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Liebe Community,
Drogen. Man denkt da fast automatisch an Junkies, Kiffer und Pilzesammler, Menschen, die sich ausklinken wollen aus der Realität. Aber das Thema dreht sich eben nicht mehr (nur) um die klassischen Rauschmittel, sondern immer häufiger um neue Substanzen, sogenannte Neuro- oder Cognitive Enhancer. Stoffe, die weniger berauschen, als dass sie bestimmte Fähigkeiten verleihen oder verbessern, die in einer leistungsorientierten Welt mutmaßlich notwendig sind: Konzentration, Aufmerksamkeit, Gedächntis, Multitasking, psychische Belastbarkeit.
Wir haben uns in der Redaktion gefragt, wer diese Substanzen schluckt und warum. Was sie tatsächlich bewirken, was man davon spürt. Ob dadurch wirklich etwas besser werden könnte. Welcher gesellschaftliche Wandel sich in dem Gebrauch von Modafinil & Co spiegelt. Wir wollen ein Wochenthema dazu machen, und die Freitag-Community und ihre Gedanken, Erfahrungen daran beteiligen.
Forscher aus verschiedenen Feldern haben sich im vergangenen November ürbigens in einem Memorandum dazu geäußert. Ihr Schluss:
"Neuro-Enhancement muss ... kei-
neswegs dazu führen, dass wir blind
und stumm gegenüber den Problemen
und Herausforderungen unserer Welt
werden – vielleicht tritt sogar das Gegen-
teil ein."
(Das komplette Memorandum gibt es online)
Glauben Sie das auch?
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Sehr geehrte Frau Zinkant,
Drogen gibt es sicherlich, seitdem es Menschen gibt. Schon alleine um mit den Göttern zu sprechen. Denn: Was sind Drogen? Und was sind Enhancer? Bitte, man sollte nicht etymologisch einsteigen, sondern an die Wurzel gehen und sagen: Substanzen, die das Befinden von Menschen verändern. Befinden kann objektiv und nur subjektiv sein, verändern enthält auch die Leistungssteigerung. Doping in all seinen Variationen im Sportbereich ist auch so eine begriffliche Chimäre, ein normativer Begriff, der den Einsatz von „Drogen“ intendiert, aber, ganz wie im Strafgesetzbuch lediglich „verbotene Substanzen“ enumeriert. Und schon sind wir mittendrin: Was ist überhaupt Leistungssteigerung? Eine der Komponenten müsste fraglos die zeitliche sein. Ist eine Substanz leistungssteigernd, wenn sie kurzfristig etwa zu einer gesteigerten kognitiven Fähigkeit führt, à la longue aber die Lebenserwartung verkürzt? Würde man andererseits „uti, non abuti“ auf alle Lebenslagen anwenden, hätte es nie die in Absinth getränkte Genialität eines Toulouse-Lautrec oder der Maudits gegeben, keinen Sherlock Holmes, dessen Conan Doyle sicher das „Laster“ seiner Figur teilte oder jenen Irrwisch Jimi Hendrix mit der besten Interpretation einer Hymne. All diese Beispiele aus der, im weitesten Sinne, Kunst, zeigen, dass Grenzen verschieben das Eigentliche ist. Grenzen der Normalität. Und endlich sind wir bei der eigentlichen Frage: Was ist Norm? Nicht erst seit DIN haben wir da eine Tradition, sogar eine sozialistische, wenn mich mein Geschichtsgedächtnis nicht trügt. Wie man unschwer erkennen kann, habe ich ein inniges Verhältnis zu Nikotin, das mein Befinden ganz sicher verändert. Seinetwegen darf ich mir anhören, dass man eine Menge Geld in Bayern am kommenden Sonntag hinauswirft, um gegen das Nikotin –eigentlich meint man ja Rauch und da auch wiederum was ganz anderes- abzustimmen. Dabei wurde das ganze von einem Nichtraucher ausgelöst, und von denen, die miteinander keinen Konsens darüber finden können, wo die Freiheit des einen aufhört und die des andere beginnt. Ein urdemokratisches Problem möchte man meinen, und doch nichts anderes als ein Spektakel rigider Rechthaberei. Dazu bräuchte man dringend Enhancer. Ich fürchte allerdings, dass man die nicht in der Sparte Chemie findet. Ihr e2m |
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drogen sind toll. ohne drogen gäbe es uns nicht. man bedenke nur das ganze körpereigene zeugs mit all seinen anreizstoffen. eine wundervolle vorlage gesellschaftsformen.
mfg mh |
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Wird deswegen Shampoo in Drogerien verkauft?
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schrieb am
02.07.2010 um 13:14
>>ohne drogen gäbe es uns nicht. man bedenke nur das ganze körpereigene zeugs mit all seinen anreizstoffen.<<
Die Chemie meines Körpers ist deb die Chemie meises Körpers. Man kann diese Chemie mit allerlei körperfremden Substanzen verändern, aber das ist nicht "ich", sondern "Urlaub vom ich". Darüber sollte sich im Klaren sein, wer Solches ausprobiert, sonst droht Realitätsverlust. |
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Die Gleichgültigkeit ist immer noch die härteste Droge. Die gibt's sehr häufig rezeptfrei unter der nächsten Brücke, im Wohnheim, im Bahnhofsviertel.
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Ja genau, .... Wella als größter Drogenkonzern!
Haarspray und Deo und sonst so Zeugs für das vorrübergehende Beneblungsattentat .... auf die Männer...!? Ganz so weit hergeholt kann dass ja garnicht sein. Ich erinnere nur an die Verknüpfung von Duftstoffen mit Erinnerung an bestimmte Abläufe/Eigenschaften/Bedingungen. |
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schrieb am
04.07.2010 um 06:13
Ja, die Duftstoffe...
Zum Beispiel Weihrauch, in altrömischen Luxuskreisen ein "Dekadenzduft" mit milde berauschender Wirkung, diente und dient in weihrauchgeschwängerten Tempeln in Verbindung mit dem Absingen gruppenspezifischer Lieder dem "catholic enhancement"... |
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@ed2: früher halt mal arzneimittelhandlung oder so.
ich versteh aber bis heute nicht, wozu wir drogerien eigentlich noch brauchen. ^^ mfg mh |
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@mh
Weil es den Lehrberuf Drogist/-in gibt und weil man nur in der Drogerie noch alle Zutaten für Banküberfälle bekommt - von der Strumpfmaske bis zu den Bestandteilen des Schwarzpulvers. |
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gibt es bestimmt auch bei amazon.
mfg mh |
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schrieb am
04.07.2010 um 19:10
>>bis zu den Bestandteilen des Schwarzpulvers.<<
für Schwarzpulver kaum noch. Aber für die organischen Peroxide, die einem so gerne im falschen Moment um die Ohren fliegen... |
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Es sollte nicht zu technisch werden. Aber bitte:
Mit ein bisschen Übung, ein paar Glasgeräten, einem Rakel, eine kleine Menge nano-Eisenoxid aus Eisenhydroxid über eine Sol-Gel-Umwandlung, nanoscaligem Aluminium, TEOS (Tetraethoxysilan) und Aminosilan in einer Acrylatmatrix bekommt man sogar Nanothermit hin. Das meiste davon ist nicht bei Amazon erhältlich. Hoffe ich jedenfalls. Die letzten Worte des Chemikers: "Komische Farbe." |
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Liebe Frau Zinkant,
es ist in der Tat ein höchst interessantes und weites Feld, das Sie und Ihre Kollegen in der Redaktion hier thematisieren wollen. Ed2murrow hat das schon in eine Richtung erweitert, es ist genau dies auch sehr nötig, denn mE greift jede Analyse zu kurz, die sich keine Auskunft gibt über das grundsätzliche normative Abgrenzungsproblem dabei. Ich möchte noch einen weiteren Aspekt beleuchten, von dem ich zwar weiß, daß er dazugehört, aber nicht, ob er auch in Ihr Thema gehört. Ich habe nämlich ein handfestes Problem mit dem Begriff »enhancement«. Nehme ich ihn so, wie ihn mir das Wörterbuch auseinandersetzt, dann bedeutet er svw. Verbesserung, Steigerung, Erweiterung. Stelle ich ihm dann noch die »Droge« zur Seite und führe mir vor Augen, daß damit ganz allgemein jeder Stoff gemeint ist, der in einem lebenden Organismus Funktionen verändert, ohne dabei Nahrungsmittel zu sein, dann komme ich genau da heraus, wo es in meinem Falle höchst aktuell wird: Ich bin nämlich schon von Geburt an wegen einer Herzfehlbildung auf die ständige und sehr vermutlich lebenslange Einnahme von Medikamenten angewiesen — und siehe, schon haben Sie beide Distinktionsmerkmale von oben in einem: Denn sowohl bin ich damit auf die Droge sowie ihren fortgesetzten Konsum angewiesen als auch subjektiv sehr glücklich über die von ihr bewirkte »Verbesserung«, die in erster Linie darin besteht, daß ich nicht zeitnah ins Gras beiße. Es ist dies übrigens ganz persönlich ein höchst schwieriger Prozess für die Betroffenen: anzuerkennen, die anhaltende irdische Existenz nicht mehr nur völlig 'natürlichen' Umständen zu verdanken, also zu einem sehr wesentlichen Teil ein nicht mehr ausschließlich naturhaftes Wesen zu sein (ohne gleich transhumane Ambitionen zu entwickeln), ist nicht immer einfach und zumal in einem jungen Alter nicht gleich hinsichtlich aller Konsequenzen zu verstehen. All das hat nämlich, exakt parallel zu genuin Suchtkranken, auch etwas mit einem beklemmenden Gefühl des unweigerlich Ausgeliefertseins zu tun: Dem Heroinabhängigen, der dem Stoff am liebsten heute ledig ginge, es aber einfach nicht schafft, geht es nicht anders als mir, der ich es zu mancher Zeit schlichtweg nicht ertrage, mein ganzes Leben in sehr elementarer Weise dem Wirken eines Pharmazeutikums zu verdanken. Auch ich bin in dem strengen Sinn abhängig, wie es auch (u.a.) Krebspatienten sind, die ohne begleitende medikamentöse Therapie nicht mehr weit kämen. Freilich hat jemand wie ich einen Bewußtseinsvorsprung dadurch, daß er das sehr früh im Leben bemerken und bewältigen muß: Ich kannte Leute, denen Vergleichbares erst wesentlich später im Leben, im gestandenen Mannesalter widerfuhr und die darüber zugrunde gingen. Wenn ich ehrlich sein soll, dann war dies bei mir einer der Gründe für meine geradezu manische Sucht nach Bildung: Wer weiß, daß er sich auf den eigenen Körper nicht dauerhaft wird verlassen können, wer einmal realisiert, daß das Sein ein echtes »Sein zum Tode« ist, wer begreift, daß er ganz ohne Artifizialität nichts als ein Krüppel wäre, für den steigt der Wert alles Geistigen. Ich finde, daß man derlei berücksichtigen sollte, wenn man sich diesen Themenkomplex vornehmen will. Viele Grüße, J. A.-P. |
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Danke, Josef, auch wenn Sie nicht einmal erahnen, wofür.
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Meine Herren ed2murrow und j-ap, das waren zwei Elefantenbeiträge - groß und schwerwiegend, sehr persönlich und anerkennenswert.
Mein Verständnis von Droge ist in erster Linie von medizinischer, physiologischer und chemischer Natur geprägt; ich nehme da eher die Position des Beobachters ein. Was macht die Droge mit meinem Körper? Werden Organe in Mitleidenschaft gezogen? Ist ein zu erwartender Schaden irreversibel? Gibt es Spätfolgen? Gibt es einen "point of no return"? Was macht den Suchtfaktor eine Droge eigentlich aus? Wie groß ist das Risiko einer unbeabsichtigten Abhängigkeit? Was macht eine Dosisveränderung aus? Ist weniger mehr? Gibt es Persönlichkeitsveränderungen? Leber- oder Nierenschäden? Werden Dopamin-Rezeptoren verändert? Nervenschäden? Leider gibt es kaum oder keine sauberen Doppelblindstudien oder evidenzbasierte Studien zur Nutzen-/Risiko-Abschätzung von Designer-Drogen oder auch diesen Neuro-Enhancern, weil häufig gesetzliche Bestimmungen (Patientenschutz) und das ärztliche Selbstverständnis des hippokratischen Eids das verhindert. Vieles wird gemutmaßt, abgeleitet, angenommen - wenig wirklich gewusst. Ich bin bekennender Nutzer von Wick Medinait, allerdings nur, wenn ich richtig erkältet bin. Von einem Apotheker weiß ich, dass man von diesem Erkältungssaft abhängig werden kann, weil der Saft Codein und ein Morphinderivat enthält. Er kannte einige Fälle, wo der Saft das ganze Jahr über in regelmäßigen Abständen gekauft wird, vorzugsweise in verschiedenen Apotheken, damit es nicht direkt auffällt. Wir beide waren uns einig, dass dieses Produkt eines der wenigen Medikamente ist, das bei einer saftigen Erkältung wirklich Erleichterung bringt - und wir haben beide gerätselt, wann das Medikament, wenn es so gut wirkt, dann wohl aus dem Verkehr gezogen wird. Ich gebe zu, dass es mich jedesmal aufs neue beunruhigt, ob nach drei, vier, fünf oder mehr Tagen jetzt eine Abhängigkeit entstehen könnte, kann oder wird. Von diesem Punkt geht eine starke Faszination aus. Weiß ich, wann dieser Punkt erreicht ist? Ist er fließend oder scharf definiert? Oder weiß ich nur hernach, wann er erreicht war, wenn es also bereits zu spät ist und eine Abhängigkeit besteht? Nikotin ist übrigens auch ein Neuro-Enhancer. Die Gedächtnisleistung wird gesteigert, was man bei der Therapie von Alzheimer-Patienten ausnutzt. Ich selbst lehne das "Einwerfen" von Neuro-Enhancern ab. Ich bestreite nicht, dass die Äußerung, das würde vermutlich "keineswegs dazu führen, dass wir blind und stumm gegenüber den Problemen und Herausforderungen unserer Welt werden" sehr wohl richtig sein kann. Gleichwohl verändern wir mit wahrnehmungsverändernden Drogen unsere Wahrnehmung der Welt, unseres Wissens und Könnens und unseres Umgangs miteinander. Es ist schwer vorauszusehen, ob eine Abhängigkeit von "irgendwas" nicht doch irgendwann zu einen Zustand des Leids führt. Das gilt sogar für körpereigene Endorphine. Letzlich muss dann doch jeder selbst entscheiden, ob er die Welt lieber mit "Lebensgefühlverstärker", "in natura" oder mit "Tranquilizer" erleben möchte: Super, Normal oder Diesel. Wie es euch gefällt. |
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Das Problem, geehrter Gero Steiner, ist aber, dass Shakespeare gerade nicht sehr en vogue ist, im Gegenteil ein gewisser Bierernst Einzug gehalten hat, der aus einer seltsamen Mischung von fürsorglicher mütterlicher Hand, Gesundheitsfundamentalismus, gepaart mit Sparbestrebungen bei Krankenkassen, und reinem Puritanismus besteht. Denn es scheint eine Eigentümlichkeit zu sein, dasjenige, welchem man abgeschworen hat, Rauch, Sex oder Schweinshaxe, partout auch andere abschwören lassen zu wollen, auf dass die Selbstkasteiung zum Gruppenerlebnis werde. Oder anders: Geteiltes Leid sei halbes Leid.
Der Mensch hat einen Hang zur Selbstschädigung, und ganz im Sinne des Paradigmas Augstein'scher Prägung, es liegt in seiner Natur: Er hat nur dieses eine Leben, das, ob er will oder nicht, immer zu Ende geht. |
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Da stimme ich mit Ihnen zu 100% überein. Das eine Leben setzt sich für jeden aus Dauer und Intesität zusammen. Es gibt ja Zeitgenossen, die in den 30 Jahren ihres Lebens mehr erleben als jene Fundamentalisten, die das in 100 Jahren ncht zusammenbekommen. Oder anders: "Raachst sterbst. Raachst net, sterbst aa." (Ist ein Zitat, den Urheber kenne ich nicht.)
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Codein ist ein Morphinderivat und wird zu 10% von der Leber zu Morphin umgewandelt. Es wirkt damit Sedierend, es fehlt jedoch der "Kick". Außerdem muss man schon eine ganz Menge zu sich nehmen. In Wick Medi Night ist Dextromethorphan enthalten, das gar nicht mehr als Opioid angesehen wird, weil es nicht an Opioidrezeptoren andockt, sondern an NMDA-Rezeptoren, das erklärt eine Schmerzlindernde Wirkung aber nicht, warum es auch gegen Husten wirkt.
"Bittere Pillen" 2005-2007 rät von Wick Medi Night ab, weil es eine "nicht sinnvolle Kompination von Schmerz-, Beruhingungs- und Anregungsmittel, sowie Problematischem Hustenmittel (Dextromethorphan)" enthält. Das nur der Vollstänigkeit halber. An dieser Stelle kann ich mich dann ja als Nichtraucher outen, dem Rauchfreie Gastronomie sehr entgegenkommt, allerdings aus purem Eigennutz, ich rieche es nicht gerne, rieche nicht gerne danach und habe keine Lust auf die Folgen des Passivrauchens. Wer aktiv raucht hat aber meinen Segen :-) Ich sehe naturgemäß den Wert meiner Gesundheit höher, als die Freiheit eines rauchenden Zeitgenossen, seinem Genuss überall zu fröhnen. Für praktikable Lösungen bin aber immer offen. Ansonsten schließe ich mich dieser Aussage an: "Letzlich muss dann doch jeder selbst entscheiden, ob er die Welt lieber mit "Lebensgefühlverstärker", "in natura" oder mit "Tranquilizer" erleben möchte: Super, Normal oder Diesel. Wie es euch gefällt." |
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schrieb am
04.07.2010 um 06:53
>>dasjenige, welchem man abgeschworen hat, Rauch, Sex oder Schweinshaxe,...<<
Was bleibt, ist das Bier zur nicht mehr genossenen Schweinshaxe. Denn die deutsche Bevölkerung deckt ca. 15 % ihres Vitamin-B-12-Bedarfes aus Bier. Nebenbei hat es hier im Bräustaat Bayern auch Bedeutung für das Psycho-enhancement der CSU-Wähler, was wieder mal die Ambivalenz der Drogen aufzeigt... |
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Liebe Claudia,
das Bier, die Mönche und die CSU, das nennt man die Liberalitas Bavariae, würde FJS an der Stelle doziert und selber einen kräftigen Schluck aus der Maß in der Passauer Nibelungenhalle genommen haben. Mia san hoid mia, mia hom des üwalebt un' weans a no dalem, dos d'Liberalitas zum Deifi geht. Hopfn un Moiz, as Weda dahoits. |
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Liebe Kathrin Zinkant,
nach ihrem "Aufruf" zur Beteiligung hab ich (sozusagen als erweiterten Kommentar) einen meiner Beiträge zu dem Thema hier im Nachbarblog eingestellt: www.freitag.de/community/blogs/oxnzeam/pimp-your-brain-mit-happy-pills |
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"Drogen. Man denkt da fast automatisch an" die Ministeriumsvorlage hinter dem T-Shirt-Aufdruck: KEINE MACHT DEN DOOFEN.
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Jaja. Und wer häufig Kaviar isst, der wird rogenabhängig.
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Spannend!
Hab ich mal ‚kat kauen’ aufgerufen… Erst mal erfahre ich: Ungefähr 1.410.000 Ergebnisse (0,20 Sekunden) Dann erklärt mir wikipedia unter de.wikipedia.org/wiki/Kathstrauch es handele sich um eine im Jemen, in Äthiopien, in Somalia, im norden Kenias und in Dschibuti gebräuchliche alltagsdroge, die in form der zweigspitzen und jungen blätter des Kathstrauches gekaut zu sich genommen werde. Am besten gefällt mir bei wiki dieses: „Die Wirkung ähnelt der anderer Amphetamine, ist jedoch deutlich schwächer. Die stimulierende Wirkung wird durch die verstärkte Ausschüttung von Neurotransmittern erreicht und der Abbau der Transmitter wird unterdrückt. Dadurch stehen für einen begrenzten Zeitraum eine größere Menge der Neurotransmitter bereit, allerdings wird die Nervenzelle hierdurch überreizt und erschöpft. Durch die verstärkte Ausschüttung tritt ein Zustand allgemeinen Wohlgefühls ein, der mit einer angeregt fröhlichen Einstellung einhergeht. Der Wunsch, sich mitzuteilen, wird erhöht, Müdigkeit verschwindet, und das Hungergefühl wird unterdrückt. Hierdurch wird auch die unten beschriebene Gruppenbildung und der gemeinsame Konsum erklärt. Dieser Zustand nimmt etwa nach zwei Stunden ab.“ Darunter steht ‚natürlich’ gleich, welch unangenehme folgen ein zuviel oder zur unrechten zeit des kat-kauens hat/haben kann. Was mir auffällt, ist dies: Zum einen scheint kat-kauen eine pazifizierende wirkung zu haben – wer in geselliger runde junge blätter kaut, wird womöglich weniger krieg führen, konflikte eher bereden als mit waffengewalt austragen. Zum anderen erlaubt kat-kauen frauen den selbst-bestimmten schwangerschaftsabbruch (ähnlich wie früher, ganz ganz früher in unseren breiten die petersilie) – beugt also „ehrenmorden“ wie einem bevölkerungsüberschuß vor und entfaltet auch auf diese weise eine pazifizierende wirkung. |
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@ rahab
Leider wird, wenn ich das richtig habe, nicht beschrieben, wie die Menschen nach dem Kath“rausch“ sind: Aggressiv, desorientiert, körperlich geschwächt und schon sehr bald auf der Suche nach dem nächsten Maulvoll. Ich konnte sie eingehend in Madagaskar beobachten, wo der Strauch, von Somalia herüber gekommen, im Norden seit einigen Jahren verstärkt angebaut wird. Nicht wenige Menschen, die in Somalia vor dem totalen Zusammenbruch lebten, haben mit berichtet, dass ihrer Wahrnehmung nach eines der Belohnungen der Warlords für ihre Kämpfer u.a. das Kath war, bis die dicken Backen (die Blätter werden zu einem großen Ballen in einer Backentasche zusammengekugelt und durchgespeichelt) allgegenwärtig wurden. Es wurde auch ein Zusammenhang hergestellt zwischen Kath und der Gefügigmachung von sog. Kindersoldaten. Dies nur, um das Bild zu dieser Art „Droge“ zu komplettieren. |
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@e2m
und? was sagt uns das? ja wohl auch, dass es darauf ankommt, wie der gebrauch solcher und anderer drogen unter und zu welchen bedingungen in einem je und je anders strukturierten sozial- und wirtschaftsgefüge eingebettet ist. es wurde schließlich auch schon ein zusammenhang zwischen geld und dem gefügig-machen von frauen und männern zur prostitution hergestellt. beispielsweise. also: am wirkstoff diesen ganz für sich genommen wird das nicht liegen. |
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und ein ps zu Somalia:
womöglich ist die wirkung von warlords übler als die von kat. |
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und wenn ich so an meine säuferin-karriere zurückdenke, dann muß ich sagen: die wirkung von dikatoren auf mein wohlbefinden war auch übler als die einer trockenen spätlese!
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meinte diktatoren - obwohl: dikatoren hat auch was. ich hatte und hab sie jedenfalls dicke!
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schrieb am
04.07.2010 um 07:20
>>also: am wirkstoff diesen ganz für sich genommen wird das nicht liegen.<<
Sicher nicht. Früher mal bekamen vor der Schlacht Ross und Reiter Bier. (Ja, die Pferde waren auch besoffen, sonst hätte der Fluchtinstinkt funktioniert.) Aber mit Bier an sich kann man nicht schiessen. Ich halte für sinnvoll, die Parallelen zwischen "war enhancement by qat" und "neuro-enhancement für den Endsieg im ökonomischen Weltkrieg" mal näher zu untersuchen... Im Frühjahr las ich mal, dass Ritalin für die Leistungssteigerung bei Gesunden empfohlen werde... Als Medikament bei ADHS, als Profitoptimierer in der Wirtschaft. |
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Es ist die Entscheidung: will ich eine jakobinische Erziehungsdiktatur oder einen liberalen Staat? (Und erst einmal ist das Abwaegen von Argumenten dem Abwaegen von Substanzen sicherlich vorzuziehen). Wenn Erziehungsdiktatur, warum dann nur auf bestimmten Gebieten? Warum nicht die Pflichtaufkleber: Autofahren kann tödlich sein? Shoppen gefaehrdet ihre Gesundheit und die anderer?? Ja: warum dann net Dummheit verbieten? Weil da nichts "eingenommen" wird?
Ich habe früher viel geraucht, seit fünf Jahren nun nicht mehr. Das aber war meine eigene Entscheidung. Warum aber das Rauchen in Kneipen verbieten? Im hiesigen Fernsehen wird ein kleiner Schleier nachtraeglich über die Zigarette (und auch über die Schachteln) gezogen. Ansonsten werden unermüdlich Leute zerstückelt etc. (Mal abgesehen davon, dass auch ein Film ein "Werk" ist, und man sich als Regisseur einen nachtraeglichen Eingriff verbitten müsste. Wo gibt es das ansonsten in der Bildenden Kunst? (Ausser bei Michelangelos Sistina-Fresken, wo der Papst nachtraeglich bestimmte Teile verschleiern liess...). Ich sag Euch: als naechstes wird Fast Food gesetzlich verboten (ich hasse nur zwei Dinge: Burger und deren Verbote :-)). Alles das zum Thema "Rauchen"= was ja unserer gemeinsamen Überzeugung nach "Enhancement" ist. |
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Das Bedenkliche an Neuro Enhancern ist m.E. die innere Haltung, die zur Einnahme führt: Das Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit.
Anstelle sich zu überlegen, wie man sein Leben stressfreier gestalten kann, nimmt man leistungssteigernde Drogen. Die eigene Leistungsgrenze wird nicht mehr als etwas Natürliches, oder sogar ein natürliches Warnsystem wahr genommen, sondern als eigene Unzulänglichkeit, etwas, das einen herabsetzt. Das setzt ein negatives Selbstbild und eine ungesunde Dauerbewertung voraus. Es ist selbstverständlich nicht grundsätzlich falsch, seine Leistung zu steigern. Das geht ja auch durch Training. Körperliches wie geistiges. Die Frage ist nur wieder, wieviel Leistungsteigerung brauche ich wirklich, wieviel will ich wirklich und habe auch Freude daran. Und wieviel davon entspringt meinem Gefühl an Mangel oder mangelhaft zu sein. Eben letzteres ist die beste Voraussetzung für Sucht. Ob mich die Substanz die ich zu mir nehme nun aufputscht, oder sediert ist schlussendlich auch nur eine Frage, welcher Art der empfundene Mangel ist. Verkürzt gesprochen ist für mich Internetsucht der Mangel an echter Kommunikation, Sexsucht der Mangel an echter Nähe, Kokainsucht der Mangel an Euphoriefähigkeit, Heroinsucht der Mangel an Geborgenheit. Der Weg in die Sucht ist die eigene Überzeugung, ob nun bewusst oder unbewusst, den eigenen Mangel nicht beseitigen, die eigene Leere nicht von sich ausfüllen zu können. Wenn wir überfordert sind mit einer Situation, einer Lebenssituation, wir an unsere Leistungsgrenze stossen, wieso fragen wir uns dann nicht, wieviel Arbeit und wie wir Arbeit abgeben können? Wenn unser Job das nicht zulässt, wieso fragen wir uns nicht, ob es dann der richtige Job für uns ist? Warum erkennen wir nicht unsere eigene Leistungsfähigkeit an und lieben sie? Das mag sich naiv und küchenpsychologisch anhören. Aber ich meine es genau so. Wenn wir das, was wir sind anerkennen und lieben, auch unsere Leistungsfähigkeit, dann brauchen wir keine künstliche Stimulation. Dann geben wir ihr Zeit zu wachsen. @GeroSteiner Ich kann dich beruhigen. WickMedinait führt nicht zur Sucht, wenn du es nur nimmst, wenn es dir richtig schlecht geht. Ein heißes Bier tut es allerdings auch. Viel gefährlicher ist Wick Daymed. Das ist die kleine Schwester von Captagon und gesund eingenommen mit einem kleinen Picollo war es auf Technoparties früher sehr beliebt. Hier noch ein kleiner Überblick zu Neuro Enhancern: www.drogen-info-berlin.de/htm/neuro-enhancer.html |
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schrieb am
02.07.2010 um 12:19
@KalleWirsch
"Das Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit." Und die für mich zentrale Frage heißt:Wo kommt dieses Gefühl her? Was ist die Ursache? Wer vermittelt mir eigentlich (und aus wiederum welchen Gründen) ständig, daß ich nicht klug, nicht schön, nicht schnell, nicht längst schon richtig, nicht.... bin??? Und warum lasse ich es mir vermitteln und übernehme gar dieses Gefühl? Wann und wie geschieht dies das erste Mal im Leben? Und warum ist es ein so tiefgehendes Gefühl? Aber warum will ich eigentlich überhaupt schöner, besser, schneller, klüger,... als andere sein? Zu unserem Wahn vom technischen Fortschritt gesellt sich nun auch noch, und das ist in Teilen ja schon Realität und auch nicht weiter überraschend, der bio-chemisch - gentechnische. Wir wollen offensichtlich mit aller Macht in Teufels Küche. Wahrscheinlich sind wir da aber schon längst drin. (Und die karibische Ölquelle sprudelt und sprudelt... Und mein mitteleuropäisches Thermometer zeigt 46° Celsius in der Sonne.) Noch ein "kommunaler" Gedanke: Stehe ich in einer Drogerie, weiß ich, daß fast das komplette Sortiment irgendwann einmal durch die Abwasserkanäle gespült wird. In den teuren Kläranlagen wird auf sehr aufwendige Weise die Chemie wieder gefiltert, um sauberes, einigermaßen natürliches(!) Wasser zu erhalten. Wieviele Länder der Erde mögen über unseren Wasser- und Abwasserstandard verfügen? Für die Substanzen in einer Apotheke gilt dies auf ähnliche Weise. Und die Medizin, die uns heilen soll (und es gelegentlich auch tut), findet sich mittlerweile schon im Grundwasser, weil das Herausfiltern zu teuer ist. Und damit in der Nahrungskette. Und wie kann ich mit diesem Hirndoping wieder aufhören? Oder muß ich das dann, eventuell um den Job nicht zu verlieren, jahrelang einnehmen? Auf immer gedopt? Es sind mir grauslige Vorstellungen. |
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"Und die für mich zentrale Frage heißt:Wo kommt dieses Gefühl her? Was ist die Ursache?
Wer vermittelt mir eigentlich (und aus wiederum welchen Gründen) ständig, daß ich nicht klug, nicht schön, nicht schnell, nicht längst schon richtig, nicht.... bin??? Und warum lasse ich es mir vermitteln und übernehme gar dieses Gefühl? Wann und wie geschieht dies das erste Mal im Leben? Und warum ist es ein so tiefgehendes Gefühl?" Lieber GerhardHM, du hast soeben den immanten Fragenkatalog einer Drogentherapie umrissen. Ich glaube, es ist die Weitergabe des Gefühls der Wertlosigkeit an die nachfolgende Generation. Wobei ich auch glaube, dass dies nicht mit bösem Willen, sondern durch Vorleben passiert. Kinder spüren so etwas ohne es einordnen zu können. Alles weitere hängt sicherlich von der persönlichen Biographie ab. Den gesellschaflichen Zwängen und Werten sind alle ausgesetzt (mit unterschiedlicher Intensität), die Reaktion des Einzelnen hängt sich wer auch in hohem Maße davon ab, wie die Person gelernt hat, damit umzugehen und für sich selbst zu bewerten. Das mit dem Abwasser ist schon sehr interessant. Man hat ja mal den Kokskonsum einzelner Großstädte verglichen durch Abwasserproben. Die ganz ange Frage, die ich mir stelle: Wo landen Kinder, die in 12 Jahren Abitur machen und möglichst im Kindergarten eine Frendsprache lernen müssen. Und wieviel wirkliches ADS beruhigt Ritalin und wieviel elterliche Überforderung? |
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schrieb am
02.07.2010 um 13:55
Nun, mir sind es nicht "nur" Fragen einer Drogentherapie sondern ganz allgemein einer Therapie. Also eines aktiv betriebenen Heilungsprozesses.
Ich wollte den Beginn dieser absehbaren unheilvollen Entwicklung nicht erst in der Kindheit sehen. Es gibt mittlerweile jede Menge Untersuchungen zur frühesten Zeit unseres Menschseins. Unser Leben mit all seinem Glück und seinem Unglück beginnt (mindestens) in der Mutter. Ich glaube in Japan wird die Zeit der Schwangerschaft sogar ganz offiziell als erstes Lebensjahr gerechnet. Ich wüßte keinen Grund, der dagegen spricht. Janus, Grof, deMause u.a. haben Untersuchungen zu unserer prä- und perinatalen Prägung vorgelegt. Vielfach bestätigte Untersuchungen! Es sind erstaunliche Ergebnisse, die aus sehr verständlichen Gründen nur langsam in das gesellschaftliche Bewußtsein gelangen. Woher kommt der Zwang zur Höchstleistung? Was ist das für eine Sucht? Welche "Leere" soll da gefüllt werden? Zum guten Leben führt dieses Tun auf keinen Fall, auch wenn es gelegentlich kurzfristigen Erfolg bringen mag. Nach jeder Droge kommt irgendwann unweigerlich der Entzug. Und/oder die Dosis muß steigen. Lieber glücklich und gesund "dumm", als gedopt "klug"! Das mußte jetzt mal gesagt werden. |
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"Finde heraus was Du nicht kannst. Und dann lass es!"
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@KalleWirsch & GerhardHM
Habe eure/Ihre Kommentare mit Interesse gelesen. Nur die abschließenden Fragen verstehe ich nicht ganz. Konkurrenz und Neid sind mit die größten Triebfedern menschlichen Handelns. Leider bis heute schlecht konnotiert. Wieso eigentlich? Ist doch genauso wie bei dem griechischen Begriff >to pharmakon<, der mit >Heilmittel< oder mit >Gift< übersetzt werden kann. Es kommt halt, wie bei vielen Dingen im Leben, auf die richtige Dosierung an. Welcher Mensch freut sich denn nicht über seine erreichten Leistungen? Wenn sie denn im richtigen Verhältnis zu den damit verbundenen "Kosten" stehen. |
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"Wo landen Kinder, die in 12 Jahren Abitur machen und möglichst im Kindergarten eine Frendsprache lernen müssen."
Bei den Ängsten ihrer Eltern, würde ich mal sagen. Aber andererseits: die menschliche Existenz an sich ist nun einmal auch angsteinflössend und bedrängend. Vermutlich deshalb ist Menschheitsgeschichte auch immer Suchtgeschichte. Aber wer spricht angesichts des Selbstverwirklichungs- und Machbarkeitswahn der heutigen Gesellschaft schon gerne von dem, was eben genau nicht im eigenen Können und Vermögen liegt, was diesem enthoben ist? "Unser Leben mit all seinem Glück und seinem Unglück beginnt (mindestens) in der Mutter." Und wehe, Mama managt das nicht optimal, genau. |
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schrieb am
04.07.2010 um 07:51
"Das Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit."
Das kann ja so weit gehen, dass ein gesunder Schlafrhytmus als „Funktionsstörung” definiert wird. Schon die Meldung des Körpers: „Ich brauche jetzt mal Entspannung” ist im Handbuch des Produktions/Konsumtionsroboters nicht als als Konstruktionsmerkmal, sondern unter Störungen gelistet. >>Wenn wir überfordert sind mit einer Situation, einer Lebenssituation, wir an unsere Leistungsgrenze stossen, wieso fragen wir uns dann nicht, wieviel Arbeit und wie wir Arbeit abgeben können?<< Weil der Käufer der Arbeitskraft das nicht will. Ein Thema, das immer wieder mal diskutiert wird. Die Verteilung der gesellschaftlich notwendigen Arbeit und die Frage, wieviel Arbeit wir für unseren Bedarf brauchen. Es ist ja noch nicht lange her, dass wir eine recht umfangreiche Diskussion dazu hatten. Und die Frage: „Wer definiert überhaupt, was Leistung ist und was nicht?” sollte dabei nie verdrängt werden, meine ich. Wenn das geklärt wird, dann kann die „permanente Leistungssteigerung” leicht als Ausbeuterpropaganda entlarvt werden. |
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@ Titta
Auf den Punkt. Viele Eltern von Enfanten haben noch nicht realisiert, dass ihre Kinder eher Elefanten als Enfanten sind und man aus einem Elefanten auch mit intensiver Nachhilfe in Hüpfen und Springen keine Antilope machen kann. Viele haben nicht realisiert, dass die meisten Elefanten ihr Glück nicht im Hüpfen und Springen sehen, sondern im gemächlichen Schreiten und Wandeln, weil es ihre Natur ist. Na gut, mal abgesehen von denjenigen, die unbedingt an einer Antilopencastingshow teilnehmen oder wie Dumbo fliegen wollen. |
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@titta
aber von eben dieser dosierung sprach ich doch. auch ich bin stolz, wenn ich etwas leiste. es ist eine wunderbare befriedigung. ich gehe sogar oft in situationen in denen ich weiß, dass ich mich überfordere und rede es mir mit dem sprung ins wasser schön. natürlich ist es auch ein tolles gefühl, wenn man diese hürde nimmt und daran wächst. aber ich weiß eben auch was für schmerzen überforderung oft mit sich bringt. und letztendlich ist das wirklich selten wert unterm strich. man kann auch langsamer wachsen, als wir es uns selbst vorgeben oder durch gesellschaftliche werte übernehmen. ich glaube, die stärksten menschlichen triebfedern sind vervollkommnung und selbsterhaltung. konkurrenz und neid erwachsen daraus. neid ist eine pervertierung, konkurrenz kann es sein, wenn man das spielerische daran verliert. |
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@KalleWirsch
Neid ist für mich vor allem ein bestimmtes Gefühl. Als solches ist es für mich weder gut noch schlecht, weder richtig noch falsch, somit auch nicht pervertiert. Es ist einfach da, wie Angst oder Zuneigung auch, und hat bzw. erfüllt einen bestimmten Zweck. Keiner muß sich seiner Gefühle schämen, auch nicht derer, die der Mensch angeblich nicht haben darf. Gefühle hat man einfach, sie unterliegen keinem moralischen Urteil. Sie authentische Äußerung unseres Selbst'. Worauf es ankommt: was macht man dann mit diesem Gefühl? Wie geht man damit um? Produktiv oder zerstörerisch? |
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die sache mit dem neid, da ist was dran. ich denk mal drüber nach.
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Liebe Frau Zinkant,
Bis wann planen Sie denn? Elefanten- oder Eichhörnchen-Texte, Kalauer oder Essays, brauchen ja, nach einigen Einträgen oberhalb dieses zu urteilen, nur Sekunden und Minuten und dann steht der Text, vom Selbsterleben bis zu Shakespeare. All inclusive, overinclusive und hyperintelligent. Die Autoren des Memorandums belegen ja zu Recht, in einem Insert-Kasten und ein wenig die eigene Abschlussthese relativierend, derzeit fehle es an wirksamen und dabei unschädlichen Substanzen für das Neuro-Enhancement. Das wäre ein Ansatz für etwas mehr Überblick im Gestrüpp. Die andere Frage, wie man mit den ethischen und moralischen Fragen in einer Konkurrenzgesellschaft, die aber beständig auf andere Werte verweist, umgeht, und was allein der Glaube an geistiges und mentales "Enhancement" mittels der Mittel bewirkt, verdiente ebenso Beachtung. Eine Frage wäre auch die nach dem Zuteilungssystem: Wer soll in Zukunft so genannte Enhancer bekommen? Geht es nach Marktregeln, Gesetzen, auf Verordnung, nach medizinischen (umstrittenen) Kritierien (Ritalin), weitestgehend illegal, usw.... Meine Erfahrung, auch im Umgang mit betroffenen Schülern: Es wird viel "geschluckt", aus dem Glauben es helfe, machet besser, schöner, geiler, aufnahmefähiger, leistungsfähiger. Häufig sind es gar nicht speziell hergestellte illegale und halblegale Drogen, sondern klassisch die gerade erreichbaren Mittel aus den Apothekenschränken der Republik. Aber sogar die behauptete Steigerung der Wahrnehmungs- und Empfindungsfähigkeit, als vorgebliche Voraussetzung für Kreativität, -das Märchen wird immer mal wieder herum erzählt -, stellt sich als Selbstbetrug heraus. Nichts, z.B. Schulleistungen, Schwierigkeiten in den Peer-groups, in den Familien, künstlerische Leistung, wird besser. Leider fallen doch erschreckend viele, vor allem junge Leute, damit nicht auf die Füße, sondern kommen unter die Räder. Liebe Grüße Christoph Leusch |
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@Columbus am 02.07.2010 um 10:31
"Elefanten- oder Eichhörnchen-Texte, Kalauer oder Essays, brauchen ja, nach einigen Einträgen oberhalb dieses zu urteilen, nur Sekunden und Minuten und dann steht der Text, vom Selbsterleben bis zu Shakespeare. All inclusive, overinclusive und hyperintelligent." Als Urteilender sollten Sie bedenken, dass ein Urteil auch ein Urteil über den Urteilenden sein kann. Wie wär's mit einem Stimmungs-Enhancement? |
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Sehr geehrter Herr Leusch,
gerade hörte ich im Radio -im Netz habe ich es noch nicht verifiziert, weil nicht alles Stunden und Tage dauern muss, bevor ich es niederschreibe- dass in Deutschland die Krankmeldungen wg. psychischer Überforderung am Arbeitsplatz sprunghaft gestiegen sein sollen. Dies wird u.a. begründet mit dem Umstand, dass immer mehr Betriebe eine Erreichbarkeit "rund um die Uhr" verlangen würden. Droge Handy, ein kleiner Nebenzweig zum Unterthema "fit sein". Und demnächst Soma. |
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Lieber Herr Leusch,
Beachtung verdient in diesem Zusammenhang auch, inwieweit die oft und immer öfter ganz modisch diagnostizierte »Leistungsgesellschaft« etwas mit der Art und Weise des Drogenkonsums zu tun hat. Die Häufigkeit, mit der sie als Ursache und Anlaß genannt wird, legt nämlich aus meiner Sicht schon mindestens den Verdacht nahe, daß es sich dabei um eine recht durchsichtige Apologie handelt. Zum einen wäre zu klären, welche Gesellschaften eigentlich so eine Diagnose nötig haben: Doch wohl nur solche, deren Angehörige aus sich heraus die Maßstäbe akzeptieren, die von anderen gesetzt werden. Wer diese Maßstäbe allerdings akzeptiert und nach ihrem Muster vor sich hin wirkt und werkt, kann der dann, ohne daß noch ein paar mehr Finger auf einen selbst zurükweisen, die Schuldigen stets als die anderen ausmachen? Wenn ja, dann hat eine solche Gesellschaft ein wesentlich tiefer liegendes Problem, nämlich das einer offenbar historisch nach wie vor wirksamen Totalneurose — auch und gerade da, wo die Basis breit ist. Die wird freilich noch potenziert durch die Neigung, sich selbst von jeder Entwicklungszumutung freizusprechen. Selbstverständlich hat das auch etwas damit zu tun, daß diese Gesellschaft über einen langen Zeitraum hindurch von oben nach unten regiert wurde, in dieser Linie demnach bis auf den heutigen Tag der Reflex spürbar ist, gesellshaftsweites »enhancement« als einen vertikalen Appell nach oben zu verstehen, man möge doch endlich einmal etwas tun. Inwieweit so eine Gesellschaft dann allerdings genau das vermissen läßt, was sie sich selbst zur ideellen Grundlage nahm, nämlich das zur selbstbewußten und mündigen Disposition kapable Individuum, wäre noch zu klären. Darüber hinaus hielte ich es für höchst verfehlt und vollkommen ahistorisch, »enhancement« zu verstehen als blod funktionelle Reaktion auf die ökonomischen Zwänge, die abstrakt von außen appliziert werden. Nehmen wir einen Moment lang an, was, jedenfalls hier, jeder ziemlich unhinterfragt als gegeben voraussetzt, nämlich die äußere Ursache der sozio-ökonomischen Verhältnisse: Kann jemand ernstlich glauben, daß der Substanzabusus schlagartig von der Bildfläche verschwinden würde, wenn die Gesellschaft nur etwas »entspannter« wäre, die unmittelbare Leistungsforderung etwas weniger drückend, das Einkommen weniger häufig an/über/unter der Grenze zur Unmenschlichkeit und das Abitur, Promotion und Examen ein bißchen streßfreier erreichbar? In anderen Worten: Wäre alles ein bißchen easier, wenn wir alle nicht so schrecklich un-easy wären? Meine Vermutung ist die, daß sich zwar womöglich der Anlaß zum Abusus ändern würde, aber weder der Abusus selbst aus der Welt geschafft wäre noch sein Ausmaß sich verringern würde. Was war denn schon alles »enhancement«, historisch betrachtet? Wir müssen, um etwas Licht auf dieses Feld zu werfen, noch nicht einmal sonderlich weit gehen und Europa verlassen (in Afrika, Lateinamerika und Fernost hat die Droge ja ohnehin eine geradezu gesellschftskonstituierende Funktion, etwa im alten China, auf dem indischen Subkontinent, bei den Azteken und so weiter): Die alten Griechen haben in bewußtseinserweiternden Substanzen eine ganz selbstverständliche Möglichkeit gesehen, nach allen Seiten hin auszugreifen: Wenn man so will, eine kraut- und essenzbasierte großangelegte Teichoskopie nach jenseits aller möglichen Wahrnehmungsgrenzen, sei es, um ein bißchen was über die Götter in Erfahrung zu bringen, dem telos hinterherzuspüren oder eben um der eigenen Potenz auf die Beine zu helfen, um Erbfolge und Haussegen wieder ins Lot zu bringen. Die berühmte spartanische Härte fand ja nicht nur auf dem Schlachtfeld statt, wenn ich das am Rande bemerken darf, und sie war auch nicht bloß der Erziehungstradition oder dem beispielgebenden Gesetz von Lykurg geschuldet. Nach allem, was wir wissen, spielten wohl auch hie und da unterderhand vorgenommene Zugaben im öffentlich ausgeschenkten Wein manche Rolle in dieser antiken soldatischen Lederszene. Ich will das hier nicht en dédatil ausbreiten, aber dieser ständige Rückgriff auf die Substanz zieht sich durch die gesamte Geschichte gerade der Europäer. Wäre im Europa des 19. Jahrhunderts Opium tatsächlich für das Volk erschwinglich gewesen, dann hätte die berühmte Bemerkung Marxens über die Religion glatt ihre Pointe verfehlt. Nein, Opium war gerade nicht greifbar für die unteren Stände, sondern eine Sache für ganz Oben und für den Rand (Bohème). Der Alkohol — i.e. der Suff — war des Europäers ständiger und zuverlässiger Begleiter durch die Jahrtausende und wohl stets die zweite Fahne, die bemerkbar war, wenn der »Herrenmensch« an einer neuen Küste anlandete. In Frankfurt, München und in Franken gab es wegen des Bierpreises und seiner Höhe handfeste Revolutionen. Und nicht zuletzt gehört in diesen Themenkomplex auch eine ganz andere Traditionslinie: Es gab nämlich besonders in Deutschland schon seit der Romantik eine lebensreformerisch-spiritualistische Bewegung, deren Ziel die Reinheit und Unverfälschtheit des Menschen as is gewesen ist. Daraus wurde dann, sehr viel später, das berühmte »Du bist, was Du ißt« und auch erste Ansätze zu einer radikalen Neuinterpretation dessen, was die »wahren Bedürfnisse« des Menschen seien, haben hier ihren modernen Ausgangspunkt. Das alles hat sich dann sehr schnell in diverse Kommunen, Stämme, Zirkel und 'Kulturen' auseinandergelegt, blieb aber im Hintergrund stets wirksam: Ich erinnere daran, daß zu Zeiten der Gründung der Grünen noch eine Okkult-Postille in Umlauf war (die »Neue Zeitung«), die dort sehr wohl gelesen wurde und die, allen Ernstes, von der »Sehnsucht nach einer Revolution der Eingeweide« daherfaselte und einer »Wende bis ins Körpergefühl hinein«. Aus diesem geistverstärkten Genuß der Peristaltik soll die Welt errettet, der Mensch vom Joch aller artifiziellen Bedingtheiten (die ja doch wieder nur auf die Herrschaft zielten) befreit und die höchste Erfüllung geschaffen werden. »Ganzheitlich« als davon noch übrig gebliebenes Schlagwort ist schon nicht übel, aber damals ging es ja noch weiter: die »Umkehr zum Leben« wurde in diesen Kreisen nämlich als ein erster Imperativ jeder Politik erkannt, die Wende der Seele vom Egoismus zum Mitleid ein virulentes Thema und auch die Transformation vom Haben zum Sein — das alles, nota bene, aus dem Mund-Anus-Kanal heraus! Warum erwähne ich das? Weil es nach meiner Überzeugung dazu und zusammen gehört. Weshalb beschäftigen wir uns denn mit dem Problem der »enhancer« überhaupt? Doch wohl nur, weil die meisten von uns ein sehr abstraktes Unbehagen darüber spüren, daß wir unserer eigentlichen Menschlichkeit nicht mehr sicher sein können, wenn wir das Bewußtsein auf eine Weise verändern/erweitern/sublimieren, von der wir nicht sagen können, wie sie ausgeht. Gleichzeitig aber haben wir kein Problem damit, alles und jeden mit Medikamenten zu versorgen und zu therapieren: Für das Kopfweh nach der durchgezechten Nacht schmeißt man eben ein, zwei, drei Aspirin in, wenn man trotzdem am nächsten Tag die Deutsch-Klausur mitschreiben will (wer will schon am Freitag nachmittag nachschreiben?). Gesoffen wird nicht nur bei den Medizinern im OP und bei den Juristen in Studium, Verbindung und samt B-Bezügen beim Botschafts-Stehempfang, sondern auch im Kanzler-Bugalow fließt bis spät in die Nacht gar mancher Tropfen, nicht nur beim Oggersheimer, sondern auch bei Helmut Schmidt und Gerhard Schröder. Diese schizoide Gleichzeitigkeit des Selbstverständlichen und des Unbehagens ist es, was mir zu denken gibt. Viele Grüße, J. A.-P. |
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Lieber Herr Allensteyn-Puch, aber auch Gero Steiner, et. al.
Keineswegs will ich hier jemanden bevormunden. Jedoch erscheint mir das Thema zu sehr in die Nähe von Suchtmitteln, Rauschdrogen und Medikamentenmissbrauch gerückt. Zuerst einmal ist da ja der Aplomb, mit dem das Memorandum der Wissenschaftler auftritt. Neuroenhancer, das ist ja Teil der Definition, sollen weder süchtig machen, noch schädigende Wirkungen haben, noch Nebenwirkungen. Es folgt, was folgen muss. Es gibt derzeit keine "Enhancer". Aber wünschenswert und dann einsetzbar erscheinen sie den Wissenschafltern und Experten. - Durch die Medien ging vor allem deren Befürwortung von Neuroenhancern. Der Witz des Neuroenhancement soll ja darin liegen, dass die Substanzen die Verwendung finden könnten die Primärpersönlichkeit unberührt lassen, keine Rausch- oder/und Suchtwirkung eintreten könne, nur positive Effekte zu beobachten seien. Das wäre dann eine völlig andere Kategorie, als die habituell eingenommenen Schmerztabletten der Schüler, als die ß-Blocker vor der Prüfung, als eben Amphetamine, als Alkohol und der ganze Rest an Suchtmitteln. - Es ist so traurig, aber leider wahr, gerade Schüler "schlucken" fast alles, von dem sie glauben es helfe. - Neuroenhancer wären so sogar als Nahrungsmittelzusatz denkbar, wenn sich nicht noch heraus stellte, sie erzeugten bösartige Tumore. Wenn ich Zeit finde, schreibe ich in den nächsten Tagen dazu ein Blog und arbeite derweil nicht an meiner guten Stimmung, aber an manch´ übermütigem Wort. In diesem Sinne also Dank für den Hinweis, denn das lag nicht in meiner Absicht. Liebe Grüße Christoph Leusch |
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" Stoffe, die weniger berauschen, als dass sie bestimmte Fähigkeiten verleihen oder verbessern, die in einer leistungsorientierten Welt mutmaßlich notwendig sind: Konzentration, Aufmerksamkeit, Gedächntis, Multitasking, psychische Belastbarkeit. "
Offensichtlich geht es darum, die eigenen Fähigkeiten zu optimieren. Was das Botox, Lifting und Fettabsaugen auf körperlicher Ebene, sollen also die neuen Drogen auf der mentalen sein... Neu ist das nicht, der Trend verstärkt sich nur. In den Achtzigern haben wir "Hallo wach!"-Tabletten geschluckt, um die Doppelschichten in einer Bar neben dem Studium durchzuhalten. Wir haben literweise Espresso getrunken und Zigaretten geraucht, um schlank zu bleiben... Kokain, die Droge der Neunziger, ist bei Kreativen immer noch beliebt, weil sie klar und wach macht und man 19 Stunden ohne Ermüdungserscheinungen durcharbeiten kann. Bei uns in der Redaktion wurde regelmässig ab 12 Uhr von sämtlichen Producern Whisky aus Kaffeetassen getrunken, sonst wäre die Zeitung am nächsten Tag nie erschienen. Auch das war Optimieren der eigenen Leistung. Sagen wir, die neuen Drogen sind wahrscheinlich weniger gesundheitsschädlich. Wobei die Langzeitwirkung ja noch nicht erprobt wurde. Ein interessanter Aspekt für Ihre Studie könnte sein, in welchem Ausmaß Schüler, gerade die unter ungeheurem Stress stehenden Gymnasiasten in den Oberstufen - Abi in 12 Jahren, und jeder Schnitt über 1 ist wertlos... Ich weiss von meiner Tochter, dass da viele diese neuen Drogen einwerfen. Die kommen gar nicht mehr "nüchtern" zum Unterricht. Manchmal gehen sie noch während der Klausuren auf die Toilette, um "nachzuladen". |
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Trünke ich um 12Uhr Whisky aus Kaffeetassen,
Schliefe ich um 14Uhr auf dem Flaschenkasten. Oder sonstwo. |
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Kommt drauf an wieviel Nasen du bis 12 hattest.
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@merdeister:
Wir haben uns auch immer am nächsten Tag gewundert, dass wieder eine Zeitung zustande gekommen ist. :)) In dieser Redaktion. Es lässt sich davon nicht auf ALLE Zeitungsredaktionen schließen. Das war eben (linker) Boulevard, da ist der Druck eben besonders groß, weils Kaufzeitungen sind, und dementsprechend stark müssen die Drogen sein. Aber nur die Zusammensetzung der Drogen hat sich doch eigentlich geändert. Heute wird nur mehr drüber gesprochen, aber die Leute, die rund um die Uhr "da", sehr leistungsfähig und vor allem kreativ, vor allem unter Zeitdruck, sein müssen, haben schon immer Drogen zur Unterstützung genommen. Erst zum "draufkommen" - auf die Idee, den Artikel, die bestimmte Redewendung, den zündenden Einstieg, den passenden Slogan - und hinterher, um das Adrenalin wieder runter zu fahren. |
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@merdeister
"Trünke ich um 12Uhr Whisky aus Kaffeetassen, Schliefe ich um 14Uhr auf dem Flaschenkasten. Oder sonstwo." Das muß unbedingt in die Perlen. Bei >trünke< habe ich noch mal in meine Verbtabelle geschaut. Bei Trinken mit der Ablautfolge i-a-u (trinken, trank, getrunken) müßte es wohl >tränke< heißen. Aber wie gesagt, ich hab's auch nicht so gewußt. Konj. II richtet sich nach dem Präteritum, also hier -a-. Wieder was gelernt. |
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Danke Titta,
wärst Du häufiger hier, dünkte ich Dir öfter. |
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tz, tz, Perlen-Dünkel.
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Na, solange er mich nicht düngen will, ist's ja in Ordnung.
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Nicht wie in Köln, da perlt der Dünkel.
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drehen wir die frage doch mal rum: welchen kick/kack brauchen wir nicht?
und: wer braucht, dass wir brauchen? |
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@rahab:
:)) Dazu fällt mir das Buch von Dieter Moor ein: "Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht" www.buecher.de/shop/leben-auf-dem-land/was-wir-nicht-haben-brauchen-sie-nicht/moor-dieter/products_products/detail/prod_id/25657784/ |
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@Rahab am 02.07.2010 um 12:20
"welchen kick/kack brauchen wir nicht? " Den "kick-in-the-ass". Vieles hängt doch auch vom Alter ab! In der Jugend kannst du dir vieles nicht leisten, was du brauchst und zum Ausgleich kannst du dir im Alter vieles leisten, was du nicht mehr brauchst. Fazit: Die Welt bleibt einfach ungerecht! Während sich die Schurken jede Anständigkeit herausnehmen dürfen, wird einem anständigen Menschen schon das kleinste Vergehen nicht verziehen. |
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schrieb am
04.07.2010 um 01:05
z.B. Fußball
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G. hat einen kreativen Beruf. Er ist sehr gut, wird gelobt und geschätzt, und es macht ihm Spaß. Sein Beruf ist seine Droge, die Arbeit selbst und der Erfolg damit machen ihn zufrieden und halten ihn leistungsfähig. Dann bekommt G. eine Führungsposition. Die hat er gewollt, weil sich die Dosis Erfolg nicht mehr erhöhen ließ. Tage ohne Kreativität, also ohne das Versprechen auf Triumph, kommen immer öfter vor, weil die Zeit fürs Leiten draufgeht. Diese empfundene Leere füllt G. mit dem Einfordern von Anerkennung und dem Herstellen von Einverständnis. Der Kick kommt nun beim Wichtigsein, das sich aber zunehmen auf die Teilname an wichtigen Ereignissen beschränkt, G. sitzt in immer mehr Gremien, kommt dennoch nicht so zum Zuge, wie es nötig wäre für sein Wohlbefinden, und bemüht sich wieder exzessiv um Kreativität, bleibt aber unter seinen früheren Möglichkeiten, weil der Blick nun verstellt ist und der Körper ausgepowert. G.trinkt, raucht und arbeitet zuviel. Er kann seinen eigenen Erwartungen nicht mehr gerecht werden. Er hat in gewisser Weise seine Unschuld verloren. Nähme er pharmazeutische Drogen, würde das vielleicht einen Teil der Kreativität zurückbringen, doch er könnte sie nicht mehr so einsetzen wie einst. Weil er verlernt hat, aus sich selbst zu schöpfen.
So führen die (eingelösten) Erwartungen an Drogen, welcher Art auch immer, zu einem Verlernen von Fähigkeiten und zum Schwinden des Vertrauens in die eigene Kraft und Stärke. Das erinnert an die sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Was ich nicht mehr selbständig ohne Unterstützung tun/leisten muss, das kann ich dann irgendwann auch nicht mehr. In diesem Verlernen sehe ich das Problem, bin mir nämlich sicher, dass es andere Fähigkeiten mitreißt, weniger offensichtliche, deren Verlust gar nicht gleich bemerkt wird. Und darum lässt sich,wenn man den Verlust bemerken sollte, das Verlernte nicht so einfach zurückholen. Zum Zitat: "Neuro-Enhancement muss ... kei- neswegs dazu führen, dass wir blind und stumm gegenüber den Problemen und Herausforderungen unserer Welt werden – vielleicht tritt sogar das Gegen- teil ein." Sollten wir tatsächlich trotz der Hilfsmittel nicht „blind und stumm gegenüber den Problemen und Herausforderung unserer Welt“ sein – was nützt es, wenn wir ihnen nicht souverän und selbstbestimmt begegnen können, sondern nur glotzend und schwatzend? |
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Maybe a little bit "off topic" ... trotzdem.
Ich habe mich sehr früh gegen Drogen, wie Alkohol, Haschisch und erst recht Heroin, Kokain usw. entschieden, weil ich sehr abschreckende Beispiele vor Augen hatte. So ganz geklappt hat es mit dieser "Abstinenz" allerdings nicht und ich habe dann doch z.B. LSD und einiges andere ausprobiert. Als Jugendlicher habe ich aber entdeckt, dass meine Lieblingsmusik sowie Sex auf mich wie eine Droge wirken und ich habe das auch kultiviert und bis heute beibehalten (eine relativ "preiswerte" und "nebenwirkungsarme" Sucht, wir mir ein Bekannter 'mal leicht sarkastisch sagte :-) ). Ich bin nicht so sehr ins Thema eingestiegen, dass ich beurteilen kann, ob es ein "menschliches Grundbedürfnis" nach dem Rausch gibt, daher belasse ich es gern bei diesem kurzen Verweis auf andere Süchte und möchte die ernsthafte Diskussion über "drogen modafinil ritalin neuro-enhancer rausch leistung sucht gehirn" dann auch nicht weiter stören. SP |
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Liebe Community, vielen Dank für die vielen interessanten und klugen Kommentare! Einige Auszüge erscheinen morgen im Wochenthema der neuen Ausgabe. Ich schließe diesen Thread jetzt, aber hoffe, dass in den Blogs heftig weiter diskutiert wird - ist ein weites Feld, wie man hier gesehen hat.
Gute Nacht! Ihre Frau Zinkant |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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