Frau Nahles, soll die „gute Gesellschaft“ die neue Agenda 2010 der SPD werden?
Andrea Nahles: Nein, es geht uns um eine Debatte. Zehn Jahre nach dem Schröder-Blair-Papier und dessen Idee von einem Dritten Weg ist es höchste Zeit, ein neues Projekt zu formulieren.
Lesen Sie hier das komplette Strategiepapier
"Die gute Gesellschaft. Das Projekt der demokratischen Linken"
Und dazu brauchen Sie Hilfe aus Großbritannien?
Beide Parteien – SPD und Labour – haben in den vergangenen Jahren ähnliche Erfahrungen gemacht. Beide haben zum Beispiel vergleichbare Verluste in der Kernwählerschaft. Die SPD muss sich mit der Linkspartei auseinandersetzen, Labour mit den Liberal Democrats. Es gibt viele ähnlich Analysen über den Zustand der Partei und die Ursachen dafür. Das war ein guter Ausgangspunkt. Jetzt geht es uns um den Blick nach vorn.
Aber die „Gute Gesellschaft“ liest sich wie ein linkes Gegenmodell zur Agenda 2010.
Mit der ständigen Debatte um die Agenda – übrigens sowohl von den Befürwortern als auch den Gegnern – haben wir es geschafft, jede intellektuelle Regung in der SPD abzuwürgen. Die offene Debatte über neue politische Ideen war kaum möglich, weil immer wieder das Zentimetermaß hervorgeholt wurde, um nachzumessen, wie weit man sich mit einem Vorschlag von der Agenda entferne oder die Agenda bestätige. Wenn wir jetzt über politische Konsequenzen aus der Wirtschaftskrise reden, dürfen wir uns nicht weiterhin selbst fesseln. Das wollen wir mit diesem Papier erreichen.
Warum gerade jetzt?
Weil wir jetzt – in der schwersten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren – an einer Zeitenwende stehen. Wir wollen mit unseren Thesen ja an das Schröder-Blair-Papier durchaus anknüpfen. Schröder und Blair haben zweifellos ihre Verdienste. Der Bildungspolitik wurde beispielsweise der Rang eingeräumt, den sie haben muss, wenn wir unsere eigene Zukunft nicht versäumen wollen. Aber es kann nicht sein, dass die SPD oder Labour ihren Kompass an der Vergangenheit ausrichtet.
Ist das Schröder-Blair-Papier auch Vergangenheit?
Gerhard Schröder und Tony Blair haben auf die neoliberale Hegemonie eine intelligente Antwort gegeben, aber damit ist es nicht gelungen, diese Hegemonie zurückzudrängen. Mit dem Scheitern des Neoliberalismus haben wir jetzt eine neue Lage. Wenn wir jetzt „mehr Demokratie wagen“, können neue Akteure und Bündnisse einen sozialen Wandel einleiten, der das Denken des Neoliberalismus überwindet. Denn die Hoffnungen, die mit der Globalisierung und Individualisierung verbunden waren, haben sich ja nur teilweise erfüllt: Die Wohlstandsgewinne und gewachsenen individuellen Freiheiten haben die Fragen nach Gerechtigkeit und Teilhabe längst nicht vollständig beantwortet.
Schön und gut. Aber was folgt daraus?
Wir glauben, dass es Zeit ist für einen neuen Anfang. In der Politik ist eine Wiederbelebung der Demokratie nötig und auch ein neuer Stil. Die Leute wollen keinen Spin, sondern Sinn. Es geht nicht um dekretierte Entscheidungen, sondern um Debatte. Es geht um eine neue Form von Gesellschaft, um eine neue Wirtschaftsordnung. Es darf keinen Ort geben, der nicht demokratischen Prinzipien folgt. Weder in der Politik noch in der Gesellschaft noch in den Unternehmen. Wenn man diesen Anspruch ernst nimmt, dann hat man einen radikalen Ansatz. Das müssen wir von unten nach oben organisieren. Dazu braucht man einen breiten Konsens, und der ist nur durch eine breite Debatte herzustellen. Das ist eine ambitionierte Aufgabe, die vor uns liegt.
Da wünschen wir viel Spaß bei der SPD-internen Debatte.
Es geht nicht nur um eine SPD-interne Debatte, sondern auch um andere gesellschaftspolitische Akteure, wie etwa die Gewerkschaften. Oder Wertkonservative, die jetzt auch das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft neu bestimmen wollen. Oder Grüne, die nach der Krise Wege zu ökologischem Wachstum suchen. Oder den bürgerrechtlichen Teil der FDP, der Freiheitsrechte und bürgerliche Demokratie nicht mit gnadenloser Marktkonkurrenz verwechselt. Der Kernbegriff für die gute Gesellschaft ist der Bürger als demokratischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Akteur. Das bürgerliche Lager sind wir – weil wir nämlich alle Bürger meinen und nicht nur einige wenige.
Sie wollen ein bisschen mehr Demokratie, eine gute Gesellschaft? Bekommen Sie damit die Kräfte, die der Neoliberalismus in den vergangenen Jahren entfesselt hat, in den Griff? Man könnte fast meinen, Sie sind zur Kuschel-Linken geworden.
Es geht nicht um kuscheln. Eine neue Ordnung wird jedoch nur Realität, wenn sie auf einem neuen breiten Konsens fußt. Ohne diese gesellschaftliche Übereinkunft können wir bestehende Strukturen nicht aufbrechen und die sind nun mal marktfixiert. Wir erleben mit der Wirtschaftskrise gerade einen Wendepunkt weg von der neoliberalen Ideologie. Wir brauchen neue Leitideen. Der Markt ist kein Wert an sich. Er ist nur ein Instrument. Um ihn zu kontrollieren, brauchen wir neue, demokratisch legitimierte Institutionen, etwa ein Europäisches Parlament, das selbst Gesetze auf den Weg bringen und Einfluss auf die Wirtschaftspolitik in Europa nehmen kann.
Die Wirtschaftskrise ist noch ein sehr junges Phänomen. In den Köpfen der Leute ist sie erst vor ein paar Monaten angekommen. Und da wollen Sie schon wissen, wo es langgeht?
Das Problem liegt doch auf der Hand: In dieser Krise gehen produktive, gesunde Betriebe in die Knie, weil sie die notwendige Liquidität nicht mehr bekommen. Deshalb wollen wir ja Brücken bauen, um den Betrieben zu helfen. Nicht auf Dauer. Wir werden diese Brücken für einige Zeit errichten. Aber es geht dabei nicht um Vergesellschaftung. Wenn diese Krise überwunden ist, werden die Brücken wieder abgebaut, und die Unternehmen sind dann wieder auf sich alleine gestellt. Ich hätte dann allerdings gerne mehr Mitbestimmung und Mitarbeiterbeteiligung. Das ist Fortschritt in kleinen Schritten.
Sie helfen den Unternehmen – und als Belohnung soll es etwas mehr Mitbestimmung geben. Auf diese Weise soll dem Kapitalismus so ein bisschen mehr linke Gesellschaft abgeknapst werden. Springen Sie damit nicht zu kurz?
Gegenfrage: Glauben Sie, dass wir am Ende dieser Krise einen neuen Sozialismus haben werden? Ich nicht. Was wir aber schaffen müssen, ist ein verantwortlicher, sozial regulierter Kapitalismus, eine Wirtschaftsordnung, die unsere Gesellschaften nicht immer mehr spaltet. Und die fällt nicht vom Himmel. Es geht um Wirtschaftsdemokratie für ein soziales Europa. Das alles bedeutet Abgabe und Teilung von Macht. Glauben Sie mir, das wird hart. Und es wird reichlich Konflikte mit sich bringen.
Sie kritisieren in dem Papier, dass sich die Politik den Kräften des Marktes gebeugt hat. Wie kann der Primat der Politik zurückerobert werden?
Dadurch, dass die Entscheidungen der demokratischen Institutionen den Bürgern verpflichtet sind und nicht Unternehmensinteressen hinterherlaufen. Dadurch, dass öffentliche Güter auch öffentlich bereitgestellt oder zumindest öffentlich reguliert werden. Demokratie muss auch im Unternehmen stattfinden – und das nicht nur in Deutschland. Früher wurden wir in Europa für Freaks gehalten, wenn es um die Mitbestimmung ging. Jetzt heißt es überall: Schaut doch auf Deutschland. Unsere britischen Freunde finden auf einmal Aufsichtsräte spannend, in denen Arbeitnehmervertreter sitzen. Das war früher ganz anders. Es ist noch nicht lange her, da war die vorherrschende Meinung: Die in Deutschland machen alles falsch und die anderen machen dafür alles richtig.
Hat Sie das geärgert?
Nein. Aber dieser lange Weg hat gezeigt, dass SPD und Gewerkschaften nicht nur Recht hatten, sondern jetzt auch Recht bekommen haben. In Deutschland gibt es eine solide Sozialpartnerschaft, Mitbestimmung, Teilhabe, die nicht beim Betrieb aufhört. Das sind für mich die ersten Anfänge einer echten Wirtschaftsdemokratie. Und das könnte ein role model für ganz Europa werden.
Ist das das Ziel des Papiers: Ein neues Politikmodell für Europa zu etablieren?
Es ist ein Aufruf für ein europaweites Netzwerk von Sozialdemokraten, die die gute Gesellschaft schaffen wollen. Vielleicht mag das einigen als illusorisch erscheinen in dieser Krise. Ich sage demgegenüber: Jetzt ist die Zeit dafür.
Das ist ein ziemlich hoher Anspruch.
Mein Anspruch ist, dass die sozialdemokratischen Ideen in Europa eine neue kulturelle und politische Hegemonie erreichen. Und dazu soll die Debatte um die „gute Gesellschaft“ beitragen.
Das Gespräch führten Jakob Augstein und Philip Grassmann
Diskurs mit Tradition
Vor einem Jahr haben sich die SPD-Parteivize Andrea Nahles und der Labour-Politiker Jon Cruddas erstmals zusammengesetzt, um über ein neues gemeinsames Strategiepapier zu diskutieren. Beide gehören zum linken Flügel ihrer Partei. Cruddas scheiterte vor einem Jahr knapp damit, neuer Labour-Chef zu werden. Auf englischer Seite war auch das labour-nahe Netzwerk Compass mit eingebunden. Das Ergebnis dieser Überlegungen, „Die gute Gesellschaft“, wird in dieser Woche zeitgleich in London und Berlin vorgestellt.
Inhaltlich nimmt das Dokument Bezug auf die Überlegungen des Schröder-Blair-Papiers, das im Juni 1999 vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder und seinem britischen Amtskollegen Tony Blair vorgelegt wurde. Mit diesem Dokument wollten die beiden Politiker den Kurs der Sozialdemokratie in Europa neu bestimmen. Das Schröder-Blair-
Papier leitete eine Politik ein, die auch als „Dritter Weg“ (Blair) oder „Neue Mitte“ (Schröder) bezeichnet wurde und eine Abkehr von der bis dahin gültigen Programmatik der SPD bedeutete.
Mit der „guten Gesellschaft“ wollen Nahles und Cruddas den inhaltlichen Diskurs der Linken neu beleben. Beide Politiker fordern eine andere, demokratischere Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung und sprechen sich auch für einen anderen Politikstil aus, der mehr auf Dialog setzt und weniger „autoritär“ ist. Nahles und Cruddas setzen sich außerdem für eine Stärkung der europäischen Demokratie und neue , supranationale Finanzkontrollen aus. Die britische Linke ist sogar bereit, dafür den Euro einzuführen.
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Dies ist windelweiche Rhetorik, Frau Nahles, konkret werden Sie nicht. Und weder gehen Sie darauf ein, daß Ihre Partei bis dato den Neoliberalismus mit befördert hat, Sozialgesetzgebung und AGENDA 2010, Aushebelung des Solidarprinzips in wesentlichen Bereichen (Renteversicherung z.B.), noch sind Sie so konsequent, auf Ihr künftiges Verhältnis zur Linken mit auch nur einer einzigen Bemerkung zu verweisen - es ist, als existierte diese politische Kraft, die von Anfang an die Agenda als Ansatz neoliberaler Politik kritisch unter die Lupe genommen hat, gar nicht. Was können wir uns also von diesem Neuansatz der SPD versprechen? Mir erscheinen diese Interview-Aussagen eher dem beginnenden Wahlkampf geschuldet, als einer Neuorientierung, die mit der kritischen Sichtung eigener Standpunkte beginnen müßte.
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Was ich noch ergänzen wollte: die Behauptung, Schröder und Blair hätten mit ihrer Politik eine respektable Antwort auf die neoliberale Hegemonie gegeben, ist völlig falsch - deren Politik resp. deren politischer Ansatz ist Neoliberalismus pur! Und Sie, Frau Nahles, die Sie einmal den linken Flügel der SPD verkörperten sind schon lange vorher eingeknickt, damals, als sie unter Druck darauf verzichteten, für das Amt der Parteivorsitzenden weiter zu kandidieren - seitdem erscheinen Sie mir, mit Verlaub, ein wenig fromm ...
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Da ist er also. Der lange erwartete neue Anstoß der Sozialdemokratie nach "New Labour" und der "Neuen Mitte". Am Arbeitsbegriff und Arbeitsethos hat sich nichts geändert - die Krise der Sozialdemokratie bleibt somit eine grundsätzliche.
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Gut ausgegraben. Nicht schlecht :-)
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Atemberaubend scharfsinnig und das in der SPD - "Weil wir jetzt – in der schwersten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren – an einer Zeitenwende stehen. Wir wollen mit unseren Thesen ja an das Schröder-Blair-Papier durchaus anknüpfen. Schröder und Blair haben zweifellos ihre Verdienste. Der Bildungspolitik wurde beispielsweise der Rang eingeräumt, den sie haben muss, wenn wir unsere eigene Zukunft nicht versäumen wollen" (Nahles)
Zeitenwende? Zukunft? - mit der SPD, in der die Parteiinke ein Schattendasein führt? Von einer ökologischen Fundamentalkrise wird nichts verstanden, man scheut den Konflikt mit den Machteliten, will Visionen einer "guten Gesellschaft" mit Vaseline verkaufen. Man will sich mit der Partei Die Linke auseinandersetzen, d.h. vor allem mit dem sozialdemokratischen Urgestein Oskar Lafontaine. Die Linke vertritt im Kern Jusoforderungen aus den 70er Jahren. Besser Frau Nahles würde in die linke SPD-Variante (Die Linke) eintreten und ein klares Signal setzen. Sie würde sich persönlich aus dem Vorhof der Macht mittelfristig verabschieden, aber sicher an Glaubwürdigkeit gewinnen und gleichzeitig für verunsicherte Geister eine Orientierung anbieten. Auch die Grünen (falls Frau Nahles den Übervater Lafontaine nicht verkraftet) würden sich über sozialdemokratisch prominenten Zuwachs freuen. Zeiten ändern sich, manchmal schneller als gedacht. Ansonsten hat jayne zur Agenda-Politik Grundsätzliches kommentiert. |
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Berlin, 9. November 2007
Eine Zustimmung [zur Vorratsdatenspeicherung, Anm.] ist auch deshalb vertretbar, weil davon auszugehen ist, dass in absehbarer Zeit eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts möglicherweise verfassungswidrige Bestandteile für unwirksam erklären wird. Stellungsnahme (Anlage 4) [pdf] von Frau Nahles u.a. zu ihrem Abstimmungsverhalten zur sog. "Vorratsdatenspeicherung" Ich war geschockt. Da äußert sie im Vorfeld schwerste Bedenken gegen den "Gesetzentwurf zur Neuregelung der Kommunikationsüberwachung und andere verdeckter Ermittlungsmaßnahmen" und stimmt trotzdem dafür, weil `Bundesverfassungsgericht wird´s schon richten´. WTF!? Solche Politiker, die - wie es in meiner Region heißt - "keinen Arsch in der Hose haben", gibt es schon zu viele. Frau Nahles hat sich für mich gesprochen komplett ins Aus geschossen. Daran wird auch und gerade so eine Reanimation aus der schönen Idealismus-Kiste nichts dran ändern. Denn wenn es hart wird, stimmt sie anscheinend auch gegen ihre eigene Überzeugung. |
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Der funktioniert nicht. Deswegen noch die Anmerkung, daß der erste Satz ("Eine Zustimmung ...") ein Zitat aus der genannten Stellungnahme ist.
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Sorry sorry, da hat die Seite wieder was verschluckt ... es soll heißen "Der quote-tag funktioniert nicht" (so, jetzt ist hoffentlich alles richtig)
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Ich finde diese Kommentare sehr interessant. Als wir das Interview geführt haben, haben wir sie ja auch gleich gefragt, ob sie hier die Kuschellinke macht und sich mit ein paar Krumen zufrieden gibt, die vom Tisch des bröckelnden Kapitalismus fallen. Das war die richtige Frage, weil wir unseren Job machen.
Aber in Wahrheit hat mir ihre Antwort doch sehr eingeleuchtet - die ja sinngemäß war, ohne "Anschlussfähigkeit" nutzt ihr die Fundamentalkritik nichts und einen neuen Sozialismus wird es nicht geben, wohl aber einen besseren Kapitalismus. Und das ist ja das ewige Thema. Der nicht aufgelöste Konflikt. Soll man unterhalb der Totalrevolution keinen Finger rühren? Ich bin da - ehrlich gesagt - auf Nahles' Seite. ich wäre ja froh, wenn die SPD so links wäre, wie sie. Und für mehr demokratische Kontrolle des Wirtschaftslebens sorgen würde ... Das ist eigentlich noch mal ein Leitartikelthema - warum in weiten Teilen der LInken die Kompromissbereitschaft einen so schlechten Ruf hat - auch wenn das ganz klar bedeutet, dass man sich von der Realisierung seiner Ziele komplett verabschieden kann. Denn das ist ja nun so. Mit diesen Ansichten ist Nahles ja schon in der SPD kaum mehrheitsfähig ... Und demokratisch sollten die Reformen schon erfolgen. Oder? |
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Eine Krankenschwester ist ja vielleicht auch manchmal ziemlich beruhigend??
Ich meine: Solange der Sozialismus noch nicht alle überzeugt hat ,-) Wo wären wir ohne die Krankenschwestern! Ich meine das unter Anderem ernst. Die amtierende Sozialsenatorin (DIE LINKE) hat sich unter dem aufschlussreichen Zitattitel „Die Barrikaden sind ersetzt durch Verhandlungstische“ zu ähnlichen Fragen geäußert. is.gd/rEyM Es sind dies ja uralte (übrigens ursozialdemokratische!) Fragen: Ab welchem Punkt einer Verhandlung verrät man Grundsätze? Bzw.: Wie viel Wert sind Grundsätze, wenn ich Leben retten oder zumindest Schlimmeres verhindern kann? Klar wissen es die immer besser, die nicht am Verhandlungstisch sitzen. Eine reine Lehre hegt sich recht wohlfeil am Küchentisch daheim. Sobald man in der Regierung Verantwortung trägt, bleiben Kompromisse nicht aus. Da sitzen dann immer mehrere Parteien, Personen, Ideologien mit am Tisch, die den auszuhandelnden Kompromiss in ihre Klientel vermitteln müssen. Und nie wird sich eine/r davon eins-zu-eins durchsetzen. Demokratie bedeutet Kompromiss. Demokratie heißt, dass nicht einer die Weisheit mit dem Löffel gefressen hat und diese dann auf den Tisch kotzen darf (auch wenn Kanzler Schröder sich bisweilen recht erfolgreich in diesem infantilen Verhalten versucht hat), sondern Mehrheiten organisieren. Das kostet nicht nur Kraft, sondern auch Prinzipien, die man vielleicht nicht über Bord wirft (ich spreche nicht von persönlicher Integrität, um die muss sich ein jeder selbst kümmern!), aber sozusagen provisorisch mit „Prio 14“ versieht. Ohnehin ist Demokratie, ist Sozialdemokratie nie perfekt, ist immer provisorisch, immer Prozess. Sonst wäre/n es keine. Das ist oft frustrierend, ermüdend, und sicherlich braucht die funktionierende Demokratie nicht nur die Entscheider, die Regierer, die legistlativ Aktiven und deren dicke Egos, sondern auch eine APO. Aber wenn diese APO sich immer mehr damit begnügt, in einer Art innerer Emigration beleidigt in der Schmollecke zu sitzen, dass der Sozialismus sich nun immer noch nicht durchgesetzt hat, finde ich das arm, dumm und kontraproduktiv. Die Selbstgerechtigkeit dabei geht mir auf die Nerven. Gebt Gedanken, gebt Ideen! – und stellt die Forderungen, wie man es besser machen soll! Auch an euch selbst! |
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PS
Das neue Papier der britisch-deutschen Linken Sozis ist die ersten zwei Seiten okay, danach kommt der übliche Beschwichtigungsversuch in alle Richtungen, also: unkonkret, langweilig und ohne echte Richtung, so dass ich ehrlich gesagt nur querlesen mochte. Blablabla. Wem will man gefallen? Und warum? Die Frage an die Sozialdemokratie wäre aus meiner Sicht eher: Warum zeigt da kaum jemand mal Arsch in der Hose? Außer zum Beispiel ein Peer Steinbrück, der ist kein Feigling, und da ist es mir egal, ob ich in allem theoretisch mit ihm übereinstimme oder ob werauchimmer ihn in die rechte SPD-Ecke stellt. Tja. Jetzt könnt ihr mich ja aus der Community werfen… |
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Es ist ganz einfach: Ich glaube ihr kein Wort. Ganz abgesehen davon, dass es nur schale Worthülsen sind. Unglaubwürdigkeit ist nicht nur ihr Problem sondern das der SPD allgemein. Zu charakterlos haben sie sich von ihren Prinzipien verabschiedet. Ohne Rückgrat ihre vorher artikulierten Werte abkaufen lassen - und das von eigenen Parteigenossen.
Ich sehe keine konkrete Entscheidung, die das verlorene Vertrauen zurückbringen könnte. So bleibt es bei seichtem Geschwätz übers Allgemeine. Das wird bei der kommenden Wahl Konsequenzen haben - ganz demokratisch. Da nutzt die windelweiche verbale Unterstützung von JA auch nichts. Alternativen sehen anders aus. |
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Das ist eigentlich noch mal ein Leitartikelthema - warum in weiten Teilen der LInken die Kompromissbereitschaft einen so schlechten Ruf hat - auch wenn das ganz klar bedeutet, dass man sich von der Realisierung seiner Ziele komplett verabschieden kann. Denn das ist ja nun so. Mit diesen Ansichten ist Nahles ja schon in der SPD kaum mehrheitsfähig ...
Bemerken Sie den Widerspruch in Ihrer Aussage, Herr Augstein? Wie sollte eine Partei eine Position durchsetzen können, die in ihr nicht mehrheitsfähig ist? Und: Kann ich diese Position in einer solchen Partei stärken, indem ich sie wähle, wenn sie dort doch von kaum jemand noch vertreten wird? Und vor allem: Warum wird Frau Nahles eigentlich als "Partei-Linke" bezeichnet? Wie weit rechts steht eine Partei im ganzen, in der Frau Nahles schon als links gilt? |
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"Die SPD ist die Krankenschwester am Bett des Kapitalismus." hat Norbert Schramm in seiner Rolle als Lothar Dombrowski formuliert.
Wie ich einem Artikel: jungle-world.com/artikel/2008/39/23844.html entnehmen konnte, stammt dieser Ausspruch eigentlich von Lenin, welcher das Problem und die Widersprüche der SPD ziemlich prägnant beschreibt, wie ich finde. Was Nahles Problem ist, ist der Spagat, als parteiloyale Politikerin Dinge vertreten zu müssen, denen sie persönlich vielleicht nicht nachhängt. Anders wäre sie von der einst linken Juso-Frau nicht an ihre jetzige Position gekommen. Politische Parteien, die sich als Volksparteien verstehen, können wahrscheinlich nicht anders. Nicht umsonst regiert unser Land eine Quasi-Sozialdemokratin, die zur Zeit wahrscheinlich mit den Seeheimern in der SPD besser klar kommt, als mit dem wirtschaftsliberalen Flügel ihrer eigenen Partei. Das natürlich nur aus machtpolitischen Gründen. Hätte es damals mit dem Guido gereicht - wer weiß? Nahles ist noch eingebunden. Was würde sie sagen, wäre sie schon soweit, wie andere einstige Politgrößen? Wissen wir natürlich nicht und Jacob Augstein hat auch ein bisschen recht. Es wird keine Revolution geben, morgen oder übermorgen. Wenn überhaupt, kleine Mikroschritte, zum Ärger aller, die wissen, dass sie nimmer reichen, um wirklich wahrnehmbare Veränderungen hervorzurufen. Aber es sind gleichwohl Schritte. Wir Linken freuen uns insgeheim auch über die Blüms, Töpfers oder Geißlers, die u.a. Dinge sagen, die wir schon immer so gesehen haben. Wohl wissend, dass sie diese Dinge nur sagen, weil sie im wahrsten Sinne des Wortes, nichts mehr zu sagen haben, in ihrer Partei und deren offizieller Tagespolitik. Nahles wird das später bestimmt auch mal so machen ... Und wir ärgern uns gleichzeitig schwarz (auch im wahrsten Sinne des Wortes), über ehemalige Politiker des linken Lagers, die plötzlich, wo sie in ihren Parteien keine große Rolle spielen, die Seiten wechseln. Wolfgang Clement, Oswald Metzger etc. Der geneigte Konservative wird sich über diese Zeitgenossen mit der ähnlichen Genugtuung freuen - endlich hat der begriffen, was ich schon immer sage - wie umgekehrt der Linke über Geißler und Co. Nahles grafisch mit der FDP-Politik gleichzusetzen, gefällt mir, wenn es satirisch überspitzt, also bierernst gemeint ist. Wenn es aber richtig ernst gemeint ist, dann muss ich intervenieren. Wer die extrem populistische FDP unter Westerwelle mit der nur halb so populistisch agierenden SPD-Linken vergleicht, verharmlost die FDP und deren perfide Absicht, die unteren Schichten der Gesellschaft restlos zu enteignen. Zumal die Westerwelle-Partei das ganz unumwunden, öffentlich kundtut. |
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Also, ich finde es ganz beruhigend, dass es noch Krankenschwestern gibt...
Interessant zur "Kompromissbereitschaft in weiten Teilen der Linken" hier ein Interview mit der amtierenden Berliner Sozialsenatorin (Die Linke) (schon das Titelzitat spricht Bände: "Die Barrikaden sind erstetzt dich Verhandlungstische") is.gd/rEyM Man könnte schließen: Sobald es an Regierungsverantwortung geht, sind Kompromisse nötig. Da sitzen ja immer mehrere Parteien, Ideologien, Personen am Entscheidungstisch - und dann muss man eine Entscheidung treffen, mit der alle leben können, die alle in ihre Klientel vermitteln können. Da gibt es dann eben, Beispiel Berlin, keine flächendeckenden Umsonstwohnungen, aber dafür - oha! - ein Kitajahr ohne Kosten für die Eltern, und bald sogar mehr als eins! Und merkwürdig, merkwürdig, diese Linke Partei kooperiert ganz wunderbar mit der - in Berlin zugegeben nicht unbedingt "rechten" - SPD. Wer hätte das gedacht. Und es funktioniert nur, weil es eine irgend gesellschaftliche Zustimmung gibt. Man kann keine Revolution gegen die Bevölkerung machen - und das ist wahrscheinlich auch ganz gut. Aber man kann gute Veränderungen für viele erreichen - auch wenn man damit kein Lenindenkmal errichtet bekommt. "Totale Konsequenz ist nur was für Heilige und Verbrecher", hat so ähnlich mal einer gesagt. Einer von den Krankenschwestern bzw. -brüdern. Man kann ja immer allen möglichen Parteien, Leuten, Gruppen vorwerfen, dass sie nicht eins-zu-eins die eigene Meinung vertreten. Aber man kann auch versuchen, es besser zu machen. Was ist vertrauenerweckend? FUndamentalopposition? (Die kann jeder! Die kann ich auch!) Oder grundsätzliche - und mühsame - demokratische Kärrnerarbeit? Mehrheiten organisieren kostet nicht nur Kraft, sondern auch Konsequenz. Demokratie wie Sozialdemokratie sind nie perfekt, sind immer Prozess. Sonst wären es keine. Das ist eigentlich noch mal ein Leitartikelthema - warum in weiten Teilen der LInken die Kompromissbereitschaft einen so schlechten Ruf hat - auch wenn das ganz klar bedeutet, dass man sich von der Realisierung seiner Ziele komplett verabschieden kann. Denn das ist ja nun so. Mit diesen Ansichten ist Nahles ja schon in der SPD kaum mehrheitsfähig ... Und demokratisch sollten die Reformen schon erfolgen. Oder? |
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Vorweg: die Kommentarfunktion spinnt bzw. scheint es so zu sein, daß ich nicht direkt auf Jakob Augsteins Kommentar antworten kann? Jedenfalls im folgenden dazu:
Von den Kommentaren auf eine allgemein mangelnde Kompromissbereitschaft zu schließen finde ich nicht statthaft. Abgesehen davon ist das doch ein bekannter politischer Kniff, 180% zu fordern, um 95% durchzusetzen - Herr Schäuble z.B. hat das doch geradezu exemplarisch vorgemacht und kultiviert ;-) Für mich stellt sich hier allgemein die Vertrauensfrage gegenüber Politikern. Frau Nahles steht mit dem Glaubwürdigkeitsverlust nicht alleine da. Aber sie hat eben das Pech, nicht nur auffällig geworden zu sein, sondern auch noch zu den bekannten Namen und Gesichtern im politischen Business zu gehören. Und bei dem von mir kritisierten Abstimmungsverhalten ging es ja nicht um eine Gesetzesvorlage zum - bildlich gemeint - Krümmungsgrad von Bananen. In solchen Fragen finde ich Winkelzüge, taktisches votieren und Kompromissfindungen durchaus okay. Aber es ging bei der genannten Abstimmung um eine Richtungsentscheidung von Verfassungsrang - Freiheit, Bürgerrechte und so weiter - da hört bei mir der Spass auf. Da muss man Flagge zeigen und sich nicht feige hinter dem Bundesverfassungsgericht verstecken. |
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WAS ist das die gute Gesellschaft ???Kommt sie aus der Forstwirtschaft...
NACHHALTIGKEIT des Wirtschaftens ???Hier werden all die guten alten Weisheiten dargelegt ...wir kennen sie doch ...es bedarf der RADIKALEN UMSETZUNG IN DIE PRAXIS ...WIE ES SCHON DER ALTE PHILOSOPH AUS TRIER ANMAHNTE !!!!!!!!!!!!!!Nicht nur neues Papier beschreiben ...es endlich auch tun..machen..realisieren...OHNE KOMPROMISSE !!!!!!!!!!! Auf in eine Gesellschaft , wo das WOHL DER KINDER im Zentrum steht unter Beachtung der Verpflichtungen ...Danksagungen den ALTEN gegenüber !!! Raus aus diesen totalen Überwachungsstaat 1990...2001...!!!!!!!! Unser MASS sollte das LACHEN UNSERER KINDER SEIN !!!!!!!!!!!!!!!! Jürgen |
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Wie stimmte Frau Nahles beim völkerrechtswidrigen Einsatz der Bundeswehr im Kosovokrieg? Bei der Verteidigung "unserer" Freiheit am Hindukusch? Bei der Agenda 2010 mit den Hartz-Gesetzen? Wo blieb ihre Unterstützung für Andrea Ypsilanti?
Über Jahre hinweg bei allen Schröder-Clement-Steinbrück Vorgaben "mit Bauchschmerzen" zustimmen und dann vor Wahlen das linke, soziale Feigenblatt abgeben wollen, das wirkt ganz einfach lachhaft. |
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schrieb am
09.04.2009 um 12:01
ganz richtig. Und wer das: >>"Gerhard Schröder und Tony Blair haben auf die neoliberale Hegemonie eine intelligente Antwort gegeben"<< "links" nennt, hat wirklich nicht mehr alle Tassen im Schrank.
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Frau Nahles hat bewußt (ausweislich ihres Kommentars) einem verfassungswidrigen Gesetz zugestimmt (Onlinedurchsuchung). Die Frau ist nicht satisfaktionsfähig, und es ist traurig, daß der Freitag ihr ein Podium bietet.
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Liebe Mitkommentatoren,
Einmal unterstellt, den "der Freitag" goutierten doch eher links orientierte Menschen, so muss doch auffallen, wie sehr das Vertrauen in die rosarote Zukunftsfähigkeit der sozialdemokratischen Politik geschrumpft ist. Die Unverbindlichkeit und Schwammigkeit der Begriffe, noch viel schlimmer, die Willkür, an den eigenen persönlichen Möglichkeiten orientiert, bei der Zustimmung zu bestimmten wichtigen Gesetzen, ist ja schon von Mitkommentatoren genügend gegeißelt worden. - Eigentlich fehlt nur noch die Probe auf das Exempel, in dem man diesen Interviewtext einmal in der ZEIT oder in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung als Gastinterview veröffentlichte, um dann die Reaktionen darauf kennen zu lernen. Das Grundproblem der Sozialdemokratie à la Nahles, Heil, Kahrs, Scholz und Co. Ihre CDU und FDP Altersgenossen reden nur sehr wenig unterschiedlich, ja mittlerweile ganz genau so. Auf der Ebene darüber empfinden doch Arbeiter und Angestellte die Kanzlerin und Herrn Koch, in NRW Rüttgers, horribile dictu, als glaubwürdigere, vor allem willensstärkere Vertreter ihrer Interessen, als es Steinmeier und Steinbrück, ganz zu Schweigen von Müntefering, die ersten beiden Gewächse aus dem Hause Schröder-Clement, der letztere ein wichtiger Stichwortgeber in diesem Team, je wieder sein werden. Zu Herrn Augsteins Kommentar ließe sich sagen, dass es Journalisten weder beim Erkenntnisgewinn, noch bei der Meinungsbildung weiter hilft, sich Gedanken um die beste Strategie von Parteien zu machen. Das ist Aufgabe der Parteien. Für Labour wird es zunächst Opposition geben und das ist der eigentliche Raum, an dem neues Nachdenken einsetzen kann. Die Sozialdemokratie eiert immer noch an diesem Erholungsraum vorbei, weil mit der "um 30% SPD" immer noch regiert werden kann und dies als parteiinternes Dogma gilt. So kommt keine Glaubwürdigkeit zurück und ein charismatischer Hoffnungsträger, eine Zukunftsvisionärin, ist bisher bei Rosa-Rot nicht geboren worden. Grüße Christoph Leusch |
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Was soll dieser, ich sage es direkt Schwachsinn, im Freitag ?
Frau Nahles möchte sich doch an Spiegel, Bild und FAZ wenden. Da werden Ihr geholfen. Wer allen Ernstes die Schrödersche Politik von explodiender Massenarmut, Rentenklau, Agriffskriege gegen andere Völker, Wahlfälschung usw. usf als intelligente Politik formuliert, die man nunmehr ein bisschen verschlimmbessern möchte, der soll sich doch an oben genannte Medien oder besser gleich an die INSM wenden. .......................................................................................................... Die SPD die vor 140 Jahren als Totengräber des Kapitalismus antrat, und die zwischenzeitlich zum Arzt am Krankenbett des maroden Systems delirierte, ist unter der Ära Schröder, Clements, Müntefering zur billigen Hure des Kapitals verkommen, die für Ihre schäbigen Dienste nicht einmal mehr einen Preis zu verlangen wagt. Wer sich mit der Geschichte dieser wunderbaren Partei beschäftigt wird ( spätestens seit 1914 ) unmweigerlich zu der Erkenntniss gelangen...... Wer hat und verraten ?????? Sozialdemokraten. |
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Die Diskussion bekommt langsam Fahrt - das vorgelegte "Positionspapier" als Wahlkampfbeitrag der SPD-Linken dürfte sich bald als "Leichtmatrose" herausstellen. Mehrere Kommentare kritisieren zurecht das Neusprech-Gefasel, fehlende analytische Tiefe, vordergründiger Pragmatismus, der mehr verkleistert, als er in der Sache nützt.
@Z. "Wer hat uns verraten? -Sozialdemokraten", alter Spruch der KPD, kann sicher nicht auf Frau Nahles angewendet werden. Unterstellen wir aufrichtig, dass sie sich redlich bemüht und ständig von taktischen Winkelzügen getrieben wird. Zum Schluss zählt aber das Ergebnis und das ist für die SPD-Linke in den letzen 10 Jahren ernüchternd. Nirgends konnten sie sich durchsetzen, weder parteiintern noch in der Koalition.Die Partei Die Linke ist u.a. Ergebnis ihrer Schwäche. @ Jakob Augstein:(...) "Aber in Wahrheit hat mir ihre Antwort doch sehr eingeleuchtet - die ja sinngemäß war, ohne "Anschlussfähigkeit" nutzt ihr die Fundamentalkritik nichts und einen neuen Sozialismus wird es nicht geben, wohl aber einen besseren Kapitalismus. Und das ist ja das ewige Thema. Der nicht aufgelöste Konflikt. Soll man unterhalb der Totalrevolution keinen Finger rühren?Ich bin da - ehrlich gesagt - auf Nahles' Seite."(JA) Als "Freitag-Macher" kann ich ihr Motiv für dieses Interview verstehen, eine Brücke zur SPD bauen, Publicity - insofern gehört es in den Freitag. Nur die Diskussion ist schief. Es geht nicht um vorschnellen pragmatische "Anschlussfähigkeit" bevor nicht geklärt ist, wohin denn die Reise gehen soll. "Fundamentalkritik", "Totalrevolution" etc. diskreditierend in den Ring zu werfen, ist wirklich zu billig. Ja, der SPD (inkl. ihres kleinen linken Häufleins) fehlt es v.a. an notwendiger Fundamentalkritik in der Ökologie als der Schlüsselfrage des 21. Jahrhunderts.Viele Worst-Case-Szenarien werden inzwischen von der Wirklichkeit übertroffen. Bei der SPD gibt es keine radikale Umsteuerung hin zu einer Erdpolitik, zu einer reflektierten Klimapolitik mit allen schwerzhaften Konsequenzen, sondern bestenfalls arbeitsplatzverträglichen Umweltschutz. Es geht, lieber Herr Augstein, nicht darum, ob man auf Nahles Seite steht, sondern schwerpunktmäßig, was die SPD-Linke denn zu bieten hat. Lieber 5 Jahre intensiver denken und außerparlamentarisch agieren, als 15 Jahre blinde Realpolitik betreiben und dabei dem Volk jeden Strohhalm als Mammutbaum zu verkaufen. |
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(...)Motiv für dieses Interview verstehen, eine Brücke zur SPD bauen, Publicity (...)
Ähm, also ist das nicht ein bisschen sehr an den Haaren herbeigezogen? - insofern gehört es in den Freitag. Verstehe ich das richtig, daß du dieses Strategiepapier in der Freitag "unpassend" findest? (weil es lediglich der Publicity dienen soll?) |
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Was soll "an den Haaren herbeigezogen" sein? Dass der Freitag solch ein Interview aus der linken SPD-Spitze drucken will, ist aus Medienperspektive doch nachvollziehbar, halte ich auch für richtig. Dass ich das Papier eher für einen "Leichtmatrosen" halte, dürfte doch deutlich geworden sein. Trotzdem ist das Gespräch mit der SPD sinnvoll,vor allem zu ihren naiven ökologischen Vorstellungen und weitgehenden Verblendungen. Ich will nicht ausschließen, dass auf allen Seiten dazu gelernt werden kann.
Was hättest du inhaltlich gegen meinen Kommentar einzuwenden? Grüße vom Bildungswirt |
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> Was hättest du inhaltlich gegen meinen Kommentar einzuwenden?
Gar nichts :-) Nachdem ich hier etwas die anfängliche Diskussion über alte/neue Freitag verfolgt habe, klang mir dieser eine Satz wie eine unfreundliche Unterstellung bzw. als sei das Strategiepapier nicht anspruchsvoll genug für die Freitag und demnach zu ignorieren. Da hätte ich dir widersprochen, auch wenn ich von Frau Nahles und dem Papier keine gute Meinung habe. Schöne Ostertage noch. |
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Das ist doch der alte Wein in neuen Schläuchen! Ich bin den Freitagmitarbeitern doch sehr dankbar, dass sie dieses Interview mit der Nahles gemacht haben. Für mich ist es nochmals evident geworden, dass die nach vorne gewandte und denkende Linke nicht mehr auf die SPD zählen kann. Je eher wir das akzeptieren und uns von der Bremswirkung der SPD befreien, um so eher werden wir neue Ideen zulassen und neue Wege begehen.
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Liebe Frau Nahles, was hat sie geritten, sich gerade im 'freitag' auf ein Interview dieser Art und mit diesen Antworten einzulassen.Nun gut, das ist ihre Sache und vielleicht noch die von J.A., der ja Erfahrung hat, wie man 'Quotenkönig der Kommentare' wird.
SPD und Labour.Ein feines Pärchen. Beide stehen einen Schritt vorm Abgrund und man möchte ihnen zurufen: einen Schritt noch und wir sind euch endlich los. Aber ihr Selbsterhaltungstrieb ist noch da und sie fangen an, dem Volk von der 'guten Gesellschaft' ein Märchen zu erzählen. Es war einmal ... So fangen Märchen an, aber auch anderes. Es gab einmal vor bald 200 Jahren eine Bewegung, die nannte sich 'Bund der Gerechten'. Aus ihr ging auch unter dem Einfluß des Rauschebarts aus Trier ihre Partei Frau Nahles, die s o z i a l - d e m o k r a t i s c h e Partei Deutschlands hervor. Eine Partei mit einer in der ganzen Welt einzigartigen Tradition, die sich im ambivalenten Widerstand zu den Regierenden zu einer wahren Volkspartei entfaltete. Stolz, selbstbewußt und stark. Und heute? Noch gibt es die SPD, aber sie ist weniger als ein Torso bezogen auf das, was sie einmal war. Nicht nur Günter Gaus, der Mitbegründer des 'freitag', verließ sie. Hunderttausende in den vergangenen zehn Jahren. Ein lebensgefährlicher Aderlaß. Beginnen Sie aus dieser Perspektive zu analysieren und die richtigen Schlußfolgerungen abzuleiten. Nur so ist die SPD zu retten, wenn dies überhaupt wüschenswert ist. Pardon,aber:Ihr Papier und die Antworten im Interview sind ein abstoßendes Konglomerat aus hohlen Phrasen, Halbwahrheiten und Lügen. Die 'linke' Nahles hat fleißig mitgebastelt an der Zeitbombe (sprich Systemkrise), die uns jetzt ereilt. Es ist 04.20 Uhr morgens. Ich muß schließen. Später mehr. |
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Tja, Frau Nahles redet mir zuviel um den heißen Brei.
1. Sie verteidigt immernoch die Agenda 2010 und jubelt Ekelhafte Politiker wie Schröder und Blair hoch das geht einfach nicht das sind doch gerade die Vertreter des Neoliberalismus. Sie distanziert sich nicht... 2. Die Unternehmens Frage ist ja auch mehr als blöd und das zeigt mal wieder den intelekt dieser Frau.. Sie will den Unternehmen helfen und erwartet nur kleine Zugeständnisse??? Das ist mehr als Gut-gläubig! 3. Warum spricht, Sie andauernd davon das der Neoliberalismus gescheitert ist bringt, aber bringt kein wirklich Neues Wirtschaftskonzept? Warum sagen diese Leute nicht einfach das wir zurück zum Keynesianismus müssen? Aber er ist noch lange nicht besiegt solange die FDP so stark ist habe ich ein Mulmiges Gefühl tja wann wollen die endlich begreifen das die Theorien von Baptiste Say,Ricardo und Smith nichts taugen? Egal............. |
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Sie unterstützt einen Kanzlerkandidaten Steinmeier. Das reicht IMHO, um sie für ernsthafte Diskussionen zu disqualifizieren.
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@JA: Die Kompromißbereitschaft der SPD hat in der deutschen Linken u.a. deshalb einen so schlechten Ruf, weil sie zum Ende der Novemberrevolution von 1918 und zum Tod von Liebknecht und Luxemburg (abgesegnet von Ebert) geführt hat. Ja, das ist 80 Jahre her. Aber es führt eine direkte Linie von dort zum Fall Kurnatz und zum Innenminister Schily und zur Justizministerin Zypries.
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Also ich finde es ersteinmal gut, dass sich die britischen und deutschen Linke in der Sozialdemokratie neu positionieren.
Ohne jetzt inhaltlich auf das Positionspapier zu antworten ist es aber auch klar, dass solch ein Projekt. 1.mit den Schröderianern in der SPD und mit den SPD Rechten kaum inhaltlich verwirklichen lässt. Zumindest momentan nicht. 2.Und schon gar nicht lässt sich das mit den bürgerlichen Parteien CDU/FDP als Koalitionspartner erst recht kaum realisieren. Folglich können die Inhalte nur in einer anderen Konstellation durchgesetzt werden. Aber ein Vorredner sagte es ja schon in Bezug auf Labour. In der Opposition hat die SPD viel Zeit zum nachdenken, wer eigentlich ihre politischen Hauptgegner und Konkurrenten sind! Ein Positionspapier aller demokratischen Linken in Europa wäre sicherlich sehr zielführend und wünschenswert. Die SPD-Linken in Deutschland werden aber lernen müssen, dass sie nur eine Gruppierung der demokratischen-europäischen Linken sind. Wenn die Sozialdemokratie 8(ich denke in ganz Europa), die demokratische Linke wieder inhaltlich anführen will, muss sie sich mehr als nur anstrengen. Das wird sicherlich lange brauchen. Viel zu viel Porzellan und vor allem Vertrauen hat der sog. „ Dritte Weg“ und die „Neue Mitte“ zerbrochen. Aber was nutzt eine tolle inhaltliche Debatte, wenn der gemeinsame Wille zur politischen Gestaltung aller Gruppierungen innerhalb der demokratischen Linken fehlt? Solange die Linken in ihrer Gesamtheit glauben, dass es sinnvoll ist, ihre Zeit dafür nutzen , klar zu stellen, wer die besseren Linken sind, statt einen gemeinsamen Wille zur Gestaltung zu formulieren, bleibt vieles ohnehin nur für den Papierkorb. Auch diese Positionierung der SPD und Labor Linken. |
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Es ist gut zu wissen, was die SPD - selbst ihr linker Flügel - nicht will: Wer also die Vergesellschaftung der Produktionsmittel anstrebt, wer will das öffentliche Güter wie Strom, Wasser und Mobilität auch öffentliches Eigentum sind anstatt nur reguliert zu werden. Kurz wer sich mit einem "sozial reguliertem Kapitalismus" nicht zu frieden gibt, der ist bei der SPD offenbar falsch.
Man kann Frau Nahles nur schmunzelnd traurig zu stimmen wenn sie sagt "Das bürgerliche Lager sind wir." |
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Die "Gute Gesellschaft" setzt gerade in der Auseinandersetzung mit dem
lange politisch prägenden, ideologischen Irrweg des Schröder-Blair Papiers einen gelungenen kritischen Akzent! Es orientiert sich an den sozialdemokratischen Grundwerten, während Schröder sie umzudefinieren suchte. So wird nun Verteilungsgerechtigkeit eingefordert. Dagegen führten Schröder/ Blair den Diskurs der gerechten Ungleichheiten ein und schrieben, Gerechtigkeit im sozialdemokratischen Sinne bedeute nicht Gleichheit im Ergebnis . Nahles und Cruddas fordern eine partizipative Demokratie ein, während Schröder/Blair einen Gegensatz von vermeintlichen "Modernisieren" und "Blockierern" ihrer Modernisierungsstrategie konstruierten und ihre Politik mit dem Gestus "There is no alternative" oder Basta-Vertrauensabstimmungen zu legitimierten. Ein neues sozial-ökologisches Sozial- und Wirtschaftsmodell ist jetzt das Ziel, wogegen sich Altkanzler und Altpremier noch von dem kurzlebigen Boom der new-economy faszinieren ließen. Sozial- und Arbeitsmarktpolitisch liegt der Fokus nun auf Förderung der Selbestimmung und Beschäftigungsfähigkeit , sozialer Sicherheit und guter Arbeit, statt nur auf individuelle Verantwortung abzustellen. Ich wünsche mir, dass die Gedanken des Projekts der Guten Gesellschaft Bestandteil einer glaubwürdigen politischen Neuorientierung der gesamten Partei werden und freue mich auf die Debatte! |
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Die "Gute Gesellschaft" setzt gerade in der Auseinandersetzung mit dem
lange politisch prägenden, ideologischen Irrweg des Schröder-Blair Papiers einen gelungenen kritischen Akzent! Es orientiert sich an den sozialdemokratischen Grundwerten, während Schröder sie umzudefinieren suchte. So wird nun Verteilungsgerechtigkeit eingefordert. Dagegen führten Schröder/ Blair den Diskurs der gerechten Ungleichheiten ein und schrieben, Gerechtigkeit im sozialdemokratischen Sinne bedeute nicht Gleichheit im Ergebnis . Nahles und Cruddas fordern eine partizipative Demokratie ein, während Schröder/Blair einen Gegensatz von vermeintlichen "Modernisieren" und "Blockierern" ihrer Modernisierungsstrategie konstruierten und ihre Politik mit dem Gestus "There is no alternative" oder Basta-Vertrauensabstimmungen legitimierten. Ein neues sozial-ökologisches Sozial- und Wirtschaftsmodell ist jetzt das Ziel, wogegen sich Altkanzler und Altpremier noch von dem kurzlebigen Boom der new-economy faszinieren ließen. Sozial- und Arbeitsmarktpolitisch liegt der Fokus jetzt auf der Förderung der Selbestimmung und Beschäftigungsfähigkeit , sozialer Sicherheit und guter Arbeit, statt nur auf individuelle Verantwortung abzustellen. Ich wünsche mir, dass die Gedanken des Projekts der Guten Gesellschaft Bestandteil einer glaubwürdigen politischen Neuorientierung der gesamten Partei werden und freue mich auf die Debatte! |
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