In Kooperation mit Kunstmuseum Bayreuth

Zwischen Großstadt, Krieg und Moderne

Mit Grafik und Fotografie hielten Max Beckmann und Armand Besch die Umbrüche ihrer Zeit fest. Zwischen urbanem Leben, gesellschaftlichen Rollenbildern, Kriegserfahrungen und Ruhemomenten entstanden eindringliche Zeugnisse des frühen 20. Jahrhunderts

Ausstellungsansicht einer Komposition von originalen Fotografien von Armand Besch, die in Berlin ab 1902 bis in die 1930er Jahre entstanden. Ein Blick reicht aus seiner damaligen Wohnung, 1934, in den Innenhof der St. Kamillus-Kirche. Seit 1. Januar 2023 ist sie Teil der Pfarrei „Märtyrer von Berlin“.Mittig angeordnet ist das Selbstporträt Armand Beschs‘, das auch als Titelmotiv der Ausstellung neben der Grafik „Selbst im Hotel“, 1922, aus der Mappe „Berliner Reise“ von Max Beckmann zu sehen ist.

© Kunstmuseum Bayreuth, Adrian Hoffmann

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AugenZeugen mit Stift und Kamera

AugenZeugen mit Stift und Kamera

Max Beckmann und Armand Besch im Kunstmuseum Bayreuth

Kunstmuseum Bayreuth

Maximilianstraße 33 | 95444 Bayreuth

Vom 1. März bis 4. Oktober 2026!

In Kooperation mit Kunstmuseum Bayreuth

AugenZeugen mit Stift und Kamera

Max Beckmann

Künstler

Max Beckmann gehört zu den zentralen Figuren der Moderne. Geboren in Leipzig und ausgebildet in Weimar bewegte er sich früh in den künstlerischen und intellektuellen Kreisen Berlins und Frankfurts. Die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche des frühen 20. Jahrhunderts haben sich tief in sein Werk eingezeichnet. Beckmanns Grafik ist geprägt von einer intensiven Beobachtung des städtischen Lebens. Wiederkehrende Motive sind Szenen des Alltags, des Krieges und des Vergnügens, Figuren aus Varieté und Jahrmarkt, sowohl vor als auch hinter den Kulissen. Es sind keine neutralen Darstellungen. Die damalige Sicht auf soziale Rollentypen und Klischees, eingefärbt durch die politischen und gesellschaftlichen Perspektiven ihrer Zeit, kann auch in Beckmanns Werken aus den Mappen „Gesichter“ (1918), „Jahrmarkt“ (1921), „Berliner Reise“ (1922) und „Day and Dream“ (1946) nachvollzogen werden. In der NS-Zeit als „entarteter Künstler“ diffamiert, wurden Beckmanns Werke aus deutschen Museen entfernt und 1937 teilweise in der Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt. Noch im selben Jahr ging er ins Exil. Beckmann lebte und arbeitete in Dänemark, den Niederlanden und ging mehrmals nach Paris um letzten Endes, getrieben durch die politische Situation in Europa, nach New York überzusiedeln.

Armand Besch

Fotograf

Armand Besch dokumentierte ebenfalls seine Zeit, jedoch mit dem Medium der Fotografie. Besch lebte und arbeitete in Berlin, Danzig und Coburg und unternahm Reisen nach London und Paris, die seinen Blick entscheidend prägten. Er hielt bedeutende historische Ereignisse fest, wandte sich zugleich aber auch dem Menschen im Alltag zwischen Arbeit und Freizeit zu. Seine Fotografien verbinden dokumentarische Genauigkeit mit einer zeitgenössischen Bildästhetik. Neben urbanen Motiven finden sich in Beschs Werk auch idyllische Darstellungen des Landlebens und romantisch verträumte Naturbilder. Sie stehen in bewusstem Kontrast zum pulsierenden Stadtleben und zu den Erfahrungen politischer Krisen und Kriegszeiten. Von 1916 bis 1918 war Besch als Landsturm-Rekrut eingezogen; auch diese Erfahrung hielt er in Bildern fest. Als begeisterter Ruderer unternahm er darüber hinaus Wanderruderfahrten, die seine Beziehung zur Natur vertieften und sich in der Wahl seiner Motive widerspiegeln. Er arbeitete mit den modernsten fotografischen Techniken seiner Zeit, experimentierte mit Materialien, Chemikalien, Belichtungszeiten sowie mit Druck- und Reproduktionsverfahren. Einige seiner Arbeiten sind der Strömung des Piktorialismus zuzuordnen, die die Fotografie als eigenständige Kunstform verstand.

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Bilder des gesellschaftlichen Wandels

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„AugenZeugen mit Stift und Kamera: Max Beckmann und Armand Besch“ — Ausstellung vom 1. März bis 4. Oktober 2026 im Kunstmuseum Bayreuth / Altes Barockrathaus

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