Annekatrin Hendel, in Ost-Berlin geboren, ist eine erfolgreiche deutsche Produzentin, Regisseurin, Drehbuchautorin und Szenenbildnerin, die sich vor allem dem Dokumentarfilm gewidmet hat. Bevor sie selbst Filmprojekte realisierte, arbeitete sie nach Abschluss ihres Designstudium ab 1987 zunächst als Kostüm- und Szenenbildnerin.
2004 gründete sie ihre eigene Filmproduktionsfirma IT WORKS! Medien, für die sie heute als Produzentin, Regisseurin und Geschäftsführerin tätig ist. 2011 erschien der erste Kino-Dokumentarfilm „Vaterlandsverräter“, bei dem sie auch die Regie übernahm. Der Film über den DDR-Schriftsteller Paul Gratzik wurde im selben Jahr bei der Berlinale uraufgeführt und bildete den Auftakt für die „Verrats-Trilogie“. Es folgten diverse Auszeichnungen, u. a. der Friedensfilmpreis auf dem FilmFest Osnabrück 2011 sowie 2013 der Grimme-Preis. Ebenfalls 2011 erschien ihr Dokumentarfilm „Flake — Mein Leben“ über den Rammstein-Keyboarder Christian „Flake“ Lorenz, der für den Grimme-Preis nominiert wurde.
2014 feierte „Anderson“, der zweite Teil der „Verrats-Triologie“, auf der Berlinale Premiere. Im Zentrum steht der titelgebende Sascha Anderson, der in der DDR zwar der oppositionellen Literaturszene Ost-Berlins angehörte, parallel aber Informant für die Stasi war. 2014 erhielt der Film den Preis der multireligiösen Jury beim Filmfest Potsdam. Hendels Folgeprojekt war das Kino-Porträt „Fassbinder“ über den legendären Filmemacher Rainer Werner Fassbinder, das 2015 erschien. Zwei Jahre später wurde ihr Dokumentarfilm „Fünf Sterne“ über die Berliner Künstlerin Ines Rastig (1965-2016) mit dem Heiner-Carow-Preis auf der Berlinale ausgezeichnet.
Mit „Familie Brasch“ schloss Annekatrin Hendel 2018 ihre „Verrats-Trilogie“ ab. In dem Dokumentarfilm forscht sie der Geschichte der Literatenfamilie Brasch nach, deren Vater zu DDR-Zeiten ein überzeugter SED-Funktionär war und seinen regimekritischen Sohn anzeigte. Die Uraufführung fand beim Münchner Filmfest statt. 2019 realisierte sie den Film „Schönheit & Vergänglichkeit“, ein Porträt über den Berghain-Türsteher und Fotografen Sven Marquardt, der ebenfalls auf der Berlinale mit dem Heiner-Carow-Preis prämiert wurde und auf zahlreichen internationalen Festivals lief.
Als Produzentin wurde sie 2021 mit dem Film „Space Dogs“ für den Deutschen Filmpreis nominiert sowie 2022 für den Österreichischen Filmpreis. Für den Dokumentarfilm „Union —Die besten aller Tage“ kehrte Annekatrin Hendel zurück in ihre Heimat und widmete sich dem Fußballverein 1. FC Union Berlin. Mit „Hiddensee“ setzt sie nun ihre Spurensuche auf der legendären Ostseeinsel fort.
Internationale Stipendien wie das Max-Kade-Stipendium der New York University (2025) und ein Aufenthalt in der Villa Aurora in Los Angeles (2016) führten sie zwar in die Ferne – ihr künstlerischer Kompass aber bleibt auf die spannungsreichen Innenland- schaften deutscher Geschichte gerichtet.
Auch jenseits der eigenen Projekte gestaltet sie die Filmlandschaft aktiv mit: Von 2017 bis 2022 war Hendel Mitglied des Vorstands der Deutschen Filmakademie, außerdem ist sie eine gefragte Jurorin – etwa bei First Steps, der Berlinale, Sehsüchte, Achtung Berlin und dem Filmkunstfest Schwerin – sowie in verschiedenen Filmfördergremien (u. a. BKM, MOIN, FFA).