Alltag

Wundersamer Alltag | 02.02.2012 14:29 | Jörg Friedrich

Bringdienst für die Alte

Die Gesellschaft lässt sich die Unterstützung von körperlich Benachteiligten neuerdings einiges kosten. Aber ist es ein Zeichen der Solidarität, Bürgersteige abzusenken?

Die deutschen Städte werden behindertengerecht umgebaut. Überall, wohin man schaut, werden die Bordsteine abgesenkt, damit Rollstuhlfahrer und Gehhilfennutzer besser hinauf und hinunter kommen, und Noppen- oder Rillenplatten als so genannte Blindenleitsysteme ins Pflaster eingelassen, auf das sehbehinderte Menschen sich besser zurecht finden.

Die Gesellschaft lässt sich die Unterstützung der körperlich Benachteiligten etwas kosten. Wie es scheint, zeigt die Stadt sich solidarisch und sorgt dafür, dass sich auch Menschen mit Behinderungen relativ frei bewegen können.

Erstaunlich ist dabei, dass sich Bautätigkeiten dieser Art in den letzten Jahren verstärkt haben. Hat die Zahl der blinden Mitbürger in Deutschland zugenommen, gibt es mehr Rollstuhlfahrer als in den Jahren zuvor? Die naheliegende Antwort scheint zu sein, dass der Staat sich auf den demografischen Wandel einstellt: Immer mehr alte Menschen, das heißt auch, immer mehr seh- und gehschwache Menschen. Aber das ist keineswegs ausgemacht: durch den Rückgang der Anzahl von körperlich belastenden Arbeitsplätzen, haben wir bekanntlich immer mehr fitte Senioren, hinzu kommen die Erfolge der Gesundheitsindustrie und die Tatsache, dass immer mehr Menschen darauf achten, dass sie gesund und beweglich ins Alter kommen. Wir rauchen weniger, ernähren uns gesünder und treiben in Maßen Sport.

Heile Noppen-Welt?

Sind wir also einfach solidarischer geworden? Mir scheint, das Gegenteil ist der Fall: Warum auch immer im Einzelfall Bordsteine abgesenkt oder Haltestellen blindengerecht markiert werden, all diese Veränderungen sind Zeichen der Ent-Solidarisierung in der Gesellschaft. Wir kaufen uns von der direkten, praktischen Hilfe frei, indem wir Baumaßnahmen von unseren Steuern finanzieren lassen.

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Wo keine Noppenplatten den Buseinstieg markieren, da muss ein Mensch im Bedarfsfall den blinden Mitbürger am Arm nehmen. Wo kein Bordstein abgesenkt ist, da muss jemand am Rollstuhl oder am Kinderwagen mit anpacken. Aber wo uns Kerben im Bürgersteig darauf hinweisen, dass wir unsere Hilfe per Steuerzahlung längst geleistet haben, da können wir unbeteiligt beiseite sehen, wenn der weiße Stock tastend nach dem richtigen Weg sucht. Das ist dann längst nicht mehr unser Problem. Wir sind sehr damit einverstanden, dass die Stadtverwaltung solche Baumaßnahmen vornimmt, auch wenn sie Geld kosten, das geben wir gerne. So werden wir im Alltag weniger gestört und weniger von unserer eigenen Unsicherheit verstört, wenn wir nicht wissen, von welcher Seite wir den Rollstuhl anfassen oder in welcher Lautstärke wir den sehbehinderten Menschen ansprechen sollen. Wir können unsere Welt sauber von diesen Schwierigkeiten frei halten, Noppenplatten und abgesenkte Bordsteine sind in Wahrheit die Grenzsteine, die unsere heile Welt von der der Behinderten trennen.

Das ist keine neue Entwicklung unserer Tage. Michel Foucault hat in Wahnsinn und Gesellschaft den Beginn dieser Ausgrenzung am Beginn der Neuzeit im 16. Jahrhundert ausgemacht, sie ist verbunden mit dem Siegeszug von Wissenschaft und Technik. Allenfalls neu für unsere heutige Situation ist, dass die Grenze inzwischen in der letzten Ecke des Alltags angekommen ist. Wir nehmen unsere Verantwortung für den Anderen wahr, indem wir für jedes Problem, das menschliche Zuwendung erfordert, eine technische Lösung finden. Ziel ist es, dass wir einander nicht mehr brauchen, der Blinde hat seine Noppenplatte, die Rollstuhlfahrerin hat ihren abgesenkten Bordstein, die Alte hat ihren Bringedienst, der Einsame hat seinen Fernseher. Und mit dieser Vereinzelung verschwindet auch das soziale Gewebe, durch das die Menschen merken würden, dass sie ihre Welt gemeinsam verändern könnten.

 
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Kommentare
Columbus schrieb am 02.02.2012 um 22:27
Oh, wie dankbar sind Blinde, Rollstuhlfahrer und allgemein die Alten jeden Alters, wenn an den Ecken und Kanten ihres Weges überall ein Jörg Friedrich steht, der ihnen auf und von der Stufe hilft. - Da staun´ ich armer Leser Bauklötze.

Seltsam nur, dass die entsprechenden Umbaupläne meist aus dem Beirat der Betroffenen für die Städte und Gemeinden kommen und schon Jahrzehnte auf ihre Verwirklichung warteten.

Da sehnt sich niemand mehr nach Hochflur Straßenbahnen, hohen Bordsteinen und barrierereichen Zugängen zu allen möglichen Begegnungs- und Kulturstätten. Da wünscht sich niemand mehr, auch nicht der Bundespräsident mit Bobby Car- Nachwuchs, die hohe Kante.

Allenfalls eine gewisse Schwalbenart, zwecks besserer Sichtbarkeit, hätt´ vielleicht Gefallen an den Stolperecken und ein paar duselige Aufgeschlagene mehr, verhülfen so manchem Arzt zur schnelleren Erfüllung seines chirurgischen OP-Katalogs. - Wer weiß?

Der Philosoph aber, er spricht, ich vermute ´mal, geh´ mir aus dem Licht (;-))).

Gute Nacht und Licht aus
Christoph Leusch
Jörg Friedrich schrieb am 03.02.2012 um 07:20
Nicht nur gewisse Schwalbenarten, lieber Columbus, haben "Gefallen an den Stolperecken". Abgesenkte Bordsteine sind nämlich ein gutes Beispiel dafür, dass eine technische Lösung, diem manchen Menschen hilft, für andere Probleme schafft. Der blinde Mensch braucht nämlich den Bordstein, um den Unterschied zwischen Straße und Bürgersteig zu erkennen - ganz zu schweigen davon, dass er bei starkem Regen nicht wie wir sehenden erkennen kann, dass das Wasser an dieser Stelle den Bürgersteig überschwemmt. Der Rollator-Benutzer wiederum quält sich mit den Noppen- und Rillenplatten, die den Blinden führen.
Columbus schrieb am 03.02.2012 um 13:21
Lieber Herr Friedrich,

Sie gehen auf gewichtige Argumente nicht ein.

Die gesamten Konzepte in diesem Bereich, zum barrierefreien Stadtumbau, sie stammen von den Betroffenen selbst (Barcelona Erklärung, 1995), im Programm "Soziale Stadt" und den bundesweiten Programmen zur "barrierefreie Stadt" wird umgesetzt, was alle Behindertenverbände sich wünschen, was ihnen möglichst selbstständige und gleichberechtigte, -darauf legen sie doch großen Wert-, Teilhabe an den sozialen und kulturellen Möglichkeiten der Stadt erst sichert.

Heute können Blinde und schwerst Gehbehinderte in den meisten Großstädten Deutschlands selbstständig durch Behörden kommen, zum Bahnhof gelangen, Reisen aller Art unternehmen, sich in Fußgängerzonen zurecht finden und Gefahren signalisiert erhalten. - Die Klage der Betroffenen selbst ist allenfalls, es sei noch zu wenig getan und das stimmt ja auch.

Was nun Blindenleitsysteme und Rollatoren angeht, so sind die Rillen und Noppen erstens nur auf sehr kleinen Flächen der Wege angebracht, zweitens, mit einem gummibereiften Rollator leicht, vor allem völlig ungefährlich, überfahrbar. Gewöhnungsbedürftig, ja, das können diese Leitmarken für einige Gehbehinderte sein, die zudem schlecht sehen und dann selbst an den Leitschiene, an der Markierung, entlang laufen.

Blinde orientieren sich, neben der taktilen Information über den Stock, auch über Niveauänderungen, akustische Signale und eben über die weiterhin vorhandene Reliefbildung der nur abgesenkten, aber nicht verschwundenen Aufpflasterung und der Straßendrainage.

Ich habe den von ihnen genannten Vorwurf, als Mitglied städtischer Ausschüsse noch nie gehört. - Allerdings ein großes Problem und Anlass zuBbeschwerden, sind so genannte Einzelhindernisse, wie Masten, Verpollerungen und unsachgemäß angebrachte Sperrketten, z.B. für Parkplätze, Einfahrten, etc., die so nicht rasch genug ertastet werden können.

Sie wollten Straunen auslösen und das ist Ihnen geglückt. Aber in der Sache schießen Sie dieses Mal ein Luftloch, denn die barriefreie Stadt, nicht nur für Behinderte, sondern auch für Familien und Kinder, schafft mehr Sozialität, weil die Zugänge nicht mehr begrenzt sind.

Beim nächsten Stupor kann es ja schon wieder anders aussehen.

Gutes Wochenende
Christoph Leusch
Jörg Friedrich schrieb am 03.02.2012 um 14:16
Lieber Christoph Leusch,

Sie sollten sich einmal mit den politischen Diskussionen zwischen den Verbänden befassen, oder Sie sprechen einmal mit einem Stadtplaner, der versucht hat, die verschiedenen Interessen "unter einen Hut" zu bringen. Ob Sie nach dem Lauschen einer solchen Diskussion immer noch meinen, da werde "Sozialität" geschaffen, ist fraglich. Manchmal finden sich Teile der Diskussion auch im Netz in den Kommentaren zu Stadtverwaltungsbeschlüssen, einen kleinen Eindruck können Sie z.B. hier bekommen:
www.kobinet-nachrichten.org/cipp/kobinet/custom/pub/content,lang,1/oid,25384/ticket,g_a_s_t
Lesen Sie da mal in den kurzen "Austausch" zwischen Herrn Wecke, M. Mütze und Herrn Woltersdorf. Dann erhalten Sie einen kleinen Eindruck davon, wie menschliche Probleme politisch-technisch-bürokratisch gelöst werden.
Columbus schrieb am 03.02.2012 um 18:01
Wie Sie, lieber Herr Friedrich, ihrer zitierten Quelle entnehmen können, geht es da gerade um die Umsetzung dieser erklärten und akzeptierten Ziele der Barrierefreiheit.

Glauben Sie denn, die Erfahrungen aus Berlin, bei jeglicher städtischer Planung wird so diskutiert, was denn der beste Weg nun ist, ließen sich nicht in jeder Großstadt machen? - Ich schrieb ihnen doch dazu!

Ihr Beitrag, der so staunen lässt, zielt aber in ein ganz andere Richtung. Diese Richtung ist als Grundhaltung für Stadtplanung, Stadtpolitik und für den Umgang mit den berechtigten Interessen der Behinderten, die diese mittlerweile auch gut selbst vertreten, schlicht unbrauchbar und wird so nirgendwo in Deutschland oder in Europa praktiziert.

Zu den philosophischen Weiterungen habe ich ja bisher nichts gesagt. Foucault kann sich nicht wehren von ihnen vereinnahmt zu werden. Ich bin mir aber ziemlich sicher, er hätte ihnen genau so wenig zugestimmt, und es vor allem strikt abgelehnt, die These aus "Verbrechen und Strafen" auf den offenen und überhaupt nicht technisch oder technologisch dominierten Prozess des Stadtumbaus in dieser Frage anzuwenden, der ganz im Gegenteil Beteiligungsmöglichkeiten, soziale Nähe und gesellschaftlichen Austausch erst ermöglicht. Wer nirgendwo hin kommt hat keine sozialen Kontakte, wer nirgendwo rein kommt, kann nicht für sich sprechen und wer offenssichtlich niemals vor einer großen Barriere stand, sollte vorsichtig mit solchen Sätzen sein:

"Wir nehmen unsere Verantwortung für den Anderen wahr, indem wir für jedes Problem, das menschliche Zuwendung erfordert, eine technische Lösung finden. Ziel ist es, dass wir einander nicht mehr brauchen, der Blinde hat seine Noppenplatte, die Rollstuhlfahrerin hat ihren abgesenkten Bordstein, die Alte hat ihren Bringedienst, der Einsame hat seinen Fernseher."

Die menschliche Zuwendung an heder Ecke (Hilfe) plus die alten Barrieren, die längst nicht überall verschwunden sind, lieber Herr Friedrich, die wünscht sich kein Behinderter. Aber menschliche Zuwendung, von gleich zu gleich, freiwillig und gegenseitig, überhaupt die Chance der Teilhabe, die wünscht sich die große Mehrheit der Betroffenen und auch die meisten ohne ein Handicap wünschen sich das.

Die übergroße Mehrzahl der Räte und (Betroffenen-)Beiräte der Städte, Kommunen und Landkreise Deutschlands folgen daher ebenso nicht der von Ihnen so beschworenen Gegenpraxis, und sie tun sehr gut daran.

Argumentationen mit untauglichen Ansätzen und unter Ausblendung der Sachverhalte, führen regelmäßig in logische Sackgassen. Von einem Philosophen, der unter diesem Rubrum in einer Zeitung als Kolumnist antritt, hätte ich daher etwas mehr Bandbreite in der Argumentation erwartet.

Nun, es ist ja erst der zweite Beitrag aus ihrer Feder, der mir als besonders engstirnig und geradezu gegen die staunenswerte Vielfalt gerichtet, auffiel. - Auf zur nächsten Chance

Wir Leser, ich erlaube mir, angesichts der Reaktionen hier im Thread, einmal, mehr als nur meine Meinung kund zu tun, müssen es ja hinnehmen und ertragen, dass von Sachwissen unbeleckt und ziemlich recherchefrei, alles Mögliche als philosophisches Staunen ausgegeben werden kann, was hölzern und ehern tönend (dieses vergiftete "wir") daher kommt.

Ihre Sturheit stimmt mich eher traurig.
- Aber bitte, die Hoffnung stirbt zuletzt und es kommen ja, "ab jetzt", noch viele, viele weitere Kolumnen.

Die Barrierefreiheit bleibt jedenfalls ein mutiges, längst nicht überall und ausreichend umgesetztes (s.u. luzieh.fair schrieb am 03.02.2012 um 16:57) Ziel der Stadt- und Kommunalplanung in Europa, und jede Chance auf eine Verbesserung muss sinnvoll genutzt werden. - Wie klein gedacht ist, sich vor allem zuwenden zu wollen, wenn es um Hilfe am nicht abgesenkten Bordstein geht, oder darum, den Blinden ohne Leitsystem zum Bahnhof zu bringen? Ich glaube, die meisten Menschen mit einer Beeinträchtigung pfeifen auf eine solche Einstellung. Sie wollen so viel Normalität in der Bewegungsfreiheit wie möglich.

Gutes Wochenende
Christoph Leusch
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 01:42
@Jörg Friedrich
Abgesenkte Bordsteine sind nämlich ein gutes Beispiel dafür, dass eine technische Lösung, die manchen Menschen hilft, für andere Probleme schafft.

Die Diskussion der unerwünschten Nebeneffekte technischer Lösungen bringt uns in diesem Zusammenhang nicht weiter. Das Thema sind doch nicht die Details technischer Lösungen, sondern die Sinnhaftigkeit technischer Lösungen im allgemeinen.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 01:42
@Jörg Friedrich
Ob Sie nach dem Lauschen einer solchen Diskussion immer noch meinen, da werde "Sozialität" geschaffen, ist fraglich.

Wer meint denn so was? Natürlich kann ich die Menschen nicht durch einen abgesenkten Bordstein aus ihrer Vereinzelung in eine solidarische Gesellschaft führen.

Ciao
Wolfram
Magda schrieb am 02.02.2012 um 22:47
Warum auch immer im Einzelfall Bordsteine abgesenkt oder Haltestellen blindengerecht markiert werden, all diese Veränderungen sind Zeichen der Ent-Solidarisierung in der Gesellschaft. Wir kaufen uns von der direkten, praktischen Hilfe frei, indem wir Baumaßnahmen von unseren Steuern finanzieren lassen.

Über Herrn Friedrichs wundersames Staunen kann ich nur staunen. Vielleicht weiß er nicht, dass es die Behindertenvertretungen selbst sind, die sich entsprechende Vorrichtungen ausbitten, gerade weil sie nicht andauernd um Hilfe bitten wollen und weil sie ein Recht auf entsprechende offizielle Erleichterungen haben. Sie wollen anders wahrgenommen werden und nicht als Hilfesuchende. (s. Herr Leusch)

Aber wo uns Kerben im Bürgersteig darauf hinweisen, dass wir unsere Hilfe per Steuerzahlung längst geleistet haben, da können wir unbeteiligt beiseite sehen, wenn der weiße Stock tastend nach dem richtigen Weg sucht.

Der tastend nach dem richtigen Weg Suchende sieht nicht, dass wir beiseite sehen. Aber auch angesichtes der unfreiwilligen Albernheit, die so ein Satz vermittelt, blicke ich nicht unbeteiligt beiseite. Ich gehe beherzt auf ihn zu und sage ihm: Sie haben ein massives Stilproblem, mein Herr. Soll Ihnen jemand zur Seite treten?

Noch etwas - dieses vereinnahmende "Wir" und das ausschließende "Die Behinderten" ist in sich selbst entlarvend.

Und mit dieser Vereinzelung verschwindet auch das soziale Gewebe, durch das die Menschen merken würden, dass sie ihre Welt gemeinsam verändern könnten."

Was soll das denn sein - das Wort zum Sonntag und um Zahltag?

Übrigens - auch im Internet gibt es barrierefreie Lösungen für Behinderte. Kauft sich die Netzgemeinde damit frei von der Verpflichtung, Blinde in ihrer Wohnung aufzusuchen und Ihnen vom Bildschirm was vorzulesen? "Warum auch immer im Einzelfall Bordsteine abgesenkt oder Haltestellen blindengerecht markiert werden, all diese Veränderungen sind Zeichen der Ent-Solidarisierung in der Gesellschaft. Wir kaufen uns von der direkten, praktischen Hilfe frei, indem wir Baumaßnahmen von unseren Steuern finanzieren lassen."

Die Überschrift - auch wenn sie einen Bezug im Text hat - liest sich dort oben missverständlich - abwertend und gehässig.
Magda schrieb am 02.02.2012 um 22:51
Oh jeh - da ist unten ein Zitat wiederholt worden. Na, das ist meiner allgemeinen Erbostheit zuzuschreiben.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 02.02.2012 um 23:26
"Noch etwas - dieses vereinnahmende "Wir" und das ausschließende "Die Behinderten" ist in sich selbst entlarvend."

Das soll provozieren, liebe Magda! Viele Kommentare bringen

Geschmacklosigkeit "sells"
Jörg Friedrich schrieb am 03.02.2012 um 07:13
Liebe Magda, Behindertenvertretungen müssen sich an der Welt orientieren, wie sie ist, nicht, wie sie sein sollte oder könnte. Das muss uns aber nicht davon abhalten, darüber nachzudenken, warum die Welt nuneinmal so ist und ob sie gut so ist.

Ja, ich verwende das "vereinnahmende Wir". Ich beobachte andere Menschen und mich selbst und denke darüber nach, was falsch an dem läuft, wie wir handeln. Ich bemerke, dass ich mich genauso verhalte wie die anderen, ass ich einer von ihnen bin, auch z.B. im unbeteiligten Abwenden. Und diese Zusammengehörigkeit kommt im "Wir" zum Ausdruck.
Magda schrieb am 03.02.2012 um 15:11
Und Sie lieber Herr Friedrich denken mal darüber nach, ob so eine Überschrift wie diese nicht doch unpassend ist. Sehr unpassend.
Jörg Friedrich schrieb am 03.02.2012 um 15:35
Liebe Magda,
auf meiner Festplatte heißt der Text schlicht "Noppen auf Bürgersteigen". Überschriften und die sogenannten "Teaser" werden von der Redaktion geschrieben.
Jörg Friedrich schrieb am 03.02.2012 um 15:47
Ergänzen möchte ich, dass ich die Überschrift wie sie ist, keineswegs für "unpassend" halte. Sie erwähnt ein Detail, das im Text nur nebenbei erwähnt wird und somit fast untergehen könnte, und betont damit, dass das Problem eben weit über die Situation von Blinden und Rollstuhlfahrern hinaus geht - die Vereinzelung, die mit technischen Lösungen für menschliche Problemsituationen einhergeht, betrifft fast jeden von uns.
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 01:45
@Jörg Friedrich
...und betont damit, dass das Problem eben weit über die Situation von Blinden und Rollstuhlfahrern hinaus geht - die Vereinzelung, die mit technischen Lösungen für menschliche Problemsituationen einhergeht, betrifft fast jeden von uns.

Das entscheidende Wort ist "einhergeht". Die Vereinzelung und die technischen Lösungen gehen nebeneinander her, so wie zwei Wildfremde (obacht, Vereinzelung!) nebeneinander die gleiche U-Bahn-Treppe hinuntergehen.
Weder ist die Vereinzelung eine Folge von technischen Lösungen, noch können technische Lösungen die Vereinzelung aufheben oder auch nur mildern. Das heißt, wenn ich es genau bedenke, können sie es doch. Wer sich im Rollstuhl einigermaßen ungehindert und frei bewegen kann, der kann Sozialkontakte besser, sprich: intensiver, pflegen als einer, der jedesmal einen kleineren Aufstand veranstalten muß, damit er die Hilde besuchen kann.
Ohne meine Sehhilfe wäre ich in meiner Bewegungsfreiheit und Wahrnehmungsfähigkeit doch sehr eingeschränkt.
Und noch was: Ihr Vorschlag, die Vereinzelung der Menschen dadurch zu bekämpfen, daß technische Hilfen nicht weiter ausgebaut werden, ist seinerseits eine technische Lösung für ein Problem, das politische, ökonomische und soziologische Ursachen hat.
Es ist ja beileibe nicht so, daß wir heutigen Menschen zu solidarischem Verhalten einfach so nicht mehr in der Lage oder gar willens wären. Die DDR war weiß Gott keine Idylle, das solidarische Zusammenleben aber war weitaus ausgeprägter als bei uns im Westen. Es ist heute noch in kleineren Dörfern ausgeprägter als in großen Städten und der Unterschied ist umso deutlicher, je kleiner das Dorf und je größer die Stadt ist.
Das solidarische Zusammenleben hat natürlich auch Nachteile, die gegenseitige Kontrolle ist intensiver als in einer anonymen Großstadt, aber mei, so ist das halt. Ich wohne - alleine, nur mit einem Hund an meiner Seite - weit draußen, die nächsten Nachbarn sind, durch einen Bach, durch Bäume und Sträucher getrennt, etwa 100 m von mir entfernt. Der Flurname für die Nachbarn ist Hiendlöd, und, wie der Name vermuten läßt, ist das nur eine Ansammlung weniger Häuser. Es gibt keine Straßenbeleuchtung, nachts ist es so dunkel, daß mich bei klarem Himmel und Neumond die Sterne anbrüllen in ihrer Leuchtkraft. Trotzdem lebe ich hier weitaus sicherer als in Berlin.

Ciao
Wolfram
Sarah Rudolph schrieb am 02.02.2012 um 23:12
Danke an Magda und Columbus.
Der Text ärgert mich, weil er gar nicht auf die Idee kommt "Behinderte" als selbstbestimmte Subjekte zu sehen, dass der Abbau von Abhängigkeit ein Wert an sich darstellen kann, dass es erniedrigend und schmerzhaft sein kann, auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Vielleicht möchte der blinde Mitbürger ja gar nicht von wildfremden Menschen am Arm genommen werden? Also ich möchte das nicht.
Jörg Friedrich schrieb am 03.02.2012 um 07:08
Liebe Sarah Rudolph,
Abhängigkeit kann nicht abgebaut werden, jeder von uns ist von der Gesellschaft und dem Funktionieren der Beziehungen zu anderen Menschen abhängig. Die von mir dargestellten technischen Maßnahmen beseitigen keine Abhängigkeiten, sie verlangern diese nur von einer perönlichen auf eine unpersönliche Ebene. Der einzelne ist dann nicht mehr von der Hilfe konkreter Menschen in seiner Nähe abhängig, sondern davon, dass "die Gesellschaft" ihm hilft.

Eben die Tatsache, dass Sie den Menschen, der Sie - wären Sie z.B. blind - im Bedarfsfalle am Arm nimmt, als "wildfremden" bezeichnen, verweist auf die bereits weit fortgeschrittene Vereinzelung. In einer solidarischen Gesellschaft wäre dies kein Wildfremder, sondern nur ein naher Anderer.
luzieh.fair schrieb am 03.02.2012 um 16:57
Doch Herr Friedrich.

Es macht für die Betroffenen einen himmelweiten Unterschied, ob sie auf die Hilfe des Busfahrers, oder der Fahrgäste angewiesen sind, ober ob es eine elektirsche Rampe für Rollstühle gibt. Es macht einen Unterschied, ob sie zur Bahnhofsmission müssen, um um Hilfe beim Weg zum Bahnsteig zu bitten (nicht jeder Mensch ist in der Lage, einen Rollstuhl die Treppe hinauf zu bekommen), oder ob sie einfach den Fahrstuhl nutzen können usf.
Wenn der Wunsch von Menschen mit Behinderung (welcher Art auch immer) der ist, dass sie alles, was möglich ist, selbstständig erledigen wollen, dann ist das zu respektieren. Das hat nichts mit freikaufen, oder entfremnden zu tun, sondern (auch) damit, dass es ein langer und beschwerlicher Weg war, bis "wir" als Gesellschaft die Belange ALLER Menschen auch nur im Ansatz ernstnehmen. Dazu gehört eben auch das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben.

Und: es gibt Bereiche, in denen werden Menschen mit Behinderung (je nach Form) IMMER direkt von anderen Menschen abhängig sein. Die einen müssen sich waschen lassen, die anderen brauchen Hilfe beim anziehen, oder einkaufen undundund... Wieso soll es dann problematisch sein, wenn diese Menschen (wenigstens) den Weg von A nach B selbstständig bewältigen können?

de.wikipedia.org/wiki/Barrierefreiheit
Jörg Friedrich schrieb am 03.02.2012 um 17:08
luzieh.fair, ich bestreite nicht, dass es für die Betroffenen faktisch einen riesigen Unterschied macht, ob sie "um Hilfe bitten müssen" oder ob sie technische Einrichtungen vorfinden, die es ermöglichen, darauf zu verzichten. Aber warum ist das so? Warum ist es denn nicht ebenso selbstverständlich, sich helfen zu lassen, wie es selbstverständlich ist, eine technische Vorrichtung zu erwarten?

Sie schreiben selbst: Es wird immer Fälle geben, in denen Menschen von der direkten Hilfe eines anderen Menschen abhängig ist (ganz zu schweigen davon, dass keine technische Einrichtung menschliche Zuwendung ersetzen kann). Genau aus diesem Grunde muss es selbstverständlich sein (und vor allem wieder werden) zu helfen und sich helfen zu lassen.
luzieh.fair schrieb am 03.02.2012 um 17:32
Ich verstehe nicht, was sie so verwundert macht. Bzw. ich verstehe nicht was genau sie wollen. Natürlich sollen (wie ich unten auch schrieb) die Menschen einander helfen (wollen), aber die technische Hilfe (Noppen und Bordsteine) als quasi Gewissenserleichterung und de facto Ausgrenzung zu bezeichnen lässt nicht besonders viel Raum für mehr.
Da wo Bordsteine und Rampen aufhören helfen Menschen doch einander. Es gibt viele (meist Selbsthilfe-) Vereine (zu wenig wahrscheinlich), in denen sich Menschen mit und ohne Behinderung ehrenamtlich oder früher als Zivis oder Fsjler-Innen zur Verfügung stellen, um Menschen die Hilfe brauchen diese zu geben. Aber wie gesagt: das unterschiedliche Sachen. Und Ihr Punkt wird mir nicht ganz klar.
Joachim Petrick schrieb am 03.02.2012 um 18:39
@Jörg Friedrich

"Abhängigkeit kann nicht abgebaut werden, jeder von uns ist von der Gesellschaft und dem Funktionieren der Beziehungen zu anderen Menschen abhängig. Die von mir dargestellten technischen Maßnahmen beseitigen keine Abhängigkeiten, sie verlangern diese nur von einer perönlichen auf eine unpersönliche Ebene. Der einzelne ist dann nicht mehr von der Hilfe konkreter Menschen in seiner Nähe abhängig, sondern davon, dass "die Gesellschaft" ihm hilft."

Aul welches Katastrophen Szenario wollen Sie uns hier einstimmen?,
wenn ja, zu wessen Behufe im Katastrophen Detail nach dem dreifachen Fukushima GAU?
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 01:40
@Jörg Friedrich
Abhängigkeit kann nicht abgebaut werden, jeder von uns ist von der Gesellschaft und dem Funktionieren der Beziehungen zu anderen Menschen abhängig.

Das ist eine Argumentation nach dem Muster "Medizinische Behandlung ist letztlich sinnlos, denn wir werden ja doch alle sterben". "Eine stabile Gesundheit", so hat es mal einer knackig formuliert, "ist nur die langsamste Art zu sterben."

Die von mir dargestellten technischen Maßnahmen beseitigen keine Abhängigkeiten, sie verlagern diese nur von einer persönlichen auf eine unpersönliche Ebene. Der einzelne ist dann nicht mehr von der Hilfe konkreter Menschen in seiner Nähe abhängig, sondern davon, dass "die Gesellschaft" ihm hilft.

Diese Verlagerung der Abhängigkeit ist in manchen Zusammenhängen durchaus angenehm. Ist etwa jemand in erheblichen sozialen Schwierigkeiten, so macht es sehr wohl einen Unterschied aus, ob ich meine lebensnotwendige Stütze von einem anonymen Amt bekomme, oder ob ich jedesmal zu einem Verwandten oder Freund rennen muß, ihn anzubetteln.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 01:47
@Jörg Friedrich
luzieh.fair, ich bestreite nicht, dass es für die Betroffenen faktisch einen riesigen Unterschied macht, ob sie "um Hilfe bitten müssen" oder ob sie technische Einrichtungen vorfinden, die es ermöglichen, darauf zu verzichten. Aber warum ist das so? Warum ist es denn nicht ebenso selbstverständlich, sich helfen zu lassen, wie es selbstverständlich ist, eine technische Vorrichtung zu erwarten?

Aber es ist selbstverständlich, sich helfen zu lassen. Nur ist es halt sehr lästig für einen Rollstuhlfahrer, vor jedem Hindernis erstmal auf einen zufällig vorbei kommenden Passanten warten zu müssen, der ihm von selbst oder auf direkte Bitte hin, weiter hilft. Bis zur nächsten Barriere.

Ciao
Wolfram
Columbus schrieb am 04.02.2012 um 08:39
ad Sarah Rudolph schrieb am 02.02.2012 um 23:12 , ad
Jörg Friedrich schrieb am 03.02.2012 um 07:08

Die Argumentation mit der "Gesellschaft der nahen Anderen", ist in Wahrheit genau das, was Foucault als umfassende Kontrolle einer in Wahrheit anomischen Gesellschaft analysiert hat.
Eine zweite soziale Haut, in der, vom Bürgersteig bis zum Bett nur noch "nahe Andere" wesen, das ist in Wahrheit eine Horrorvorstellung.

Leider zeugt diese eigenwillige Philosophie auch von einer allgemeinen Unkenntnis, warum und wie in den Bereichen, in denen Hilfen wirklich notwendig sind und nicht abgelehnt werden können, massive Probleme entstehen.

Die meisten Schwierigkeiten dort, ob an Schulen, in Familien oder sozialen Einrichtungen (Krankenhaus , Heim, etc.), entwickeln sich nämlich aus den Eingriffen der übergriffig Wohlmeinenden, der oberflächlich besonders freundlichen und immer allzu nahe tretenden Helfer, deren oftmals absolute Hilfsbereitschaft in einen Zwang sich von ihnen helfen lassen zu müssen, umschlägt.

Auf ein gefühlskaltes und unsensibles Subjekt als Problem (Menschen ohne Empathiefähigkeit und Motivation gehören nicht in soziale Bereiche), kommen 10, die nicht in der Lage sind ihre Hilfsbereitschaft einzugrenzen, die sich damit zur Hölle für andere machen, meist ohne es selbst zu wissen.

Gäbe es für Menschen mit Handicaps keine Bewegungsfreiheiten ohne Hilfe, dann wären sie auf diese immer solidarische und hilfsbereite "Berührung" der je anderen angewiesen.

Das ist zum Glück nur ein kollektiver Wahnwunsch einzelner "Denker", den Anderen unbedingt zu einem Nächsten zu machen und das als Kollektivmeinung verankern zu wollen.

Foucault kämpfte bis an sein Lebensende für das genaue Gegenteil, nämlich die Chance, fremd zu bleiben, fremd bleiben zu dürfen, unabhängig, dafür aber genau deswegen sozial. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit wäre z.B. missverstanden, wenn Brüder und Schwestern in einem Zwangsverhältnis der Abhängigkeit bleiben müssten.

Das ist kein schöner Menschheitstraum, den Herr Friedrich da, eher ohne allzu viel nachzudenken, träumt, sondern eine möglichst weite Pforte zum Einzug in die Hölle der immer und überall Nächsten, aus dem es, aufgrund des philosophischen (Friedrich-) Paradigmas, dann auch keinen Ausweg mehr gibt. Nicht einmal abgesenkte Bordsteine , Noppen und Führrillen für Blindenstöcke und hochsensible Fußsohlen.

Ein wesentliches Element einer guten Gesellschaft ist, die Abhängigkeit von Beziehungen zu reduzieren, die Freiheitsgrade in notwendigen Beziehungen zu erhöhen. Nicht als Bittsteller und beständig Hilfsbedürftige, als Abhängige, wollen Menschen Kontakte aufbauen, sondern sie wollen sich als freie und anders seiende Subjekte gegenüber treten und "at will" näher kommen. - Schön, dass Sie das so deutlich spüren, Frau Rudolph.

Liebe Grüße und gutes WE
Christoph Leusch
Jörg Friedrich schrieb am 04.02.2012 um 09:13
Columbus, ich habe hier das Buch "Wahnsinn und Gesellschaft" von Michel Foucault nur angeführt weil dieser den grundsätzlichen Mechanismus, wie Ausgrenzung von Menschen funktioniert, die als krank definiert werden und denen dann mit technisch-bürokratischen Mitteln eine Problemlösung angediehen lassen wird, und weil er sehr klar analysiert hat, wie sich eine solche Gesellschaft verändert. Insofern ist es zwar irrelevant, wofür Foucault "bis an sein Lebensende gekämpft hat" aber es würde mich nun doch interessieren, wo sich dieser lebenslange Kampf niedergeschlagen hat, ob er irgendwo nachlesbar ist. Ich habe nicht alles von Foucault gelesen und wäre da für einen Literaturhinweis dankbar.
Columbus schrieb am 04.02.2012 um 11:04
Nun, Sie können das schon an "Wahnsinn und Gesellschaft" ablesen.

Foucault geht es doch gerade darum, zu entlarven, wo sich pseudoaufklärerische Experten auf der Basis einer Definition von "Risiko" und "Gefahr" für die Gesellschaft, die aber tatsächlich immer als individuelle Krankheit, Andersartigkeit und Fremdheit des Einzelnen für in Erscheinung tritt, Regel- Regime erfindet, diese Einzelnen zu isolieren und wegzuschließen.
Das funktioniert für alle Bereiche, vom Körper und dessen Begierden, über die sexuelle Präferenz, bis hin zum Umgang mit Straftätern und psychisch Kranken, sowie neuerdings wieder, mit Arbeitslosen, die schon einmal vorsorglich als "Arbeitsscheue", klassifiziert werden.
- Das ist aber das genaue Gegenteil von Stadtplanung, Gemeindearbeit, Stadtteilarbeit, Barcelona Erklärung, sozialer Stadt, Kiez-Management und Vergrößerung der Teilhabe für Menschen mit Handicap in jeglicher Form.

Die Befreiung von den Zwangsmechanismen lautete daher radikal, Abschaffung der Anstalten, Heime und Haftanstalten. In viel kleineren, reformierten Schritten, nennt sich das dann "Öffnung" und Reduktion von Zwang, Abschaffung der Entmündigung, etc. pp.

Diesem Pfad folgte, nicht ohne gute Gründe, -bei den meisten Studierten die das in diesen Bereichen betreiben auch bisher durch ausgedehnte Foucault-Lektüre angeregt und abgesichert, der ja selbst ein gutes Beispiel mit der Gründung einer Gefangenenhilfe-Organisation, durch sein Engagement für Schwule und z.B. die poln. Gewerkschaftsbewegung gab-, die Entwicklung der Sozialstrukturen in den europ. Staaten.

Jedenfalls gelang das bis zu jenem "Knick" in der Leistungsfähigkeit und Überzeugtheit, der mit der "Wende", dem Untergang des unflexiblen und menschengefährdenden Gegenmodells, jenes real exisitierenden Sozialismus, eintrat.

Nun fanden rein ökonomische Marktgesetze und der Gedanke des "Wegsperrens" in alle Bereichen wieder mehr Anhänger, weil selbst ein insuffizientes Gegenmodell noch den Druck aufrecht erhielt, doch etwas besser zu sein.

Nun führt das Ökonomiemodell deutlich, um die angeblich horrenden Kosten des Sozialen in den Griff zu bekommen. - In Wahrheit verschwindet weltweit das meiste Kapital durch private Aneignung in den Händen einer sehr kleinen Anzahl von Privatleuten, vielleicht 1-2% der Gesellschaften, die es nur weiter zur Akkumulation nutzen oder aber für einen privaten Luxus ausgeben, dessen Preisgestaltung nur von Distinktionsmechanismen (Abstand wahren), aber nicht von gesellschaftlich notwendigen Problemlösungen getrieben ist.

Foucault tat eben auch persönlich mehr, obwohl ihm immer wieder unterstellt wurde, er lebe ein extrem individualistisches, selbstisches und ich bezogenes Gelehrten- und Subkulturleben.

Nun, er gehörte ja zu einer Gruppe von Männern, auf die sich, Jahrhunderte lang gerade die polizeilichen, die ordnenden und apparatemäßig organisierten Insitutionen einer Scheinaufklärung, zum Zwecke der Korrektur, stürzten.

Die Öffnung und Schaffung von mehr Freiheitsgraden, z.B. Wohngruppen und eigenständiges Wohnen für psych. Kranke und Behinderte, die Beseitigung von Barrieren aller Art, z.B. Freigang, Resozialisierungen, nachholende Ausbildung, ist die weniger radikale (Anti-Psychiatrie, "Anti-Knastologie" die radikale) Schlussfolgerung aus Foucaults oder Basaligas Denken. - Also die Auflösung der Apparate, die technologisch und ökonomisch so durchgeplant und aufgebaut sein können, dass daraus ganze, privatwirtschaftlich geführte "Prison-States" wahr werden können und die Aburteilungen nach einfachen, vermeintlich effizienten Regeln, in Schnellverfahren erfolgen (three strikes). Also die Auflösung oder weitestgehende Öffnung der Heime, also die Unterscheidung Jugendstrafrecht und Erwachsenenstrafrecht, also all´ jene Sachverhalte, die heute von Konservativen wieder in Frage gestellt und durch klare und harte Verfahren ersetzt werden sollen, die von Ökonomen als wenig effizient weg gewünscht werden, sie sind Ausfluss einer humanen Philosophie, die eben nicht jedem vermeintlich Hilfsbedürftigen persönlich an der Kreuzung über die Straße hilft, sondern Freiheitsgrade öffnet und Strukturen ändert (sei es nur eine Bahnsteigkante oder ein Fußgängerüberweg) um die freien Subjekte in ihrer Stärke etwas gleichberechtigter zu machen.

Empfehlenswert, weil noch nicht so abständig:
Didier Eribon, Michel Foucault, Paris, Flammarion, 1989.

Grüße
Christoph Leusch
Jörg Friedrich schrieb am 04.02.2012 um 11:53
Lieber Columbus,

ich lese Foucault, wie auch jeden anderen Denker, lieber selbst, als mir die jeweils passende Deutung aus der Sekundärliteratur zu ziehen. Und aus dieser unmittelbaren Lektüre habe ich gelernt, dass es mit einer "Auflösung der Heime" nicht getan ist. Dadurch werden Menschen, die zuvor weggesperrt waren, nicht in die Gemeinschaft zurück geholt. Die Grenzziehung erfolgt dann auf andere Weise. Die Gesellschaft ist von Markierung und Grenzziehungen durchzogen, die subtiler sind und weit besser wirken als Mauern und gesicherte Gebäude.
Columbus schrieb am 04.02.2012 um 12:54
ad
Jörg Friedrich schrieb am 04.02.2012 um 11:53

Also Herr Friedrich, das habe ich doch nun wirklich nicht behauptet, es sei damit getan.

Aber Sie fragten doch nach der von Foucault angestoßenen und mit seinem Denken verknüpften Praxis! - Mehr kann ich nun wirklich nicht für Sie tun, als ihnen dazu ein paar Beispiele aufzeigen, die Foucault selbst unterstützte.

Ich weiß nun wirklich nicht, welche Arabeske oder Piourette ich noch drehen soll! Wenn Sie partout was anderes für sich persönlich aus der Sekundär- und Primärlektüre heraus lesen wollen und wenn Sie die alltägliche Praxis anders deuten wollen, dann kann niemand sie hindern.

Ich denke aber, als Philosoph und nun durchaus privilegierter Kolumnenschreiber in einer bundesweiten Wochenzeitung, müssten Sie auf so viel, ziemelich klar abgeleiten Zusammenhänge und so viel sachliche Kritik, nicht damit reagieren, nun hier hin zu schreiben: "Egal, mich interessiert nur mein Auslegen, meine Lese!" - An dem Punkt endet dann doch jeder Diskurs. - Sie müssen dann eben ihren Foucault lesen. Aber was sagt das im Bezug auf die davon entfernten Inhalte dieser Texte? Nichts! Wenn Sie also eine abweichende Foucault Lesart entwickleln wollen, ihre Lesart, das ist ja legitim, dann müssen Sie sich, jedenfalls in der Öffentlichkeit, intellelktuell mehr anstrengen, denn Sie wollen ja was anderes daraus denken und eine andere Praxis entwickeln.

Grüße
Christoph Leusch
KarinL. schrieb am 04.02.2012 um 16:55
@Sarah Rudolf schrieb am 02.02.2012 um 23:12

Vielleicht möchte der blinde Mitbürger ja gar nicht von wildfremden Menschen am Arm genommen werden? Also ich möchte das nicht.

Leiden Sie jetzt unter Menschenphobie oder sind Sie schon soweit entsolidarisiert?

Das frage ich mich jetzt ehrlich, nach Ihrem letzten Satz :-(...Oder liegt es am falschen Stolz?

Es ist traurig hier so die Kommentare zu lesen.
KarinL. schrieb am 04.02.2012 um 16:57
@luzieh.fair

Schön wie man Ihnen die Entsolidarisierung eingeredet hat...
luzieh.fair schrieb am 04.02.2012 um 18:44
@Katrin L.:

inwiefern?

Da wurde ich doch glatt von Leuten indoktriniert, die auf abgesenkte Bordsteine angewiesen sind. Mir hat keineR was eingeredet, ich habe Freunde und Bekannte, die im Rollstuhl sitzen und ich beschäftige mich unter anderem mit Stadtpolitik. Und in der Stadt, in der ich lebe, gibt es seit Jahren ein Tauziehen um noch so kleine (technische) Veränderungen, die den Weg von "A" nach "B" erleichtern sollen...

Was Sie da schreiben, wirkt undurchdacht, oberflächlich und noch dazu überhaupt nicht bei der Sache...
Ehemaliger Nutzer schrieb am 02.02.2012 um 23:23
Sehr geehrter Herr Grassmann,

wie war das nochmal - wünschten Sie sich nicht "qualitativ bessere Texte"?

Wie wäre es, wenn Sie damit anfangen. Weniger ist manchmal mehr!

Abschließend: si tacuisses, philosophus mansisses
ch.paffen schrieb am 03.02.2012 um 00:24
@ Jörg Friedrich
Danke!
Was mich erstaunt ist weniger der Beitrag in der Kolumne. Was mich wundert ist die Empörung die die Kolumne erzeugt hat.

Feine Restnacht noch Christiane Paffen
Joachim Petrick schrieb am 03.02.2012 um 18:33
ch.paffen schrieb am 03.02.2012 um 00:24
@ Jörg Friedrich
Danke! "

Ist das nicht etwas dünn?, worauf gründet denn Ihr Dank so kurz wie lang?

tschiao
JP
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 01:46
@ch.paffen
Was mich erstaunt ist weniger der Beitrag in der Kolumne. Was mich wundert ist die Empörung die die Kolumne erzeugt hat.

Geht das tatsächlich nicht aus den Beiträgen der Kommentatoren hervor? Sind die wirklich so unpräzise?

Ciao
Wolfram
ch.paffen schrieb am 05.02.2012 um 02:25
@ JP + Wolfram Heinrich

Danke @ feedback - Nun hab ich die Chance (wird sich rausstellen wie wertvoll sie unter dem Strich ist) - gerne nutze ich die Chance.

Nein sie sind nicht unpräzise (Columbus und Magda schreiben n.m.E. sehr präzise).
Aber genau das hat dazu geführt das ich mich gewundert habe.

Ich habe in dem Text für mich eben keinen "Angriff" auf Blinde, Rollstuhlfahrer und allgemein die Alten jeden Alters gelesen / erkannt.

Für mich war das Fazit des Textes - offensive gesellschaftliche Solidarität mit "den auf Support" ggf. Angewiesenen kann NICHT "erkauft" werden -Beispiel um zu verdeutlichen was ich meine: Gruppe von Kinder (Anfänger+Fortgeschrittene reiten aus - ungeschriebenes Gesetz - die Gruppe orientiert sich am "schwächsten" Reiter - offensive Verantwortungsübernahme als KLEBSTOFF in einer Gruppe und das beste technische Equipment ersetzt dies NICHT - der Glaube an Technik ersetzt Verantwortung ist brunzblöd.

Feine Restnacht noch Christiane Paffen
Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 12:41
@ch.paffen
Ich habe in dem Text für mich eben keinen "Angriff" auf Blinde, Rollstuhlfahrer und allgemein die Alten jeden Alters gelesen / erkannt.

Ich auch nicht. Der Punkt war der konstruierte Gegensatz zwischen technischen Lösungen einerseits (welche die Unabhängigkeit von Behinderten befördern) und Mitmenschlichkeit andererseits.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 03.02.2012 um 03:37
Grundsätzlich ist es ja keine schlechte Idee, eine Sache mal von der anderen Seite her aufzurollen, ein Problem andersrum anzudenken. Probeweise. Probeweise heißt, man schaut erst mal, denkt vorläufig ins Unreine und schreibt dann einen Artikel, der viele grammatische und gedankliche Konjunktive enthält.
Dieser hier ist ganz erstaunlich selbstsicher.

Hilfe für Leute, die aufgrund von Behinderungen mit bestimmten Alltagssituationen schwer zurande kommen, ist, so lautet die steile These, im Grunde eine Ausgrenzung dieser Leute. Durch technische Hilfen nehmen sich gesunde Menschen die Chance, behinderten Menschen Hilfe zu leisten.
Je gewagter, je verblüffender also, eine These ist, desto sorgfältiger sollte sie durch die folgende Argumentation gestützt werden. Diese Sorgfalt vermisse ich hier, ein bißchen übers Thema hüpfen reicht nicht aus.

Wie es scheint, zeigt die Stadt sich solidarisch und sorgt dafür, dass sich auch Menschen mit Behinderungen relativ frei bewegen können.
(...)
Sind wir also einfach solidarischer geworden? Mir scheint, das Gegenteil ist der Fall: Warum auch immer im Einzelfall Bordsteine abgesenkt oder Haltestellen blindengerecht markiert werden, all diese Veränderungen sind Zeichen der Ent-Solidarisierung in der Gesellschaft. Wir kaufen uns von der direkten, praktischen Hilfe frei, indem wir Baumaßnahmen von unseren Steuern finanzieren lassen.
Wo keine Noppenplatten den Buseinstieg markieren, da muss ein Mensch im Bedarfsfall den blinden Mitbürger am Arm nehmen. Wo kein Bordstein abgesenkt ist, da muss jemand am Rollstuhl oder am Kinderwagen mit anpacken. Aber wo uns Kerben im Bürgersteig darauf hinweisen, dass wir unsere Hilfe per Steuerzahlung längst geleistet haben, da können wir unbeteiligt beiseite sehen, wenn der weiße Stock tastend nach dem richtigen Weg sucht.


Es lebe das Hindernis, es lebe das Problem. Denn wo Hindernisse sind, wo Probleme sind, da müssen wir solidarisch zupacken. Sind wir wirklich schon so nahe an der perfekten Gestaltung unserer Gesellschaft, daß wir uns bei der Beseitigung von Problemen künstlich und planvoll zurückhalten müssen, damit wenigstens noch ein paar Problemchen übrig bleiben?

Wir können unsere Welt sauber von diesen Schwierigkeiten frei halten, Noppenplatten und abgesenkte Bordsteine sind in Wahrheit die Grenzsteine, die unsere heile Welt von der der Behinderten trennen.

Da schnappst du nach Luft, da weißt du nicht mehr, was du schreiben sollst und du bist froh, wenn dir Georg Christoph Lichtenberg solidarisch zu Hilfe eilt und dir den Satz hinschreibt, der dir selber nicht mehr einfällt:
"Der Mann hatte so viel Verstand, daß er fast zu nichts mehr in der Welt zu gebrauchen war."

Wir nehmen unsere Verantwortung für den Anderen wahr, indem wir für jedes Problem, das menschliche Zuwendung erfordert, eine technische Lösung finden. Ziel ist es, dass wir einander nicht mehr brauchen, der Blinde hat seine Noppenplatte, die Rollstuhlfahrerin hat ihren abgesenkten Bordstein, die Alte hat ihren Bringedienst, der Einsame hat seinen Fernseher.

Ich muß jetzt etwas persönlicher werden. Auch ich leide unter ein Behinderung, die allerdings lächerlich ist im Vergleich zu jener, mit der Rollstuhlfahrer oder Blinde fertig werden müssen. Lächerlich ist meine Behinderung allerdings nur deshalb, weil es seit einigen Jahrhunderten eine technische Lösung dafür gibt, seit knapp hundert Jahren ist sie auch für normale Menschen erschwinglich.
Ich spreche von der Brille. Ich bin stark kurzsichtig und ich hätte ohne Brille zeit meines Lebens mit enormen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Ohne diese technische Lösung wäre ich womöglich schon als Kind in irgendein Loch gefallen und hätte mir den Hals gebrochen. Wo nicht, so hätte ich ohne Brille ganz erhebliche Probleme mit Lesen und Schreiben gehabt, an Gymnasium, gar Studium wäre wahrscheinlich nicht zu denken gewesen. Jede Arbeit an einer Maschine hätte mich in die akute Gefahr gebracht, daß meine Gliedmaßen verstümmelt worden wären. Ich hätte kein auch nur etwas größeres Bild in seiner Gesamtheit erfassen können, von den Schönheiten einer Landschaft ganz zu schweigen. Und Auto- oder auch nur Radfahren - vergiß es.
Beim Schreiben dieses Kommentars habe ich probehalber die Brille abgenommen und habe den Bildschirm auf maximale Vergrößerung gestellt. Ich mußte so nahe an den Schirm rangehen, daß mir nach einer halben Stunde der Rücken geschmerzt hätte.
Ich bin sehr froh, daß es dieses technische Hilfsmittel gibt und ich mir nicht von der Gemeindeschwester oder einem solidarischen Nachbarn ab und zu eine Stunde aus einem Buch vorlesen lassen muß. Ja, es gibt Hörbücher, aber das sind auch nur technische Hilfsmittel, die Behinderte ausgrenzen.

Jörg Friedrich wird künftig immer donnerstags in seiner Kolumne "Wundersamer Alltag" seinem ganz alltäglichen Staunen über die Welt nachgehen.

Das ist eine handfeste Drohung.
Magda schrieb am 03.02.2012 um 15:10
"Das ist eine handfeste Drohung."
Ja, ich wollte da auch mal so zuschnappen. Aber eigentlich habe ich mich gefragt: Was denkt sich die Alltagsredaktion, wenn sie solche Texte für originell und "Anstoß" erregend einkauft? Für den "Freitag" einfach peinlich.
Joachim Petrick schrieb am 03.02.2012 um 16:44
""wenn dir Georg Christoph Lichtenberg solidarisch zu Hilfe eilt und dir den Satz hinschreibt, der dir selber nicht mehr einfällt:
Der Mann hatte so viel Verstand, daß er fast zu nichts mehr in der Welt zu gebrauchen war."

Sein Verstand entwickelt die düstere Schwerkraft eines Schwarzen Energielöches, das allen planetarisch vagabundierenden Restverstand im Universum, Brocken umd Brocken kanibalisch , mit seiner ungeheuren Schwerkraft, magnetisch anziehend, fraß, um sich für alle Ewigkeiten mit lichtloser Unscheinbarkeit zu begnügen"
Ehemaliger Nutzer schrieb am 03.02.2012 um 17:45
@ Petrick

Danke!
Joachim Petrick schrieb am 03.02.2012 um 17:55
Helena Neumann schrieb am 03.02.2012 um 17:45
@ Petrick

Danke!"

Dafür nicht, ie der Hamburger sacht.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 03.02.2012 um 18:18
"Das ist eine handfeste Drohung"

@ Wolfram Magda et. al.

„Wir nehmen unsere Verantwortung für den Anderen wahr, indem wir für jedes Problem, das menschliche Zuwendung erfordert, eine technische Lösung finden.“

Das ist mehr als ärgerlich, das ist auch nicht schlampig recherchiert, das ist ignorant, einen Artikel auf einem Popanz aufzubauen!!

1. Hilfsbereitschaft
4,6 MILLARDEN STUNDEN PRO LEISTEN DIE DEUSCHEN EHRENAMTLICHE ARBEITSSTUNDEN
www.prognos.com/fileadmin/images/medienmitteilungen/AMB_Generali_1911_Studie_fin.pdf ‚hat mich einen Klick ins Internet gekostet!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
2. GRUNDRECHTSNORM: SELBSTBESTIMMTES LEBEN
Was aber ist, wenn die Alten, die Behinderten Null-Bock auf meine gönnerhafte Nächstenliebe habe?
de.wikipedia.org/wiki/Allgemeines_Gleichbehandlungsgesetz
Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) – umgangssprachlich auch Antidiskriminierungsgesetz genannt – ist ein deutsches Bundesgesetz, das Benachteiligungen aus Gründen der „Rasse“, der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität verhindern und beseitigen soll. Zur Verwirklichung dieses Ziels erhalten die durch das Gesetz geschützten Personen Rechtsansprüche gegen Arbeitgeber und Private, wenn diese ihnen gegenüber gegen die gesetzlichen Diskriminierungsverbote verstoßen.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 03.02.2012 um 19:20
haben
Ehemaliger Nutzer schrieb am 03.02.2012 um 20:26
4,6 MILLiARDEN STUNDEN PRO Jaaaaaaaaaaaaahr LEISTEN DIE DEUSCHEN EHRENAMTLICHE ARBEITSSTUNDEN

@ Friedrich soviel zum Thema Verlagerung von "persönlich" auf "unpersünlich"
Ehemaliger Nutzer schrieb am 03.02.2012 um 20:26
4,6 MILLiARDEN STUNDEN PRO Jaaaaaaaaaaaaahr LEISTEN DIE DEUSCHEN EHRENAMTLICHE ARBEITSSTUNDEN

@ Friedrich soviel zum Thema Verlagerung von "persönlich" auf "unpersünlich"
Magda schrieb am 03.02.2012 um 21:43
Ach Helena, immer wenn ich Dich lese, verstehe ich, was "Butter bei die Fische" bedeutet und Du bist doch gar nicht aus Hamburg.
Das meinte ich, es tun so viele Leute so viel. Ich selbst war zugange mit alten Menschen im Heim und da kommt so ein Mensch an und erklärt einem die Welt.

Gruss und Dank
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 01:44
@Magda
Aber eigentlich habe ich mich gefragt: Was denkt sich die Alltagsredaktion, wenn sie solche Texte für originell und "Anstoß" erregend einkauft?

Hmnja, originell alleine ist schon etwas wenig. Originell ist der demokratische Präsidentschaftskandidat Vermin Supreme auch - und natürlich sehr viel lustiger als Jörg Friedrich.


Für den "Freitag" einfach peinlich.

Na ja, wir haben Magnus Klaue überlebt, ebenso Alexander Schimmelbusch, der eine Rezension des Hauses von Peter Handke verfaßt hat. Wir kommen auch mit Jörg Friedrich klar. Hoppala, das sind jetzt schon drei originelle Köpfe... Schon ein bisserl viel, für eine so kleine Zeitschrift.

Ciao
Wolfram
Jörg Friedrich schrieb am 04.02.2012 um 09:29
Helena Neumann, gut wäre gewesen, wenn Sie nicht nur so tiefgründig recherchiert sondern den recherchierten Text auch gelesen und etwas gerechnet hätten.
Wenn Sie die vielen Milliarden Stunden einmal auf einzelne Bürger und den Alltag herunterrechnen, dann landen Sie bei ca. 10 min pro Bürger und Tag. Wenn Sie dann auch noch lesen, was zu diesem "ehrenamtlichen Engagement" gezählt wird dann kommen vielleicht auch Sie ins Staunen. Noch auf Seite 1 können wir lesen: "Freiwilliges Engagement findet häufig in den Bereichen
Sport, Freizeit und Vereinen, Kinder und Jugendarbeit sowie Kirche und Religion statt. In den Bereichen Politik und Interessensgruppen, Engagement für ältere Bürger sowie Umwelt- und Tierschutz sind dagegen jeweils weniger als 5% der Bevölkerung engagiert."

Na so was: die mmeisten "engagieren sich" in Sport- und Freizeitvereinen, für ältere Bürger engagieren sich weniger als 5%.

Das heißt, summa summarum, jeder Bürger "engagiert" sich pro Tag etwa 10 min ehrenamtlich (was dann zum großen Teil bedeutet, dass er in einen Sport- oder Freizeitverein oder in die Kirche geht) und jeder 20. Bürger gibt einen Teil seiner Freizeit auch für "ältere Bürger" her - einen Teil jener 10 min, wohlgemerkt.

Wirklich, gut recherchiert, endlich mal "Butter bei die Fische".

Bitte nicht nur
Ehemaliger Nutzer schrieb am 04.02.2012 um 11:14
Herr Friedrich,

klar hätte ich Ihnen Studien um die Ohren hauen können. Da kommt man auf ganz andere Zahlen. Nur das bringt bei Ihnen nichts!

Aber darum geht es hier nicht - am allerwenigsten um Sie, sorry.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 04.02.2012 um 12:37
"na, die meisten engaieren sich in Sport- und Freizeitheimen?"

Herr Friedrich, wer sind Sie eigentlich? Woher nehmen Sie die Legitimation, anderen zu erzählen, wo sie sich zu engagieren haben? Wie kommen Sie dazu, die Arbeit z.B. von ehrenamtlichen Sportwirten herunterzumachen, die sich nachweislich auch Integrationsarbeit betreiben?
Was für eine Vorstellung haben Sie von Zivilgesellschaft, von sozialem Miteinander?
Wie kann es sein, dass in einem „irgendwie linken Meinungsmedium“, Menschen, die sich engagieren, sei es nur im Kaninchen-Zuchtverein, gegeneinander ausgespielt werden?
Will ich, dass mir einst über die Straße geholfen wird, von Leuten, die sich dazu sozial genötigt sehen?

Übrigens, worum geht es derzeit in diesem Land?

Eine kleine Sodateska von Menschen setzt Volkswirtschaften unter Druck oder treibt sie gar an den Rand des Abgrunds.
Und dann kommen im Namen dieser Leute sogenannte Philosophen daher, Wald- und Wiesenprediger, meinetwegen auch Büttel genannt und rufen der misera plebs entgegen, sie möge doch caritativ sein. Von Grundrechtsidee einer positiven Selbstbestimmung - keine Rede hier.

"Kann es sein", frage ich mich,"dass der Niedriglohn von Pflegekräften noch zu hoch die Fluktuation von Arbeitskräften diesem Bereich noch nicht heftig genug ist?" Und dann gehen ja auch noch die Zivis aus!

Auch frage ich mich: „Ist Würde des Menschen ein Luxusgust, insbesondere, wenn er alt ist? Wie fühlt die in die Jahre gekommene Frau sich, wenn „Mann“, selbst nicht mehr "taufrisch", sie auf - "die Alte“ reduziert?"

Hat nicht vor kurzem der Verleger des dFreitag dem Innenminister öffentlich (Augstein&Blome) entgegengerufen, er möge sich das Grundgesetz unter den Arm klemmen!
Brauche ich -„online versus Print“ das erübrigt sich hier - dafür eine Zeitung?

Da lobe ich mir Herrn Bahr, der argumentiert luzider. Nun, könnte man einwenden, dass der Gesundheitsminister mehr zu verlieren habe als unser Hausphilosoph. Das stimmt, deshalb sollte Herr Bahr auch ruhig hier bei dFreitag schreiben. Dann käme echtes Leben in die Bude!

Hätte der „Philosoph“ nur ein klitzekleines nachvollziehbares Beispiel seiner sozialen Aktivitäten hier eingebracht, dann wäre mir dieser Blog keine Kommentarzeile wert. So reiht er sich nur ein unter kleinkarierte Zynismen. Öde und geistlos.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 04.02.2012 um 12:42
von der Grundrechtsidee als einer...
die Fluktuation von Arbeitskräften in
wie fühlt sich
DandelionWine schrieb am 04.02.2012 um 16:00
@Helena Neumann schrieb am 04.02.2012 um 11:14

Sehr geehrte Frau Neumann,

"klar hätte ich Ihnen Studien um die Ohren hauen können. Da kommt man auf ganz andere Zahlen. Nur das bringt bei Ihnen nichts!

Aber darum geht es hier nicht - am allerwenigsten um Sie, sorry."


ich finde Ihr Verhalten in dieser Diskussion arrogant und gegen sämtliche Regeln der Netiquette verstoßend. Sie posten die Aussage, man verweist Sie darauf, dass die Aussage nicht stimmt, man bringt Ihnen die sachliche Argumente dazu und erwartet von Ihnen eine sachliche Auseinandersetzung... und das Einzige, was man als Antwort bekommt "Ich könnte Ihnen Studien um die Ohren hauen, aber das bringt bei Ihnen nichts"? Wozu haben Sie Herr Friedrich an dieser Stelle hingewiesen, dass es um ihn am allerwenigsten geht... hat er den Gegenteil behauptet, hat es etwas mit seinen Argumenten zu tun? Nein, das nicht... Sie wollten einfach herabsetzen und erniedrigen, weil Sie keine sachliche Argumente haben. Gehen Sie davon aus, dass man sich nur für Behinderte engagieren muss, die Restliche aber mit den Füßen treten darf?

"Hätte der „Philosoph“ nur ein klitzekleines nachvollziehbares Beispiel seiner sozialen Aktivitäten hier eingebracht, dann wäre mir dieser Blog keine Kommentarzeile wert. So reiht er sich nur ein unter kleinkarierte Zynismen. Öde und geistlos."

Ach, das ist eine prima Aufforderung... aber Sie würden von Ihrem Nächsten sicherlich nicht mehr verlangen als von sich selbst... und von so einem zynischen, öden und geistlosen Nächsten wie Herr Friedrich schon sowieso nicht? Dann können Sie gleich damit anfangen, über Ihre eigene soziale Aktivitäten zu erzählen... und bitte eine Begründung hinzufügen, warum Sie der Meinung sind, dass diese soziale Aktivitäten (sollten welche vorhanden sein) Ihnen die Erlaubnis erteilen, an anderen Stellen (z.B. hier in diesem Thread) die Menschen so zu herabsetzen und zu erniedrigen.

Im Übrigen hat Herr Friedrich die Menschen, die sich engagieren, nicht gegeneinander ausgespielt, sondern schlichtweg darauf hingewiesen, dass es bei dem Engagement nicht nur um die Hilfe für die Behinderten geht, sondern um verschiedene Tätigkeiten, die zum größten Teil mit den Behinderten nichts zu tun haben, und daher nicht angerechnet sein können, selbst wenn sie an sich jede Anerkennung verdient haben. Das ist absolut unmissverständlich klar, Sie tun aber so als ob es anders wäre und verdrehen die Aussagen Ihres Opponenten bewusst, um ihn in die Ecke zu drängen und im schlechten Licht präsentieren... aber es geht Ihnen dabei immer noch um die Behinderten und um die Wahrheitsfindung? Da tun mir die Behinderten in diesem Land wirklich Leid, wenn sie solcher "Hilfe" und solchem "Engagement" ausgeliefert sind...
KarinL. schrieb am 04.02.2012 um 16:21
@Helena Neumann,

öde und geistlos sind für mich Ihre Kommentare, da Sie nicht auf das Thema eingehen, sondern den Autor denunzieren. Wo bleibt denn da Ihre Achtung und Respekt vor anderen Meinungen. Und wenn Sie in die Ecke "getrieben" werden, gehen Ihnen noch Ihre Argumente aus. Also wirklich...nix für ungut. Und das Leute sich in Vereinen, vorwiegend in sportlichen, engagieren hat nichts mit sozial, sondern allenfalls mit Spass zu tun!

Richtig ist, dass Behinderte zu allen öffentlichen Bereichen ungehindert Zugang haben sollten. Richtig ist aber auch, dass mittels dieser Zielgruppe ein ziemlich großes, rein wirtschaftl. Interesse dahinter steht!

Es wäre schön, wenn man vor lauter linker Euphorie nicht einfach nur blind durchs Leben geht und auch mal die Realität wahrnimmt. Arbeitslose und Kranke/Behinderte waren und sind schon immer eine sehr gute wirtschaftl. Zielgruppe in diesem Lande gewesen. Eben marktwirtschaftlich. Linke verbergen nur allzugerne ihre wahren Interessen hinter dem sozialen. Auch so eine meiner Erfahrungen! Und wenns ans eigene Ego geht, ist man alles andere als links.
GEBE schrieb am 04.02.2012 um 16:54
KarinL. schrieb am 04.02.2012 um 16:21

"Richtig ist aber auch, dass mittels dieser Zielgruppe ein ziemlich großes, rein wirtschaftl. Interesse dahinter steht!


Finden Sie nicht, daß Sie mit Ihrem Statement die gesamte Angelegenheit etwas sehr auf „Wirtschaftliches“ resp. wirtschaftliche Interessenvordergründig zurechtstutzen? Benennen Sie mir bitte eine Tätigkeit, einen Bereich im Leben, den man nicht darauf zurechtstutzen könnte. Da können Sie das Edelste und Höchste nehmen und bei einer gewissen einseitigen Betrachtungsweise darauf kommen, es sei alles nur vorrangig wirtschaftliches Interesse. Und ausgesagt wäre damit überhaupt nichts, außer daß in allem Tun Interaktivitäten liegen, die auf Geben und Nehmen fußen. Und Geben und Nehmen, können Sie getrost ansehen als dasjenige, was auch mit der Begrifflichkeit ‚Brüderlichkeit’ zutreffend zu umschreiben geeignet wäre, was von je her allem Tun zunächst zugrunde liegt.
Allein wenn man den Fokus dabei allzusehr pekuniär wählt, was aus der Sache selbst nicht unbedingt hervorgeht und auch nicht unbedingt in ihr liegt, kann einem der Aspekt des Miteinanders zur vordergründig wirtschaftlichen Mißgestalt geraten.
KarinL. schrieb am 05.02.2012 um 11:00
Ach @Helena Neumann,

Sie können ja anscheinend nicht einmal richtig lesen...wo Sie doch so akribisch den Artikel von Herrn Friedrich auseinander nehmen.

Wo steht in dem Text von Herr Friedrich das Wort Freizeitheime?

Für mich sind Sie jedenfalls nicht links, denn Linke setzen sich ja u.a. auch für Offenheit, Toleranz, Achtung und Respekt ein. Nur weil ich mich links nenne, muß ich nicht zwangsläufig auch links sein...so, das war jetzt persönlich :-)
KarinL. schrieb am 05.02.2012 um 11:48
Lieber Herr GEBE,

ja sicherlich basiert im Kapitalismus, in einer Gesellschaft die Geld als Götze verehrt, alles auf wirtschaftlichen Interessen. Solange die Menschen vom Geld abhängig sind und Konsum als das Lebenselixier suggeriert wird, solange wird sich für mich daran nichts ändern. Dazu gab es auch mal sehr gute empirische Studien mit Kleinkindern und Erwachsenen. Nachzulesen in mehreren Artikeln der Zeitschrift Psychologie heute. Es gibt nur sehr wenige Menschen, die wirklich altruistisch und damit sozial agieren!

Was ist sozial?

de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Kompetenz

Ich empfehle Ihnen dazu den Film "Ziemlich beste Freunde". Läuft derzeit in den Kino`s. Einfach Klasse :-)

Ich sage Ihnen jetzt auch, dass in der DDR die Menschen sozialer eingestellt waren. Das hat meiner Meinung nach etwas mit den Werten, die man vermittelt bekommen hat, zu tun. Und auch das alle Menschen "gleich" waren. Gleich in dem Sinne, dass es da nicht diese großen Unterschiede in materiellen Dingen wie jetzt gab. Und auch die Kirche hatte da nur einen sehr begrenzten Einfluß. In der DDR stand die Familie an 1. Stelle (nur mal so als Bsp.) und das Geld hatte keine so gewichtige Rolle wie jetzt gespielt. Es gab natürlich auch Ausnahmen. Menschen, die alles erdenkliche hatten, was man in der DDR haben konnte. Und trotzdem nicht zufrieden waren.

Wenn ich jetzt meine Mitmenschen so beobachte, egal welchen Alters sie sind, so kann ich dieses soziale Miteinander, diese Geben und Nehmen wovon Sie schreiben, nicht mehr bestätigen. Schon alleine an einem ganz simplen Beispiel kann ich das belegen. Nämlich daran, dass heute kaum einer in öffentl. Verkehrsmitteln für Alte und Schwangere aufsteht um ihnen seinen Platz anzubieten! Oder an der Kasse im Supermarkt man denjenigen vorlässt, welcher alt und gebrechlich ist bzw schwanger. Wenn ich so etwas beobachte, dann sind das wirklich nur sehr vereinzelte Tatsachen. Und die meisstens auch nur im Osten. Und ja, ich bin auch woanders, nicht nur daheim :-)

Im übrigen mache ich den Menschen im "Westen" keine Vorwürfe. Sie wurden ja auch nur durch die Gesellschaft, den Kapitalismus geprägt. Und das heutezutage sehr viele Menschen einsam sind, weil eben das soziale Miteinander verloren gegangen ist, belegt das Internet zu gut. Nicht umsonst tummeln sich da abertausende einsame, sich nach Liebe sehnende Menschen! Der Mensch hat nämlich vor lauter Egoismus und Eigenutz verlernt zu lieben. Stattdessen konsumiert er Liebe zu seinem Eigennutz. Auch in diesem Bereich ist man im "kaufen" und "wegwerfen", wenns einem nicht mehr passt, angekommen. Eine traurige Entwicklung wie ich finde.

Dazu auch ein gutes Buch von Eva Illouz....Der Konsum der Romantik. (schweift jetzt etwas vom Thema ab. Hat aber doch auch mit sozialer Einstellung zu tun)

www.perlentaucher.de/buch/15468.html

Lesen Sie mal Erich Fromm "Haben oder Sein". Dieser Mann ist für mich besser als K.Marx. Da er den Menschen an sich betrachtet. Denn nur der Mensch schafft sich seine Umwelt und Lebensbedingungen selber! Oder um es mal mit einem Zitat von Fromm zu beenden

"Die Gier ist immer das Ergebnis einer inneren Leere."

Und das wir in einer gierigen Gesellschaft leben, ist wohl doch unbestreitbar, oder?
Magda schrieb am 05.02.2012 um 12:38
Heiliger Strohsack, was hat das mit Friedrichs Beitrag zu tun?

Bei ihm gehts- ob hier in diesem Beitrag oder in einem anderen- um eine Art von Antietatismus, den er verbrämt anpreist.

Das hat er schon mit seinem letzten Beitrag über irgendwelche Geschwindigkeitsbegrenzungen und Verkehrsregelungen gemacht. Das Ganze kommt - verbrämt - reichlich ideologisch des Wegs.

Der Staat, an den Forderungen gestellt werden, ist sein Gegner. Um die Behinderten geht es ihm nicht. Und das kleidet er in heuchlerische Klagen von der abnehmenden Solidarität.

Gleichzeitig belästigt er hier einen Kommentator, der über sein Behindertenleben referiert, mit der Frage, warum er keine Hilfe annehmen will.
Da will der Streiter für mündige Bürger auch noch definieren war Mündigkeit ist.

Kurzerhand - es ist ein Fehlschuss und auch noch ein Fehlschluss.

Wo der wissenschaftlich-technische Fortschritt Ausgrenzung und Selektion bewirkt, kann man an den Debatten um die PID und Pränataldiagnostik verfolgen. Aber, das ist dann wieder ein zu weites Feld und eine komplexe Debatte.
Jörg Friedrich schrieb am 05.02.2012 um 13:49
Magda, was bedeutet hier genau "verbrämt"? Könnte es sein, dass genau die Dinge, die sie "verbrämt" erkennen, Ihre ganz eigene Interpretation sind, die sie nun um alles in der Welt aufrecht erhalten wollen, auch wenn KarinL. Ihnen darstellt, dass sie den text anders versteht und andere Zusammenhänge erkennt? Denn KarinL. hat die Zusammenhänge, die auch ich sehe, hier sehr deutlich und mit Beispielen dargestellt. Warum fragen Sie sich, wenn Sie solche alternativen Deutungen lesen, offenbar nicht einen kleinen Moment lang, ob Sie falsch liegen könnten?

In einem allerdings liegen Sie richtig: meine Kritik richtet sich in der Tat gegen diesen Staat, nicht in dem wohlfeilen Sinne dass er Lobbypolitik mach usw, all das ist auch richtig aber es ist gar nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass dieser Staat, mit seiner Bevormundungs- und Entmündigungsbürokratie, uns die Verantwortung für unser eigenes Handeln abnimmt und sogar vorenthält, weil diese Entmündigung die Grundlage seiner Macht ist. Darum ging es zentral in dem Artikel "Die Helm-Gesellschaft". Hier geht es um ein benachbartes Phänomen, die Ent-Solidarisierung durch steuerfinanzierte technische "Lösungen" für menschliche Probleme. Meine Antwort darauf ist nicht, die technischen Lösungen abzuschaffen (ich finde es bezeichnend, dass hier in den Kommentaren das als einzige Alternative gesehen wird) sondern sich der Ent-Solidarisierung entgegenzusetzen. Die Kommentare zeigen allerdings, wie weit es schon gekommen ist.
luzieh.fair schrieb am 05.02.2012 um 14:14
"Die Kommentare zeigen allerdings, wie weit es schon gekommen ist."

Wie weit ist denn gekommen, Herr Friedrich?

Viele der Kommentare setzen sich mit Ihrer Definition von Foucault, mit Ihrer (vielleicht auch nur scheinbaren) Perspektive auf Menschen mit Behinderung auseinander.

Sie sagen zwar irgendwo, einige Kommentare hätten Sie zum Nachdenken gebracht, aber die Perspektive, dass es Menschen mit Behinderung gibt, die in erster Linie Selbstbestimmt leben wollen und dass die Um- und Durchsetzung dieses Willens auch ein historischer Prozess ist, wollen Sie partout nicht teilen.

Sagt hier irgendein Kommentator soetwas wie: "ich will abgesenkte Bordsteine, von 1-€-Jobbern abgesenkt", weil das am unsolidarischsten ist, ist ja klar "damit bloß niemand auf die Idee kommt MICH zu fragen, ob ich vielleicht helfen könnte"

Ich finde es reichlich anmaßend, aus der Kritik, die hier an Ihrer Perspektive auf den Menschen geäußert wurde, zu schließen, dass es mit der Entsolidarisierung schon ziemlich weit gekommen ist.
luzieh.fair schrieb am 05.02.2012 um 14:15
hinter "könnte" fehlt das "?"
DandelionWine schrieb am 05.02.2012 um 16:24
@luzieh.fair schrieb am 05.02.2012 um 14:14

Hallo Lu,

sachliche Kritik bzw. überhaupt sachliche Auseinandersetzung kommt hier in sehr wenigen Kommentaren vor (und darauf geht Herr Friedrich m.E. ganz sachlich ein). Der größte Teil von Kommentaren ist einfach nur Angriffe pur, mit persönlichen Beleidigungen, bösen Unterstellungen und Verdrehen der Aussagen von Herrn Friedrich. Kurz gesagt: Auskotzen. Kennzeichnend ist dabei, dass es genau von den Personen (mehreren) kommt, die sich selbst als Glühlämpchen der Netiquette präsentieren und sich im Recht sehen, über andere Blogger Urteile zu fallen, zu lästern und sie "in ihrem eigenen Interesse" erziehen zu wollen, weil diese andere angeblich Probleme mit Netiquette haben. Nun, irgendwann zeigt man, was man selbst ist.
Magda schrieb am 05.02.2012 um 20:12
@ Jörg Friedrich -
"Warum fragen Sie sich, wenn Sie solche alternativen Deutungen lesen, offenbar nicht einen kleinen Moment lang, ob Sie falsch liegen könnten?"

Das wollte ich Sie auch gerade fragen. :-)))))))

Was sind denn alternative Deutungen? Frau KarinLs Kommentare sind eine Aneinanderreihung von allgemeinen Klagen und Meinungen.

Sie schreiben: "Hier geht es um ein benachbartes Phänomen, die Ent-Solidarisierung durch steuerfinanzierte technische "Lösungen" für menschliche Probleme."

Herr Friedrich, die Ent-Solidarisierung wurde und wird nicht durch steuerfinanzierte technische "Lösungen" hervorgerufen. Sie ist einfach ein Phänomen der Moderne, die viele, höchst unterschiedliche Gründe und Ursachen hat.
Das ist ja der Gag, dass Ihre ganze Argumentationskette keine innere Logik hat. Auch durch allerlei moralische Erwägungen wird sie nicht logischer.
Wie Solidarität trotzdem gelebt werden kann, das würde ich auf einer Basis, die so unstimmig ist, einfach nicht diskutieren.
Joachim Petrick schrieb am 03.02.2012 um 16:16
Hallo Jörg Friedrich,

Ihnen scheint beim Verfassen dieses Artikels schon das Staunen und Wundern im Vorwege unter dem fadenrissigen Deckmäntelchen des "WIR" vergangeen zu sein.

"Jörg Friedrich wird künftig immer donnerstags in seiner Kolumne "Wundersamer Alltag" seinem ganz alltäglichen Staunen über die Welt nachgehen. Denn alle Philosophie beginnt beim Staunen. Und alle Weltveränderung mit einem Wundern"

Einladungen zum Staunen, Wundern kommen in alltagsnäherem Gewande und nicht per hellem Wahn in kondomisiertem Anzuge mit unhaltbaren Hirngespinsten und uneinlösbaren Versprechungen daher!, oder?

Was hier im Artikel fehlt, ist die Wahrnehmung, dass es unserem Gesellschaftsmodell nicht zu allererst um eine Mobilität von Hilfeabhängigen geht, denn dann müßte noch sehr viel mehr, gleichzeitig flächendeckend sofort im Sinne von Teilhabe gebaut, im kulturtechnischem Bereichen, wie Stadtentwicklung, Straßen- , Wege- , Garten-, Häuserbau , veranlaßt werden, sondern um die staatlich geförderte, geforderte Sicherung hoher Steigerungsraten der Kreditvergabe in unser fremdfinanzierten Marktwirtschaft geht, die im Kern nicht vom Konsum ihrer Bürger/innen, sondern vom Aufblasen des Kreditvolumens lebt, wobei die Steigerung der Kaufkraft und Kreditwürdigkeit der Büger/innen überaus dienlich helfen kann.

Nein, was Sie hier rotzfrech zu beschreiben suchen, sind die unzureichend flankierenden Maßnahmen des Kalibers, statt unsere Städte menschfreundlich zu gestalten, den Strand unterm Pflaster freizuschaufeln, diese mit immer mehr Verkehrsvolumen zu Wasser, zu Lande, in der Luft lärmend, Hindernisse bauend, müllend zu zu dröhnen, um dann als Schmackel, solche Maßnahmen, wie Sie diese, hämend, als maßlos übertrieben beschreiben, als das Nonplusutra bescheuert befeuert gefeiert wissen wollen.

Da kann ich zur Lektüre, bestens geeignet, das Buch von Alexander Mitscherlich empfehlen
"Die Unwirtlichkeit unserer Städte"

Das erinnert doch sehr an die hochherrschaftlichen Weisen, wie alltagsnahe Bürgerbegehren in Flughafennähe hierzulande im günstigsten Fall mit Lärmschutzmaßnahmen der Art von Thermopendoppelglassheiben abserviert werden, um, ohne Sinn und Verstand für gesundheitliche Verluste der Bürger/innen, tagein, nachtaus täglich im Minutentakt starten und landen zu können..

Trotzdem Danke für dieses artikulierte "Ach unterm Dach " Aha Erleben.

tschüss
JP
Joachim Petrick schrieb am 03.02.2012 um 16:36
Wo nun wirklich der Hund, winselnd. in der Pfanne verrückt wird, ist Ihre aus alltagsfern blauem Dunst hergeholte Behauptung, durch die zunehmende Mobilität Hilfeabhändiger im Stadtbild, Verkehr, integrierter Bildung, Kultur, Sport, Internet nehmen die Möglichkeiten sozialer Zuwendung. der Achtsamkeit und respektvollen Kontakte zwischen Behinderten und Nichtbehinderten ab.
Das Gegenteil ist der Fall.
Joachim Petrick schrieb am 03.02.2012 um 16:51
Ist das jetzt die neue Medienverbund Masche von Gruner & Jahr bis Bertelmann auf einen Springerstiefel:
statt "BILD DICH!" "WILD DICH!"?
Joachim Petrick schrieb am 03.02.2012 um 16:51
Ist das jetzt die neue Medienverbund Masche von Gruner & Jahr bis Bertelmann auf einen Springerstiefel:
statt "BILD DICH!" "WILD DICH!"?
Joachim Petrick schrieb am 03.02.2012 um 17:14
@Jörg Friedrich

Zum Glück sind hilfeabhängige Menschen in der Regel, nicht nur aus reiner Alltagsnot, mit einem gerüttelt Maß an Mutterwitz und Alltagshumor unterwegs, den Sie sich, verehrter Jörg Friedrich mutmaßlich nicht einmal ansatzweise still und leise im Traume auf ihrer Festplatte zusammen kratzen können!, oder ist das hier eine abartig groteske Art Humortest im, von Amtswegen, asymmetrisch anberaumten, Öffentlichen Nahkampfverkehr?

Das wäre dann aber eher mein Metier.
Joachim Petrick schrieb am 03.02.2012 um 17:53
nicht zu vergessen,
Tempolimit auf Autobahnen, im Stadtverkehr, Autos raus aus den Dörfern, Städten,
es lebe der Schienenverkehr,
kundenorientiert differenzierterer Fahrzeugbau u. u.
Basisdemokrat schrieb am 03.02.2012 um 16:25
Also ich weiß nicht von welchem Land Jörg Friedrich hier schreibt. Jedenfalls lässt der Autor eine sehr verschobene Wahrnehmung der Realität körperbehinderter Menschen erkennen, bzw. eine völlige Unkenntnis oder Gleichgültigkeit gegenüber deren Bedürfnissen.
Ich bin seit einem Unfall Rollstuhlfahrer und ich wüsste nicht das sich in den letzten 25 Jahren in den Bereichen Mobilität oder Zugänglichkeit von öffentlichen Gebäuden irgendetwas signifikant verbessert hätte.
In der Stadt in der ich lebe gibt es ein breites Kulturangebot, was mir zu etwa 70% verschlossen bleibt weil es im Jahr 2012 nach wie vor KEINE Selbstverständlichkeit zu sein scheint ungehinderte Zugangsmöglichkeiten für Rollstuhlfahrer zu schaffen und man sich immer noch erniedrigender Situationen ausgesetzt sieht in denen man von, nicht aktiv zu bedienenden, Treppenliften behindert wird oder von Hilfspersonen die Stufen hinaufgeschleppt werden muss.
Von der Möglichkeit eine Toilette im öffentlichen Raum zu finden will ich erst gar nicht reden. Was einem als Rollstuhlfahrer hier, in einem der reichsten Industrieländern der Welt, zugemutet wird ist geradezu mittelalterlich.
Auch die Situation im öffentlichen Nah- und Fernverkehr ist immer noch sehr sehr schlecht. In kaum einer Stadt gibt es flächendeckende öffentliche Verkehrsmittel die ohne fremde Hilfe zugänglich wären. Als ich vor 25 Jahren in den Rollstuhl kam, begann in etwa gerade der Einsatz von Niederflurfahrzeugen(Busse, Straßenbahnen, S- und U-Bahnen). Jetzt, wie gesagt, ein Vierteljahrhundert später sind diese Fahrzeuge immer noch nicht flächendeckend im Einsatz.
Beispiele dieser Art könnte ich hier noch massenhaft weiter aufführen.
Übrigens, Herr Friedrich, verschwindet das soziale Gewebe einer Gesellschaft nicht dadurch, das eine Minderheit von ihr keine Benachteiligungen durch die Mehrheit der Bevölkerung mehr erfährt.
Ein soziales Gewebe entsteht durch die aktive Teilhabe gleichberechtigter Menschen an ihrer Gesellschaft und ihrem politischem System.
Es mangelt in diesem Land an beidem, an der Gleichberechtigung von Minderheiten und dem Willen zur aktiven Teilhabe an Gesellschaft und Politik und daher verschwindet dieses soziale Gewebe
Jörg Friedrich schrieb am 03.02.2012 um 16:55
basisdemokrat, ich sehe einen gewissen Widerspruch in Ihrem Kommentar. Vorn schreiben Sie, es habe sich in den letzten 25 Jahren nichts signifikant verändert, weiter unten erzählen Sie, dass sich Stück für Stück, wenn auch noch nicht flächendeckend, der Einsatz von Niederflurfahrzeugen durchsetzt. Ist das nicht u.a. eine signifikante (und ohne Frage begrüßenswerte) Verbesserung?

Aber etwas anderes finde ich an Ihrem Kommentar interessant: Warum ist es "erniedrigend" für Sie, sich helfen zu lassen? Und wäre nicht eine Gesellschaft zu fordern, in der es eben nicht erniedrigend ist, wenn man die Hilfe, die man benötigt, auch ganz selbstverständlich erhält und in Anspruch nimmt? Damit ist doch nicht gesagt, dass man da, wo technische Hilfe möglich ist, diese nicht einsetzen sollte. Aber sie ist eben nicht überall möglich - und da, wo sie nicht vorhanden ist, sollte es doch selbstverständlich sein, dass man einander hilft, ohne dass dies irgendjemand als Zumutung empfindet.
Joachim Petrick schrieb am 03.02.2012 um 17:37
@Jörg Friedrich

"Warum ist es "erniedrigend" für Sie, sich helfen zu lassen? Und wäre nicht eine Gesellschaft zu fordern, in der es eben nicht erniedrigend ist, wenn man die Hilfe, die man benötigt, auch ganz selbstverständlich erhält und in Anspruch nimmt? Damit ist doch nicht gesagt, dass man da, wo technische Hilfe möglich ist, diese nicht einsetzen sollte. Aber sie ist eben nicht überall möglich - und da, wo sie nicht vorhanden ist, sollte es doch selbstverständlich sein, dass man einander hilft, ohne dass dies irgendjemand als Zumutung empfindet."

Hier stellen Sie kriechkritisch, persönlich hochtrabend, anmaßend in Frage, was nirgendwo so in Frage gestellt ist.

Ist das jetzt des Teufels" kleinteilig belehrendes Detail, das als letzter Fluchtweg aus einer unhaltbaren Argumentationslage dienen soll?

tschüss
JP
Joachim Petrick schrieb am 03.02.2012 um 17:46
@Jörg Friedrich

Welches Meinungsbeitrittsgebiet verkörpern bzw. vertreten Sie als Medien Botschafter?, wenn ja, nach welchem Paragraphen (Art. 23 GG?) kann man/frau Ihrem offensichtlich als Goldgrube erschlossen tiefschürfenden Offshore Meinungsgebiet auf Probe beitreten?

tschüss
JP
Joachim Petrick schrieb am 03.02.2012 um 17:49
@Jörg Friedrich

Welches Meinungsbeitrittsgebiet verkörpern bzw. vertreten Sie als Medien Botschafter?, wenn ja, nach welchem Paragraphen (Art. 23 GG?) kann man/frau Ihrem offensichtlich als Goldgrube erschlossen tiefschürfenden Offshore Meinungsgebiet auf Probebohrung beitreten?

tschüss
JP
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 01:47
@Jörg Friedrich
Damit ist doch nicht gesagt, dass man da, wo technische Hilfe möglich ist, diese nicht einsetzen sollte. Aber sie ist eben nicht überall möglich - und da, wo sie nicht vorhanden ist, sollte es doch selbstverständlich sein, dass man einander hilft, ohne dass dies irgendjemand als Zumutung empfindet.

Das ist ja nun wieder eine ganz andere Behauptung. Wenn Sie im Artikel selbst so argumentiert hätten, hätte sich keiner aufgeregt, niemand hätte widersprochen. Auf so eine Aussage kann man sich einigen.
Wenn ein Rollstuhlfahrer die Rampe hinaufdonnert, dann registriere ich das aus den Augenwinkeln und gehe weiter. Sehe ich dagegen, daß er Mühe damit hat, helfe ich ihm halt schnell hinauf.

Ciao
Wolfram
KarinL. schrieb am 05.02.2012 um 12:02
Hallo @Joachim Petrick,

vielleicht sollten Sie mal Ihre Umwelt realitätsbewusst wahrnehmen. Es gibt kein Miteinander mehr, sondern nur noch ein Gegeneinander. Oder warum gibt es soviel Mobbing, Rechtsextremismus (was sich nicht nur auf Ausländer bezieht). Und warum ist diese Gesellschaft denn weitestgehend entsolidarisiert. Wobei diese Entsolidarisierung ja auch noch voranschreitet. Wie unschwer hier in der Community an Kommentaren zu erkennen ist.

Wie kann man denn sozial sein, wenn Achtung, Respekt und Toleranz abhanden gekommen sind?!

Für mich verstecken sich viele hinter dem sozialen Aspekt. Auch gerade Firmen und Vereine. Das beste Bsp. ist für mich der ASB. Den habe ich nun wirklich sehr genau kennen gelernt. Und auch der ASB handelt nur unter wirtschaftl. Aspekten. Beispiel: Es ging um einen Neubau für ein Seniorenheim (tolles Wort) wo der Geschäftsführer aus reinen Kostengründen, weil strenge Auflagen dies erforderten, einfach das ganze umbenannt hatte und demzufolge Baumaterial in Höhe von 100.000 Euro eingespart wurde. Dort werden aber trotzdem Alte Menschen untergebracht.
In einer ökonimisierten Gesellschaft kann man nicht wirklich sozial sein! Nicht als Verein und auch nicht einmal als Einzelperson.

Ich frage mich wirklich wie die meißten ihre Umwelt wahrnehmen. In dem man alles beschönigt?
KarinL. schrieb am 05.02.2012 um 12:04
@Joachim Petrick,

eine völlig unwürdiger Kommentar Ihrerseits wie ich finde. Da er nicht mehr auf sachlicher Basis statt findet. Schade, von Ihnen hatte ich mehr gehalten....
Joachim Petrick schrieb am 05.02.2012 um 13:52
@KarinL.

"Für mich verstecken sich viele hinter dem sozialen Aspekt. Auch gerade Firmen und Vereine. Das beste Bsp. ist für mich der ASB. Den habe ich nun wirklich sehr genau kennen gelernt. Und auch der ASB handelt nur unter wirtschaftl. Aspekten. Beispiel: Es ging um einen Neubau für ein Seniorenheim (tolles Wort) wo der Geschäftsführer aus reinen Kostengründen, weil strenge Auflagen dies erforderten, einfach das ganze umbenannt hatte und demzufolge Baumaterial in Höhe von 100.000 Euro eingespart wurde. Dort werden aber trotzdem Alte Menschen untergebracht. "

Da stimme ich Ihnen zu. Aber was hat das mit dem Grundtenor dieses Artikels zu tun?

Nur insofern, dass Sie Argumeten gegen diesen Artikel benenen, ohne diesen als Gegensatz identifiziert zu nennen.
KarinL. schrieb am 06.02.2012 um 10:39
Lieber Joachim Petrick,

also wenn Sie das nicht verstehen, was meine Äusserungen über den ASB mit dem Artikel hier zu tun hat, dann sollten Sie noch einmal in sich gehen und über "was ist sozial" nachdenken.
GEBE schrieb am 03.02.2012 um 16:41
Schön für Herrn Friedrich, nun donnerstags die unethische Sau aus dem Gehirnskästchen rauslassen und spazieren führen zu können. Alles andere wäre ja Behinderung.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 03.02.2012 um 17:45
Lieber GEBE,

ich fürchte Herr Friedrich will nicht "die Sau rauslassen". Es ist wieder einer seiner miserabel recherchierten, auf krudem Vorurteil fabrizierten Artikel!

Die eigentliche Kritik gilt aber der Alltagsredaktion, die so ein "Gebräu" zu verantworten hat!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 03.02.2012 um 17:45
Lieber GEBE,

ich fürchte Herr Friedrich will nicht "die Sau rauslassen". Es ist wieder einer seiner miserabel recherchierten, auf krudem Vorurteil fabrizierten Artikel!

Die eigentliche Kritik gilt aber der Alltagsredaktion, die so ein "Gebräu" zu verantworten hat!
GEBE schrieb am 03.02.2012 um 19:27
Tja, liebe Frau Neumann,

das ist eben der "derFreitag": Boulevardpresse auf links gestrickt - oder Pseudo-Linke-Presse auf Boulevard getrimmt.
Mir fällt das schon länger auf. Vielleicht liegts ja wirklich an dem, was ein eitler Journalisten-Dandy aus diesem Blatt versucht zu machen. Und online kann man es ja anscheinend schon mal probieren mit so einer Art Pilotartikel von subalternen Phrasendreschern Marke J. Friedrich. Es drängt sich mir unweigerlich auf, daß so nämlich der wahre Jakob aussieht.
Mir scheint es auch kein Versehen zu sein, daß dieser unverschämte Artikel hier steht und stehen bleiben kann. Das ist das "neue" Gesicht des "derFreitag".
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 01:58
@GEBE
Und online kann man es ja anscheinend schon mal probieren mit so einer Art Pilotartikel von subalternen Phrasendreschern Marke J. Friedrich. Es drängt sich mir unweigerlich auf, daß so nämlich der wahre Jakob aussieht.

Hast du einen konkreten Anhaltspunkt dafür, daß Jakob Augstein dahinter steckt? Falls nicht, würde ich die Sache niedriger hängen.

Mir scheint es auch kein Versehen zu sein, daß dieser unverschämte Artikel hier steht und stehen bleiben kann.

Der Artikel bleibt hier stehen, darauf bestehe ich. Was liegt, das pickt, sagen die Kartler, die Schachspieler sagen: Berührt, geführt. Wir sollten dem Philosophen den Schierlingsbecher nicht gönnen.

Ciao
Wolfram
KarinL. schrieb am 04.02.2012 um 12:07
Lieber Herr GEBE,

Medien haben einen Auftrag, so auch der Freitag. Und auch JA ist Unternehmer! Ich verstehe nicht wie das soviele hier ausblenden wollen?! Oder glaubt im ernst einer, dass JA ewig den Freitag alleine finanzieren wird? Wir leben immer noch im Kapitalismus, wo nur das Geld zählt. Und auch JA ist "nur" systemrelevant.

Ausserdem kann man das auch als liberal bezeichnen, was JA hier zulässt. Alles nur eine Frage der Interpretation :-) Und das JA dem Boulevard zugewandt ist, hat er ja ehrlicherweise hier zugegeben. Also wo liegt das Problem?

Liebe Grüße Karin
Jörg Friedrich schrieb am 04.02.2012 um 12:13
Wolfram Heinrich, das mit dem Schierlingsbecher haben Sie aber schön gesagt. Das spricht ja sehr schön für sich. Vielen Dank für dieses offene Wort.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 04.02.2012 um 17:11
@ KarinL

"Und auch JA ist Unternehmer! Ich verstehe nicht wie das soviele hier ausblenden wollen?!"

Was unterstellen Sie eigentl ich allen Unternehmern?

Und was hat Boulevard mit diesem Artikel zu tun?

Im übrigen hat JA auch nicht auch erwähnt, dass seine Tochter eine Montessori-Schule besucht?
Doch eigentlich sollte ihn "Keiner" verteidigen.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 04.02.2012 um 17:12
nicht auch erwähnt, dass
GEBE schrieb am 04.02.2012 um 17:15
KarinL. schrieb am 04.02.2012 um 12:07

" Medien haben einen Auftrag, …“

Und welcher wäre das dann Ihrer Ansicht nach?

Für mich kann es sich nur um den Auftrag der sorgfältigen I n f o r m a t i o n handeln.

Das „Problem“, liebe KarinL., liegt bei der Boulevardisierung, beim Boulevardjournalismus im Verhunzen* von Information, zugunsten der Affektbedienung.

*) dem absichtlichen oder für den Beobachter scheinbar absichtlichen Verunstalten von etwas - in diesem Fall von sorgfältiger Information.
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 22:55
@Jörg Friedrich
Wolfram Heinrich, das mit dem Schierlingsbecher haben Sie aber schön gesagt. Das spricht ja sehr schön für sich. Vielen Dank für dieses offene Wort.

Höre ich da Pikiertheit heraus? Andere wären geschmeichelt, würde man sie mit Sokrates in eine Reihe stellen.
Falls es nicht rübergekommen sein sollte: Ich bin dagegen, Ihren Artikel zu löschen. Ich bin auch dagegen, Ihnen diese wöchentliche Kolumne wieder wegzunehmen. Ich sag das hier nur so, damit es gesagt ist, auch wenn meine Meinung eh keinen Einfluß auf Entscheidungen der Redaktion oder Verlagsleitung hat. Ihre Denke gibt es nun mal und es ist wesentlich besser, sie zu diskutieren als sie durch administrative Maßnahmen zu unterdrücken.

Ciao
Wolfram
DandelionWine schrieb am 05.02.2012 um 01:22
Lieber Wolfram,

Du redest so als wäre die Meinung von Herrn Friedrich per se etwas Schlimmes... etwas aus der Reihe "lieber diskutieren wir darüber, um es unschädlich zu machen, als unterdrücken wir es administrativ und lassen dabei schädlich sein". Das finde ich nicht unbedingt fair.

Herr Friedrich hat etwas geschrieben, was Dir (und vielen anderen hier) nicht passt, aber er hat nichts Schlimmes geschrieben. Er hat einfach nur die Meinung geäußert, die anders ist. Dass die Leute dieser Meinung widersprechen, finde ich in Ordnung. Darum geht es ja bei den Diskussionen.

Aber ich frage mich, warum viele so AGGRESSIV widersprechen, warum es versucht wird, Herrn Friedrich mit allen möglichen Mitteln zu herabsetzen, warum geht es andauernd auf persönlicher Ebene, warum so viel Abneigung. Und die einzige plausible Erklärung, die mir erscheint: Herr Friedrich hat leider ins Schwarze getroffen. Es IST so, dass diese Gesellschaft nicht solidarisch ist, und dass man es versucht, sich mit den technischen Mitteln frei zu kaufen. Wobei ich nicht sagen will, dass diese technische Mitteln nicht notwendig wären... ich will nur sagen, dass es diese technische Mittel nicht ZUSAMMEN mit der seelischen Zuneigung gibt, sondern ANSTATT. Das spürt jeder unterbewusst und deswegen so viel Aggressivität in dieser Diskussion, weil jeder irgendwie Angst hat, dass er mal behindert oder einfach nur alt wird, und dass man dann an die Menschen angewiesen wird, die zu einem keine seelische Zuneigung empfinden... und ohne technische Mitteln würde man dann schon so ziemlich arm dran.
KarinL. schrieb am 05.02.2012 um 12:07
Aber Hallo Herr GEBE,

Sie schrieben:

"das ist eben der "derFreitag": Boulevardpresse auf links gestrickt - oder Pseudo-Linke-Presse auf Boulevard getrimmt."

sehr gut kombiniert! Ich bin verzückt :-)

JA hatte dies doch sogar mal ehrlicherweise selber von sich gegeben. Nämlich das er sich dem Boulevard frönt.

Ich verstehe die viel zu hohen Erwartungen seitens vieler aus der Community an JA ehrlich gesagt nicht wirklich.
KarinL. schrieb am 05.02.2012 um 12:24
@Helena Neumann,

ich verteidige hier gar keinen! Ich nehme nur meine Mitmenschen zur Kenntnis!

Ein Unternehmer kann nicht wirklich sozial sein, sonst geht er im Kapitalismus unter. Oder gibt es jetzt keine Konkurrenz mehr. Und selbst so soziale Unternehmer, Bsp. Drogerie dm, Götz Werner. Und selbst er macht ordentlichen Gewinn. Ist er nun absolut sozial oder hat er nur eine bessere Strategie um Kunden zu gewinnen? Das zu beurteilen liegt mir fern, da ich nicht das Unternehmen persönlich kenne. Für mich sprechen aber doch letzendlich die Fakten.

aus Wikipedia...2005 schätzte das manager magazin sein Vermögen auf € 1,05 Mrd.; er lag so auf Platz 78 der reichsten Deutschen.

Das JA hier eine Community zur Verfügung stellt, in der jeder seine Meinung im Prinzip frei äussern kann, und auch bloggen, hat für mich eine soziale Komponente. Auch wenn er dies freilich aus rein "egoistischen", man kann auch sagen aus nützlichen Gründen, tut. Nur ist so eben der Mensch. In gewissem Sinne egoistisch. JA wird aber doch deswegen nicht seine finaziellen Interessen aus den Augen verlieren. Das würde doch genauso jeder hier tun. Und wie gesagt, Journalisten haben eine völlig andere Sichweise als die Mitglieder der Community.
Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 12:27
@DandelionWine
Du redest so als wäre die Meinung von Herrn Friedrich per se etwas Schlimmes... etwas aus der Reihe "lieber diskutieren wir darüber, um es unschädlich zu machen, als unterdrücken wir es administrativ und lassen dabei schädlich sein". Das finde ich nicht unbedingt fair.

Das mit dem unschädlich machen ist jetzt aber von dir. Mir ging es drum, andere Meinungen, die halt nun einfach mal da sind, zur Kenntnis zu nehmen und sie gegebenenfalls zu kritisieren, immer in der Hoffnung, daß auch für mich ein kleiner intellektueller Gewinn dabei rausspringt.

Herr Friedrich hat leider ins Schwarze getroffen. Es IST so, dass diese Gesellschaft nicht solidarisch ist, und dass man es versucht, sich mit den technischen Mitteln frei zu kaufen. Wobei ich nicht sagen will, dass diese technische Mitteln nicht notwendig wären... ich will nur sagen, dass es diese technische Mittel nicht ZUSAMMEN mit der seelischen Zuneigung gibt, sondern ANSTATT.

Das ist alles unbestreitbar und wurde auch meines Wissens von niemandem bestritten. Das Ärgernis war, daß die Mitmenschlichkeit gegen die technischen Lösungen ausgespielt wurde. Weitgehende Unabhängigkeit von fremder Hilfe befördert doch die Mitmenschlichkeit, statt sie zu behindern.
Unendlich viele Probleme in Paarbeziehungen entstehen doch dadurch, daß die Partner einander brauchen oder - schlimmer noch - daß der eine Partner den andern ganz notwendig braucht, der andere ihn aber nicht, oder nicht in diesem Ausmaß. Die Partner bleiben zusammen, weil sie aneinandergekettet sind.
Wenn die beiden Partner einander sagen können "Es ist wunderbar, daß es dich gibt, es ist noch viel wunderbarer, daß es dich hier gibt, aber im Grunde könnte ich auch ohne dich ganz gut leben, ich habe es immerhin schon vor unserer Partnerschaft viele Jahre lang getan", dann bleiben sie zusammen, weil sie auseinandergehen könnten .
Wenn du etwas liebst, dann laß es frei. Kommt es zurück, dann gehört es dir, kommt es nicht zurück, hat es dir nie gehört.

Ciao
Wolfram
KarinL. schrieb am 05.02.2012 um 12:30
Ja, lieber Herr GEBE

ich maße mir nicht an JA wirklich zu beurteilen.

Was die Medien und damit die Journalisten für eine Aufgabe haben lese man bei Krysmanski.

www.uni-muenster.de/PeaCon/krysmanski/

Hat sich der eigentliche Journalismus, zu dem sich alle Journalisten mal irgendwie verpflichtet hatten, nicht längst gewandelt? Gewandelt dadurch, dass die allseits ökonomische Denkweise des Neoliberalismus auch, oder gerade auch vor Journalisten nicht halt macht?

Diese Denkweise ist doch bis in den kleinsten gesellschaftlichen Winkel bereits durchdrungen! Selbst die LINKE kann sich dagegen nicht wehren. Ohne Geld geht nämlich gar nix...
KarinL. schrieb am 05.02.2012 um 12:34
Ich hab mal bei Wikipedia nachgelesen, wie dort Journalist definiert wird. Interessant sage ich nur! Vorallem was die Soziologie angeht!

de.wikipedia.org/wiki/Journalist#Soziologie
KarinL. schrieb am 05.02.2012 um 12:41
Lieber Wolfram Heinrich,

danke! Ich bin ganz bei Ihnen. Unterdrückung hat schon immer geschadet und das Gegenteil erzeugt.

Dieser Beitrag ist mit Sicherheit seitens der Wortwahl provozierend. Jeder scheint aber doch etwas anders aus dem Beitrag zu lesen. Tja, so isses halt mit der Kommunikation...

Ich persönlich finde provozierende Artikel besser, da sie meisstens im konstruktiven Miteinander enden. Mainstream haben wir nun wirklich genug. Ich finde es auch nur gerecht, wenn jeder seine Meinung sachlich frei äussern kann. Zumal das meißte im Leben eben auch subjektiv, dem eigenen Weltbild geschuldet ist.

Der Artikel soll bleiben. Menschen mit einem gesunden Selbstbewusstsein wissen ihn intellektuell einzuordnen. Das war jetzt provozierend ;-)
KarinL. schrieb am 05.02.2012 um 21:53
@Wolfram Heinrich,

Zitat: "Wenn du etwas liebst, dann laß es frei. Kommt es zurück, dann gehört es dir, kommt es nicht zurück, hat es dir nie gehört."

das ist ja sehr interessant....besonders das hinter dem Komma...dahinter versteckt sich nämlich das Besitzen. Kann man eine Menschen denn jemals besitzen?! Das ist typisch Kapitalismus oder eben Mann....Ok, ich verzeihe Ihnen, da Sie ein Mann sind :-)
Wolfram Heinrich schrieb am 06.02.2012 um 00:34
@KarinL.
Zitat: "Wenn du etwas liebst, dann laß es frei. Kommt es zurück, dann gehört es dir, kommt es nicht zurück, hat es dir nie gehört."

das ist ja sehr interessant....besonders das hinter dem Komma...dahinter versteckt sich nämlich das Besitzen. Kann man eine Menschen denn jemals besitzen?!


Ja, man kann jemand besitzen. Fragen Sie den Sklavenhalter Ihres Vertrauens.
Ansonsten ist der monierte Spruch meinerseits wieder ein Zitat, ich weiß nicht mehr, von wem, aber ich erinnere mich sehr gut an den Wortlaut. Ich habe vor dem Absenden noch überlegt, ob ich nicht das sächliche "es" und das "etwas" durch das persönlichere "jemand" und "ihn" ersetzen soll. Ich habe es dann nicht getan, weil so auch ein Haustier oder gar ein Ding gemeint sein kann.
Und was das besitzen betrifft... Das Wort hat ein weites Bedeutungsfeld. Nach dem Bürgerlichen Recht besitze ich meinen (besitzanzeigendes Fürwort) Hund, ich zahle für ihn Steuer, ich bezahle den Tierarzt, wenn es sein muß. Ich habe das Recht, ihn zu töten, niemand könnte mich deswegen belangen. Wahrscheinlich käme er auch dann wieder zu mir zurück, wenn ich ihn täglich mit Fußtritten traktieren würde. Aber ich sehe ihn dennoch nicht als Besitz an, wie ich das in Bezug auf mein Auto tue.
Ich habe ihn vor dreieinhalb Jahren in Italien als Welpe aus dem Wald zu mir genommen, seither gehört er zu meiner Hausgemeinschaft. Es ist ein Mischling, sein Tauschwert ist gleich null. Als ich mich entschlossen habe, aus Italien wieder nach Deutschland zurückzukehren, haben mir Leute geraten, ihn doch einfach zurückzulassen. Ich habe keinen Gedanken daran verschwendet. Ich habe seinetwegen ein größeres Auto gekauft, damit ich ihn mitnehmen konnte. Er besitzt mich so wie ich ihn besitze.

Ok, ich verzeihe Ihnen, da Sie ein Mann sind :-)

Nobody is perfect. Obwohl ich mich - hüstel, ich werde jetzt etwas intimer - immer schon als männliche Lesbe (oder männlichen Lesb, nehmt es, wie ihr wollt) verstanden habe.

Ciao
Wolfram
KarinL. schrieb am 06.02.2012 um 10:54
Liebes Wölfchen,

Sie tippselten...

"Ansonsten ist der monierte Spruch meinerseits wieder ein Zitat, ich weiß nicht mehr, von wem, aber ich erinnere mich sehr gut an den Wortlaut. Ich habe vor dem Absenden noch überlegt, ob ich nicht das sächliche "es" und das "etwas" durch das persönlichere "jemand" und "ihn" ersetzen soll. Ich habe es dann nicht getan, weil so auch ein Haustier oder gar ein Ding gemeint sein kann."

zu spät....was raus ist, ist raus :) erst denken und dann lenken...oder besser gesagt tippen...

und hier noch dieses von Ihnen...

"Ja, man kann jemand besitzen. Fragen Sie den Sklavenhalter Ihres Vertrauens."

Knapp daneben is auch vorbei ;-)...Sie hatten von Paaren gesprochen und nicht von Sklaven! Oder sind Paare bei Ihnen versklavt? Hmm, darüber muß ich mal gründlich nachdenken :)

und dann noch jenes...

"Und was das besitzen betrifft... Das Wort hat ein weites Bedeutungsfeld."

nee neee nee...das ist eine typische Denkweise der kapitalistischen Ideologie. Man kann überhaupt nichts besitzen! Denn dann übt man Macht über denjenigen aus! Lesen Sie doch bitte mal Erich Fromm :-)

Ich finds schon lustig, wenn Leute sagen..mein Zahnarzt, meine Bank usw....ich wusste gar nicht, dass man sich Zahnärzte und Banken kaufen kann :-P

Und ja, ich bin ganz bei Ihnen was die narrische Tierliebe angeht. Mein Kater bedankt sich jeden Tag bei mir mit überschwenglichem schmusen. Und trotzdem besitze ich meinen Kater nicht. Sondern bin ihm dankbar, dass er immer noch bei mir ist. Denn der Mensch hat ja ein Abhängigkeitsverhältnis in Form von Futter erst geschaffen.
KarinL. schrieb am 06.02.2012 um 11:01
@ Wolfram Heinrich schrieb am 06.02.2010 um 00:34

Ich habe ihn vor dreieinhalb Jahren in Italien als Welpe aus dem Wald zu mir genommen, seither gehört er zu meiner Hausgemeinschaft. Es ist ein Mischling, sein Tauschwert ist gleich null. Als ich mich entschlossen habe, aus Italien wieder nach Deutschland zurückzukehren, haben mir Leute geraten, ihn doch einfach zurückzulassen. Ich habe keinen Gedanken daran verschwendet. Ich habe seinetwegen ein größeres Auto gekauft, damit ich ihn mitnehmen konnte. Er besitzt mich so wie ich ihn besitze.

Auf diesen Absatz möchte ich hier nicht näher eingehen. Das sprengt den Rahmen und gehört für mich in den persönlichen Bereich. Zumal dies nichts mit dem Thema zu tun hat. Ich habe mich auch schon selber genug vom Artikel entfernt. Um mal wieder auf die eigentliche Sachebene zurück zu kommen.

Liebe Grüße Karin
luzieh.fair schrieb am 03.02.2012 um 17:18
Ich finde das ja etwas selbstgefällig.

Sich erst darüber echauffieren, dass die Noppen a la Foucault (der das übrigens etwas anders gemeint haben dürfte) eine Ausgrenzung darstellen, um dann in einem Kommentar zu sagen, dass es da wo es möglich ist, in Orndung sei, aber ansonsten die Leute doch bitte helfen sollen. Vorher aber noch einem Betroffenen sagen, was er statt Barrierefreiheit doch besser fordern solle, nämich eine andere Gesellschaft...

Natürlich soll(t)en die Menschen sich einander helfen. Und es gibt viel Handlungsbedarf, was gesamtgesellschaftlcihe Solidarität betrifft, aber: das ist eben nur ein Schuh. Der andere ist das Recht eines jeden Menschen auf ein selbstbestimmtes Leben. Und wenn dafür Noppen und dergleichen nötig sind, dann sollten diese überall sein.
Jörg Friedrich schrieb am 03.02.2012 um 17:59
luzieh.fair, häufig gehören Schuhe paarweise zusammen. Was meinen Sie denn, was dürfte Foucault gemeint haben als er die schrittweise Ausgrenzung von Kranken aus dem Alltag durch den Prozess der technisch-wissenschaftlichen "Behandlung" ihrer Probleme beschrieb? Das würde mich wirklich interessieren. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich "Wahnsinn und Gesellschaft" zum ersten Mal las und mir dieser Ausgrenzungsmechanismus zum ersten Mal richtig bewusst wurde.
Joachim Petrick schrieb am 03.02.2012 um 18:26
@Jörg Friedrich

"Das würde mich wirklich interessieren. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich "Wahnsinn und Gesellschaft" zum ersten Mal las und mir dieser Ausgrenzungsmechanismus zum ersten Mal richtig bewusst wurde."

Lieber Jörg Friedrich,
da verstehe ich Foucault ganz anders, als Sie. Mir kommt es vor, als verwechselten Sie Ursache, Wirkung und Zielgruppe.

Hebt Foucault nicht auf die noch Selbständigen, die noch scheinbar Hilfeunabhängigen ab, die durch lokale, regionale, globale Credit Ereignisse u. a. gesellschafltich desaströse Szenarien, wie Krisen, Krieg, organsisierte AKW Katastrophen in die von der Industrie und Forschung auf Halde bereit gestellten Hilfsorgane, mit Krücken, Rollstühlen, Gehhilfen, Ersatzhäute, Beatmungsmaschinen, Dyalysegeräte, Organtransplantastionsmaschinen, , samt sonstigen HIlfsmitteln versehen, gesteckt werden sollen?
Magda schrieb am 03.02.2012 um 21:56
Sie schreiben.
"Was meinen Sie denn, was dürfte Foucault gemeint haben als er die schrittweise Ausgrenzung von Kranken aus dem Alltag durch den Prozess der technisch-wissenschaftlichen "Behandlung" ihrer Probleme beschrieb?"

Er hat ganz sicherlich nicht gemeint, dass die Menschen sich jetzt huldvoll an den nächsten Behinderten wenden und sagen: Um diese schrittweise Ausgrenzung zu beenden, werde ich Ihnen jetzt helfen. Und wenn Sie das nicht wollen, dann erklären Sie mir bitte, warum Sie sich nicht helfen lassen wollen.

Wenn Ihre Nutzanwendung aus der Lektüre so schlicht ist, dann finde ich das auch bedenklich.
luzieh.fair schrieb am 03.02.2012 um 22:45
Jörg Friedrich:

also, Foucault beschreibt die systematische Ausgrenzung von "nicht Passendem(n)" aus der Gesellschaft. Ein Mechanismus, der in der Diskursforschung übrigens auf vielen verschiedenen Ebenen nachgewiesen wurde: die Abgrenzung vom vermeintlich anderen, um sich seiner Selbst (meist in Form von Nation, Gesellschaft etc.) zu versichern.

Nun ist aber das, was Sie beschreiben (Noppen und Bordsteine) etwas, das genau das Gegenteil bewirken soll und von jenen, die Sie dadurch ausgegrenzt sehen, selbst gewünscht wird. Es soll nicht die Separierung bewirken, sondern, im Gegenteil, die Teilnahme ermöglichen.

Ich denke, dass sich Foucults Analyse eher auf (z.B) Wohnheime, die extra für Menschen mit Behinderung eingerichtet wurden anwenden ließe, oder auch auf Altenheime, noch immer (wie Foulcault ja schrieb) auch auf psychiatrische Einrichtungen, Gefängnisse*...aber nicht auf Noppen, Bordsteine, Fahrstühle und dergleichen...

*ohne "Überwachen und Strafen" kommt man an dieser Stelle aber wohl kaum weiter
Jörg Friedrich schrieb am 04.02.2012 um 12:10
luzieh.fair, Foucault ging in seiner Analyse weit über Ausgrenzung durch Internierung hinaus. In der "Analytik der Macht" schreibt er z.B. (stw 1759, Seite 70) als er das Verhältnis von (internierender) Psychatrie, Psychoanalyse und Psychotherapie (die er als Gemeindepsychatrie charakterisiert) betrachtet: "Daher würde ich in Zukunft gern die Frage untersuchen, inwieweit die Psychoanalyse die psychatrische Macht verlängert..." Zwei Seiten (71f) weiter dann ganz bemerkenswert: "Ich glaube, die Individualität ist heute vollständig von der Macht kontrolliert und ich glaube, dass wir im grunde durch die Macht selbst individualisiert sind. Anders gesagt, ich glaube ganz und gar nicht, dass die Individualisierung in einem Gegensatz zur Macht steht, ich würde vielmehr im gegenteil sagen, dass unsere Individualität. die vorgeschriebene Identität eines jeden, Effekt und Instrument der Macht ist, und was die Macht am meisten fürchtet, ist die Kraft und die Gewalt von Gruppen. Sie versucht, sie durch Techniken der Individualisierung zu neutralisieren..."
luzieh.fair schrieb am 04.02.2012 um 13:17
hm, ich verstehe nun Ihren Standpunkt etwas besser und ich habe ja auch nicht behauptet, Individualisierung und Macht (Herrschaft?) würden sich als Gegensätze gegenüber stehen. Ich halte es da auch eher mit Foucault: Macht ist überall, wo es Gesellschaft gibt.

Allerdings halte ich Ihr Beispiel noch immer für ungeeignet.
KarinL. schrieb am 05.02.2012 um 12:56
Sehr richtig Herr Friedrich,

es geht im zwischenmenschlichen immer nur um Macht! Auch hier auf der Community sehr gut zu beobachten.

Das hat nicht nur Focault sehr gut beschrieben. Auch in der Zeitschrift GEO gab es mal einen sehr interessanten, aufschlussreichen Artikel um Macht und Altruismus. Um das ganze aber nicht zu sehr zu pauschalisieren muß man Unterschiede machen. Es gibt absolute Machtmenschen, die über Leichen gehen. Dazwischen findet man Abstufungen und nicht nur schwarz oder weiß. Man muß auch betrachten, dass Menschen erst durch ihre Umwelt zu reinen Machtmenschen verkommen.
Nicht umsonst gibt es dieses schöne Sprichwort:

"Man gebe einem Menschen Macht und sehe dann den wahren Charakter"

Ich hatte in dem Zusammenhang mal eine Fotoausstellung besucht. Es war interessant nur anhand von Fotografien über mehrere Jahre (Schröder, Fischer, Merkel) Menschen zu sehen, die sich durch Macht negativ verändert hatten. Schon alleine der Gesichtsausdruck verrat vieles.
Viele werden auch erst in gewisser Weise hochgepusht zu dem was sie eigentlich nie sein wollten. Der Mensch ist eben komplex und unberechenbar.
luzieh.fair schrieb am 05.02.2012 um 13:39
"Um das ganze aber nicht zu sehr zu pauschalisieren muß man Unterschiede machen. Es gibt absolute Machtmenschen, die über Leichen gehen. Dazwischen findet man Abstufungen und nicht nur schwarz oder weiß. "

Macht, Katrin L, ist für Foucault nicht das Gleiche wie für Sie, wie mir scheint. Auch wenn Foucault Macht beschrieben hat und ihre Mechanismen analysiert hat, so sah er sie an und für sich nicht als durchweg negativ.
Sie ist halt da. In jeder Beziehung. Was daraus wird und werden kann und wer (oft i.S.v. welche Institution) in der Position ist das zu steuern, waren eher Dinge, die ihn interessiert haben.
KarinL. schrieb am 05.02.2012 um 21:42
Ja, lieber luzieh.fair,

Sie schrieben: "Macht, Katrin L, ist für Foucault nicht das Gleiche wie für Sie, wie mir scheint. Auch wenn Foucault Macht beschrieben hat und ihre Mechanismen analysiert hat, so sah er sie an und für sich nicht als durchweg negativ. "

ich weiß das Macht auch etwas Positives haben kann. Nur leider wird sie vorwiegend negativ eingesetzt.

herzliche Grüße karin :-)
DandelionWine schrieb am 03.02.2012 um 19:22
Es wundert mich die ganze Zeit, auf welcher PERSÖNLICHER Ebene der Autor des Artikels angegriffen wird, und zwar gerade von diejenigen Glühlämpchen, die andauernd die (ungefragten) Netiquette-Belehrungen durchführen und sich dabei als Vorbilder präsentieren. Da begreift man schon irgendwie, dass die Würde eine Konjunktive ist. Das, was hier abläuft, hat mit sachlicher Diskussion und sachlicher Kritik rein gar nichts zu tun.

Viel Spaß noch beim öffentlichen Onanieren.
Joachim Petrick schrieb am 03.02.2012 um 20:45
@DandelionWine

"Viel Spaß noch beim öffentlichen Onanieren."

Hat es gerade Spaß gemacht?

Wer Freunde mit so wenig Argumente im Köcher hat, bleibt der Schlangengrube, in die er seine Kritiker bellend geladen, allein überlassen
DandelionWine schrieb am 03.02.2012 um 20:55
Lieber Joachim, soll ich dafür die Verantwortung übernehmen, dass Sie sich angesprochen fühlen?
Joachim Petrick schrieb am 03.02.2012 um 21:01
@DandelionWine

"Lieber Joachim, soll ich dafür die Verantwortung übernehmen, dass Sie sich angesprochen fühlen?"

Es scheint Ihnen Spaß und Freude zu bereiten, den Mund argumentationsfrei voll zu nehmen!, oder?

Hat hier wirklich jemand gegen die Nettiquette verstossen, wie Sie es hier unterstellen?, wenn ja, nennen Sie doch einfach vermeintliche Ross und Reiter, dann ginge es hier munter weiter.
DandelionWine schrieb am 03.02.2012 um 21:10
Sie sind zu erhitzt jetzt, Joachim. Das Gespräch ist für mich an dieser Stelle beendet. Ich würde mich aber auf weitere Kommunikationen zu einem anderen Zeitpunkt freuen.
Magda schrieb am 03.02.2012 um 21:57
Liebe DandelionWine - kann ich Ihnen helfen? :-)))))))
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 01:57
@DandelionWine
Es wundert mich die ganze Zeit, auf welcher PERSÖNLICHER Ebene der Autor des Artikels angegriffen wird, und zwar gerade von diejenigen Glühlämpchen, die andauernd die (ungefragten) Netiquette-Belehrungen durchführen und sich dabei als Vorbilder präsentieren. Da begreift man schon irgendwie, dass die Würde eine Konjunktive ist. Das, was hier abläuft, hat mit sachlicher Diskussion und sachlicher Kritik rein gar nichts zu tun.

Was hier abläuft ist: Jörg Friedrich wird in der Sache hart bis sehr hart angegangen, in der Form dagegen bleibt die Diskussion sehr zivil.
Der Punkt ist: Wenn ich mich weit aus dem Fenster lehne, wenn ich steile Thesen aufstelle, dann muß ich damit rechnen, auf harten bis sehr harten Widerstand zu stoßen. So ist das eben. Als ich neulich hier die weitere Verwendung der Wörter "Neger", "Zigeuner", "Rasse" verteidigt habe, ist mir auch ein sehr rauher Wind entgegengeweht. Die Kritik war auch persönlich, ich war mit dem Vorwurf des Rassismus konfrontiert. Ja, mei. Das hat mich weder überrascht, noch gar persönlich verletzt, denn, wie gesagt, das hatte ich erwartet. Die Watschn, die ich bekommen habe, habe ich mir ehrlich verdient.
Ich muß sogar das grauenvolle Geständnis machen: Hätte man meine provokanten Thesen ignoriert oder mit ein paar nachsichtigen Floskeln abgehandelt, dann wäre ich enttäuscht und verletzt gewesen.
Hier wird gekämpft, schönste Blume der Taiga, da fliegen schon mal die Fetzen. Das ist was für richtige Männer, und es ist völlig wurscht, daß - grob geschätzt - die Hälfte der "richtigen Männer" Frauen sind.

Viel Spaß noch beim öffentlichen Onanieren.

Irgendwann stelle ich hier einen Blogbeitrag ein, der sich über den schlechten Ruf des Onanierens wundert.

Ciao
Wolfram
DandelionWine schrieb am 04.02.2012 um 02:04
Mensch, Wolfram, fahr zur Hölle, ich muss morgen früh aufstehen und wollte gerade schlafen gehen... jetzt lache ich wie verrückt und werde bestimmt noch eine halbe Stunde kichern anstatt einschlafen...
DandelionWine schrieb am 04.02.2012 um 02:10
Aber im Ernst: Das stimmt nicht im Entfernsten, dass Friedrich hart in der Sache angegangen wird, aber zivil in der Form. Ich könnte ja hier ein Kommentar mit Zitatensammlung aufstellen... und, ohje, wenn das zivil in der Form wäre... das Einzige was mich dabei zurückhält, dass die Diskussion damit zerschossen wäre, denn alle andere Verhandlungen würden dann drum herum drehen, wer was konkret gesagt hat und ob er (m/w) dabei zivil genug war. Hat auch irgendwie kein Sinn.
DandelionWine schrieb am 04.02.2012 um 02:21
"Irgendwann stelle ich hier einen Blogbeitrag ein, der sich über den schlechten Ruf des Onanierens wundert."

Mit Bilder bitte...

So, jetzt gehe ich aber wirklich schlafen.

Gute Nacht für heute...
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 06:56
@DandelionWine
Mensch, Wolfram, fahr zur Hölle, ich muss morgen früh aufstehen und wollte gerade schlafen gehen... jetzt lache ich wie verrückt und werde bestimmt noch eine halbe Stunde kichern anstatt einschlafen...

Das ist natürlich Balsam für mein müdes, altes Herz, zu erfahren, daß ich noch imstande bin, eine Frau am Einschlafen zu hindern - und das über hunderte von Kilometern hinweg.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 06:57
@DandelionWine
Aber im Ernst: Das stimmt nicht im Entfernsten, dass Friedrich hart in der Sache angegangen wird, aber zivil in der Form. Ich könnte ja hier ein Kommentar mit Zitatensammlung aufstellen...

Schlecht wär so eine Zitatensammlung nicht. Überhaupt ist eine Argumentation, die sich auf Zitate stützt, eine äußerst angenehme Sache. Abgesehen davon schätze ich Jörg Friedrich für so robust ein, daß er sich selber wehren kann. Er trägt nicht umsonst den Kriegsnamen "Phil O'Soph".

Ciao
Wolfram (viel, oh, soff)
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 07:04
@DandelionWine
"Irgendwann stelle ich hier einen Blogbeitrag ein, der sich über den schlechten Ruf des Onanierens wundert."

Mit Bildern bitte...


Ihr Weibers seid doch so was von... ich weiß auch nicht. Ich gestatte mir nur den Hinweis, daß der Kollege Plato seine Abhandlungen auch nicht bebildert hat. Okay, auch wieder richtig, der andere Kollege, Diogenes von Sinope - genau, der Tonnenbewohner - pflegte in aller Öffentlichkeit zu onanieren. Ich weigere mich aber, dies bei derzeit -17 ˚C Außentemperatur zu tun.
Abgesehen davon hätte es auch bei linderen Temperaturen und Tageslicht keinen Sinn. Ich kann hier nackt aus der Haustür treten (und habe es des öfteren schon getan), ohne daß dies irgend jemandem auffiele. Außer meinem Hund natürlich, aber der wundert sich schon lange über nichts mehr.

So, jetzt gehe ich aber wirklich schlafen.

Wünsche, wohl geruht zu haben (da du dies vermutlich erst nach dem Aufwachen lesen wirst).

Ciao
Wolfram
DandelionWine schrieb am 05.02.2012 um 00:35
Jetzt rede Dich nicht raus, ja? Diogenes hatte in den Dinosaurierzeiten gelebt... ich glaube das war sogar vor Marx oder so... er MUSSTE auf die Straße gehen. Diese Urmenschen aus Dino-Zeiten waren überhaupt komisch drauf, sie gingen immer auf die Straßen, egal was war, ginge es um Onanieren oder Barrikaden bauen, immer mussten sie nach draußen. Heutzutage laufen Revolutionen und Sex übers Internet...
Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 11:40
@DandelionWine
Jetzt rede Dich nicht raus, ja? Diogenes hatte in den Dinosaurierzeiten gelebt... ich glaube das war sogar vor Marx oder so...

Ist das jetzt doch schon wieder so lange her? Kinder, wie die Zeit vergeht.

Ciao
Wolfram
Ehemaliger Nutzer schrieb am 03.02.2012 um 19:55
Lieber Jörg Friedrich,
Danke für diesen Artikel! Die Kommentare widerspiegeln teilweise ein katastrophales Unverständnis und Verwirrung was Solidarität eigentlich beinhaltet. Sie kommentieren ausgezeichnet gegen die eklatante Blindheit einer inzwischen faktisch fehlgelaufenen Individualisierung (U.Beck) und Vereinzelung, die sich hier in einigen Kommentaren aus schlichter Unwissenheit und Sensibiltät als intellektuell verpackte asoziale Haltung offenbart.
Man kann Zuwendung und sorgsame Betreuung nicht nur institutional outsourcen, das tun wir jedoch im ganz normalen Alltag.

Junge, da komme ich eben vorbei und muss einen solchen Unsinn lesen.
Viel Erfolg weiterhin und Herzlichen Gruß Ihnen,

Auch Ihnen @DandelionWine! Bin schon wieder weg...bis bald.
DandelionWine schrieb am 03.02.2012 um 20:26
Oooohh... oooohh... ooooohh... ich fasse es nicht! Lieber Con Creatio! "Bin schon wieder weg...bis bald"! Wenn es so weiter geht, werde ich noch professionelle Penelope! Sie lassen mich im Stich!

Trotzdem viiiele herzliche Grüße... und, ja, bis bald. ;) :)
Ehemaliger Nutzer schrieb am 03.02.2012 um 20:37
@ Con Creatio

Darf ich davon ausgehen, dass Sie gehbehindert sind und jeden Tag den Freigang üben?
Erfolgreich das verstehtsich von selbst!
DandelionWine schrieb am 03.02.2012 um 20:47
Madame, Sie dürfen ruhig davon ausgehen, dass es in diesem Thread keinen einzigen Gehbehinderten gibt, dafür aber jede Menge von Denk- und Emotional-behinderten... Con Creatio betrifft es aber nicht.
Sarah Rudolph schrieb am 03.02.2012 um 21:54
Liebe Lara,
meinen Sie nicht, dass sie sich hier gerade ganz gehörig weit aus dem Fenster lehnen?
Diese Ferndiagnosen sind ganz sicher nicht dazu geeignet, die Diskussion konstruktiv weiter zu führen.
DandelionWine schrieb am 03.02.2012 um 22:22
Liebe Sarah,

das meine ich mit Sicherheit nicht. Immerhin habe ich hier keine konkreten Namen genannt - im Gegenteil zu den anderen Diskutanten, die ihre Eskapaden gegen ganz konkrete Menschen richten und diese Menschen auch benennen, und zwar mit den realen Namen. Dazu gehört nicht zuletzt Ihr Arbeitgeber (wollen Sie ein Zitat?). Und auch Ihr Kollege. Bis jetzt haben Sie das alles ganz locker hingenommen, was ist denn nun passiert, dass Sie sich von meinem Kommentar so gestört fühlen?

Darüber hinaus ist das, was hier abläuft, keine konstruktive Diskussion, war es von Anfang an nicht, sondern eine Unverschämtheit. Und gerade IHRE Position im Laufe dieser... hm... Diskussion wundert mich unendlich. Sie gehören doch zum Moderationsteam oder habe ich etwas verwechselt?

Zu den Ferndiagnosen: Eine Diagnose kann man nur an einem konkreten Menschen stellen. Ich habe bis jetzt keinen konkreten Namen genannt. Hier wurden aber von den anderen Diskutanten sowohl die Namen als auch Diagnosen genannt. Wenn Sie etwas gegen Ferndiagnosen haben, warum ließen Sie es geschehen? Oder gibt es für mich andere Regeln als für die restliche Diskutanten? Reicht es schon, wenn man überall laut erzählt, dass man für die Netiquette ist? Darf man dann die Netiquette mit den Füßen treten?
luzieh.fair schrieb am 03.02.2012 um 22:28
Lara, Du hast aber gesagt, hier sei sicher keiner der Diskutierenden gehbehindert, obwohl bspw. Basisdemokrat erwähnt hat, dass er seit 25 Jahren im Rollstuhl sitzt.
Und sonst kannst Du nicht (also aus der Ferne) wissen, ob und wer hier vielleicht zu der Gruppe derer gehört, die sich als Mensch mit Behinderung bezeichnen...ich glaube, das meinte Sarah...

Lu
DandelionWine schrieb am 03.02.2012 um 22:41
@Lu

Okay, wenn es SO gemeint wurde, dann nehme ich meine Aussage (diesbezüglich) zurück und entschuldige mich. Das mit Basisdemokrat habe ich übersehen. Das tut mir wirklich Leid. Ich war an einem bestimmten Punkt so sauer wegen dieser "Diskussion", dass ich aufgehört habe zu lesen, damit ich nicht durchdrehe.
Sarah Rudolph schrieb am 03.02.2012 um 23:22
Danke Lu, ja, das meinte ich in erster Linie, wenn auch nicht ausschließlich. Auch wenn keine konkrete Person benannt ist, finde ich den Hinweis auf "jede Menge" denk- wie auch emotíonal-behinderten Menschen in einem immer noch recht kleinen Kreis wie hier dennoch einfach fehl am Platz und die unsachlichen Anteile der Diskussion zu stark befeuernd.
Was aber meine Position betrifft, bin ich doch verwundert: habe ich nicht ganz oben den Text kritisiert und mich sonst gar noch nicht weiter geäußert?
Tatsächlich nahm ich die Diskussion bisher nämlich gar nicht so locker und habe mich aus diesem Grund entschieden da erstmal nicht weiter drauf einzugehen, sondern zu warten.

Moderationsteam stimmt übrigens, aber nicht immer. Heute abend zum Beispiel nicht ;).

Ich bin gerade wirklich müde und deswegen etwas unkonzentriert. Zu der Unterscheidung und der impliziten Wertung von körperlicher (hier: Geh-), geistiger und emotionaler/psychischer Behinderung würde ich aber auch gerne noch etwas sagen. Wenn ich dann mal geschlafen habe. Ich glaube das war letztendlich der Auslöser für meinen Kommentar eben, der aber tatsächlich auch deeskalieren sollte. No offense und so.
DandelionWine schrieb am 03.02.2012 um 23:39
@Sarah

Bei meiner Kritik an Sie habe ich nicht Ihr persönlicher Diskussionsstil gemeint, sondern Ihre Position als Moderatorin, d.h die Duldung der Angriffen. Wenn Sie hier aber nicht als Moderatorin mitmachen, sondern als "normale" Diskussionsteilnehmerin, dann erübrigt sich meine Kritik.
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 06:49
@Con Creatio
Sie kommentieren ausgezeichnet gegen die eklatante Blindheit einer inzwischen faktisch fehlgelaufenen Individualisierung (U.Beck) und Vereinzelung, die sich hier in einigen Kommentaren aus schlichter Unwissenheit und Sensibilität als intellektuell verpackte asoziale Haltung offenbart.

Wenn ich einen Satz, den ich im Grunde verstehen sollte, so gar nicht verstehe, dann regt sich bei mir stets der Verdacht, der Schreiber des Satzes habe auch nicht recht gewußt, was er eigentlich habe sagen wollen. Hat den Satz jemand verstanden und kann ihn mir ausdeutschen?

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 06:50
@DandelionWine
Immerhin habe ich hier keine konkreten Namen genannt - im Gegenteil zu den anderen Diskutanten, die ihre Eskapaden gegen ganz konkrete Menschen richten und diese Menschen auch benennen, und zwar mit den realen Namen.

Glaube nicht, daß das Nicht-Nennen konkreter Namen eine Tugend wäre, es ist vielmehr ein Laster (nein, kein Lkw). Wenn wir hier sinnvoll und ernsthaft diskutieren wollen (das wollen wir doch, oder geht es nur um ein bißchen blödeln?), dann sollten Gegenargumente und, ja, auch Anwürfe, unter Nennung des Namens des Angegriffenen erfolgen, wegen der Glasheit (Glasnost). Und wenn dann auch noch die Anwürfe unter Nennung des zu kritisierenden Satzes erfolgen würden täterten, dann täterte ich vor Rührung weinen würden.

Darüber hinaus ist das, was hier abläuft, keine konstruktive Diskussion, war es von Anfang an nicht, sondern eine Unverschämtheit.

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Wo gehobelt wird, da fallen Späne und wo gekämpft wird rollen Köpfe in den Sand. Wir sollten doch alle froh sein, daß hier nur eine wirrtülle Schlacht stattfindet und die abgeschlagenen Köpfe hinterher alle wieder am richtigen Rumpf sitzen.
Im übrigen gibt es beim Schlecker (noch gibt es den Schlecker ja) einen Beruhigungstee (mit Baldrian, Hopfen und anderen Schleckereien), der ist so was von dermaßen wirksam... Als ich den vor ca. 35 Jahren wegen Prüfungsstreß mal probiert habe, habe ich anschließend den Rest in den Müll geworfen. Nach dem Absaufen einer einzigen Tasse dieses Tees habe ich mich aufgeführt, wie ein Haschischischler nach gottweißwievielen Joints.
Tranquility rulez!

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 06:51
@DandelionWine
Ich war an einem bestimmten Punkt so sauer wegen dieser "Diskussion", dass ich aufgehört habe zu lesen, damit ich nicht durchdrehe.

Aber, Taigaschnäuzelchen, du bist genau deswegen durchgedreht, weil du nicht alles gelesen hast.
Ja, ich weiß, "Russische Säääle". Viel kalt in Sibirien, obär Tämpärament wie Zigeiner ungorisches, joi. Na sdarowje!

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 06:52
@Sarah Rudolph
Moderationsteam stimmt übrigens, aber nicht immer.

Das heißt, wenn ich mal rausmoderiert werde kann ich auf Knien zu dir rutschen und um Vergebung (gnädige) bitten? :o)

Ciao
Wolfram
KarinL. schrieb am 04.02.2012 um 17:01
@on Creatio und @Dandelion Wine,

ich schliesse mich Ihnen an!

Lassen Sie sich, lieber Jörg Friedrich, nicht unterbuttern!

Herzliche Grüße Karin :-)
KarinL. schrieb am 04.02.2012 um 17:01
@on Creatio und @Dandelion Wine,

ich schliesse mich Ihnen an!

Lassen Sie sich, lieber Jörg Friedrich, nicht unterbuttern!

Herzliche Grüße Karin :-)
KarinL. schrieb am 04.02.2012 um 17:03
@Helena Neumann,

Ihre Arroganz ist einfach nur widerlich! Wenn Sie sachlich nicht mehr weiter argumentieren können, werden Sie einfach nur noch beleidigend persönlich....und so etwas nennt sich nun links....
Ehemaliger Nutzer schrieb am 04.02.2012 um 17:44
@Helena Neumann

Was ist denn mit Ihnen los?
Lesen Sie doch einmal die Kommentare von @Ein Schelm, die vom Herzen und vom Verstand her kongruent mit meinen und Herrn Friedrichs Gedankengängen sind.

@Sarah Rudolph
Ihre Auffassung von Selbstbestimmung ist nicht nuanciert genug und Abhängigkeit bewerten Sie als Begriff auch negativ. Warum eigentlich? Sie leben doch wohl nicht in dem Wahn bzw.arbeiten ander Vorstellung, dass ( Sie oder Andere) Individuen autonom durchs Leben gehen. Denken Sie mal etwas tiefer darüber nach.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 04.02.2012 um 19:21
Hallo @Wolfram Heinrich

Ja, ich verstehe mich mit mir recht gut, eben weil ich mich selbst manchmal nicht verstehe. Aber Sie sollen nicht darunter leiden..
In Antwort auf Ihre Frage:
Einigen der werten KommenatorInnen fehlt ein gewisses Umgebungsbewusstein, die nötige kultur-gesellschaftliche Distanz - was sich in den Kommentaren recht anschaulich offenbart(e). Früher nannte man das Betriebsblindheit.

Man bemerkt gar nicht mehr, wie weit "wir" uns neoliberal haben individualiseren lassen -ich nenne es scheinliberal. Und alle blasen ins gleiche Horn und haben keine Ahnung welche besorgniserregende Entwicklung, selbst Entfremdung sich in der Gesellschaft seit Jahrzehnten vollzieht.
Herr Friedrich Gesellschaftskritik zielt darauf und dies völlig zurecht. Jene, die vrijwillig und aus Menschenliebe helfen, werden immer weniger werden, weil diese ("guten") wertorientierten Individuen langsam aussterben - darum geht es im Grunde. Den Beweis liefern die Kommentare - ganz eindeutig.

Sagen Sie Wolfram, Sie spannen mir doch nicht das Taigaschnäutzlein aus, oder?
DandelionWine schrieb am 04.02.2012 um 21:58
@Con Creatio schrieb am 04.02.2012 um 19:21

"Sagen Sie Wolfram, Sie spannen mir doch nicht das Taigaschnäutzlein aus, oder?"

Ach, um Himmels Willen, Con Creation, natürlich nicht. Wolfram hat gar keine Zeit für so etwas Banales, er arbeitet gerade an einem Blog über das Wunder des Wichsens. Aber sagen Sie mir bitte, wie sind Sie eigentlich an diese Frage gekommen? Sie verbleiben wochen- oder gar monatelang in den weiten Fernen des Universums und lassen mich so ganz alleine und traurig an Sie in der Stille der einsamen Nächten träumen... ja, Sie gehen in den ganz fremden Welten spazieren, ohne Rücksicht auf mich zu nehmen... und dann kommen Sie wie aus heiterem Himmel, um sich mal so ganz nebenbei zu vergewissern, ob mich nicht zufällig jemand ausspannt?
DandelionWine schrieb am 04.02.2012 um 22:13
@Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 06:51

"Aber, Taigaschnäuzelchen, du bist genau deswegen durchgedreht, weil du nicht alles gelesen hast.
Ja, ich weiß, "Russische Säääle". Viel kalt in Sibirien, obär Tämpärament wie Zigeiner ungorisches, joi. Na sdarowje!"


Wolfram, ich wusste, ich wusste es... endlich einer, der "Russische Säääle" versteht. Sag mal, hast Du nie mit den Gedanken gespielt, sich bei dem Community-Moderation-Team zu bewerben? Ich würde Deine Kandidatur mit meinem ganzen "Tämpärament wie Zigeiner ungorisches" unterstützen!... Denn dieses Moderation-Team... weißt Du... ich sage es jetzt nur so zwischen uns, unter vier Augen... diese komische Leute tun nix verstehen, so gar nix! Keine "Russische Säääle"! Kein "Tämpärament wie Zigeiner ungorisches"! Mit denen kann man über die Weltrevolution überhaupt nicht reden! Stell Dir vor, sie erteilen mir andauernd irgendwelche merkwürdige gelbe Karten... soll das jetzt ein Ersatz für die Bahnsteigkarten sein oder wozu hätte ich sie brauchen sollen? Hm... das versuche ich die ganze Zeit zu begreifen...
Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 10:11
@KarinL.
Ihre Arroganz ist einfach nur widerlich! Wenn Sie sachlich nicht mehr weiter argumentieren können, werden Sie einfach nur noch beleidigend persönlich....

Der Satz ist so süß rückbezüglich und damit seine eigene Karikatur, daß ich ihn für die Perlen vorgeschlagen habe.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 10:23
@Con Creatio
Ja, ich verstehe mich mit mir recht gut, eben weil ich mich selbst manchmal nicht verstehe.

Hmnja, den Effekt kenne ich. Um aber meine Ahnungslosigkeit nicht allzuoft öffentlich werden zu lassen, habe ich mir einen wahnsinnig geilen Trick ausgedacht: Ich schreibe meine Beiträge und Kommentare so simpel, daß selbst ich sie verstehe. Einen von mir geschriebenen Text, den ich verstehe, den versteht jeder andere Depp auch.

Man bemerkt gar nicht mehr, wie weit "wir" uns neoliberal haben individualiseren lassen -ich nenne es scheinliberal. Und alle blasen ins gleiche Horn und haben keine Ahnung welche besorgniserregende Entwicklung, selbst Entfremdung sich in der Gesellschaft seit Jahrzehnten vollzieht.

Aber es geht doch gar nicht darum. Freilich ist diese Individualisierung, sprich: Vereinzelung, sprich: Einsamkeit, eine böse Sache. Es ging aber um die Behauptung, daß technische Lösungen kontraproduktiv wären.

Sagen Sie Wolfram, Sie spannen mir doch nicht das Taigaschnäutzlein aus, oder?

Nein, nein.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 10:24
@DandelionWine
Wolfram hat gar keine Zeit für so etwas Banales, er arbeitet gerade an einem Blog über das Wunder des Wichsens.

Sehr geehrte Frau Löwenzahnwein,
ich möchte Sie in aller Form darauf hinweisen, daß ich folgendes geschrieben hatte:
"Irgendwann stelle ich hier einen Blogbeitrag ein, der sich über den schlechten Ruf des Onanierens wundert."
Heißt: "irgendwann", ich arbeite gerade nicht daran. Und: Es soll kein Blog über das Wunder des Wichsens werden, sondern er soll sich wundern über den schlechten Ruf, den das Wichsen genießt.

Aber sagen Sie mir bitte, wie sind Sie eigentlich an diese Frage gekommen? Sie verbleiben wochen- oder gar monatelang in den weiten Fernen des Universums und lassen mich so ganz alleine und traurig an Sie in der Stille der einsamen Nächten träumen... ja, Sie gehen in den ganz fremden Welten spazieren, ohne Rücksicht auf mich zu nehmen... und dann kommen Sie wie aus heiterem Himmel, um sich mal so ganz nebenbei zu vergewissern, ob mich nicht zufällig jemand ausspannt?

So sind's, die Männer. Du als fast schon professionelle Penelope solltest das wissen. 10 Jahre Krieg um Troja, weitere 10 Jahre für die Heimkehr (eine hirnblöde Ausrede von diesem Odysseus, die ihm vielleicht ein Dichter, aber doch kein vernünftiger Mensch glaubt). Er treibt's mit den Lagerhuren vor Troja, mit Kirke und dieser - wie heißt sie noch? - Nausikaa, und die Penelope daheim webt sich ihre sexuellen Frustrationen in einen Teppich, den sie nachts wieder aufdröselt.
Wenn dieser Homer irgendwann vor einem feministischen Tribunal unserer Tage Rede und Antwort stehen müßte, dann sähe er genau so alt aus, wie er ist.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 10:26
@DandelionWine
Wolfram, ich wusste, ich wusste es... endlich einer, der "Russische Säääle" versteht.

Ja, ich bin ein berüchtigter Frauen- und Russen- und Überhauptsversteher. Russische Frauen schmölzen vor mir dahin, wenn sie denn je in meine Nähe kämen (was sie bislang sorgsam zu vermeiden wußten).

Sag mal, hast Du nie mit den Gedanken gespielt, sich bei dem Community-Moderation-Team zu bewerben?

Nein, dafür müßterte ich nach Berlin übersiedeln. Wer zieht freiwillig nach Berlin? Als Baier allein unter Preißn? Ich mein, wer vom Faden der ewig webenden Nornen von haus aus als Preiß gewebt wurde, der kennt es nicht anders, der liebt die Preißn, weil er sich in ihnen wiedererkennt.
Ich aber - oh ihr Götter Griechenlands und Roms! - bin südlich des Limes geboren und aufgewachsen. Zehn Jahre Castellabate, kein Problem, nur ein bißchen Italienisch lernen. Ansonsten bin ich in Italien zuhause, die Italiener ticken so wie ich. Unser Meer ist das Mittelmeer, Venedig ist uns näher als Cuxhaven. Und in Berlin... Ach, in diesen Gegenden nahe des Polarkreises, in Südschweden, würde ich weinen.

Ich würde Deine Kandidatur mit meinem ganzen "Tämpärament wie Zigeiner ungorisches" unterstützen!... Denn dieses Moderation-Team... weißt Du... ich sage es jetzt nur so zwischen uns, unter vier Augen... diese komische Leute tun nix verstehen, so gar nix! Keine "Russische Säääle"! Kein "Tämpärament wie Zigeiner ungorisches"!

Ein Preiß tut überhaupts nie was nicht verstehen.
derfranzehatgsagt.blogspot.com/2011/10/muschi-maria-theresia-und-fotze.html

Mit denen kann man über die Weltrevolution überhaupt nicht reden! Stell Dir vor, sie erteilen mir andauernd irgendwelche merkwürdige gelbe Karten... soll das jetzt ein Ersatz für die Bahnsteigkarten sein oder wozu hätte ich sie brauchen sollen? Hm... das versuche ich die ganze Zeit zu begreifen...

Man muß halt nachsichtig sein mit die Preißn. Sie wissen es nicht besser.
Das war dann hiermit meine Portion Volxverhetzung für diesen Monat.

Ciao
Wolfram
Ehemaliger Nutzer schrieb am 05.02.2012 um 11:18
Liebe @DandelionWine
Selbst ein unsteter Gast kann sehr treu sein, zu sich und bestimmten Anderen - und ist in Träumen doch gegenwärtig, wie ich angenehm berührt feststelle.

Wie ich lese, träumt @Wolfram auch blog-öffentlich, was mich ebenfalls sehr beruhigt - fast finde ich es ein wenig schade für ihn, dass Sie ihn da so abrupt herausgerissen haben. Aber so sind Sie eben: pur, spontan und geradeheraus. Sie verteidigen nicht nur mich, sondern auch jene, die öffentlich in Stücke gerissen werden - weil sie menschlich (eventuell) versagt haben. Das gefällt mir.

Leider fehlt mir oft die Zeit, aber dem Wolfram schreibe auch noch nacher.

Lieben Gruß und schönen Sonntag!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 05.02.2012 um 11:18
Liebe @DandelionWine
Selbst ein unsteter Gast kann sehr treu sein, zu sich und bestimmten Anderen - und ist in Träumen doch gegenwärtig, wie ich angenehm berührt feststelle.

Wie ich lese, träumt @Wolfram auch blog-öffentlich, was mich ebenfalls sehr beruhigt - fast finde ich es ein wenig schade für ihn, dass Sie ihn da so abrupt herausgerissen haben. Aber so sind Sie eben: pur, spontan und geradeheraus. Sie verteidigen nicht nur mich, sondern auch jene, die öffentlich in Stücke gerissen werden - weil sie menschlich (eventuell) versagt haben. Das gefällt mir.

Leider fehlt mir oft die Zeit, aber dem Wolfram schreibe auch noch nacher.

Lieben Gruß und schönen Sonntag!
KarinL. schrieb am 05.02.2012 um 13:07
@Wolfram Heinrich,

ja danke...hab ich gelesen. Nun ja, ich bin halt süß...was soll ich Ihnen denn darauf nur antworten.

Recht haben Sie ;) Ich schätze Ihren Intellekt und damit, dass Sie wissen was ich meine :-)

Liebe Grüße Karin
Ehemaliger Nutzer schrieb am 05.02.2012 um 14:22
Lieber @Wolfram Heinrich
Aber es geht doch gar nicht darum. Freilich ist diese Individualisierung, sprich: Vereinzelung, sprich: Einsamkeit, eine böse Sache. Es ging aber um die Behauptung, daß technische Lösungen kontraproduktiv wären.

Als funktionale Erleichterung im Alltag selbstverständlich nicht. Nur ersetzen technische Lösungen keine Liebe und soziale Wärme, menschliche Zuwendung bzw. Fürsorge im ganz normalen Alltag, darum geht es. Weil die in der heutigen Zeit mehr denn je fehlt, generieren wir immer mehr "sogenannte Hilfsbedürftige (Michel Houellebecq) und deshalb "boomt" der sogenannte technische, institutionelle Gesundheitssektor und die Psychophamarkaindustrie auch so enorm. Er hält sich selbst im "Markt" - so sieht's aus.
luzieh.fair schrieb am 05.02.2012 um 14:37
@Con Creatio: es sagt doch keiner, dass das Eine (menschlcihe Zuwendung) durch das andere (Technik) ersetzt werden soll.

Natürlich sind "soziale Wärme, menschliche Zuwendung bzw. Fürsorge im ganz normalen Alltag" unersetzlich.

Aber damit argumentiert Herr Friedrich nicht. Er sagt, dass abgesenkte Bordsteine ein Zeichen der Entsolidarisierung seien. Das ist kurz -zu kurz- gegriffen und außerdem setzt er ein Menschenbild voraus, das ich zumindest ganz und gar nicht teilen kann und will.
Er sagt ja das "wir" also die Gesellschaft, also die Mehrheit der Lebenden, durch die Straßen laufen und uns freuend ins Fäustchen lachen, wenn wir Rampen, Noppen und abgesenkte Bordsteine sehen: "da brauch ich nicht helfen, was für ein Glück"...
DandelionWine schrieb am 05.02.2012 um 17:58
"durch die Straßen laufen und uns freuend ins Fäustchen lachen"

Wo hat er denn so etwas gesagt?
DandelionWine schrieb am 05.02.2012 um 19:49
@Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 10:24

"@DandelionWine
Wolfram hat gar keine Zeit für so etwas Banales, er arbeitet gerade an einem Blog über das Wunder des Wichsens.

Sehr geehrte Frau Löwenzahnwein,
ich möchte Sie in aller Form darauf hinweisen, daß ich folgendes geschrieben hatte:
"Irgendwann stelle ich hier einen Blogbeitrag ein, der sich über den schlechten Ruf des Onanierens wundert."
Heißt: "irgendwann", ich arbeite gerade nicht daran. Und: Es soll kein Blog über das Wunder des Wichsens werden, sondern er soll sich wundern über den schlechten Ruf, den das Wichsen genießt."


Wolfram, jetzt komm bitte runter von der Palme... ich habe überspitzt und war geschmacklos... es tut mir Leid, okay?
Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 19:53
@Con Creatio
Nur ersetzen technische Lösungen keine Liebe und soziale Wärme, menschliche Zuwendung bzw. Fürsorge im ganz normalen Alltag, darum geht es.

Das hat doch nie einer bestritten. In seinem Beitrag hat Jörg Friedrich aber angeregt, die technischen Lösungen in der öffentlichen Umgebung nicht weiter auszubauen, um dadurch der Mitmenschlichkeit eine größere Chance zu geben. Und das ist erstens Unfug und zweitens seinerseits eine technische Lösung für ein soziales Problem.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 19:56
@KarinL.
ja danke...hab ich gelesen. Nun ja, ich bin halt süß...was soll ich Ihnen denn darauf nur antworten.

Ich würde ja auch gern antworten, wenn ich nur wüßte, was Sie nun gelesen haben und was das mit Ihrer Süße zu tun hat.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 22:15
@DandelionWine
Wolfram, jetzt komm bitte runter von der Palme... ich habe überspitzt und war geschmacklos... es tut mir Leid, okay?

Ich verzeihe dir, meine Tochter. (Salb, salb)
Aber ich bleibe noch eine Weile auf der Palme (es war mühsam genug, raufzukommen) und bewerfe die Gemeinde mit Kokosnüssen.

Ciao
Wolfram
DandelionWine schrieb am 05.02.2012 um 22:38
Dann bin ich auf die freudige Momente gespannt, wo die Kokosnüssen auf die Kommunarden-Köpfe treffen...
Wolfram Heinrich schrieb am 06.02.2012 um 00:40
@DandelionWine
Dann bin ich auf die freudige Momente gespannt, wo die Kokosnüssen auf die Kommunarden-Köpfe treffen...

Eine Nuß hebe ich mir auf jeden Fall für dich auf.

Ciao
Wolfram
luzieh.fair schrieb am 06.02.2012 um 09:36
Wo hat er denn so etwas gesagt?

Zugegeben ein (vielleicht etwas freie) Deutung dessen:

"Wo kein Bordstein abgesenkt ist, da muss jemand am Rollstuhl oder am Kinderwagen mit anpacken. Aber wo uns Kerben im Bürgersteig darauf hinweisen, dass wir unsere Hilfe per Steuerzahlung längst geleistet haben, da können wir unbeteiligt beiseite sehen, wenn der weiße Stock tastend nach dem richtigen Weg sucht. Das ist dann längst nicht mehr unser Problem. Wir sind sehr damit einverstanden, dass die Stadtverwaltung solche Baumaßnahmen vornimmt, auch wenn sie Geld kosten, das geben wir gerne. So werden wir im Alltag weniger gestört und weniger von unserer eigenen Unsicherheit verstört,"
KarinL. schrieb am 06.02.2012 um 11:16
Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 19:56

Ich würde ja auch gern antworten, wenn ich nur wüßte, was Sie nun gelesen haben und was das mit Ihrer Süße zu tun hat.

Hmm, sollte ich Sie jetzt intellektuell unterfordert haben?...
DandelionWine schrieb am 07.02.2012 um 18:40
@Con Creatio schrieb am 05.02.2012 um 11:18

"Liebe @DandelionWine
Selbst ein unsteter Gast kann sehr treu sein, zu sich und bestimmten Anderen - und ist in Träumen doch gegenwärtig, wie ich angenehm berührt feststelle."


Lieber Con Creatio,

der Zustand "unsteter Gast" hat etwas gemeinsam mit dem Kriegszustand, und zwar: Er kann nicht auf Dauer akzeptiert/gelebt werden. Es geht dabei nicht nur um unsere ewige Liebe (sie wird ja sowieso nicht weglaufen), sondern auch um ein paar irdische Sachen... z.B. der Bürgergipfel. Sie haben sich sofort nach der Anmeldung in diesem Forum dafür engagiert, dass die Bürger sich für die Entwicklung der Gesellschaft einsetzen sollten (in Ihrem ersten Beitrag!), dann kam schon ganz konkret die Idee mit dem Bürgergipfel, Sie haben sich ins Zeug gelegt, um das Interesse an diese Idee zu wecken und die Mitstreiter zu gewinnen, das ist Ihnen auch gelungen... und jetzt? Ganz still um die Idee herum geworden? Wenn Sie nicht bereit sind, über dieses Projekt öffentlich zu reden, können wir es intern tun, nur, es muss endlich etwas geschehen...

Ich grüße Sie.

Lara
Ehemaliger Nutzer schrieb am 07.02.2012 um 19:40
Liebe Lara,

Mitstreiterin, treue Seele, wir haben uns offensichtlich in Geduld zu üben. Es ist evident: die deliberative Demokratie interessiert hier kaum jemanden - Indizien, dass man noch nicht soweit ist; es vielen Leuten schlicht egal ist.
Sich übermäßig aufzudrängen widerstrebt mir, man kann Interesse und Engagement nicht wirklich erzwingen (wie in der Liebe), und zum Missionar eigne ich mich weniger.
Man kann es ja in meinem Beitrag lesen und sich informieren - wer es nicht will, lässt es eben bleiben.

Ihr Interesse und das einiger weniger Forsiten hat mich aber gefreut.
Den Linken hier ist die deliberative Demokratie schienbar nicht radikal genug und ehrlich gesagt, werte ich diesen Umstand als ein recht positives Signal.

Wir können Veränderungen nicht forcieren - es braucht Zeit und noch mehr Krisen... so ist es eben.
G.Grass: "Der Fortschrtt ist eine Schnecke".

Herzlichen Gruß
DandelionWine schrieb am 09.02.2012 um 15:45
"Mitstreiterin, treue Seele,"

Ja, ich bin eine treue Seele, und das sollten Sie nicht verspielen, wenn Sie mich weiterhin als Mitstreiterin an ihrer Seite brauchen...

"wir haben uns offensichtlich in Geduld zu üben."

Wir sollten uns nicht in Geduld, sondern in Handlung üben.

"Es ist evident: die deliberative Demokratie interessiert hier kaum jemanden - Indizien, dass man noch nicht soweit ist;"

Das habe ich jetzt nicht verstanden... Sie wollten der Bürgergipfel ausschließlich aus den BLOGGERN VON HIER organisieren? Warum ist es so wichtig, ob es HIER jemanden interessiert?

"es vielen Leuten schlicht egal ist."

Was ist mit den Leuten, denen es nicht egal ist? Wollen Sie diese Leute im Stich lassen?

"Sich übermäßig aufzudrängen widerstrebt mir, man kann Interesse und Engagement nicht wirklich erzwingen"

Okay. Das warten wir bis zum nächsten Wahlkampf und lassen die verlogenen korrupte Parteien um bürgerliche Interesse und Engagement kämpfen... sie sind ja nicht so zimperlich.

"Man kann es ja in meinem Beitrag lesen und sich informieren - wer es nicht will, lässt es eben bleiben."

Es geht nicht um informieren, sondern um handeln... was soll man jetzt mit "informieren" anfangen?

"Ihr Interesse und das einiger weniger Forsiten hat mich aber gefreut."

Das ist mir aber egal... was soll ich mit dieser Freude anfangen? Von mir aus dürfen Sie sich freuen, aber was machen wir außerdem?

"Den Linken hier ist die deliberative Demokratie schienbar nicht radikal genug und ehrlich gesagt, werte ich diesen Umstand als ein recht positives Signal."

Warum?

"Wir können Veränderungen nicht forcieren - es braucht Zeit und noch mehr Krisen... so ist es eben.
G.Grass: "Der Fortschrtt ist eine Schnecke"."


Die Veränderungen SIND forciert, denn die Entwicklung läuft exponentiell, und je weiter, desto intensiver und schneller werden diese Veränderungen... wer jetzt sagt, wir können nichts forcieren und brauchen deswegen nicht handeln, wird in der nächsten Zukunft einfach mitgeschleppt, wie ein Sandkörnchen im Sturm... wollen Sie es? Dann habe ich Sie falsch eingeschätzt... Sie sahen gar nicht nach einem Sandkörnchen aus!

Und empfehlen Sie mir bitte keine Bücher... es interessiert mich nicht, was in Dinosaurier-Zeiten geschrieben wurde! Ich bin keine Archäologin!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.02.2012 um 19:23
@DandelionWine

Lara, Lara : Und empfehlen Sie mir bitte keine Bücher... es interessiert mich nicht, was in Dinosaurier-Zeiten geschrieben wurde!
Beim
G.Grass: "Der Fortschrtt ist eine Schnecke".] handelt es sich keiensfalls um ein Buch, sondern um ein Zitat, dass ich sozusagen zusammenfassend und schlussfolgernd meinem Kommentar am Ende zugefügt habe.

Damit sind Ihre aktuellen Fragen im Kommentar (eigentlich) wie von selbstredend beantwortet, Lara.

Aber gut, macht ja nichts, denn Sie diskutieren momentan in mehreren Blogs zugleich.
"Dann Dass!" erfreut sich ja grossem Interesse, gratuliere! Ich fasse ja immer gern zusammen:
"Die kleinen Kinder erziehen Ihre Mutti's in der Tat schon recht professionell...".

Ich sage Ihnen was: Diskutieren ist lehrsam, aber diskutieren um des Diskutierens willen, widerstrebt mir. Und das ist hier in der Community ganz eindeutig der Fall.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.02.2012 um 20:29
@Liebe Leute

Ich habe mich entschlossen, hier nicht mehr zu kommentieren. Während meiner Anwesenheit war mir die hier verbrachte Zeit es meistens wert.
Nun ist es an der Zeit, konsequent zu sein und zu sagen, dass ich es hier für "gesehen" halte.

Dessen ungeachtet, danke ich Ihnen/Euch Allen, ohne Ausnahme, für Eure Zeit, oft klugen. Gedanken, Humor und Tiefsinn, auch für manche Ernsthaftigkeit. Je natürlicher Ihr mir "begegnet seid", desto sympathischer wurdet/wart Ihr mir.

@DandelionWine, Ihnen danke ich besonders herzlich. Loslassen bedeutet nicht immer jemanden im Stich lassen...,

Alles Liebe, alles Gute!

Adieu,
Herzlichst @con creatio
DandelionWine schrieb am 09.02.2012 um 20:52
Wissen Sie was, Con Creatio, fahren Sie zur Hölle! Wozu fangen Sie irgendwelche Sache an, die Sie zu Ende bringen gar nicht wollen! Noch vor ein paar Stunden haben Sie geschrieben: "Man kann es ja in meinem Beitrag lesen und sich informieren - wer es nicht will, lässt es eben bleiben.", und jetzt haben Sie Ihre Blogs gelöscht! So einfach ist es also: Erstmal mit den Wörtern um sich herum streuen und dann sich aus dem Staub machen! Wozu haben Sie Ihre Aufrufe hier gepostet, wozu war den ganzen Quark, dass wir uns aktiv handeln sollten, dass wir die Verantwortung dafür tragen, wie die Gesellschaft sich entwickelt? Und jetzt - ups, wie einfach - mal auf den Löschknopf gedrückt und alles futsch? Keine Verantwortung mehr? Sie sind ein Schwätzer, genauso wie alle andere hier nur Schwätzer!
DandelionWine schrieb am 10.02.2012 um 14:22
@Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.02.2012 um 20:29

F-E-I-G-L-I-N-G!!!!
DandelionWine schrieb am 03.02.2012 um 22:33
P.S.: Was hier abläuft, nennt man Mobbing. Mobbing wird von Denk- und Emotional-behinderten Menschen betrieben. Warum Sie es dulden, ist Ihre Sache. Sie brauchen mir aber nicht zu erklären, dass ich mich "ganz gehörig weit aus dem Fenster lehne", wenn ich die Sachen bei den Namen nenne. Es geht mir übrigens nicht darum, dass/ob ich die Position des Autor des Artikels teile oder mit ihm persönlich befreundet bin (weder eine noch andere), sondern darum, wie er im Laufe der Diskussion wegen seiner für die anderen unpassender Meinung behandelt wird.
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 06:55
@DandelionWine
P.S.: Was hier abläuft, nennt man Mobbing.

Lara, liebe Lara, was ist los? Ist dir Florence Nightingale im Traum erschienen und hat dich gebeten, dich um die Beleidigten und Entrechteten der ganzen Welt zu kümmern? Erst war es unser Bundes-Wulff, den du in Schutz genommen hast (und der deinen Schutz weiß Gott nicht braucht), dann der Bruchpilot Schettino auf seiner Kosta Kordalis (1) und jetzt Jörg Friedrich.
Lara, Lara, ich sage dir: Ich bin ein Veteran aus dem Krieg des Wahnsinns im Usenet. Ich bin dort schleimigen, feuerspeienden Ungeheuern begegnet, von denen du dir keine Vorstellung machst. Im Usenet gibt es keine, überhaupt keine Moderation und dort blubbert dir manchmal der pure Irrsinn entgegen. Nazis, die ekelhaften Widersinn übelster Art in ihren Computer hacken, Verschwörungs-Psychotiker, die dir das Gehirn aus dem Kopf blasen, wenn du sie nur eine einzige Sekunde lang ernst nimmst.
Was hier, in der FREITAGs-Community, abläuft ist vergleichsweise sehr zivilisiert, selbst dann, wenn es mal hitzig, persönlich und beleidigend wird.
Hier hauen und stechen manchmal unter dem Schutz ihrer Nicknames die Leute aufeinander ein, aber der Umgangston ist auch nicht wüster als bei so manchem Ehekrach (der dann letztlich doch nicht zur Scheidung führt).

Ciao
Wolfram
(1) Ich warte seit geraumer Zeit darauf, daß sich ein Rundfunksprecher verplappert und statt "Costa Condordia" Kosta Kordalis sagt. Bislang vergeblich.
DandelionWine schrieb am 04.02.2012 um 16:38
@Wolfram

Ich muss jetzt abhauen, antworte auf Deine Kommentare am Abend, wenn mein Internet-Anschluss nicht lahm wird und ich überhaupt rein kann. Bis dann.
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 16:54
@DandelionWine
Ich muss jetzt abhauen, antworte auf Deine Kommentare am Abend, wenn mein Internet-Anschluss nicht lahm wird und ich überhaupt rein kann. Bis dann.

Erfrier mir unterwegs nicht. Obwohl, von Sibirien her bist du ja noch ganz andere Kältegrade gewöhnt als wir Weicheier mit unserem Golfstrom-Klima...

Ciao
Wolfram
DandelionWine schrieb am 04.02.2012 um 22:19
"Erfrier mir unterwegs nicht. Obwohl, von Sibirien her bist du ja noch ganz andere Kältegrade gewöhnt als wir Weicheier mit unserem Golfstrom-Klima..."

Na ich wohl nicht, aber mein Internet-Anschluss, der gerade durch die Straßen bzw. durch die Städten mitgeschleppt wurde, spielt voll verrückt wegen dieser Kälte...
DandelionWine schrieb am 04.02.2012 um 22:38
@Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 06:55

"Erst war es unser Bundes-Wulff, den du in Schutz genommen hast (und der deinen Schutz weiß Gott nicht braucht), dann der Bruchpilot Schettino auf seiner Kosta Kordalis (1) und jetzt Jörg Friedrich."

Nunu, Wolfram... der Vergleich ist irgendwie unangemessen, findest Du nicht? Jorg Friedrich hat eine Meinung geäußert, die von den meisten hier in diesem Strang nicht geteilt wird (wobei es sich bei einigen Kommentatoren herausgestellt hat, dass sie der Artikel unaufmerksam gelesen und vieles nicht registriert und daher nicht verstanden haben). Und? Ist es ein Verbrechen? Es geht um Meinungsäußerung, um Stellen dieser Meinung zum Diskutieren, also halt einfach um ein Gespräch und nicht darum, dass seine Meinung im Parlament gesetzlich durchgesetzt sein sollte. Ist es bei den Linken nicht erlaubt, kontroverse Meinungen zu äußern? Wird man dann sofort in die gleiche Tonne getreten wie Wulff und Schettino? Wird hier eine freie Meinungsäußerung gleich behandelt wie ein korrupter Präsident oder ein Kapitän, der durch seine Fahrlässigkeit mehrere Menschenleben auf dem Gewissen hat?
DandelionWine schrieb am 04.02.2012 um 22:50
Und, ja, ich habe Wulff und Schettino in Schutz genommen... was hast Du denn erwartet? Dass ich zusammen mit der ganzen Mischpoke nachtrete? Wäre es dann nicht zu eng auf der Arena? Für so etwas haben wir schon Herrn Augstein, Frau Neumann, Herrn Leusch, Herrn Dr. Jäger und noch jede Mengen guten Menschen, die ganz genau wissen, was gut und was böse ist, und sich immer auf die Seite des Guten stellen. Oder zumindest das verkünden. Da ich habe aber ein bekennender Schlechtmensch bin und mich konsequent auf die Seite des Bösen stelle, weigere ich mich ganz boshaft, die Menschen in die Tonne zu treten.
Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 10:28
@DandelionWine
Na ich wohl nicht, aber mein Internet-Anschluss, der gerade durch die Straßen bzw. durch die Städten mitgeschleppt wurde, spielt voll verrückt wegen dieser Kälte...

Das ist das Kreuz. Wenn es wirklich sakramentisch kalt wird, dann frieren die Elektronen einfach ein.
Sag mal, kann es sein, daß diese sibirische Kaltfront namens Cooper Sehnsucht nach dir hat und dich mal besuchen will? Haben wir die Saukälte dir zu verdanken? Interessante Theorie - heißes Tämperament ungorisches, joi, mocht Deitschland kalt. Tut das Sibirien unser Klima verwirien?

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 10:48
@DandelionWine
Nunu, Wolfram... der Vergleich ist irgendwie unangemessen, findest Du nicht? Jorg Friedrich hat eine Meinung geäußert, die von den meisten hier in diesem Strang nicht geteilt wird

Ich bitte dich, hier nicht das Wort "Strang" zu verwenden. Im Deutschen gibt es dieses Wort nur noch im Sinn von "Galgenstrick" oder gleich ganz "Galgen". Das neudeutsche "Thread" wäre neutraler. Gell.

Ist es bei den Linken nicht erlaubt, kontroverse Meinungen zu äußern?

Aber, es ist so was von dermaßen erlaubt, so viele kontroverse Meinungen kannst du dir gar nicht ausdenken, wie du hier äußern darfst.
Mit den kontroversen Meinungen (jede Meinung ist kontrovers, es gibt immer welche, die nicht dieser Meinung sind) aber verhält es sich so: Wenn du sie äußerst, mußt du mit Widerspruch rechnen. Woraufhin du wiederum widersprichst, und so weiter und so fort.
Stell dir vor, du stellst hier eine Meinung ein und die Gemeinde antwortet im Chor: "Äh, echt voll geil das. Spitze." Das machst du nicht lange, dann ist dir so langweilig, daß du das Forum wechselst.

Wird man dann sofort in die gleiche Tonne getreten wie Wulff und Schettino? Wird hier eine freie Meinungsäußerung gleich behandelt wie ein korrupter Präsident oder ein Kapitän, der durch seine Fahrlässigkeit mehrere Menschenleben auf dem Gewissen hat?

Oha! Inzwischen haben es der Wulff und der Schettino bei dir aber ziemlich verschissen. Noch vor kurzem hast du anders über sie gesprochen.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 11:09
@DandelionWine
Und, ja, ich habe Wulff und Schettino in Schutz genommen... was hast Du denn erwartet? Dass ich zusammen mit der ganzen Mischpoke nachtrete?

Das ist natürlich mißlich, wenn alle einer Meinung sind. Aber Argumentation ist doch keine Frage der Arithmetik. Wenn du in ein Wirtshaus kommst und alle dort diskutieren und alle haben die gleiche Meinung, die dann dummerweise auch noch deine eigene Meinung ist - was machst du? Das Lokal wieder verlassen wäre eine Lösung, nicht mitdiskutieren (eh langweilig) eine andere. Gut, du könntest, nur so aus Daffke, eine andere Meinung vertreten, als eine Art Konditionstraining für deine Hirnmuskeln. Wenn du dann aber feststellst, daß du beim Diskutieren aus Versehen die andere Meinung angenommen hast, solltest du dir eine andere Trainingsmethode ausdenken. Gell.

Ciao
Wolfram
DandelionWine schrieb am 05.02.2012 um 17:15
@Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 10:28

"Das ist das Kreuz. Wenn es wirklich sakramentisch kalt wird, dann frieren die Elektronen einfach ein.
Sag mal, kann es sein, daß diese sibirische Kaltfront namens Cooper Sehnsucht nach dir hat und dich mal besuchen will? Haben wir die Saukälte dir zu verdanken? Interessante Theorie - heißes Tämperament ungorisches, joi, mocht Deitschland kalt. Tut das Sibirien unser Klima verwirien?"


So ist es. ;) Du hast Die Sache erkannt, mein bayerischer Freund. Aber ein bisschen sibirische Exotik tut doch ganz gut, oder?
DandelionWine schrieb am 05.02.2012 um 17:52
@Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 10:48

"Wird man dann sofort in die gleiche Tonne getreten wie Wulff und Schettino? Wird hier eine freie Meinungsäußerung gleich behandelt wie ein korrupter Präsident oder ein Kapitän, der durch seine Fahrlässigkeit mehrere Menschenleben auf dem Gewissen hat?

Oha! Inzwischen haben es der Wulff und der Schettino bei dir aber ziemlich verschissen. Noch vor kurzem hast du anders über sie gesprochen."


Nene... habe ich nicht. Ich habe nie gesagt, es wäre gut (oder unwichtig), was sie getan haben. Ganz im Gegenteil, ich habe z.B. über Schettino geschrieben, dass er den großen Mist gebaut hat und dass er das auch weiß. Über Wulff habe ich auch negativ geschrieben, und zwar schon damals als er nur gewählt wurde. Aber ich bin dafür, dass man zwischen Taten und Menschen unterscheidet, d.h. also man kann (muss) die Taten beurteilen und ggf. ablehnen, aber nicht die Menschen. Das ist zum einen. Und zum anderen, finde ich, wenn man sich so empört, wie halt gegen Wulff und Schettino viele sich bis zum letzten Grad empört haben, dann müssen diese Menschen ganz sicher sein, dass sie heilig sind, und dass ihnen so etwas nie passieren würde, dass sie nie falsch Entscheidungen treffen und nie peinlich Sachen tun. Das ist aber nicht der Fall. Viele (oder gar alle?) von denen, die sich so laut empören, haben genug Mist selbst gebaut, nur dass es nicht so auffällig war... und würden sie sich in so einer Situation befinden, wie Wulff oder Schettino, würden sie auch gleich handeln. Kurz gesagt: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit den Steinen werfen.
Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 20:06
@DandelionWine
Aber ein bisschen sibirische Exotik tut doch ganz gut, oder?

Ja, schon, aber so ganz allmählich täterts reichen. Sag das mal dem Cooper.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 22:09
@DandelionWine
Aber ich bin dafür, dass man zwischen Taten und Menschen unterscheidet, d.h. also man kann (muss) die Taten beurteilen und ggf. ablehnen, aber nicht die Menschen. Das ist zum einen.

Da machst du jetzt ein verdammt großes Faß auf. Laß mich mit einem fiktiven Extrembeispiel einsteigen.
Hätte ich etwa Adolf Hitler - zum Beispiel als Gefängnispsychologe - bei mir in der Beratung, dann hätte ich ein armes, geplagtes Menschenkind vor mir. Das war mal ein Baby, das sich gefreut hat, zu leben, das neugierig war auf das Leben und das fröhlich war. Irgendwann machte das Kind, machte der Mann Erfahrungen, die ihn schließlich zu einem verbiesterten, haßerfüllten Menschen gemacht haben. Meine Aufgabe: Kann ich ihm da irgendwie raushelfen?
Würde mir - als Ergebnis einer Zeitreise - Adolf Hitler im Wien nach der Jahrhundertwende begegnen, so würde ich ihn, in Kenntnis der Folgen, die sein Weiterleben hätte, umbringen. (1)
Was ich sagen will: Wie ich mit einem Menschen umgehe, wie ich ihn beurteile, hängt immer ganz wesentlich davon ab, in welcher Situation ich ihm begegne. Als ich noch in der Straffälligenhilfe tätig war, habe ich Menschen kennengelernt, die im Gefängnis ihre Strafe abbüßten. Sie waren in einer schwierigen Situation und ich habe versucht, ihnen zu helfen. Wäre ich denselben Leuten als Polizeipsychologe begegnet, in einer Phase, in der es noch darum gegangen wäre, ihnen die Tat nachzuweisen, hätte ich mich ihnen gegenüber völlig anders verhalten.
Du verstehst, worauf ich hinauswill?

Und zum anderen, finde ich, wenn man sich so empört, wie halt gegen Wulff und Schettino viele sich bis zum letzten Grad empört haben, dann müssen diese Menschen ganz sicher sein, dass sie heilig sind, und dass ihnen so etwas nie passieren würde, dass sie nie falsch Entscheidungen treffen und nie peinlich Sachen tun. Das ist aber nicht der Fall. Viele (oder gar alle?) von denen, die sich so laut empören, haben genug Mist selbst gebaut, nur dass es nicht so auffällig war...

Lassen wir mal Wulff weg, ich bin es allmählich leid. Schettinos war absolut ungewöhnlich für einen Menschen in seiner Situation. Die ganz persönliche Gefahr für Leib und Leben war für ihn durchaus kalkulierbar, sie war für ihn nicht größer als für jeden x-beliebigen Feuerwehrmann, der bei einem Wohnungsbrand einsteigt und schaut, ob noch Leute drin sind.

Ciao
Wolfram
(1) Ich empfehle zu diesem Thema den wunderbaren Roman "Elleander Morning" von Jerry Yulsman. de.wikipedia.org/wiki/Elleander_Morning Die Geschichte ist viel vertrackter, als man der sehr verkürzten Darstellung in der Wikipedia entnehmen kann.
Der Grundgedanke des Romans - wäre Hitler als junger Mann gestorben, so hätte der Zweite Weltkrieg, so hätte die Judenvernichtung mit all den Greueln nicht stattgefunden - ist natürlich Unfug. So gesehen hätte wahrscheinlich auch mein Attentat auf Hitler nicht so ganz die erwünschten Folgen gehabt. Mein Mordanschlag hätte nur den Platz freigemacht für einen anderen Schicklgruber. Trotzdem: Ich mag diesen Roman.
DandelionWine schrieb am 09.02.2012 um 14:39
Lieber Wolfram,

vielen Dank für die Buchempfehlung, es liest sich interessant an. Und ich mag ja SF-Literatur so sehr... Wenn meine Leseliste nicht so lang wäre, und wenn ich auch jetzt nicht 4 fiktionale und 3 Sachbücher gleichzeitig gelesen hätte, würde ich sofort mit der Lektüre anfangen, aber, aber, leider muss ich dieses Lesevergnügen etwas verschieben...

"Da machst du jetzt ein verdammt großes Faß auf. Laß mich mit einem fiktiven Extrembeispiel einsteigen."

Ja, stimmt, das Fass ist verdammt groß... und gehört thematisch nicht hier. Ich habe schon die Gewissensbissen gegenüber Herrn Friedrich, dass ich hier solche Fässer aufmache.

Wir haben aber mit Dir dieses Fass schon einmal aufgemacht, und zwar in meinem Thread in Bezug auf Herrn Gysi. Du hast damals dieses moralisches Dilemma über Putin konstruiert, ich wollte Dir mit einem Dilemma über russische Zarenfamilie antworten, dann ist es mir aber leider aus dem Gedächtnis gefallen (sorry!)... jetzt sind wir auf die Sache mit Hitler gelandet, ich würde Dir gerne darauf ausführlich antworten und meine Argumente auf ein Roman von Dostjewskij projizieren... aber, wie gesagt, es gehört nicht hierher. Wie wäre es, wenn wir diese Diskussion in mein Thread verlagern? Ich würde Dein Kommentar dahin kopieren und Dir da eine Antwort schreiben... dann könnte ich auch die Sache mit der Zarenfamilie nachholen. Einverstanden?
Wolfram Heinrich schrieb am 09.02.2012 um 17:54
@DandelionWine
"Da machst du jetzt ein verdammt großes Faß auf. Laß mich mit einem fiktiven Extrembeispiel einsteigen."

Ja, stimmt, das Fass ist verdammt groß... und gehört thematisch nicht hier. Ich habe schon die Gewissensbissen gegenüber Herrn Friedrich, dass ich hier solche Fässer aufmache.


Gewissensbisse brauchst du dir deswegen nicht zu machen. Erstens freut sich Herr Friedrich, daß sein Artikel so viele - für einen redaktionellen Artikel sogar sensationell viele - Kommentare anzieht. Zum anderen sind wir hier nicht in einem Universitäts-Seminar. Hier ist Stammtisch oder meinetwegen auch Salon und dort diskutiert man halt, kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen (oder ist es umgekehrt?) Wir müssen hier nicht vom blauen in den grünen Salon wechseln, nur weil das Gesprächsthema die ursprüngliche Vorgabe verlassen hat.

Wir haben aber mit Dir dieses Fass schon einmal aufgemacht, und zwar in meinem Thread in Bezug auf Herrn Gysi. Du hast damals dieses moralisches Dilemma über Putin konstruiert,

Da ging es zwar auch um einen guten oder bösen Mordanschlag, allerdings aus einem ganz anderen Blickwinkel heraus.

Wie wäre es, wenn wir diese Diskussion in mein Thread verlagern? Ich würde Dein Kommentar dahin kopieren und Dir da eine Antwort schreiben... dann könnte ich auch die Sache mit der Zarenfamilie nachholen. Einverstanden?

Meinetwegen. Wenn du mir noch den Link dieses Threads schickst.

Ciao
Wolfram
DandelionWine schrieb am 09.02.2012 um 21:35
"Gewissensbisse brauchst du dir deswegen nicht zu machen. Erstens freut sich Herr Friedrich, daß sein Artikel so viele - für einen redaktionellen Artikel sogar sensationell viele - Kommentare anzieht. Zum anderen sind wir hier nicht in einem Universitäts-Seminar. Hier ist Stammtisch oder meinetwegen auch Salon und dort diskutiert man halt, kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen (oder ist es umgekehrt?) Wir müssen hier nicht vom blauen in den grünen Salon wechseln, nur weil das Gesprächsthema die ursprüngliche Vorgabe verlassen hat."

Ja, nee, ist klar. Noch vor Kurzem hast Du mich zweimal (!) in Deinem eigenem Thread abgemahnt, dass ich mich an das von Dir vorgegebenes Thema nicht halte... sogar hast Du ungefähr so etwas geschrieben: Irgendwann reicht es! Und jetzt erklärst Du mir ganz munter genau das Gegenteil?

Ich sage immer, dass in meine eigenen Threads alle Verzweigungen erlaubt sind. Nur, diese Ansicht teilen nicht alle, d.h. nicht alle begrüßen die Verzweigungen in ihren threads, und ich wurde hier schon von etlichen Menschen abgemahnt, dass ich mich an das Thema nicht halte. Nicht zuletzt von Kulturressortleiter. Da will man halt an die geäußerten Wünsche halten und die Verzweigungen in eigenen Thread verlagern, aber dann ist es plötzlich auch falsch! Gibt es in diesem Forum nachvollziehbare Regeln? Ich hätte so eine Laune, mal ausnahmsweise irgendwas richtig zu machen!
Wolfram Heinrich schrieb am 09.02.2012 um 23:00
@DandelionWine
Ja, nee, ist klar. Noch vor Kurzem hast Du mich zweimal (!) in Deinem eigenem Thread abgemahnt, dass ich mich an das von Dir vorgegebenes Thema nicht halte... sogar hast Du ungefähr so etwas geschrieben: Irgendwann reicht es!

Das war die Geschichte mit den Soldaten. Da bin ich - für mich - irgendwann aus der Diskussion ausgestiegen, weil ich eigentlich was anderes diskutieren wollte, aber damit nicht durchkam, bei keinem der Kommentatoren. Wer was anderes diskutieren will, kann das immer tun. Ich nehme das Recht zur Abschweifung oft genug selbst in Anspruch, werde also den Deibel tun, das anderen zu verbieten.

Gibt es in diesem Forum nachvollziehbare Regeln?

Wahrscheinlich, aber ich kenne sie nicht.

Ich hätte so eine Laune, mal ausnahmsweise irgendwas richtig zu machen!

Sooo richtig kannst du irgend etwas gar nicht machen, daß nicht irgend einer daher kommt und sagt, das wäre falsch. Notfalls bin halt ich der irgend eine. Aber das macht doch dir nix aus. Die Hunde bellen, aber die Lara zieht weiter.

Ciao
Wolfram
ich schrieb am 04.02.2012 um 00:59
Sowohl für jemanden der sich als Philosoph bezeichnet, als auch für jemanden der im Bereich IT sich höchstwahrscheinlich bemüht zu Problemlösungen beizutragen ist dieser Text ein Armutszeugnis. Wenn man etwas tiefer gehen wollte, müsste man sich einmal mit Grundfragen des Designs und der Funktionalität von Alltagsdingen auseinandersetzen (was ist ein Bürgersteig, warum gibt es eine Bordsteinkante etc.), anstatt einen schlecht bedachten Text mit Foucault aufzupimpen. Ich wünschte diese Denkarbeit hätte sich der Autor zugemutet und hätte dann seine Gedanken schlüssig dargelegt. Es gibt den schönen Satz, behindert ist man nicht, behindert wird man und das leitet sich nun oft daraus ab, wie Dinge gestaltet/konzipiert sind.
DandelionWine schrieb am 04.02.2012 um 01:42
@Ich

Was ist Ihnen wichtig, sich um die Behinderte zu kümmern, oder zu erklären, wie blöd der Autor des Artikels (im Vergleich mit Ihnen) ist? Wenn Sie sich so viele Sorgen um die Behinderte machen und sich für kompetent halten (auf jeden Fall kompetenter als der Autor), warum reden Sie nicht über konkrete Problemlösungen, sondern beschäftigen sich mit dem Verteilen von Armutszeugnissen?
DandelionWine schrieb am 04.02.2012 um 01:45
Im Übrigen finde ich, dass der Ausdruck "Armutszeugnis" eine Diskriminierung in Bezug auf die Gesellschaftsmitglieder ist, die in der Armut leben. Man suggeriert damit, dass ihr Leben peinlich ist.
Magda schrieb am 04.02.2012 um 09:14
Liebe(r) ich - mir gehts genau so mit dem Text. Ich erlebe den - auf merkwürdige Weise - als unpassenden, blöden anmaßenden Übergriff.
Das ist doch seltsam.
ich schrieb am 04.02.2012 um 11:23
@Magda
Na ich finde die Argumentationsstruktur etwas abgeschmackt. Erst heisst es, alles kostet ein Heidengeld, dass man sich eigentlich sparen könne (u. a. die Alten werden ja alle immer rüstiger) und als Grund für die scheinbar anscheinend sinnlosen Ausgaben wird dann ein moralischer Ablasshandel insinuiert. Anschliessend wird dann noch einem tatsächlich Betroffenen auf den Kopf gemacht und der "blöde anmaßende Übergriff" fortgesetzt, indem ihm die Worte im Mund (wahrscheinlich nicht richtig gelesen) umgedreht werden, ja seine Aussage, dass nach 25 Jahren Niederflurfahrzeugen immer noch nicht flächendeckend im Einsatz sind, ins Gegenteil verdreht. Wenn man auf dieser Plattform Ähnliches im Themenbereich »Postgender« ablassen würde, dann wäre hier die Hölle los.

Den einzigen Gewinn, den mir der Artikel geboten hat, ist dass mir jetzt einmal von einem Autoren bestätigt wurde, dass die teils schwachsinnigen Überschriften tatsächlich aus der Redaktion kommen.

@DandelionWine
Um in Bezug auf sogenannte behinderte (werdende, weniger seiende) Menschen konkretes zu sagen, müsste ich jetzt auf einiges in meinem privaten Umfeld eingehen, was ich in Online-Diskussionen lieber vermeide.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 04.02.2012 um 13:01
@ Magda

"Das ist doch seltsam."

Nee, wieso bist Du seltsam, geht's noch!
Magda schrieb am 04.02.2012 um 14:21
Na, das ist vielleicht die falsche Vokabel bei mir: Es sollte - eine ironische - Übereinstimmung signalisieren. Mit "ich".
Ein Schelm schrieb am 04.02.2012 um 03:32
Interessanterweise habe ich Herrn Friedrichs Text völlig anders verstanden als die meisten hier.
Ich lese Reflektionen über ein grundsätzliches Thema, die durch Betrachten eines vermeintlich banalen Umstandes oder eines Dinges angeregt wurden.
Für mich geht es in diesem Text nicht um Behinderte oder gar um die These, dass technische Maßnahmen zur besseren Inklusion in Wahrheit ausgrenzen würden.
Ich verstehe die abgesenkte Bordsteinkante als Metapher, als Symbol für eine Dehumanisierung des zoon politikon, also des auf Gemeinschaft angelegten Menschen, durch Ökonomisierung, Dekollektivierung, Individualisierung, vollendet durch optimierte wissenschaftliche und technische Lösungen jeder Art von Problem.
(Von daher verstünde ich Kritik eher, die auf konservativen Kulturpessimismus abhöbe denn auf Behindertenfeindlichkeit o.ä.)

Man könnte dies durch unendlich viele Beispiele belegen, auch und gerade am Beispiel von "Behinderung", aber ich gehe davon aus, dass dies für Leser der dFC unnötig ist. ;)

Verwundert bin ich allerdings, dass der letzte Absatz des Textes von Herrn Friedrich so beharrlich ignoriert wird, obwohl er für mich den Schlüssel zum Verständnis des Gesamttextes sehr deutlich liefert.
Magda schrieb am 04.02.2012 um 09:12
"Ziel ist es, dass wir einander nicht mehr brauchen, der Blinde hat seine Noppenplatte, die Rollstuhlfahrerin hat ihren abgesenkten Bordstein, die Alte hat ihren Bringedienst, der Einsame hat seinen Fernseher. Und mit dieser Vereinzelung verschwindet auch das soziale Gewebe, durch das die Menschen merken würden, dass sie ihre Welt gemeinsam verändern könnten."

Das stimmt ja nicht. Gerade der letzte Satz ist unvollständig gedacht, etwas das mir an Herrn Friedrich die ganze Zeit schon auffällt. Schlampiges, selbstgewisses Herumgedenkel mit moralischem Wir-Gequatsche.

Und dass die Redaktion daraus auch noch eine höchst diskriminierende Überschrift gebastelt hat: Bringdienst für die Alte, das schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 04.02.2012 um 13:18
"Und dass die Redaktion daraus auch noch eine höchst diskriminierende Überschrift gebastelt hat:"

Vielleicht malen die sich ein kurzes Leben aus?

Aber dann hättest Du erst recht Pech gehabt, denn dann können die Dir auch nicht mehr über die Straße helfen. Ja, dann wäre dieser Artikel erst recht für die Katz'. Schon rein prophylaktisch, sollten wir gemeinsam brüllen: "Nieder mit den Bürgersteigen, her mit den Aufzügen!"
g. schrieb am 04.02.2012 um 05:59
Wenn der eigentlich harmloser Gedanke, dass wir allzu oft eine technische Lösung für ein soziales Problem bevorzugen, zu Schnappatmung führt, kann man ja fast auf die Idee kommen, das Jörg Friedrich recht hat mit seiner These:
„Aber wo uns Kerben im Bürgersteig darauf hinweisen, dass wir unsere Hilfe per Steuerzahlung längst geleistet haben, da können wir unbeteiligt beiseite sehen, wenn der weiße Stock tastend nach dem richtigen Weg sucht. Das ist dann längst nicht mehr unser Problem.“
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 07:04
@g.
Wenn der eigentlich harmloser Gedanke, dass wir allzu oft eine technische Lösung für ein soziales Problem bevorzugen, zu Schnappatmung führt, kann man ja fast auf die Idee kommen, das Jörg Friedrich recht hat mit seiner These:

Die entscheidenden Worte sind "wenn" und "fast".

Ciao
Wolfram
Ein Schelm schrieb am 04.02.2012 um 07:56
Meine Vermutung war und wäre ja eher, dass Jörg Friedrich missverstanden wurde - oder er sich nicht hinreichend deutlich ausgedrückt hat.

Ob seine These richtig ist? Nach meiner persönlichen Erfahrung, beruflich wie ehrenamtlich, nach fast 35 Jahren Behindertenarbeit und -pflege eher ja, wenn auch die Formulierungen fragwürdig sind.
Es stimmt schon nachdenklich, wenn die Erfahrungen über die Jahrzehnte immer gleich bleiben.
Ich kann schon nicht mehr zählen, wie oft ich von Freunden/Verwandten/Bekannten/Unbekannten immer diesen Satz gehört habe: "Ich finde es toll, dass du so etwas machst, ich könnte das nicht!" Niemand, wirklich niemand findet das "normal", und die Ehrlicheren geben auch offen zu, dass sie froh sind, dass die Arbeitsteiligkeit sie von derartigen potentiellen Aufgaben entlastet.
Unsicherheit, Scham, Vermeidung von Blickkontakt etc. einerseits, übertriebene Hilfsbereitschaft mit Neigung zur Entmündigung andererseits sind die Reaktion von 95% aller Menschen auf Behinderungen; jedenfalls bei offensichtlichen.
Magda schrieb am 04.02.2012 um 09:15
"Wenn der eigentlich harmloser Gedanke, dass wir allzu oft eine technische Lösung für ein soziales Problem bevorzugen"

Wenn es so einseitig und eindimensional daherkommt, ist es nicht harmlos.
ich schrieb am 04.02.2012 um 11:28
@Ein Schelm
Meine Vermutung war und wäre ja eher, dass Jörg Friedrich missverstanden wurde - oder er sich nicht hinreichend deutlich ausgedrückt hat.

Wenn sich Herr Friedrich undeutlich ausgedrückt hat, oder wie ich sagen würde ein gründliches Denken vermissen liess, dann ist die gegen Ihn vorgebrachte Kritik, nicht weniger, sondern umso mehr gerechtfertigt.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 04.02.2012 um 14:05
"dann ist die gegen Ihn vorgebrachte Kritik, nicht weniger, sondern umso mehr gerechtfertigt."

Leider vergeht kein Beitrag von Herrn Friedrich, wo er oder anderer ihn nicht in Schutz nehmen müsste, "weil er ja eigentlich etwas anderes meinte."

Philosophie, soviel Konsens muss sein, schärt eigentlich die Ureteilskraft.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 04.02.2012 um 14:07
ein anderer
Jörg Friedrich schrieb am 04.02.2012 um 14:27
Helena Neumann, dass Philosophie "eigentlich die Urteilskraft schärft" ist keineswegs Konsens. Alelrdings schärft die Tätigkeit des Philosophierens bestimmt die Urteilskraft. Philosophieren kann allerdings nur jeder selbst, weder die Philosophie, noch die Philosophen sind so etwas wie Dienstleister, die sich sozusagen als Scherenschleifer der Urteilskraft anderer Menschen verdingen. Wenn es hoch kommt, gelingt es von Zeit zu Zeit, jemanden auf den Gedanken zu bringen, dass die Urteilskraft wie ein Messer durch immer gleichen, lang andauernden Gebrauch etwas abgestumpft ist, und dass es an der Zeit wäre, sie wiedereinmal zu schärfen. Aber das muss dann schon jeder selbst machen.
Ullrich Läntzsch schrieb am 04.02.2012 um 14:46
Lieber Jörg Friedrich,

@ Bringdienst für die Alte

es bedarf sicher keinem, weder scheren noch anderweitig geschliffenen Verstande, um sich ein Urteil über den Titel zu erlauben. Ich unterstelle Ihnen wie gesagt - um 14:31 - nur einen Tippfehler ...

Allerbeste
Ullrich Läntzsch
Joachim Petrick schrieb am 04.02.2012 um 11:07
Lieber Jörg Friedrich,
klingt nicht allein schon die Wahl Ihres Titels für diesen Artikel
"Bringdienst für die Alte"
statt vielleicht"
Bringdienst für Alte"
frauendiskrimierend?, so als ob Hilfeabhängigkeit grundsätzlich weiblich wäre?
Ehemaliger Nutzer schrieb am 04.02.2012 um 14:09
@ Petrick
frauendiskrimierend?, so als ob Hilfeabhängigkeit grundsätzlich weiblich wäre?

Ja, dass sehen Sie richtig. Das ärgert Frau"
Ullrich Läntzsch schrieb am 04.02.2012 um 14:31
Da mußte ich jetzt tatsächlich nachsehen, weil ich es nicht glauben wollte, aber richtig ... Da muß ich einmal wieder mehr zu schnell gelesen haben, denn es fiel mir nicht auf.

Vielleicht bin ich zu großmütig, aber könnte es nicht einfach ein Tippfehler sein, dem das N zum Opfer fiel. Denn daß Herr Friedrich tatsächlich hier sich als geistiger Neanderthaler out möchte ...

Also schenke ich ihm hier ein kleines n zum gefälligen Gebrauch. Denn er könnte, wenn er wollte, dies nun nehmen und sich zur Korrektur bequemen. Ich warte auf das ups, pardon, oder auch klammheimlich, wie auch immer nur er sollte es schon tun.

Bis dahin allerseits Allerbeste
Euer Ullrich Läntzsch
KarinL. schrieb am 04.02.2012 um 11:53
Der Kapitalismus braucht keine menschliche Zuwendung, geschweige denn ein soziales Miteinander. Was der Kapitalismus braucht ist eine gut funktionierende Wirtschaft, funktionierende Menschen(Arbeitskräfte), die entsprechende Zielgruppen "belohnt".

Insofern hat der Autor des Artikels vollkommen recht! Auch Sozialverbände werden von Interessengruppen geleitet und denken in marktwirtschaftlichen Zügen. Das beste Beispiel sind Altenheime, in denen der Mensch nur noch MIT MÖGLICHST GERINGEN KOSTEN, DAFÜR ABER MEHR MIT GEWINN, aufbewahrt wird. Auch soziale Verbände haben in diesem Rechtssystem nämlich genug Möglichkeiten ihren Gewinn zu verschleiern, dass es dann letztendlich wieder "sozial" ist. Man lese auch dazu bei Wikipedia nach, wozu Vereine ins Leben gerufen werden. Zumal es auch immer um die Erhaltung von Arbeitsplätzen geht. Soziale Verbände haben heute auch eine gewisse Macht und Einfluß, der nur allzugerne unterschätzt wird. Und das gerade für Behinderte, Senioren ein ganzer Industriezweig entstand (bewusst gesteuert), wird auch zu gerne vergessen. Von Nächstenliebe und Zuwendung jedenfalls keine Spur.

Für mich verkümmert der Mensch sozial wie emotional, was ja auch junge Menschen heute vielfach belegen. In dem ihr Einfühlungsvermögen, ihr Respekt und die Achtung vor dem Anderen verloren gegangen ist. An dieser
Stelle tritt der Ellenbogen und der Narzissmus. Der Mensch wurde doch schon lange ökonomisiert. Die Zukunft einer egoistischen Gesellschaft kann sich jeder alleine ausmalen.
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 22:53
@KarinL.
Der Kapitalismus braucht keine menschliche Zuwendung, geschweige denn ein soziales Miteinander. Was der Kapitalismus braucht ist eine gut funktionierende Wirtschaft, funktionierende Menschen(Arbeitskräfte), die entsprechende Zielgruppen "belohnt".

Insofern hat der Autor des Artikels vollkommen recht!


Insofern hätte der Autor recht gehabt, wenn er denn so was geschrieben hätte. Tatsächlich geschrieben hat er, daß technische Hilfsmittel, die Behinderte in die Lage versetzen, auch ohne fremde Hilfe klarzukommen, solidarisches Verhalten be- oder gar verhindern.
Wenn die Pferde Katzen wären könnten wir auf den Bäumen reiten.

Ciao
Wolfram
KarinL. schrieb am 05.02.2012 um 22:43
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 22:53

"Insofern hätte der Autor recht gehabt, wenn er denn so was geschrieben hätte. Tatsächlich geschrieben hat er, daß technische Hilfsmittel, die Behinderte in die Lage versetzen, auch ohne fremde Hilfe klarzukommen, solidarisches Verhalten be- oder gar verhindern.
Wenn die Pferde Katzen wären könnten wir auf den Bäumen reiten."

Ich merke schon, lieber Wolfram, das Sie ein wahrer Tierliebhaber sind...da haben wir ja dann etwas gemeinsam :-)
Wolfram Heinrich schrieb am 06.02.2012 um 00:42
@KarinL.
"Wenn die Pferde Katzen wären könnten wir auf den Bäumen reiten."
Ich merke schon, lieber Wolfram, das Sie ein wahrer Tierliebhaber sind...da haben wir ja dann etwas gemeinsam :-)


Mit Pferd oder Katze kann ich nicht dienen, aber mit Hund.
derfranzehatgsagt.blogspot.com/2010/08/gehorche-du-hund.html

Ciao
Wolfram
KarinL. schrieb am 04.02.2012 um 12:11
Ich finde den Artikel sehr gut. Zumal er auch etwas ganz anders suggerieren soll als das, was so viele hier anprangern!

Oder tummeln sich hier schon so viele Egoisten? Sich anderen Menschen zu zu wenden zeugt von Empathie, die ja leider schon lange verloren gegangen ist! Vorallem stecken doch hinter Bordsteinabsenkungen ganz andere Interessen dahinter! Ich wüsste nicht, dass die Hälfte der Bevölkerung blind und gehbehindert geworden ist. Staistiken geben auch nur das wieder, was man beabsichtigen will.
luzieh.fair schrieb am 04.02.2012 um 13:29
"Vorallem stecken doch hinter Bordsteinabsenkungen ganz andere Interessen"

Ja Katrin, in erster Linie die Interessen von Behinderten-Beiräten, in in Komunen und Städten oft Jahrelang für Barrierefreiheit kämpfen müssen/mussten...
luzieh.fair schrieb am 04.02.2012 um 13:45
"die in Kommunen und Städten..."
KarinL. schrieb am 04.02.2012 um 17:17
@luzieh.fair

genau...nämlich wie Sie so schön formulierten! Interessen, was nun wirklich nichts mit sozialem zu tun hat!!

Wie bereits geschrieben...Öffentliche Gebäude müssen immer Behindert frei zugänglich sein. Dazu zähle ich auch Kultur. Nur wird aus den Interessen eben ein rein wirtschaftl. Aspekt. Dahinter stecken ganz andere Macher als die Verbände. Noch nie etwas von Netzwerken gehört? Oder lesen Sie Krysmanski, wie der Kapitalismus funktioniert.
luzieh.fair schrieb am 04.02.2012 um 18:54
Haben Sie das auch in lang?
Ich fühl mich grad, wie früher am Mittagstisch, wenn mein Bruder mir meine Uninformierteit vorgeworfen hat: "du hast wohl noch nie was xyz gehört, was?", weil er in einer Phase war, in der man vermeindlich "schwächere" abwerten musste, um sich selbst auf einem Podest zu sehen.

Wenn ich nicht von der Seite angepöbelt werde, dann diskutiere ich gerne und informiere mich auch in andere Richtungen, aber in so einem Ton mit Stichworten um sich zu werfen, soll wohl nur bewirken, dass der Diskussionspartner die Klappe hält oder?

Also: erklärten Sie, was Sie sagen wollen.
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 22:56
@KarinL.
Sich anderen Menschen zu zu wenden zeugt von Empathie, die ja leider schon lange verloren gegangen ist!

Ist irgendwer an Empathie gehindert, wenn Rollstuhlfahrer sich auch ohne fremde Hilfe bewegen können?

Vorallem stecken doch hinter Bordsteinabsenkungen ganz andere Interessen dahinter! Ich wüsste nicht, dass die Hälfte der Bevölkerung blind und gehbehindert geworden ist.

Was empfehlen Sie? 2 % Blinde in der Bevölkerung (die Zahl ist willkürlich gewählt), also machen wir nur an 2 % der Ampeln diese Summer hin?

Statistiken geben auch nur das wieder, was man beabsichtigen will.

Diesen Satz sollte ich mir eigentlich notieren, damit ich ihn zur Hand habe, wenn Sie bei anderer Gelegenheit mit Statistiken argumentieren.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 10:16
@KarinL.
Oder lesen Sie Krysmanski, wie der Kapitalismus funktioniert.

Lesen Sie das:
derfranzehatgsagt.blogspot.com/2011/06/lies-bitte.html

Ciao
Wolfram
luzieh.fair schrieb am 05.02.2012 um 13:43
"Lesen Sie das:
derfranzehatgsagt.blogspot.com/2011/06/lies-bitte.html"

Das gefällt mir.
KarinL. schrieb am 05.02.2012 um 20:57
Lieber Wolfram,

ich hab es gelesen. Es ändert aber nichts an meiner Meinung, dass viele anscheinend hier nicht verstehen worum es Jörg Friedrich geht. Für mich ist der letzte Absatz ausschlag gebend und sagt das Wresentliche des Artikels aus. Vielleicht fehlt es mir aber nur am Intellekt dies zu beurteilen ;-) (das war Selbstironie)

Ich finde es schon ziemlich anmaßend wie Leute hier meine zu wissen was seinem Gegenüber, hier die Behinderten, gut tut. Das hat für mich tewas mit Macht und Pauschalisierung zu tun. Und auch wenn hier Behinderte Kommentare schreiben ist das doch subjektiv. Fakt ist nunmal, dass auch soziale Verbände den Staat gerne zur Kasse bitten nicht weil soziale Interessen dahinetr stehen, sondern eben Geld und die Erhaltung von Arbeitsplätzen. Und Fakt ist auch, was ich bereits weiter oben erwähnte.

Sich mit absenkenden Bordsteinkanten usw. sich eine heile, soziale Welt vorzugauckeln zeugt von mir nicht gerade von emotionaler Intelligenz. Was Herr Friedrich ansprechen will, ist das zwischenmenschliche Miteinander. Das nämlich, wie JF zurecht aufzeigte, durch techn. Lösungen alleine eben nicht vorhanden ist!

Sehen Sie sich doch mal ein paar Filme zu diesem Thema an. So z.Bsp. Sommer vorm Balkon oder die Kunst des negativen Denkens! Oder eben der gerade im Kino läuft...Ziemlich beste Freunde...diese FILME zeigen sehr gut die ach so soziale Gesellschaft auf. Eine Gesellschaft, die sich hinter techn. Problemlösungen versteckt und das soziale Miteinander längst verlernt hat!

Und nur darum geht es Jörg Friedrich....und nicht um Bordsteinkanten für Behinderte. Con Creatio hat dies sehr gut in seinem obigen Kommentar ausgedrückt!
KarinL. schrieb am 05.02.2012 um 21:01
@Wolfram Heinrich,

ich bitte darum sich alles was mich betrifft gründlich zu notieren :-)....

Es geht im Artikel doch gar nicht um Zahlen. Es geht ums Prinzip. Nämlich das man mit techn. Lösungen kein soziales Miteinander schafft. Was nicht heißt techn. Lösungen gänzlich abzuschaffen!

Im übrigen bitte ich Sie meine Kommentare, und zwar alle zu lesen.
Wolfram Heinrich schrieb am 06.02.2012 um 00:27
@KarinL.
Es ändert aber nichts an meiner Meinung, dass viele anscheinend hier nicht verstehen worum es Jörg Friedrich geht.

Ich wäre fürs erste schon mal ganz zufrieden, wenn ich den Eindruck hätte, daß Jörg Friedrich weiß, worum es ihm geht.

Für mich ist der letzte Absatz ausschlaggebend und sagt das Wesentliche des Artikels aus.

Das fürchte ich auch. Dort heißt es: "Wir nehmen unsere Verantwortung für den Anderen wahr, indem wir für jedes Problem, das menschliche Zuwendung erfordert, eine technische Lösung finden. Ziel ist es, dass wir einander nicht mehr brauchen, der Blinde hat seine Noppenplatte, die Rollstuhlfahrerin hat ihren abgesenkten Bordstein, die Alte hat ihren Bringedienst, der Einsame hat seinen Fernseher."
Damit wir uns richtig verstehen: Natürlich ist es nicht der richtige Weg, eine technische Lösung für Probleme zu finden, die eigentlich zwischenmenschliche Zuwendung erfordern. Dies am Beispiel der Noppenplatte oder des abgesenkten Bordsteins festzumachen ist allerdings, mit Verlaub, hirnblöd. Die Noppenplatte, der abgesenkte Bordstein und die Blindenampel sind nämlich auch dann ausgesprochen sinnvoll, wenn wir in einer Gesellschaft leben würden, in der wir uns alle ganz wahnsinnig schrecklich liebhaben würden. Auch in einer Gesellschaft, in der das Bitten um Hilfe ganz selbstverständlich wäre und Hilfe ebenso selbstverständlich gewährt würde, ist es eine ausgesprochen feine Sache, wenn das um Hilfe bitten möglichst selten notwendig wäre, jeder also so weit wie nur immer möglich selber klar käme. Ich habe versucht, das am Beispiel der Paarbeziehung klar zu machen, die umso besser läuft, je weniger man sich im Grunde braucht.
Um es nochmal klar zu sagen (und damit möchte ich eigentlich das leidige Thema abschließen): Wenn es nur darum gegangen wäre, festzustellen, daß diese Gesellschaft keine solidarische ist, daß sie Vereinzelung, Isolation und Einsamkeit fördert, dann hätte sich kein Schwein darüber aufgeregt. Diese - im Grund banale - Feststellung wäre mit zwei, drei Kommentaren abgenickt worden.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 06.02.2012 um 00:28
@KarinL.
ich bitte darum sich alles was mich betrifft gründlich zu notieren :-)....

So weit möchts kommen, daß ich mir hier Dossiers über die Leute anlege. Ich verliere allmählich sogar den Überblick, was ich geschrieben habe.

Ciao
Wolfram
KarinL. schrieb am 06.02.2012 um 11:26
Wolfram Heinrich schrieb am 06.02.2012 um 00:27

"....wenn wir in einer Gesellschaft leben würden, in der wir uns alle ganz wahnsinnig schrecklich liebhaben würden. "

Ohh...haben Sie eine Liebesphobie??

Zu den techn. Lösungen bestimmter Probleme hatte ich mich schon weiter oben geäussert! Wenn Sie dies nicht richtig lesen, so haben nur SIE das alleine zu verantworten. Denn kein Mensch hat was gegen Blindenampeln oder Bordsteinabsenkungen.

Ja ja, man(n) liest immer das heraus, was einem in den Kram passt...gelle ;-)
KarinL. schrieb am 06.02.2012 um 11:31
Wolfram Heinrich schrieb am 06.02.2012 um 00:28

"So weit möchts kommen, daß ich mir hier Dossiers über die Leute anlege. Ich verliere allmählich sogar den Überblick, was ich geschrieben habe."

Wieso, arbeiten Sie denn nicht für den VS ?...Ich bin empört, wenn wir nicht mehr überwacht werden. Ordnung muß schliesslich sein. Denn alleine die Gründlichkeit macht einen Deutschen ja doch erst aus. Wobei ich erst gestern gelesen hatte, dass die Deutschen ein total Angstvolles Völkchen sind. Da ist was drann, denn nicht umsonst haben die Versicherungen soviel Zulauf. Jetzt weiß ich auch, warum noch keiner auf der Straße ist um endlich mal für Demokratie zu demonstrieren.
tlacuache schrieb am 04.02.2012 um 12:30
..."Verwundert bin ich allerdings, dass der letzte Absatz des Textes von Herrn Friedrich so beharrlich ignoriert wird, obwohl er für mich den Schlüssel zum Verständnis des Gesamttextes sehr deutlich liefert."....
Also noch mal der letzte Absatz:

"Und mit dieser Vereinzelung verschwindet auch das soziale Gewebe, durch das die Menschen merken würden, dass sie ihre Welt gemeinsam verändern könnten."

Oohh, ich kenne in meinem neuen Kulturkreis Grossfamilien, gleich 400 Mann, die halten zusammen wie Pech und Schwefel, tun aber fuer die Zukunft ihrer Enkel soviel wie Ein Diesel BJ. 1955 für die Umwelt...

Artikel Kommentieren:


Klar, nur am Donnerstag...
KarinL. schrieb am 04.02.2012 um 17:19
Na wer hätte das gedacht @tlacuache...es gibt noch Großfamilien in Deutschland...
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 18:13
@KarinL.
Na wer hätte das gedacht @tlacuache...es gibt noch Großfamilien in Deutschland...

Die Beutelratte lebt nicht in Deutschland, sondern in Mexiko.

Ciao
Wolfram
KarinL. schrieb am 06.02.2012 um 11:34
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 18:13

Die Beutelratte lebt nicht in Deutschland, sondern in Mexiko.

Sind Sie jetzt auf Kleintiere umgestiegen? Ach nein, Sie sind ja Hobbyzoologe ;-)
Wolfram Heinrich schrieb am 06.02.2012 um 11:49
@KarinL.
"Die Beutelratte lebt nicht in Deutschland, sondern in Mexiko."

Sind Sie jetzt auf Kleintiere umgestiegen? Ach nein, Sie sind ja Hobbyzoologe ;-)


Die Bemerkung bezog sich auf den User tlacuache. Tlacuache ist das spanische Wort für Opossum, also eine Art der Beutelratten.
Und, ja, auch der User tlacuache lebt in Mexiko.

Ciao
Wolfram
Nashira schrieb am 04.02.2012 um 12:31
Wäre die Zeit nicht so knapp, würde ich Sie gern höchstpersönlich einladen: ich schiebe nämlich heute um 15.15 wieder eine Rollstuhlfahrerin. Ich würde Ihnen schrecklich gern demonstrieren, wo ich herfahren MUSS und womit ich zu kämpfen habe, wenn ich zu den nächsterreichbaren Läden will.
Hilfe von außen: Ich wette, die bekomme ich nicht - es sei denn, ich klingele ausdrücklich an Haustüren und bettele mir die Hilfe zusammen.

Am besten lässt sich das Thema nämlich nicht beschreiben, sondern alleinn erleben. Und möglichst mehrfach, damit man eine gesunde Sicht darauf erhält.

Wenn Sie mich treffen wollen, schreiben Sie gern eine Nachricht. Mal schauen, ob das Thema dann anhand ganz konkreter Erfahrungen nicht doch ein wenig anders angepackt wird.
Es geht doch einfach nichts übers Erleben und Tun!
Jörg Friedrich schrieb am 04.02.2012 um 12:50
Liebe Kommentatoren,

ich bin froh, dass ich letztlich wirklich alle Kommentare gelesen habe, die hier in den letzten Stunden eingegangen sind. Vielleicht wäre es besser gewesen, nicht in jeder Einzeldiskussion gesondert zu antworten sondern die Antworten am Ende zu geben, so ist es vielleicht etwas unübersichtlich geworden und einige meiner Reaktionen könnten übersehen worden sein.

Kommentare sagen ja oft mehr über den, der kommentiert als über den Text, der kommentiert wird. Interessant ist dann auch für mich als Autor, welche Intentionen mir zugeschrieben werden. Natürlich liegt das zum Teil immer daran, dass man sich missverständlich ausdrückt, andererseits gibt es wohl nur wenige Situationen, in denen man sich vollständig klar ausdrücken kannn. Es ist dann auch immer die Frage, was der Leser - auch in der Betrachtung der Gesamtsituation und des Umfeldes - interpretiert. Wundert man sich z.B. darüber, dass ein bestimmter Text in einem vertrauten Umfeld veröffenlticht wird, dann kann man einerseits seine bisherige positive Meinung über das Umfeld infrage stellen, man kann aber auch die eigene Meiung oder die eigene Interpretation des Textes fragwürdig machen. Das ist die Entscheidung des Lesers.

Natürlich bin ich auch froh, dass sich am Ende einige Kommentatoren gemeldet haben, die meine Intention so verstanden haben, wie sie gemeint war - nicht so sehr, weil ich daraus ableite, mich wohl doch richtig ausgedrückt zu haben, sondern weil sie den entscheidenden Gedanken, der mich zum Schreiben dieses Textes veranlasst hat, noch einmal betont haben.

Für mich ist nämlich nicht die Frage entscheidend, ob Bordsteinabsenkungen, Noppenplatten, Bringedienste notwendig sind, sondern warum sie notwendig sind und warum sie offensichtlich immer notwendiger werden. Das bringt mich auch die Frage, wie sich die Gesellschaft verändert, wenn sie eben nur auf technische Lösungen setzt. Ich muss gestehen, dass eine Reihe von Kommentaren, mit deren Schärfe ich nicht gerechnet hatte, mir auf diese Frage eine bedenkliche Antwort gibt.
Magda schrieb am 04.02.2012 um 14:26
"Für mich ist nämlich nicht die Frage entscheidend, ob Bordsteinabsenkungen, Noppenplatten, Bringedienste notwendig sind, sondern warum sie notwendig sind und warum sie offensichtlich immer notwendiger werden. Das bringt mich auch die Frage, wie sich die Gesellschaft verändert, wenn sie eben nur auf technische Lösungen setzt. Ich muss gestehen, dass eine Reihe von Kommentaren, mit deren Schärfe ich nicht gerechnet hatte, mir auf diese Frage eine bedenkliche Antwort gibt."

Selig sind die Selbstgewissen, denn ihnen bleiben Zweifel erspart - Amen.

Sie haben nichts verstanden. Gar nichts.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 04.02.2012 um 14:45
Tja, ich bleibe dabei, Herr Friedrich, kann nichts dafür, er denkt wie er denkt.
Anders verhält es sich mit der Alltagsredaktion, die diesen Dummkram durchgehen lässt.

Wenn mich etwas verärgert, dann ist es das! Der Leser= der Depp

Vielleicht sind die ja auf der richtigen Seite, die schreien, wer sich um Print schert, sei "back in time".
DandelionWine schrieb am 04.02.2012 um 16:30
@Helena Neumann schrieb am 04.02.2012 um 14:45

"Tja, ich bleibe dabei, Herr Friedrich, kann nichts dafür, er denkt wie er denkt.
Anders verhält es sich mit der Alltagsredaktion, die diesen Dummkram durchgehen lässt."


Na wenn solche menschenverachtende Äußerungen der Netiquette und dem konstruktiven Miteinander entsprechen sollten...
KarinL. schrieb am 04.02.2012 um 16:41
Lieber Herr Friedrich,

da können Sie mal sehen wie weit diese Gesellschaft schon ins abseits des sozialen getrifftet ist. Wenn hier so einige nicht mehr den eigentlichen Gedanken des Artikels verstehen, sich in den Autor hineinversetzen können. Tja, fehlende emotionale Intelligenz ist eben Mangelware in der Gesellschaft. Das nämlich beklagen die Psychologen und Sozialwissenschaftler schon lange. Und deswegen brauchen wir ja auch techn. Lösungen dafür. Weil der Mensch nicht mehr fähig zur Empathie. Traurig aber wahr...

Die meißten lesen hier nur negatives, was die Behinderten betrifft, heraus. Anstatt sich wirklich mit dem Thema zu beschäftigen!
Columbus schrieb am 04.02.2012 um 17:59
Es ist doch weder die Überschrift, noch die Sachlage, noch die Interpretation Foucaults, lieber Herr Friedrich, die hier berechtigt aneckt. Es ist schlichtweg die ganze Kolumne, die eben nicht trifft, nicht passt und keine Hilfe ist.

Hinzu kommt, dass Sie es sich angelegen sein lassen, vom hohen Ross herab die armen Lesekinder, die doch viel lesen, wie ich merke, auf ihr beständiges Verlesen hinzuweisen, sie selbst sich aber partout beim Lesen nicht helfen lassen wollen. - Das ist, mit Verlaub, nicht philosophisch, nicht philologisch und auch nicht gipfelstürmend kolumnistisch und widerlegt ihr pädagogisches Momentum.

Ich finde, da gibt es dann, wie beim griechischen Symposion, nur noch eine Chance für den Leser. Er sollte "aushumpen", seinen Krater abstellen, aufstehen und gehen. D.h., weil das ja so nicht geht, Sie einfach mit ihrer Meinung alleine lassen.

Der dF-Leser wird auch das verschmerzen, ein paar wird es sogar auch freuen und so gar nicht reuen, und einige wenige, haben auch jenseits der 100 Beiträge hier, noch Hoffnungen für das nächste Mal.

"Adschee" und Helau
Christoph Leusch
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 23:04
@Jörg Friedrich
Für mich ist nämlich nicht die Frage entscheidend, ob Bordsteinabsenkungen, Noppenplatten, Bringedienste notwendig sind, sondern warum sie notwendig sind und warum sie offensichtlich immer notwendiger werden.

Bordsteinabsenkungen und Noppenplatten sind not-wendig, weil sie die Not vieler Menschen wenden, weil sie diesen Menschen ermöglicht, bestimmte Situationen aus eigener Kraft zu meistern.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 10:10
@DandelionWine
Na wenn solche menschenverachtende Äußerungen der Netiquette und dem konstruktiven Miteinander entsprechen sollten...

Gottchen, "menschenverachtend". Ob's nicht auch ein bisserl kleiner gingerte?

Ciao
Wolfram
Jörg Friedrich schrieb am 05.02.2012 um 15:03
Christoph Leusch, es gibt bei mir - einer der offensichtlichen Unterschiede zwischen uns - kein "pädagogisches Momentum"
DandelionWine schrieb am 05.02.2012 um 16:36
@Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 10:10

"Gottchen, "menschenverachtend". Ob's nicht auch ein bisserl kleiner gingerte?"

Nein, es geht nicht kleiner, weil ich es menschenverachtend finde, was hier abgezogen wird. Nebenbei bemerkt: Es wurden viele Blogger schon für kleinere Verfehlungen ermahnt oder gesperrt. Und ihnen hinterher wurde gelästert.
DandelionWine schrieb am 05.02.2012 um 16:55
@Columbus schrieb am 04.02.2012 um 17:59

"Hinzu kommt, dass Sie es sich angelegen sein lassen, vom hohen Ross herab die armen Lesekinder, die doch viel lesen, wie ich merke, auf ihr beständiges Verlesen hinzuweisen, sie selbst sich aber partout beim Lesen nicht helfen lassen wollen. - Das ist, mit Verlaub, nicht philosophisch, nicht philologisch und auch nicht gipfelstürmend kolumnistisch und widerlegt ihr pädagogisches Momentum."

Sehr geehrter Herr Leusch,

Sie scheinen Gefallen daran zu finden, die Sachen zu verdrehen (so wie es vor Kurzem im Blog von Streifzug war). Nicht Herr Friedrich redet hier vom hohen Ross herab, sondern die Sache ist genau umgekehrt: So wird mit ihm geredet... zumindest von einigen KommentatorInnen.

Stellen Sie sich vorm Sie würden offline mit einer Gruppe von Menschen diskutieren, die Ihre Meinung nicht teilen. Ihrer Meinung wird eine andere Meinung entgegengesetzt, Sie fragen nach den Belegen (Studien), und es wird Ihnen ins Gesicht geschleudert: Ach, natürlich könnte ich Ihnen die Studien um die Ohren hauen, aber Sie werden sie sowieso nicht verstehen, also hat es auch kein Sinn. Wie wäre es für Sie, wenn in Ihrer Anwesenheit (!) zwei (oder mehrere) Diskutanten über Sie in dritter Person reden, und zwar folgendermaßen: Es hat kein Sinn, ihm etwas zu erklären, er begreift sowieso gar nichts? Wie wäre es für Sie, wenn Ihre Meinung ganz laut als "Dummkram" abgestempelt wird? Das sind jetzt nur ein paar Beispiele aus der Diskussion, die hier in diesem Strang stattfindet, aber Herr Friedrich hat inzwischen viel mehr abbekommen als nur diese paar Sachen. Worauf er sehr ausgeglichen und vernünftig reagierte (na ja, muss er auch, ist ja sein Arbeitsplatz). Und dann kommen Sie und werfen ihm vor, dass er vom hohen Ross herab redet?
Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 20:03
@DandelionWine
Nein, es geht nicht kleiner, weil ich es menschenverachtend finde, was hier abgezogen wird.

Paß bloß auf! Wenn du für jeden Muckenschiß, für jede Unhöflichkeit gleich in die ganz große Kiste greifst und dies als "menschenverachtend" einstufst, dann fehlen dir ganz schnell die entsprechenden Kategorien und Wörter, um wirklich menschenverachtendes Verhalten noch zu bezeichnen.
Geh sorgsam mit den Wörtern um, Wörter sind ganz schnell abgelutscht und unbrauchbar, wenn man nicht höllisch aufpaßt.

Ciao
Wolfram
KarinL. schrieb am 05.02.2012 um 21:10
@Magda,

na wie schön, dass wenigstens so einige hier ganz genau wissen worum es geht und keine Zweifel haben.
KarinL. schrieb am 05.02.2012 um 21:16
@Wolfram Heinrich,

jetzt enttäuschen Sie mich aber...schade...wo Sie doch gerade auf Wörter solch großen Wert legen.
Columbus schrieb am 05.02.2012 um 23:36
ad DandelionWine, 05.02.2012,um 16:55

Das liebe DandylionWine,

können Sie meinetwegen vorwerfen, wem Sie es vorwerfen wollen, mir jedenfalls nicht.

Herr Friedrich ist auf meine ziemlich exakte Beschreibung dessen, was sich die Betroffenen in großer Mehrheit in D. wünschen, was auch internationaler Standard in dieser Angelegenheit ist, und was Foucault, zur Überzeugng der meisten Interpretatoren seiner Philsophie angeht, plus den von ihm selbst daraus abgeleiteten Praxisbezug, gar nicht eingegangen!

Mit Verlaub, erlaube ich es mir, aus den o.g. Sachargumenten heraus, die These Herrn Friedrichs für komplett falsch und wenig durchdacht, -nicht für dumm-, zu erachten.

Zu seiner Person haben ich nichts gesagt und es ist zumindest löblich, überhaupt hier zu antworten. - Ich finde aber, dass ein Kolumnist sich mehr anstrengen muss, keinen Mist zu schreiben und vor allem nicht einfach die Thesen eines Philosophen so zu verdrehen. Ihm wurde hier ein Privileg eingeräumt, Kolumnen zu schreiben, die im Print nicht einmal einen Widerspruch direkt darunter zulassen. So wird nicht nur eine hanebüchene Ansicht zur Stadtplanung und Stadtgestaltung verbreitet, sondern auch noch eine falsche Ansicht des Foucaultschen Denkens gestreut.

Nochmals:

Die These, der behinderten- und familiengerechte, barrierefreie Stadtumbau ließe sich, mit dem Kronzeugen Foucault im Gepäck, als Teil eines Entsolidarisierungs- und reinen Technokratiesystems verstehen, welches Kontakte, Zuwendung und soziale Beziehungen ersetze, ist ausgemachter Quark, Bullshit, Ausdruck von Denkfaulheit und Schnellschreibe. - Der einzige erkennbare Zweck der Übung, viele Klicks durch Antagonisierung. - Der Stil der Kolumne entspricht übrigens genau dem Gegenteil des philosophischen Staunens (auch das ist ein philosophisch-historischer Begriff), das hier doch vorgeblich den Grundtenor der Kolume bilden sollte.

Richtig ist hingegen das glatte Gegenteil.
Ich bringe dafür Beispiele, erkläre auch den Anlass und den Bezug der genannten Foucault-Schriften, empfehle Lektüre und rate, sich Anlass und Inhalt der Barcelona-Erklärung anzusehen.

Herr Friedrich anwortet auf die Argumente mit Weiterungen, die mit dem ursprünglichen Thema der Kolumne nix zu tun haben und er macht sich dann über seine Leser lustig, nur weil er auch einige, das ist nun ´mal so die Regel der Vielfalt, gefunden hat, die seine Oberflächlichkeiten ganz toll finden. Bitteschön!

Hier lassen sich nur Meinungen äußern. Aber gehen Sie einmal in einen städtischen Beirat oder zu den Betroffenen mit den hier geäußerten Thesen und Sie werden sicher wie ein Weltwunder bestaunt, wenn Sie es ernst meinen, aber bestimmt nicht sehr geschätzt.

Besonders übel nehme ich Herrn Friedrich den Rekurs auf Foucault, weil der nun wirklich genau das Gegenteil schrieb und das Gegenteil von Herrn Friedrichs These lebte.

Gute Nacht und gute Woche
Christoph Leusch

PS: Argumente die nicht ausgeführt sind, hinterlassen in einem Blog-Thread immer ein Geschmäckle. Daher Blog-Streifzug dort abhandeln und hier zum Thema diskutieren. Danke.
Wolfram Heinrich schrieb am 06.02.2012 um 00:31
@KarinL.
jetzt enttäuschen Sie mich aber...schade...wo Sie doch gerade auf Wörter solch großen Wert legen.

Wenn ich jetzt noch wüßte, womit ich Sie enttäusche.
Ich muß mich jetzt mal selber anpreisen. Ich mein, wie komfortabel ich es für den Leser einrichte, indem ich zu jedem Kommentar meinerseits auch noch angebe, worauf ich mich mit diesem Kommentar beziehe.
Alle mal überdenken dies.

Ciao
Wolfram
DandelionWine schrieb am 06.02.2012 um 00:58
Ach Christoph, Sie kennen solche Worte wie Mist und Bullshit? Das macht Sie plötzlich so sympathisch menschlich...

"Das liebe DandylionWine,

können Sie meinetwegen vorwerfen, wem Sie es vorwerfen wollen, mir jedenfalls nicht."


Okay, das ist richtig. Die Sache ist aber, dass Sie vorher nicht über sich konkret geschrieben haben, sondern im Plural, wie z.B. hier: "Hinzu kommt, dass Sie es sich angelegen sein lassen, vom hohen Ross herab die armen Lesekinder, die doch viel lesen, wie ich merke, auf ihr beständiges Verlesen hinzuweisen, sie selbst sich aber partout beim Lesen nicht helfen lassen wollen. - Das ist, mit Verlaub, nicht philosophisch, nicht philologisch und auch nicht gipfelstürmend kolumnistisch und widerlegt ihr pädagogisches Momentum."

Das lässt denken, dass Sie nicht (nur) für sich persönlich sprechen, sondern auch für die anderen Kritiker von Herrn Friedrich. Daher war meine Antwort, die sich auf die anderen Kritiker von Herrn Friedrich bezog.

Ihnen auch gute Nacht und gute Woche

Lara
KarinL. schrieb am 06.02.2012 um 11:37
Wolfram Heinrich schrieb am 06.02.2012 um 00:31

"Wenn ich jetzt noch wüßte, womit ich Sie enttäusche. Ich muß mich jetzt mal selber anpreisen. Ich mein, wie komfortabel ich es für den Leser einrichte, indem ich zu jedem Kommentar meinerseits auch noch angebe, worauf ich mich mit diesem Kommentar beziehe.
Alle mal überdenken dies."

Ach, Denken ist hier auch noch angesagt...na dann bin ich aber total überfordert...Ich dachte immer in der Community gehts nur um das Ausfüllen von leeren Seiten.
tlacuache schrieb am 04.02.2012 um 13:23
das ist nicht mehr zum aushalten:
jetzt gibt es nur noch kleinschrift, aus zeitgruenden:
sie haben mit ihrem artikel den motor angeworfen,
dafuer kam die quittung.

man muss behinderten die moeglichkeiten geben ihr heft selbst in die hand zu nehmen!!!
mit ALLEN technischen hilfsmoeglichkeiten 2012!!!

in einem fall hat mich ein querschnittsgelaehmter prokurist als freelancer verdonnert, ihn im rollstuhl durch den regenwald zu schieben, da war ich das kleine arschloch, der konnte mich frohgemut durch stock und stein und scheuchen, sein gutes recht, der ZAHLTE naemlich dafuer sehr viel geld.
der andere fall handelt von einem SEHR sehbehinderten Pärchen, die verdienten ungefaehr 5 x soviel wie ich als "gesunder" und haben mich ebenfalls als freelancer engagiert, denen musste ich im 3. weltland alle "Noppeln" an denkmaelern zeigen und erklaeren, und wehe, ich mache es schlecht, da gibt es hinterher reklamationen.

GEBE den "Behinderten" einfach die moeglichkeiten um die "Gesunden" rumkommandieren zu koennen, BESSERE heilung der seelenwunden geht gar nicht, und GLAUBE mir, ich habe das SOO gerne gemacht, mit viel freude, ich habe nur meinen HUT gezogen vor solchen leuten mit SOVIEL willenskraft, ich mit solchen Handycaps und meinem kleinem scheisserle charakter haette mir die kugel gegeben, aber DIE haben TROTZDEM was aus ihrem leben GEMACHT,
und dann kommt SO ein ARTIKEL, einfach PEINLICH
DA hole ich mir GERNE die gelbe karte ab....
dankeschoen
Ullrich Läntzsch schrieb am 04.02.2012 um 13:39
Lieber Jörg Friedrich,

bevor ich Ihren Artikel las, da las ich den Kommentar von tlacuache - 13:23, und dann auch erst noch Ihre darüberstehenden Worte.
Lebhaft kann ich mir die Empörung ausmalen, die sich über Sie ergossen hat. Mit Recht sage ich auch wenn ich Ihnen durchaus glaube, ein solidarischer Mensch zu sein, der seinem behinderten Mitmenschen gern all die konkrete Hilfe gibt, so wie es in dieser Gesellschaft nicht selbstverständlich ist. Ihre Intentionen in allen Ehren. Auf mich wirkt Ihr Blog aber leider als, von einem zwar wohlwollenden Menschen geschrieben, dem es allein an einer Eigenschaft fehlt, die der Empathie.

Die Frage lautet nämlich nicht, wie viele Bordsteine werde heut im Vergleich zu früher abgesenkt, sondern ganz schlicht und einfach: Wo gibt es noch Bordsteine, die abzusenken sind. Punkt.

Allerbeste
Ullrich Läntzsch
Ehemaliger Nutzer schrieb am 04.02.2012 um 14:08
Danke , lieber Ullrich Läntzsch!
Streifzug schrieb am 04.02.2012 um 14:40
Alle Barrieren müssen weg.
Promt lautet die Devise:

Bordsteinschwalben oder Poppen auf Bürgersteigen
Ehemaliger Nutzer schrieb am 04.02.2012 um 15:05
Wehrter Streifzug!

dFreitagleser wissen mehr!

Wären Sie dFreitag-Leser, was Sie als moderner Zeitgeist ablehnen, dann könnten Sie auf Seite 30 des DF den Erfahrungsbericht unseres neuen dF-Pärchen Lara und Christoph Sonnabend nachlesen: Zwei Normalos, die am Wochende sich einen Nick geben und in Swingerclubs abtauchen. Selbstverständlich behält "Chris" seine Adiletten an. Man darf nicht darüber nachdenken, wie er sich wochentags fühlte mit Fußpilz: irgendwie behindert!
Streifzug schrieb am 04.02.2012 um 15:23
Liebe Helena Neumann,

der Freitag zieht eine Paywall hoch.
Mehr Barriere geht nicht.
Schwalben ziehen weiter,
AdPopper bleiben.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 04.02.2012 um 16:40
Streifzug
Popper ist gut! Dann zieht Klarheit in die Hütte, pardon, ins Holzhaus!

www.youtube.com/watch?v=Meh2ikid604&feature=related
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 16:57
@Helena Neumann
Popper ist gut! Dann zieht Klarheit in die Hütte, pardon, ins Holzhaus!
www.youtube.com/watch?v=Meh2ikid604&feature=related


Ich wußte bislang gar nicht, daß Sir Karl Popper so hübsch singen konnte.

Ciao
Wolfram
Ehemaliger Nutzer schrieb am 04.02.2012 um 18:23
@ Wolfram
"Ich wußte bislang gar nicht, daß Sir Karl Popper so hübsch singen konnte."

Jedenfalls hast Du mitbekommen, dass ich KPopper

meinte, gut so!

Salut
HN
Streifzug schrieb am 04.02.2012 um 20:51
AdPopper, Feind der offenen Gessellschaft und notorischer Verifizierer, wird sich hinter der Paywall sehr wohl fühlen. Insbesondere, weil die wenigsten, die ihn im Munde führen, den Verstand mal haben dran schmecken lassen.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 04.02.2012 um 21:02
@ Streifzug,

da kann man nur hoffen, dass Sie, Freund der "offenen Gesellschaft" und wahrer "KP"-Versteher, vielleicht draußen auf Streife gehen, und notfalls den einen oder anderen, raushauen, wenn es eng wird hinter der pwall.
Streifzug schrieb am 04.02.2012 um 21:11
@Helena Neumann,

nicht in mein neues Profil geschaut?

"Nett war gestern, gerne garstig ..."

Nix raushauen, ich lass alles hinter der Paywall vermodern, dann kann wieder Gras drüber wachsen...
Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 10:17
@Helena Neumann
Jedenfalls hast Du mitbekommen, dass ich KPopper meinte, gut so!

Na ja, nun.

Ciao
Wolfram
DandelionWine schrieb am 05.02.2012 um 18:20
@Streifzug schrieb am 04.02.2012 um 21:11

"Nett war gestern, gerne garstig ..."

Wenn Du garstig bist, wirkst Du besonders reizend nett, Honey... Du BIST einfach nett, wohin kannste dann von U-Boot (also von sich selbst) fliehen?

Jörg Friedrich schrieb am 04.02.2012 um 14:44
Es gibt inzwischen mehrere Stellen in den Kommentaren, die auf einen angeblich frauenfeindlichen Beiklang der Überschrift hinweisen. Wenn die Kritiker bitte einmal den Satz, dem die Überschrift entnommen ist, nachlesen, werden sie feststellen, dass in der Aufzählung zwei männliche und zwei weibliche Fälle vorkommen, zufällig ist es eine Frau, die den Bringdienst hat. Warum soll das in der Überschrift geändert werden?

Ich sage es gern noch einmal: Die Überschrift der Redaktion ist sehr gelungen, auch wenn sie mich beim ersten Lesen ebenfalls überrascht hat. Sie schließt die Klammer und betont, das das Problem sich nicht nur auf Baumaßnahmen für Blinde und Rollstuhlfahrer einengen lässt. Wenn in meinem Text "der Alte" den Bringedienst gehabt hätte und "die Einsame" den Fernseher, wäre die entsprechende andere Überschrift dann "männerfeindlich"? Zudem passt die Überschrift sehr gut zu dem illustrierenden Bild, welches ich ebenfalls für gut ausgewählt halte, in dessen Vordergrund nun einmal eine alte Frau zu sehen ist.
Ullrich Läntzsch schrieb am 04.02.2012 um 15:11
@ JF – Wenn die Kritiker bitte einmal den Satz, dem die Überschrift entnommen ist, nachlesen ...

Welchen Satz soll ich bitte wo nachlesen?

Also Satz, dem die Überschrift entnommen ist

das ist ja nun nur noch albern. Die geistigen Konservendosen aus dem Sie Überschriften entnehmen kann ich nicht kennen, will ich auch nicht kennenlernen, sie sind mir, pardon, schnurz-piep-egal.

Nur was soll das?

Da Sie darauf beharren, kann ich Ihnen nur empfehlen, in einer kleinen privaten Straßen- Kneipentresen-Umfrage Nachhilfe für die Interpretation Ihrer Überschrift Bringdienst für die Alte zu erlangen.

Nein, ehrlich, mir wird es jetzt langsam wirklich zu blöd.

Verabschiedende Grüße
Ullrich Läntzsch
Jörg Friedrich schrieb am 04.02.2012 um 15:20
Entschuldigen Sie, Herr Läntzsch, dass ich angenommen hatte, dass Sie den Artikel, unter dem Sie hier so fleißig kommentieren, gelesen hätten. Der Satz, aus dem die Überschrift entnommen ist, steht nämlich im Artikel selbst - das muss man natürlich als Kommentator nicht wissen, auch nicht gelesen haben. Auch nicht den Kommentar, auf den Sie nun so heftig-verabschiedend reagieren: dort steht nämlich, was ich gern für Sie persönlich noch einmal wiederhole, dass die Überschrift nicht von mir ist, sondern von der Redaktion, es ist also nicht "meine Überschrift", und ich ergänze gern für Sie, dass ich diese Überschrift auch nicht ändern kann, ganz abgesehen davon, dass es keinen Anlass dazu gibt.
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 15:41
@Ullrich Läntzsch
@ JF – "Wenn die Kritiker bitte einmal den Satz, dem die Überschrift entnommen ist, nachlesen ..."

Welchen Satz soll ich bitte wo nachlesen?


Diesen Satz: "Ziel ist es, dass wir einander nicht mehr brauchen, der Blinde hat seine Noppenplatte, die Rollstuhlfahrerin hat ihren abgesenkten Bordstein, die Alte hat ihren Bringedienst, der Einsame hat seinen Fernseher."
Er steht ganz am Ende des Artikels.

Ciao
Wolfram
Ullrich Läntzsch schrieb am 04.02.2012 um 17:45
@Wolfram Heinrich
@Jörg Friedrich

Ich gestehe, mich vom Grundton des Artikels zu sehr habe ablenken lassen. Daher sage ich auch pardon und nehme ich auch mein Verabschiedung aus dem Thread zurück.

Nur wie will man erfolgreich ein Mehr an Solidarität fordern, wenn man das, was aus Solidarität gemacht wird zunächst herabsetzt, statt zu erklären, daß das was gemacht wird nicht ausreicht?

Allerbeste
Ullrich Läntzsch
Magda schrieb am 05.02.2012 um 11:07
Ich finde die Überschrift - ob weiblich oder männlich - unpassend. Das mit "frauenfeindlich" hat jemand anders geltend gemacht.
Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 11:31
@Magda
Ich finde die Überschrift - ob weiblich oder männlich - unpassend.

Sie ist vor allem zweideutig und lenkt auf die falsche Spur. "Die Alte/der Alte" ist ja nicht nur die etwas flapsige Bezeichnung für einen alten Menschen, sondern auch für den Ehegatten (gleich welchen Alters) oder auch für eine(n) Vorgesetzte(n).

Ciao
Wolfram
tlacuache schrieb am 04.02.2012 um 16:05
Jörg Friedrich schrieb am 04.02.2012 um 15:20
Ueberschrift:
SOPHISTIKER unter sich!

Nehmen Sie einfach mal Stellung,
mit sophistischen Ausredereien winden Sie sich hier nicht mehr raus, dafuer haben Sie den Anker zu tief im falschen Loch versenkt.

Sich jetzt 1. noch mit Ueberschriften rauszureden...
Denn die Ueberschrift habe ich noch nicht mal wahrgenommen.
Wahrgenommen habe ich allerdings den "Kontext" Ihres Artikels...

"Jörg Friedrich schrieb am 03.02.2012 um 15:35
Liebe Magda,
auf meiner Festplatte heißt der Text schlicht "Noppen auf Bürgersteigen". Überschriften und die sogenannten "Teaser" werden von der Redaktion geschrieben."

Wir "Noppen" uns einen Blinden:
Wie waere es mit "Wir Formeln 1 uns einen Rollstuhlfahrer"?
"Alzheimer leichtgemacht"?
"Blutarmut gewinnt bei Anämie die Oberhand!"

2. Man kann jetzt als Sophistiker ebenso wieder auf den "frauenfeindlichen Beiklang" hinweisen, Nebelkerzen im FC, "hust hust", ich seh' nix, auch den ("frauenfeindlichen Beiklang") habe ich nicht wahrgenommen, da ich ZU sehr mit dem "Kontext" des Artikels beschaeftigt war.
Und der war...
(Vom Verfasser moderiert ...)

3.
Was kommt jetzt?
Eigentlich habe ich Gendermaessig den Artikel ganz anders gemeint, die Ueberschrift habe ich nicht mitentscheiden duerfen und Alice Schwarzer hat Rezession gelesen?
Auch die Rollstuhlfahrerherstellerlobby hatte meinen Segen?
Fukushima II strahlt soziopolitisch Buergersteige herunter damit es besser hoch und runter laeuft?
Auch Blinde haben Gender (Ansteckende Krankheit)?
Emphatische Journalistenbonuse sind seit 25% Ackermann out?

Sie sind hier besser zerpflueckt worden als mancher Kommentator der 3 mal gesperrt war und 7 gelbe Karten hatte, und zwar nicht von Laien!
Auch da nehme ich gerne wieder eine gelbe Karte in Kauf.
Dankeschön
zephyr schrieb am 04.02.2012 um 17:37
Die Jahre 1982/83 verbrachte ich im kalifornischen Berkeley. Hier waren zu dieser Zeit nicht nur sämtliche Bürgersteige und Eingangstüren der Geschäfte, Cafes, Restaurants, Ämter und Büros behinderten gerecht gestaltet, sondern ebenso Aufzüge, Busse, Fahrkarten- und Bankautomaten (tiefer angebracht) und vieles mehr. Zudem waren Behinderte in einer Weise an der Universität und in der Stadt präsent und integriert, von der deutsche Universitäten,Groß- und Kleinstädte immer noch nur träumen können (wenn sie es denn wollen).

Nie werde ich z.B. den schwerstbehinderten Spastiker vergessen, der von seinem Betreuer nach der Vorlesung in das Cafe geschoben wurde, in dem ich auch saß. Mithilfe eines "headbands", an welchem ein Stab befestigt war, tippte der Student seinen Wunsch auf eine Alphabettafel, die auf dem Tischchen seines Rollstuhls lag. Daraufhin holte der Betreuer die Bestellung und steckte dem behinderten Studenten den Strohhalm in den Cafe Moca.

Ich habe seitdem nirgens wieder ein so offenes und gleichberechtigtes Zusammenleben mit Behinderten erlebt.

Übrigens: Berkeley war in keiner Weise representativ für die gesamte amerikanische Gesellschaft, welche ja gerade auf das Prinzip der "charity", der persönlichen "Wohltätigkeit" (im Gegensatz zu unserem Begriff der staatlichen Wohlfahrt) baut und kaum verpflichtende Abgaben zum Wohle des Nächsten ( soll heißen: Steuern) kennt.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 04.02.2012 um 18:29
@ zephyr

in Standford ist das auch nicht anders. In den USA gibt es Universitäten für Blinde.
War es nicht der smarte Christian Wulff, der als Niedersächsischer Ministerpräsident, als ersten mal die Beihilfen für den Begleitservice für Blinde gestrichen hat - zwecks Sanierung des Landeshaushalts!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 04.02.2012 um 19:25
erstes
kenua schrieb am 05.02.2012 um 10:54
Die Menschen werden immer älter, die Gesellschaft überaltert. Deshalb werden die Städte behindertengerecht gemacht, Noppen- und Rillenplatten leiten die Sehschwachen, abgesenkte Bürgersteige erleichtern den Rollstuhlfahrern das Fortkommen. Herr Jörg Friedrich erkennt einen Solidaritätsschwund: statt Gebrechlichen  helfen zu müssen oder zu können, kann der Gesunde gedankenlos seiner Wege gehen, seine Menschlichkeit wird nicht gebraucht.

Vergleichen wir.
Die von Herrn Friedrich geforderte Solidarität erschöpft sich in einem kurzen Beistand: man hilft einem Rollstuhlfahrer über die Bordsteinkante, geleitet einen Blinden über die Straße, hält ihn am Ende gar davon ab, vor einen Lastwagen zu laufen. Man freut sich seines Dankes und seiner Hilfsbereitschaft und geht weiter. Wenn Noppen die Richtung nicht deutlich genug weisen und die Kanten zu wenig abgesenkt sind, wird man sicher einer Bitte nachkommen und helfen.

Wie sieht es für einen Behinderten aus ? Es gibt solche und solche, wie überall. Manche sind extrovertiert, lassen sich gerne helfen. Anderen ist es mehr, wieder anderen weniger unangenehm. Herr Friedrich leitet daraus ein Manko der Gesellschaft ab, aber so eine Konstitution gibt es selbst bei  wirklich sicherer   solidarischer Hilfe, da kann man kaum Abhilfe schaffen.
 
Das Zauberwort heißt selbstbestimmt.
Solidarität mit Behinderten heißt nicht, technisch behebbare Hindernisse zu lassen, sondern normale, unbehinderte und selbstbestimmte Teilhabe am normalen Leben zu ermöglichen, so weit es eben geht.
Dann bleibt Raum für weitere Wohltat. Wenn man Rollstuhlfahrer auf Partys einlädt, zu Ausflügen mitnimmt, das hat Sinn. Da kann es aber auch vorkommen, daß manche gar nicht erst kommen wollen, weil ihnen die Hindernistour über hohe Bordsteinkanten zu anstrengend ist, dauernd auf Hilfe angewiesen zu sein. Und was ist, wenn mal wirklich gerade niemand zur Stelle ist ? Wenn es regnet, windet, kalt ist ? Es ist doch befriedigender, sich selbstständig fortbewegen zu können, seinen Gedanken nachhängen zu können, anstatt dauernd nach Hilfe Ausschau halten zu müssen.
Ein Beispiel dafür sind die Contergan-Opfer. Wenn ich mir etwas wünschen könnte, wären es keine Beine, sagten sie stolz. Die bestehen fast alle darauf, nichts zu vermissen, sich mit ihrer Behinderung zu arrangieren und auf keine Hilfe angewiesen zu sein.  Das ist ein natürlicher Zug des Menschen, und der sollte unterstützt werden.

Herr Friedrich hat das Verhalten der Menschen im Auge, und übersieht dabei die Anliegen der Behinderten, für die er sich eigentlich einsetzen will. Wenn diese Mitmenschen seine Forderungen erfüllen, haben die Behinderten kaum was davon, sie wollen selber das, was er kritisiert.

Ich fragte mal einen Rollstuhlfahrer, auf einem Computerkurs, ob ich ihm Rollstuhlfahrerwitze erzählen soll. Sicher, sagte er, und wie er gelacht hat.
Fast alle Menschen sind auch mit ihrem Verstand zufrieden. Hier wäre möglicherweise ein Ansatzpunkt für Herrn Friedrich, Kritik zu üben.

So gesehen könnte man die Bordsteinkanten als billige Ausrede ansehen, sich mit kurzem, nichtigem Engagement ein gutes Gewissen zu verschaffen, um sich vor ernshafter Solidarität zu drücken.

Ich möchte Herrn Friedrich trotzdem für sein Engagement danken und ihm künftig passendere Einfälle wünschen, zu denen er sicher fähig ist.
tlacuache schrieb am 05.02.2012 um 11:25
kenua schrieb am 05.02.2012 um 10:54
"Ein Beispiel dafür sind die Contergan-Opfer. Wenn ich mir etwas wünschen könnte, wären es keine Beine, sagten sie stolz. Die bestehen fast alle darauf, nichts zu vermissen, sich mit ihrer Behinderung zu arrangieren und auf keine Hilfe angewiesen zu sein. Das ist ein natürlicher Zug des Menschen, und der sollte unterstützt werden."

SO IST DAS!
Ich bin hier ja allgemein als Rauhbein bekannt,
aber hier sind mir die Kullertränen gekommen.
DANKE für den Kommentar kenua
Sarah Rudolph schrieb am 05.02.2012 um 12:05
kenua hat all das sehr schön beschrieben, womit ich gerade meinen ersten Kommentar noch einmal etwas tiefergehend erklären wollte. Damit erübrigt sich das und ich kann nur unterschreiben: genau so meine ich das.
Jörg Friedrich schrieb am 05.02.2012 um 14:55
kenua, Danke für Ihren sachlichen Kommentar. Zu den meisten Punkten hatte ich zwar im Laufe der Diskussion schon etwas gesagt, aber es ist eine gute Gelegenheit, die zentralen Punkte noch einmal zusammenzuführen.

Zuerst: Wenn die Gesellschaft ist, wie sie ist, werden oft Maßnahmen notwendig, die das eigentliche Problem in letzter Konsequenz zementieren. Dann steht man natürlich vor einem moralischen Dilemma. So ist es in dem Fall, den ich hier betrachte: Da die Gesellschaft keine Gemeinschaft, sondern ein mehr oder weniger lockeres Netz von Individuen ist, die nur noch "Beziehungen haben" (es gibt da so ein schönes Lied von H.R.Kunze, darin findet man die Zeilen "Was sind das denn für Menschen, die 'Beziehungen' haben / betrachten die sich denn als Staaten?"), werden technische Verfahren notwendig, die an die Stelle der Verflechungen einer wirklichen Gemeinschaft treten. Diese technischen Lösungen zementieren in letzter Konsequenz die technischen Beziehungen, die Menschen untereinander eingehen. Man kann, das ist das Dilemma, nun nicht gegen die technischen Lösungen sein (man hat mir vorgeworfen, ich sei gegen diese Lösungen, aber das steht nicht im Text), da sie den konkret hier und jetzt lebenden Betroffenen das Überlegen in der technischen Gesellschaft überhaupt nur ermöglichen (Bordsteine selbst sind ja ebenfalls aus technischen Notwendigkeiten heraus entstanden) - auch wenn man sieht, dass die Gesellschaft davon nicht besser wird, sondern dass sie sich durch jedes technische Verfahren (deshalb auch der Verweis auf den Bringedienst und das Fernsehen) weiter vom Gemeinschaft-Sein entfernt.

Alles dreht sich letztlich um den Begriff der Selbstbestimtmeheit. Er ist zu einem Götzen geworden, auch wenn er nur eine Illusion ist. Niemand, der auf technische Lösungen angewiesen ist, ist selbstbestimmt. Das gilt nicht nur für Menschen mit körperlichen Einschränkungen, sondern für jeden von uns, aber bei geh- und sehbehinderten wird es besonders deutlich. Es gibt nicht überall Rampen, Bordsteinabsenkungen, Noppenplatten, und es wird sie nie überall geben. Außerdem: Was dem Einen hilft, ist ein Nachteil für den Anderen. Wo es welche Hilfe gibt, hängt davon ab, wofür die Gesellschaft bereit ist, Geld auszugeben und in die Erhaltung zu investieren, ist davon abhängig, wessen Interessen am Besten durchgesetzt werden, ist von der richtigen Arbeit der Planer und realisierer abhängig usw. All das verhindert, dass es "Selbstbestimmtheit" gibt, und es wurden in den Kommentaren viele Beispiele gegeben, die zeigen, dass das so ist, dass es eben, wo nur wenige Rollstuhlfahrer leben, keine Rampen gibt, dass es nicht überall Niederflurbusse gibt, dass nicht jeder Weg, den ein Blinder Mensch gehen muss, mit Noppenplatten markiert ist oder werden kann. Das ist kein temporäres Problem, das ist ein grundsätzliches Problem: Niemans können für alle Menschen alle Probleme technisch gelöst werden.

Die technische, individualisierte Gesellschaft setzt aber ausschließlich auf diese Art von Problemlösung, im besten Falle mit demokratisch organisierter Verteilung der knappen Ressourcen, verbunden mit dem damit angestrebten Götzen der "Selbstbestimmtheit". Die soll letztlich heißen, dass man von niemandem abhängig ist, dabei ist man dann nur von allen abhängig, wobei diese "Alle" dann ihre persönliche Verantwortung an den Staat abgegeben haben, und der einzelne Bedürftige von jedem einzelnen Anderen nichts erwartet (dass es ihm sogar unangenehm ist) da ja "alle" und nicht "jeder einzelne" für die Sicherstellung seiner Selbstbestimmtheit zuständig sind. Darum geht es in meinem Text.
Ullrich Läntzsch schrieb am 05.02.2012 um 14:59
Lieber Kenua,

ganz sicher nicht von hinter dem Mond stammen Ihre klugen Worte. Bleibt nur zu hoffen beim Autoren Erkenntnisgewinn hervorzurufen.

Allerbeste
Ullrich Läntzsch
zephyr schrieb am 05.02.2012 um 15:15
Gerne wüsste ich, was Sie unter den "Verflechtungen einer wirklichen Gemeinschaft" verstehen und welche, wenn nicht "diese Art von Problemlösung" Ihrer Meinung nach anzustreben wäre.
luzieh.fair schrieb am 05.02.2012 um 15:26
"Die technische, individualisierte Gesellschaft setzt aber ausschließlich auf diese Art von Problemlösung, im besten Falle mit demokratisch organisierter Verteilung der knappen Ressourcen, verbunden mit dem damit angestrebten Götzen der "Selbstbestimmtheit" "

Ich schätze, es gibt einfach verscheidene Möglichkeiten "die" Gesellschaft wahrzunehmen. Und ich schätze weiterhin, es gäbe weitaus bessere Beispiele, um die von Ihnen vorgebrachte Kritik an der Gesellschaft, in der wir vermeintlich leben, zu umrahmen.

Die Diskusssion hier hat mir sehr gefallen und schon deshalb wünsche ich mir, dass Sie weitermachen.
Dreizehn schrieb am 05.02.2012 um 17:38
Provozierende Überschrift, angenehmer Artikel, und voll ins Wespennest.

Mein Dank auch an Jörg Friedrich, dass er sich - anders als andere - der Diskussion stellt.

Von der These ist kein Stück zurückzunehmen. Nur an das Beispiel sei erinnert, dass ein Verwandter, der noch vier, fünf Wochen zu leben hat, sich nicht ins Krankenhaus einweisen lässt, obgleich ihm diverse "FreundInnen" in den Ohren liegen.

Wenn ich ihn zu Hause besuche, trinken wir Kaffee, gehen noch einkaufen, schwatzen. Er wird zu Hause sterben. Wie steril mein Besuch im Krankenhaus wäre, muss ich hier nicht darstellen.

Also bitte, was leistet jeweils neueste Technologie für den sozialen Zuammenhalt? Facebook? Das Aussondern älterer Menschen in "Seniorenresidenzen"? Das soll bitteschön Fortschritt sein? Es ist ein Elend.

Bitte weiter so, Herr Friedrich!
KarinL. schrieb am 05.02.2012 um 21:29
Lieber @Dreizehn,

Danke für den sehr guten treffenden Kommentar!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 06.02.2012 um 09:36
@Jörg Friedrich
Ihr wiederum glasklarer Kommentar deckt sich völlig mit meinen Ansichten über die sogenannte neoliberale auferlegte "Selbstbestimmung" die zutiefst asoziale Deformationen bewirkt(e). Es geht hier vordergründig um eine Gesellschaftskritik, die berechtigt und überfällig ist, aber von einigen Foristen vehement ganz im Sinne des "freien selbstbestimmten (Konkurrendenkens) des Marktes" nachdrücklich durch "technische (Gewissens-)Erleichterungen beiseitegeschoben wird. "Loser" sind selbst schuld...und wenn Du krank oder behindert bist, oder "abhängig", machen wir dich doch noch zu einem "selbstbestimmten Gewinner", der niemanden lästig ist. Das ist die Norm, nicht die Ausnahme!
Wer Sie missverstanden hat, bestätigt die Notwendigkeit Ihres Artikels und seine eigene fortschreitende Blindheit.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 06.02.2012 um 09:41
Schließe mich dem an!
zephyr schrieb am 06.02.2012 um 15:34
Also ich fasse dann mal zusammen:

Früher war alles besser. Da war das soziale Miteinander noch nicht deformiert. Da wusste man noch zu schätzen, wenn man blind war und wenn taub, wenn schwerbehindert und wenn sonstwie abhängig.

Da wurde die erblindete Oma noch in der Stube geparkt, damit sie nicht so ganz allein im Zimmerchen saß und ab und zu mal jemand bei ihr vorbeischaut, neben der Arbeit.
Da wurde das geistig behinderte Kind noch von der Dorfgemeinschaft zum Dorftrottel erklärt, ein wenig gehänselt zunächst, aber ja ganz liebevoll, nicht wahr und gar nicht böse gemeint. Und wenn es in der Pubertät nicht allzu öffentlich in der masturbierte, so kam man auch später gut mit ihm/ihr zurecht.
Da schob man den spastisch gelähmten Bruder im Bollerwagen durch die schönen Kindertage, damit die Mutter den Waschtag in Ruhe durchstehen konnte und wenn er erwachsen war, lag er in der Stube, wo schon die blinde Oma saß und konnte sich mit dieser zumindest ein wenig stotternd unterhalten, so sie denn nicht auch bereits taub geworden war.
Der Opa kam gehbehindet allein nicht mehr vors Haus, aber zweimal in der Woche durfte er dann doch, wenn die Kinder oder Enkel Zeit fanden.
Und wenn der Vater mit zwei oder drei Gliedmaßen weniger aus dem Krieg zurückkehrte, so konnte er sich ganz in Ruhe zur blinden Oma und zum gelähmten Sohn in die Stube schieben lassen und dort erfahren, was wahre Solidarität und selbstverständlich liebevolle Fremdbestimmung meinte.

Das war die schöne Zeit der wirklichen Gemeinschaft, in der niemand irgendwem lästig war, sondern sich alle solidarisch umeinander kümmerten und zwar ganz ohne all diesen technischen Fortschritt.
KarinL. schrieb am 06.02.2012 um 20:32
cool @zephyr....Sie waren immer überall in jeder Familie zugleich...und das auch noch am Anfang des vorigen Jahrhunderts. Hm, Sie sind nicht zufällig unsterblich und können sich nach Lust und Laune teilen?

Ihr Zynismus ist einfach nur lächerlich. Da kann man Sie überhaupt nicht ernst nehmen. Zumal Sie nicht einmal wirklich verstanden haben, worum es in dem Artikel eigentlich geht.

Bravo weiter so...genau solche Leute braucht das Land. (das war jetzt zynisch)
Magda schrieb am 06.02.2012 um 21:34
@ zephyr - Sie sind ein schlimmer Mensch, ich danke Ihnen von schwachem Herzen. :-)))))))

Und nun stimmen wir mal an
das schöne :

krüppellied

von Peter Hammerschlag

1.
wenn ich mal trüber laune bin,
dann geh' ich zu den blinden
und lache mir den buckel krumm,
wenn sie die tür nicht finden.
dann geh' ich zu den lahmen auch,
wohl in ein dunkles gangerl,
schnall' ihnen die prothesen ab
und spiel' mit ihnen fangerl.

refrain
krüppel ha'm so was rührendes.
krüppel ha'm was verführendes.
wenn ich so einen krüppel seh',
wird mir ums goldne Wiener-herz
recht warm und weh.

Den Rest kann man hier bewundern. Leider gibts das Teil nicht mehr bei youtube.

www.lyrics.de/songtext/andr%E9hellerundqualtinger/daskrueppellied_1680a.html
zephyr schrieb am 06.02.2012 um 21:39
@KarinL

Gesten habe ich Herr Friedrich um 15:15 Uhr zum besseren Verständnis seines Artikels zwei Fragen gestellt. Vielleicht möchten Sie die an seiner Stelle beantworten?
zephyr schrieb am 07.02.2012 um 10:33
Nachtrag @KarinL

Anfang des vorigen Jahrhunderts?

Ich bin1959 geboren und im Norden des Ruhrgebiets aufgewachsen. Mein kriegsversehrter (Erster Weltkrieg) Großvater väterlicherseits starb 1964. Ich erinnere mich an den mir riesig vorkommenden Waschkessel im Schuppen, dessen Deckel meine Mutter anhebt, um die Wäsche um zurühren, während Schwaden von Wasserdampf den Schuppen vernebeln.
Eine richtige Waschmaschine (also nicht nur son Teil, was vor und zurück zuckelt und so tut, als ob es walkt und schleudert) kam ins Haus, als ich vier Jahre alt war. Wir zogen um und hatten ab sofort auch ein Badezimmer. Meine nahezu blinde Großmutter konnte es kaum fassen.
Mein geistig behinderter Onkel, geboren 1945, lebte bis zu deren Tod im Alter von 97 Jahren bei meiner Großmutter mütterlicherseits.

Der gelähmte Bruder stammt allerdings aus dem autobiografischen Roman von Christie Brown "Mein linker Fuß".
Columbus schrieb am 08.02.2012 um 00:42
Eine These die nicht stimmt, Herr Friedrich, wird auch durch Wiederholung und Beharrlichkeit, dazu noch nachträglicher Verabsolutierung und Schärfung, >> Die technische, individualisierte Gesellschaft setzt aber ausschließlich auf diese Art von Problemlösung, im besten Falle mit demokratisch organisierter Verteilung der knappen Ressourcen, verbunden mit dem damit angestrebten Götzen der "Selbstbestimmtheit". <<, nicht wahrer und besser, sondern nur noch schlimmer und völlig realitätsblind.

Das was Barrierefreiheit ausmacht, musste gegen den Machtanspruch von dominanten ökonomischen und sowohl kollektiven, staatlichen, wie auch hemmungslos individualistischen Ansätzen, denen Handicaps nur eine Möglichkeit für die bezahlte Dienstleistung ist, erkämpft werden, und ist mitnichten ein technokratischer Ansatz, sondern ganz im Gegenteil, ein differenzierter und kleinteiliger, auf Beteiligung und Teilhabe angelegter Versuch, in der Stadtgestaltung eben nicht versklavende und einengende Markt- oder Kollektivprinzipien (Staat) stark zu machen, sondern den Spielraum für jene zu erweitern, die noch vor ein paar Jahrzehnten, zu der Zeit als in den Dits et écrits, auch ihr zitiertes Foucault-Schnipsel stand, durch die "großen Lösungen" eingesperrt werden sollte. - Damals hatte man die technoide Fanatasie, übrigens in dieser Beziehung im Osten und Westen gleichförmig. Damals schuf man Großheime, Großkliniken und auch völlig durchstrukturierte Behandlungsmodelle (Kybernetik, Systemtheorie), und die Psychoanalyse/Psychotherapie hier als innere Zwangsjacke beschworen, hatte erst einmal die Selbstaufklärung vor sich.

Die Ergebnisse dieser Reflexion mit und um Foucault, ihn las ja nun wirklich jeder aufgeklärte Arzt, Psychologe, Soziologe, Planer, war ja nun ausreichendes Thema in meinen anderen Kommentaren.

Heute denkt man an eine eine erneuerte Form der "Biopolitik", die "Behinderung" durch Eingriffe in die Keimbahn und rechtzeitige Schwangerschaftsunterbrechung völlig abschafft.

Das stadtgestalterische Prinzip der Barrierefreiheit, welches sie sich anstrengen zu delegitimieren und als Ausbund von Macht und Kontrolle zu desavouieren, hat damit nichts zu tun und mobilisiert sowohl Freiheit wie auch erwünschte Nähe, dann wenn sie gebraucht und auch gesucht wird, nicht als Implikation oder Pflicht oder Akzeptanz, die in der Rückfrage gipfelt, "Warum hälts du meine Nähe, die ich dir gerne anbiete, die ich für wünschenswert erachte, nicht aus? Das ist bedenklich bei dir!" - Diese Haltung macht ein Nein fast unmöglich und das ist genau das Gegenteil dessen, was sich Foucault als zivilisatorischen Wunsch vorstellte.

Im Gegenteil. Die Freiheit und Aufgeklärheit besteht darin, laut und deutlich auszusprechen, es möge nie ein Zustand eintreten, den sich der hier "staunende" Philosoph als wünschenswert ausmalt. Dann lieber alle Übel gleichzeitig, die er mittlerweile der barrierefreien Stadt anhängt und unterstellt.

Foucault drehte sich im Grabe, läse er diese Kolumne und ihre Weiterungen.

Grüße
Christoph Leusch
tlacuache schrieb am 05.02.2012 um 16:26
Jörg Friedrich schrieb am 05.02.2012 um 14:55
"Außerdem: Was dem Einen hilft, ist ein Nachteil für den Anderen."
AHA
---
Sie können sich den sophistischen Kram an die Wand nageln.
---
"(man hat mir vorgeworfen, ich sei gegen diese (technischen) Lösungen, aber das steht nicht im Text)"
Blog oben:
"Wir kaufen uns von der direkten, praktischen Hilfe frei, indem wir Baumaßnahmen von UNSEREN Steuern finanzieren lassen."
Ich glaub', mich tritt mein Steuerberater...
---
Wir sophistieren hier weiter,
Sie würden locker den sophistischen
Suizid-Schäferzugpreis einheimsen (Schach),
bei gefühlten 50 Absätzen 05.02.2012 um 14:55,
sich aus dem (Selbst)- "zementier(t)en
Selbstbestimtmeheit Niemans" herauszufinden.

Und bitte lassen Sie diese selbstherrlichen
"...es gibt da so ein schönes Lied von..."
Kommentare, als würden wir gerade das Gymnasium
verlassen und dem Oberlehrer von den Lippen ablesen wollen...
Dankeschoen
Joachim Petrick schrieb am 06.02.2012 um 03:39
@Jörg Friedrich

Eine merkwürdige Kolumne, wo im Oberton ständig von einer angeblich fehlenden Solidarität mit Hilfeabhänigen in unserem Lande die elaborierte Rede ist, ohne dass Hilfeabhängie hier zu Wort kommen, bzw. sich eingeladen, ermutigt, inspiriert fühlen, das Wort zu ergreifen?.

Ist das allein nicht schon aufschlussreich?

Warum wurde diese Kolumne nicht von einem Hilfeabhängigen verfaßt?
Ehemaliger Nutzer schrieb am 06.02.2012 um 09:53
Liber @Joachim Petrick

Warum wurde diese Kolumne nicht von einem Hilfeabhängigen verfaßt?

Nun was denken Sie, weshalb wohl nicht?
Weil sich in dieser Art (generalisierend) Gesellschaft "Abhängigkeit" nicht so fein anfühlt - und darüber klagen noch destruktiver?
KarinL. schrieb am 06.02.2012 um 11:47
@Con Creatio,

genau...in einer Leistungsgesellschaft darf man nicht abhängig, geschweige denn ein Loser sein.

Hier muß man nur so vor Kraft strotzen und ist seines Glückes Schmied. Und wehe man scheitert...dann lassen die lieben Mitmenschen aber die Sau raus...frei nach dem Motto...selber Schuld, was haste keine Ellenbogen, bist so sensibel und benutzt nicht andere Menschen zu deinem Vorteil...

Mahlzeit....ich habe alles zu diesem Thema gesagt. Und es ist für m ich immer wieder interessant wie angeblich Linke liberale doch so ticken. Vorallem aber greift hier immer der Grupenzwang in Form von Veränderung des Autors. Bitte bleiben Sie so wie Sie sind Herr Friedrich...menschlich, mit Schwächen und Fehlern...Menschliche Maschinen haben wir schon genug in dieser Gesellschaft!
Joachim Petrick schrieb am 06.02.2012 um 15:03
@

"Warum wurde diese Kolumne nicht von einem Hilfeabhängigen verfaßt?

Nun was denken Sie, weshalb wohl nicht? "

weil wir selbst hier im Freitag Gefahr laufen, von der Empörungskultur in die vorherige Lagerkampfkultur abugleiten, wo Betroffene selber kaum noch zu Wort kommen, sondern unter dem dunklen Diktum angeblicher Fürsorge eingeschüchtert, entmutigt, entmündigt, verstummen sollen?
Ehemaliger Nutzer schrieb am 07.02.2012 um 18:03
Hallo @Karin L.
So ist es Karin, Ihre Kommentare treffen ins Schwarze:
genau...in einer Leistungsgesellschaft darf man nicht abhängig, geschweige denn ein Loser sein.
Hier muß man nur so vor Kraft strotzen und ist seines Glückes Schmied. Und wehe man scheitert...dann lassen die lieben Mitmenschen aber die Sau raus...frei nach dem Motto...selber Schuld, was haste keine Ellenbogen, bist so sensibel und benutzt nicht andere Menschen zu deinem Vorteil...[..]Menschliche Maschinen haben wir schon genug in dieser Gesellschaft!,


Und genauso gehen wir, auch wenn wir nun genralisieren, mit Menschen um, die am Rande dieser Gesellschaft leben.
Die Masse der heutigen (fehlgleiteten) so genannten "selbstbestimmten Individuen" auch die überzogenen Kommentare beweisen dies eindeutig und die Tatsache, das sie gar nicht präzise wissen, welche Art von Selbstbestimmung gemeint ist, geschweige das sie wissen was diese nicht vom "Markt" aufgezwungene Selbstbestimmung beinhaltet. Man hat J. Friedrich dann auch aus dieser Unwissenheit angegriffen und völlig missverstanden. Das ist ihm aber keineswegs anzurechnen!
Ich möchte gern vermdelden, dass ich kein Linker bin!
Aber lassen wir's... bis demnächst.

Freundlichen Gruß
zephyr schrieb am 07.02.2012 um 18:43
Herr Friedrich möchte also die fraglos zunehmende soziale Kälte in der Gesellschaft thematisieren. Dazu wählt er ein Beispiel, welches - gelinde gesagt - reichlich unpassend ist und erhält entsprechend Widerspruch. Danach ergeht er sich in diversen argumentativen Verrenkungen, um das Beispiel irgendwie passend zu klopfen.

In Folge erscheinen Beiträge, welche denjenigen, die Widerspruch einlegten, in vor Arroganz strotzender Überheblichkeit, unterstellen, menschliche Maschinen zu sein, fehlgeleitete Individuen, welche jegliche Solidarität mit dem Mitmenschen vermissen lassen.

Tja. So ist eben, wenn man die Sau rauslässt, nicht wahr?
Ehemaliger Nutzer schrieb am 07.02.2012 um 20:16
@zephyr

Diese Debatte ist und war nötig. Noch gehen die Meinungen auseinander. Vielleicht sollten wir nicht der Illusion erliegen in jedem Punkt Übereinstimmung zu erzielen.

Mir ist jedenfalls klar, dass diese Gesellschaft zunehmend an Zusammenhang und persönlichem Engagement einbüßt. Und dies hängt mit einer fehlgeschlagenen Individualisierung zusammen.
Darum geht es mir.

Insofern war der Beitrag wichtig.
KarinL. schrieb am 07.02.2012 um 20:32
Hallo @zephyr,

sehen Sie, ich kann genauso zynisch wie Sie kommentieren. Und ja, genau so ist die Gesellschaft und die falsch verstandene Individualisierung, die ich eh nicht habe, da ich mich nicht frei entfalten kann. Denn das könnte ich nur in einer Gesellschaft mit einem Grundeinkommen. Am besten noch in einer Gesellschaft ohne Geld :-)

Die meißten Menschen hecheln Status und Geld, Besitz hinterher. Dabei will sich jeder übertrumpfen. Materielles zählt mehr als Familie. Das ist die Realität. Die Menschen funktionieren und werden gelebt! Denken Sie doch mal darüber nach. Lesen Sie mal E. Fromm der schon 1959 diese ganze Entwicklung voraus gesehen hatte.
luzieh.fair schrieb am 07.02.2012 um 20:58
Karin (endlich habe ich den Namen richtig geschrieben), wie wäre es, wenn Sie aufhören mit Literaturhinweisen um sich zu werfen, anstatt das, was in diesen (von Ihnen offenbar durchgearbeiteten) Werken und Artikeln steht als Argumentationsgrundlage zu nutzen.
Wie schon geschrieben, das ist ein Diskussionsinstrument, dass die Diskussionspartner zum Schweigen bringen soll.
Da Sie scheinbar genau wissen, was Sie schreiben wollen: nur zu.
Sonst müsste man wirklich davon ausgehen, Sie wollten garnicht diskutieren, sondern nur ihr mutmaßliches Wissen exibitionieren.
KarinL. schrieb am 07.02.2012 um 23:10
@luzieh.fair,

die Welt ist zu komplex um die Zusammenhänge hier aufzuzeigen. Wenn sie das System verstehen wollen, müssen sie aber die Zusammenhänge auch kennen.

Ich kann nicht ein ganzes Buch hier darlegen. Jeder der ein Interesse an Aufklärung hat und sich seine eigene Meinung bilden möchte, wird sich dem Thema auch widmen.

Im übrigen kann man auch vieles selber im Internet nachlesen. Und mein Wissen will ich nicht exhibitionieren. Sondern nur Anregungen liefern, die Dinge auch mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Ich stelle jedem dies frei und zwinge keinem meine Meinung auf. Schon gar nicht will ich meinen Diskussionspartner zum schweigen bringen. Wenn, dann höchstens zum Nachdenken! Es fängt nämlich alles im Kopf an :-)

Ich kann nur das Buch Haben oder Sein von E. Fromm empfehlen. Lesen muß das dann aber doch jeder schon selber.

Hier noch ein Zitat von Fromm:

"In unserer Gesellschaft geht ein Gespenst um, das nur wenige deutlich sehen. Es ist nicht der alte Geist des Kommunismus oder des Faschismus. Es ist ein neues Gespenst: eine völlig mechanisierte Gesellschaft, die sich der maximalen Produktion und dem maximalen Konsum verschrieben hat und von Computern gesteuert wird.
Erich Fromm, Die Revolution der Hoffnung"

Mehr ist dem nicht mehr hinzu zu fügen!
zephyr schrieb am 08.02.2012 um 08:02
@KarinL

Erich Fromm formuliert gegen Ende seine Ausführungen in "Haben oder Sein" unter anderen folgende Forderungen:

* die Produktion habe der Erfüllung der wahren Bedürfnisse des Menschen und nicht der Erforderungen der Witschaft zu dienen;
* oberstes Ziel des gesellschaftlichen Arrangements seien das menschliche Wohlsein und die Verhinderung menschlichen Leids;
* der einzelne Mensch wird zur aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben motiviert.

Auf dem Hintergrund der Tatsache, dass das Thema hier die Verbesserung der Lebensumstände des behinderten Menschen sein
sollte, habe ich dem auch nichts mehr hinzuzufügen.
hewritesilent schrieb am 06.02.2012 um 20:16
Das ist leider die Realität.

Ich und die anderen Hörbehinderten (Schwerhörigen und Gehörlosen) persönlich habe keine Probleme mit meiner Hörbehinderung und ich zeige das auch deutlich. Doch die andere Hörbehinderten haben ein Problem damit dies umzugehen und möchten nicht als Behinderter angesehen werden. Wahrscheinlich werden die Hörbehinderten eine andere Definition von "Behinderung" wahrgenommen/verstanden als wir. Medizinisch gesehen ist das sehr wohl eine Behinderung, aber eher allgemein. Dass die Hörbehinderung keine Barriere ist, aus dem Leben etwas zu machen. Klar gibt es immer wieder Probleme, wie eben bei Gruppengespräche, ich verstehe nichts (trotz Hörhilfe), wenn die alle durcheinander schwätzen...

Mit der heutige Gesellschaft und Solidarität sind die Hörbehinderten aufgrund von Integration/Inklusion und elektronischer Medien (Internet, Smartphone, etc.) nicht mehr so stark verbunden und dies sei nicht positiv zu bewerten. Dank durch die elektronischer "barrierefreie" Medien wurde dadurch die Hörbehinderten immer mehr entsolidarisiert. Früher waren sie eng miteinander verbunden und genau das schätzte man diese Solidarität sehr.
Alexander Schestag schrieb am 06.02.2012 um 20:18
Sie schreiben: "Wir kaufen uns von der direkten, praktischen Hilfe frei, indem wir Baumaßnahmen von unseren Steuern finanzieren lassen."

Herr Friedrich, wenn Sie einen Helferkomplex haben, dann leben Sie ihn da aus, wo direkte, praktische Hilfe wirklich benötigt wird! Das gibt es noch zu Genüge und wird es immer geben! Aber versuchen Sie nicht, mit derart unsäglichen Artikeln das Menschenrecht von Menschen mit Behinderungen auf Inklusion und ein selbstbestimmtes Leben zu torpedieren! Sie nehmen es als selbstverständlich an, daß Sie selbständig und ohne Hilfe am täglichen Leben teilnehmen können! Mit welchem Recht sprechen Sie Menschen mit Behinderungen dieses Recht ab, indem Sie Baumaßnahmen, die genau das ermöglichen, diskreditieren?
Jörg Friedrich schrieb am 09.02.2012 um 09:13
Anekdote

Die Münsterschen Medien berichten heute von einer älteren gehbehinderten Dame die bereits mehrfach im Bus gestürzt sei. Zwar hat die Frau mit ihrem Rollator die abgesenkte Tür sicher passieren können, allerdings gelang es ihr nicht, einen sicheren Platz zu erreichen, bevor der Bus wieder anfuhr.
Die Stadtwerke wiesen laut Zeitungsbericht darauf hin, dass ihre 350 Fahrer täglich ca. 100.000 Fahrgäste transportieren, die erwarten würden, dass der Fahrplan eingehalten wird. Außerdem sei es dem Fahrer nicht möglich, alle drei Türen zu überwachen, er könne nur die ersten beiden im Blick haben.
Jörg Friedrich schrieb am 09.02.2012 um 10:13
Wolfram Heinrich, danke für den Link, das ist ziemlich wörtlich die Meldung, wie sie auch in der Zeitung stand.

Dass es der Dame unangenehm gewesen wäre, wenn andere Fahrgäste ihre Platzsuche unterstützt oder den Sturz aufgehalten hätten, wurde übrigens nicht berichtet.
Jörg Friedrich schrieb am 09.02.2012 um 10:13
Wolfram Heinrich, danke für den Link, das ist ziemlich wörtlich die Meldung, wie sie auch in der Zeitung stand.

Dass es der Dame unangenehm gewesen wäre, wenn andere Fahrgäste ihre Platzsuche unterstützt oder den Sturz aufgehalten hätten, wurde übrigens nicht berichtet.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.02.2012 um 10:23
Ah, ja @Wolfram..

[...]Frau Ahlers wird in Zukunft dem Fahrpersonal an der vorderen Eingangstür
mitteilen, dass sie an der Mitteltüre einsteigen möchte und einen Sitzplatz benötigt, ehe der Bus
anfahren kann.


Der Busfahrer bemerkt beim Heranfahren an die Bushaltestelle offenbar nicht, dass dort die gehbehinderte Frau Ahlers steht. Das kann ich mir noch vorstellen, wenn eine ganze Traube von Fahrgäste wartet. Frau Ahlers wartet dann geduldig um den sehbehinderten aber keinesfalls hörgeschädigten Busfahrer verbal oder durch Gestikulation mitzuteilen, dass er noch eben warten muss, bis sie die Mitteltüre erreicht hat.

Wäre es nicht viel effektiver, wenn einer der Fahrgäste dem Busfahrer mitteilt, dass eine gehbehinderte Person mitfahren möchte - aus sozialer Verbundenheit? Um die geht es immer noch.
Übrigens fahren die meisten Busfahrer wie die gesengten Säue. Beim Anfahren, beim Bremsen, in den Kurven...
Wolfram Heinrich schrieb am 09.02.2012 um 11:14
@Con Creatio
Wäre es nicht viel effektiver, wenn einer der Fahrgäste dem Busfahrer mitteilt, dass eine gehbehinderte Person mitfahren möchte - aus sozialer Verbundenheit?

Natürlich wäre es viel effektiver. Nur schließt das eine das andere nicht aus. Die Anweisung an die Busfahrer, künftig besser drauf zu achten, wird dadurch aber nicht wertlos. Und: Die gehbehinderte Frau ist gut beraten, einen Mitfahrer darum zu bitten. Ich kann mir gut vorstellen, daß ich die Person rein optisch nicht wahrnehme, weil ich mich auf was anderes konzentriere, bzw. daß ich nicht raffe, daß hier eine gefährliche Situation am Entstehen ist.
Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber ich bin manchmal ganz entsetzlich dumm.

Ciao
Wolfram
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.02.2012 um 11:39
@Wolfram Heinrich
Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber ich bin manchmal ganz entsetzlich dumm.

Ja, ich auch und da empfehle ich Dir dringend, das "manchmal" unbedingt als Gewohnheit zu etablieren, weil es so ein feines Wohlbefinden erzeugt...

Mit Deinem Kommentar bin ich übrigens diesmal einverstanden, nur fiel mir eine kleine Nuance auf:
Ich schrieb von "Fahrgästen" und Du von Mitfahrern - "Mitrasern" meinst Du sicher.:),
weil als Fahrgast fühlt man sich im Bus und anderweitigen öffentlichen Verkehrsmittel wohl kaum behandelt.

Fahrtdi , äh, nein Fürtdi, lieber Wolfram!
Wolfram Heinrich schrieb am 09.02.2012 um 11:49
@Con Creatio
Ich schrieb von "Fahrgästen" und Du von Mitfahrern

Ich hatte mich auf die behinderte Person bezogen. Sie solle sich an jemand wenden, der mit ihr in diesem Bus fährt.

Ciao
Wolfram
tlacuache schrieb am 09.02.2012 um 11:52
"Wäre es nicht viel effektiver, wenn einer der Fahrgäste dem Busfahrer mitteilt, dass eine gehbehinderte Person mitfahren möchte - aus sozialer Verbundenheit? "

MPU + IQ ?
Oder Fahrpläne die vorschreiben
"90 Sekunden damit der Rollstuhlfahrer gefahrlos einsteigen kann"?
Wenn man sich auf dem Mensch verlässt, geht's oft so aus:
"...Bereits am Abend vor dem Shuttlestart warnte Roger Boisjoly, ein Ingenieur von Morton Thiokol, der Herstellerfirma der Feststoffraketen, wegen der Kälte vor dem Start. Er befürchtete eine gigantische Explosion bereits auf der Startrampe..."
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.02.2012 um 12:00
Bis in den Weltraum wollen die meisten Fahrgäste aber nicht, @ tlacuache!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.02.2012 um 12:15
@Wolfram schrieb:
Ich hatte mich auf die behinderte Person bezogen. Sie solle sich an jemand wenden, der mit ihr in diesem Bus fährt. Oh ja?

Du setzt meine Empfehlung aber rasendschnell in die Tat um, fühlt sich gut an, nicht wahr...:)))
Wolfram Heinrich schrieb am 09.02.2012 um 12:32
@Con Creatio
Du setzt meine Empfehlung aber rasendschnell in die Tat um, fühlt sich gut an, nicht wahr...:)))

Die Bemerkung verstehe ich nicht.

Ciao
Wolfram
thinktankgirl schrieb am 09.02.2012 um 12:55
In zivilisierteren Gegenden Deutschlands haben die Gefährte des ÖPNV einen zweiten Türöffnerknopf extra für Menschen, die egal aus welchen Gründen (Rollstuhl, Kinderwagen, Rollator, Seh- oder Gehbehinderung ...) langsamer sind als der Rest.
Oft drücken auch Mitpassagiere diesen Knopf, wenn sie sehen, daß jemand in Schwierigkeiten ist.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.02.2012 um 15:52
@Wolfram!
Lies meine Kommentare diesbezüglich nochmal in Ruhe... und Dein Wohlbefinden steigert sich zusehends...
tlacuache schrieb am 09.02.2012 um 17:10
"@"Mit Schöpfung" schrieb am 09.02.2012 um 15:52"
Auch Ihre ständigen Hinweise machen Ihre Kommentare nicht ruhiger oder gar schlauer, da Sie nicht auf "sachdienliche Hinweise" eingehen.
Wenn Sie mir nach meinen Kommentar
"tlacuache schrieb am 09.02.2012 um 11:52
MPU + IQ ?"
Antworten:
"Mit Schöpfung schrieb am 09.02.2012 um 12:00
Bis in den Weltraum wollen die meisten Fahrgäste aber nicht, @ tlacuache!".

Alsooo, nochemal:
Wir stellen fest:
Ein Rollstuhlfahrer braucht "soziale Stützhilfen", reden hilft, aber Rampen an der
U - Bahn helfen nicht...
Für Jörg Friedrich:
Ich bin auch so'n Lackaffe der eigentlich gerne drauf scheisst, dass ich 1972 keine Unterstützung vom Staat hatte die heute selbstverständlicher wären:

Alsooo:
Laut www.hae-server.de/files/behindertenausweis.pdf
hätte ich daaa auch Anrecht drauf gehabt, nachdem mir so Lackaffen das eine Ohr versaut haben, HNO Aerzte, Kinderaerzte und Krankenhaeuser.
Da hätt' ich sogar Anrecht gehabt eine Taxilizens zu bevorzugten Möglichkeiten erwerben zu dürfen.
Wissen Sie eigentlich, wie ich an der FFM - Universitätsklinik an den Taxischein gekommen bin? Als halbtaube Nuss?
Ich habe gesagt, wenn der Prof. das nicht unterschreibt, mache ich richtig trara im Wartezimmer, Flupdiwupp kam die Genehmigung, vom Fliegerarzt verlangt.
Dumm war eigentlich, dass ich den ganzen Saftladen nicht gleich verklagt hatte, als ich 6 Jahre alt war....
Die Halbgötter in Weiss haben ja noch reichlich eingeschuechtert und Akten verschwinden lassen.
Ich wollte '98 uebrigens noch mal so'nem Kinderarzt gruendlich die Fresse polieren, leider lebte der vor meinem Erguss ab...
Na ja, da waere ich jetzt Vorbestraft, aber dass waere mir auch egal gewesen.
Jetzt spreche ich halt nur 3 Sprachen fliessend, aber leider geht es mir wie dem
hewritesilent ("Klar gibt es immer wieder Probleme, wie eben bei Gruppengespräche, ich verstehe nichts (trotz Hörhilfe), wenn die alle durcheinander schwätzen...")

Das ich meine Schule verkackt habe, weil sich keiner meiner angenommen hatte sehe ich niemanden nach (Schwerhoerig immer hinten in die letzte Reihe gesetzt),
aber dass sich so Schlauhansel wie der Jörg Friedrich ueber mich lustig machen, dass nehme ich sehr uebel...
Die Foerderprogramme die heutzutage "Gleichen" zusteht finde ich toll, auch Ampeln die piepsen ist ja schon mal was.
Als Einohriger der seit 13 Jahren ausgewandert ist, doppelt schwer, muss sich nicht anmachen lassen von so einem der meint "eigentlich ist die Solidaritaet verlorengegangen" ...
Weder von "Mit Schöpfung" noch von "Jörg Friedrich"
chingaderas (NEIN, nicht Scheisse (Googletranslater), sondern Schwachsinn)...
zephyr schrieb am 09.02.2012 um 20:05
Also gut. Ich hab's begriffen:

Morgen spreche ich mit Vanessa B. und werde ihr klarmachen, dass ihr motorisierten Rollstuhl, den sie bewohnt seitdem sie acht Jahre alt ist, nachdem ein schwerer Unfall ihr die Wirbelsäule zertrümmerte, nicht nur ihre Mitschüler daran hindert, ihr mehr Aufmerksamkeit zu widmen, sondern sie selbst auch viel zu wenig davon profitiert, da die scheinbaren Vorzüge des selbstbestimmten Vorankommens in Wirklichkeit die Eiseskälte ihres Umfelds verstärken.
Insbesondere haben ihre MitschülerInnen nicht genügend Gelegenheit das soziale Miteinander zu üben!. Zwar tragen sie Vanessa die Treppen hinunter zum Sammelplatz wenn Feueralarmübung ist, während der Rollstuhl in der Klasse stehen bleiben muss, doch reicht das als Zuwendungsmöglichkeit bei weitem nicht aus.
Da es nun geradezu Vanessas Pflicht ist, ihren Mitschülern die Ausübung tätigen Mitgefühls zu ermögichen, sollte sie sich in Zukunft nur noch durch die Welt tragen lassen und keinesfalls den Aufzug benutzen.

(P.S. An dieser Stelle bitte ich darum, den Unterscheid zwischen Zynismus und einer Polemik nachzuschlagen.)
tlacuache schrieb am 09.02.2012 um 21:24
"zephyr schrieb am 09.02.2012 um 20:05"
Die Vanessa B. soll sich mal nicht so aufregen, eigentlich hätte sie es 1620 n.Chr. in Südböhmen viel besser gehabt, da haben die Leute noch zusammengehalten, laut unveröffentlichten Quellen zufolge sollen es die Behinderten im dreißigjährigem Krieg viel besser gehabt haben, man wurde vom Feind solidarisch gar auf dem Stuhl über die Strasse getragen, bei Schwerbehindertenausweis stellten sich die Kampfhandlungen von einer auf die andere Sekunde ein.
Es gab sogar die Regelung "bei 80% Behinderung" wird weder geteert noch gefedert.
Auch Luther sagte sozialisch-Menschelnd schon:
"Wenn man aber von den teufelsähnlichen Kindern erzählt, von denen ich einige gesehen habe, so halte ich dafür, dass sie entweder vom Teufel entstellt, aber nicht von ihm gezeugt sind, oder dass es wahre Teufel sind."
Damit meinte er wohl seherisch das Behindertenklo, die sollen gefälligst den Arsch vom Rollstuhl auf die Klobrille bekommen, und zwar ohne Metallgriffe Links und Rechts...
Dreizehn schrieb am 11.02.2012 um 13:06
Schön, ja, sehr amüsant zu lesen, sehr witzig. Ich komme eben vom Einkaufen fürs Wochenende und hätte ein Beispiel vom Feinsten.

Kennt ihr ja, dass man immer so einen Trennstab auf das Band legt, bevor man seine Ware zum Zahlen aus dem Korb nimmt, und der nächste macht's genauso. Das ist noch nicht lange, dass der Trennstab eingeführt wurde.

Das ist so eine alltäglich unscheinbares Ding, ich ärger mich darüber. Wozu ist das gut? Zeitersparnis? ja, vielleicht. Platzmangel? Ja, aber höchst selten.

Also was? Meine Antwort wäre, dass exakt die Tendenz dahintersteht, die Abläufe dadurch "vereinfachen" zu wollen, dass man sie durchrationalisiert. Und rationalisieren heißt, dass man die Abläufe so organisiert, dass Reibungsverluste vermieden werden.

Reibungsverluste - und damit bin ich bei Jörg Friedrich, wenn auch von einem anderen Blickwinkel - entstehen, sobald Menschen ins Spiel kommen: Da muss geredet werden, da gibt's verschiedene Meinungen, auch Streit und, Gott behüte, Handgreiflichkeiten. Das alles lässt sich durch klitzekleine verfahrensmäßige "Hilfen" vermeiden.

Spannend wird es, weiterzugrübeln. Nein, niemand hat die Absicht, soziale Kontakte zu unterbinden. Nur die Tendenz des Betriebs verlangt, Reibungsverlusten vorzubeugen, unbedingt. Genau das ist das Problem. Ich würd gern weiter überlegen - zum Beispiel: Was ist das: die Tendenz des Betriebs -, hab jetzt aber mein Zeilenlimit bereits überschritten.
Wolfram Heinrich schrieb am 11.02.2012 um 21:37
@Dreizehn
Kennt ihr ja, dass man immer so einen Trennstab auf das Band legt, bevor man seine Ware zum Zahlen aus dem Korb nimmt, und der nächste macht's genauso. Das ist noch nicht lange, dass der Trennstab eingeführt wurde.

Na ja, "nicht lange". So gute zwanzig Jahre dürfte es wohl her sein. Gut, historisch gesehen ist das ein Wimpernschlag.

Das ist so eine alltäglich unscheinbares Ding, ich ärger mich darüber.

Kann es sein, daß zu ziemlich leicht auf die Palme zu bringen bist? Sich ärgern wegen so was, wo doch niemand gezwungen ist, daß Ding auch zu benutzen. Es liegt da, in der Seitenrille, nimm es, wenn du willst oder laß es. Nimmst du es nicht, mußt du deinen Kram halt ein wenig zusammenschieben, damit ein bißchen freier Platz zwischen deinem Zeug und dem des anderen Kunden entsteht oder du sagst zum Verkäufer, daß ab dem Erdbeerjoghurt dein Kram kommt. Zack, bumm.

Reibungsverluste - und damit bin ich bei Jörg Friedrich, wenn auch von einem anderen Blickwinkel - entstehen, sobald Menschen ins Spiel kommen: Da muss geredet werden, da gibt's verschiedene Meinungen, auch Streit und, Gott behüte, Handgreiflichkeiten. Das alles lässt sich durch klitzekleine verfahrensmäßige "Hilfen" vermeiden.

Das ist doch schön, wenn dergleichen vermieden wird. Wer reden will, wird auch mit Trennstab reden und wer nicht will, den motiviert auch der fehlende Trennstab nicht. Auch heute noch kann der Durchzug durch die Supermarktkasse zu einem Fest menschlicher Begegnung werden.


Ciao
Wolfram
Dreizehn schrieb am 12.02.2012 um 14:19
Ja, schön, Wolfram, diese kleine Übung in Geduld an der Supermarktkasse. Danke. Man lernt, solang man kauft. Und sicher verhalt ich mich im Alltag so, wie du es mir ja nahelegst.

Der Trennstab verweist auf die Rationalisierung, die Zeit einsparen will und uns das menschliche Beharrungsvermögen austreiben - was ihr selbstverständlich nie und nimmer gelingen wird, und darin sind wir gewiss einer Meinung.
Wolfram Heinrich schrieb am 12.02.2012 um 17:30
Dreizehn
Der Trennstab verweist auf die Rationalisierung, die Zeit einsparen will und uns das menschliche Beharrungsvermögen austreiben - was ihr selbstverständlich nie und nimmer gelingen wird, und darin sind wir gewiss einer Meinung.

Das mit der eingesparten Zeit ist ja so eine zweischneidige Sache. Wenn ich gerade mit der Verkäuferin einen Plausch halte, dann ist es ärgerlich, wenn auf einmal ein anderer Kunde anrollt und das Gespräch damit beendet ist. Wenn ich selber in der Schlange stehe, dann ist es mir durchaus recht, wenn die Abwicklung des (der) Kunden vor mir möglichst rasch vonstatten geht.

Ciao
Wolfram
Dreizehn schrieb am 12.02.2012 um 23:11
Der Zeit, nehme ich an, ist es egal, ob sie bei dir eingespart wird oder beim Rollkunden, gern bei euch beiden.
Grüße,
13
Wolfram Heinrich schrieb am 13.02.2012 um 01:26
@Dreizehn
Der Zeit, nehme ich an, ist es egal, ob sie bei dir eingespart wird oder beim Rollkunden, gern bei euch beiden.

Der Zeit schon.
Was, bitte, ist ein Rollkunde?

Ciao
Wolfram
Dreizehn schrieb am 13.02.2012 um 10:13
Das hat mich, muss ich bekennen, ebenfalls gewundert. Wo kaufst Du ein? Sind mir die Lebensgewohnheiten südlich des Mains einfach nur fremd und unbegreiflich?

Der Kunde hinter Dir rollt an? Vor Dir der Kunde wird abgewickelt? Nein, dann doch lieber bei Rewe oder Netto.

Grüße,
13
Wolfram Heinrich schrieb am 13.02.2012 um 10:37
@Dreizehn
Der Kunde hinter Dir rollt an? Vor Dir der Kunde wird abgewickelt?

Du kennst die Redensart "anrollen" und "abwickeln" nicht?

Ciao
Wolfram
Dreizehn schrieb am 13.02.2012 um 12:12
Na wenn es nur die Redensarten sind. Man sorgt sich eben um diejenigen, deren Witz man oft genießen kann. Und ich fürchtete schon ...

erleichterte Grüße,
13


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