Die Archäologin Veska ist für ein Ausgrabungsprojekt in ihre Heimatstadt Svilengrad zurückgekehrt, in die Grenzregion zwischen Bulgarien, Griechenland und der Türkei. Überraschend trifft sie auf Said, einen alten Bekannten aus den Rhodopen, den undurchsichtige Geschäfte nach Svilengrad geführt haben. Saids Auto ist gestohlen worden, und Veska lädt ihn ein, den Tag mit ihr auf der Ausgrabungsstätte zu verbringen. Es ist ein glücklicher Tag voller Vertrautheit, ein Tag wie ein Versprechen. Am nächsten Morgen ist Said verschwunden.
Veska folgt den Spuren Saids und dringt dabei immer tiefer in die verborgenen Schichten und Verhältnisse der Stadt und ihrer Menschen vor – Geschichten aus der Zeit des großen Umbruchs in den 90er Jahren, von Freiheit und geplatzten Träumen, Gewalt und schnellem Geld. Was hat Said mit Iliya zu tun, dem mächtigen Mann im Hintergrund, bei dem alle Fäden zusammenzulaufen scheinen? Veska ist gezwungen, sich ihren eigenen Erinnerungen zu stellen. Unterstützt von ihren Freundinnen und Freunden aus Svilengrad, beginnt sie, ihre eigene Geschichte zu schreiben.
Nach „Western“ (Cannes, Un Certain Regard 2017) kehrt Valeska Grisebach an den Rand Europas zurück und findet dort einen Film über Begehren, Zugehörigkeit und die Frage, was ein Abenteuer eigentlich mit einem macht.
Svilengrad
Das bulgarische Svilengrad zählt ca. 26.000 Einwohner*innen und ist am Fluss Mariza an den östlichen Ausläufern der Rhodopen gelegen, im thrakischen Dreiländereck mit der Türkei und Griechenland. Die Wirtschaft ist weitgehend auf den naheliegenden Grenzübergang zur Türkei und zu Griechenland, den Warenverkehr und den Grenztourismus ausgerichtet – anderem gibt es eine Vielzahl von Kasinos, da in der Türkei das Glücksspiel verboten ist. Der Grenzübergang Kapitan Andreewo-Kapıkule gilt als zweitgrößter der Welt (nach Tijuana-San Ysidro zwischen Mexico und der USA) und spielt die Schlüsselrolle im europäisch-türkischen Warenverkehr und als Handelskorridor zum Nahen und Fernen Osten – hier liegt der Anfangspunkt des Asian Highway 1 nach Tokio und der Bahnstrecke Svilengrad- İstanbul Sirkeci. Bei der kompletten Renovierung des Übergangs 2008/2009 wurde seine Kapazität vervierfacht.
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