Liebe gegen jeden Widerstand

Leseprobe Aus dem Buch: „Morgens um neun am 24. Mai 2044 stand die Sonne glutrot am Himmel, als Anton Besendorf auf seinem Balkon frühstückte. Er wusste nicht, dass an diesem Tag jemand entscheiden würde, ob er weiterhin leben durfte oder sterben musste.“
Sind beim Blick in die Zukunft Roboter und Künstliche Intelligenzen schon Teil unserer Gesellschaft?
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Foto: STR/AFP via Getty Images

Kapitel 1

Morgens um neun am 24. Mai 2044 stand die Sonne glutrot am Himmel, als Anton Besendorf auf seinem Balkon frühstückte. Er wusste nicht, dass an diesem Tag jemand entscheiden würde, ob er weiterhin leben durfte oder sterben musste. Er biss in sein mit Marmelade bestrichenes Brötchen, lehnte sich mit einem leisen Schnaufen zurück und genoss die angenehme Süße. Mit der rechten Hand führte er die Kaffeetasse zum Mund, während er mit seiner Linken automatisch nach dem Minihandy griff, welches gerade einen Piep von sich gab. Nach einem kurzen Druck mit dem Daumen auf den Touchpoint entfalteten sich mit einem kaum wahrnehmbaren Gleitgeräusch die drei Teile des Displays und fügten sich zu einer nahtlosen Einheit zusammen.

Bin schon mit Papa auf dem Schießstand“ erklang Elizas dunkle wie über ein Reibeisen gezogene Stimme.

Er verzog mit einem Lächeln die Lippen, als er das verkehrt herum auf ihrem dunkelbonden Wuschelkopf thronende Basecap und einen darüber gestülpten Bügel eines Ohrenschützers betrachtete.

Bist du um zehn hier wie versprochen? Ich habe ihn bekniet, dass er sich eine ganze Stunde Zeit nimmt.“

Kann nicht verstehen, was euch das bringt, morgens in der Frühe mit euren Knarren auf kleine Scheiben zu ballern.“

Ich mach es eher, weil er so stolz ist, dass er mir das Schießen beigebracht hat; und zwar so, dass ich fast so gut bin wie er.“ Elizas Lachen fegte seine skeptische Bemerkung spielerisch hinweg. „Und natürlich ist er gut gelaunt, wenn er am Morgen seinem Hobby frönen kann, und dass er gut gelaunt ist bei der Abnahme nachher, das willst du doch auch, Anton?“

Na, klar“, brummte er, „du bist ein vorausschauendes Wesen, weißt du das?“

Sag ruhig raffiniert, wenn du willst, stört mich überhaupt kein bisschen, wenn´s doch gut für uns ist. Halt, wir müssen Schluss machen, er ist mit seiner Serie gleich durch, bis nachher!“ Sie blinzlte ihm kurz zu und ein roter Kussmund füllte für einen Moment das Display aus, bevor die Verbindung weg war.

Nach einem kurzen Druck auf die gleiche Stelle wie zuvor faltete sich das Display zusammen. Er ließ das Gerät in die Brusttasche gleiten und machte sich über die Reste seines Frühstücks her.

Die Carports für die Hydroautos, welche fast alle Bewohner des 20-stöckigen Apartmenthauses benutzten, waren wie in einem Stadion die Laufbahnen rund ums Gebäude angeordnet. Anton griff in die Brusttasche und nach einem kurzen Druck auf die richtige Stelle des Minihandys sprang die Fahrertür auf. Beim Setzen hielt er sich das Gerät vor den Mund: „Para Shuttle-Station.“ Mit dem Zeigefinger tippte er den zweistelligen Code auf dem neben dem Notfall-Lenkrad platzierten Autodisplay ein, welcher die Feststellbremse löste. Mit sanfter Beschleunigung setzte sich das Gefährt in Bewegung, fädelte sich immer schneller werdend in den laufenden Verkehr auf dem Highway in Richtung der PARA-Halbinsel ein. Mit der für alle Verkehrsteilnehmer eingestellten Standardgeschwindigkeit von 50 Meilen pro Stunde hatte Anton jetzt runde vierzig Minuten Zeit, sich auf den Übergabetermin der unter seiner Federführung ausgebauten Dachgeschosswohnung des Schwarzschild-Rockenfelderschen Gebäudes vorzubereiten.

Auf dem wiederum aufgefalteten Display des Minihandys überprüfte er Schritt für Schritt die einzelnen Baumaßnahmen, verglich noch einmal seine Ursprungskalkulation und die Endaufstellung der Kosten. Er musste unwillkürlich selbstgefällig grinsen bei dem Gedanken daran, dass er tatsächlich unter der für den Bau veranschlagten Summe geblieben war. „Papa gehört zu den reichsten Menschen der Welt“ hatte Eliza ihm nach der ersten Woche ihres Kennenlernens ohne Anzeichen der geringsten Verlegenheit erzählt, „aber er ist bestimmt auch einer von denen, die jede noch so kleine Zahlung kontrollieren und auf keinen Fall über den Tisch gezogen werden wollen.“

Als hätte sie ihm das erst mitteilen müssen. Natürlich war ihm bewusst gewesen, mit wem er es bei diesem Auftrag zu tun bekam, nämlich mit Richard Schwarzschild-Rockenfelder, dem Erben eines Billionenvermögens, welches einige Generationen seiner Vorfahren angehäuft hatten. Als führendes Mitglied des Councils griff er bei wichtigen Anlässen ins Geschehen der öffentlichen Meinungsbildung ein. Richard selbst war es gewesen, der seinerzeit in einer offiziellen Erklärung dieses Gremium als Beraterorgan vorgestellt hatte. Es bestand aus speziell selektierten Mitgliedern der 200 reichsten Familien der PARA-Welt. Ob das Council den Regierungen der einzelnen Regionen übergeordnet war, blieb offen.

Anton war diese Erklärung genau so wie der Mehrheit seiner Zeitgenossen als unerheblich erschienen. Es gab noch eine andere Welt auf dem Planeten Erde, dessen war man sich bewusst, aber über sie erhielt man als Wicht keine direkten Informationen. Anfang der dreißiger Jahre war ein digitaler Vorhang zur Abschottung zu ihr errichtet worden. Ab da hieß sie Antipodien und man erfuhr nur noch, dass es sich um ein zutiefst aggressives Gebilde handelte, welches ständig neue Waffensysteme entwickelte, um die PARA-Welt zu zerstören. Eine der wesentlichen Grundlagen des PARA-Gesellschaftssystems war die besonnene und treue Weitsicht der Paras. Sie hatten sich im Laufe der Jahre alle ihre Hauptwohnsitze auf der Halbinsel PARA geschaffen. Wichte durften die Halbinsel nur auf Einladung von Paras, also einem Mitglied einer der 200 reichsten Familien, betreten oder gar über längere Zeiträume als Bedienstete der Para-Familien dort verbringen.

Während Anton seine Blicke müßig über den Strom der an diesem sonnigen Morgen auf dem Motorway dahin gleitenden Fahrzeuge wandern ließ, fragte er sich unwillkürlich, wo dieses Schlagwort eigentlich herkam, das von der besonnenen und treuen Weitsicht der Paras. Es war ihm wie ein Gassenhauer durch den Kopf geschossen. Richtig, die Paras sorgten für die Produktion immer ausreichender Systeme zur Verteidigung vor den drohenden Angriffen der kriegslüsternen Antipodioten. Nutznießer davon waren alle Wichte – und auch sie selbst, wie Paras bei öffentlich übertragenen Meinungsbildungs-Talkshows mit bescheidenem Lächeln zugestanden.

Die Ansage einer weiblichen Stimme riss Anton aus seinen Grübeleien. „Wir erreichen das Ziel in drei Minuten, bitte zum Aussteigen bereit machen.“ Das Hydrocar scherte nach rechts aus überquerte einen Flyover und rangierte sich dann immer langsamer werdend auf dem weitläufigen Parkplatz vor der Para Shuttlestation in eine Parkbucht.

Nach kaum fünf Minuten Wartezeit auf dem einzigen Bahnsteig schwebte lautlos der Shuttlezug herein. Ein leises Zischen und der langgestreckte Waggon senkte sich auf die breite Metallschiene, welche mittig angeordnet sowohl als Führungs- als auch magnetisches Steuerelement diente. Anton und der Pulk weiterer Besucher für Para traten durch die automatisch sich öffnenden Schiebetüren ins Innere. Für die Reise durch rund eine Meile Ödnis, welche die Grenze zwischen der PARA Halbinsel und der Welt der Wichte trennte, setzte sich Anton gar nicht erst hin. Das sanfte Vibrieren seines Körpers beim Anfahren der Shuttlebahn überlagerte beinahe komplett das zeitgleich einsetzende Flirren des Minihandys in seiner Brusttasche.

Ob zuerst der Streifen Ödnis da war und man dadurch auf die Idee gekommen ist, die Zeit zum Überqueren für ein dreiminütiges Scannen der Minihandys der Reisenden zu nutzen, oder ob das umgekehrt war? Keine blasse Ahnung.

Anton schob die Hand in eine Halteschlaufe und hielt sich fest.

Schon genial“, eine auf einer der gepolsterten Bänke sitzende junge Frau mit runder Intellektuellenbrille kniff ein Auge zu und lächelte ihn an, „man sieht keine Wachen und nichts, aber die Kontrolle ist so perfekt, dass nicht mal eine Maus unentdeckt durchschlüpfen könnte.“

Die Maus hat aber kein Minihandy dabei.“

Dann sollten sie aber mal sehen. Liebe Börse, wette, dass dann innerhalb von 20 Sekunden eine Drohne über dem armen Mäuschen schwebte. In seinen letzten Momenten würde es glauben, ein Adler habe es entdeckt und zugepackt.“

Beide lachten. Die Idee, als lebendes Wesen außerhalb der eigenen vier Wände ohne Minihandy unterwegs zu sein, war gar zu unvorstellbar.

Nach Verlassen der Zielstation auf der Halbinsel betrat Anton einen Parkplatz, der dem, wo er sein Hydrocar gelassen hatte, glich wie ein Ei dem anderen. Allerdings waren die hier geparkten Fahrzeuge alles E-Antriebe und sie standen jeder Person auf der Halbinsel frei zur Verfügung. Er öffnete die Tür eines Wagens, indem er einfach mit seinem rechten Zeigefinger auf die Seitenscheibe tippte, stieg ein und programmierte als Zielort den Ocean Boulevard 124.

Wie immer stockte ihm der Atem beim Anblick des Schwarzschild-Rockenfelderschen Anwesens, während das E-Fahrzeug in einer weiten Schleife durch gepflegte Rasenflächen auf das Heim der Familie zu fuhr. Das zweigeschossige mit einem Säulen-geschmückten Vorbau ausgestattete Gebäude war wie er wusste Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet worden. Die roten Backsteine des Mauerwerks kontrastierten mit der weißen Balustrade des das gesamte Obergeschoss umschließenden Balkons. Über dem Ganzen thronte eine ebenfalls weiße Kuppel. Als Higlight spiegelte sich das Gebäude im morgendlichen Sonnenlicht in einem vor dem Bau angelegten künstlichen See, dessen Oberfläche dem Besucher ein im Wind zitterndes Spiegelbild der Konstruktion präsentierte.

Er eilte die drei Stufen zum Eingangsportal hoch und Jim, Butler des Hauses, öffnete die schwere Eichentür. „Guten Morgen Mister Besendorf, die Herrschaften sind schon oben und erwarten sie.“ Anton verkniff sich das Lächeln ob der merkwürdigen Aussprache seines Nachnamens. Aus Jim´s Mund hörte sich das eher wie Biesendörp an. „Guten Morgen Jim. Danke, ich kenne ja den Weg.“ Damit ging er auf die große Treppe zu und stieg immer zwei Stufen nehmend nach oben.

Im hinteren Gebäudeteil, anschließend an die Kuppel, hatte es einen Speicher gegeben, vollgestellt mit allerhand Gerümpel, das sich im Laufe von Jahrzehnten angesammelt hatte. Es war die Idee von Elizas Mutter Pauline gewesen, mit dem Ausbau dieses Speichers zu einer luxuriösen Wohnung ihre Tochter Eliza daran zu hindern, ganz aus dem Haus auszuziehen. Wie Eliza ihm schon kurz nachdem sie sich kennengelernt hatten, erzählte, war sie keineswegs von Beginn an von dieser Idee begeistert gewesen: „Jetzt bin ich aber froh darüber, dass ich ja gesagt habe.“

Wieso?“ hatte er gefragt und sie hatte ihn mit einem halb spöttischen, halb schüchternen Augenaufschlag gemustert.

Kannst du dir das nicht vorstellen?“ Dabei hatte sie mit ihren rot lackierten Fingernägeln sanft über den bei der Arbeit hoch gekrempelten Ärmel seines Hemdes gestrichen. Das war der Moment gewesen, als ihm das Herz so heftig im Leibe zu pochen begann, dass er es bis in die Schläfen spürte. Er, der ursprünglich aus Deutschland stammende Wicht und die Tochter des Hauses eines Paras, undenkbar war ihm das erschienen.

Richard Schwarzschild-Rockenfelder erwartete ihn mit schräg gelegtem Kopf. Seine blauen Augen blickten abwesend in eine nur ihm bekannte Ferne. „Ich habe schon einen Rundgang gemacht.“ Die Stimme klang trainiert wie bei einem Schauspieler. Anton vermeinte jedoch immer, wenn er sie hörte, einen leicht näselnden Beiklang heraus zu hören, der ihm unangenehm war.

Eliza stand einen halben Schritt hinter ihrem Vater, kniff verstohlen ein Auge zu und zeigte ihm blitzschnell einen erhobenen Daumen. „Mama ist unten und kümmert sich um die Vorbereitungen für die Feier.

Welche Feier?“

Ach, das hat meine Tochter ihnen nicht verraten?“ Richard trat über die Schwelle und bedeutete Anton mit ausgestrecktem Zeigefinger, ihm zu folgen. „Dieser Flur ist ziemlich dunkel. Sie haben zwar durch eine Glasscheibe im oberen Teil der Tür zum Salon für natürliche Belichtung gesorgt, dennoch ...“ Er ließ den Satz mit einem schnaubenden Geräusch ausklingen.

Eliza riss mit einem Schwung die Salontür auf „Voila, hinein in den strahlenden Sonnenschein.“

Und tasächlich war die Wirkung beim Eintreten überwältigend. Der trapezförmig sich zu einer breiten Glasfront hin erweiternde Raum schwebte im Licht und der Blick über die Wiesen des Anwesens bis hin zum unter blauem Himmel sanft vor sich hin dümpelnden Ozean jagte Anton aufs Neue einen Schauer der Begeisterung über den Rücken. Das von Eliza mit unfehlbarem Geschmack ausgewählte Mobiliar ergänzte alles, was er mit architektonischen Mitteln geschaffen hatte. Ihre extravagante Mischung aus modernen, weißen Schränken und Tischen vertrug sich überraschenderweise ideal mit einer mit rotem Samt bezogenen antiken Rokoko – Sitzgarnitur.

Schwarzenberg-Rockenfelder durchschritt den Raum als nehme er eine Parade ab. Hoch aufgerichtet ließ er den Ausblick auf sich wirken und Anton, der ihn von der Seite genau beobachtete, glaubte einen Ausdruck von Stolz in seiner zumeist undurchdringlichen Miene zu entdecken.

Komm in mein Arbeitszimmer!“ Eliza schnappte ihren Vater am Arm und bugsierte ihn durch eine geöffnete Doppelflügeltür in den benachbarten Raum.

Beifällig nickte Schwarzenberg-Rockenfelder und klopfte mit einem Knöchel auf die Platte des mit Schnitzereien versehenen massiven Nussbaum-Schreibtischs. Dann wandte er sich Anton zu. „Also gut, Schlafzimmer, Bad, Küche und so weiter habe ich mir vorhin schon angesehen. Sie haben ihre Aufgabe gelöst, schicken sie ihre Schlussrechnung an mein Büro.“ Nach dieser knappen Aufforderung wandte er sich um und strebte Richtung Salon. Dort drehte er noch einmal den Kopf, „wir sehen uns nachher noch, Herr Besendorf.“

Anton runzelte die Stirn und wartete auf das Klacken der ins Schloss fallenden Wohnungstür. „Was hat er damit gemeint, wir sehen uns ..?“

Jetzt hab ich dich endlich für mich.“ Eliza fiel ihm so ungestüm um den Hals, dass er seine Frage nicht zu Ende brachte, ihre Lippen waren fest und schmeckten nach Kirschen und ihre Zunge schob sich in seinen Mund.

Aufatmend presste er sich an Elizas biegsamen Körper und mit den Handflächen strich er über ihren Rücken nach unten und umfasste ihre Pobacken. Sie holte tief Luft und drückte ihn ein kleines Stück weg, „warte!“ Damit griff sie zur Fernbedienung auf dem ansonsten leeren Schreibtisch. Sie drückte zwei Knöpfe nacheinander, lauschte mit zurück geworfenem Kopf auf das Klacken des einrastenden Schlosses der Eingangstür. „Jetzt die Dinger weg!“ Sie holte das Minihandy aus einer Seitentasche ihrer Bluse und hielt ihm auffordernd eine Hand mit nach oben gekehrter Handfläche hin.

Anton gab ihr sein Minihandy und mit flinken Sätzen war sie im benachbarten Salon, wo sie die Geräte unter ein Kissen auf dem Rokokosofa schob. Schon war sie zurück und warf mit einem erleichterten Seufzer die Tür hinter sich zu. Sie umschlangen und küssten sich in fiebernder Erregung. Er spürte, wie ihre Hände von seinen Wangen über den Brustkorb nach unten wanderten. Sie glitt rückwärts auf den Nussbaum-Schreibtisch und zog ihn auf sich. Eliza, die Para, die so beherrscht erscheinen konnte wie ein Universitätsprofessor bei der Abnahme einer Examensprüfung, stöhnte, zuckte und wand sich in seinen Liebkosungen wie er es zuvor bei keiner anderen erlebt hatte.

Wenig später saßen sie wohlig zurückgelehnt und wieder angezogen nebeneinander auf dem Sofa im Salon. Eliza hatte eine Flasche Orangensaft aus dem in der Bar eingebauten Kühlschrank geholt und zwei Gläser auf dem Couchtisch gefüllt.

Nach einem tiefen Schluck – der Saft rann wie erfrischende Medizin durch seine trockene Kehle – setzte Anton erneut zu seiner Frage an. „Was hat er gemeint damit, wir sehen uns und was für eine Feier bereitet deine Mutter vor?“

Ach, nichts großartiges. Mama hat zu einem kleinen Empfang zum Tee geladen zur Einweihung meiner neuen Wohnung. Sie ist doch so stolz darauf, dass sie die Idee dazu hatte. Hab ich dir doch erzählt.“

Das schon, aber Empfang, ist mir neu. Naja nichts für mich, lauter Paras möchte ich wetten.“

Das kommt überhaupt nicht in Frage, dass du kneifst, mein Lieber. Paras hin oder her, du bist mein Ehrengast. Du hast schließlich dieses Wunder hier möglich gemacht.“ Dabei bewegte sie die ausgestreckte Hand mit einer Geste, welche die ganze Wohnung umfasste.

Ich bin so gerne mit dir zusammen, Liza, das weißt du.“

Sie nickte und ließ ihren Blick von seinen Haarspitzen bis zu den blank geputzten Schuhen wandern.

Aber ein Empfang mit denen,“ jetzt machte er eine rundum ausholende Bewegung, welche die gesamte Halbinsel umfasste, „ist doch wider die Natur, mach dir nichts vor.“

Rede nicht so einen Quatsch, Liebling“, fuhr sie auf. „Bis auf dieses kleine Stückchen Metall in deiner Achselhöhle sind wir doch gleich. Naja, bis auf das da auch, zum Glück ...“ Dabei ließ sie ihre Hand liebevoll über seinen Bauch nach unten gleiten.

06.12.2021, 12:17

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