Empfehlung der Woche

Meine Liebe stirbt nicht

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Roberto Saviano

Hardcover, gebunden

400 Seiten

26 €

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European Media Art Festival № 39

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An Incomplete Assembly

Festival vom 22. bis 26. April 2026

Ausstellung vom 22. April bis 25. Mai 2026

in Osnabrück

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DJ AHMET

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Georgi M. Unkovski

Tragikomödie

Nordmazedonien

99 Minuten

ab dem 19. März im Kino!

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An die Substanz. Bauhaus Dessau 100

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Bauhaus Dessau

Glas | Beton | Metall (28.3.26–10.1.2)

Bauhausgebäude [Gropiusallee 38, Dessau]

Algen | Schutt | CO2 (28.3.–27.9.2026)

Ehemaliges Kaufhaus Zeeck [Kavalierstraße 72, Dessau]

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Kultur : Idioten an die Macht

Die Piratenpartei begründet sexistische und fremdenfeindliche Haltungen einzelner Mitglieder damit, dass jede Partei zehn Prozent Idioten habe. Ist es so einfach?

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Kennen Sie den? Empört sich der Professor in der Vorlesung: „Heute will jeder Idiot Medizin studieren. Zu meiner Zeit war ich der Einzige in der ganzen Stadt.“

HAHA!

Was für ein Quatsch. Der eigentliche Witz geht so: Heute will jeder Idiot in die Politik gehen. Und dieser „jeder Idiot“ schafft das dank der sich in immer kleineren Zyklen etablierenden, neuen, kleinen Parteien auch. Zu Gregor Gysis Hochzeiten war es nach seiner eigenen Aussage die Linkspartei, die zehn Prozent Idioten versammelte, wie angeblich jede andere Partei auch. Heute nun beruft sich der stellvertretende Piratenpressesprecher Aleks Lessmann auf Gysi und begründet die beklagten sexistischen sowie fremdenfeindlichen Haltungen einiger Piratenparteimitglieder damit, dass es eben in jeder Partei zehn Prozent Idioten gebe. Das Beste aber: Im Unterschied zu allen anderen Parteien sei seine fortschrittlich, da sie ihre Idioten auch zu Wort kommen lasse. Gleich­berechtigtes Forum für alle! Wichtig sei allerdings, so Lessmann, dass diese Leute nicht mehrheitsfähig würden.

HAHA! Um diesen Witz in seiner Genialität zu verstehen, sollte man vielleicht Folgendes wissen:

1. Idioten sind immer die Anderen. Und damit per se in der Mehrheit.

2. Idioten leistet man sich aus kathartischen Gründen. Irgendjemand muss alles das mal sagen, was die meisten nie sagen würden, weil sie sich sonst zu den zehn Prozent zählen lassen müssten, die alles Undemokratische, Deutschvorbelastete, Gefährliche verkörpern.

3. Idioten agieren daher am verrückten Rand, der den Rest gerade rückt.

4. Idioten sind, wie wir seit Dostojewski wissen, nette Menschen. Naiv. Offen. Grundehrlich. Und nur in Extrem­situationen außer Kontrolle.

5. Idioten sind, wie wir seit Lars von Trier wissen, nicht immer echte Idioten, sondern spielen manchmal auch nur die Rollen von Idioten. Weil das befreiend sein kann inmitten all der festgerückten Plätze.

Ach ja, was wären wir nur ohne ­unsere Idioten? Vielleicht ein Land mit ein paar Parteien weniger und einer CSU, die sich zyklisch „Quartalsirre“ leistet, freilich nicht von den eigenen Reihen so bezeichnet, sondern nur von den anderen? Zum Glück muss es soweit nie mehr kommen. Die Piraten haben in Umfragen bundesweit die Grünen mit 13 Prozent überholt. Ob und wen sie in vermeintlicher Ahnungslosigkeit spielen, wird die Talkshows noch eine Weile beschäftigen. Bliebe nur eine Frage offen: Wann tritt Grass den Piraten bei?

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