Andrey Zvyagintsev wurde am 6. Februar 1964 in Nowosibirsk geboren. Zunächst besuchte er dort die Schauspielschule und wurde von Lev Belov unterrichtet, bevor er sein Studium in Moskau fortsetzte. 1990 schloss er sein Schauspielstudium am Russischen Institut für Theaterkunst (GITIS) in der Klasse von Evgeny Lazarev ab. In den folgenden Jahren war Andrey als Schauspieler in mehreren Theater-, Film- und Fernsehproduktionen zu sehen.
Im Jahr 2000 gab er sein Regiedebüt. Für die REN-TV-Reihe The Black Room inszenierte er die drei Kurzfilme „Bushido“, „Obscure“ und „The Choice“. Unmittelbar darauf folgte sein erster Langfilm.
2003 lief „The Return – Die Rückkehr“im Wettbewerb der 60. Filmfestspiele von Venedig und gewann mit dem Goldenen Löwen den Hauptpreis. Der Film war nicht nur Zvyagintsevs Regiedebüt, sondern auch für einen Großteil der Crew die erste Langfilmproduktion. Zudem erhielt er den Löwen der Zukunft für den besten Debütfilm – ein „sehr feinsinniger Film über Liebe, Verlust und das Erwachsenwerden“. „The Return – Die Rückkehr“erregte weltweit Aufmerksamkeit und zählte zu den Kinosensationen des Jahres.
Sein zweiter Film „Die Verbannung“ging 2007 bei den Filmfestspielen von Cannes ins Rennen um die Goldene Palme. Konstantin Lavronenko wurde dort als bester Darsteller ausgezeichnet – als erster russischer Schauspieler überhaupt. 2011 feierte Zvyagintsevs dritter Film „Elena“bei den 64. Filmfestspielen von Cannes Premiere und gewann in der Sektion Un Certain Regard den Spezialpreis der Jury.
Sein vierter Film „Leviathan“lief 2014 im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes und gewann den Preis für das beste Drehbuch (Andrey Zvyagintsev und Oleg Negin). 2015 wurde er von der Hollywood Foreign Press Association als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet. Mit dem Golden Globe war „Leviathan“ die erste russische Produktion seit 1969, die diesen Preis erhielt. Bei der 87. Oscarverleihung wurde der Film in derselben Kategorie nominiert.
Zvyagintsevs nächster Film „Loveless“gewann 2017 den Preis der Jury bei den Filmfestspielen von Cannes und wurde 2018 für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert. Der Film wurde in allen wichtigen Märkten ausgewertet und war weltweit für zahlreiche renommierte Filmpreise nominiert, darunter die Golden Globes und die BAFTAs. Bei den französischen Césars wurde „Loveless“als bester ausländischer Film ausgezeichnet – ein Novum in der Geschichte des sowjetischen wie des russischen Kinos.2018 gehörte Andrey Zvyagintsev der Jury der Filmfestspiele von Cannes an.
2026 kehrte Zvyagintsev mit „Minotaurus“in den Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes zurück. Es war sein erster Spielfilm seit fast einem Jahrzehnt und zugleich eine erneute Zusammenarbeit mit Kameramann Mikhail Krichman. Bei den 79. Filmfestspielen von Cannes gewann der Film den Grand Prix und den Cannes Soundtrack Award. Die französisch-deutsch-lettische Koproduktion ist Zvyagintsevs erster Spielfilm, seit er nach langer Krankheit und dem Beginn des Krieges nach Frankreich gezogen ist.
Zvyagintsev ist Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences und der Europäischen Filmakademie.
Filmografie
Minotaurus (2026)
Filmfestspiele von Cannes – Offizielle Auswahl – Wettbewerb
Loveless (2017)
Filmfestspiele von Cannes – Offizielle Auswahl – Preis der Jury
BFI London Film Festival 2017 – Bester Film
César 2018 – Bester ausländischer Film
Filmfest München 2017 – Bester ausländischer Film
Preis des französischen Kritikerverbands – Bester ausländischer Film Los Angeles Film Critics Association Awards – Bester ausländischer Film
Leviathan (2022)
Filmfestspiele von Cannes – Offizielle Auswahl – Bestes Drehbuch BFI London Film Festival 2014 – Bester Film
Filmfest München 2014 – Bester ausländischer Film
Elena (2011)
Filmfestspiele von Cannes – Un Certain Regard – Spezialpreis der Jury
The Banishment (2007)
Filmfestspiele von Cannes – Offizielle Auswahl – Bester Darsteller
The Return – Die Rückkehr (2003)
Internationale Filmfestspiele von Venedig – Wettbewerb – Goldener Löwe Internationale Filmfestspiele von Venedig – Wettbewerb – Luigi-De-Laurentiis-Preis Europäischer Filmpreis – Europäische Entdeckung