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Ich schreibe es nur deswegen, weil das Jahr bald vorbei ist, und dann ist 2010, auf das sich dann Ereignisse aus dem Jahr 1980 zum dreißigsten Mal jähren, und auch wenn 1980 ein Jahr war, das der jamaikanische Reggae-Produzent Lee „Scratch“ Perry in Amsterdam und London verbrachte, was möglicherweise ebenfalls zu netten Geschichten Anlass gäbe, in denen exzentrische, überraschende und schwer zu interpretierenden Anektoden zu erzählen wären, möchte ich aber lieber ein Ereignis erwähnen, das sich noch in diesem Jahr zum dreißigsten Mal jährt.
1979 ging in Kingston, Jamaika, eine wellblechbedachte Baracke in Flammen auf. Die Baracke war das Aufnahmestudio des Musikproduzenten Lee „Scratch“ Perry. Das Studio war bekannt unter dem Namen „Black Ark“.
„Na und, warum soll das wichtig sein?“, fragt sich vielleicht der ein oder andere Leser dieser Zeilen. Und wer noch ein bisschen mehr weiß, der fügt hinzu: „Ist doch nur Reggae“.
Ich sage Ihnen warum:
In diesem Studio, das ungefähr so groß war wie eine Doppelgarage, wurden einige der erstaunlichsten Musikstücke des 20. Jahrhunderts inmitten von Rumgestank, Marihuana-Schwaden, spielenden Kindern, nervenden Schutzgeldeintreibern, herumlungernden Musikern und eines unberechenbaren Musikproduzenten zum Leben erweckt.
Tja, und niemanden scheint's zu kümmern. Sonst werden alle möglichen Jubiläen herbeigezaubert. 20 Jahre Mauerfall oder 50 Jahre Bundesrepublik, Motown und Sandmännchen. Darwin-Jahr war dann auch noch. Alles schön und gut und alle Ehren wert, entsprechend gewürdigt zu werden, aber ebenbürtig in diese Reihe gehören auch die irrsinnigen musikalischen Ergebnisse, die in den Jahren 1973-79 in jenem unscheinbaren Gebäude im Garten von Lee Perry Gestalt annahmen – bis schließlich das „Black Ark“-Studio in einem dramatischen Finale zusammenfiel.
Lee „Scratch“ Perry verbreitete im Laufe der Jahre die verschiedensten Versionen, wie es zur Zerstörung der Black Ark, Perrys legendärem Studio, das er seit Mitte der 1970er Jahre kontinuierlich ausbaute, gekommen war. Einmal war es seine Verärgerung darüber, dass der damalige Island-Records-Chef Chris Blackwell die Platte von den Congos - „Heart of the Congos“ - entgegen der Vereinbarung nicht veröffentlichen wollte; dann wieder war es der ständige Ärger mit den Schutzgelderpressern der örtlichen Mafia, der Perry bewog, die Black Ark abzufackeln. Ja, es existiert sogar die Version, dass ein deutscher Tourist Lee Perry so dermaßen auf die Pelle rückte, dass dieser aus spontaner Genervtheit kurzerhand die Black Ark entflammte.
Diese verschiedenen, sich widersprechenden Versionen lassen einen Schluss zu: Lee Perry wusste offenbar selbst nicht genau, warum die Black Ark eigentlich in Flammen aufging. Er konnte im Ganjanebel und Rumrausch nur vermuten, dass es als Folge der oben beschriebenen Ereignisse passiert sein muss, weil er bei jenen Gelegenheiten so dermaßen angefressen war, dass er durchaus dazu fähig gewesen wäre, den ganzen Laden in Schutt und Asche zu legen.
Möglich wäre auch folgendes: Lee Perry war mit zunehmender Entwicklung der Black Ark und der Inanspruchnahme immer größerer Mengen an kreativer Energie in Gefahr, den Verstand zu verlieren.
Von Zeitpunkt ihrer Erbauung, Ende 1973, bis zum Jahr ihrer Zerstörung, 1979, befand sich die Black Ark nämlich in einem Zustand kontinuierlich gesteigerter Spannung:
Zum einen war dort Lee Perry, der Reggae-Produzent und Erbauer der Black Ark. Er führte die Ark wie ein Cyborg, der mit seinem Studio zu verschmelzen schien. Schicht um Schicht sättigte er die Spuren seiner Bandmaschine mit Musik, bis sie ein undefinierbares, faszinierendes Soundgebräu ergab.
Zum anderen gab es eben die Black Ark selbst, die alles, was in ihre Nähe kam, einsog, transformierte und als Gigant-O-Track wieder ausgespuckte.
Ein alltäglicher, völlig blödsinniger Dialog in der Black Ark zwischen den rumlungernden Musikern und Sängern und Kindern und Lee Perry könnte zum Beispiel folgenden Anfang genommen haben: „He, was isst du da gerade?“ „Roast fish and cornbread“, und – zzzzapppp! - schon schnappte sich das Studio diesen belanglosen Satz, Lee Perry dockte sich an die Drähte und Maschinen an und am gleichen Tag schon war ein weiterer Black-Ark-Klassiker geboren: „Roast Fish & Cornbread“!
Unzählige Tracks verließen die Black Ark in immer kürzeren Zeitabständen, getränkt mit Dubs, angeknallten Sängern, vielfach multipliziert mit immer dichter aufgetürmten Sounds und Texturen. Zusammengehalten von Bass und Drum, falls nicht auch die noch durch Phaser- und Echo-Einheiten gejagt wurden (und das wurden sie eigentlich immer).
Das Raumschiff namens „Black Ark“ war in den Jahren 1974-79 auf einem einsamen Kurs, mit Lee „Scratch“ Perry als Kapitän und Gefangenem zugleich, und niemand konnte ihnen so recht folgen. In dem Ausmaß, in dem Lee Perry seine Tracks immer mehr aufschichtete, verringerten sich seine Plattenverkäufe in Jamaika. In den dortigen Clubs und Dancehalls regierte Ende der 1970er Jahre eher der schlanke und schnelle Rockers-Stil des Channel One-Studios und von Joe Gibbs. Der hochkomplexe Mix aus eben nicht reduzierten Dub-Strukturen und Gesangsschichten, wie ihn Lee Perry zu der Zeit präferierte, ließ daher Perrys „Super Ape“-Album in Jamaika floppen, verkaufte sich aber in Europa (via Island Records), speziell in England, recht akzeptabel.
Ermutigt durch das Engagement von Chris Blackwell, dessen Plattenlabel Island-Records noch einige andere in der Black Ark produzierte Alben in Europa vertrieb, machte sich „Scratch“ daran, in seiner ohnehin schon bis an die physische und psychische Kapazitätsgrenze gehenden Studioarbeit noch ein paar Extrastufen zu zünden:
Der zunehmend zugedrogte, dauergestresste Perry produzierte in bewundernswerter Kontrolle das mit fast schon ausserweltlichen Gesängen und mit Symbolen des alten Testaments bespickte „Heart of the Congos“ im formvollendeten, mumpfig-geheimnisvollen Black-Ark-Sound. Er bereitete „The Return of the Super Ape“ vor, das mit bespiellosen Tracks aufwartete, die den Terminus „Reggae“ großenteils hinter sich ließen. Eine schwindelnde Melange aus Dub, Afrikanischen Gesängen, Jazz und verfilterten und verechoten Sounds, unter die sich der Beat legte wie ein zum Leben erwachter, kosmischer Schwingrasen. Und schließlich produzierte er seine Solo-LP „Roast Fish, Collie Weed & Cornbread“, mit dem unvergleichlichen, prophetischen „Soul Fire“ („Soul fire! And we ain’t got no water!“). Drei schimmernde, dicht vernetzte Platten – die aber allesamt von Island Records abgelehnt wurden! Lee Perry war erbost und sollte noch Jahrzehnte später Island-Records-Chef Chris Blackwell mit niederträchtigen, blasphemischen Bannsprüchen belegen.
Und so glitten Lee „Scratch“ Perry und seine Black Ark zwar auch 1978 – gut vier Jahre nach der Erbauung und darauf folgenden ständigen Weiterentwicklung des Studios - auf einem beispiellos entwickelten Level über die millionen Bandspuren dahin, aber Lee Perry sah sich zunehmend von „Feinden“ umgeben: Chris Blackwell enttäuschte ihn (und nahm ihm sicher auch ein wichtiges finanzielles Standbein), die örtliche Mafia nervte immer wieder mit Geldforderungen, seine Frau hatte von Perrys exzentrischem Gebaren die Nase voll und wollte sich von ihm trennen, einigen Sängern und Musikern unterstellte er, sie würden ihn nur ausnutzen - und dann war da noch die Black Ark, die ihn nicht mehr los ließ und all seine kreative Energie einsaugte.
Zum Ausklang der 1970er Jahre musste es Lee „Scratch“ Perry dann tatsächlich nicht mehr ausgehalten haben. Entweder er würde bald vollständig in dieses unersättliche Studioraumschiff mit Wellblechdach einverleibt werden oder seinen „Feinden“ gelang es, ihn doch noch kleinzukriegen. Daher versuchte Lee Perry, sich vor der Black Ark und den anderen Einflüssen zu schützen, indem er sein Studio über und über mit Zeichen bemalte, die das „Böse“ fernhalten sollten, so wie es zum Beispiel auch Tradition in katholischen Gegenden Deutschlands ist, wo kryptische Symbole mit Kreide über die Hauseingänge geschrieben werden.
Bald war das Innere der Black Ark übersät mit chaotischen Symbolen und Wörtern, die Perry mit einem dicken Edding-Stift in energischen Strichen auf jede nur erdenkliche Fläche des Studios malte. Ohne Rücksicht überzog er damit all die Fotos, Plattencover, Singles und LPs, die Bilder und Badges, Statuen, Notizbücher und lose Zettel, die TEAC 4-Spur-Bandmaschine, die Echoplex-Delay-Einheit und das Mischpult, und auch den anderen unzähligen Krimskrams, mit dem die Black Ark ausgestattet war.
Dann überschrieb er A’s und E’s nochmals mit einem X.
Bis zur Unkenntlichkeit verband und verdichtete er das gesamte Enterieur der Black Ark mit manisch-flirrendem Gekritzel. Von außen hatte er schon einige Zeit vorher die Mauern der Black Ark mit unzähligen Hand- und Fußabdrücken überzogen, wie eine Horde Höhlenmaler aus dem Jungpaläolithikum.
Dadurch, dass Perry mit Hilfe der Bannzeichen, mit denen er das Innere des Studios auskleidete, versuchte, sich von der vollständigen Einverleibung durch die Black Ark zu befreien, konnte das Studio selbst seine Energie nicht mehr kanalisieren. Die Black Ark, sowieso schon immer am Anschlag betrieben, überschritt den kritischen Zustand und die angestaute Spannung entlud sich in Form von Flammen.
Die Black Ark zerstörte sich selbst. Es ist die einzig plausible Erklärung.
Lee Perry selbst wurde durch die Wucht der freiwerdenden Energie buchstäblich von Kingston bis ans Ende der Welt katapultiert. Er landete erst in Amsterdam, dann in London, später schließlich in der Schweiz.
Er macht seitdem immer noch Platten, die ihm gut gelingen, wenn er sich mit verständigen Leuten umgibt, z.B. mit dem Londoner Produzenten Adrian Sherwood (mit dem er sein vielleicht bestes Post-Black-Ark-Album aufnahm: „Time Boom X De Devil Dead“, 1987). Ansonsten hat Perry in den letzten Jahren den Studiohocker vornehmlich mit der Bühne getauscht und tourt sich durch die staunende Welt als lebende Legende, wenn er nicht gerade zwischen seinen Wohnsitzen in Zürich, Kingston und London pendelt. Seit er keine Black Ark mehr hat, behängt er sich einfach selbst mit dem ganzen Krimskrams, mit dem er vorher sein Studio ausgekleidet hat.
Und was passierte seitdem in der Area 5, Cardiff Crescent, Washington Gardens, Kingston, Jamaica, jenem Areal, wo die Black Ark vor etwa dreißig Jahren in den Himmel stob?
Immer wieder scheinen sich dort auch heute noch Bänder aus dem Wurmloch der Black Ark zu materialisieren und werden der staunenden Öffentlichkeit auf immer neuen CD-Zusammenstellungen präsentiert. Vor ein paar Jahren ging sogar das Gerücht, Lee Perry würde sich mit seinem Sohn wieder zu den Ruinen des ehemaligen Studios aufmachen, um nach weiteren verborgenen Aufnahmen zu suchen, ganz so wie die tapferen Wissenschaftler der Miscatonic Universität zu Ark(!)ham, Massachusetts, die Anfang des letzten Jahrhunderts aufbrachen, um die Geheimnisse der Pole zu ergründen und mit der schrecklichen Kultur der Alten Wesen zurückkamen.
Soweit mein Bericht über die verworrenen Ereignisse von vor dreißig Jahren.
Eine vollständige Diskografie von Aufnahmen zu erstellen, die sich je in der Black Ark materialisierten, liegt völlig außerhalb menschlicher Möglichkeiten. Eine hervorragende Übersicht mit sehr kompetenten Bewertungen des musikalischen Outputs von Lee Perry bietet aber die auch ansonsten äußerst informative Website „Eternal Thunder“ von Mick Sleeper.
www.upsetter.net/scratch/disco/index.htm
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Schön, schön, wenn ich jetzt noch was zu hören hätte... So kann ich der Sache erst mal nur unter Einsatz von The Clash gedenken, aber ich wollte mich schon länger mal um Mr Perry kümmern. Danke für die Anregung (und für den freundlich-ironischen Ton, in dem sie verfasst ist)!
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Danke geht zurück für das nette Feedback. Ich werde mal ein paar schöne Beispiele raussuchen und hier verlinken. Werde mich gleich mal an die vergnügliche Arbeit machen.
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So, hier die versprochenen Hörbeispiele:
Hörbeispiele: Würde ich nur eins aussuchen dürfen ... Soul fire – uh! - and we ain't got no water! Würde ich nur zwei aussuchen dürfen … Black Ark zu aufgeräumten Zeiten. Interessante Einblicke in den Studio-Alltag: Super-Affe in voller Schichtung. Sound gehört so. Super-Affe kommt zurück. Eines der schönsten, verschleppt-psychedelischen Stücke, die die Black Ark verlassen haben. Aus der Spätphase 1978. „Specknackiger Polizist“ von Perrys letztem Album der Black Ark: „Roast Fish, Collie Weed & Cornbread“. Der große Junior Murvin, diesmal ausnahmsweise nicht mit „Police And Thieves“ (auch in der Black Ark gelegt). Aber genauso gut. The Congos: Fisherman. „Und wovon singen sie? Von Hunger.“ (Diedrich Diederichsen) Watty Burnett: Rainy Night in Portland. Schönes Foto aus der Spätphase der Black Ark, als die kryptischen Zeichen schon über die Wände zogen. Anthony 'Sangie' Davis mit „Words“. Großes Sehnen umspült die Black Ark. |
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schrieb am
30.12.2009 um 01:19
Herzlichen Dank für die Mühe!! Wird mir eine Stunde gutes Programm am Silvesterabend bescheren...
Dir auch ne nette Party oder sonstige Vorhaben! |
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Vielen Dank für diesen Text und die Songs.
Für mich durchaus logisch, dass sich "Black Ark" selbst zerstören mußte. Um wie Phönix aus der Asche weiter machen zu können. |
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Danke für das Feedback. Euch beiden da oben (meisterfalk + chrismamar) ein guten Hinübergleiten ins neue Jahr.
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schrieb am
30.12.2009 um 10:52
@ wahr
Yo, so weit sind wir ja noch nicht. Hier mein Musiktipp: |
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Vielen Dank für diesen Beitrag und die Musikbeispiele.
Im Jahr als das Black Ark in Kingston in Flammen aufging, erschien in London diese Single der Ruts: Das und vieles andere wäre ohne Lee Perry nicht möglich gewesen. |
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schrieb am
30.12.2009 um 12:42
Schönes softes Gebläse. Schöne Gitarre. Danke.
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@chrisamar
haha! (ich kann aber nur drüber lachen, so richtig genießen kann ich's nicht. ;)). Aber irgendwie mag ich Ina Müller ja, selbst wenn mir das Rampensäuische manchmal schwer auf die Nerven geht. @Michael Angele Jah War ist ein Klassker. Danke für die Erinnerung daran. Die Ruts haben ja später auch eine ganz tolle Dub-Reggae-Platte gemacht (Rhythm Collision, zusammen mit Mad Professor)). Nannten sich damals dann Ruts DC. Mal sehen, ob ich da ein Beispiel finde ... Später wilderten sie dann als Small Axe kompetent im Digital Reggae. Davon kenne ich aber nur einen einzigen Track. Hier ist was von Ruts DC: Zu Small Axe habe ich leider kein Beispiel gefunden. |
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schrieb am
30.12.2009 um 17:15
@ wahr
Bei Ina Müller sehe ich das auch genau so. |
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@wahr. Ich wusste gar nicht, dass die Ruts mit dem Professor zusammengearbeitet haben. Der Track von Ruts D.C. ist schön - dennoch: hätte Malcom Owen da noch gelebt, hätten sie vielleicht - analog zu den Clash - ein Jahrhundertwerk geschaffen
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@Michael Angele
Da kann ich dir nur zustimmen. Man hatte bei den Ruts das Gefühl, es würde jetzt erst so richtig losgehen und dann kam der überraschende Tod von Malcom Owen. Die Ruts waren eine tolle, schneidende Band. |
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Was ist aus den übrigen Mitgliedern der Ruts geworden?
Gitarrist Paul Fox starb 2007 mit 57 Jahren. Auf der myspace-Seite ist eine Biografie enthalten. War ziemlich umtriebig, der Gute und anscheinend sehr angesehen bei Gitarristen wie Richards, Wood, Townshend, Page (das nur zu dem gängigen Vorurteil, Punk wäre ein Gegensatz zu alten Rock-Veteranen). Dazu machte er auch Dub, Ska (mit Laurel Aitken), und war auch an der Ruts-Reunion beteiligt (mit Henry Rollins als Sänger). Tourte Mitte der 1980er mit Ronnie Wood (und Keith Richards?). www.myspace.com/paulfoxtheruts Drummer Dave Ruffy hat eigentlich mit allem und jedem mal gespielt, der einem einfällt, wenn man an aufstrebende hypertalentierte britische Songwriter der 1980er denkt: Aztec Camera, Prefab Sprout, Edwyn Collins, und vielen mehr. Link (incl. Karrierestammbaum!): blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendId=363599599&blogId=512157056 John Jennings (Bass) ist/war Mitglied einer frankzappaesken Band mit dem sinnigen Namen Frank Zappatista bzw. Frankie Zee. www.discogs.com/artist/John+Jennings Alle drei waren auch als Small Axe aktiv und veröffentlichten ein paar Singles und Sampler-Beiträge, soweit ich informiert bin. Ich kenne von Small Axe nur zwei Tracks, die auf dem Sampler „King Size Dub Vol. 1“ (1995) enthalten sind („Witch Doctor“ und „Target“), dazu noch den Remix zu einem Track von Glen Brown („Leggo The Herb Man Dub [Samall Axe vs Terminal Head – rmx]), enthalten auf „Select Cuts From Blood And Fire“ (Select Cuts-Label). Alle drei absolut hörenswert, durchaus in Tempo und Flow an die dubbigeren Tracks der Ruts angelehnt. Ich habe immer mal wieder in Plattenläden oder bei Ebay nach Small Axe Ausschau gehalten, aber nie etwas gefunden. Unbedingt zu empfehlen ist das Remix-Album von Zion Train, die „Rhythm Collision“ von Ruts DC durch die Filter ziehen. Das machen sie mit viel, viel Fingerspitzengefühl und stehen damit ebenbürtig neben dem Original. Beide Alben sind mittlerweile als Twofer auf einer Do-CD enthalten (via Select Cut): „Rhythm Collision 1 & Remix Versions“. Ich kenne nur eine wirklich miese Platte von den Ruts (DC), nämlich die sehr kraft- und ideenlose erste LP von Ruts DC (nach dem Tod von Malcolm Owen): „Animal Now“. Wird öfter mal in einschlägigen Portalen relativ teuer angeboten, lohnt sich aber nicht. |
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Ergänzung: Im September erschien ein weiteres Remix-Album zu "Rhythm Collision" auf Echo Beach. Mit Bearbeitungen von Rob Smith (von Smith & Mighty), Dreadzone, und anderen. Hier kann man mal reinhören:
www.tonspion.de/musik/ruts-dc/musik/542565 |
Ausgabe 11/10
18.03.2010
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