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Politik : Bio-Produkte schaden Umwelt und Klima

Unter der Lupe: Sechs kritische Thesen zum Öko-Lifestyle. Was ist dran an dem Vorwurf, Bio-Landbau schade der Natur?

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Es steckt ja schon im Namen drin: Öko-Landbau ist öko, also gut für die Umwelt. Er nutzt weder synthetische Dünger noch künstliche Pestizide. Es gibt keine Massentierhaltung, die Antibiotika freisetzt und Unmengen Abwasser produziert. Öko-Landwirte achten die Fruchtfolge, schützen aktiv die Artenvielfalt, vertreiben ihre Waren oft regional. Kann Öko wirklich umweltschädlich sein?

Es kann. Zum einen müssen auch Bio-Bauern düngen und spritzen. Mist und Gülle belasten das Grundwasser und reichern es mit Nährstoffen an, die Flüsse und Seen umkippen lassen. Zudem erlaubt die EU-Ökoverordnung als Dünger unter anderem Blut-, Knochen- und Fleischmehle aus konventioneller Tierhaltung, die in der Produktion problematische Abwässer hervorbringen.

Auch der Einsatz von Kupfer im Öko-Landbau ist in die Kritik geraten: Die versprühten Präparate sind für Menschen zwar nur bedingt schädlich. Auch beschränken die Öko-Verbände den Einsatz inzwischen auf drei bis sechs Kilogramm pro Jahr und Hektar. Im Boden aber reichert sich das Schwermetall an, und wie zuletzt eine Studie der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA feststellte, ist Kupfer für Vögel, Würmer, Bienen und insbesondere für im Wasser lebende Organismen hoch giftig.

Zum anderen ist auch der Beitrag des Öko-Landbaus zum Klimawandel nicht so niedrig, wie mancher Konsument glauben möchte. Ein Studie des britischen Umweltministeriums ermittelte vor vier Jahren, dass Bio-Nahrungsmittel in der Herstellung zwar weniger Energie benötigen. Das liegt auch am Naturdünger, für den keine fossilen Rohstoffe verbraucht werden. Außerdem bedingt die weniger intensive Landnutzung, dass die CO2-Emissionen je Hektar geringer sind als im konventionellen Anbau. Dennoch stellt die Studie – wie 2008 auch die Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ­– fest, dass die Klimabilanzen bezogen auf die Produktmengen in Tonnen bisweilen schlechter als in der konventionellen Agrarwirtschaft ausfallen. Das gilt besonders für Geflügel und Rindfleisch.

Sowohl das Öko-Institut als auch die Verbraucherschützer von Foodwatch geben derweil zu bedenken, dass der Beitrag zum Klimawandel weniger von der Art der Landwirtschaft abhängt, als von der Ernährungsweise der Menschen: Wer kein oder wenig Fleisch – vor allem Rindfleisch – isst, schützt das Klima auch mit konventionellen Nahrungsmitteln effektiver, als jemand, der täglich Lebensmittel und Fleisch im Bioladen besorgt.

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