Alltag

Feminismus | 01.11.2010 16:00 | Eva Ricarda Lautsch

Was wollen wir eigentlich?

Beim Barcamp Frauen in der Berliner Kalkscheune sollte der Feminismus neu definiert werden, es ging aber auch um Mode und Männer. Die entscheidenden Fragen blieben offen

Je breiter die Themen, umso größer die Gefahr, sich in Diskussionsfetzen zu verlieren.

Und so warf die offene Gestaltung des BarCamp Frauen am vergangenen Samstag in der Berliner Kalkscheune,von der SPD veranstaltet und unterstützt von der Mädchenmannschaft, Vorwärts und dem Freitag, schon im Vorfeld zwei Fragen auf: War es Planlosigkeit oder Kalkül?

Die Veranstaltung ist kostenlos, eingeladen sind alle, die Interesse an Geschlechterfragen haben. Das Format Barcamp, welches als Nebenprodukt des Web 2.0 entstanden ist, zieht neben ein paar vereinzelten Männern vor allem Frauen zwischen 20 und 30 an, etwa hundert sind gekommen. Und wie sich später herausstellt zum Glück auch eine Handvoll Frauen aus deren Elterngeneration. Das gemeinsam erstellte Programm beginnt mit Porno, wird unterbrochen von halbseidenen Statements zum heutigen Stand der Frauenbewegung, nach der Mittagspause fortgesetzt mit einer Debatte über Intimchirurgie und einer Session zu herrschaftskritischen Räumen, am Ende geht es dann um die Widersprüche zwischen Mode und Feminismus.

Es gab keine Podien und keine Zuschauer - jeder war hier Teilnehmer und konnte mitgestalten. Die 10 Sessions, die zu spezifischen Themen angeboten wurden, dauerten jeweils eine Dreivierstelstunde.

Aber lassen sich die Ursachen für den verstockten Umgang der Gesellschaft mit weiblicher Sexualität in 45 Minuten abhandeln? Wohl kaum. Doch hier zeigt sich auch der Vorteil des Veranstaltungsformats: Das große Interesse der BesucherInnen an Themen entlang der Intimsphäre geht über persönliche Voyeurismen hinaus – und ist Indiz für großen Gesprächsbedarf. Warum wachsen Mädchen mit der Vorstellung heran, Porno sei etwas für Jungs?  „Der Busen gehört der ganzen Nation“, meint eine Teilnehmerin – während die Vulva tabu bleibe. Sichtbar wird sie höchstens auf Youporn, dafür in Nahaufnahme und bestärkt somit den zweifelhaften Trend, den eigenen Intimbereich kosmetischer Chirurgie zu unterziehen, um einer Norm zu entsprechen, die Heranwachsende bereits in Biologiebüchern erleben.

Für Väter, die Designerkinderwagen schieben

Weniger greifbar bleiben auch die Statements in der Session zur Lage des Feminismus. Es scheint sich ein Konglomerat von Müttern eingefunden zu haben, die nur über den anstrengenden Spagat zwischen Kindern und Karriere berichten. Ein Dauerbrenner, nicht zuletzt aufgrund der existentiellen Erfahrungen, die das Ideal eines gleichberechtigten Zusammenlebens auf harte Proben stellen. Oder ist das ein alter Hut?

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Der Debatte, in der der Satz „habt ihr das auch in der Nido gelesen...“ zum Einstieg fällt, fehlt es schon im Ansatz an Biss und Kritik, oder der ernsthaften Suche nach Lösungen. Das Stern-Magazin für die neue Generation hipper Bio-Eltern suggeriert Fortschrittlichkeit in Pastelltönen - aber es transportiert ein Rollenbild, das höchstens Väter einschließt, die Gleichberechtigung darin sehen, Designerkinderwägen über den Prenzlauer Berg zu schieben. Auch unsere Debatte versickert in Klagen über schräge Blicke am Arbeitsplatz, und das "sich zerreiben".

Frauen tauschen sich heute weniger aus

Aber was wollen wir eigentlich? Die Gründe dafür, dass Feminismus nicht nur historisch relevant ist, liegen tiefer unter der Oberfläche, die hier nur angekratzt wird. Die Verhaltensweisen, welche Frauen einschränken, ihnen Kompetenzen absprechen und sie zu Objekten stilisieren sind noch da, sie sind nur subtiler als noch vor zwanzig Jahren. Kein Personalchef würde sich offensiv aufgrund ihres Geschlechts gegen eine Bewerberin entscheiden und wenige Partner wagen noch zu behaupten, sie würden Küche und Kinder ihrer Freundin überlassen. „Früher fand unter Frauen noch ein viel regerer Austausch statt – sowohl über soziale Umgangsformen als auch über sexuelle Beziehungen", sagt eine Teilnehmerin mittleren Alters: davon sei viel verloren gegangen. "Gemeinsam waren wir wacher und auch mutiger, unsere Bedürfnissen offen zu zeigen."

Dass sich Frauen heute kaum noch mit feministischen Themen auseinandersetzen möchten, sei überall spürbar. Die These, die Frauenbewegung hätte sich durch ihre Erfolge bereits abgeschafft, scheint jede weitere Diskussion zu ersticken. Aber ist das Thema wirklich so angestaubt, uncharmant und unsexy? Vielen Frauen fällt der maskuline Umgangston im Büro zunächst nicht auf. Frustration stellt sich erst ein, wenn man über Jahre hinweg spürt, dass die neuen beruflichen Perspektiven stocken und man feststellt, dass man zu dem Teil in der Beziehung geworden ist, der die Wäsche aufhängt, den Inhalt des Kühlschranks kennt und auf dem Heimweg noch ein paar Lebensmittel einkauft.

Jede Einzelne strebt nach etwas, verfolgt individuelle Ziele und tritt dabei meist als Einzelkämpferin auf. Wo ist das Verbindende? Wir müssten es uns zurück erobern. Wer würde heute noch Simone de Beauvoir lesen, wenn die GesprächsparterInnen fehlen?

Um den Feminismus an unsere Zeit anzupassen, ihn loszulösen von seinem überkommenen Latzhosen-Image, müssten Frauen mehr Mut haben, sich wieder aktiv mit ihm zu befassen - und auch eine reflektierte männliche Sicht auf das politische und zwischenmenschliche Ungleichgewicht anerkennen. Das Barcamp Frauen hat beigetragen, eine intellektuelle Basis dafür zu schaffen. Und daran, dass sich Männer vom Barcamp Frauen ebenfalls angesprochen fühlen, kann man ja noch arbeiten. Man könnte beim Titel anfangen.

 
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Artikelaktionen
Kommentare
Anette Lack schrieb am 01.11.2010 um 16:23
"Aber was wollen wir eigentlich?"

Gibt es überhaupt ein WIR? Vielleicht ist das der erste Denkfehler. Wahrscheinlich gibt es so unterschiedliche Erwartungen bei so einem Camp wie (weibliche) wie Lebensentwürfe.

Anfangen könnte man aber beim kleinsten gemeinsamen Nenner, und da steht nun wirklich nichts zwischen den Zeilen und ist auch nichts mehr subtil:

Was will z.B. ICH (weiblich, beruftätig, ein Kind):

1. GLEICHES GELD FÜR GLEICHE ARBEIT.

2. Mehr Frauen in den Führungsetagen von ... Zeitungen, Zeitschriften. z.B. :))

3. Männer, die Verantwortung ÜBERNEHMEN und nicht nur davon reden.

4. Frauen, die Männer nicht als kleine Jungs betrachten ("das meint er nicht so"), sondern als Menschen auf Augenhöhe. Denen man was zutrauen und zuMUTEN kann.

5. Frauen, die sich nicht einerseits als Opfer betrachten, um andrerseits alles kontrollieren zu wollen ("da mach' ich es lieber allein"). Man achte darauf, wie viele Frauen den Kinderwagen schieben, wenn sie mit ihrem Mann/ Freund unterwegs sind. Auch wenns bergauf geht, und der Kinderwagen schwer ist. Nur so als Beispiel.

6. Erwachsene Männer. Die begreifen, dass ein Job viel, aber nicht alles ist, und dass sie ebenfalls soziale Wesen sind, und die Kinder auch IHRE sind.

Und, zuletzt:

"Und daran, dass sich Männer vom Barcamp Frauen ebenfalls angesprochen fühlen, kann man ja noch arbeiten. Anfangen könnte man beim Titel."

Letztlich geht es darum, gut oder besser miteinander zu leben. Das müsste man besser vermitteln, vielleicht.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 01.11.2010 um 16:31
die erste schublade ist doch schon mal diese ganze frauen- idee, gut, wer leitplanken braucht oder das gemeinschaftsgefühl für den mag das ja was sein, aber die lösung zur hier- und- jetzt- frage führt nicht über mann- frau, das finde ich altbacken. dazu sind die heutigen probleme zu ernst.
Rahab schrieb am 03.11.2010 um 11:49
was hat dieses 'wir' mit leitplanke zu tun?

so ab und zu eine selbstvergwisserung kann doch nicht schaden.
dabei kommen, wie so oft, die gemeinsamkeiten und die unterschiede, zu tage und zur sprache. auch und gerade im lichte der hier-und-jetzt-fragen
... wenn ich so an dies hier
www.gwi-boell.de/web/un-resolutionen-konferenz-zehn-jahre-1325-resolution-2152.html
denke
und den aufruhr, den Katrin Rönickes blog "Alphamädchen an die Front?" verursacht hat
beispielsweise
Deaktivierter Nutzer schrieb am 03.11.2010 um 11:54
einen zusammenhang von wir und leitplanke wie sie es hier andeuten hab ich nicht geschrieben. eigentlich hab ich das geschrieben, was sie anmerkten.
Rahab schrieb am 03.11.2010 um 12:02
dann ist ja schön!

nur versteh ich jetzt nicht, was ich angedeutet hätte. ich habe nachgefragt
weil ich wissen wollte, was ich mir unter anderem unter 'altbacken' vorzustellen hätte.

das ist das eine.
das andere ist:
wenn ich so überlege, wie oft ich schon zur gruppe ge-othert wurde, dann 'wir_e' ich mich lieber selbst!
Deaktivierter Nutzer schrieb am 03.11.2010 um 12:07
mit altbacken meinte ich das denken danach zu richten "was würde eine frau tun?", anstatt zu denken "was würde ich tun". ansonsten hab ich nichts gegen das frauen- camp gesagt, wenn es der weiterentwicklung dient.
Rahab schrieb am 03.11.2010 um 12:19
hm
ob die frage "was würde ich tun?" immer die richtige ist?
manchmal hilft auch "was würde eine andere an meiner stelle tun?" weiter
auch nicht immer, aber doch recht oft
Ehemaliger Nutzer schrieb am 01.11.2010 um 21:15
"Man könnte beim Titel anfangen."

Nein, keinen Fussbreit jedwedem maskulinen Umgangston!
Nelly schrieb am 02.11.2010 um 13:15
Dank an Anette Lack.

"...Spagat zwischen Kindern und Karriere..."

Die andere Seite der Medaille, und WAS ICH für mich (weiblich, berufstätig, kein Kind) WOLLTE, und jetzt für andere immer noch WILL): Mit Karriere überhaupt Kinder bekommen !
Titta schrieb am 02.11.2010 um 16:06
Danke, Anette,
für deine Ausführungen, die mich - genauso wie Nelly - dazu anregen, mich selbst zu fragen, was ich (weiblich, berufstätig, kinderlos) denn eigentlich will.

Mitunter sind das ganz einfache und elementare Dinge, wie zB sich hier in der FC nicht mit sexistischen Bemerkungen herabgewürdigt zu sehen. Eine Userin betitelte mich vor kurzem, neben anderem, als "@Titte". Man stelle sich die Reaktionen vor, wenn ein Mann sich das herausgenommen hätte. Aber ist eine solche Bemerkung weniger sexistisch, weniger kritikabel, wenn sie von einer Frau kommt?
Doch wohl nicht. Dennoch gab es - bis auf einen Kommentar - keine Reaktionen auf diesen weiblichen Sexismus, er wird also ganz offensichtlich nicht einmal mehr als Problem wahrgenommen. Niemand scheint mehr Anstoß zu nehmen an solch alltäglichem Sexismus, geschweige denn, daß dagegen Stellung bezogen wird. Was sagt uns das über den Diskurs, die FC, die Gesellschaft?

Dazu ist von meiner (West-)Seite und als auf die Fünfzig Zugehende zu sagen: Da waren wir schon mal weiter in der Diskussion. Vor 25 Jahren wäre eine solche Bemerkung, zumal unter Frauen selbst, einfach inakzeptabel gewesen, und zwar ohne Diskussionen darüber. Heute hingegen befinde ich mich als Betroffene, wie es scheint, eher unter Rechtfertigungsdruck als die sexistisch Agierende. ("Stell dich nicht so an. War nicht so gemeint. Ist doch harmlos.") Roll back nennt man dieses Phänomen wohl.
Eva Ricarda Lautsch schrieb am 02.11.2010 um 17:28
sehr schön zu lesen, dass hier eine weitgehend konstruktive Diskussion entsteht. Sexismen, egal ob von Männern oder Frauen geäußert, zeigen oft, wie Errungenschaften des Feminismus auch wieder verloren gehen. Vor allem dadurch, dass niemand reagiert.
Trotzdem oder gerade deshalb und als ehemaliger Schreibtischgast in der Community hoffe ich, dass sich die weiteren Beiträge nicht wie hin und wieder vorkommend in FC-Animositäten verlaufen :)
Titta schrieb am 02.11.2010 um 19:35
"Trotzdem oder gerade deshalb und als ehemaliger Schreibtischgast in der Community hoffe ich, dass sich die weiteren Beiträge nicht wie hin und wieder vorkommend in FC-Animositäten verlaufen :)"

Das hoffe ich auch. Der traurige Hintergrund ist nämlich nicht nur die Frage, wie nach Möglichkeit meine (persönliche) Würde als Userin hier gewahrt bleibt, sondern daß die beleidigende Titulierung nur möglich ist durch die negative Konnotierung des weiblichen Geschlechtsmerkmals. Wenn "Titte" was Positives darstellte, würde die Beleidigung als solche ja nicht funktionieren.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 02.11.2010 um 22:12
frau lautsch, das stimmt, es hat was entspanntes. und irgendwie habe ich das gefühl, dass diese feminismus- diskussion an sich etwas ist, auf das frau stolz sein kann. und wenn sie dann noch weiter führt in die richtung "was will ich als mensch"... . darauf eine räucherkerze. .-)
THX1138 schrieb am 03.11.2010 um 07:59
Solange es der Feminismus nicht schafft, ein positives Männerbild zu formulieren, das der Lebenswirklichkeit wenigstens einigermassen gerecht wird, dürfte die im Titel gestellte Frage offen bleiben.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 03.11.2010 um 08:02
wieso sollte er es tun, der feminismus? darf man sich nicht erst mal mit sich selbst beschäftigen. es mag ja ganz vermessen klingen, aber ein positives männerbild zu schaffen...ist das nicht sache der männer?
THX1138 schrieb am 03.11.2010 um 08:54
Da sich der Feminismus seit Jahrzehnten mit einem negativ besetzten Männerbild abmüht, denke ich, ist es schon vonnöten, endlich auch einmal positiv über Männer zu urteilen. Die Männer wurden bei dieser Bewegung immer miteinbezogen, aber vorwiegend negativ. Daran hat auch der junge Feminismus nicht viel verändert.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 03.11.2010 um 08:57
dann hab ich ihren eintrag falsch verstanden, sie meinen also die abwertung der männer durch fanatische feministinnen...ja, da ist was wahres dran, aber ich würde es nicht generalisieren. verstehen sie es als teil des prozesses der abnabelung. auf der anderen seite gibt es ja genug beispiele, die man zur abwertung heran ziehen könnte. mfg
Ehemaliger Nutzer schrieb am 03.11.2010 um 10:19
Na, so wie im Artikel negativ generalisierend der "maskuline Umgangston" im Büro zur Sprache kommt, braucht Mann sich wohl keinen Illusionen bzgl. konstruktiver Debatte hinzugeben.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 03.11.2010 um 10:26
dann fragen wir eben "was will der mann"? oder "was will der mann das die frau will"? die frau soll realistisch sein, zum realen leben gehört der maskuline umgangston. sie soll den mann deswegen aber nicht runter putzen. was denn nun? ich hab den eindruck hier wehrt sich der ein oder andere grenzen aufgezeigt zu bekommen.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 03.11.2010 um 10:54
Nein, die Frage ist vielmehr warum hat es der Feminismus immer noch nötig, biologistische Generalisierungen wie "maskuliner Umgangston" negativ zu konnotieren?
Eine Begegnung auf Augenhöhe sieht anders aus.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 03.11.2010 um 10:57
das mag ich auch nicht, wie schon angemerkt, das meinte ich mit schublade, warum frau sich in eine schublade begibt und nicht dieses ganze mann- frau- ding mal auslässt. aber das gilt auch für männer, die halten sich auch oft an dem fest, was sie für männertypisch halten.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 03.11.2010 um 11:08
Ja schon, nur erhebt der Feminismus den Anspruch frei von Sexismen zu sein bzw. die Gleichwertigkeit der Geschlechter vorauszusetzen und muss sich eben genau an diesem Anspruch messen lassen, wenn er nicht weiter im reinen Privilegierungsstreben des vermeintlich besseren Geschlechts namentlich des weiblichen stagnieren will.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 03.11.2010 um 11:12
weiß nicht, ob er den anspruch erhebt.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 03.11.2010 um 11:32
Sehen Sie, da kommen wir dem Problem schon näher.
Nun, welchen Anspruch erhebt der F. denn?

Ich ahne schon was kommt ... DEN F. gibt es ja gar nicht.
Und somit finden wir uns bei Freuds alter Frage "Was will das Weib?" und verplempern damit nur unsere Zeit. Denn die Prämisse monolytisch handelnder Bevölkerungsgruppen taugt nicht im Zeitalter der Individualisierung.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 03.11.2010 um 11:36
dass diese schublade nicht (mehr) funktioniert habe ich jetzt schon mehrfach geschrieben, also kann ich ihren kommentar nicht nachvollziehen. oder worum geht es jetzt?
Ehemaliger Nutzer schrieb am 03.11.2010 um 12:10
Tss, die Frage war, welche Relevanz hat heute noch ein rein geschlechtsfixierter Ismus. Und wenn Sie, ejamie, sich nicht sicher sind, ob der F. die Gleichwertigkeit der Geschlechter voraussetzt, dann stellt sich desweiteren die Frage, ob auf dieser F.-Basis ein Schubladendenken nicht geradezu provoziert wird. Ist das der Anspruch des F.? Nein? Was ist der Anspruch des F. bzgl. Gleichwertigkeit der Geschlechter?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 03.11.2010 um 12:13
hä? sie lesen meine kommentare nicht wie ich sie geschrieben und gemeint habe. das führt dann wirklich zu nichts.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 03.11.2010 um 12:24
Hat denn das FrauenBarcamp zu etwas geführt? Offenbar nicht.

Mit Verlaub, ich unterstelle mal, Sie wissen selber nicht was Sie gemeint haben, ejamie. Andernfalls würden Sie bei der Frage "Welche Relevanz hat heute noch ein rein geschlechtsfixierter Ismus?" nicht kneifen.
Rahab schrieb am 03.11.2010 um 12:40
Smith
außer androzentrismus allerorten gibt es nur noch maskulismus, für den sich die frage nach der relevanz stellt
von daher ist es müßig, an feminismus eine solche frage zu stellen
feminismus war und ist nicht "rein geschlechtsmäßig" fixiert

was nicht zuletzt daran liegt, dass es das "rein geschlechtsmäßige" nicht gibt
Deaktivierter Nutzer schrieb am 03.11.2010 um 12:44
ob das camp zu etwas führt oder nicht kann ich aus der ferne nicht beurteilen, mich persönlich reizt es nicht, das ist alles.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 03.11.2010 um 13:00
rahab,
der Maskulismus ist ein Baby des Feminismus.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 03.11.2010 um 15:57
frau lautsch, wo wir jetzt eh wieder an dem punkt sind "ich frau/mann - ich besser" hier ein vorschlag für ein thema zu den "gender studies": wie sähe die welt aus, wenn mehr frauen an der macht wären? denn die realität ist ja die, dass den größten mist auf dem planeten die männer verzapfen. dürfte auch verkaufsfördernd weil provokant sein. mfg
Ehemaliger Nutzer schrieb am 03.11.2010 um 16:32
Den größten Mist, den Sie aber gern in Anspruch nehmen, gell ejamie? Vom Strom aus der Wand, über Kindergarten bis zum Internet.

Es ist wirklich enervierend.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 03.11.2010 um 16:34
?
Eva Ricarda Lautsch schrieb am 03.11.2010 um 16:27
erstmal möchte ich vehement widersprechen. Ein intelligenter Feminismus und ebenfalls einer, wie er heute weitgehend verstanden wird, orientiert sich am Ziel der Gleichberechtigung. Und hat so mit Männerfeindlichkeit nichts gemein. Es geht nur häufig darum, dass herrschende Ungleichgewicht zu Lasten der Frauen aufzuheben bzw. dies anzustreben.
Das sage ich in Richtung THX und auch in Richtung ejamie - auch wenn man aus weiblichen Machtszenarien sicher einen populistischen Verkaufsschlager bereiten könnte. Es geht natürlich hier auch um Frauen in Machtpositionen - aber nicht nur Frauen, sondern Frauen und Männer zu gleichen Teilen.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 03.11.2010 um 16:37
ich hab wohl kaum gesagt, dass hier irgendwer nicht gleichberechtigt ist, oder? im gegenteil. vor ein paar monaten als die bankenkrise noch aktueller war gab es mehrere artikel zu dem thema, wie die welt wohl aussähe mit mehr weiblicher macht. das habe ich hier überspitzt wieder gegeben. mir ist nicht klar, wie sie mir da unterstellen was sie hier unterstellen, zumal meine kommentare ja auch konstruktiv waren.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 03.11.2010 um 17:20
mir (ausgerechnet) populismus und machtszenario anzuhängen..das ist jedenfalls famos.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 03.11.2010 um 18:32
"dass herrschende Ungleichgewicht zu Lasten der Frauen aufzuheben"

Einmal mehr der feministische Tellerrand.
Kein Gedanke daran, dass die unterschiedliche Lebenserwartung von Männern und Frauen vielleicht ein Indiz für dass herrschende Ungleichgewicht zu Lasten der Männer sein könnte.

Wie hieß es doch weiter oben:
"feminismus war und ist nicht "rein geschlechtsmäßig" fixiert"

Klar wie Kloßbrühe.
Eva Ricarda Lautsch schrieb am 04.11.2010 um 17:47
Liebe Ejamie,
ich unterstelle Ihnen keineswegs, dass es Ihnen um Populismus statt Gleichberechtigung ginge. Ich kenne die angesprochenen Artikel - mein Statement ging nur dahin, dass ich nicht an den Erfolg solcher Diskussionen glaube.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 04.11.2010 um 18:52
mein gedankengang war der: mehr frauen an der macht sind gut, artikel sind ein erster schritt dahin, der freitag ist eine zeitung, in deren konzept das (für mich) passt; das ist vielleicht naiv oder utopistisch oder anmaßend, keine ahnung. mfg und schönen abend
Ehemaliger Nutzer schrieb am 04.11.2010 um 23:35
Die Relevanz jenes geschlechtsfixierten Ismus zeigt sich recht deutlich am Wahlerfolg der Feministischen Initiative in Schweden 2006. Gerade mal 0,68% Wählerstimmen erhielt die Partei, deren Chefin Gudrun Schyman so gar nicht rein geschlechtsmäßig "angesichts der männlichen Gewalt gegen Frauen", die Kosten verursache, für welche – wörtlich: - "die Männer... als Gruppe Verantwortung zu übernehmen haben" eine Männersteuer forderte (neuere Studien sehen Mann und Frau zu in etwa gleichen Teilen bei häuslicher Gewalt schuldhaft beteiligt).

Es zeigt sich einmal mehr, daß noch nie eine Frauenpartei entstand, ohne von den Frauen gänzlich ignoriert zu werden. Gibt es einen schlagenderen Beleg bzgl. der Unfähigkeit des Feminismus sich selbst zu tragen?

Mit jener feministischen und geschlechterfixierten Forderung nach der Männersteuer offenbart sich in einem geradezu unverschähmten Maße eine fundamentale Unemanzipiertheit, die zudem alles Maskuline kriminalisiert.
Grauenvoll!
hibou schrieb am 03.11.2010 um 18:42
"Ein intelligenter Feminismus und ebenfalls einer, wie er heute weitgehend verstanden wird, orientiert sich am Ziel der Gleichberechtigung. Und hat so mit Männerfeindlichkeit nichts gemein."


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