Vom Wesen der Wut

Hintergründe „Manchmal genügt eine Nichtigkeit, ein falsches Wort, ein abschätziger Blick, eine beleidigende Geste des anderen – und schon wallt in uns eine heftige Emotion empor: Wut.“
Wut verbindet: Eine Gruppe protestierender.
Wut verbindet: Eine Gruppe protestierender.

Foto: Steve Eason/Hulton Archive/Getty Images

Einem unberechenbaren Biest gleich, das unserem Körper zu entkommen versucht, vermag das schäumende Gefühl in Sekundenschnelle unser Bewusstsein zu überrumpeln, gleichsam kopflos unser Handeln zu bestimmen – losgelöst von klarer Logik und kühlem Verstand.“ – geo.de

Ein Zeichen der Wut?

Der Biologe Peter Godfrey-Smith von University of Sydney forscht regelmäßig [in Jervis Bay] mit seinem Team und beobachtete dabei immer wieder, dass die Kraken Sedimente, Tang oder Muschelschalen durch das Wasser schleudern und dabei auch Artgenossen treffen. [...] Die Würfe finden immer einseitig statt: Beschossene Kraken werfen nichts zurück; in einem Fall wechselte der Attackierte jedoch die Farbe und feuerte eine Muschel in den Ozean – eventuell um Wut abzulassen, so die Forscher.“ – spektrum.de

Wut macht verdächtig

„Stellen Sie sich vor, Sie sollen bei der Aufklärung eines Diebstahls helfen. In einer Firma wurden Computer gestohlen, und nur drei Personen hatten die Gelegenheit dazu. Alle streiten die Tat ab, aber ein Verdächtiger reagiert ruhig, der zweite empört, und der dritte sagt nichts weiter dazu. Wer ist wohl am wahrscheinlichsten der Täter?“ – spektrum.de

Wie umgehen mit der Wut?

Nun gehört Sanftmut nicht gerade zu den Top Ten der Tugenden. Tapferkeit, Gerechtigkeit oder Weisheit sind die Evergreens in den Tugendcharts. Dabei verdient das, was Aristoteles zur Sanftmut und insbesondere ihren lasterhaften Abweichungen schreibt, ­näher betrachtet zu werden. Sanftmut ist bei ihm eine Tugend im Hinblick auf den Umgang mit Wut, Zorn, Empörung. Der Sanftmütige zeigt Aristoteles zufolge den richtigen Umgang damit; so kann ein sanftmütiger Mensch durchaus mal wütend werden – aber nur aus angemessenem Anlass und in angemessener Dauer.“ – philosophie.ch

08:21 21.04.2022

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Mehr Wut, mehr Solidarität

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Netzschau Stimmen aus dem Netz: „Das Wesen der Wut [ist] kraftvoll und tief in unserem Gefühlsleben verankert. Im Gehirn liege ihr Ursprung in demselben Zentrum, das auch für Angst verantwortlich sei: der Amygdala. Die Wirkung der Wut sei körperlich messbar.“

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