In Kooperation mit jip film & verleih gbr

Seemab Gul:„Viele bekommen keine Bildung“

Der Film orientiert sich an den „Geisterschulen“ in Pakistan. In ihrem Regiestatement erläutert Seemab Gul nicht nur die Hintergründe des Films, sondern auch die Bedeutung und den Kontext dieses Begriffs.

Die Schülerin Rabia steht an einer pakistanischen Flagge.
Nazualiya Arsalan (Rabia)

Filmstill: jip film & verleih

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Ghost School

Ghost School

Seemab Gul

Drama

Pakistan, Deutschland, Saudi-Arabien 2025

88 Minuten

Ab 03.09.2026 im Kino!

In Kooperation mit jip film & verleih gbr

Ghost School

Seemab Gul: „Ghost School“ ist eine Auseinandersetzung mit der systemischen Korruption im ländlichen Pakistan, wo Hunderte sogenannter „Geisterschulen“ nur auf dem Papier existieren und Millionen von Kindern keinen Zugang zu Bildung haben. Diese Schulen stehen verlassen, während Beamte und Lehrkräfte weiterhin Gehälter beziehen. Ein Kreislauf aus Armut und Unwissenheit wird so aufrechterhalten. Erzählt aus der Perspektive eines neugierigen und mutigen Mädchens, zeigt der Film die Unschuld und Entschlossenheit eines Kindes, das die Ungerechtigkeit um sich herum hinterfragt.

Der Begriff „Ghost School“ ist im postkolonialen Pakistan ein englischer Ausdruck, weil die gebildete, englischsprachige Elite seine Bedeutung kennt und dennoch kaum etwas unternimmt, um diese Korruption zu bekämpfen. Da unsere junge Protagonistin die Täuschung nicht versteht, bietet der Film einen Zugang, um das zugrunde liegende Thema der Korruption sowie die Unsicherheit zu verhandeln, die das Leben so vieler Kinder in Pakistan prägt.

Inspiriert ist der Film von Abbas Kiarostamis „Wo ist das Haus meines Freundes?“, der aus der Perspektive eines Kindes innerhalb des Mikrokosmos eines Dorfes erzählt wird. Obwohl die Weltöffentlichkeit auf die Schließung von Mädchenschulen aufmerksam wurde, als Malala von den Taliban angegriffen wurde, bleibt das größere Problem der Bildung von Kindern weitgehend un- sichtbar. Der Film ist eine visuelle Metapher für Unsicherheit und das Unbekannte innerhalb des korrupten politischen Systems Pakistans. Die Welt aus der Perspektive eines Kindes zu zeigen, ist besonders im südasiatischen Kino selten.

Biografie: Seemab Gul ist Drehbuchautorin, Regisseurin und Produzentin. Ihr Kurzfilm „Sandstorm“ wurde in Venedig und Sundance sowie auf über 100 weiteren internationalen Filmfestivals gezeigt. Er gewann 20 Preise und wurde für den BIFA nominiert. Ihr Dokumentarfilm „Zahida“ wurde auf Al Jazeera ausgestrahlt. Seemab ist Absolventin der London Film School, Locarno Open Doors, Berlinale Talents und Venice Biennale College Cinema.

Mit ihrem Spielfilmprojekt „Haven of Hope“, einer internationalen Koproduktion, nahm sie an La Fabrique Cinema teil. „Ghost School“ ist ihr Debüt-Spielfilm und feierte seine Weltpremiere beim Internationalen Filmfestival Toronto 2025 und seine Deutschlandpremiere im Februar 2026 bei der Berlinale im Wettbewerb Generation Kplus.

Filmografie (Auswahl)
2025 Ghost School (Spielfilm)
2025 Climate of Consequences (Kurz-Dokumentarfilm)
2021 Sandstorm (Kurzfilm)
2018 Zahida (Kurz-Dokumentarfilm)

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