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Seit dem 2. März muss ich mich jeden Abend voll­ständig entkleiden. Am ersten Morgen sagte man mir, ich solle aufstehen, damit der Dienst habende Aufseher seine Inspektion durch­führen könne. Man gab mir dafür keines von meinen Kleidern zurück (...)

Ich ging in meiner Zelle nach vorne und bedeckte meine Genitalien mit den Händen. Die Wache sagte mir, ich solle in „Habt acht“-Stellung gehen, wofür ich meine Hände hinter dem Rücken verschränken und meine Beine schulterbreit auseinanderstellen muss. So wartete ich drei Minuten lang, bis der Aufseher an meiner Zelle vorbeiging, mich kurz ansah, einen Augenblick wartete und dann zur nächsten Zelle ging. Es war mir peinlich, dass mich alle Leute anstarrten, wie ich da so nackt stand. Nachdem der Aufseher seine Inspektion beendet hatte, sagte man mir, ich solle mich auf mein Bett setzen. Ungefähr zehn Minuten später gab man mir meine Sachen und erlaubte mir, mich anzuziehen (...)

Nach Druck von außen, erhielt ich von den Wachen etwas, das entfernt an ein Kleidungsstück erinnert und wohl speziell für Selbstmordgefährdete konstruiert wurde. Sie nennen es „Kittel“. Ich muss mich zwar immer noch nackt ausziehen, kann jetzt aber diesen „Kittel“ tragen. Anfangs wollte ich das nicht, weil das Ding so rau und unbequem ist. Inzwischen muss ich es tragen. Diese Maßnahme hat strafenden Charakter. Es gibt keinen medizinischen Grund, mich jeden Abend vollständig zu entkleiden, das stellt daher eine Strafe dar, obwohl ich nicht verurteilt bin (...)

Wenn die Wache mich nachts nicht deutlich sehen kann, weil ich die Decke über den Kopf gezogen habe oder mich gegen die Wand kauere, werde ich geweckt, um sicherzustellen, dass es mir gut geht (...)

Wenn ich versuche, Liegestützen oder etwas ähnliches zu machen, werde ich gezwungen, damit aufzu­hören (...) Ich darf nur eine Stunde pro Tag nach draußen, um mich zu bewegen, was sich für gewöhnlich darauf beschränkt, dass ich in einem Raum eine Acht abgehe.

Den vollständigen Brief auf Englisch und im pdf-Format findet sich hier.

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