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Kultur : Braune Ökos

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Die armen Bioschweine

„Schweinerei“ denkt die zierliche Hannah, als sie den Bericht über Braune Ökos im Fernsehen sieht.

Bioschweine, die von einem Ökobauern gehegt und gepflegt werden, der dafür bekannt ist, dass er in der rechtsradikalen Szene sehr geschätzt wird.

Ihr Freund Elias wird da schon deutlicher und sagt ganz laut: „Sauerei!“

Hannah wird beim Zugucken speiübel, denn sie aß mittags ein delikates Kotelett vom Biohof.

Sie muss urplötzlich rülpsen, als in dem Beitrag erwähnt wird, dass nun Rechtsradikale still und heimlich in der Biobranche mitmischen.

„Umweltschutz ist Heimatschutz ist Volksschutz.“

Beide schütteln synchron den Kopf, als sie erfahren, dass die Rechten mit diesem Slogan werben.

„Na ganz toll!“ kommt es Elias über die Lippen, der Agraringenieurswesen an der UNI Hohenheim studiert.

„Nun verstecken sich die Braunen hinter dem nächsten Schweine- oder Kuhstall, wenn Journalisten an der Tür klingen und nach ihrer politischen Gesinnung fragen. Das Wort Gülle bekommt eine ganz neue Bedeutung liebe Hannah!“ Ihr Freund Elias sitzt neben ihr mit verschränkten Armen, ist ziemlich sauer über die neue Masche der Rechtsradikalen. Sie sieht ihren Freund leichenblass an und antwortet ihm nur mit einem Kopfnicken.

Wer nun im Bioladen nicht nur Kartoffeln aus der Region kauft, sondern auch die Zeitschrift "Umwelt und Aktiv" mit nach Hause nimmt, sollte bedenken, dass die Autoren in der rechten Szene beheimatet sind. Dies ist die Message des Berichts über Braune Ökos.

Hannah könnte sich gerade übergeben, so übel ist ihr nun. Soll sie ab Morgen Bioprodukte meiden? Man weiß ja nie, von welchem Rechtsradikalen die Ware angefingert wurde.

Doch eins steht fest: Das arme Schwein, das ökologisch aufgezogen und dann geschlachtet wurde, kann nichts für ihre spontane Magenverstimmung. Auch nicht ihre Mutter, die es in der Pfanne zubereitete.

Hannah braucht nun einen Schnaps und der stammt aus dem Bioladen. „Scheiß Gefühl“ denkt sie.

„Elias! Willste auch einen Kräuterschnaps?“ ruft sie ihm aus der Küche zu.

„Nee danke! Sonst werd' ich vielleicht blind…“

© Corina Wagner, August 2011

www.br-online.de/das-erste/report-muenchen/report-muenchen-rechtsextreme-ID1312795545852.xml

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