubwürdigkeit ausstrahlen. |
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Die werden ja zum Teil auch von denen beliefert, die die Beiträge zu Hause zurechtschneiden. Und gehen in diesem Moment auch ein gewisses Risiko ein. Aber ich muss da meine Kollegen in Schutz nehmen. Mir ist da, zumindest bei denen, die ich kenne kein Fall bekannt, wo das passiert wäre.
Was das Gegenlesen angeht, habe ich die Anfänge damals mitbekommen. Allerdings nur im Film-Bereich. Bei politischen Interviews war das damals schon üblich. Damals fing die Agentur Players damit an, das zu verlangen und stieß zunächst auf Granit, weil sich die Journalisten damals gewehrt haben. Gab damals sogar eine Unterschriftenaktion, bei der so ziemlich alle Redaktionen unterschrieben haben. Dann war eine Weile Ruhe, mittlerweile verlangt jede drittklassige Telenovela-Schubbse, dass sie gegenlesen darf. Bei manchen Medien kann ich es auch verstehen. Bei BILD würde ich auch kein Interview blind authorisieren, aber haben die anderen ein Interesse daran ichren Gesprächspartner in Pfanne zu hauen, zumal mit unlauteren Mitteln? Ich hatte zum Glück immer Rückendeckung von meinen Redaktionen. Gegenlesen ja. Ändern? Nein! Die sind ja teilweise schon so weit gegangen, dass sie sogar die Fragen, die man gestellt hatte, umformuliert haben wollten. Ich hab nun wirklich fast alles interviewt, was da in Hollywood und sonstwo im Film kreucht und fleucht und das oft mehrfach. Teilweise auch sehr persönliche Interviews, aber gegenlesen wollte da niemand. Wobei, gegenüber der amerikanischen Presse gibt es das schon, aber da laufen die Fragen auch meist auf was anderes heraus. Da gehts halt um yellow und nicht Kultur. |
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Ich misch mich mal kurz ein, weil irgendwie noch schlaflos.
Nur ein paar kurze Anmerkungen auf die Schnelle. Nachdem ich nun fast nur Interviews gemacht habe, kann ich dazu nur sagen: Ein Interview, das gegengelesen und korrigiert wurde, kann man meist in die Tonne kloppen, weil es ist nichts mehr wert. Deshalb habe ich mich immer geweigert, gegenlesen zu lassen. Glätten? Ja. Es sei denn, man würde seinen Gesprächspartner in ein schlechtes Licht setzen wollen, denn in einem längeren persönlichen Gespräch gibt es nun auch mal Formulierungen, die man ein wenig, ohne allerdings ihren Inhalt und ihre Bedeutung zu verändern, in eine "lesbare" Form bringen muss. Dazu gehört Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Allerdings und das sagte ich schon mal an anderer Stelle, sind in meinen Augen Blogs und online-Medien kein Ersatz für das, was man landläufig noch unter fundiertem und nachhaltigen Journalismus versteht. Eine Community wie hier ist mit Sicherheit eine Bereicherung aber kein Ersatz für das Print-Medium. Ein Beitrag, den ich für eine Druckausgabe erstelle sieht anders aus, als das, was ich hier so vom Stapel lasse. Da ist der Ductus anders, der Rythmus und so einiges mehr, weil das Leseverhalten verschieden ist. Da erwische ich mich auch schon mal dabei, dass ich online irgendwas einfach hinrotze, was mir bei einem Artikel für ein Printmedium nie passieren würde. Ich find es gut, was hier passiert, aber ich bitte doch auch immer im Auge zu behalten, dass sich beides - also eine gedruckte Ausgabe und die online-Ausgabe gegenseitig ergänzen und nicht miteinander konkurrieren sollten. |
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@Georg von Grote
Das Medium spielt da nur bedingt eine Rolle, sondern auch der Zweck, die Motivation, die Texte zu verfassen, sind da der Punkt - und ökonomische Umstände. Guter Journalismus - vergleichbar mit Print - ist mE. auch online möglich. Die andere technische Form muss nicht notwendiger Weise zu einer Verflachung / Individualisierung / mangelnder Reflexion etc. führen. Das Problem ist halt die Finanzierung - wie verdiene ich mit gutem Online-Journalismus Geld? |
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Offenbar sind hier noch mehr nachtaktiv :-)
Ich will nicht ausschließen, dass guter online-Journalismus möglich ist, oder soger nicht bereits vorhanden ist. Allerdings sehe ich im Moment auch keine Lösung, wie man das online finanzieren soll. Es sei denn, man macht das online-Portal kostenpflichtig. Allerdings bezweifele ich sehr, dass da der user mitmacht. |
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@ Popkontext
Nach meinen Informationen macht Spiegel-Online Gewinn. Die Höhe der Einnahmen aus den in S.P:O.N. geschalteten Anzeigen hängen von der Userzahl ab. In den Foren von S.P.O:N. tummeln sich ca. 200.000 Foristen. Aus dieser Zahl und der Clicks anderer User, die keine Foristen sind, generiert sich die Einnahme, ähnlich wie bei der Einschaltquote in den TV-Medien. |
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@blog1
Ja, es gibt einige wenige Online-Portale, die Gewinn machen - die ganz großen, Bild auf jeden Fall und die Zeit glaube ich auch. Letztere zumindest haben aber auch massiv investiert. Und die Gewinne sind kleiner als bei Print. Und wie gesagt schießt bisher die überwiegende Mehrheit der Online-Präsenzen zu und sieht das nur als Werbung für das physische Produkt, wie z.B. der Freitag. |
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P.S. In dem Kontext möchte ich noch einmal auf einen Nachbericht zu einer Veranstaltung zum Thema hinweisen, bei der u.a. Bascha Mika und Augteins alter Kumpel Blome zum Thema diskutierten. ich fand dei nicht beosnders erquicklich, da wenig innovativ, aber erfasst nochmal ganz gut den Stand der Dinge:
www.popkontext.de/index.php/2011/06/21/stand-und-die-zukunftschancen-des-printjournalismus-eine-diskussionsrunde-im-rahmen-der-berliner-stiftungswoche/ |
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Weiter. Christoph Leusch
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hi,
habe das blog gelesen aber nicht den Stream explizit. kann mir jemand sagen, was das folgende bedeuten wird? Augstein: An meinen Plänen hat sich nichts geändert: Wir werden über kurz oder lang die kostenlose Bereitstellung des Freitag erst einschränken und dann beenden und wir wollen die User an der Planung und Erstellung der Seite teilnehmen lassen und dafür in verschiedenen Abstufungen Geld nehmen. Was geschieht dann mit der Community ? |
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Wirklich exzellent ausgearbeitete Fragen, liebe Calvani. Dieses Interview bringt auch wieder hervorragend Augsteins Wesen an den Tag: nichts Genaues weiß man nicht, kein Impetus, alles nach Lust und Laune.
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Bei aller Kritik finde ich die Antworten von Augstein auch recht gut und interessant und würde da gar nicht zu stimmen (den zweiten Teil betreffend).
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... das trifft sich doch gut Groupie, Samstag ist Autogrammstunde ...
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Alter @Streifzug, musst DU frustriert sein, wie dich das beschäftigt und wie garstig du bist. Das geht gerade mal zu weit.
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Also ich finde, in aller Bescheidenheit, ich habe bemerkenswert richtige Sachen gesagt :)
Zum Beispiel dieser Satz sollte über dem Eingangstor aller Netz-Foren hängen: "Eigentlich sollte man sich bei jedem Kommentar überlegen: Ist das, was ich schreiben will, wirklich notwendig? Dient es der Sache? Dem Argument?" Wenn sich daran mehr Nutzer halten würden, nicht nur bei uns, dann hätte das Netz im Ganzen deutlich mehr Relevanz. (Ist jetzt keine so ganz kühne These, ich sags aber trotzdem noch mal) Und noch was hierzu: "Wir werden über kurz oder lang die kostenlose Bereitstellung des Freitag erst einschränken und dann beenden und wir wollen die User an der Planung und Erstellung der Seite teilnehmen lassen und dafür in verschiedenen Abstufungen Geld nehmen." Das ist ein alter, lange bekannter Plan, den wir nur aus technischem Unvermögen heraus erst viel später umsetzen können: wir stellen mit der Seite, der Technik, der Moderation etwas zur Verfügung, das sich für uns auch auszahlen muss. Es ist ja ein bisschen traurig, für Online immer nur auszugeben und nie was einzunehmen. Also: Die Seite bleibt offen, grundlegende Community-Funktionen bleiben offen, höhere Funktionen, aktuelle Red.Texte und Archiv werden kostenpflichtig. Irgendwie so sieht die Marschrichtung aus. Wann das kommt - keine Ahnung. Aber darüber können wir gerne am Samstag reden. Es wäre spannend, auf Dauer die Community in diese Planungen einzubeziehen - welche Funktionen sind erwünscht? Welche Art von Kostensystem sollen wir einführen etc. Mein Interesse ist natürlich, dass wir viele Print-Abonnenten bekommen - weil wir davon leben. Also ist für Print-Abonnenten alles zugänglich und frei. Aber wir werden auch Online-Abos einrichten. Und da muss man sich überlegen, welche Funktionalitäten sind in welchem Paket enthalten ... Alles Themen, die wir gemeinsam mit der Com erarbeiten sollten. Das werden wir natürlich nicht am Samstag schaffen, klar, aber es ist ja auch erst der Anfang. Daraus könnte / sollte sich ein dauernder Dialog entwickeln. Ich finde auch, dass die Com sich ein Gremium geben könnte, das als Ansprechpartner zur Verfügung steht ... |
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Hinter dem Tor, über dem der Satz
"Eigentlich sollte man sich bei jedem Kommentar überlegen: Ist das, was ich schreiben will, wirklich notwendig? Dient es der Sache? Dem Argument?"hängt, geht es schnurstracks zurück in die Steinzeit. Dorthin, wo Zeitungen letztendlich wieder in Stein gemeißelt werden. Denn nur dort gibt es die Sache, das Argument oder gar den Kontext. Vielleicht schreibe ich doch noch einen recht harschen Artikel - und wenn es mein letzter ist (hier :) |
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@Streifzug
Da hat halt jeder andere Vorstellungen. Wir haben uns ja gestern noch darüber ausgetauscht, was ich von Deinem kommentar obern und allgemein in dem Kontext (diesem speziellen zur "Berliner Runde") halte. Reif und alterweise ist es aus meiner Sicht jedenfalls nicht. Wie schon gesagt: Auf einen sachlichen Kommentar mit deinen Kritikpunkten bin ich gespannt. Bisher hast du immer nur versucht, die Runde lächerlich zu machen und die Leute als Vollpfosten darszustellen, ohne Begründung, wie du jetzt darauf kommst, und *was* genau du nun kritisierst. |
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Liebe Popkontext,
einerseits weiß ich aus Erfahrung, dass es sinnlos ist dich darum zu bitten, deine Unterstellungen zu belegen. Anderseits begrüße ich solche Kommentare, so, wie sie sind, einfach frank und frei von der Leber weg. Nach dem Augsteinschen Tor-Dogma dürfte es sie allerdings nicht geben. Schade drum. |
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@Streifzug
"einerseits weiß ich aus Erfahrung, dass es sinnlos ist dich darum zu bitten, deine Unterstellungen zu belegen." Beleg s.o., und hier z.B. Was ist an meinem Kommentar nicht in Ordung: mal Butter bei die Fische...konkret! |
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@Streifzug
Honey, jetzt komm mal rüber. Im Stab gibt es jede Menge Pfannkuchen, Eis, Bier und Bratwürstchen (in beliebiger Reihenfolge). Und regen Austausch über die Weltrevolution. Die kleine KratzeKatze guckt Dich sanft an und tut so als wäre sie Trostspender. |
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->Kostensystem
Selbst wenn ich sowas machen wollte, das müsste irgendwie prepaid gehen. Offenbarungseid sollte echt kein ausschluss aus der community vom freitach sein, und bitte nich die welt kosten... |
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@DandelionWine,
ich würde dir ja meinen Stab anbieten, wenn das nicht gleich wieder zu Verwerfungen führen würde ... |
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"ich würde dir ja meinen Stab anbieten, wenn das nicht gleich wieder zu Verwerfungen führen würde ..."
Wenn Dein Stab im Zusammenpack mit Herz und Hand angeboten wird... wer könnte schon gegen so eine heilige Dreifältigkeit Nein sagen? |
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... heute im Sonderpack mit Herz und Verstand ...
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*greift sich nich klampfe und spielt liebliche hintergrundmusik*
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und verhunzt nen akkord bei "ne klampfe"
muss halt noch üben ;) |
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Okay, komm mal rüber und lass Deinen Sonderpack begutachten...
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@abghoul schrieb am 20.01.2012 um 20:41
"*greift sich nich klampfe und spielt liebliche hintergrundmusik*" Eine Weltrevolution mit liebliches Hintergrundmusik? Die Idee finde ich voll cool... ;) :) |
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Leute, Leute,
so kommt keiner durch Augsteins Dogma-Tor ... |
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Augstein als "Ein fliehendes Pferd" :-)
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Schmunzel.
Ich wunderte mich schon die ganze Zeit, wann endlich irgendeinem, nachdem in anderen Blogs ständig darüber gestritten wird, ob es sinnvoll ist online-Ausgaben kostenlos- oder eben kostenpflichtig anzubieten, die dazu entscheidende Passage in diesem Interview, die Augstein jetzt noch einmal erläutert hat, auffällt. Fast 4 Tage hat es gedauert :-) Popkontext, genau darauf bezog sich meine damalige Äußerung, das mich Eure Diskussionen an meine Jugendzeit erinnern, als wir uns stundenlang basisdemokratisch heiser diskutierten und hinterher feststellen mussten, dass die Entscheidungen längst gefallen waren. Sie hätten mich fast gelyncht dafür, zumindest klang es danach. Aber, auch wenn ich mich bei einigen unbeliebt mache, Augstein hat Recht damit. Es geht nur so. Alles andere wäre quasi wirtschaftlicher Harakiri. Wenn dieser Schritt abgeschlosssen ist, wird diese community mit Sicherheit nicht unerheblich entvölkert sein und es werden bestimmt auch einige darunter sein, deren Beiträge man vermisssen wird. Aber dieser Schritt ist letztlich unumgänglich. Übrigens finde ich das ganze Interview ziemlich gut gemacht. Das bezieht sich auf Fragestellung, wie auf die Antworten, die mir als Aussenstehenden doch einiges darüber vermitteln, wie Augstein als Verleger tickt. Wollte ich mal loswerden. |
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Schau hier:
Streifzug schrieb am 17.01.2012 um 02:08 "So, nun werde ich mal wieder über Depublizieren nachdenken, bevor ich fürs Bloggen noch zahlen darf ..." |
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Uups, wohl überlesen.
Aber manchmal ist es bei aller Wortakrobatik auch besser, das Huhn beim Namen zu nennen statt es als Ochse durchs Dorf zu treiben :-) Ich vermute, manche werden dann bestimmte gedankliche Streifzüge hier vermissen. |
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... und viele andere werden ein Kreuzzeichen machen und erleichtert aufatmen ;)
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@Georg von Grothe
"Popkontext, genau darauf bezog sich meine damalige Äußerung, das mich Eure Diskussionen an meine Jugendzeit erinnern, als wir uns stundenlang basisdemokratisch heiser diskutierten und hinterher feststellen mussten, dass die Entscheidungen längst gefallen waren." Ich verstehe vielleicht nicht ganz genau, was du meinst. Ja, dass die Eigentums- und Machtverhältnisse derzeit so sind, dass es letztendlich EINE Person ist, die bestimmt, wo es lang geht und das das Wort "Basisdemokratie" falsch ist auf die Bezug habe ich ständig betont. Deshalb hat Streifzug in der Tat recht, es nur in den falschen Kontext gerückt: Ich bin in der Tat auf Augstein fixiert, denn der Mann trifft derzeit die Entscheidungen. Er hat sich zwar gestern selber zur "Demokratie" bekannt, aber das passt halt mE. nicht in den Kontext. Ich würde da höchstens von möglichst flacher Hierarchie reden - was korrekter wäre und ich auch ok finde, auch wenn ich ein Genossenschaftsmodell o.ä. bevorzuge. Ich kenne nur basisdemokratische Kontexte (und die recht ausgiebig), in denen keine graue Eminenz und auch kein Besitzer die Entscheidungen im Hintergrund fällte, sondern sich innerhalb der "Basisdemokraten" egoistische Klüngel und Seilschaften ausbildeten, die dann ggf. das ganze zu Fall gebracht haben. Dass die öffentliche Finanzierung, die es gab, in allen Fällen umstritten war, lag auf einer anderen Ebene. |
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DogmaTor bekennt sich zu Demokratie? Ägypten?
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@Popkontext,
ach du liebe Güte, hast du dir nun auch diesen Berliner-Kontext-Virus eingefangen? Der zerstört jegliche freie Bewegung in Raum und Zeit. Tu schnell was dagegen, sonst endest du auch noch als gedankliche Draisine. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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