Politik

Bundespräsident | 04.01.2012 20:10 | Tom Strohschneider

Keine Bewährung

Wieder räumt Christian Wulff Fehler ein, weist Vorwürfe zurück, bittet um Verständnis. Doch wer braucht ein Staatsoberhaupt, das nur noch sich selbst erklärt?

Nein, an einen Rücktritt habe er in den vergangenen Tagen nicht gedacht, sagt Christian Wulff. „Die Bürger setzen darauf, dass ich Bundespräsident bleibe.“ Das ist vielleicht nicht der interessanteste Satz des Staatsoberhauptes aus dem Interview mit den Öffentlich-Rechtlichen. Aber einer der denkwürdigen.

Erstens, weil es nach den Debatten der letzten Wochen geradezu peinlich wäre, wenn die Hauptfigur einer politischen Affäre dieser Ausmaße nicht die Möglichkeit einer Demission erwogen hätte. Oder, wenn er es denn doch getan hat, aber das Gegenteil behauptet, sein versuchter Befreiungsschlag mit einer Lüge geendet hätte. Und zweitens nimmt Wulff hier mal eben eine Bevölkerung in Kollektivhaft, die sich dagegen gar nicht wehren kann. Denn wirklich fürchten, dass „die Bürger“ ihm ein Vertrauen entziehen, muss der Niedersache kaum – das Amt wird nicht durch ein demokratisches Votum besetzt, und auch nicht durch Umfrageergebnisse, die einem Christian Wulff jetzt vielleicht vorteilhaft vorkommen. Die Bestallung ist vielmehr eine Frage parteipolitischen Kalküls. Eben dieses Kalkül ist der Stützbalken, der Christian Wulff noch im Amt hält.

Das Gespräch mit ARD und ZDF beendet nicht die Affäre Wulff, sie fügt ihr allenfalls neue Facetten hinzu. Der Präsident hat sich abermals entschuldigt, er hat erneut Fehler eingestanden, um Verständnis geworben, noch einmal erklärt, nichts Unrechtes getan zu haben, obwohl einiges vielleicht nicht richtig gewesen sei. Es sind Worte wie „Opfer“, die hängen bleiben, der mehrfache Hinweis auf die Familie, das ach so Menschliche am Fehlermachen, der, achherrje, schwierige Übergang vom Ministerpräsidenten- zum Präsidenten-Job, die vielen Journalistenfrage. Und dann reklamiert Wulff auch noch „Menschenrechte“, die doch auch für den Bundespräsidenten gelten müssten.

Hat diese ihm etwa irgend jemand streitig gemacht? Wulff steckt in einer Rolle fest, er klebt an einem Amt, von dem immer wieder behauptet wird, seine Würde und sein politischer Wert würden vor allem daraus erwachsen, dass der Inhaber so etwas wie einen republikanischen Sinn stiftet, dass er für Orientierung in einer unübersichtlich gewordenen Welt sorgt. Ein Erklärer soll Wulff sein. Doch dieser Bundespräsident erklärt nur noch sich selbst. Muss sich erklären. Immer wieder.

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Eine Nebengeschichte als Hauptfilm

Auf die Frage, ob er ein Staatsoberhaupt auf Bewährung sei, hat Wulff geantwortet, er finde die Begrifflichkeit „völlig daneben“. Das mag sein, immerhin ist ein Rücktritt zur rechten Zeit keine Strafe, sondern Bestandteil einer demokratischen Kultur. Was Wulff von dieser hält, lässt sich aus seinen Worten zu den Unternehmerfreunden herauslesen, deren Nähe, Vergünstigungen, Einladungen er als normal und opportun darstellt.

Der Begriff der „Bewährung“ passt auch deshalb nicht gut, weil von einer günstigen Sozialprognose, um im Bild zu bleiben, nicht auszugehen ist. „Ich möchte nicht Präsident in einem Land sein“, so Wulff in dem Interview, „in dem sich jemand von Freunden kein Geld mehr leihen kann.“ Dass es darum nicht geht, weil der Präsident nicht „jemand“ ist, hat auch dieser CDU-Politiker offenbar nicht verstanden. Heribert Prantl schreibt in der Süddeutschen: „Christian Wulff ist der erste in diesem Amt, der sich selbst begnadigt.“

Was bleibt? Ein Staatsoberhaupt, dass erklärt, es wolle sein Verhältnis zu den Medien „herstellen, neu ordnen, anders mit den Medien umgehen, sie als Mittler stärker einbinden und anerkennen“. Hier beginnt so etwas wie eine Nebengeschichte, die das Zeug zum eigenständigen Hauptfilm hat.

Erstens, weil Wulff behauptet, er habe beim Bild-Chefredakteur angerufen, nicht um die Berichterstattung über das Freunderl-Darlehen aus der Geerkens-Familie zu verhindern, sondern um darum zu bitten, dass diese „um einen Tag“ verschoben wird. Hier darf man auf die Version der Bild gespannt sein. Zweitens, weil der versuchte Befreiungsschlag selbst gerade eben keine Anerkennung "der Medien" ist, sondern eine Bevorzugung des Staatsfunks. Das ZDF hat erklärt, wie es zu dem Interview kam – aber das ändert nichts daran, dass Wulff sich die Fragesteller aussucht (die gern auch Stichwortgeber sind), dass er die Hoheit über den Kanal beansprucht und letztlich die Printmedien vor den Kopf stößt, dies es waren, bei denen das Staatsoberhaupt anrief. Dass sich private Fernsehsender und auch die schreibende Zunft über diesen Umgang empören, ist verständlich. Drittens, weil es vielleicht das erste Politiker-Interview war, von dem im Internet schon Versionen kursierten (etwa hier), noch bevor ARD und ZDF ihren Exklusivitätsvorteil ausspielen konnten. Und viertens, weil nun alle Welt weiß, dass Bettina Schausten, wenn sie bei Freunden übernachtet, 150 Euro dafür zahlt. Das hatte man im Unterschied zum Rest dieses Interviews nun wirklich nicht schon vorher wissen können.

„Herr Bundespräsident, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.“
„Tschüss. Wiedersehn.“

Bis zur nächsten Erklärung in eigener Sache, Herr Wulff.

 
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Kommentare
Magda schrieb am 04.01.2012 um 21:00
"Was bleibt? Ein Staatsoberhaupt, dass erklärt, es wolle sein Verhältnis zu den Medien „herstellen, neu ordnen, anders mit den Medien umgehen, sie als Mittler stärker einbinden und anerkennen“. Hier beginnt so etwas wie eine Nebengeschichte, die das Zeug zum eigenständigen Hauptfilm hat."

Das glaube ich auch. Da muss er auch neu nachdenken wie so viele, die hoch- und dann wieder runtergeschrieben werden.

Und ich frage nach, ob Sie jetzt dem Wulff alles anlasten, was auch andere Repräsentanten der politischen Klasse dieses Landes für sich schon beansprucht haben. Kritisieren muss man ihn für sein Ungeschick, den Glauben, das ginge jetzt immer so weiter. Für das unkluge Krisenmanagement.

Aber sonst - da isser wie alle.
miauxx schrieb am 04.01.2012 um 21:29
@Magda

"Und ich frage nach, ob Sie jetzt dem Wulff alles anlasten, was auch andere Repräsentanten der politischen Klasse dieses Landes für sich schon beansprucht haben. Kritisieren muss man ihn für sein Ungeschick, den Glauben, das ginge jetzt immer so weiter. Für das unkluge Krisenmanagement."

Ich bin zwar nicht TS, geb' aber trotzdem meinen Senf zu der (rhetorischen?) Frage.
Ja, im Zweifel, eben wenn erwischt, muss man ihm alles anlasten, was auch andere seiner "Klasse" tun. Ansonsten kann man ihn ja gar nicht "kritisieren für sein Ungeschick, den Glauben, das ginge jetzt immer so weiter." Dann muss er ja glauben, es ginge so weiter. Was er offenbar tut.
Magda schrieb am 04.01.2012 um 21:39
Hm, schwer zu sagen. Sicher kann er nicht schreien: "cosi fan tutte."

Aber die medialen Kritiker wissen auch, was "alle so machen" in dieser Republik und schweigen fein still - ich meine natürlich nicht T.S. (nicht zu verwechseln mit Tina Schausten) Wenn die dann Schaum vorm Mund inszenieren, dann sind die auch bloß Teil des Spiels, finde ich.
Gold Star For Robot Boy schrieb am 04.01.2012 um 21:47
Aber nicht alle sind Bundespräsident, Magda.
Und nicht alle belügen die Menschen zur besten
Sendezeit vor ausgewählten Journalisten mit solcher Unverfrorenheit. Wulff muss gehen und dieser Rücktritt wird hoffentlich eine öffentliche Debatte über Filz, Korruption und Lobbyismus anstoßen. Dieses Interview war eine Farce. Nach bestem Wissen und Gewissen ? Wulff gesteht Fehler ein ? Fehlt nur noch die Guttenberg Formulierung er habe die Fehler „nicht bewusst“ gemacht. Erst 2000 forderte Christian Wulff den Rücktritt von Johannes Rau wegen dessen Flugaffäre und hängte ein Jahr die moralische Messlatte für den Niedersächsischen Ministerpräsidenten Glogowski sehr hoch , da für ihn bereits der „Schein von Abhängigkeit“ ein Problem für die Würde des Präsidentenamtes war. Dann kam die geistig moralische Wende. Mehrere Gratis-Urlaube in den Luxusdomizilen befreundeter Unternehmer, die Finanzierung einer Anzeigenkampagne für sein Buch „Besser die Wahrheit“ durch Carsten Maschmeyer,mit dem er u.a. über die „Optimierung der Riester-Rente“ diskutierte und ein vorteilhafter Privatkredit des Osnabrücker Geschäftsmannes Egon Geerkens, den Wulff absurderweise immer noch der Gattin Edith Geerkens zuordnet, stellen plötzlich kein Problem dar. Geerkens, zweifacher Trauzeuge von Wulff, lud diesen nach Spanien und die USA ein und reiste zum Zeitpunkt der Kreditvergabe als „Familienunternehmer“ mehrfach in der Wirtschaftsdelegation des damaligen Ministerpräsidenten, obwohl er längst nicht mehr in Niedersachsen lebte. Die anschließende Salamitaktik, die offenen Fragen zum BW Bank-Kredit und der Versuch mit Drohanrufen die Pressefreiheit einzuschränken sind nicht mal eben mit einem aufgezeichneten Interview wegzuwischen.
Wulff's Mitleidstour im FAKTENCHECK
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Michael Angele schrieb am 04.01.2012 um 21:52
@Magda. Hier ein aktuelles Beispiel für eine Kritik mit ganz viel Schaum vor dem Mund.

" Zwar entschuldigt (Wulff) sich für Fehler. Doch im gleichen Atemzug stilisiert er sich zum Opfer, verfolgt von angeblich so grausamen Journalisten, die in seine Privatsphäre eindringen und sogar wissen wollen, wer das Hochzeitskleid seiner Frau bezahlt habe. Die Botschaft seines Auftritts lautet: Seht her, ich bin ein guter Präsident, und meine Kritiker übertreiben maßlos.
Das ist dreist, war aber nicht anders zu erwarten."

Man reibt sich die Augen: Das steht im Kommentar von SpiegelOnline! Wenn es der Schaumproduktion dient, macht man sich eben auch mit der Gossenjournallie bei Springer gemein. Zum Kotzen.
thinktankgirl schrieb am 04.01.2012 um 22:01
Bester Michael Angele,

ich halte diesen ganzen Wulff-Hype nach wie vor für ganz grosses Kino!

Wie bereits erwähnt:

Ein wirklich korrupter Politiker bekommt 500.000 Euro geschenkt und nicht nur 2% Nachlass auf die Zinsen eines 500.000 €-Kredites.
miauxx schrieb am 04.01.2012 um 22:14
@Magda
Tja, die richtigen Ankläger zu finden, ist wohl eigentlich unmöglich. Bei aller medialer Verfügbarkeit die wir haben, ist es trotzdem so schwer, sich ein Bild zu machen. Politikern traue ich fast kein Stück über'n Weg und die Medien haben eben ihr Geschäft. Und nicht selten meint man, beide haben letzten Endes doch das gleiche Ziel.
Trotzdem würde ich nun nicht die Medien in Bausch und Bogen in die Ecke stellen.

"nicht zu verwechseln mit Tina Schausten"
Bettina Schausten heißt sie ja mit vollem Namen. Nun ist das nämlich witzig: Sie kennen die Figur Tina Hausten aus der heute-show!?
Magda schrieb am 04.01.2012 um 22:15
"Wulff muss gehen und dieser Rücktritt wird hoffentlich eine öffentliche Debatte über Filz, Korruption und Lobbyismus anstoßen"

Ach lieber Gold Star for...Ihre Empörung ist mir ja sympathisch.

Ich kann mit Ihnen nur wetten, ob er zurücktritt oder nicht. Debatten kann das anstoßen, aber auch die nur wieder - angeführt von einem Ölkopf namens Diekmann.

Vielleicht ist es eine Altersfrage, aber mir fällt dabei immer der Hamlet-Monolog ein. Was hier so beklagt wird, benennt er wie folgt:

"Denn wer ertrüg der Zeiten Spott und Geißel,

Des Mächtigen Druck, des Stolzen Mißhandlungen,
Verschmähter Liebe Pein, des Rechtes Aufschub,
Den Übermut der Ämter und die Schmach,
Die Unwert schweigendem Verdienst erweist"

Das natürlich ein Ausschnitt

de.wikipedia.org/wiki/Sein_oder_Nichtsein,_das_ist_hier_die_Frage

Der Rest ist hier.

Nein, ich bin keine Zynikerin.

:
Magda schrieb am 04.01.2012 um 22:16
Ja, ich habe die Tina jetzt von der Hausten geklaut, die ist unnachahmlich. .-))
Magda schrieb am 04.01.2012 um 22:16
@ M.A: - ja, ich speie gleich mit.
miauxx schrieb am 04.01.2012 um 22:22
@M. Angele

"Man reibt sich die Augen: Das steht im Kommentar von SpiegelOnline! Wenn es der Schaumproduktion dient, macht man sich eben auch mit der Gossenjournallie bei Springer gemein. Zum Kotzen."

Vorhin, beim Presseüberblick zum Interview, rieb ich mir genau so die Augen angesichts des SPON-Kommentars. Obwohl ich so mancher Feststellung zustimmen muss, ist es v.a. die fehlende Argumentation, die Augen-Reiben machte. Nun, SPIEGEL sehe ich schon seit vielen Jahren als immer indifferenter zum Boulevard an.

@ttg

"Ein wirklich korrupter Politiker bekommt 500.000 Euro geschenkt und nicht nur 2% Nachlass auf die Zinsen eines 500.000 €-Kredites."

Als Argument zur zweifelsfreien Entlastung Wulffs ein bisschen dünn! Vielleicht find'ste irgendwo noch ein besseres Zitat ... :-)
Uwe Theel schrieb am 04.01.2012 um 22:47
@ Magda,

Du irritierst mich, was sollen diese abstrakten Entschuldigungen für Wulff?

Du sagst Zynismus sei es nicht, Ironie, wäre hier zweifellos schon nur noch eine stumpfe Waffe.

Was also soll´s?

lg
uwe
Joachim Petrick schrieb am 05.01.2012 um 01:26
@Gold Star For Robot Boy

Danke für die Klarstellung.

Christian Wulff frißt für öffentliche Auftritte soviel Kreide, dass die ihm schon aus der Nase, Ohren rieselt.
Wulff will ein anderes Gefälligkeitsystem, nämlich ein unheimlich unauffällig direkt gefälliges Lobbysystem.
Das macht den Unterschied.
Da geraten Parteispendenpfründe in Gefahr, weil das Wulff System, selbst durch eigene Parteien Kassenwarte, Schatzmeister unkontrollierbar, lokal, regional, weltweit nur personenbezogen "amerikanisch" unterwegs ist.
Joachim Petrick schrieb am 05.01.2012 um 01:43
@Gold Star For Robot Boy

Wenn Wulff sagt, er wolle in keinem Lande leben, in dem er sich nicht von Freunden Kredite geben lassen kann(chuldendienst, Tilgung wird nacheilend irgendwann unauffällig zu einem günstigen späteren Zeitpunkt als Dankeschön erlassen?), in dem er keinen Freunde/innen kostenlos besuchen kann. Dann heißt das in Wulffs Sprache, solange er in Ämtern ist, wird der vorzugsweise in seinem Hauptgeschäft dafür soregen, dass dieses Land vor uns aller Augen Staunen entseht, bevor wir es uns versehen?
Magda schrieb am 05.01.2012 um 09:59
@ Uwe Theel - "Du irritierst mich, was sollen diese abstrakten Entschuldigungen für Wulff?"

Was die sollen, weiß ich nicht. Aber meine Stimmung geht einfach nicht in Richtung Empörung. Mir ist dieser Wulff einfach nicht unangenehm genug. Und - wenn es schon um Sauereien geht - dann ist mir BILD schon unheimlicher und widerwärtiger als der ganze Wulff. Wie die in der Volkssuppe herumrühren und noch eine Kelle Empörung...das ist in sich genau so eklig wie Wulffs "Arme Sünder-Gehabe".
jayne schrieb am 05.01.2012 um 10:21
ich fand das Interview gestern eine peinliche Veranstaltung, von beiden Seiten her, und vermag darauf bezogen weder die Begriffe "Amt" und "Würde" noch den des "Journalismus" gebrauchen.
Gold Star For Robot Boy schrieb am 05.01.2012 um 14:43
Debatten: Es gibt nichts Gutes außer man tut es ;)
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Diskussionsgrundlage
KarinL. schrieb am 06.01.2012 um 10:11
Ja, liebe Magda....du hast vollkommen recht!!

Alle sind Teile des perfiden Spiels, was hier seitens der B (I)LÖD-Zeitung inszenziert wurde.

Es ist wirklich erstaunlich wie ein Staatsfernsehen plötzlich auf den fahrenden Zug aufspringt. Da doch gerade sie es immer waren, die sich von solchen Schmierinszenierungen bisher immer distanziert hatten.

Anscheinend gehts hier gar nicht mehr um Journalismus, sondern um Einschaltqouten und Auflagen.

Im übrigen dürfte Wulff so vielen im Wege stehen!! Dahinter stehen ganz berechtigte politische, vorallem aber Kapitalinteressen!! Das Wulff nämlich die EU Politik seitens der Bundesregierung kritisierte, dürfte vielen ein Dorn im Auge sein. Dies aber versteht man nur, wenn man auch die Zusammenhänge und Hintergründe kennt!
Zeitwechslerin schrieb am 07.01.2012 um 08:32
@thinktankgirl: ^^

Das sagen Sie, weil Sie wie ich in der bösen alten Zeit schon bei politischem Bewusstsein waren, als Millionen verschoben wurden oder in schwarzen Kassen verschwanden und die Politiker das Gefühl hatten, das ginge verdammt noch mal das Volk nichts an.

Das ist eine große Errungenschaft, dass uns mittlerweile bei den Regierenden erst mal annähernd alles was angeht. Mit Sicherheit, wenn es etwas mit Vorteilsnahme zu tun hat oder haben könnte. Das kann man bei Wulff nicht einfach wegwischen, weil einem Vieles übertrieben vorkommt (150 Euro pro Übernachtung bei Freunden zu fordern ist lächerlich, ganz abgesehen davon, dass der Wert von Übernachtungen variiert und zwischen 50 und 800 Euro alles leicht denkbar ist. Muss dann ein Hotelmanager den Wert der Übernachtung einschätzen? Am Besten mit am Frühstückstisch sitzen, um den Geldwert des dargereichten Essens einzuordnen?).

Trotzdem: An den Wulff Fortsetzungs-Geschichten ist zuviel Ungutes, um es irrelevant zu finden. Er hat sich von Maschmeyer die Werbung für sein Buch im Wahlkampf finanzieren lassen beispielsweise. Ich denke wir müssen uns schon die Mühe machen und hinschauen. Es ist so mühselig und deprimierend bei Wulff, weil es so vieles gibt, das einen schalen Geschmack hinterlässt, aber selbst wenn die Bild aus vollen Rohren schießt nicht genug für einen handfesten Skandal oder Rechtsbruch rauskommt.

Schön wäre, wenn die Medien einem die Arbeit abnehmen könnten oder zumindest ordnen und kanalisieren. Also der Hype bestimmt sich nicht nach der Schwere der Vergehen, sondern durch die Schwirigkeit der Einordnung.

Den Argumentationssträngen, es sei nicht so schlimm, weil die Bild es ausgräbt oder es sei nicht so schlimm, weil das alle machen, kann ich gar nichts abgewinnen. Zum Thema Bild: Fakten bleiben Fakten, egal wer sie hochholt. Auch wenn ich es erschreckend finde, wenn die Bild plötzlich als politisches, seriöses Medium bezeichnet wird. Das ist sie natürlich nicht und die anderen Medien sollten klar und kritisch abgrenzen, was Tatsache und was Hetzjagd/Manipulation ist.

Was die Argumentationslinie angeht, aber alle seien so und das sei heuchlerisch: Ja aber das wollen wir doch nicht, oder? Also müssen wir den Finger dort darauf legen, wo es einem begegnet.
keiner schrieb am 07.01.2012 um 16:39
@ Michael Angele:

Sehr erfrischend, Ihre klaren und mutigen Worte Richtung Spon!

"Wenn es der Schaumproduktion dient, macht man sich eben auch mit der Gossenjournallie bei Springer gemein. Zum Kotzen."

So geht es mir allerdings auch mit einem Beitrag Ihres Verlegers J. Augstein, in dem Wulff u. a. als ‘deutscher Berlusconi’, vor dem das Amt zu schützen sei, dargestellt wird und davon die Rede ist, dass die “Kollegen” von der Bildzeitung nun auch seriöse, investigative Recherche betrieben, Kundus, Gorch Fock und Wulff werden da nebeneinander gestellt.

Mich würde interessieren, wie Sie das einschätzen, zumal es ja wesentlich näher vor der eigenen Haustür, sozusagen, liegt. Übersehe ich gravierende Unterschiede?

www.freitag.de/politik/1201-der-b-se-wulff
thinktankgirl schrieb am 04.01.2012 um 21:08
Auf ZEIT-Online hatte der user Kohlmeise sinngemäss gesagt:

Ein wirklich korrupter Politiker kriegt 500.000 Euro geschenkt, der gibt sich nicht mit einem Darlehen zu einem Mini-Zins zufrieden.
Magda schrieb am 04.01.2012 um 21:15
Klasse, stimmt.
Joachim Petrick schrieb am 05.01.2012 um 01:47
@thinktankgirl

"Auf ZEIT-Online hatte der user Kohlmeise sinngemäss gesagt:

Ein wirklich korrupter Politiker kriegt 500.000 Euro geschenkt, der gibt sich nicht mit einem Darlehen zu einem Mini-Zins zufrieden."

Stimmt nicht!

Darlehen haben die Win Win Vorteil Situation für alle Beteiligten, (vorzugsweise bei Geldwäsche) dass hier gestaltbar(Variabler Zins bei Christian Wulff) unauffällig durch Zinsherabsetzung, Erlass von Schuldendienst, gar Tilgung im Nachherei unauffällig gefällig die Wirkug eines Dankeschön entfaltet.
thinktankgirl schrieb am 04.01.2012 um 21:08
Auf ZEIT-Online hatte der user Kohlmeise sinngemäss gesagt:

Ein wirklich korrupter Politiker kriegt 500.000 Euro geschenkt, der gibt sich nicht mit einem Darlehen zu einem Mini-Zins zufrieden.
Michael Angele schrieb am 04.01.2012 um 21:11
Ich habe das Interview eben in der ARD gesehen. Irgendwie unbefriedigend, das Ding. Für alle. Aber eigentlich am wenigsten noch für Wulff, der mit diesem unsäglichen Bewährungsvergleich auch noch eine Steilvorlage bekommen hat. Statt ihn nachdrücklich mit der von TS angesprochenen Günstlings- und Vetternwirtschaft zu konfrontieren. Danach der Spielfilm. Die Freundin von Maschmeyer, Veronica Ferres, spielt darin eine Hauptrolle. Fühle mich nun definitiv im falschen Film :(
Joachim Petrick schrieb am 05.01.2012 um 01:52
@Michael Angele

"Aber eigentlich am wenigsten noch für Wulff, der mit diesem unsäglichen Bewährungsvergleich auch noch eine Steilvorlage bekommen hat. Statt ihn nachdrücklich mit der von TS angesprochenen Günstlings- und Vetternwirtschaft zu konfrontieren. Danach der Spielfilm. Die Freundin von Maschmeyer, Veronica Ferres, spielt darin eine Hauptrolle. Fühle mich nun definitiv im falschen Film :("

Danke für die zielgenaue Beobachtung.

Wulff hat auch noch die Steilvorlage "Bewährung" durch seine juristische Krümmelkackerei verpatzt, statt einfach nur noch zu sagen

"Da haben Sie ja so recht. Leben wir nicht alle auf Bewährung?"
Joachim Petrick schrieb am 05.01.2012 um 01:52
@Michael Angele

"Aber eigentlich am wenigsten noch für Wulff, der mit diesem unsäglichen Bewährungsvergleich auch noch eine Steilvorlage bekommen hat. Statt ihn nachdrücklich mit der von TS angesprochenen Günstlings- und Vetternwirtschaft zu konfrontieren. Danach der Spielfilm. Die Freundin von Maschmeyer, Veronica Ferres, spielt darin eine Hauptrolle. Fühle mich nun definitiv im falschen Film :("

Danke für die zielgenaue Beobachtung.

Wulff hat auch noch die Steilvorlage "Bewährung" durch seine juristische Krümmelkackerei verpatzt, statt einfach nur noch zu sagen

"Da haben Sie ja so recht. Leben wir nicht alle auf Bewährung?"
GEBE schrieb am 04.01.2012 um 21:12
Für Politiker sollte in Zukunft das Arbeitsrecht gelten!

“Nicht der Bürger steht im Gehorsamverhältnis zur Regierung, sondern die Regierung ist dem Bürger im Rahmen der Gesetze verantwortlich für ihr Handeln. Der Bürger hat das Recht und die Pflicht, die Regierung zur Ordnung zu rufen, wenn er glaubt, dass sie demokratische Rechte missachtet.“ [Gustav Heinemann, Bundespräsident 1969–1974]
Fro schrieb am 04.01.2012 um 22:15
Sehr schönes Zitat - fehlt nur noch "der Bürger", der das auch macht.
lisi stein schrieb am 04.01.2012 um 21:18
Er wirkte sehr angespannt und die pseudo-aufgesetzte Lockerheit mit ein bisschen "Milde" bezogen auf Johannes Rau überzeugte nicht. Man wird ihn aushalten müssen, mit der Betonung auf Aushalten und abwarten, was von der Presse, die so schöne nette Fotos von ihm machen durfte, noch auf den Markt kommen wird. Was wird er sich wünschen? Urlaub bei Freunden, Hochwasser, Dienstreisen auf die Komoren und Nicobaren und Katastrophen die Reden erfordern.
Gold Star For Robot Boy schrieb am 04.01.2012 um 21:49
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Gold Star For Robot Boy schrieb am 04.01.2012 um 21:59
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Nach Informationen der Rheinischen Post traf Wulff im Dezember des Jahres 2009 mit Vertretern der BW-Bank in Hannover zusammen: „Allerdings nicht mit normalen Bankberatern, sondern führenden politischen Repräsentanten der Bank. Darunter auch Günther Oettinger (CDU), damals Regierungschef in Stuttgart und Aufsichtsratschef der BW-Muttergesellschaft, der LANDESBANK Baden-Württemberg (LBBW). Der prominente Partyveranstalter Manfred Schmidt, dem enge Verbindungen zu Wulff und Wulffs ehemaligen Sprecher Olaf Glaeseker nachgesagt werden, hatte am 11. Dezember zum Nord-Süd-Dialog nach Hannover geladen, eine von Sponsoren finanzierte, glamouröse Länderparty mit rund 1000 Gästen. Christian Wulff hat in dieser Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident dem Eventmanager Manfred Schmidt zumindest indirekt bei der Sponsorensuche für private Prominentenpartys geholfen. Oettinger und Wulff waren die Schirmherren. Mehrfach betonten sie gegenüber Journalisten, dass sie nicht nur die Parteizugehörigkeit, sondern auch eine Freundschaft verbinde. Im „Andenpakt“, jenem Gesprächskreis konservativer CDU-Politiker, arbeiteten sie ebenfalls zusammen.“ Wulff wirkte innerhalb der CDU als Koordinator für die REFORM DER LANDESBANKEN und dürfte auch Kontakt zu den Spitzen der LBBW gehabt haben.

„Zusammen mit VW-Patriarch Ferdinand Piëch und VW-Chef Martin Winterkorn entwickelte er eine „Grundlagenvereinbarung“, die am 13. August 2009 von den Aufsichtsräten beider Unternehmen unterzeichnet wurde. VW stieg bei Porsche ein, und die Geldgeber der Sportwagenschmiede, darunter die LBBW und deren Tochter BW-Bank, konnten aufatmen. Nur vier Monate später nahm der CDU-Politiker nach eigenen Angaben wegen seines Hauskredits Kontakt zur BW-Bank auf. Auf die Frage des SPIEGEL, ob der Kredit eine Art „Dankeschön“ für die Porsche-Rettung gewesen sei, antwortet Wulff, es bestehe „keine irgendwie geartete Interessenkollision“. Vorgänge aus dem Aufsichtsrat könne er aber nicht kommentieren, weil sie „fortgeltender Verschwiegenheitsverpflichtungen“ unterlägen.“ (SPON 31.12.11)
GEBE schrieb am 04.01.2012 um 22:07
Ich habe mir gerade noch einmal das Interview angesehen.

Welcher Eindruck ist mir von Wulff unterm Strich geblieben ist, ist dieser: Ich bin ein armes kleines Dummchen. Bitte habt mich lieb.
Uwe Theel schrieb am 04.01.2012 um 23:40
@ GEBE schrieb am 04.01.2012 um 22:07

"Welcher Eindruck ist mir von Wulff unterm Strich geblieben ist, ist dieser: Ich bin ein armes kleines Dummchen. Bitte habt mich lieb."

Ergo ist Wulff ein erfolgreicher Präsident, denn ganau diesen Eindruck wollte er erreichen, und diese Fiktion im Volk wird ihn retten, falls BILD nicht Ernst macht, oder Merkel die Nerven verliert.
Graureiher schrieb am 04.01.2012 um 22:14
Kann mir hier mal jemand schlüssig erklären, warum das inoffizielle CDU-Parteiorgan BILD versucht, den CDU-Bundespräsidenten Wulff zu demontieren?!
Joachim Petrick schrieb am 05.01.2012 um 01:59
@Graureiher

Weil das Christian Wulff System die Spendenpfründe der Parteien mit seinem unkontrollierbar unauffällig offen gefälligen "Freundeskreisen" angreft, das nur personenbezogen funktioniert, eine Kontolle durch Partei Schatzmeister unterläuft.
mcmac schrieb am 04.01.2012 um 22:20
Wulff, Deppendorf und Schausten haben den Goldstandard der repräsentativen Demokratie (Unbestechlichkeit, Glaubwürdigkeit und Seriosität) innerhalb von 20 Minuten live endgültig zu Grabe getragen.

Um vielleicht noch einmal einen anderen Standard zu bemühen...

"Sechs Maultaschen hatte eine Altenpflegerin aus dem Heim mitgenommen - deswegen wurde die 58-Jährige nach 17 Jahren Betriebszugehörigkeit fristlos entlassen. Das Arbeitsgericht Radolfzell am Bodensee hat jetzt entschieden: Die Kündigung ist rechtens.[...]" (Quelle)

Das war 2009 der Standard. Für Nichtbundespräsidenten.

Sollte der auch nicht mehr gelten, könnte man eigentlich gleich zur viel effizienteren offenen Diktatur übergehen.
mcmac schrieb am 04.01.2012 um 22:35
Tausche ein "live" gegen ein "vor laufenden Kameras".
Michael Angele schrieb am 04.01.2012 um 22:43
@Graureiher. Um mit einem Werbespruch zu antworten: "Erklären kann man es nicht!" Aber schon Olaf Henkel wurde ja von der "Bild"-Zeitung demontiert. Warum? Weil Kai Diekmann das so will. Denn in diesem Fall hatte er sich sehr über einen Nicht-Anruf aufgeregt. Merke: Es kann auch ein Fehler sein, beim KD NICHT anzurufen. Der "Spiegel" berichtete, dass Henkel sich über die mangelde Unterstützung für sein letztes Buch beklagt hatte, und dann:

Irgendwie muss wohl dieser Small Talk auch Diekmann zu Ohren gekommen sein. Ende November 2007 schrieb er einen Brief an Henkel. "Mit Verwunderung" habe er gehört, dass "Sie Ihrem Ärger über den Nicht-Abdruck Ihres jüngsten Buches coram publico Luft gemacht haben".

"Lieber Herr Henkel, ich wusste gar nicht, dass Ihnen meine Telefonnummer entfallen ist", schrieb der "Bild"-Chef weiter. "Entfallen scheint Ihnen ebenfalls zu sein, wie intensiv sich ,Bild' in den letzten Jahren Ihrer Bücher angenommen hat." Eine "kleine Erinnerungsstütze" war dem Brief beigelegt: insgesamt 18 Buchauszüge oder Artikel, in denen Henkel bejubelt wird. Mehrmals als "Gewinner des Tages" auf Seite eins.
(...)
Dann machte Diekmann noch einmal klar, mit wem es sich Henkel gerade verscherzt hat: "Bild" habe in den vergangenen Wochen und Monaten jede Menge Sachbücher anderer Autoren "ordentlich in die Bestseller-Listen gebracht". Diekmann beendete schließlich die "weitere Zusammenarbeit" mit Henkel. Seit dem Tag findet der in "Bild" kaum mehr statt, und wenn, dann nicht positiv."

Der ganze Artikel hier:

www.spiegel.de/spiegel/print/d-83180904.html

Da ist mir ein an sich indiskutabler Bundespräsident, der einem solchen Vertreter der freien Presse kurz mal auf der Mailbox den Tarif durchgibt, dann doch noch fast lieber :)
Graureiher schrieb am 04.01.2012 um 23:00
Henkels Problem ist dabei, dass er sich auf einen Ego-Tripp jenseits der Merkel-CDU begeben hat. Dessen ist Wulff nun doch wirklich völlig unverdächtig.
Michael Angele schrieb am 04.01.2012 um 23:11
@Graureiher. Zur Rolle der "Bild"-Zeitung im Fall Wulff hat Friedrich Küppersbusch im Deutschlandradio (hoch lebe es!) alles gesagt, was es zu sagen gibt, finde ich:

www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1643569/
Columbus schrieb am 04.01.2012 um 23:33
Ich kann ihren beiden Kommentaren und dem klugen Küppersbusch im Interview nur völlig zustimmen.

Schade ist, dass jede solche Staatsaktion und Wulff ist Staat und steht für seine Wahlmänner und Frauen und für die Auswähler seiner Person, darüber so abhängig werden, dass kaum noch ein ehrliches und offenes, zudem weiter reichendes Verhältnis mit der medialen Öffentlichkeit und damit kaum noch wirkliche Politik, möglich ist.

Was zählt schon das Thema Integration, wenn das Thema Privatperson und Amtsperson viel mehr Aufmerksamkeitsökonomie in Gang setzt?

Grüße
Christoph Leusch
miauxx schrieb am 05.01.2012 um 00:20
@Graureiher

Hier und da, auch hier in der FC, ging auch die Vermutung einer Verschwörung um:
Dass Wulff den Islam als "heute zweifellos zu Deutschland gehörend" bezeichnete, würden ihm so einige nicht verzeihen wollen ...

Ich persönlich will das nicht andeuten. Es fiel mir bei Ihrer Frage nur gerade wieder ein.
Uwe Theel schrieb am 05.01.2012 um 00:21
@ Michael Angele am 04.01.2012 um 23:11

Küppersbusch ist lahm,

CDU- und Kohlberaterin Höhler serviert Wulff ab:

www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/sendung-verpasst/#/beitrag/video/1533222/ZDF-heute-journal-vom-3-Januar-2012

Eine solch vernichtende Kritik an Wulff, deren Spitze gegen Merkel nicht verborgen bleibt aus dem Munde einer Frau zu hören, die Kohl beriet, ist schon erstaunlich an sich. Dass Frau Höhler Wulff rückhaltlose - wenn inzwischen auch vergebliche - Offenheit angeraten hätte, während Kohl in seinem Fall öffentlich von Frau Höhler unwidersprochen die Spender verschweigen konnte, ist es nicht weniger.

Wulff dürfte nicht mehr zu retten sein, wenn es nicht eine ARD, ein ZDF, Deppendorf und Schausten und umliegende Ortschaften gäbe, oder BILD bewiese, was Linke schon immer von ihr hielten.
Joachim Petrick schrieb am 05.01.2012 um 02:01
@mcmac

"Sechs Maultaschen hatte eine Altenpflegerin aus dem Heim mitgenommen - deswegen wurde die 58-Jährige nach 17 Jahren Betriebszugehörigkeit fristlos entlassen. Das Arbeitsgericht Radolfzell am Bodensee hat jetzt entschieden: Die Kündigung ist rechtens.[...]" (Quelle)"

Danke für die Erinnerung.
Magda schrieb am 05.01.2012 um 10:03
@ Michael Angele - Kann mich nur anschließen. Dieser Empörungsrummel und KD in seinem Machtwahn. Fürchterlich.
Magda schrieb am 05.01.2012 um 10:05
Mensch und die Höhler - das ist doch eine Konjunkturritterin reinsten Wassers. Was hat sie denn gesagt. Sie rät zur Offenheit. Meint die Wulffs Hosenstall oder was?
Uwe Theel schrieb am 05.01.2012 um 13:18
@ Magda am 05.01.2012 um 10:05

Liebe Magda,

ich habe die Höhler nicht angeführt, weil Sie zur Referenzgröße Linker kritik geworden wäre, sondern um an ihrer "Haltung" jetzt bei Wulff und früher bei Kohl die durchgängige "Wendigkeit" und Haltlosigkeit von CDU/CSU-Politik und Politikberatung deutlich zu machen.

Mit Offenheit meint Höhler natürlich nicht dessen Hosenstall - was soll solche Ablenkung?

Das zentral interessante am Höhlerinterview ist, dass Höhler hier indirekt aber deutlich Merkel im Kern kritisiert. Das heißt der Erosionsprozess im bürgerlichen Lager frisst weiter. Vom im Augenblick laufenden Fall Dörung (FDP) gar nicht zu reden.

Liebe Magda, es geht um Politik und deren Kritik, nicht um rhethorische Empörung und Gefühle.
Wolfram Heinrich schrieb am 05.01.2012 um 13:22
@Magda
Sie rät zur Offenheit. Meint die Wulffs Hosenstall oder was?

Bei uns gibt es die Goldene Lebensregel: "Hose zu und Wesen offen." In jedem Fall besser als umgekehrt.

Ciao
Wolfram
Uwe Theel schrieb am 04.01.2012 um 22:44
Vielleicht nur eine Nebensache, aber dass Deppendorf in der Tagesschau von 20:00 Uhr schon verkünden durfte, was das Interview, das erst ab 20:15 gesendet wurde, zu bedeuten hätte, nämlich Freispruch, wenn vielleicht auch nur zweiter Klasse, hat mich hinsichtlich ARD und ZDF mehr betroffen gemacht als Christian in seiner Heulrolle,
BurghardH schrieb am 04.01.2012 um 22:53
Ein Bundespräsident Wulff ohne Kommunikationsstrategie, ohne den Hauch von Instinkt wie man mit dem öffentlichen Interesse umgeht und wahrscheinlich ohne aktuellen PR-Berater. Oder macht das seine Frau? Denn seinen langjährigen Pressesprecher hat er ja entlassen. Jeder Bundesligaspieler ist in seinem Umfeld besser aufgestellt als der erste Mann im Staate. Der braucht dringend Hilfe, wenn überhaupt noch. Viel zu spät hat er Flagge gezeigt und ist aus seiner Deckung gekommen. Das Amt des Bundespräsidenten ist aber kein Amt in dem man persönliche Fehler aussitzen kann. Auch wenn sie noch so klein sind. Bei einem Ministerpräsidenten gehört das vielleicht zum Geschäft. Bei der Bundeskanzlerin ist das ein Überlebensprinzip. Bei solch einer Geschichte hätte er von Anfang an Gesicht zeigen müssen und die Fakten auf den Tisch legen müssen, dann wäre dieses Thema schon längst vorbei. Jetzt ist sein Kredit fast aufgebraucht. Es wird von Tag zu Tag enger für ihn. Wenn Frau Merkel aus dem Urlaub zurück ist, am Donnerstag, wird sie abwägen was ihr mehr schadet: ein Wulff der im Amt bleibt oder ein Bundespräsident der zurück tritt.
BurghardH schrieb am 04.01.2012 um 23:10
Hier noch eine kleine Ergänzung: Wulff und das Amt. Geschrumpft auf Zwergengröße. Oder auch das Peter-Prinzip oder die Hirachie der Unfähigen. Denn in einer Hierarchie neigt jeder dazu, bis zu einer Stufe aufzusteigen, der er nicht mehr gewachsen ist. t.co/TuswBIX5
Joachim Petrick schrieb am 05.01.2012 um 02:12
@

"Ein Bundespräsident Wulff ohne Kommunikationsstrategie, ohne den Hauch von Instinkt wie man mit dem öffentlichen Interesse umgeht und wahrscheinlich ohne aktuellen PR-Berater."

Wird nicht eher ein Schuh daraus,wenn man Wulff, massives Interesse unterstellt, das gesamte Parteispendenfianierungsystem, weg von den Bezirksfürsten, Richtung einzelner Personen, wie ihn 2amerikanisch" umzumodeln.
Das ist pures Benchmarking für Politik Spendenacquise an allen bisherigen schon fadenscheinigen Kontrollinstanzen von Parteispenden vorbei.

Ist es nicht auffällig, wie alle Parteien durch die parlamentarische Bank mehr oder weniger Wulff als Bundespräsidenten, trotz aller Regelwidrigkeiten, Peinlichkeiten, halten wollen?
Columbus schrieb am 04.01.2012 um 23:01
Edler und fürs Gemeinwesen besser, wäre doch ein angekündigter, baldiger Rücktritt gewesen.

Wulffs Gehrkens-Kredit ist nicht ehrenrührig, wenn er ihn denn, auf Nachfrage und Anfrage, genau so wie nun berichtet, bei Zeiten eingeräumt hätte. Ebenso ohne wesentliche Bedeutung, bis auf den Kontakt zu Maschmeyer, sind seine Privatferien bei vermögenden Nordseesträndlern und Feinköstlern.

Auch die Fragen nach den Zinsen, der Zinshöhe, sind nur in einer, wegen ganz anderer Vorgänge, sehr aufgeregten Gesellschaft, wirklich denkbar, weil doch sonst, in allen anderen Geschäftstätigkeiten und "privaten" Machenschaften der ganz normalen und der ganz reichen und berühmten Bürger, selbst in hochoffiziellen Angelegenheiten, von der übergroßen Mehrheit genau solche Bevorzugungen, die Einschätzung nach dem was man schon hat oder ist, oder glaubt zu sein, und nach dem öffentlichen Bilde, also die "Kreditwürdigkeit" und "Gunst" in jeglicher Hinsicht, genau an diesen Kritierien entlang angenommen und entschieden wird.

Was Einflußreiche(re) über einen sagen, für einen persönlich verbürgen, das ist doch der Standard, das Schmiermittel der Wirtschafts- und Aufmerksamkeitsgesellschaft, mit dem in den wesentlichen Feldern der öffentlichen und privaten Lebens zum eigenen Vorteil und zu dem der Verbundenen gewuchert wird.
- Systemtragend, würde ein Außenstehender, ein Marsianer, gäbe es ihn, dazu sagen.

So schrecklich das ist. Normaler als heute, wirkte Chrsitian Wulff nie, als er öffentlich-rechtlich zugab, ihm seien diese Privatdurchleuchtungen, einschließlich der Gerüchte über seine Frau, die in der Doofblogwelt und in den Medien schon lange im Hintergrund ventiliert werden zu viel geworden, hätten ihm den Nerv und die Überlegenheit geraubt, die es aber unbedingt im Amte des Präsidenten bräuchte.

Für mich hat Wulff gerade hier erneut Kredit verspielt, den er, ganz gegen meine ursprünglichen Vorurteile, seit seiner Rede zur Frage der Integration, die ja viel mehr eine Rede zur Pflicht und Aufgabe einer humanen und offenen Gesellschaft war, die größtmögliche Differenz ihrer Mitglieder-Bürger möglich und sicher zu machen, bei mir hatte.

Was jetzt noch kommt ist immer nur noch Krampf und Kampf, ohne Weitblick, auf Sicht und für eine Restamtszeit, die keine weiteren Perspektiven mehr kennen kann, wenn Christian Wulff nicht doch noch über neue "Enthüllungen" stolpert oder sein wahrlich wichtiges, politisches Thema endlich forciert.

Durch sein Verhalten hat er aber auch dem seriösen Journalismus einen Fußtritt verpasst.

Denn, wenn schon ein Bundespräsident und der ehemalige Großkanzler aus Hannover, ein adlige Prätendent und Super-Poser am Wohl und Wehe von BILD-Chef und Springer-Lady, oder an dem des Burda-King hängen, dann ist wahrlich das Geschäft, Staat und Gesellschaft zu machen, ausgeliefert und damit in schlechten, weil nicht seriösen Händen.

Da mag Christian Wulff, der nun auch menschlich wirkte, noch so viele Reden und Interviews geben, noch so viele Akten anwaltlich ´rüber reichen, er bleibt ausgeliefert dem, was Medien machen könnten, wenn sie denn wollten.

Manches Mal, im schon verblassten Jahr 2011, waren die Versuche dahin tendierend, doch schon völlig transparent sichtbar! - So dement ist des Bürgers Gedächtnis schon, es nicht allzu sehr zu bemerken. Im vergangenen Jahr wollten einige Mediale ganz wirklich was: Bei der ZEIT, gleich mit zwei Kandidaten, einem mit Geschichte und einem der sie noch machen sollte, und mit einem Altkanzler. Bei der BILD, mit Pseudoprinz und Prinzessin vom höchsten Daueradel und Dauerrang aus Talksesseln heraus. Auch die Fan-Blogs und Fan-Blocks, die einen Vollpfosten anhimmeln, wird er nur recht versöhnlich vom Volks-Intelligenzblatt und vom entsprechenden Intellektuellenblatt ausgeleuchtet und angestrahlt, wollten das, nämlich einmal Politik auf Zuruf machen.

Die Frage lautet also nicht mehr, was weiß Bild noch, was weiß Springer noch, sondern, was können und wollen die von dort. Wulff ist auf jeden Fall nicht mehr Herr der Lage und das ist abgrundtief schlecht für ein Staatsoberhaupt.

Grüße
Christoph Leusch
Graureiher schrieb am 04.01.2012 um 23:18
Gesetzt den Fall, es geht gar nicht um Kredite von befreundeten Unternehmern und Banken, sondern um das hier:

TITANIC: “Wulff kann Rechnungen nicht mehr zahlen!”
www.titanic-magazin.de/uploads/pics/Wulff-8630.jpg

Das würde vieles erklären, Wulffs Panik, genau so wie den hinterhältigen Angriffe der Springerpresse.
Urmel auf dem Eis schrieb am 05.01.2012 um 03:05
Der bislang beste BP der BRD, G. Heinemann, erwiderte m.W. seinerzeit auf die Frage eines Presse-Geiers, ob er sein Land liebe damit, dass er seine Frau liebe.

Das tut m.E. der Herr Wulff auch. Dafür, dass er -als Staatsmann- naiv ist, kann er nichts, aber so trat er seinen Dienst in der Nds. Staatskanzlei an.

Zuvor aber hatte ein anderer MP (ungewählte MP`s Nds. reihenfolglich unbeachtlich) aus heutiger Betrachtung eine doch ungewöhnliche Ähnlichkeit mit seinem insbesondere politischen Lebenslauf aufzuweisen:

Kurz vor bzw. kurz nach dem Aufstieg lernten beide Männer ausgebildete (oder auch behauptete) PR-Frauen kennen, die offenbar genauestens dem Frauentypus entsprachen, den beide jeweils persönlich bevorzugen.

Schon seltsam. Mindestens seltsam. Oder ?
Columbus schrieb am 05.01.2012 um 16:45
Stimmt, jeder Bürger, auch ein Bürgerpräsident, kann auf jedem Niveau Geldsorgen haben.

Beamte und Beamte auf Zeit hätten sogar die Möglichkeit, bei solchen Lebensschwierigkeiten, ihren jeweiligen Dienstherren um tätige Hilfe zu bitten, um genau das, was nun bei Wulff eintrat, nämlich an das Wort und den Willen so vieler "Freunde" aller Art und nun auch an die Absichten der Presse gebunden zu sein, also zu einem Spielball zu werden, zu verhindern.

Wenn er seine Frau und sonstige Familie liebt, geht er bald, denn als Staatsoberhaupt ist er nicht mehr diskursfähig, nicht mehr frei, wie man es in diesem Amte, ganz besonders in seinem bundesrepublikanischen Zuschnitt, sein müsste und auch könnte. Tatsächlich, Heinemann, v. Weizäcker und Heuss, das waren die bemerkenswerten Präsidenten (Urmel auf dem Eis).

Köhler war einer, der eher versteckt, ganz wesentliche Sachen sagte, z.B. zuletzt in einer Rede beim BVG in Karlruhe, der aber nicht den Mut hatte seine Unabhängigkeit voll auszunutzen.

Auch er scheiterte am Ungeschick im Umgang mit der Presse, obwohl er doch ein viel kleineres Problem mit seiner politischen Aussage am Bein hatte, als der heutige Präsident mit seinem öffentlich breit getretenen Geschäftsgebaren.

Die ganze Angelegenheit ist auch deshalb schade, weil dieser Präsident Wulff einmal politischen Weitblick und Mut, -man bedenke wer in den Talks und Feuilletons, und bei BILD, damals die Luftherrschaft hatte-, bewies, als er sich der Integration annahm. Aber das reicht nicht mehr, um die "Dummheiten" auszugleichen die er selbst einräumt.

Er ist der oberste Repräsentant und damit frei gestellt und er erweist sich als jemand, dem beständig vergeben werden muss, was sicher gar nicht schwer wäre, der sich aber in diesem unsäglichen Interview schon selbst vergeben hat!

Nun ist er vielfältig abhängig und das ist für ein oberstes staatliches Repräsentations- und Redeamt die denkbar schlechteste Voraussetzung.
- Das geht so nicht, und daher müssten die Tage des Präsidenten Wulff eigentlich gezählt sein.

Liebe Grüße
Christoph Leusch
Uwe Theel schrieb am 05.01.2012 um 18:11
@ Columbus schrieb am 05.01.2012 um 16:45

"Auch er (Köhler; ut) scheiterte am Ungeschick im Umgang mit der Presse, obwohl er doch ein viel kleineres Problem mit seiner politischen Aussage am Bein hatte, als der heutige Präsident mit seinem öffentlich breit getretenen Geschäftsgebaren.

Mit Verlaub, aber das ist Folklore:

Köhler scheiterete daran, dass er mit seiner Aussage zur Bundeswehr und ihren zukünftigen Aufgaben dabei war Verfassungsbruch zu begehen und unser System scheinbar incl. Presse noch soweit funktioniert, dass dies mindestens begrenzte Konsequenzen der richtigen Art nach sich zieht.

Gegen Köhler ist Wulff verfassungsrechtlich allenfalls ein Kleintäter. Was seinen Rücktritt natürlich nicht sehr viel weniger nötig macht.
luzieh.fair schrieb am 05.01.2012 um 18:36
Ich dachte, der Köhler hätte damals gesagt, was ohnehin getan wird: Kriege werden (auch) aus wirtschaftlichen Interessen geführt. Und an diesen Kriegen beteiligen sich (auch) deutsche Soldaten. Offiziell geht das natürlich nicht, gerade nicht für die deutsche Armee, desahlb musste er dann gehen...oder?
Columbus schrieb am 05.01.2012 um 20:28
So ist es, Luzieh.fair,

Er, Köhler, verplapperte sich, weil er aussprach was alle schon wussten, aber nicht für opportun hielten, es so offen und ehrlich auszusprechen.

Uwe Theel wendet ein, Horst Köhler habe einen Verfassungsbruch angedeutet, bzw. sprachlich vorbereitet. Wenn der Verfassungsbruch also nicht schon permanent, mit dem Engagement dort stattfindet, die Gegenposition lautet ja, man handele mit UN-Auftrag, im Bündnisfall und dazu gebe es den einschlägigen GG-Paragraphen und sogar die Rechtsprechung des höchsten Gerichtes zu internationalen vertraglichen Verpflichtungen, so ändert das doch höchstens etwas, wenn man glaubt, etwas sei schon geheilt, wenn es nur verfassungskonform ausgedrückt würde.

Dann ist man aber schnell auf dem Niveau, eine ehrliche Begründung gegen die offizielle Begründung einzutauschen. Das ist dann amtsgemäßer, denn der BP ist ja auch Verfassungsorgan, aber den Bruch begehen real andere und dann mit falscher Rückendeckung.

Deutsche Soldaten sterben in Afghanistan und töten dort, nur in dritter oder noch weiter hinten liegender Linie, zum Schutze der Heimat oder der Bündnispartner, sondern weil es um das machtpolitische Standing im internationalen und bündnispolitischen Rahmen geht, das zukünftig noch mehr dazu beitragen wird, dass die knapper werdenden Ressourcen des Globus hier genutzt werden können, und wie man da international mitreden kann. - Die Interessenpolitik steht nicht im GG, das ist schon klar. Aber Köhlers Fehler war wahrhaftig klein und sein Rücktritt eine Reaktion des Nicht-Politikers auf fehlende Unterstützung seiner politischen Auswähler, allen voran, der Kanzlerin.

Nach dem Einsatz, der ja nun bald zu Ende geht, und einer gewissen Scham- und Schonfrist, werden die Historiker nachdenken und bald finden, dass dort mehr als eine Dekade lang das Unmögliche (mit unerträglichen Verlusten auf allen Seiten) versucht wurde, weil die Politik keine extrinsischen Motive mehr anerkennt, sondern nur noch die Abwicklung der eigenen Tagesgeschäfte betreibt.

Die Paradoxie der Geschichte: Der einzige Einsatz, der im Sinne von schneller Beendigung eines schon entschiedenen Machtkampfs und einer Reduktion der Opferzahlen einer autoritären Herschaft beigetragen hätte und das Standing der Deutschen in der Welt wirklich noch weiter hätte verbessern können, der in Libyen, unter Umständen sogar mit dem Ziele Gaddafi nicht der Lynchjustiz, sondern einem internationalen Tribunal zu überantworten, wurde mit Enthaltung abgelehnt.

Am dubiosen Kampfeinsatz und Krieg in Afghanistan beteiligte man sich lange ohne Reue und erfand dafür sogar euphemistische Wortschöpfungen, um Jahr um Jahr die BT-Zustimmung einer sehr großen Mehrheit leichter herbei führen zu können. Bis zum bitteren Ende hält man nun durch, bis die eigentlichen Entscheider, die USA, ebenfalls nach Hause wollen. - Das Volk war übrigens die meiste Zeit gegen dieses wahnsinnige Unternehmen.

Ich bin kein Anhänger der Politik und der Vorstellungen eines Horst Köhler. Die Präsidenten der Republik sind ja nicht Ausdruck meiner persönlichen politischen Wünsche, die zu minder sind da gehört zu werden. Aber in der Anerkenntnis, dass in unserem Lande nun einmal ein gepflegter Konservatismus durchgängig von Schwarz bis Rosarot und Grün das Sagen hat und daher auch die Präsidenten auswählt, gilt es, ganz unabhängig von einzelnen politischen Fragen, die Persönlichkeit der Amtsinhaber zu würdigen. -Sie repräsentieren schließlich ein Staatsidee.

Umso schlimmer, wenn sie nur noch sich selbst als Gewählte und Gesalbte vertreten und verteidigen, sich gar dafür selbst die Absolution bei Fehlern erteilen. - Da erkenne ich eine Rangfolge der guten und der weniger guten Präsidenten, selbst wenn sie nie oder selten meiner politischen Meinung entsprachen. - Ich persönlich, möchte zukünftig auch keinen Gauck als Präsidenten.

LG
Christoph Leusch
cuchulainn schrieb am 06.01.2012 um 01:22
@luzieh.fair, 05.01.2012 um 18:36

"Offiziell geht das natürlich nicht, gerade nicht für die deutsche Armee, desahlb musste er dann gehen...oder?"

das stimmt nur zur hälfte.

richtig ist daran, dass er deshalb gehen musste, weil der sturm der entrüstung, der auf seine ausplauderei hin losbrach, ihn an der pflichtgemässen fortführung seines amts hinderte. so jedenfalls hat er sich damals selbst zur sache erklärt.

die frage aber ist, WER damals so entrüstet war. die damen und herren auf der hardthöhe bzw. im bendlerblock waren das ja nicht, denn die wissen seit gut einem halben jahrhundert sehr genau über die eigentlichen ziele und zwecke der bundeswehr haargenau bescheid und haben gar keinen grund, sich darüber aufzuregen, wenn der chef der ganzen bundesbude sagt, was sowieso jeder weiss.

es war weder die regierung und schon gar nicht die opposition, die damals auf die barrikaden ging. es war die ÖFFENTLICHKEIT, die einen so eklatanten bruch der HEUCHELEI, die SIE von ihrem personal erwartet, nicht hinnehmen wollte - und deshalb dem herrn präsidenten die tür wies! ich erinnere mal daran, dass in nicht wenigen abteilungen des bundesdeutschen blätterwalds köhler mit waldersee (ihr wisst schon: "weltmarschall", boxeraufstand, hunnenrede usw.) verglichen wurde.

und von wegen "gerade die deutsche armee" - ja, "gerade" die deutsche armee hat "gerade" wegen ihrer historie bis zum jugoslawienkrieg zurückhaltung beim offenen zu- und totschlagen geübt, was nicht bedeutet, dass die bundesdeutsche politik (und die war stets die "herrin des geschehens") deshalb sauberer wäre, sondern nur, dass sie ihren obliegenheiten auf weniger offensichtlichen ebenen nachkam, zb auf der des halboffiziellen handels und des strategischen industrieexports - die ökonomischen potenzen der bundesrepublik reichen nämlich bis heute wesentlich weiter als die militärischen, weshalb man nebenbei gesagt auf jede auslandsdependance eines deutschen industrieverbands auch besser aufpassen sollte als auf ein bundeswehrregiment am hindukusch.
Wolfram Heinrich schrieb am 06.01.2012 um 02:29
@Uwe Theel
Köhler scheiterete daran, dass er mit seiner Aussage zur Bundeswehr und ihren zukünftigen Aufgaben dabei war Verfassungsbruch zu begehen und unser System scheinbar incl. Presse noch soweit funktioniert, dass dies mindestens begrenzte Konsequenzen der richtigen Art nach sich zieht.

Mit Verlaub: Köhler beging keinen Verfassungsbruch, er sprach nur darüber. Was er sagte, war längst allgemein bekannt (bei denen, die es wissen wollten ), aber auf offizieller Ebene mit einem Tabu belegt.
Und: In den ersten Tagen nach diesem Interview blieben die traditionellen Medien ausgesprochen gelassen. Sprich: Sie sind nicht auf diese Passage eingegangen, sie haben sie nicht thematisiert, und zwar nicht deswegen, weil sie die Brisanz dieser Passage nicht bemerkt hätten. Der Deutschlandfunk selbst hatte auf seiner Website ursprünglich das komplette Interview stehen, stellte dann allerdings eine verkürzte Version ins Netz, gekürzt um genau diese brisante Passage. Das Internet aber tobte, kleine und größere Blogger griffen die Sache auf und erst als dies nicht mehr zu ignorieren war, schalteten sich auch Presse und elektronische Medien ein.
derfranzehatgsagt.blogspot.com/2011/11/die-wahrheit-als-panne.html (nach dem Stichwort "Köhler" suchen)

Ciao
Wolfram
luzieh.fair schrieb am 06.01.2012 um 14:19
Also: solange etwas unsagbar und ungesagt ist, wird es auch nicht wahr. Wenn das Unsagbare gesagt wird, wird es nur dann zur Wahrheit, wenn diese auch gehört werden will.
ChristianBerlin schrieb am 05.01.2012 um 00:26
@Tom Strohschneider

Das ist der wunde Punkt:

... er habe beim Bild-Chefredakteur angerufen, nicht um die Berichterstattung über das Freunderl-Darlehen aus der Geerkens-Familie zu verhindern, sondern um darum zu bitten, dass diese „um einen Tag“ verschoben wird.

Da fragst sich tatsächlich jeder: Wie verträgt sich das logisch mit der BILD-Version des Anrufs?

Der Bundespräsident zeigte sich darin empört über die Recherchen zu dem Hauskredit und drohte u.a. mit strafrechtlichen Konsequenzen für den verantwortlichen BILD-Redakteur

Das klingt nicht so, als sei es um die Bitte gegangen, dass die Veröffentlichung um einen Tag verschoben wird. Wenn es so war, hätte BILD in der Stellungnahme etwas Wesentliches weggelassen und einen falschen Eindruck erzeugt. War es nicht so, hätte hier der Bundespräsident den falschen Eindruck zu erzeugen versucht. Tertia non datur.

Hier darf man auf die Version der Bild gespannt sein.

Im ungünstigeren Fall hat Kai Diekmann ihn jetzt erneut in der Hand. Und der "begnadigt" niemanden.

Wie es dann weitergeht wissen wir aus der BILD-Berichterstattung zu Faux-pas eines anderen Hannoveraners. Verharmlosende Dementis lässt BILD nicht als Entschuldigung gelten. Beim Urenkel des Kaisers machte die Zeitung weiter, bis wortwörtlich alles ans Licht kam. Auch die Drohanrufe Seiner Königlichen Hoheit hat BILD damals im vollen Wortlaut veröffentlicht.

Warten wir's ab, ob noch was kommt.

LG Christian
Urmel auf dem Eis schrieb am 05.01.2012 um 03:35
"hat Kai Diekmann ihn jetzt erneut in der Hand."

Das mag sein, in einer gleichgeschalteten Mediengesellschaft, aber dann sollte Diekmann vielleicht aus Ihrer Luther-Sicht BP werden, oder aus Gender-Gründen die Frau Kessler.

"Das ist der wunde Punkt:

Beim Urenkel des Kaisers machte die Zeitung weiter, bis wortwörtlich alles ans Licht kam. Auch die Drohanrufe Seiner Königlichen Hoheit hat BILD damals im vollen Wortlaut veröffentlicht."

Seine Königliche Hoheit ohne Anführungsstriche....ts ts tsts.....Opportunisten und Zeitungen machen immer weiter, bis ihnen die Zahlungsmittel ausgehen.....und dann lauern sie auf die nächste leuchtende Führergestalt.

"Verharmlosende Dementis lässt BILD nicht als Entschuldigung gelten".

Fühlt man eigentlich Schmerz bei vorauseilendem Gehorsam und ungerechtfertigter Unterwerfung ?

Sind Sie Fundamentalist/Evangelikaler ?

Hier darf man auf die Version der "Unwägbarkeit" gespannt sein. Da vertraue ich auf die Dreieinigkeit; Gott, Jesus Christus und Clausewitz( der war, wie wir alle auf der Welt, beseelt und gottesähnlich ).

Und das meine ich ernst.

Ich wünschte mir, hier würde Jesaja Berlin schreiben.
Urmel auf dem Eis schrieb am 05.01.2012 um 03:54
"Tertia non datur."

Es soll nichts Drittes (Viertes oder 100.000) geben ? Keine Alternative ? Für nichts und für nirgenwo ?

Klingt wie Stalin gegen Trotzki. Gewann der Eispickel ?

Mann, Mann, Mann.........
ChristianBerlin schrieb am 05.01.2012 um 08:47
@Urmel auf dem Eis

Ich weiß nicht, ob Sinn macht, mich selbst zu "übersetzen". Aber ich beantworte Deine

#offtopic

gestellten Fragen gern.

Seine Königliche Hoheit ohne Anführungsstriche....ts ts tsts.....

Ich bin mir tatsächlich nicht sicher, ob Ernst August von Hannover in unserer Republik noch Anspruch auf diesen Titel hat. Bei Repräsentanten einer ausländischen Monarchie oder Aristokratie sind solche Anreden m.W. aber vorgeschrieben. Möglicherweise lebt ein Titel wieder auf. Da müssten wir einen Adeslexperten befragen. Aber vielleicht reicht ja auch, dass er schon vor mir in verschiedenen deutschen Veröffentlichungen so genannt wurde (ohne Anführungsstriche).

"Tertia non datur."

Klingt wie Stalin gegen Trotzki.


Das ist der sogenannte "Satz vom Widerspruch". In meinem Text besagt er nur: Es können nicht beide die Wahrheit gesagt haben. Entweder Wulff hat gelogen oder Diekmann - der Widerspruch zwischen beider Behauptungen ist offensichtlich.

"Verharmlosende Dementis lässt BILD nicht als Entschuldigung gelten".

Fühlt man eigentlich Schmerz bei vorauseilendem Gehorsam und ungerechtfertigter Unterwerfung ?


Ich kenne den Usus aus zwei Kontexten. Ganz oben und ganz unten. In der Arbeit mit sozialen Randgruppen und BPS-Betroffenen hast Du manchmal keine andere Wahl, als in Ausreden oder Verleugnungen eine Art schamvoller Distanzierung zu sehen. Wenn ein politischer Führer oder ein Kirchenfürst etwas verleugnet, galt - zumindest Partei- und Kirchen-intern - die gleiche Regel. Wenn ein Bischof sagt: Ich habe das und das nicht getan, ließen das alle gelten, selbst wenn es offensichtlich war, dass es anders war. Das hat sich geändert durch die neuen Medien und die dadurch wieder offenere Presse-Berichterstattung, z.B. im Mixa-Fall. Die Neigung in Kirchen- oder Partei-internen (etc.) "Heimspielen", Verleugnungen allgemein als Entschuldigung zu akzeptieren, ist aber noch gegeben.

Sind Sie Fundamentalist/Evangelikaler ?

Kein Fundamentalist, aber "postevangelikal", das habe ich in den Diskussionen hier mehrfach gesagt und auch erklärt. Bitte einfach mal suchen und nachlesen.

#offtopic!

LG Christian
cuchulainn schrieb am 05.01.2012 um 00:42
das stück, das hier in geradezu klassischer formvollendung aufgeführt wurde, hat seit den berühmten theaterreformen gottscheds und der neuberin einen namen: "haupt- und staatsaction".

wie seine exzellenz geruhten, den irrenden ritter ulrich aus deppendorf und seine tina-arlecchina am nasenring durch die beletage zu schleifen mit nichts als "dem amt" (das, wie man am vorauseilend-devoten zusammensinken der interviewer merken konnte, nach wie vor "unbeschädigt" zu sein scheint) im rücken - das würde jedes fünftklassige revolverblatt in der provinz als fortsetzunggroschensroman ablehnen, aber das staatsfernsehen, das ja nicht ohne grund genau so heisst, ist sich halt für gar nix zu schade.
Joachim Petrick schrieb am 05.01.2012 um 01:16
@Tom Strohschneider

Christian Wulff ist nicht der erste Bundespäsient, der sich selbst begnadigt, wie Heribert Prantl in der Süddeutschen schreibt: „Christian Wulff ist der erste in diesem Amt, der sich selbst begnadigt.“,
sondern unverfroren genug, im schützenden Panzer des Bundespräsidenten Amtes den Versuch zu unternehmen, populisitisch eine Verteidiungslinie gegen jedwede Ansätze von Anklagen gegen ihn in der eigentlichen Sache, auf den zeitraubenden Amstschimmel setzend, zu organisieren:
"Da kann ja jeder den Staatsgerichtshof in Niedersachsen anrufen, wer will!"

"Ich glaube, ich laufe mir einen Wulff!"
Gute Pointe!

Nächste Pointe:
"ich quassel mir einen Wulff"
Der geht so:
Es reicht als Bundespräsident nicht aus, neutral zu sein. Nein der Bundespräsident muss erst vom Ministerpräsidenten, wie ich es in Niedersachsen war, in die Lehre des Lebens gehen, um Distanz zu lernen, oder so?

Christian Wulff hat in diesem Interview die Stirn, die Peinlichkeiten, die er weiter nährt, als seinen unermüdlich lernenden Kampf "Christian Wulff selbstlos, dem Gemeinwohl verpflichtet, im Selbstversuch Experiment "Demokratie" , für den Fortschritt an Transparenz, Pressefreiheit, Demokratie zu kommunizieren.

"Mein Anruf bei BILD war ein schwerer Fehler. ich habe mich dafür bei BILD nach meiner Reise entschuldigt. Das wurde akzeptiert. Ich wollte doch keine Presse Veröffentlichungen verhindern. wenn ich geschimpft haben sollte,dann nur, um mir kühle Luft zu veschaffen. Was ja letzendlich bis heute nachhaltig gekklappt hat und klappt."

siehe:

www.freitag.de/community/blogs/joachim-petrick/christianisiert-ausgestrahlte--ausweitung-der-kampfzone-wulff-

04.01.2012 | 17:20
christianisiert ausgestrahlte Ausweitung der Kampfzone "Wulff"
bundespräsident wulff christian_wulff uwe_barschel meineid ehrenwort björn_engholm korruption medien pressefreiheit wüstenbildung gefahrenlagen ring handtuch horst-eberhard_richter
Joachim Petrick schrieb am 06.01.2012 um 02:10
siehe:

www.freitag.de/community/blogs/joachim-petrick/christian-wulffs--kampf-auf-duennem-eis-wenn-ja-fuer-was

05.01.2012 | 03:56
Christian Wulffs Kampf auf dünnem Eis?, wenn ja, für was?
christian_wulff wulff bundespräsident vetternwirtschaft seilschaften amigo-system parteifinanzierung spendensystem parteifinanzierungsgesetz horst_eberhard_richter medien springer bild dieckmann ard zdf uno willy_brandt nine_eleven
tlacuache schrieb am 05.01.2012 um 03:09
Ich habe heute viel ueber Deutschland gelernt :

1.
Dank Küppersbusch weiss ich jetzt, das Land wird nicht ueber
Wahlzettel regiert, sondern ueber 250 Bierdeckel.

2.
Gertrud Höhler erklaerte mir, man soll nicht ohne sein Kindermaedchen ans Telefon gehen ("Politikberater").

3.
Kai Diekmann will keine Auflage in der Bild - Zeitung machen, er hilft lieber der schwaechelnden Konkurrenz.

4.
Ma(t)sch(m)eier verschenkt an jeden Geld, nur nicht an mich.

5.
Die öffentlich - Rechtlichen sind nach "Exclusivinterview" nur noch ein "investigativer Längs(t)wellensender Grimeton" BJ. 1925 im Auftrag Ihrer Gremiumsmitglieder.

6.
Spon und SZ nehmen nur an einem Amtsenthebungsverfahren Teil ("4. Gewalt"), wenn lächerliche Zinszahlungen und Urlaube anstehen und der Rueckenwind schon so gross ist, dass sich jeder Chefredakteur bei Windstaerke 12 von hinten aufs Wohlfuehlkissen reinwehen lassen kann, ohne dass ihm ein Handfächer von vorne noch feuchte Augen durch Luftzug erzeugen kann, aber nicht wenn einer "Ehrenworte" abgibt, Barscheld, Schreiberld, Kieplt, Schäubled, Max-Strausseld, Froschauerld etc. ect. etc....

Weiter so Deutschland, im moralischen UNO - Index steht Madagasgar schon links auf der Ueberholsspur und gibt uns kräftig die Lichthupe...
Rosa Sconto schrieb am 05.01.2012 um 03:38
@ tauche
wie kannst Du nur so über Deutschland denken. Ist es etwa keinen Versuch wert sich jedes Jahr aufs Neue mal so einen Typen auszusuchen. Wer weiss wenn das so weitergeht, ich meine nicht die Inflation und all diese alltäglichen Grausamkeiten, muss HarzIV endlich mal richtig gemacht werden, so mit Wärmestuben für ausgediente Präsidenten. Die Wähler von seinen Wählern sind dann bestimmt auch schon rechtzeitig an Tuberkulose eingegangen. Damit hätte sich dann auch die Diskussion um eine Direktwahl durch die Bevölkerung erübrigt. Muss ja überall gespart werden, das sagen jedenfalls die Chefredakteure schon schon bei Windstärke 9, wenn sie von hinten aufgeblasen werden und jeden kleinen Furz für einen Orkan halten.
tlacuache schrieb am 05.01.2012 um 06:16
Hier noch ein schoenes Video:

dotsub.com/view/01ad2718-073c-474a-ac40-c7a72e199d55#.Tv9m2swFd3A.gmail

aus dem Nebenblog von der "hellroten PreisnachlassIn"

www.freitag.de/community/blogs/rosa-sconto/take-the-money--run

"Oeffentlich - Rechtliches"- Informations - Programm fuer Dummbeutel und Wulffgegaggere bzw. (Super)Gauck - Anhaenger...

Ich muss mich korrigieren, die moralische Lichthupe fuer Deutschland auf der linken Autobahnspur kommt aus Niue ...
Tom Strohschneider schrieb am 05.01.2012 um 07:27
"Das haben wir damals deutlich anders wahrgenommen." Bild-Blome widerspricht Waid-Wulff im Deutschlandfunk: Es sei dem BuPrä nicht darum gegangen, den Kreidt-Bericht nur um einen Tag verzögern zu wollen. Wulffs Anruf "hatte ganz klar das Ziel, den Bericht zu unterbinden". bit.ly/zJPYUs
GEBE schrieb am 05.01.2012 um 08:34
Deppendorf: "Haben Sie, zusammengefasst noch mal gefragt, nicht durch Ihr Verhalten in den letzten Wochen das Amt des Bundespräsidenten schwer beschädigt?"

Wulff: "Das Amt des Bundespräsidenten ist aus vielerlei Gründen in Deutschland schwieriger geworden. Und durch diese Art von Umgang mit den Dingen hat m a n dem Amt sicher nicht gedient. (…)“

Frage: Darf ein Amtsinhaber sagen, daß er sein eigenes Verhalten für nicht vereinbar mit seinem Amtsverständnis halte, ohne zurückzutreten?

Übrigens: Im Interview benutzt er 41 mal(!) „man“ als ausweichenden Anthropomorphismus dort, wo er konkret als Person angesprochen worden ist, jedoch anscheinend zu feige ist mit „ich“ zu antworten.
apatit schrieb am 05.01.2012 um 10:01
... mach ich doch auch so!
Vaustein schrieb am 05.01.2012 um 12:49
@GEBE8.04
"Im Interview benutzt er 41 mal(!) „man“ als ausweichenden Anthropomorphismus dort, wo er konkret als Person angesprochen worden ist, jedoch anscheinend zu feige ist mit „ich“ zu antworten."

Das fiel mir auch äusserst unangenehm auf. Küchenpsychologisch gesehen deutet das daraufhin, dass er sich von sich selbst distanzieren will.
Tom Strohschneider schrieb am 05.01.2012 um 08:56
hier eine kleine Geschichte des Anrufs von Wulff und der Interpretation des Inhalts: bit.ly/AeAFQr
antares56 schrieb am 05.01.2012 um 08:59
Dieses Interview war doch nur Mist! Da sucht sich einer seine Lieblingsreporter aus, und hat wahrscheinlich die Fragen auch selbst vorgegeben.
Im übrigen sagt er nichts neues, lügt weiter, verschweigt weiter! Und er sieht sich plötzlich als Opfer. Das ist doch nur dreist. Ausserdem versucht er sich mit dem "Normalbürger" zu vergleichen - was ja wohl nur ein schlechter Witz ist.
Was bleibt? Nichts! Weg mit diesem Präsidenten!
apatit schrieb am 05.01.2012 um 09:59
" Weg mit dem Präsidenten" - wer solls machen? Gauck? … die Frage ist doch auch die, warum hat Friede Springer jetzt ihre Meute von der Kette gelassen? Ja ich weiß, Wulff hat angerufen … und nicht Gauck!
KarinL. schrieb am 06.01.2012 um 10:54
Sind sie den "wahnssinnig"?! Bloß nicht Gauck den Wendehals. Der verkauft sein Land an jeden, wenns um Eigeninteressen geht! Und Gauck würde auch eine Diktatur befürworten. Da gehe ich jede Wette ein. Denn er hat sich ja über die Occupy-Bewegung auch lächerlich gemacht.

Und zu Gaucks Herkunft lesen Sie mal bei Wikipedia nach! Das lässt tief blicken.

Genau...WAS FÜR EIN BERECHTIGTES INTERESSE HAT FRAU SPRINGER DARAN, DEN WULFF ZU ENTFERNEN?! Nämlich Kapitalinteressen!

Hier hehts um viel mehr als um das Amt des BP!!! Leute wacht doch endlich mal aus eurem Tiefschlaf aus!! Wulff hat sich gege die EU-Politik der Bundesregierung gestellt, gegen die Wirtschaft und für den Erhalt der Demokratie, der Bestimmung durch die Parlamente, eingesetzt!

www.zeit.de/wirtschaft/2011-08/wulff-ezb-staatsanleihen

www.tagesspiegel.de/politik/bundespraesident-wulff-greift-europas-regierungen-an/4534464.html

oder dies hier

www.zeit.de/politik/deutschland/2010-10/integration-wulff-merkel-geis
Falmine schrieb am 05.01.2012 um 10:51
Der Bundespräsident hat in seinem Amtseid geschworen, das Grundgesetz zu wahren und zu verteidigen. Wenn er diese Kernkompetenz, z.B. bei der Pressefreiheit, egozentrisch beschädigt, fehlt ihm künftig ein wichtiger Teil seiner Legitimation.

Allerdings fürchte ich, dass ihn dieser schlichte Gedanke bereits überfordert. Das ist ja die eigentliche, peinliche, Erkenntnis: Bundespräsident Wulff hat nix kapiert! Sein Amtsverständnis ist nicht größer als das derjenigen, die jetzt als seinen Nachfolger den Potsdamer Lobbyisten Günter Jauch fordern.

Wollen wir wirklich zulassen, dass unser Staatswesen auf das Niveau von BILD, BUNTE und Glotze banalisiert wird?
Ehemaliger Nutzer schrieb am 05.01.2012 um 12:39
@ TS
Der Begriff der „Bewährung“ passt auch deshalb nicht gut, weil von einer günstigen Sozialprognose, um im Bild zu bleiben, nicht auszugehen ist. „Ich möchte nicht Präsident in einem Land sein“, so Wulff in dem Interview, „in dem sich jemand von Freunden kein Geld mehr leihen kann.“

Ja, der Satz von Wulf ist auch bei mir hängen geblieben! Der hat nichts begriffen, obwohl er doch auch angekündet hat, er sei nun ein Präsident im „Lernzustand“! Mit diesem Statement über das Bundespräsidentenamt als „Lerncamp“ vertieft Wulff weiter sein Amtsverständnis.
Emma in Uniform schrieb am 05.01.2012 um 15:26
Zum Totlachen,

denn in der Reihe der strohblöden, selbstvergessenen Bundes-Luxushamster-Präsidentchen droht dieser nun ausgerechnet der Chef-Cobra BILD", inständig verzweilfelt, außer sich, aber..wegen ...hach, ja, wegen was wohl...

Denn ganz sicher nicht wegen: Seines Privatkredits.

Viel eher aber wegen etwas viel Privaterem.

"Man" darf sehr gespannt sein...

Das Allerlustigste an dem Interview:

Eben der Umstand, daß jeder diesem Dümmling anmerkt, wie schwer es ihm fällt, nicht ständig in die Welt herauszuschreien: "Cosi fan tutte"... "wieso bloß ich, ..gerade ICH verdiene doch mitunter nun am wenigsten an dieser wunderbaren Warenwelt Bundespoltik, gemein ist das einfach, buhuhu "...

:) :)
GEBE schrieb am 05.01.2012 um 16:42
Da ging mir doch heute den ganzen tag dieser Wulffsche Satz durch den Kopf:

"Ich möchte nicht Präsident in einem Land sein, wo sich jemand von Freunden kein Geld mehr leihen kann."

Sollte genau das ein Jemand in diesem Land tun, der/die Leistungen nach SGB II bezieht, und dies auch noch ganz offiziell tut, wird die Regelleistung gestrichen, nachdem das "Jobcenter" davon Kenntnis erhält, wenn die Kontoauszüge durchschnüffelt werden!

Wulff, sie widern mich an!
Joachim Petrick schrieb am 06.01.2012 um 02:21
@GEBE

N. m. E. streift Wulff mit dieser Feststellung den Tatbestand der Eröffnung eines Aktenorgangs mit dem Atenzeichen XY wg. präventiver "Wulffscher Selbstanzeige".

Wer deifniert eigentlich für diesen Bundespräsidenten Christian Wulff zu seinem und unser aller Schutz
"Was Freunde/innen sind"?
KarinL. schrieb am 06.01.2012 um 10:15
Lieber @GEBE,

Sie müssen das nur richtig begründen ;-)

Oder wie hatte doch Bukowski einmal festgestellt...

Die Menschen wollen belogen werden, weil die Wahrheit doch eh keiner hören will.
13rh07 schrieb am 05.01.2012 um 18:01
Hab ich was nicht richtig verstanden?
1. War es nicht Wulff, der am gestrigen Abend etwas von Transparenz erzählte?
2. Warum ergreift dieser Heuchler nicht die Chance zur Herstellung derselben, wenn die BILD ihm das schon anbietet?
3. Hat er uns etwa schon wieder belogen?

Nein, ich mag Beide nicht, weder mag ich den Blender, der sich zurzeit Bundespräsident nennt, noch mag ich die Springer'sche Hetzpresse - aber:
Ist es nicht köstlich, wie sich die Gier nun mit der Macht streitet?
13rh07 schrieb am 05.01.2012 um 18:08
Formatierungstest:
italic
bold
underlined
KarinL. schrieb am 06.01.2012 um 10:25
Es ist interessant wie der "Deutsche Michel" wieder einmal seinen Neid heraus hängen lässt. Nicht alle aber viele tun dies, nicht nur hier in diesem Forum. Dabei interessiert sich scheinbar keiner dafür, dass die abgehobenen Politelite, die Beamten, sich erst wieder kurz vor Weihnachten ihre Pensionen um bis zu 635 EURO erhöht hatten.

Auszug aus der Taz:

"BERLIN taz | Die Koalition hat Pensionen für politische Spitzenbeamte deutlich erhöht. Die Erhöhung, die am Donnerstag im Bundestag diskutiert wurde, betrifft Staatssekretäre oder Ministerialdirektoren - also Beamte, die im Falle eines Regierungswechsels ausgetauscht werden. Wenn sie ab dem nächsten Jahr in diesen sogenannten einstweiligen Ruhestand versetzt werden, steigen ihre Pensionen um bis zu 635 Euro pro Monat.

Ja der Deutsche Untertan wird sich noch einmal zu tode schuften. Und seine Sozialleistungen den Bach herunter geflossen sein. Keiner geht dagegen an, schon sonderbar wie ich finde. Nur wenn dieses Schmierenblatt der Springerpresse seine Macht aufzeigt, springen alle gleich auf den fahrenden Zug auf. Ohne darüber nach zu denken. Wie einfach es doch ist, die Masse zu manipulieren und von den eigentlichen Problemen dieses Landes abzulenken!

Wulff dürfte so einigen im Wege stehen!! Dahinter stehen ganz berechtigte politische, vorallem aber Kapitalinteressen!! Das Wulff nämlich die EU Politik seitens der Bundesregierung kritisierte, dürfte vielen ein Dorn im Auge sein. Dies aber versteht man nur, wenn man auch die Zusammenhänge und Hintergründe kennt!

Was den Arbeitnehmern hier in Deutschland noch erwartet, zeigt dieser Artikel auf.

www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2012/januar/europa-unter-deutscher-fuchtel

Ich frage mich wirklich, wie intelligent doch die Mehrheit der Deutschen so ist?! (das war provokant gemeint und nicht persönlich)
Isa 1234 schrieb am 31.01.2012 um 20:52
Wenn unser BP im Amt kleben bleibt, wird Korruption,Vorteilsnahme wie Bestechung, gesellschaftsmäßig gemacht!
Isa 1234 schrieb am 07.02.2012 um 19:59
Die Causa Wulff ist zu ende. Die Medien wiederholen sich. Die StA braucht viiiiel Zeit, um alles verifizieren zu können.
Also er kann triumphieren, das Stahlgewitter ist vorbei!
Schiete, denn Korruption, wie Bestechlichkeit und Vorteilsnahme haben nicht mehr den Wert, den sich ein moralischer Bürger sich immer noch vorstellt? Seine Freunde wie Maschmeyer und co können sich glücklich schätzen, das sie nie an den Pranker gestellt werden, obwohl sie vielen Menschen um ihr Hab und Gut geprellt haben. Alles im Namen Gottes, einer christlichen Partei?


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