Berlin im Mai: Von der Kritik an der Kulturpolitik bis zur Lust am Verriss
Die Hauptstadt ist dieser Tage wie ausgetauscht. Da fällt es gar nicht so leicht, in den Groove der Kulturkritik zurückzufinden. Mit Klaus Lederer und Iris Radisch tun wir es trotzdem: Der „Freitag“-Blick auf die Themen des Tages
Angereichertes Uran des Iran könnte in Russland gegen Brennstäbe getauscht werden
Ein politischer Kompromiss für das iranische Atomprogramm wird gesucht. Wladimir Putin hat im Telefonat mit Donald Trump dafür eine praktikable Variante vorgeschlagen, die vor gut einem Jahrzehnt schon einmal im Gespräch war
US-Zolldrohung: Mit Appeasement ist Donald Trump nicht beizukommen
Für Deutschland wäre der erneute Zollhammer des US-Präsidenten Donald Trump besonders bitter. Er könnte die einst stolze Autonation noch mehr in die Rezession stürzen, aber Friedrich Merz und Ursula von der Leyen wollen keine Konfrontation
Klaus Lederer zur Kulturpolitik: „CDU und SPD verfügen über Berlin nach Gutsherrenart“
Die Berliner Fördergeldaffäre verweist auf ein tieferliegendes Problem: Die CDU/SPD-Koalition kreist um sich selbst, was die Stadt bräuchte, spielt dabei keine Rolle. Und die Kultur? Kommt wieder mal zuletzt
Führungsstreit am Schauspielhaus Wien zeigt, wie Kultur zur Schießbude geworden ist
In der Kulturpolitik wird immer mehr zum Abschuss freigegeben: Sparwellen und fragwürdige Entscheidungen gefährden kulturelle Vielfalt. Trotz erfolgreicher Arbeit wird die Leitung am Schauspielhaus Wien ausgetauscht. Das sorgt für Unruhe
Wie „Ungeskripted“ Björn Höcke eine Bühne für seine rechtsextreme Ideologie bietet
Björn Höcke, viereinhalb Stunden, kein einziger kritischer Einwand: So geschehen im Podcast „Ungeskriptet“ mit Ben Berndt. 3,5 Millionen Klicks später stellt sich eine unbequeme Frage für die etablierten Medien
Rassismus und Identität: Rachel Khongs packender Roman „Real Americans“
Rachel Khongs „Real Americans“ entfaltet ein literarisches Panorama über chinesische Migrantenfamilien, Rassismus und Identität in den USA. Eine faszinierende Reise durch die Generationen
Russell Crowe als Göring: „Nürnberg“ erzählt, wie es zu den Nürnberger Prozessen kam
James Vanderbilts neueste Verfilmung zu den Nürnberger Prozessen ist altmodisch – vielleicht aus Absicht. Wie virulent die Nazi-Prozesse heute noch sind, zeigte sich jüngst in der Debatte um eine Forderung von Friedrich Küppersbusch
Die Welt der transatlantischen Erosion macht Fortschritte
In zehn Jahren könnten die US-Truppen aus Europa vollständig abgezogen sein, schreibt ein US‑Magazin. Europa sollte dann den Stab übernehmen. Aber wohin bewegt es sich? Zur nächsten Rüstungsfabrik oder zu neuem Denken?
Grüne, SPD und Linke verlassen geschlossen X: Ein Fehler ohne Strategie
Die jüngste koordinierte Austrittswelle von SPD, Grünen und Linken aus der Social-Media-Plattform X sorgt für Aufsehen. Warum der Rückzug gerade für Linke die falsche Entscheidung ist
„Euphoria“ Staffel 3 zeigt Frauen so, wie Incels sie sehen wollen
Sind die Frauen in „Euphoria“ nur sexy Spielbälle der Manosphere? Die dritte Staffel der weltweiten Erfolgsserie provoziert auch diesmal – allerdings mit wenig Substanz und verstärkt dabei sexistische Frauenbilder
Gegen Björn Höcke bestehen: Wer den Status quo verteidigt, hat schon verloren
Es ist die Krise des Kapitalismus, die Björn Höckes rechtsradikale Weltsicht so erfolgreich macht. Das muss ein Moderator verstanden haben, wenn er sich mit ihm unterhält. In den „Tagesthemen“ oder bei „Lanz“ ist das nicht zu erwarten
Milch aus Vermonts trügerischer Idylle: Migrantische Melker wehren sich gegen Ausbeutung
Im „Green Mountain State“ der USA halten Einwanderer die Milchwirtschaft am Laufen, wo früher Bauernfamilien die Kühe melkten: Vermonts Landarbeiter verstecken sich vor ICE-Razzien und wehren sich – etwa gegen einen niederländischen Konzern
Wenn Strack-Zimmermann bei „X“ demokratische Haltung zeigt: Flüchten oder standhalten?
An Marie-Agnes Strack-Zimmermanns jüngstem Beitrag zum Krieg lässt sich ein altes Dilemma diskutieren: Soll man – bei Elons Musks Plattform X – mitmachen, um das Schlimmste zu verhindern? Oder fördert das Schlimmste, wer dort mitmacht?
Wie das Belarus Free Theatre den totalitären Terror auf der Venedig-Biennale zeigen will
Sie wurden inhaftiert, gefoltert und ausspioniert. Nun bringen Mitglieder des Belarus Free Theatre die Bilder, Geräusche, Gerüche und sogar den Geschmack der brutalen Unterdrückung in ihrer Heimat auf die Kunstbiennale in Venedig
Die Regionalwahlen in Wales bescheren Labour womöglich eine historische Niederlage
Die Verluste der traditionellen Parteien sind die Gewinne der rechtsnationalen Reform UK von Nigel Farage. Dies wiederum stärkt die autonomistischen Kräfte in Wales wie Schottland und hat Konsequenzen für das Vereinigte Königreich
Wessis, wer von euch kennt die DDR-Band Silly nicht? Sie singen auch von euch!
Silly ist mehr als Ostrock. Die Band verweigert sich Ja-Sagern, singt von der Qual, sich ständig entscheiden zu müssen und von Männern, die ihr Heil nur bei jüngeren Frauen finden – mit Erfolg. Und neuer Frontfrau
Bürgergeld-Beratung: „Ich habe noch nie erlebt, dass sich jemand verweigert“
In Deutschland wächst die Armut, mehr als 13 Millionen Menschen sind betroffen. Der SoVD hilft in Notlagen, doch die Bürokratie erschwert oft den Zugang zu wichtigen Leistungen. Was passiert, wenn Jobcenter-Zahlungen ausbleiben?
Prenzlauer Berg: Ich fühle mich fremd in meinem ehemaligen Viertel
Wir beschäftigen uns mit der grandiosen DDR-Rockband Silly, Berlinern in Prenzlauer Berg und langer Buchnacht am Wochenende
Der Zirkus verlässt die Welt: „Spooky Paradise“ von Philippe Quesne
Der Künstler und Regisseur Philippe Quesne inszeniert mit „Spooky Paradise“ erstmalig an der Berliner Volksbühne. In dem beeindruckenden tragikomischen Theaterstück sucht eine Zirkusfamilie die finale Manege. Die Hoffnung stirbt zuletzt
Sillys „Bataillon d’Amour“ war der Quantensprung im Ostrock
1986 brachte Silly mit „Bataillon d’Amour“ ein Album heraus, das die DDR-Rockmusik neu definierte: Poetische Texte, melancholische Klangwelten und subversive Botschaften zwischen den Zeilen
Komposttoiletten-Expertin: „Unsere Scheiße kann einige Probleme der Menschheit lösen!“
Ursula Kossers hat das Buch „Schöne Scheiße! Wie unsere Fäkalien die Ressource der Zukunft sein können“ geschrieben und sagt: Menschlicher Kot ist der unterschätzteste Abfall der Welt – und unsere Tabuisierung von Kacke ein Fehler
Alle schimpfen auf SPD und CDU, aber bei den Abgeordneten-Diäten naht ein kluger Zug
Die SPD und ihr Generalsekretär Tim Klüssendorf gehen voran, der Koalitionspartner Union könnte folgen: Schwarz-Rot überlegt, die automatische Erhöhung der Abgeordnetenbezüge aus- und sich selbst damit ein wenig auf Diät zu setzen
Warum die Gerichtsentscheidung zur „Jüdischen Stimme“ Fragen aufwirft
Der Verfassungsschutz darf sie nicht als extremistisch einstufen: Doch wer steckt hinter der „Jüdischen Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost“ und wie wirkt sich ihre Präsenz auf die Debatte aus?
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