Politik

Whistleblowing | 15.09.2011 07:00 | Jakob Augstein

Kraft der Kontrolle

Zukunft des Leaking: Wenn die Sicherheit der Plattformen allein von der Willkür ihrer Macher abhängt, schwindet das Vertrauen

Julian Assange kann einen Fehler machen. Leaking-Plattformen können selber leckschlagen. Wissen wir damit etwas Neues? Nein. Menschenwerk ist anfällig für Fehler. Nach allem, was wir von dem Australier wissen, der im vergangenen Jahr mit der Enthüllung der US-Botschaftsdepeschen für eine Erschütterung der westlichen Welt gesorgt hat, handelt es sich um einen schwierigen Menschen. Aber selbst wenn er ein Padre Pio redivivus wäre, müsste für ihn gelten: Auch die Kontrolleure müssen kontrolliert werden. Wie steht es um diese Kontrolle? Das ist eine Frage, die Wikileaks und alle anderen Leaking-Plattformen beantworten müssen.

Vor zwei Wochen wurde durch eine Veröffentlichung im Freitag bekannt, dass die unredigierte Originaldatei der US-Botschaftsdepeschen sowie das zugehörige Passwort offen zu Tage lagen. Bisher waren nur Auszüge aus dieser Datei veröffentlicht worden. Aber ein Leck bei Wikileaks und der sorglose Umgang mit dem Passwort hatten dafür gesorgt, dass alle Daten in Umlauf kamen.

Über Assange brach ein Unwetter herein. Er wurde durch die Straßen der Medien geschleift wie alle, die sich seit der Bergpredigt den Vorwurf gefallen lassen müssen: „Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge?“ Wem das Leaking noch nie gepasst hatte, der hatte es jetzt leicht, auszuteilen: „Auch im Internetzeitalter gehen größenwahnsinnige Weltverbesserer über Leichen“, ätzte Jasper von Altenbockum in der FAZ. Andersherum wird ein Schuh aus der Sache: Assange und alle Leaking-Plattformen, auch das deutsche Alternativmodell Openleaks, mit dem der Freitag kooperiert, müssen die Leakingidee weiterentwickeln und besser machen.

Die Schwäche von Wikileaks ist die Stärke seines Chefs: Die Plattform ist auf ihren Anführer ausgerichtet. Wikileaks hatte zu wenig Checks und Balances, die für funktionierende, auf Dauer ausgelegte Institutionen unabdingbar sind. Wikileaks muss sich reformieren. Das bedeutet, dass Assange sich selber entmachten muss. Keine einfache Sache für einen genialen Einzeltäter. Openleaks und alle anderen Plattformen müssen lernen: Wenn die Sicherheit der Daten von der Willkür der Macher abhängt, wird das Vertrauen der Whistleblower schwinden. Openleaks will einen anderen Weg gehen als Wikileaks: Die Daten sollen von der Quelle zum Empfänger weitergereicht werden. Die Idee ist gut. Aber ist dabei gewährleistet, das Openleaks selber keinen Zugriff auf die Daten hat? Solange diese Frage nicht geklärt ist, bleibt Openleaks ein Projekt im Werden.

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Um das kostbare Gut der Information ist ein Kulturkampf entbrannt, wie ihn einst die Kirche mit dem Staat aus­gefochten hat. Heute ficht ihn der Staat mit den Bürgern aus. Und spätestens seit der Irak-Lüge der USA ist offenbar, dass nicht nur Diktaturen ihre Bevölkerungen mit Informationen manipulieren. Im Streit um die Wikileaks-Veröffentlichungen des vergangenen Herbstes wurde klar, dass sich in diesem Kampf längst nicht alle Medien auf die Seite der Bürger stellen. Um so dringlicher brauchen wir funktionerende ­Leaking- Plattformen. Es war nicht hilfreich, dass Assange und Openleaks-Gründer Daniel Domscheit-Berg sich in wechselseitige öffentliche Vorwürfe gestürzt haben. Liebe und Rache, Eitelkeit und Enttäuschung sind starke Triebkräfte. Der Sinn der Institutionen besteht darin, solche Kräfte einzuhegen. Wenn die Leaking-Plattformen ihr Versprechen auf Transparenz und Demokratie halten wollen, dann sollten sie von den Institutionen lernen, die sie kontrollieren.

 
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Kommentare
Streifzug schrieb am 15.09.2011 um 12:47
Lieber JA,

die Kontrolle der Herrschaft institutionalisieren?
Da wird die Herrschaft aber einen gehörigen Schreck bekommen :)

Entinstitutionalisieren ist die Alternative.
(nicht konditioniert, nicht vorhersehbar, nicht erwartbar.)
Jeder kann jederzeit jedem jede Information zuspielen. (Entsprechende Möglichkeiten werden momentan aufgebaut, ich schreibe mal drüber.) Das erzeugt ein gigantisches Rauschen. Das Rauschen ist eine Art Schutznebel, er schützt den Informanten und die Information. Der Clou besteht darin, dass sich das Rauschen in Raunen verwandelt, welches sich in sozialen Netzen verbreitet und Aktionen erzeugt.

Da bekommt die Herrschaft wirklich einen Schreck, denn dort greifen alle (bisherigen) (institutionalisierten) Schutzfunktionen nicht mehr. Die Lautsprecher der Herrschaft (Medien) tröten zwar weiterhin kräftig dagegen, allerdings mit stetig sinkender Glaubwürdikeit. Es ist vergebliche Liebsmühe, Medien nun als sichere Leakingpartner anpreisen zu wollen.

Vielleicht nutzt man die Gelegenheit und denkt darüber nach, wie ein soziales Medium der Zukunft, die "Zeitung" von morgen, aufgebaut sein könnte.
shalako schrieb am 17.09.2011 um 18:02
"Es ist vergebliche Liebsmühe, Medien nun als sichere Leakingpartner anpreisen zu wollen."

docs.dpaq.de/49-eisenberg_ddb.pdf

In diesem Brief sind wesentliche Zusammenhänge aufgezeigt. So lange Sie, Herr Augstein, nicht in der Lage sind, Ihre blinden Flecken in dieser Angelegenheit einer konstruktiven Auflösung zuzuführen, bleibt dieses Projekt "in der Testphase" das totgeborene Kind, das es von Beginn an gewesen ist.

Ergebnis der Testphase:

Beide Elternteile sind für eine Elternschaft nicht geeignet und sollten unter Nutzung des nun mal so gegebenen Verantwortungspotentials auf diese verzichten.

Schon der Zeugungsvorgang war ein Fehler.
ChristianBerlin schrieb am 15.09.2011 um 13:03
@Jacob Augstein

Lieber JA,

danke für die schöne Predigt - gewisse Rückgriffe sind ja nicht zu verkennen, dieser homiletische Typus ist entwicklungsfähig.

Aber mal ernsthaft:

Sind die Begriffe "Whistle-" und "Kontrolle" nicht ein Widerspruch in sich, steht man dabei nicht automatisch vor ähnlichen Dilemmata wie bei der Kontrolle der "Geheim"-Dienste?

@Streifzug

Kannst Du mir mal erklären, wie Dein System

Jeder kann jederzeit jedem jede Information zuspielen.

mit seinem gigantischen Rauschen und Raunen Information von gezielt eingespeister Desinformation trennt - bevor sie sich auswirkt?

Andernfalls hieß das, was sich da in der Waschküche des "Schutznebels" dieses Rauschens in "sozialen Netzen" ungreifbar ausbreitet, im Offline-Zeitalter einfach nur "Gerüchteküche".

Auch wenn die die Mächtigen schon immer erschrecken konnte und viele ihrer Köpfe mit oder ohne Grund durch sie ins Rollen kamen, scheint mir das nicht dasselbe zu sein, worum es beim Leaking geht.

LG Christian
Streifzug schrieb am 15.09.2011 um 13:14
Lieber Christian,

worum geht es denn beim Leaking?
Streifzug schrieb am 15.09.2011 um 14:52
...kleiner Lesetipp

Poesie und Polizei Öffentliche Meinung und Kommunikationsnetzwerke im Paris des 18. Jahrhunderts von Robert Darnton
Ehemaliger Nutzer schrieb am 15.09.2011 um 15:15
@Christian
Sind die Begriffe "Whistle-" und "Kontrolle" nicht ein Widerspruch in sich, steht man dabei nicht automatisch vor ähnlichen Dilemmata wie bei der Kontrolle der "Geheim"-Dienste?

Ich bemühe eine Analogie!
Seit wann sind Regierung und Kontrolle durch ein Parlament ein Widerspruch in einer Demokratie, kannst Du mir das mal erklären?
Aber, Du bist ja ein Guter und provozierst zur mehr Präzision, n'est-ce pas?

Salut
Deine
Helena
ChristianBerlin schrieb am 15.09.2011 um 15:20
@Streifzug

worum geht es denn beim Leaking?

Das ist wie sonst beim Geheimnisverrat: Um belastbare, gesicherte Informationen, die von Fakes und gezielter Desinformation unterschieden werden müsste. Da, dachte ich, beginnt beim Leaken die Rolle der Bewerter, Journalisten und Rechercheure. Wenn Du die eliminierst - wie verlagerst Du dann den Job, den sie gemacht haben?

LG Christian

PS: Poesie und Polizei lese ich später, muss gleich zum Gottesdienst (zu einem echten ;)
ChristianBerlin schrieb am 15.09.2011 um 15:29
@Helena Neumann

Liebe Helena,

Seit wann sind Regierung und Kontrolle durch ein Parlament ein Widerspruch in einer Demokratie, kannst Du mir das mal erklären?

Ist das ironisch gemeint? Mal vorausgesetzt, die Demokratie ist eine Republik und nennt sich nicht nur so, wird nach dem Mehrheitsprinzip regiert und nicht nach dem Konsensprinzip, das Parlament kontrolliert die Regierung im Guten wie im Schlechten und nicht umgekehrt (wie in der Volkskammer), es gilt für alles Regierungshandeln, das nicht Geheim ist, Informationsfreiheit, die Meinungen und die Medien sind frei, die parlamentarischen Prozeduren werden eingehalten - dann hat die Kontrolle, wie gesagt, im Guten wie im Schlechten, eine echte Chance.

Erst, wenn das Handeln einer Regierung oder Behörde geheim ist, entzieht es sich jeder echten Kontrolle. Das gilt traditionell für Geheimdienst und neuerdings auch für ppp (was in Berlin aber gerade gekippt wurde durch den Offenlegungszwang im gewonnenen Volksentscheid). Sobald etwas "geheim" ist, wissen nicht einmal mehr Lobbyisten und Meinungsmacher, wie sie es kontrollieren sollen.

Oder habe ich da eine Pointe nicht verstanden?

Muss jetzt aber gleich los zu Bonnies Ranch.

Liebe Grüße

Dein Christian
Streifzug schrieb am 15.09.2011 um 15:34
Christian,
"die Rolle der Bewerter"
Da liegt ein Problem. Rollenspieler sollen durch Rollenspieler kontrolliert werden. Dann wird weiterhin das Drehbuch der Herrschaft aufgeführt.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 15.09.2011 um 15:48
@ Lieber Christian,

eigentlich meine ich das so wie ich es geschrieben habe. Ich dachte, Du rufst zu mehr Präzision auf!

Ansonsten wünsche ich Dir viel Kraft bei Deiner Arbeit in der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik, auch Wittenauer Heilstätten genannt.

Salut
Deine
Helena
ChristianBerlin schrieb am 15.09.2011 um 19:34
@Helena Neumann

Liebe Helena,

danke, hatte ich, sehr ernsten Spaß zwar, aber doch erbaulich.

Salut et santé

ton Christian
Streifzug schrieb am 16.09.2011 um 11:16
Christian,

haben sich deine Überlegungen an dem Punkt erschöpft? Dann hake ich das Thema fürs Erste ab.
Calvani schrieb am 15.09.2011 um 14:03
Jakob, was soll das?
Der Erkenntnisgewinn, den dieser geschwätzige Text zu bieten hat, gleicht dem, den ich hätte, wenn ich die Lesezeit auf das Lackieren meiner Fußnägel verwandt hätte.
ChristianBerlin schrieb am 15.09.2011 um 15:38
@Calvani

Kein Text ist so schlecht, dass man nicht immer noch einen besseren gegenanschreiben könnte.

Du kannst ihn ja auch als Frage lesen und uns mit Deinen Antworten beglücken. Wenn Du das Problem, nach dessen Lösung JA sucht, besser verstehst und klarer erkennst als er, dann präsentier uns doch mal Deine Antwort oder Deine Lösung oder setz einen Link drauf.

Wenn nicht, auch gut, Fußnägel wollen ernst genommen werden, da leg ich z.B. viel zu wenig Wert drauf, deshalb danke für den Tipp.

In Eile

Christian
Ehemaliger Nutzer schrieb am 15.09.2011 um 15:40
@Calvani
"Lebenskunst ist die Kunst des richtigen Weglassens. Das fängt beim Reden an und endet beim Dekolletee!", Coco Chanel."

In ihrem Fall muss es bis zu den Fußnägeln gehen, durchsichtig, wie Sie sich geben - unabhängig von Ihren ablenkenden sexualisiernden Aperçus.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 15.09.2011 um 15:44
sexualisierenden, sorry
Ehemaliger Nutzer schrieb am 15.09.2011 um 16:02
@
Sorry, lieber Christian,

wir sind einer Meinung! Ich bin z. Z. arg kränkelnd das schlägt auf die Konzentration.

LH
Helena
Calvani schrieb am 15.09.2011 um 16:17
Christian, solange ich nicht weiß, wer wann warum die Datei ins Netz gestellt hat, weigere ich mich diesen Vorgang einzig Wikileaks als Whistleblowerplattform anzulasten. Aus der Tatsache, dass jedenfalls das Passwort im Buch des Journalisten Leigh zu finden ist, schlussfolgere ich, dass die Fragestellung nicht darauf reduziert werden kann und darf, wie die Sicherheit der Whistleblowerplattformen zu gewährleisten ist, sondern auch gefragt werden muss, ob und wie Journalisten Sicherheit gewährleisten können und wollen.
Um "das Problem" zu diskutieren, müssen erst mal die Fakten auf den Tisch und selbstkritisch hinterfragt werden. Auch von Journalist zu Journalist.
Und zur Klarstellung: Ich verwende in der Regel gar keinen Nagellack.
ChristianBerlin schrieb am 15.09.2011 um 19:27
@Calvani

Und zur Klarstellung: Ich verwende in der Regel gar keinen Nagellack.

Dann haben wir wenigstens eins gemeinsam. ;)

Das Argument sehe ich natürlich ein. Meine aber, dass das mit dem Leck bei Wikileaks eher ein Wortspiel ist und dass JA ebenfalls sagt, dass das Problem in Wahrheit "Journalist" heißt:

Aber ein Leck bei Wikileaks und der sorglose Umgang mit dem Passwort hatten dafür gesorgt, dass alle Daten in Umlauf kamen.

Das Problem wird sein, dass man den Journalisten nicht als Schwachstelle eliminieren kann, weil, so mein Argument, man ihn noch vor der Publikation braucht, um Information von Desinformation unterscheiden zu können (s.o. meine Kritik zu Streifzugs Lösungsvorschlag).

JAs Vorschlag, den Kontrolleur zu kontrollieren, Checks & Balances zu institutionalisieren klingt erst mal ganz plausibel, wenn das zu Kontrollierende Risiko aber das Leck-Risiko ist, potenziert jeder Gegenkontrolleur nur das Risiko der potenziellen menschlichen Lecks, die jeder Kontrolleur und jeder Gegenkontrolleur bedeuten kann.

Da sehe ich das Problem seines Vorschlags.

@Helena Neumann

Gute Besserung!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 15.09.2011 um 19:50
@Christian
Danke
Die Holländer, die Belgier sind bekanntermaßen ein Volk der Seefahrer. Es gibt da ein Sprichwort unter Seeleute:
"Ein kleines Leck kann ein großes Schiff versenken".

Wie gesagt, die Kabale der vermeintlichen Alpha-Tiere hinterlässt dauerhaft Misstrauen, wenn nicht die Standards eingezogen werden, die auch einen DDB, auf seinen Platz verweisen. Ja, und Menschen bleiben Menschen. Deshalb kann doch die gesamte Idee nicht desavouiert werden, auch dann nicht, wenn Schadenfreude, die größte aller Freuden ist (damit meine ich nicht Dich)
LG
H
Ehemaliger Nutzer schrieb am 15.09.2011 um 20:04
@Christian
unter Seeleuten
Komma: Mijn god waarom hebt gij mij verlaten
Als vuistregel voor het gebruik geldt: plaats een komma waar bij gewoon spreken of lezen een kleine pauze kan worden gedacht
Helena
ChristianBerlin schrieb am 16.09.2011 um 01:26
@Helena

Heb ik war fout gemaakt? Of hebt gij het komma vergeten? Mijn God [komma] waarom hebt Gij mij verlaaten? Maar ik denk wel, dat ik het niet begrijp, omdat gij het niet verklaart hebt. Verklaart je mij het as je blievt?
Ben even terug van een jaardag en moet straks lekker slaapen, goede nagt, slaap wel.
Christian
Ehemaliger Nutzer schrieb am 16.09.2011 um 01:49
"Heb ik war fout gemaakt? Of hebt gij het komma vergeten?"
Nee, Nee! Ik was fout.

Goede nagt
Helena
Ehemaliger Nutzer schrieb am 16.09.2011 um 01:49
@Christian
"Heb ik war fout gemaakt? Of hebt gij het komma vergeten?"
Nee, Nee! Ik was fout.

Goede nagt
Helena
Ehemaliger Nutzer schrieb am 15.09.2011 um 15:04
Trennung als unappetitlicher Rachefeldzug, als öffentliche Schlammschlacht sagt nicht nur etwas über die Charaktere der Parteien aus, sondern auch welch „Geistes Kind “ sie sind, insbesondere bewerten die Zerstrittenen das, was sie einst verband.
Ich wünsche mir im Sinne der Informanten und er Bürger, dass die Leaking-Plattformen sicher werden, auch vor ihren Betreibern.

HN
Ehemaliger Nutzer schrieb am 16.09.2011 um 13:38
Anmerkung zu meiner Einlassung vom 15.09. 15.04 Uhr
wstreaming.zdf.de/3sat/veryhigh/110902_augstein_kuz.asx
Columbus schrieb am 15.09.2011 um 16:47
Lieber Herr Augstein,

Wer kontrolliert die Kontrolleure? Es sieht sehr danach aus, dass auf diese alte Frage nur eine tautologische Antwort folgen kann.

Krankte nicht gerade das Leaking der Leaker, jenes Selbstleaking und dessen Medialisierung, eher am gegenseitigen Kontroll- und Herrschaftswahn dreier ungleicher, dazu an je anderen Sachverhalten interessierter Partner?

Solche Triangulierungen sind psychologisch und metapsychologisch immer höchst gefährlich. In Familien, in losen Informationsbruderschaften und noch viel mehr in der Welt der "Digi"-Partner, die nicht einmal Blutsbrüderschaft trinken, weil sie sich so fern und virtuell sind.

Ein paar falsche Bites genügen. Ein wenig besitzanzeigendes Gatekeeping: "Ich nehme deine Spielsachen (Dateien) mit", und schon liegen sich hochintelligente, kreative, eigentlich zu einem guten Zweck angetreten Partner in den Haaren. -So wird noch schneller aus großer Liebe und Anhänglichkeit eine noch viel größere und sehr unproduktive Wut.

Ich schrieb Ihnen schon öfter, lieber Journalist Augstein, Sie vergessen immer den dritten Spieler auf diesem Feld der Leaks und bei der Gesellschaftskritik im Allgemeinen.

Eine Bruderschaft der notwendig geheimen und meist leidenden Vierten (m/w), hat mit dem ganz ernsten Spiel in aller Öffentlichkeit gar nichts zu tun, der Stand der Whistleblower selbst. Er ist das Prekariat in diesem Falle, der vierte Stand, gerade gut für den Knast, denn Fußfesseln drohen ja schon den paar wahrhaftigen Leakern.

Sie aber, lieber Augstein, vergessen die Presse!

Denn das neuerliche Leak hat auch mit der Unbedarftheit zu tun, die sich offensichtlich auch bei den besten Journalisten und Publizisten einstellt, wittern sie ein paar Artikel und eine Buch-Veröffentlichungschance. Das geht dann, nicht wahr, nach dem Motto: "Wer sich mit uns hinsetzt, uns was sagt, sei es nur ein halbes Passwort das doch ein Ganzes war, der kann davon ausgehen, wir werden es am nächsten Morgen in der Zeitung und übermorgen zwischen Pappedeckeln und kaschiert veröffentlichen. - Wir denken, gerade bei so genannten Partnern, nicht mit und verlassen uns darauf, dass das, was man uns ins Ohr flüstert oder in die Redaktion schickt, nach Gutdünken zu verwenden ist. Rückfragen sind bei uns ein vom Zufall - und vom Zeitdruck (Erfolgsdruck) abhängiges Ereignis."

Leaker und Journalisten, sind recht eigentlich geboren und notwendig miteinander verkettete Partner und all´diejenigen, die das Leaking als weltweites Transparenz- und Rückeroberungsprojekt für die Demokratie über die Presse entwickeln wollten, erwiesen sich nun als menschlich schwach.

Sie haben vollkommen Recht. Man soll solche Fehler großzügig verzeihen, weil sonst die wichtige Sache zu scheitern droht.
- Aber dazu müssten auch einmal ein paar Journalisten ihre "Fehlerhaftigkeit", - Ich spreche lieber vom Triebdurchbruch des Jagdhundes angesichts der Beute (Ach, so "wertvolle Information").- , eingestehen.

Denn nur halbzufällig erlegten sie auf der Wildschweinjagd nicht die überzähligen alten Bachen und den Revierkeiler (jene die geleakt werden müssen, weil sie Dreck am Stecken haben und auch schwer zu jagen sind), die vorher die Kartoffeläcker, Maisfelder und Gärten umgruben, sondern den einzig wehrhaften und eigentlich naturgeschützen Problembären (den Oberleaker).

In und um Altenborkum, das klingt wie die nach Berlin verzogene FAZ, mag es unter Bauern und Freiherren üblich sein, den Rest der Welt für "größenwahnsinnige Weltverbesserer" zu halten, aber ein wenig weiter von dem Weiler entfernt, lagen doch große Hoffnungen auf jenen, die nun so geteert und gefedert da stehen.

Enttäuschend, wenn dann Altenborkum die Meinungsführerschaft übernehmen sollte, zumal die Leaker und Whistleblower doch sensationelle Bestätigungen für jenes Geschehen und Verhalten in der Weltpolitik und im Krieg fanden, von dem in den "Altenborkumer Neuen Nachrichten" meist zu lesen war: "Das glauben wir nicht." - Ganz nebenbei, das ist der nachwirkende "Speer-Effekt" beim Blatt aus Goethes Geburtsstadt.

Fragen zum Abschluss: Von wem sollen die Leaker, soll J.A. der öffentlich-rechtlich fast schon Tote, von wem soll der mäkelige und eher am Bunkerbau interessierte DOM.B., lernen? Etwa von der Presse?

Wie gesagt, helfen würde auch eine Willenserklärung der Triangulierten, sie wollten es zusammen und zukünftig viel besser machen.

Liebe Grüße
Christoph Leusch
ed2murrow schrieb am 15.09.2011 um 18:48
Der einzige Ort, wo Geheimnisse bisher wirklich gut aufbewahrt sind, sind Bankschließfächer, vorzüglich die, die in der Schweiz, Monaco, Österreich und Luxemburg belegen sind. Zur Not gehen tote Briefkästen, zu erlernen bei diversen Geheimdiensten. Deren aller gemeinsamer Nenner: Hohe Professionalität und der unbedingte Wille zur Impermeabilität.

Damit jongliert der Artikel. Dass es eine systematische, gar eine systemische Alternative gäbe, den Beweis ist das Netz bis heute schuldig geblieben. Es sei denn, man betrachtet den eigenen PC (oder den eigenen Datenträger) als solches Schließfach. Auf das sollte man dann freilich genauso gut aufpassen, wie darauf zu achten, nicht mit heruntergelassenen Hosen erwischt zu werden.
Columbus schrieb am 15.09.2011 um 19:53
Lieber Ed2m, es gibt noch einen Ort. Anläßlich des Papstbesuchs und der ewig langgestreckten Pasta, Verzeihung des hingezogenen "Basta Berlusconi", -Ach, könnte doch beim dF Wiglaf Droste schreiben!-, es ist der Brustkorb unseres Papas.

In pectore halten seit Urzeiten die Päpste Wünsche und Verdienste, sowie geheime Auszeichnungen, die höchstens noch mit den Nepoten geteilt werden können.

Ich vergaß noch anzumerken, dass von einer Leaks-Plattform auch wesentliche Leaks erwartet werden und nicht nur böse Mailposten untereinander. Auch sollte das Leak mehr können, als endlich den diplomatischen Diensten weltweit zu ermöglichen, Secretary Clintons Eßgewohnheiten und die möglichen Staatspräsente an Diktatoren und sonstige Freunde unserer Freunde, besser vorplanen zu können.

Ich bin heute abend witzelsüchtig.

Ansonsten haben Sie 99% Recht, denn das Netz ist offene Hose, herunter gelassen oder gezogen. Es ahmt nach, was der Rat der 600 Schreibenden und öffentlich Sprechenden täglich vorexerziert.

Schönen Abend, und nur weiter mit den Schiffsmeldungen aus dem immer mehr rätselhaften Italien des untergehenden Berlusconismus.
Christoph Leusch
ed2murrow schrieb am 15.09.2011 um 20:02
Gegen in pectore hilft stets ein Expectorans *hüstel*
Ehemaliger Nutzer schrieb am 15.09.2011 um 20:09
@Columbus
Wenn Sie lossegeln, dann macht es Spaß an Deck zu sein.
Schönen Abend
HN
Columbus schrieb am 15.09.2011 um 20:31
Abklopfen mit Franzbranntwein. Aber nicht trinken!
(;-))
Gegen Berlusconi und den Papst, diesen Papst, nicht jeden Papst, es gab auch für mich alten Atheisten Heilige unter den Brückenbauern, der so gar nicht meinem Filmhelden, dem Fischer mit den Schuhen entspricht, der immer und ewig aussieht wie Zampanò, hilft wohl nur noch Ignoranz.

Natürlich wär´es auch spannend, ihn einmal zu fragen. "Sage mir, Benedikt,....Aber dazu müsste man mindestens ´mal Domspatz gewesen sein.

Alles OT, das geht so nicht.
Bis bald
Christoph Leusch
Calvani schrieb am 15.09.2011 um 20:43
Franzbranntwein?
Geht das schon wieder los?
Männer!
Ach, was rede ich: Schnapsdrosseln seid ihr!
ed2murrow schrieb am 15.09.2011 um 20:43
Lieber Christoph Leusch,

keineswegs OT, denn die Archive der Glaubenskongregation sind auch so ein bestens gehüteter Ort. Danke, dass Sie darauf aufmerksam gemacht haben: Auch da ist der Zugang praktisch nur Eingeweihten möglich und, um es für das Netz anschaulich zu machen, stellen eine Insellösung dar ;)
Columbus schrieb am 15.09.2011 um 20:59
ad
Helena Neumann schrieb am 15.09.2011 um 20:09

Sie, C.B. und Calvani segelten ja schon. Heute Abend, er ist mild, sehne ich mich nach leichter Brise. Füße sind ganz wichtig und Nagellack im nächsten Sommer, .-vielleicht gibt es noch einige goldige Oktobertage, weil das Eis so schnell schmilzt-, bestimmt sehr hübsch am richtigen Fuß, zum richtigen Zehenspiel.

Allerdings glaube ich nicht (siehe C.B.), dass Jakob Augstein den zitierten Satz auf seine Kollegen beim Guardian angewendet wissen wollte. "Sorglos" meinte Assanges/Wikileaks´ Fehler, das Passwort nicht sofort zu ändern. Dann hätte der sorglose Spitzenjournalist von der Insel sein Geschick nicht bedauern müssen, nun überhaupt wieder schwerer an wichtige Leaks heran kommen zu können. Das ist, um noch ein wenig beim Meer zu bleiben, so, wie wenn ein Perlentaucher den großen Fund wieder ins Wasser wirft.

Deshalb geht nur mit viel Wohlwollen und Auslegewillen durch, dass selbst die größten und verehrenswertesten Journalisten (Da sind beim Guardian sicher ein paar und vor Ort hoffentlich auch) ab und an schwache und wenig nachdenkliche Tage haben und sich doch nicht Asche aufs Haupt streuen. Morgen ist ein neuer Tag (Chance(y)).

Schönen Abend
Christoph Leusch
Columbus schrieb am 15.09.2011 um 21:03
Den, kann man einmal trinken, dann lässt Mann es.
(;-))C.L
Calvani schrieb am 15.09.2011 um 21:34
Ich bin zwar sehr froh, lieber Christoph, dass Sie den Satz über den sorglosen Umgang mit dem Passwort ähnlich kritisch (bzw. aus der Jornalistenperspektive zu wenig selbstkritisch) sehen wie ich, mehr mag ich heute trotzdem nicht mehr zur Sache schreiben, mir ist nämlich - schon wieder eine Gemeinsamkeit! - ebenfalls nach lauer Abendstimmung zumute.

Vom Franzbranntwein lasse ich dann jetzt also besser die Finger, aber vielleicht findet sich was anderes...Prost!

P.s.: Übrigens um noch mal eine kleine Brücke zur damaligen Gärtnerkolumne und ihren Folgen zu schlagen: Ich habe mir den Film "Leere Häuser" besorgt - und bin erstaunt.
Columbus schrieb am 19.09.2011 um 01:42
ad Calvani schrieb am 15.09.2011 um 21:34:

Hallo! Ich hoffe doch und glaube es ganz fest, es war ein positives Staunen. Christoph Leusch
Angelia schrieb am 15.09.2011 um 23:06
"Liebe und Rache, Eitelkeit und Enttäuschung sind starke Triebkräfte.."

wie wahr. Meistens führt das zu destruktiven Taten. Es ist eine menschliche Meisterleistung starke Gefühle in die Hirnregion zu lenken, die unglaublich starke Energie in eine konstruktive Richtung zu drehen und der SACHE wegen menschliche Eitelkeiten zu überwinden. Das geht, mit dem ensprechenden Intellekt und vor allem mit dem Willen.
Dabularasa schrieb am 15.09.2011 um 23:34
Zitat:

"Openleaks will einen anderen Weg gehen als Wikileaks: Die Daten sollen von der Quelle zum Empfänger weitergereicht werden. Die Idee ist gut. Aber ist dabei gewährleistet, das Openleaks selber keinen Zugriff auf die Daten hat? Solange diese Frage nicht geklärt ist, bleibt Openleaks ein Projekt im Werden."


Der strukturelle Aufbau von Openleaks schafft neue Angriffspunkte.
Auch die Aussage von Domscheit Berg den Quellcode nicht zu veröffentlichen mit der Aussage "Wir wollen den Kriminellen nichts in die Hand geben" ist gelinde gesagt völliger Unsinn.
Gerade "Opensource" ermöglicht eine schnelle Auffindung und Beseitigung von Schwachstellen.
Es gibt sicherlich andere Gründe warum DB den Quellcode nicht zur Verfügung stellt.
Von Tranzparenz keine Spur.
Da kann man der Spekulation freien Lauf lassen.
Die Gedanken sind frei.:-)
Ich hoffe das WikiLeaks das Einsende-System wieder in Betrieb nimmt.
Damit ein bewährtes Konzept auch in Zukunft zur Einsendung zur Verfügung steht.
Die Schwachstelle Mensch kann man zumindest durch strikt geregelte Verhaltensweisen kompensieren.
Hellie Bu schrieb am 17.09.2011 um 18:14
Da stimme ich zu
"Der strukturelle Aufbau von Openleaks schafft neue Angriffspunkte."

Zur technischen Weiterleitung der Daten bei Openleaks frage ich mich, warum es denn sinnvoll ist, auszuschließen, dass eine Plattform Zugriff auf die eingereichten Daten erhält?
Openleaks kann technisch sicherstellen, dass nicht nachvollziehbar ist, woher Daten kommen (TOR oder ähnliches).

Doch elektronische Wasserzeichen z.B. durch MS-Word müssen mehr oder weniger per Hand herausgefiltert werden.
Die Schwärzung von Namen und Situationsbeschreibungen, die den Verdacht auf nur wenige potentielle Informanten lenken können, kann ebenfalls nur per Hand passieren.

Hier gibt Openleaks die Verantwortung offenbar gleich an die Medienpartner weiter. Die mögen in der Lage sein, Namen zu schwärzen, aber wenn man nicht mal Passwörter für sich behalten oder Dateien entzippen kann, ist das technische Wissen zum Entdecken von elektronischen Wasserzeichen nicht bei den Medienpartnern zu suchen. Das sollte die Plattform schon selber überprüfen.

Außerdem stellt sich die Frage: wenn der menschliche Faktor ausgeschaltet werden soll – warum nur bei den Leaking-Plattformen? Vielleicht sollten die Medienpartner alles automatisch veröffentlichen „ohne Zugriff auf die Daten zu haben“?
Wie absurd ist das denn?
Dabularasa schrieb am 16.09.2011 um 12:18
Schauen wir uns das Konzept von Openleaks an:

Quelle:
is.gd/gl6BUL

Zitat:
Herbert Snorrason erklärte, OpenLeaks werde selbst keine Quellen veröffentlichen, nicht einmal Dokumente selbst empfangen.

Man baue ein sicheres Rechnernetz wie eine Art „toten Briefkasten“, in den jeder Dokumente einwerfen und selbst bestimmen könne, wer die Dokumente erhalten soll.

Und nun schauen wir uns folgende Beschreibung an:

Dokumente technisch überprüfen, ob diese gefälscht oder bearbeitet sind. Außerdem würden die Daten derart bearbeitet, dass sie im Gegensatz zu E-Mails nicht mehr zur Quelle zurück zu verfolgen sind.

Anmerkung:
Dazu muss man Zugriff auf die Daten nehmen.
Somit werden Herbert Snorrason Angaben widerlegt.
Die Bearbeitung des E-Mail Header benötigt ebenfalls einen Datenzugriff auf die vorhanden Daten.
Hier ist dann Openleaks in der Lage den Absender zu identifizieren.
Auch hier hat OL Zugriff auf Absender-Informationen.

Finanzierung:

Um den Dienst nutzen zu können, sollen die Partner das Projekt freiwillig beim Ausbau seiner Infrastruktur unterstützen, in dem sie beispielsweise Serverkapazitäten zur Verfügung stellen.
Dabularasa schrieb am 16.09.2011 um 12:20
Es heißt :die vorhandenen Daten,Sorry
Hellie Bu schrieb am 17.09.2011 um 17:24
So sehr es manche Leute vielleicht gut fänden, wenn Assange mehr Teamplayer wäre, kann ich in diesem Leck kein Kontrollproblem bei Wikileaks erkennen:

Welcher Beirat, welches Controlling oder welches Projektmanagement hätte denn verhindert, dass Assange David Leigh vom Guardian ein Passwort gibt? Die Kontrolle in den Institutionen, an denen sich WL orientieren soll, findet in der Regel im Nachhinein statt (und ob sie wirkungsvoll ist, sei dahingestellt).

Bei der Veröffentlichung des Passwortes hätte vielleicht eine Endkontrolle vor der Publikation des Buches etwas gebracht. Offenbar ist dem Guardian hier etwas „durchgerutscht“, was der Editor in einem Interview auch zugegeben hat.

Doch statt ein Kontrollproblem herbei zu reden, sollte die Verzahnung von Plattformen und Medien professionalisiert werden:

Vielleicht sollten Journalisten, die sich mit Leaking-Plattformen abgeben, mal Fortbildungen in Sachen Internet, Sicherheit etc. machen. Mit Word umzugehen reicht eben nicht. Es ist verständlich für Analog-Journalisten, nicht zu wissen, dass es technisch unmöglich ist, ein temporäres Passwort für verschlüsselte Dateien herzustellen. Doch wer mit heißer Ware hantiert, sollte sich auf Dauer in die Materie einarbeiten und die Minimalanforderungen an Verschlüsslung, Passwörter, PC getrennt vom Internet etc. kennen und einhalten.

Bis dahin gibt es wenige Gründe, Geheimnisse Journalisten direkt in die Hand zu drücken.
shalako schrieb am 17.09.2011 um 17:34
Bisher habe ich mich immer gefragt - wie kann der Freitag nur?

Nach diesem Artikel finde ich - die Kooperationspartner passen recht gut zueinander. Auf beiden Seiten viel heiße Luft. Dabei möchte ich es belassen.
Dabularasa schrieb am 17.09.2011 um 18:45
Freitag.de legt ja anscheinend auf die eigene Sicherheit auch nicht soviel wert.Login ohne HTTPS.Dann noch HTML Code in die Kommentar Funktion einbinden lassen.
Es gibt zwar ein HTTPS Zertifikat für Freitag.de.Ist aber selbst signiert.Von daher kaum brauchbar.
Der eine haut auf den Putz,der Andere kümmert sich nicht.
Die sogenannte LMA-Combo.
Blackbird schrieb am 17.09.2011 um 23:07
Ach, wo lebt ihr denn?
Es hat vermutlich keine 30 Sekunden gedauert, bis ein Mitarbeiter der Geheimdienste bemerkt hat, welche wunderbaren Informationskanäle sich durch Wikileaks eröffnen und geradewegs in die Hirne führen, die man sonst nur schlecht erreicht.
Hellie Bu schrieb am 18.09.2011 um 12:01
Okay, das ist wohl immer so.
Aber was folgt daraus?
Soll Wikileaks es sein lassen?
Blackbird schrieb am 18.09.2011 um 19:53
Ja, sein lassen ist das Beste.

Besser man lebt im Wissen, daß man gezielt desinformiert wird, als daß man glaubt, einer Quelle vertrauen zu können.
Change-Wechsel schrieb am 20.09.2011 um 21:42
Zitat:
Wenn die Leaking-Plattformen ihr Versprechen auf Transparenz und Demokratie halten wollen, dann sollten sie von den Institutionen lernen, die sie kontrollieren.
Zitat Ende.

Worte. Worte. Worte.

Demokratie und Transparenz kann so einfach sein. Dazu braucht es auch keine Leaking-Plattformen.

Ich wiederhole mich ungern Herr Augstein. Aber wäre es nicht sinnvoll sich mal für die Transparenz bei Spiegel.Online einzusetzen? Wenn endlich diese Willkür der Sysop, diese Zensur nach Gutsherrenart, die Zensur nach politischer Gesinnung und die Zensur nach Tagesuhrzeit beendet würden, dann wäre der Demokratie und der Transparenz sehr gut ein Stück weiter geholfen.

Es ist ein Widerspruch Artikel über Transparenz und Demokratie zu schreiben und anderseits Willkür-Zensur zu unterstützen.
Klar, wenn es Zensur und Einschüchterung gibt, braucht es Plattformen wo dies dann möglich ist.
Doch ändern tut sich nur etwas, wenn man an den Kern der Sache verändert und nicht dessen Auswüchse akzeptiert.
Change-Wechsel schrieb am 20.09.2011 um 21:42
Zitat:
Wenn die Leaking-Plattformen ihr Versprechen auf Transparenz und Demokratie halten wollen, dann sollten sie von den Institutionen lernen, die sie kontrollieren.
Zitat Ende.

Worte. Worte. Worte.

Demokratie und Transparenz kann so einfach sein. Dazu braucht es auch keine Leaking-Plattformen.

Ich wiederhole mich ungern Herr Augstein. Aber wäre es nicht sinnvoll sich mal für die Transparenz bei Spiegel.Online einzusetzen? Wenn endlich diese Willkür der Sysop, diese Zensur nach Gutsherrenart, die Zensur nach politischer Gesinnung und die Zensur nach Tagesuhrzeit beendet würden, dann wäre der Demokratie und der Transparenz sehr gut ein Stück weiter geholfen.

Es ist ein Widerspruch Artikel über Transparenz und Demokratie zu schreiben und anderseits Willkür-Zensur zu unterstützen.
Klar, wenn es Zensur und Einschüchterung gibt, braucht es Plattformen wo dies dann möglich ist.
Doch ändern tut sich nur etwas, wenn man an den Kern der Sache verändert und nicht dessen Auswüchse akzeptiert.


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