Alltag

Gleichberechtigung | 07.12.2009 14:06 | Katrin Rönicke

Gemeinsam oder gegeneinander?

Während Feministinnen heute mehrheitlich für Geschlechterdemokratie eintreten, führen einige Männer - so genannte Maskulisten - einen Kampf gegen das andere Geschlecht

Der heute recht verbreitete Begriff der „Geschlechterdemokratie“, der ein neues Verhältnis von Männern und Frauen in der Gesellschaft sucht, impliziert mehr, als nur die Emanzipation der Frauen. Vielmehr werden beide Geschlechter, ihre Beteiligung an den gesellschaftlichen Bereichen Politik, Wirtschaft und ihre Rolle im Privaten ins Visier genommen, sowie die jeweiligen Probleme beider Geschlechter behandelt. Wichtig ist dabei der Erfinderin des Begriffes, Halina Bendkowski, die Trennung in männliche Gesellschaftsphäre (Öffentlichkeit) und weibliche Gesellschaftsphäre (Haus) aufzuheben und zu durchmischen.

Das der Heinrich-Böll-Stiftung angeschlossene Gunda-Werner-Institut trägt vielleicht gerade deswegen in seinem Namen die Schlagworte „Feminismus und Geschlechterdemokratie“. Es existiert erst seit 2007 und ging aus dem ehemaligen Feministischen Institut der Stiftung hervor. Die Erweiterung des Namens um den Aspekt der Geschlechterdemokratie zeigt bereits an, was diesem Institut am Herzen liegt: Jede zweite Publikation der Schriftenreihe, die es heraus gibt, befasst sich mit der Männerseite. Auch eine mehrtägige Veranstaltung im Herbst 2008 behandelte intensiv die Probleme von Jungen, die heute als „Bildungsverlierer“ gelten.

Feminismus hingegen klingt in den Ohren vieler noch als totaler Gegenbegriff zu solch einem Konzept: Er wird bis heute als Kampf gegen Männer wahrgenommen. Zwar zeigte kürzlich eine Studie, dass diese Wahrnehmung mehrheitlich nicht mehr stimmt, und die Encyclopaedia Britannica schreibt, der Feminismus sei „the belief in the social, economic, and political equality of the sexes“ – also letztendlich nichts anderes, als Geschlechterdemokratie, nur im Gegensatz zu diesem Begriff international verwendet. Aber Vereine wie MANNdat e.V. und auch zahlreiche KommentatorInnen in feministischen Online-Medien tragen nach wie vor das alte Bild der gegen Männer kämpfenden, sich nur und einseitig für Frauen- und Mädchen-Belange einsetzenden „Emanzen“ herum und reagieren entsprechend abweisend. Manche meinen nun, als Männer gegen eine Verbreitung „des“ Feminismus ankämpfen zu müssen.

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"Unseren Söhnen schwerer machen"

Es kann dabei nicht geleugnet werden, dass in der deutschen Frauenbewegung der 70er und 80er der Kampf für mehr Geschlechtergerechtigkeit für manche vor allem ein Kampf gegen die männliche Hälfte der Bevölkerung war. So stand 1986 in der Zeitschrift EMMA: „Wenn wir wirklich wollen, dass unsere Töchter es einmal einfacher haben, dann müssen wir es unseren Söhnen schwerer machen“ (EMMA 6, 1986). Auch wurden Männer als kriegerisch, zerstörerisch und Frauen als per se friedlich und bewahrend empfunden (diese Meinungen traten als sogenannter Differenzfeminismus auf).

Es ist dieser feministische Kampf, der über die Medien Einzug in die Debatten hielt und bis heute nachhallt. Dass aber auch schon damals etliche Gleichheitsfeministinnen die Männer mit einbeziehen wollten, in ihnen nicht „die Feinde“ sahen sondern manche sogar ein „betrogenes Geschlecht“ (wie Susan Faludi in den 90er Jahren es formulierte – wohlgemerkt: Eine Vollblutfeministin!), wurde weniger wahrgenommen.

„Der“ Feminismus ist also seit jeher ein bunter und die diversen Abspaltungen und Untergruppierungen haben eigene Namen wie Anarcho-Feminismus, Sex-positiver Feminismus, Gleichheitsfeminismus und viele viele andere mehr. (In der Wikipedia gibt es eine recht runde Zusammenstellung über alle Feminismen.) Wie sieht aber es mit der Gegenbewegung aus: Dem Maskulismus? Dieser konstatiert – und das sicherlich in den meisten Fällen zu Recht – eine starke Benachteiligung und Diskriminierung von Männern in vielen gesellschaftlichen Bereichen. Einer der weltweit bekannten Vertreter ist Warren Farrell. Dieser kam aus der amerikanischen Frauenbewegung und man kann fast sagen, er emanzipierte sich von dieser, indem er bewusst die Männer in den Blick nahm.

Farrel kritisierte im Zuge dessen auch die oft zu einseitige feministische Sichtweise, die nur Frauenprobleme fokussierte und erntete damit in seiner früheren weltanschaulichen „Heimat“, der Frauenbewegung nicht gerade Applaus. Doch ein Geschlechterkämpfer war Farrell bei weitem nicht. Er prägte den Begriff der „bisexistischen Rollenverteilung“, die beide Geschlechter in der Vergangenheit unterdrückt und in ihrer vollen Entfaltung als Menschen behindert habe.

Anders sieht es in Deutschland aus: Hier formiert sich, vor allem im Internet, eine Front, die eher in den Geschlechterkampf eintreten will, als in eine Geschlechterdemokratie. Ein Beispiel dafür ist die Internet-Seite „Was ist Sexismus“, die von einem deutschen Maskulisten erstellt wurde. Dieser sieht Männer als „in einer natürlichen Weise als der Frau übergeordnet“. Auch der Autor der Seite Der Maskulist drückt sich unmissverständlich aus, wenn er schreibt: „Der Autor dieser Seiten betrachtet den hier beschriebenen Feminismus als einen ernstzunehmenden (sic!) evolutionären Defekt. Deswegen diese Webseite.“

Die Maskulisten und der Geschlechterkampf

Im Netz gibt es mittlerweile zahlreiche Foren, in denen Maskulisten sich sammeln, miteinander austauschen und auch immer wieder zu Störaktionen gegen feministische Seiten aufrufen. In der Wikipedia gab es eine rege Auseinandersetzung um den Eintrag zum Artikel „Maskulismus“, in dem sich bis heute kein kritischer Satz zu dieser Bewegung findet, außer der Nebenbemerkung, dass es auch „konservative Maskulisten“ gäbe. Der Geschlechterkampf einer Vielzahl von Vertretern des Maskulismus hierzulande wird nicht thematisiert – man geriert sich selbst lieber als Wolf im Schafspelz.

Interessant ist die Rolle, welche der Verein MANNdat in dieser Gemengelage spielt. Hatte ich in meiner letzten Kolumne noch zum „vorsichtigen Genuss“ dieser Männerrechtler gemahnt, da auf der Internetseite des Vereins Feminismus- und Frauen-feindliche Texte zu finden sind, versuchte sich Eugen Maus, Vorstandsmitglied von MANNdat, gegen so eine Darstellung zu wehren. Auffällig jedoch, wie er vermied, inhaltlich Stellung zu diesem Vorwurf und auch zu den von MANNdat eingestellten Literaturtipps, die in großen Teilen antifeministisch sind, zu beziehen.

Und ebenso anti-feministisch sind die Bemerkungen im aktuellen MANNdat-Spendenratgeber: „Wer für die Welthungerhilfe spendet, spendet für den Export des Feminismus in fremde Länder“, heißt es dort. Oder: „Wer hier [bei Brot für die Welt] als Mann Geld spendet, tut vielleicht etwas gegen den Hunger in der Welt. Auf jeden Fall aber fördert er den Feminismus und dessen weltweite Ausbreitung.“ – beides Gründe für MANNdat, davor zu warnen, hier zu spenden. Kampf oder Demokratie – gemeinsam oder gegeneinander? Diese Frage zu beantworten steht MANNdat offenbar noch bevor. Es bleibt Hoffnung – für beide Seiten.

 
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Artikelaktionen
Kommentare
Lethe schrieb am 07.12.2009 um 15:05
nicht miteinander und nicht ohneeinander, in immer wieder neuen Versuchen, ein Gleichgewicht zu erzielen, was regelmäßig daran scheitert, dass für dieses Gleichgewicht Privilegien gleichmäßig verteilt werden müssten, also keine Privilegien mehr wären. Da kämpft mensch dann doch lieber^^

Feminismus hatte die Chance, klug zu sein, statt nur das Spiegelbild des patriarchalen Maskulinismus zu geben. Diese Chance wurde meines Erachtens in Deutschland verspielt, obwohl darüber mutmaßlich nur geringe Einigung zu erzielen sein wird. Ob es eine neue Generation von Feministinnen erreichen wird, den Feminismus zu einer wirklichen gesellschaftlichen Alternative zu entwickeln, oder ob es beim Abziehbild des Maskulinismus bleibt, ist meines Erachtens noch nicht abzusehen. Ich hoffe sehr, dass diese neuen Feministinnen ihre Positionen aus ihren ureigensten Angemessenheiten heraus entwickeln werden, anstatt zu versuchen, die besseren Männer zu sein. Ich gehe davon aus, dass diese letzte Bemerkung der Alice Schwarzer-Generation der Feministinnen nicht vollständig gerecht wird; aber die "besseren Männer" unter ihnen stehen doch zumindest optisch im Vordergrund der Aufmerksamkeit, fast wie bei Männern^^
Azenion schrieb am 07.12.2009 um 16:37
"Geschlechterdemokratie"...
Hat man sich darunter eine "Quotenregelung für alles" vorzustellen?
Und würde das -- zuende gedacht -- nicht eher in einen Ständestaat führen als in eine Demokratie?
Wenn die Geschlechter sich per Quote die Welt teilen sollen, warum dann nicht auch Quoten für Altersstufen, Religionen, Berufe, Einkommensstufen, Heimatorte, Intelligenzquotienten, Haarfarben, Körpergrößen...

Entweder, man kämpft dafür, daß alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind (mein Vorschlag), oder man kann Demokratie gleich ganz vergessen.
Rahab schrieb am 07.12.2009 um 17:55
es bleibt hoffnung? na, ich weiß nicht. obwohl ich doch des glaubens bin, dass es hoffnung immer gibt.

habe mir diesen spendenratgeber angeguckt. und mich wieder mal gefragt: "was wollen sie eigentlich?"

wenn ich diesen ratgeber etwas weiter spinne, dann gehört auch die weihnachtsgeschichte auf den MANNdat-lichen index. denn der Josef ... im grunde ist der arme Josef doch so richtig in den arsch gekniffen. klassischer fall von kuckuckskind! und am ende muß er auch noch, ganz sicherlich auf seine kosten, mutter und kind retten. wenn das nicht ausbeutung ist, dann weiß ich nicht...
und ...besonders verwerflich ist, dass die religiösen gefühle der männer schamlos ausgenutzt wurden! scham-los!
THX1138 schrieb am 07.12.2009 um 22:01
Bravo, Kathrin: Deine Artikel überzeugen mich mehr und mehr!

Da ich- wie andernorten bekannt- die Wirklichkeit vor allem zuerst über Studien und Statistiken zu quantifizieren suche, bevor ich zu argumentieren beginne, ist mir, auch nicht zuletzt aufgrund der Mädchenmannschaft, bewusst geworden, dass der Feminismus (der für mich an der Quelle der Thesen beginnt [und dort auch gleich endet; die mediale Interpretation ist da schon ein ganz anderes Thema, doch ich finde gerade nicht die passenden Worte zu dem, was ich eigentlich sagen will], bei Euch zum Beispiel, oder anderen Vertreterinnen, auch Alice Schwarzer u.v.a.m.) nicht "an allem" (?) schuld ist, sondern vielmehr die Transformation, die sich in unserer Zeit vollzieht (Querverweis Karl Polanyi, "The Great Transformation").

Allerdings, und das muss ich zugeben, verfalle auch ich argumentativ immer wieder in alte Abwehrreflexe, die ich mir in den späten Achzigerjahren angewöhnt habe- genauso wie es immer noch genügend Feministinnen gibt, die sich ums Verrecken nicht von alten Dogmen und Feindbildern lösen können.

Natürlich ist mir sehr wohl bewusst, dass es nicht "den Feminismus" gibt- doch in der von mir bezeichneten Zeit war vor allem eine Art von Feminismus an der Tagesordnung, die einen Mann förmlich zum Kotzen gebracht hat (sehr schön verarbeitet zum Beispiel von Markus Werner in seinem seinerzeit vielbeachteten Roman "Zündels Abgang").

Ich bin absolut überzeugt davon, dass es einen gemeinsam gangbaren Weg gibt, der beiden Geschlechtern die Möglichkeiten und Wege bietet.

Nur müssen wir ihn zuerst finden.

Aber da bin ich zuversichtlich!
mh schrieb am 14.12.2009 um 20:44
ich könnte ihr wesentlich mehr abgewinnen, wenn nicht gleich zum anfang immer so unnötige zuspitzungen stehen würden, die mehr provozieren als zum nachdenken anregen .. einer diskusion also von vorneweg eine gewisse tendenz verleihen. daher auch die abwehrreflexe, die hervorgerufen werden.

mir kommt der sinn und zweck da irgendwie abhanden und mE schadet es auch den artikel. hiesiges bsp.:

"Während Feministinnen heute mehrheitlich für Geschlechterdemokratie eintreten, führen einige Männer - so genannte Maskulisten - einen Kampf gegen das andere Geschlecht"

auch wenn es so richtig ist, hat es einen latent negativen unterton ggü. männern. eben in dem bei frauen das positive herangezogen wird, bei männern aber das negative.

dabei stellt sich dann gar nicht mehr die frage, ob diese vielen frauen sich denn überhaupt mit diesen wenigen männern auseinandersetzen müssen .. oder ob es nicht eher die die ebenso radikalen weiblichen sind, die sich mit den radikal männlichen beschäftigen. so wie das extremen üblich ... im endeffekt gegen alle, aber schlussendlich nur im kampf gegen das gegenteilige extrem. denn nur hier gibt es den wirklichen "gesprächsbedarf", dem rest.. wen juckts da schon?

und ja, ich nehme durchaus zur kenntnis, dass mit oben geschilderter weltsicht die dinge so gesehen werden müssen. nur diskreditiert das dann eben auch die mehrheit der männer, die gar nicht zu solchen gruppen gehören, wie gleichzeitig zugegeben wird.

mfg
mh
THX1138 schrieb am 07.12.2009 um 22:04
Ich bin absolut überzeugt davon, dass es einen gemeinsam gangbaren Weg gibt, der beiden Geschlechtern dieselben Möglichkeiten und Wege bietet.

Wollte ich schreiben.
zelotti schrieb am 08.12.2009 um 02:08
Geschlechterdiskurs ist vor allem "nervig". Ich hätte gerne einen agnostischen Ansatz.
David Reimer schrieb am 08.12.2009 um 15:30
Der Feminismus hats schlicht und einfach vergeigt - und er tut es immer noch. Heute in seiner radikalsten, weil institutionellen, Form, im Gender Mainstreaming. Vieles, was Deutsche machen, scheint stets extrem sein zu müssen. So auch der Feminismus und sein omnipräsenter Meinungs"terror"; heute kommt der Druck von der anderen Seite - und Political Correctness ist ein Erfüllungsgehilfe.

Was ich beachtenswert finde, ist, wie Feministen und Feministinnen mehr und mehr anscheinend das Zittern bekommen, angesichts des Erwachens einer Männerrechtsbewegung in Deutschland.

Mit welchem Recht nehmen sich die Vertreter des Feminismus heraus, ihre eigene Bewegung zu preisen, während die Gegenbewegung Zug um Zug abgewertet werden soll (was nicht so recht gelingen will, zumal gerade MANNdat auch medial mehr und mehr Gehör findet)?

Das ist bezeichnend für die Hilflosigkeit der feministischen Protagonisten, es demaskiert geradezu Ihre einseitigen, nur auf gleiche Rechte, nicht aber auf gleiche Pflichten pochenden Äußerungen.

Oder kann sich jemand an die Forderung von feministischer Seite erinnern, es solle einen Zwangsdienst auch für Frauen geben?

Und, nebenbei erwähnt: Selbstverständlich ist es menschenverachtend und sexistisch, für ein "besonders leidendes" Geschlecht insbesondere Spenden zu sammeln - gerade und besonders, wenn es sich um Kinder handelt.

Wer erklärt wie vor Ort den Jungs, sagen wir in Afrika, dass der LKW von PLAN Deutschland, der gerade vorgefahren ist, Schulsets, Fahrräder und Fußballausrüstungen nur für die Mädchen mitgebracht hat?
www.plan-deutschland.de/helfen-mit-plan/gifts-for-life/gifts-for-life/?no_cache=1

Eine Feministin etwa?
David Reimer schrieb am 08.12.2009 um 15:33
Es geht übrigens weiter, Frau Rönicke aus der "Mädchen"mannschaft.

Gerade wurde der Verein Agens aus der Taufe gehoben - von dem werden wir noch viel hören.
www.mannifest.eu

Und das ist auch gut so.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 10.12.2009 um 15:35
"Die Tradition aller todten Geschlechter lastet wie ein Alp auf dem Gehirne der Lebenden. (...) beschwören sie ängstlich die Geister der Vergangenheit zu ihrem Dienste herauf, entlehnen ihnen Namen, Schlachtparole, Kostüme, um in dieser altehrwürdigen Verkleidung und mit dieser erborgten Sprache die neue Weltgeschichtsszene aufzuführen.“

Du bist ein Profiteur des Leids, falscher David Reimer!
maik2010 schrieb am 08.12.2009 um 19:14
Hier wird ein Radikalismus hereininterpretiert, der nicht vorhanden ist oder auf beiden Seiten präsent ist.

"Anders sieht es in Deutschland aus."
mensnewsdaily.com/2009/12/05/feminists-so-say-one-so-say-them-all/
Rahab schrieb am 08.12.2009 um 19:26
nach bekieken der drei zuletzt geposteten links fällt mir auf: maskulisten of all three+x sexes sind, scheint's, ne recht humorlose truppe.
SandalTolk schrieb am 09.12.2009 um 00:29
Wer lachen möchte, sollte den Artikel "Bescheuertheit", Zeitschrift "Merkur", Januar 2008 lesen.

Übrigens, warum sollte der Link www.plan-deutschland.de/helfen-mit-plan/gifts-for-life/gifts-for-life/?no_cache=1 humorlos sein? Das ist doch kein Maskulisten-Link?

By the way, kann man darüber lachen, wenn man als Vater grundlos von seinen Kindern ferngehalten wird? Das letzte EGMR-Urteil hat doch deutlich gemacht, dass Väter hierzulande diskriminiert werden. Oder beinhaltet "Geschlechterdemokratie" die "positive Diskriminierung" der Väter?
maik2010 schrieb am 08.12.2009 um 20:18
Klasse Argument.
erdenbuerger schrieb am 10.12.2009 um 15:41
Sehe ich mir obige Überschrift an, so stelle ich fest, dass das Nebeneinander fehlt. " Willst du nicht mein Bruder sein, so schlag' ich dir den Schädel ein " kann doch nicht grundsätzlich zählen.
Ich kann immer einiges registrieren, muß aber doch nicht gleich Stellung beziehen.
So will ich nicht gemeinsam, aber ich werde auch meine Kräfte nicht vergeben, um jemanden zu bekämpfen.
Noch gibt es Angelegenheiten, die mit strikten Vorgaben daherkommen, die ich einfach mal links liegen lassen.
Erst wenn die Angelegenheiten mit menschlicher Freundlichkeit daherkommen, werde ich meine Gedanken der Sache hingeben. Zwischengeschlechtliche Kämpfe lasse ich mir nicht aufdrängen lassen und eine grundsätzliche Zustimmung in Richtung Feminismus wird es auch nicht geben.

Erdenbürger
crumar schrieb am 13.12.2009 um 16:03
Ich glaube, es ist zur Zeit ein Dilemma in mehreren Akten.

Zunächst einmal artikulierte und artikuliert sich "der" Maskulismus entlang des Unbehagens mit Auswüchsen des Feminismus.
Auch wenn im Text so klingt, es gäbe zahllose Femin-ismen, so wird - in meinen Augen - diese Behauptung immer genau dann verwendet, wenn (nachweislich) eine besonders schäbige Behauptung oder Unterstellung aus feministischen Kreisen zitiert und entlarvt wird.
Die eben dem Mann an sich eine bestimmte (selbstredend bösartige) Wesenheit qua Geschlecht (und Natur) unterstellt.

Vom Effekt her: Der Kultivierung eines Generalverdachtes gegen alle Männer, die Abwertung von Männlichkeit an sich.
Das Problem ist, dass medial so gut wie nie von all den -ismen auch nur der Ansatz zum Widerspruch zu hören war und ist.
Ganz im Gegenteil:
Alle Männer sind potentielle Vergewaltiger? Na klar.
Alle Männer sind potentielle Mörder? Aber sicher.
Der Mann an sich eigentlich genetischer Abfall? Keine schlechte These.

Aus diesem Grund sind viele Männer geneigt, den Feminismus schlechthin für einen Angriff gegen die eigene Person zu halten.
Denn der (medial vermittelte) feministische Angriff differenzierte ja auch nie zwischen unterschiedlichen Männern und deren durchaus widersprüchlicher Erfahrung mit Männlichkeit. Und den Konsequenzen, die sie daraus gezogen haben.

Eine Ines Fritz, die konstatiert, die "Hysterie" (!) der Männer gegenüber einem "messianischen Lesbianismus" einer Alice Schwarzer sei ja verständlich, kommt als Erkenntnis zwanzig Jahre zu spät.

Das macht es generell nicht eben einfach miteinander zu reden.
Unser Weg als Männer zu Befreiung und Selbstbefreiung wird notwendigerweise ein wenig verworrener sein, weil es eben nicht reicht, sich nur mit den Auswüchsen des Feminismus zu beschäftigen.
Oder mit dem Feminismus überhaupt.
Das wäre bequem, denkfaul und fatal.

Genau diese Denkfaulheit haben die Pro-feministischen Männer über Jahre hinweg kultiviert.
Ihre aktuell absolute Bedeutungslosigkeit zeigt ja, dass die stumpfe Bejahung von allem, was feministisch ist und der völligen Ignoranz gegenüber einer notwendigen und differenzierten Auseinandersetzung mit dem eigenen Geschlecht keinerlei Zukunft hat.
Auch die poststrukturalistische Pseudo Auflösung der Geschlechter ist m.E. Ausdruck genau der selben Ignoranz.

Das grundsätzliche Problem ist, Geschlecht ist eine invariable Größe.
An einem bestimmten Punkt gibt es einfach nur Natur.
Ich werde die sinnliche Erfahrung eines Frauenkörpers Zeit meines Lebens nicht haben, die Frauen hingegen meine Erfahrung nicht.
Wer das wegquatschen will, der ist nur vermeintlich fortschrittlich.
Dahinter steckt nur eine besonders zähe Form von Verleugnung der eigenen Empfindungen und der eigenen Erfahrungswelt. Und darauf sind wir Männer aber so was von hundsgemein drauf trainiert, es ist zum Erbarmen.

Politisch rechter Makulismus ist ein Rückgriff auf ein biologistisches Verständnis von Mann und Frau und letztlich auch Gesellschaft. Das kommt deshalb so weinerlich verunsichert und offen aggressiv rüber, weil auch den radikalsten Vertretern klar sein dürfte, dass der Fortschritt in Sachen Gleichberechtigung nicht nur die Rolle der Frau umfasst, sondern auch auf das eigene Geschlecht übergegriffen hat. 52% der Männer z.B. wünschen sich eine gleichberechtigte Frau.

Es gibt kein Weg zurück und auch die archaische Männlichkeit eines Hollstein setzt m.E. an einem hilflosen Punkt in der Vergangenheit an.

Somit wird es erst mal zäh werden, unter- und miteinander zu reden.
Aber immerhin ist das hier doch ein Anfang, oder?!

Gruß, C.
ARTiBerlin schrieb am 20.04.2010 um 14:03
Alice Schwarzer in allen Ehren. Doch dass bei ihr stets ein Männerfeindlicher Touch mitschwebt sollte bekannt sein. Viel mehr motiviert doch Simone de Beauvoir. Sollten wir uns nicht lieber an IHR orientieren?
Was soll diese Gegenpartei? Ziel des Feminismus' sollte doch sein, eine Reihe zu bilden. Meinetwegen auch einen Kreis. Aber Türme stürzen ein, je höher sie werden und zerstören am Ende mehr, als es zuvor der Fall war.
Das männliche Wesen sollte nur ein wenig an Stolz verlieren.
Vielleicht kann man damit bereits in der Erziehung beginnen?
Herr Freud, was sagen sie dazu?

www.artiberlin.de


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