Der israelische Staat hat wieder einmal gezeigt, dass ihm internationales Recht und humanitäre Normen vollkommen gleichgültig sein können. Die kleine Flottille mit Hilfsgütern für den isolierten und systematisch ausgehungerten Gaza-Streifen in internationalen Gewässern aufzubringen, ist ein Akt brutaler Machtdemonstration und damit ein Fall für den Weltsicherheitsrat wie den Internationalen Gerichtshof (ICC). Dass bisher keine israelische Regierung die Rechtsprechung dieses Gremiums respektiert hat, tut nichts zur Sache. Sudan, im Westen gern als Schurkenstaat etikettiert, hat den ICC ebenso wenig anerkannt, trotzdem gibt es ein Verfahren und eine Anklage gegen den Präsidenten Omar al-Bashir wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Wenn es wirklich so viele Tote an Bord des türkischen Schiffes IHH gegeben hat – die Rede ist inzwischen von 16 Opfern, darunter auch türkische Soldaten – ist das nicht nur erschütternd, sondern auch ein Beleg dafür, dass unmenschlichem Vorgehen ausgesetzt ist, wer menschlich handeln will. Es bleibt lebensgefährlich, einem Volk beistehen zu wollen, das unter der schulterzuckenden Resignation der so genannten Staatengemeinschaft oder bei wohlwollendem Verständnis der Freunde Israels, nicht zuletzt der deutschen Regierung, kolonisiert wird.
An Bord der Schiffe befanden sich etwa 10.000 Tonnen Hilfsgüter, darunter 150 Fertighäuser, 500 Rollstühle und medizinische Ausrüstung. Schon einmal, im August 2008 waren solche Archen der Unerschrockenen zwischen Zypern und dem Gazastreifen unterwegs. Sie nahmen ein ähnliches Schicksal. Nur erfolgte die Enterung der Schiffe nicht mit dieser kaltblütigen Brutalität wie in der Nacht vom 30. zum 31. Mai 2010.
Was will die Regierung Netanjahu-Lieberman der Welt mit diesem Übergriff beweisen? Sie arbeitet entschieden daran, dass ihr Staat immer mehr verachtet und gehasst wird. Sie belastet das Verhältnis zu den USA, speziell zu Präsident Obama, der wieder einmal in seinen Friedensbemühungen brüskiert wird. Die gerade erst in Gang gekommenen indirekten Gespräche mit der Fatah von Mahmud Abbas werden von den Vorgängen im Mittelmeer nicht unberührt bleiben. Die PLO kann es sich nicht leisten, die vor aller Welt exekutierte und außerhalb des isrealischen Hoheitsgebietes demonstrierte Blockade des Gaza-Streifens zu ignorieren. Es sind palästinensische Landsleute, die dort leiden und überleben müssen. Manchmal entsteht der Eindruck, es sitzen fanatische Antisemiten in der Regierung des Premiers Netanjahu, die Israel um jeden Preis schaden wollen. Außenminister Lieberman und Generalstabschef Gabi Aschkenasi schüren gerade eine Hasskampagne gegen den Richter und jüdischen Südafrikaner Richard Goldstone, der es gewagt hat, die Gaza-Aggression vom Januar 2009 zu beleuchten und der isarelischen Armee Kriegsverbrechen zu bescheinigen. Mehr schaden wollen, kann man sich eigentlich nicht.
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Frei nach dem Motto "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich gänzlich ungeniert", schlägt Israel das internationale Recht weiter nach belieben mit ihrem "terrific Hammer" der IDF. Nicht nur die internationale Staatengemeinschaft wird hier in unerträglicher Weise vorgeführt, nein der noch "stärkste" Politiker der Welt, der US-Präsident wird ein weiteres Mal bloßgestellt. Seine angestrebte Politik konterkariert, zur Seite gewischt.
Und wie wird die internationale Staatengemeinschaft reagieren? Wie immer. Erst vor kurzem hat sich doch diese Staatengemeinschaft eines wichtigen Druckmittels beraubt, nämlich auch wirtschaftlichen Druck auf Israel ausüben zu können und bei positiven Verhalten dieses Land mit einem Beitritt zu belohnen. Die Aufnahme Israels in die OECD spricht Hohn, denn angeblich fühlt sich ein jedes Mitglied der Demokratie und der Markwirtschaft verpflichtet. |
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Ich habe letzte Woche eher zufällig in der FAZ von der Flotte gelesen. Ansonsten habe ich das Thema gar nicht wahrgenommen, da es an der Oberfläche gar nicht stattfand. Und jetzt gerade läuft RTL Mittagsmagazin und auch dort gibt es nur eine sehr kurze Meldung zum israelischen Angriff. Wenn selbst die Boulevard-Magazine das Thema nicht ausschlachten, scheint es als habe die Zensur funktioniert. Deutschland duldet demnach nicht nur, was geschieht, sondern unterstützt es indem es einfach nicht darüber berichtet. Was keiner weiß, macht keinen heiß. Oder mit Aldous Huxley: "Groß ist die Wahrheit, größer aber, vom praktischen Gesichtspunkt, ist das Verschweigen der Wahrheit."
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Ich habe bereits vor einer Woche hier einen Artikel gebloggt:
www.freitag.de/community/blogs/alien59/eine-flotte-fuer-gaza Die Resonnanz war nicht erheblich. Dort hätte man aber auch den link finden können, der die bisherigen Versuche aufzählt. So z.B. die "Destiny" im Sommer 2009, die aufgebracht und deren Passagier erst mal inhaftiert wurden. |
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Nicht enttäuscht sein. Da muss man durch. Danke übrigens für Dein Feedback in meinem Hausblog!
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Ich habe bereits vor einer Woche hier einen Artikel gebloggt:
www.freitag.de/community/blogs/alien59/eine-flotte-fuer-gaza Die Resonnanz war nicht erheblich. Dort hätte man aber auch den link finden können, der die bisherigen Versuche aufzählt. So z.B. die "Destiny" im Sommer 2009, die aufgebracht und deren Passagier erst mal inhaftiert wurden. |
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Ach ja, auch sollte nicht unterschlagen werden, Israel demütig innerhalb kürzester Zeit einen der letzten "Verbündeten", "Wohlgesonnenen", möglichen "Vermittler vor Ort", den dieses Land in dieser Region vorweisen konnte.
Die Türkei! Auch darauf nimmt Israel keine Rücksicht mehr. Völlig losgelöst agiert diese Regierung auf der internationalen Bühne und schadet sich mehr als es Nutzen bringen wird. Doch offensichtlich spielt auch das in den politischen Überlegungen Israels keine Rolle mehr. |
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Nehmen wir mal an es kommt zu einem bewaffneten Konflikt zwischen Türkei und Israel, erst mal dadurch, dass die Türken ein Kriegsschiff ins Mittelmeer verlegen, was sich jetzt wohl anbietet.
Dann haben wir möglicherweise den Bündnisfall und Deutsche und Amerikaner müssten Israel den Krieg erklären! Dieses Szenario klingt total bescheuert, aber es kann eine ganze Menge passieren, wenn sich das aufschaukelt. |
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Das brutale Vorgehen Israels gegen diesen Hilfskonvoi, ist zunächst, da er sich offensichtlich in internationalen Gewässern abspielte, nicht weniger als ein Akt der Piraterie. Ich hoffe, dass dieser Fakt, sollte er sich zweifelsfrei bestätigen, in den Medien nicht zu kurz kommen wird. Und auch entsprechend eingeordnet wird (Mission "Atalanta"; BP Köhler: "freie Handelswege").
Interessant wäre es auch, in diesem Fall die unterschiedlichen Interessen z.B. der Türkei (Diskussion um die EU-Aufnahme; anvancierter Mediator in Nahost) und Ägyptens (Sperrung des Gaza-Streifens von dieser Seite, ebenfalls Mediator) zu beleuchten. |
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Es wundert mich, dass Herr Herden hier nun weltweites "Entsetzen und Empörung" multipliziert, das ich durchaus teile. Aber was ist denn so neu daran, dass Israel seine Feinde und deren Helfer nicht immer völkerrechtskonform "entsorgt". In Anlehnung an den Artikel über Herrn Köhler hätte ich eine Argumentation erwartet, die da in etwa sagt:
"Nur ein Einfaltspinsel, der die letzten 60 Jahre verschlafen hat, kann sich darüber empören, dass der israelische Staat sich nicht immer ganz an die Regelungen des Völkerrechts bzw. an UNO-Resolutionen hält, bzw. halten kann oder will." Wieso gleichwohl Ihre berechtigte Aufregung? Weil Sie bei diesem Problem anderer Meinung sind oder noch nicht Ihre journalistischen Segel gestrichen haben? |
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Wer weiss eigentlich, was genau passiert ist auf hoher See? War jemand dabei? Hat es jemand mit eigenen Augen gesehen? Und was haben türkische Soldaten auf einem Schiff für Hilfsgüter verloren? Ist dieses Detail eigentlich schon einmal jemandem aufgefallen?
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wo hast du dieses detail her?
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sehe grad - das ist eine frage an Lutz Herden
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Wie sind eigentlich die Kräfteverhältnisse da unten?
Wieviel gegen wen? Und wer presst alles mit? |
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Das über mir gehört aber auch irgendwie editiert ...
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Also das um 15:28 ...
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Auf Israel ist leicht schimpfe, allerdings kann man nicht so leicht was tun. Israel hat die Bombe. Da ist leichter Auskommen, wenn man nochmal ein Auge zudrückt. Frau Merkel hat das erkannt. Aber sind wir doch mal ehrlich, so klug sind wir alle, dass wir wissen, dass man nur vermeintlich Schwächeren ernsthaft drohen sollte. Ebenso wie die Bänker sicher vor Konsequenzen sind, sind es die Israelis.
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Israel ist jahrelang bei seiner Gaza-Blockade – nicht zuletzt von der EU – ermutigt worden. Jetzt Bestürzung oder Unbehagen zu formulieren, wie soeben die Kanzlerin in ihrem Statement, grenzt an Heuchelei.
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Lutz Herden, Sie beschreiben den weiteren internationalen Ansehens-
verlust Israels aber kein Wort über das mögliche Zündeln an einer weiteren regionalen militärischen Eskalation . Oder sehen Sie das nicht ? |
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hallo Lutz Herden!
wo haben Sie das her, dass unter den toten türkische soldaten seien? - ich habe bisher 'nur' türkische staatsangehörige gefunden. |
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o je
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wie meinen?
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a ja
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quatschdüddelei?
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In einem Beitrag wurde schon darauf hingewiesen, dass bisher nicht klar ist, was auf dem Schiff geschah. Ging die Gewalt von Teilen der Besatzung aus (Israelische Position) oder wurde die Besatzung gewaltsam angegriffen (Palästinensische Position). Ich finde es bei dieser schwachen Informationslage schon toll, was hier alles so geschlußfolgert wird.
Eine zentrale Frage ist meines Wissens nach noch nicht gestellt und erst recht nicht beantwortet worden: Warum ist die Flotillie nicht auf das irsraelische Angebot eingegangen, die Fracht im Hafen Aschkalon zu löschen und via UNO auf dem Landweg in den Gasastreifen zu transferieren? - Ging es vielleicht um eine Provokation mit ungewissem Ausgang? Nichtsdestotrotz kann man die Frage stellen, warum die israelische Armee die Schiffe nicht einfach abgedrängt hat. |
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warum hätten die schiffe nach Ashdod (nicht Ashequelon, aber das ist nicht weit voneinander entfernt) fahren sollen und so weiter? Israel hätte sie ja auch nach 'Aza eskortieren und dann dort das ausladen überwachen können? - wäre bestimmt am schnellsten gegangen.
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Ich finde es bei dieser schwachen Informationslage schon toll, was hier alles so geschlußfolgert wird.
welche suchmaschine nutzen sie einjklig? |
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schrieb am
31.05.2010 um 18:30
Ich halte dieses Ansinnen für nachvollziehbar. Ich denke nicht, dass so etwas gutgegangen wäre.....Die Hamas ist nach meinem Verständnis keine Befreiungs- sondern eine fundamentalistische Terrororganisation. Linke Politik sollte sich von solchen Vereinen klar distanzieren, sonst gibt sie ihr humanitäres Selbstverständnis auf.
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schrieb am
31.05.2010 um 18:31
Google.
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Ich meinte Rahab. Und hatte Sie zustimmend zitiert. Auch Ihr Verständnis der Hamas teile ich.
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Das Angebot wurde nicht angenommen, weil die Israelis nur die Waren nach Gaza gelassen hätten, die auf ihrer Liste stehen - ein Großteil sind aber eben genau die, die deshalb in Gaza fehlen - angefangen bei dem Zement.
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@Rotwurm
was hat jetzt Ihr verständnis von hamas mit meiner überlegung, wie es vielleicht anders hätte laufen können, zu tun? abgesehen davon, dass zawa im verein mit hilfsorganisationen so etwas sicherlich auch so hätte organisieren können, dass es problemlos läuft. |
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@rotwo
<< Die Hamas ist nach meinem Verständnis keine Befreiungs- sondern eine fundamentalistische Terrororganisation. Linke Politik sollte sich von solchen Vereinen klar distanzieren, sonst gibt sie ihr humanitäres Selbstverständnis auf. >> Kann ich nicht nachtvollziehen. Erstens sind auch Feinde einfach Feinde und keine Teufel, zweitens ist Hamas die real existierende Regierung von Gaza. Die letzte gewaehle Vertretung der Palestinenser insgesamt ohnehin. Die Tuerkei scheint einer Verbruederung mit Hamas zuzuneiugen, das klingt in meinen Ohren sehr vernuenftig. |
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Fehlerkorrektur: Nicht Aschkalon, sondern Aschdod....
Habe inzwischen erfahren, dass die Familie des vor vier Jahren von der Hamas entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit den Organisatoren der Flotillie angeboten hatte, sich bei der Regierung in Jerusalem dafür einzusetzen, die Friedensflotte nach Gaza zu lassen. Im Gegenzug wünschten sich die Schalits, dass sich die Passagiere der „Friedensflotte“ bei der Hamas dafür einzusetzen sollten, dass ihrem Sohn ein Paket mit Lebensmitteln und Briefen übergeben werden dürfe. Dieser Vorschlag wurde ebenfalls abgelehnt. Frage: Ist humanitäre Hilfe teilbar? |
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Wurde nicht abgelehnt. Desinformation.
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schrieb am
31.05.2010 um 22:05
Bitte um Beleg.
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schrieb am
01.06.2010 um 12:06
Belegthema ist noch offen.
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Das sind solche Propaganda-Newsbits, die immer parat sind. Natürlich kann es es immer auch ganz anders sein, und jeder findet das, was er glauben will. Da sollte man sich einfach mal auf den Bodycount konzentrieren.
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Frage: Ist humanitäre Hilfe teilbar? >> Das ist ein running gag. Es sollte die Blockade ueberwunden werden. Nur insoweit ging es um den Transport humanitaerer Gueter. Man lese die Liste illegaler Blockademassnahmen nach dem San Remo Manual aus 1994, hier irgendwo im blog. Ein Einverstaendnis der israelischen Regierung waere nichts wert gewesen. Im Gegenteil, es haette den Bruch der Blockade unmoeglich gemacht. Im Uebrigen waere die Verteidigung der Blockade, waere diese nach dem Kriegsrecht legal gewesen, weil die Einwohner vor allem keine unverhaeltnismaessige Not erleiden, siehe hierzu auch schon Goldstone, zwar kein Mord und bei Proportionalitaet zum Zweck kein Kriegsverbrechen gewesen, aber doch keineswegs nach allgemeinem Voelkerrecht rechtmaessig. Israel hat sich schon im letzten Gaza-Krieg auf sein Selbstverteidigungsrecht berufen. Dass dieses Recht Israel das Recht gibt, die Politik deer Region zu bestimmen, ist aber zweifelhaft. Was Goldstone ueber den Gaza-Krieg sagt gilt in jedem Fall auch hier. |
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Fehlerkorrektur: Nicht Aschkalon, sondern Aschdod....
Habe inzwischen erfahren, dass die Familie des vor vier Jahren von der Hamas entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit den Organisatoren der Flotillie angeboten hatte, sich bei der Regierung in Jerusalem dafür einzusetzen, die Friedensflotte nach Gaza zu lassen. Im Gegenzug wünschten sich die Schalits, dass sich die Passagiere der „Friedensflotte“ bei der Hamas dafür einzusetzen sollten, dass ihrem Sohn ein Paket mit Lebensmitteln und Briefen übergeben werden dürfe. Dieser Vorschlag wurde ebenfalls abgelehnt. Frage: Ist humanitäre Hilfe teilbar? |
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Das sind genau diese PR-Anekdötchen, die in einem aufgeheizten Konflikt kognitive Dissonanz überwinden.
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Nun sollten man erst mal ein zwei Wochen abwarten, bis es genauere Informationen über diesen Vorfall gibt, bevor man die israelische Marine verdammt.
Wurden die Soldaten beim entern unter Feuer genommen? Hat die IDF zuerst das Feuer eröffent? Auf wenn hat die IDF das Feuer eröffnet, auf unbewaffente, oder Soldaten? Welche Bewaffung gab es an Bord? Automatische Waffen? Basukas? Wurden darüberhinaus nicht nur Fertighäuser und medizinisches Material an Bord, sondern vielleicht auch schwere Waffen, wie Kurzstreckenrakteten für die Hamas? |
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wenn selbst zawa sagt, dass aus (ein oder zwei) waffen, die ihnen vorher abgenommen wurden, auf sie geschossen wurde - dann ist die frage, ob zawa bereits beim entern beschossen wurde, vielleicht doch nen bißchen daneben, wa. oder soll ich jetzt annehmen, unter den aktivisten seien bereits ab zypern israelische soldaten gewesen, die dann ihre eigenen leute beschossen hätten. sorry, aber ... so weit geht nicht mal zawa!
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Die Schiffe sind alle vor dem Auslaufen durchsucht worden. Vermutliche Waffen: Feueräxte, Fleischmesser aus der Küche und Stöcke - einige der Passagiere sind halt etwas älter.
Ehrlich gesagt, die IDF hat das Schiff geentert, in internationalen Gewässern. Selbst wenn sie beschossen worden wären, wäre das Notwehr gewesen. Oder meinst du, wenn ein Räuber sich beklagt, dass der Hauseigentümer auf ihn geschossen hat, als er die Tür eintrat, wäre ein ganz armer Kerl? |
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@alien
Oder meinst du, wenn ein Räuber sich beklagt, dass der Hauseigentümer auf ihn geschossen hat, als er die Tür eintrat, wäre ein ganz armer Kerl? Ich glaube, in den USA gab es schon Urteile, die Einbrecher in solchen Fällen recht gegeben haben.... |
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In den USA muss auch ein Mikrowellenhersteller einen Warnhinweis geben, dass man in dem Gerät keine Haustiere trocknen darf.
Amerikanische Justiz ist öfter mal recht merkwürdig, würde ich ungern als Beispiel nehmen. |
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oh ttg, das kennen wir hier auch
nennt sich notwehr-exzess ist aber die frage, ob eine juristische beurteilung der vorgänge da überhaupt ankäme |
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Sehr geehrter Herr Herden,
vielen Dank für diesen klaren und deutlichen Artikel. Man darf aber sicher sein, dass die publizistische Rechtfertigungsmaschinerie jetzt schon anläuft (auch und vor allem in Hamburger Gossenpresshäusern) und dass unter dem - an sich korrekten - Vorbehalt, dass man ja nichts Verlässliches weiß, bereits die passenden Desinformationsparolen ausgegeben werden. Nachher ist dann alles irgendwie fraglich und damit auch für die Apologetik passend. Wichtiger scheint mir, dass Ihre Befürchtung, Israel werde sich international isolieren, auf weitere mögliche Implikationen verweist. Es gibt nämlich (neben der notorischen, massenmedial vermittelten Vergesslichkeit des "freien Westens") ein ganz einfaches Mittel, in einem derartigen Fall die Solidarität nachhaltig zu erzwingen: den Angriff auf den Iran, in dessen Zuge sich dann Israel "verteidigen" muss und so die bereitstehende US-Kriegsmaschinerie auf den Plan ruft. Auch seitens Dtl. ist ja die aktualisierte Version der Nibelungentreue sicher. Es hätte ja auch für etliche Interessenten nach wie vor sein Attraktives, eine lokale Macht ggf. in handliche Portionen zu zerlegen ("Selbstbestimmung von Regionen", Frieden und Demokratie wie im Irak oder Afghanistan) und sich ganz nebenbei die Ressourcen anzueigen, die man eigentlich doch sehr gut brauchen und dabei anderen (z.B. China) vorenthalten kann. Einer erwiesenermaßen so skupellosen - und aufgrund ihres Religionsfundamentalismus programmatisch fanatischen - Regierung wie der israelischen ist vieles, auch dieses Spiel, zuzutrauen, vor allem da sie die militärischen Mittel besitzt. Und es wäre wohl - leider - in diesem gedanklichen Dunstkreise nicht einmal "irrational". Freundliche Grüße RAJ |
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Danke für die Reaktion, ich glaube aber, dass die israelische Regierung diesmal wirklich eine Rote Linie überschritten hat - nicht zuletzt, weil es wie eine Brüskierung wirkt, dass Premier Netanjahu in dieser Situatiuon ein anberaumtes Gespräch mit Präsident Obama abgesagt hat.,
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je öfter ich dies video sehe, desto lieber wäre es mir, ich könnte es sehr viel größer sehen und in einzelbilder zerlegen können und überhaupt genauer untersuchen können
außerdem ist mir, außer des es vom guardian stammt, die quelle unklar. bei dem von Dörfler eingestellten video geht es mir genauso. was nicht heißt, dass ich beide videos nicht ernstnehme. sie erklären mir letztlich jedoch noch nicht die vielen toten und verletzten. |
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schrieb am
31.05.2010 um 23:01
@Rotwurm
Diese Bilder sind schon aussagekräftig. Israelische Soldaten seilen sich einzeln ab und werden - scheinbar unerwartet - sofort angegriffen. Dass die Israelis in dieser Situation nur noch durch Herumballern die Oberhand gewinnen konnten, erscheint mir glaubhaft. Wären die Aktivisten tatsächlich adäquat bewaffnet gewesen, hätte die Armee vermutlich zahlreiche Tote zu beklagen gehabt. Aber die israelische Führung ging offensichtlich davon aus, auf keinerlei Widerstand zu stoßen - soviel zu der Behauptung, dass irgendjemand ernsthaft mit Waffenschmuggel durch diese Flotte gerechnet hätte. Warum dieses unverantwortliche Vorgehen? Warum kein Tränengas, keine Wasserwerfer, keine Blendgranaten, keine Gummigeschosse, keine Taser? Es gibt doch ein ganzes Arsenal gegen unbewaffnete, aber gewaltbereite Menschenmengen? Und gerade israelische Sicherheitskräfte sollten da doch über große Routine verfügen. |
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schrieb am
31.05.2010 um 23:06
Hallo, solche VIDs stellen nur einen Ausschnitt des realen Verlaufs dar. Was war vorher und was kam danach?
Mir ging es darum, noch einmal deutlich zu machen, dass die vielen Schnellschüsse hier in der Diskussion nicht auf einer abgeklärten sachlichen Basis angesiedelt, sondern eben tatsächlich Schnellschüsse sind. Sie spiegln insofern nur eines wieder, nämlich vofimdliche Vor-URTEILE. Linke sollten aber in der lage sein, sich und ihre Sichten kritisch zu reflektieren. Sonst können sie den Anspruch aufgeben, Situationen sachlich zu analysieren. Also Dampf raus aus der Diskussion und Analyse rein. |
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sachliche analyse: hatte zawa überhaupt gedurft?
und das jetzt bitte nicht nach israelischer sicherheitsdoktrin sondern nach internationalem recht! |
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schrieb am
31.05.2010 um 23:12
Tränengas: Ich habe Filmausschnitte gesehen, die zeigen, dass der Teil der Besatzung, welcher angeriffen hat, mit Gasmasken ausgestattet war.
´Zu Blendgranaten kann ich nichts sagen. Angeblich sollen anfangs Gummigeschosse verwendet worden sein. Kann das aber noch nicht nachprüfen. Was sind Taser? Zentraler scheint mir nach wie vor die Frage, warum die Schiffe nicht geblockt oder abgedrängt wurden. Kam ja alles nicht unerwartet. Es hat ja auf israelischer Seite wohl Zeit für Besprechungen gegeben. |
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gummikugeln sind keine wattebäuschchen.
kannst ja die einschlägigen gutachten ergoogeln. |
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schrieb am
01.06.2010 um 00:16
@Rotwurm
Der Versuch die Schiffe abzudrängen hätte zu einem tagelangen Katz-und-Maus-Spiel führen können - live in alle Welt übertragen (sofern nicht grade Fußball oder Grand Prix kommt). Stattdessen wollte man der Sache wohl schnell ein Ende machen, indem man die Boote aufbringt und die Aktivisten Heim schickt. Bis auf das türkische Schiff hat das ja auch gut funktioniert. P.S. Taser sind Elektroschocker, die über einige Meter als Schusswaffen benutzt werden können. |
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@rahab
Rahab schrieb am 31.05.2010 um 23:12 sachliche analyse: hatte zawa überhaupt gedurft? und das jetzt bitte nicht nach israelischer sicherheitsdoktrin sondern nach internationalem recht! Das ist die entscheidende Frage: Durften die Israelis diesen Hilfskonvoi angreifen? Wenn nicht, hatten die Leute auf den Schiffen, alles Recht der Erde sich zu verteidigen. |
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Natürlich hatten sie dieses Recht in internationalen Gewässern nicht. Denn wie wird die Operation "Atalanta" begründet? Doch wohl mit der Abwehr von Piraterie und der Störung der internationalen Seefahrt durch die somalischen Akteure.
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och, ich denk mal - die wären längst präsentiert worden.
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schrieb am
31.05.2010 um 23:34
Keine Ahnung. Aber die Seeblockade der Israelis ist ja das Ergebnis der nicht abwegigen Vermutung, dass die Hamas sich auf alle möglichen Arten zu bewaffnen versucht, also auch via Waffenlieferungen auf dem Seeweg. Der Versuch, die Blockade zu durchbrechen ist also so etwas, wie ein Präzendenzfall. Jedes Land würde in einer ähnlichen Situation versuchen, einen solchen Präzendenzfall zu verhindern.
Es kam ja das Angebot einen israelischen Hafen anzulaufen und nach Kontrolle die Transferierung in den Gasastreifen zu ermöglichen. Warum wurde das abgelehnt und ohne wirkliche Not die Konfrontation gesucht? Ging es wirklich nur um humanitäre Hilfe? |
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schrieb am
01.06.2010 um 00:24
@Rotwurm
Etwas überspitzt: Außer Wasser, Brot, einige Medikamente und ein wenig Brennstoff wird von Israel nahezu alles, was Menschen so tagtäglich für ihr Leben benötigen, geblockt. Ein Großteil der Hilfsgüter wäre also nicht durchgekommen. Aber natürlich war diese Flotte gestartet, um das Unrecht dieser Blockade publik zu machen. |
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schrieb am
01.06.2010 um 10:18
Das ist nicht etwas, sondern sehr überspitzt. Im konkreten Fall: Die UNO hat die Möglichkeit ohne jeglich Probleme Hilfsgüter in den Gasastreifen zu transferieren.
Es gab also eine gezielt provokative Absicht, die, wie der Verlauf zeigt, die humaitäre klar überlagert hat. "Das Unrecht der Blockade" ist der verständliche Versuch Israels, Waffenlieferungen an eine zur Regierung konstituierte Terrororganisation zu verhindern. Hast Du Dich mal mit der Charta der Hamas und ihren politischen und gesellschaftlichen Positionen auseinandergesetzt? - Welche Gründe sollte es für humanistische Linke geben, darin Bündnispartner zu sehen? |
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Man kann uns sollte die Gewalt der Hamas verurteilen, aber man sollte auch wissen woher sie ihre Legitimation bezieht und warum sie im Gazasteifen gewählt wurde.
Die israelische Politik zielt darauf ab, das palästinensische Territorium durch Siedlungsbau zu zerstückeln. Besser wäre es gewesen den Gazastreifen Israel zu geben und dafür einen zusammenhängenden palästinensischen Staat zu schaffen. Doch genau daran hat Israel kein Interesse. |
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@Rotwurm
die uno hat eben nicht die möglichkeit "ohne jeglich Probleme Hilfsgüter in den Gasastreifen zu transferieren." die probleme, welche ihr dabei bereitet werden, sind bei der uno nachzulesen. einen einstieg dazu findest du in einem von Alien59's blog - ist leicht zu finden, es geht im titel um koriander. du müßtest nun schon etwas näher erläutern, weshalb die absicht, über die von Israel immer mal wieder wechselnd zugelassenen hilfsgüter hinaus andere ebenfalls dringend benötigte nach 'Aza zu bringen, eine "gezielte provokative Absicht" verfolgt und worin genau diese absicht bestehen soll - außer durch den transport dieser benötigten und nicht zugelassenen hilfsgüter dafür zu sorgen, dass die bedürftigen sie dennoch erhalten. Waffen (außer den zwei marinesoldaten abgenommenen pistolen) wurden immer noch nicht gefunden! da muß ich schon mal die gegenfrage stellen, zu welchem zweck hilfsorganisationen immer weiter und entgegen allen tatsachen unterstellt wird, sie würden helfen waffen einzuschmuggeln und oder sich die charta der hamas zu eigen machen! und ich frage noch weiter: hat die aktuelle israelische politik etwa die absicht, hilfsorganisationen all around the world in eine bündnispartnerschaft mit hamas zu zwingen? |
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schrieb am
01.06.2010 um 11:27
Nicht: "Man kann und sollte", sondern man muss.
Die Hamas im Gasastreifen wurde nicht wegen der israelischen Siedlungspolitik gewählt, sondern weil die Israelis abgezogen sind, ohne vorher mit der anderen Seite den Rahmen zu regeln. Das wurde als "Sieg über die Zionisten" verstanden, hat einen palästinensischen Chauvinismus ausgeläst, von dem die Hamas profitiert hat. Und anschließend wurden dann zur Vervollkommung der Macht der Hamas die Abbas-Leute abgemurkst. Die "Legitimation" ihrer Herrschaft im Gasastreifen bezieht die Hamas aus der brutalen Unterdrückung der eigenen Brüder. Siedlungsbau ist kontraproduktiv. Da hast Du recht. Aber nebenbei: Israel hat eine arabische Minderheit. Warum sollte es nicht möglich sein, dass ein künftiger palästinensicher Staat eine jüdische Minderheit hat? Den einen oder anderen Gebietsaustausch für einen pal. Staat halte ich für eine mögliche Option im Rahmen eines Friedensprozesses. Den Vorschlag, den Du gemacht hast ist aus meiner Sicht völlig unrealistisch. Aber selbstverständlich ist ein Staat, der aus zwei räumlich getrennten Gebieten besteht ein schwieriges Unterfangen. Ich persönlich sehe derzeit aber keine andere Option, bin aber lernfähig. |
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schrieb am
01.06.2010 um 11:54
Ich habe doch keineswegs bestritten, dass die Schiffe geentert wurden. Wie sollte man Tatsachen bestreiten können. Ich habe nur das Bild angefragt, das mit dem Begriff "Friedensaktivisten" verbunden ist. Für mich sind Menschen, die bspw. auf andere mit Messern einstechen keine Friedensaktivisten. Ich habe da wohl ein anderes Bild als Du.
Die Diskussionen um das Thema UNO-Hilfsgüter kenne ich. Es gibt in jedem Land, in dem die UNO vor Ort tätig ist, Abstimmungsbedarf zwischen den Vereinten Nationen und dem jeweiligen Land. Wäre verwunderlich, wenn das nicht so wäre. Und in unserem Zusammenhang hat Israel ein anderes Verständnis davon, was als Waffen und Munition (bzw. deren Vorstufe) zu gelten hat. Fertighäuser z.B., wie sie auf den Schiffen vorhanden sind, gehören nicht dazu. UNd wenn nichts waffentaugliches transpordiert wurde, warum ist dann die Flotillie nicht auf den israelischen Vorschlag eingegangen? - Hätte sie doch gut machen können, wenn, wie Du schreibst, keine Waffen gefunden wurden. Warum statt dessen die Durchbrechung der Seeblockade? Ist es nicht provokativ, wenn man ein anderes Land in eine Situation dergestalt zwingt, einen Präzedenzfall zuzulassen (und sich damit die Ausgangssituation in Bezug auf das angestrebte Ziel - durch die Blockade Waffenlieferungen an die Hamas über See zu unterbinden - faktisch zu relativieren) oder auf der anderen Seite gezwungen zu sein, um diese Blockade aufrechterhalten zu können etwas unternehmen zu müssen. Heraus kommt für die Organisatoren so oder so ein Propagandaerfolg und für Israel der schwarze Peter. Und warum das Ganze, wenn es nicht um die Hamas ginge, der ein solcher Propagandaerfolg nur gelegen kommen konnte? - Etwa aus "Spaß an der Freud"? Ich habe nicht geschrieben, dass sich Hilforganisationen die Charta der Hamas zu eigen machen oder versuchen würden, Waffen einzuschmuggeln, sondern habe eine Person konkret gefragt, ob sie die Charta gelesen und sich mit der antihumanitären Politik der Hamas vertraut gemacht hätte. Die letze Frage finde ich ein wenig naiv, wenn ich das so ´sagen darf. |
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och, ich stell gern mal naive fragen!
manchmal verhelfen die dazu, das eine oder andere noch mal zu hinterfragen. und rege nochmals an, du möchtest dich doch über die 'abstimmungsprobleme' etwas genauer informieren. ansonsten könnten wir nun ja in eine endlos-debatte darüber einsteigen, wer und wie und was eigentlich hamas hervorgebracht hat - und welche möglichkeiten es gäbe, hamas (et al) zu pazifizieren. |
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Siedlungsbau ist nicht nur kontraproduktiv, sondern verhindert den Aufbau eine palästinensischen Staates. Palästina besteht nicht nur aus zwei räumlich getrennten Gebieten sondern mehreren. Die jüdischen Siedlungen werden so gebaut, das palästinensische Gebiete zunehmend voneinander getrennt werden. Das dürfte ein Grund sein, warum Hamas immer wieder neue Mitglieder findet. Und einen palästinensischen Staat mit jüdischer Minderheit sehe ich skeptisch, dafür ist schon zuviel Unrecht auf beiden Seiten geschehen. Außerdem dürften die Palästinenser bald in der Minderheit sein.
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schrieb am
01.06.2010 um 15:05
@Rotwurm
Du lügst dir da in die Tasche, indem du kritiklos die israelische Rechtfertigungsrhetorik reproduzierst und dich nicht darum zu kümmern scheinst, ob diese mit der Realität übereinstimmt. a) Der Transport von Hilfsgütern nach Gaza ist keinesfalls problemlos möglich. Im Gegenteil wird das Blockieren bzw. Durchlassen von Israel als Sanktionsinstrument eingesetzt. b) Die Hamas ist nicht in der Lage, Israel ernsthaft zu gefährden. Es gibt daher keine Legitimation, beinahe 2 Mio Menschen unter schlimmen Bedingungen auf unbestimmte Zeit dahinvegetieren zu lassen. Der marginale Zugewinn an israelischer Sicherheit kann diese Behandlung jedenfalls nicht rechtfertigen. c) Die Blockade kann die Aufrüstung der Hamas nicht unterbinden, da gegen einen entsprechend hohen Preis nahezu alles durch die Schmuggeltunnels beschafft werden kann. Daher ist die Hamas weiterhin - im Rahmen ihrer vergleichsweise beschränkten Möglichkeiten - handlungsfähig und wird dies aller Wahrscheinlichkeit auch nach weiteren Jahren der Blockade bleiben. Daher: Die Blockade ist ähnlich wie seinerzeit das Embargo gegen den Irak in erster Linie dazu da, die Bevölkerung für ihre Regierung zu bestrafen. In der Hoffnung, dass diese dadurch an Macht verliert. Leider hat das noch nie funktioniert, sondern erzeugt nur Zerstörung. Alle wissen das, allerdings will niemand das Schweitern dieser Anti-Hamas-Politik eingestehen. Und gegen diese zynische Politik richtete sich die Hilfsflotte, die natürlich eine politische Demonstration war. Eine, die man nur voll und ganz unterstützen kann! |
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schrieb am
01.06.2010 um 15:26
Noch ein Nachtrag:
"Und in unserem Zusammenhang hat Israel ein anderes Verständnis davon, was als Waffen und Munition (bzw. deren Vorstufe) zu gelten hat. Fertighäuser z.B., wie sie auf den Schiffen vorhanden sind, gehören nicht dazu." Bist du dir eigentlich im Klaren darüber, dass man potentiell jedes Stromkabel dazu benutzen könnte, irgendwo einen Sprendsatz zu zünden? Z. B. unter einem Merkava-Panzer? Dass Holzbalken zum Abstützen von Schmuggeltunneln oder Hamas-Stellungen verwendet werden können? Von Teufelszeug wie Zement ganz zu schweigen. Und die Kassam-Raketen kannst du mit dem Sortiment eines Baumarktes zusammensetzen. All diese gefährlichen Dinge muss sich die Bevölkerung von Gaza zu horrenden Preisen durch Schmuggel beschaffen! Und das in einem der dichtbevölkertesten Landstriche der Welt. Über Jahre - wenn sich nichts ändert, dann vielleicht über Jahrzehnte! |
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Der israelische Staat wird seit langem von einer autistischen, unter krankhaftem Verfolgungswahn leidende Militärkaste regiert. Die Bevölkerung wird sich mehrheitlich weiter in einer Wagenburgmentalität verbarrikadieren.
Leider war damit zu rechnen, dass ein Drama wie dieses geschehen kann. Ich hoffe, dass der Protest internationaler Friedensaktivisten sich weiter in ähnlichen Aktionen artikuliert. Ich hoffe, dass die humanistische israelische Minderheit trotz allem nicht den Mut verliert. |
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schrieb am
01.06.2010 um 10:56
Mir liegt die gegenwärtige rechtsnationalistische israelische Regierung auch nicht. Tatsache ist: Die Israelis sind aus dem Gasastreifen abgezougen und viele Menschen, darunter ich, hatten daraufhin mit einem Impuls für die Friedensbemühungen von palästinensischer Seite gehofft. Was statt dessen kam, waren Kassams.
Menschen, die andere Menschen mit Eisenstangen und Messern traktieren, sind keine Friedensaktivisten. Das war eine gezielte Propagandaaktion für die radikalen Islamisten der Hamas. Ich frage mich, was das mit linker Politik zu tun haben soll und warum das hier (siehe Arikel und das Gros der Postings) auf überwiegend positive Resonanz stößt. "Die humanistische isralische Minderheit" wird auch vom Terror bedroht. Daher ist die alte israelische Friedensbewegung von der Schwindsucht betroffen und wird durch weitere Aktionen solcher "internationaler Friedensaktivisten" von der Krankheit nicht gesunden. |
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schrieb am
01.06.2010 um 10:56
Mir liegt die gegenwärtige rechtsnationalistische israelische Regierung auch nicht. Tatsache ist: Die Israelis sind aus dem Gasastreifen abgezougen und viele Menschen, darunter ich, hatten daraufhin mit einem Impuls für die Friedensbemühungen von palästinensischer Seite gehofft. Was statt dessen kam, waren Kassams.
Menschen, die andere Menschen mit Eisenstangen und Messern traktieren, sind keine Friedensaktivisten. Das war eine gezielte Propagandaaktion für die radikalen Islamisten der Hamas. Ich frage mich, was das mit linker Politik zu tun haben soll und warum das hier (siehe Arikel und das Gros der Postings) auf überwiegend positive Resonanz stößt. "Die humanistische isralische Minderheit" wird auch vom Terror bedroht. Daher ist die alte israelische Friedensbewegung von der Schwindsucht betroffen und wird durch weitere Aktionen solcher "internationaler Friedensaktivisten" von der Krankheit nicht gesunden. |
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@Rotwurm
mit solchen unterstellungen "Menschen, die andere Menschen mit Eisenstangen und Messern traktieren, sind keine Friedensaktivisten. Das war eine gezielte Propagandaaktion für die radikalen Islamisten der Hamas. Ich frage mich, was das mit linker Politik zu tun haben soll und warum das hier (siehe Arikel und das Gros der Postings) auf überwiegend positive Resonanz stößt." solltest du etwas vorsichtiger umgehen. immerhin sind die menschen auf der Marvi Marmara nicht irgendwie nach oben in die israelischen helikopter gekrabbelt und dort über die arglos herumfliegenden marinesoldaten hergefallen. |
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schrieb am
01.06.2010 um 12:00
Wo liegt die UNterstellung? Die "Friedensaktivisten" haben doch u.a. Messer gezückt und haben dami Menschen traktiert. Vielleicht hast Du ein anderes Bild davon, was Friedensaktivisten sind. Meines jedenfalls korrespondiert nicht mit dem Verhalten derer, díe seltsamerweise so benamt werden.
Dass die Schiffe geenter wurden habe ich nicht bestritten. Wie sollte man denn Tatsachen bestreiten können? |
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schrieb am
01.06.2010 um 12:00
Wo liegt die UNterstellung? Die "Friedensaktivisten" haben doch u.a. Messer gezückt und haben dami Menschen traktiert. Vielleicht hast Du ein anderes Bild davon, was Friedensaktivisten sind. Meines jedenfalls korrespondiert nicht mit dem Verhalten derer, díe seltsamerweise so benamt werden.
Dass die Schiffe geenter wurden habe ich nicht bestritten. Wie sollte man denn Tatsachen bestreiten können? |
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schrieb am
01.06.2010 um 12:00
Wo liegt die Unterstellung? Die "Friedensaktivisten" haben doch u.a. Messer gezückt und haben dami Menschen traktiert. Vielleicht hast Du ein anderes Bild davon, was Friedensaktivisten sind. Meines jedenfalls korrespondiert nicht mit dem Verhalten derer, díe seltsamerweise so benamt werden.
Dass die Schiffe geenter wurden habe ich nicht bestritten. Wie sollte man denn Tatsachen bestreiten können? |
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schrieb am
01.06.2010 um 12:00
Wo liegt die Unterstellung? Die "Friedensaktivisten" haben doch u.a. Messer gezückt und haben dami Menschen traktiert. Vielleicht hast Du ein anderes Bild davon, was Friedensaktivisten sind. Meines jedenfalls korrespondiert nicht mit dem Verhalten derer, díe seltsamerweise so benamt werden.
Dass die Schiffe geentert wurden habe ich nicht bestritten. Wie sollte man denn Tatsachen bestreiten können? |
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schrieb am
01.06.2010 um 12:16
Habe gerade gelesen, dass die "Mavi Marmara", als einziges der Schiffe der Flotillie von der radikal-islamistischen IHH befehligt wurde. Der IHH wird seit den 90er-Jahren sowohl vom amerikanischen als auch vom französischen Geheimdienst vorgeworfen, unter dem Denkmantel humanitärer Hilfe Verbindungen zu dschihadistischen Gruppen zu unterhalten. Sie hat u.a. auch nachweislich in den vergangenen Jahren erfolgreich Spenden für die terroristische Hamas gesammelt. Auf der Mavu waren offenichtlich die radikal-islamischen Akteure Flotille versammelt und die wollten es offensichtlich nicht beim zivilen Widerstand bewenden lassen.
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ich rate immer noch zur vorsicht bei der übernahme von vorwürfen.
vielleicht werden wir ja bei der pressekonferenz der zurückgekehrten bundestagsabgeordnet_innen näheres erfahren - von augenzeug_innen des geschehens. |
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schrieb am
01.06.2010 um 12:36
Ich habe die Info aus unterschiedlichen Quellen. Insofern halte ich sie für relevant.
Von einer Presekonferenz dieser drei Personen erwarte ich mir nichts Erhellendes. Sie dürften nicht so uninformiert und naiv gewesen sein, nicht zu wissen, auf was sie sich da einlassen. Die hatten übrigens, als es um die Antisemitismusresolution des Bundestags ging, den Raum verlassen. Das ergibt doch schon ein (wenn auch noch nicht vollständiges) Bild der Verfasstheit dieser Akteure. Ich hoffe sehr, dass es der LINKEN gelingen wird, die antiisraelischen Reflexe etlicher ihrer Mitglieder endlich zu überwinden und zu realistischeren Einschätzungen zu kommen. Gregor Gysi hatte da ja einen guten Anstoß gegeben, der zwischenzeitlich leider wohl mehr und mehr versandet ist. |
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was sind denn anti-israelische reflexe?
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schrieb am
01.06.2010 um 13:24
Das lässt sich ganz gut im Gysi-Papier nachlesen. Das empfehle ich sehr, falls Du das noch nicht kennst.
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schrieb am
01.06.2010 um 13:30
Habe die Rede mal rausgesucht. Bitteschön: www.linksfraktion.de/rede.php?artikel=1317265844
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ich verspreche: ich werde es mir genau durchlesen und überprüfen, inwieweit ich inkriminierte positionen teile oder inwieweit doch nicht, sondern mir dies nur unterstellt wird.
ich füge schon jetzt warnend hinzu: auch wenn ich Gregor Gysi ab und zu in seinen positionen und seinen äußerungen symphatisch finde, mein umgang mit Israel/Palästina ist schon etwas älter als seine rede... der hat seine anfänge in den tagen, als es mazpen noch gab. |
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was, Rotwurm, denkst du denn, würde Gysi von dieser 'rede' halten?
threewayfight.blogspot.com/2007/11/is-left-anti-zionism-anti-jewish.html |
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schrieb am
01.06.2010 um 14:15
Das solltest Du ihn besser selber fragen: gregor.gysi@bundestag.de
Für mich ist das, was sich aktuell linker Antizionismus nennt, eine bemäntelnde Umschreibung für linken Antisemitismus. Was Gysi in seiner 88er Rede vertreten hat, war ein Versuch sich von einer solchen Entwicklung abzugrenzen und die LINKE für eine solche Abgrenzung zu gewinnen. Inwiefern er sich da selbst treu geblieben ist, weiß ich nicht. Ich klinke mich jetzt erst mal aus, muss einiges erledigen. |
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wieso ich? du berufst dich doch auf ihn!
aber ich werde seine rede gern auch mit besonderem augenmerk darauf lesen, wie die punkte, die in der von mir verlinkten rede angesprochen werden, von ihm behandelt werden. und wenn du dich dann wieder einklinkst: ich schätze es überhaupt nicht, wenn versucht wird, mir etwas unterzuschieben, was ich nicht denke. wenn du also die auseinandersetzung mit denen suchst, die du für bemäntelte linke antisemiten hältst, dann bist du bei mir an der falschen adresse. |
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ach ja, hier
www.freitag.de/community/blogs/alien59/die-flottille---der-tag-danach bzw. hier www.freegaza.org/de/home/56-news/1174-israels-disinformation-campaign-against-the-gaza-freedom-flotilla findest du die antwort auf deine frage an Alien59 |
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Rahab: hatten wir nicht erst kürzlich einen Spezialisten für linken Antisemitismus hier?
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Ich dachte es geht um einen unziemlichen Militäreinsatz und nicht um antisemitische Debatten. Genauso ist ein Verständnis für das Vorgehen Israels kein Antipalästinensimus.
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schrieb am
01.06.2010 um 17:46
"und wenn du dich dann wieder einklinkst: ich schätze es überhaupt nicht, wenn versucht wird, mir etwas unterzuschieben, was ich nicht denke. wenn du also die auseinandersetzung mit denen suchst, die du für bemäntelte linke antisemiten hältst, dann bist du bei mir an der falschen adresse."
Ich habe keine linken Antisemiten gesucht. Mir liegt an solchen Begegnungen nichts. Leider laufen mir aber immer mal wieder solche Leute über den Weg |
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schrieb am
01.06.2010 um 17:47
"ach ja, hier
www.freitag.de/community/blogs/alien59/die-flottille---der-tag-danach bzw. hier www.freegaza.org/de/home/56-news/1174-israels-disinformation-campaign-against-the-gaza-freedom-flotilla findest du die antwort auf deine frage an Alien59" Nein. |
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schrieb am
01.06.2010 um 17:49
"Rahab: hatten wir nicht erst kürzlich einen Spezialisten für linken Antisemitismus hier?"
Gibt´s hier einen? - Der würde mich sehr interessieren. Habe da verschiedene Fragen.....;-)) |
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@Rotwurm
auf dein "Im Gegenzug wünschten sich die Schalits, dass sich die Passagiere der „Friedensflotte“ bei der Hamas dafür einzusetzen sollten, dass ihrem Sohn ein Paket mit Lebensmitteln und Briefen übergeben werden dürfe. Dieser Vorschlag wurde ebenfalls abgelehnt." findest du bei Alien59 die antwort, dass dies nicht abgelehnt wurde. dann tät mich ja noch interessieren, woran du bei den leuten, welche dir so über den weg laufen, erkennst, dass sie links bemäntelte antisemiten seien. so einfach so? auf anhieb? oder wie geht das? spezialist für .... breiten wir den mantel der barmherzigkeit drüber |
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Dass das Posting mehrfach gesendet wurde, liegt an einer temporären Funktionsstörung meines PCs. Bitte an die Redaktoren, die gedoppelten Postings zu löschen.
Danke. |
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schrieb am
01.06.2010 um 12:27
Ich denke, der Herr Herden sollte sich mal langsam überlegen, seine schnellschüssigen Schlußfolgerungen aus dem obigen Artikel selbstkritisch zu überprüfen und sich in einem neuen Artikel entsprechend zu korrigieren.
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Ein interessantes Interview mit dem Völkerrechtler Daniel-Erasmus Kahn, das weitere Hinweise gibt, die das entstehende Bild komplettieren.
"Hatte Israel das Recht, den Gaza-Hilfskonvoi mit Gewalt zu stoppen? Experten sind skeptisch: Im Interview mit SPIEGEL ONLINE erläutert der Völkerrechtler Daniel-Erasmus Khan, was man der Marine vorwerfen kann - und sagt, warum Jerusalem dennoch keine Klage an internationalen Gerichten droht." Der Link: www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,697889,00.html |
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Wie die hier „kommentierenden“ Schreibtischkrieger ins Fachsimpeln geraten darüber, wie viel Gewalt denn in Ordnung geht, ob das jüngste israelische Massaker denn mehr „Schaden als Nutzen“ gebracht hat und ob das ganze denn überhaupt „verhältnismäßig“ gewesen sei, verrät das erst mal eins:
Viel Verständnis für die geteilten Maßstäbe einer imperialen Weltordnung und ihrer maßgeblichen (staatlichen u. supranationalen) Subjekte, ebenso viel Verständnis für den israelischen Verbündeten und Statthalter dieser Ordnung in der Region, ABER ganz viel Stilkritik besonders in dem Fall, wenn Israel über die westliche Drecksarbeit hinaus, eigene geopolitische Interessen versucht durchzusetzen. Nämlich die vollständige Brechung des konkurrierenden, palästinensischen Staatsgründungsprojekts – und das mit allen Mitteln. Dann werden die leider, leider notwendigen Opfer dieser Ordnung auch mal öffentlich in Zweifel gezogen und dieser Zweifel in solch unsägliche und brutalstmögliche Fragen gekleidet: Wo denn nun die Grenze gezogen werden könnte, beim MASSVOLLEN Erschießen von Leuten, die die Frechheit besitzen Israels Nationalismus mit Nahrungsmitteln, Fertighäusern und Rollstühlen meinen stören zu können. Hätten nicht 3 Tote statt gleich 16 (oder mehr) ausgereicht? Muss „man“ denn gleich in den Kopf schießen? Hat Israel „nicht schlimmen Schaden angerichtet in der Region“ (vom Schaden der Verletzten und Toten ist da nicht die Rede)? Aber auch Fragen und zynische Stilblüten dieser Art, von Seiten der fundamentalistischen Anhänger eines konsequenten Israel – Nationalismus: Sind die Erschossenen nicht selber schuld, wenn sie sich mit Knüppeln und Messern gegen den Überfall einer hochgerüsteten Hightech-Elitearmeeeinheit zur Wehr setzen? Haben diese selbsternannten Friedenshänger und Demagogen gar ihre eigene Erschießung geplant, um das edle Israel weltweit schlecht zu machen? Diese Fanatiker seien ja zu allem fähig. Sie mussten doch wissen, dass ihre angekündigte Vernichtung drohte…uswetcpp… Na dann wünsche ich noch viel Spaß beim Streiten und Rechten um den gemäßen Einsatz von Gewalt inkl. der gezielten Tötung von Menschen. Zu soviel verantwortungsvoller und staatsbürgerlicher Gemeinsamkeit in Sachen Gewalt kann ich nur noch herzlich gratulieren, das Feld räumen – und kotzen gehen… |
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schrieb am
01.06.2010 um 17:32
Na, denn mal viel Spaß dabei. ;-))
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Polemik, Polemik. Was sagen denn die Abgeordneten der Linken? Wie haben die beiden das erlebt?
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Paech sagte (bei dlf zusammengeschnitten gehört) sinngemäß folgendes:
gegen 4.30 sei das schiff von schlauchbooten umgegeben gewesen, vielleicht zehn minuten später sei angegriffen worden, schwere detonationen (gas, splittergranaten, ?), von helikoptern hätten sich soldaten abgeseilt, er sei zusammen mit ? vor dem als lazarett eingerichteten raum gewesen, habe gesehen, wie drei soldaten gebracht wurden. auf weitere frage nach 'waffen': nur mit holzstöcken gewehrt vier tote im eingangsbereich gesehen - vor allem durch schußwaffen (der kollege, dessen name mir entfallen ist). die frauen waren unter deck, wurden rausgeholt, gefilzt, alles bis auf klamotten am leib und paß abgenommen, mit kabelbinder gefesselt - wie im krieg irgendwo wird es doch wohl ein video von dieser pressekonferenz geben?! |
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@phineas
***** das gibt 5 stars |
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Über die IHH, welche die Mavi Mamaris befehligt hat, vom Danish Institute for International Studies
Yet, the phenomenon of charitable front groups that provide support to Al-Qaida is by no means exclusively limited to the Arabian Peninsula. Indeed, elsewhere in the Muslim world, other such entities have been established with near equal success – as in Turkey, with the socalled Foundation for Human Rights, Liberties, and Humanitarian Relief (IHH). Turkish authorities began their own domestic criminal investigation of IHH as early as December 1997, when sources revealed that leaders of IHH were purchasing automatic weapons from other regional Islamic militant groups.43 IHH’s bureau in Istanbul was thoroughly searched, and its local officers were arrested. Security forces uncovered an array of disturbing items, including firearms, explosives, bomb-making instructions, and a “jihad flag.” After analyzing seized IHH documents, Turkish authorities concluded that “detained members of IHH were going to fight in Afghanistan, Bosnia, and Chechnya.” According to a French intelligence report, the terrorist infiltration of IHH extended to its most senior ranks. The report, written by famed counterterrorism magistrate Jean-Louis Bruguiere, revealed that IHH President Bulent Yildrim had directly conspired in the mid-1990s to “recruit veteran soldiers in anticipation of the coming holy war [jihad]. In particular, some men were sent into war zones in Muslim countries in order to acquire combat experience.”45 Furthermore, in the hopes of “obtaining political support from these countries, financial aid was transferred [on behalf of IHH], as well as caches of firearms, knives, and pre-fabricated explosives.”46 An examination of IHH’s phone records in Istanbul showed repeated telephone calls in 1996 to an Al-Qaida guesthouse in Milan and various Algerian terrorist operatives active elsewhere in Europe – including the notorious Abu el-Ma`ali, who has been subsequently termed by U.S. officials as a “junior Osama Bin Laden.” During the later Seattle trial of would-be Al-Qaida Millenium bomber Ahmed Ressam, federal prosecutors called French magistrate Bruguiere to the stand as an expert witness. Bruguiere testified that IHH had played “[a]n important role” in the Al-Qaida Millenium bomb plot targeting LAX. Under repeated questioning, Bruguiere insisted that “[t]here’s a rather close relation”: The IHH is an NGO, but it was kind of a type of cover-up… in order to obtain forged documents and also to obtain different forms of infiltration for Mujahideen in combat. And also to go and gather[recruit] these Mujahideens. And finally, one of the last responsibilities that they had was also to be implicated or involved in weapons trafficking.48 Years later, Bulent Yildrim and the IHH also played a key role in galvanizing anti-Western sentiment among Turkish Muslims in the lead-up to the 2003 war in Iraq. By late 2002, the IHH was instrumental in convening large and raucous protest rallies opposed to the thenimminent effort to depose Saddam Hussein, capped off by the burning of U.S. and Israeli flags.49 Even after the initial U.S. invasion of Iraq, IHH has continued to bitterly oppose the presence of Western troops in Mesopotamia. Leading another anti-U.S. rally in Istanbul in December 2004, Bulent Yildrim told the Anatolia News Agency, “Intelligence cooperation between the United States, Britain and Turkey must be stopped. Otherwise we will organize actions at every consulate, and if necessary will assembly 50,000 or 100,000 people at the US consulate.”50 Protestors at the December rally reportedly shouted various slogans, including “Murderer US, get out of the Middle East” and “Long live our resistance.”51 Yet, despite all this, the IHH is now active – and outspoken – in providing “charitable donations” to rebel-dominated areas of restive Sunni central Iraq. As he watched IHH truck convoys leaving Turkey for Iraq, Bulent Yildrim characterized U.S. military operations in the Iraqi city of Fallujah as equally “a strike on Istanbul, Ankara.”52 In mid-2004, IHH issued an English-language news update from its representatives on the ground in Fallujah: “the women and children shot by [U.S.] snipers now rest in a football field turned into a graveyard for the brave freedom fighters who resisted the invasion… The American troops [turned back] the injured being transported to hospitals by shooting at the ambulances. The freedom fighters crashed one airplane and 18 helicopters… Iraqi authorities stated that the resistance of [Fallujah] created a high spirit among their people while causing chaos and confusion among the Americans… As for the search for a new flag by the transition government, the Iraqis are sending a clear and firm message by raising their old flag in every possible place such as the roofs and walls of their houses, cars and gas stations… All the Iraqis share one hope which is the departure of the invading Americans. The big bubble of anger that covers all parts of the country can explode any time.”53 IHH has continued in its “efforts” in Iraq, at least as recently as the spring of 2005, when Bulent Yildrim announced the departure of two more truckloads “of humanitarian aid to Fallujah city of Iraq. In the coming days, we will send more aid.”54 Yildrim failed to specify who exactly in the city of Fallujah would be the recipients of IHH’s contributions. IHH has also helped fill the void created by the departure of other, more brazen charitable front groups, such as the now-banned Benevolence International Foundation (BIF). Only one month before BIF was designated by the U.S. government as a terrorist entity, Halil Demir – a former BIF public relations officer who had traveled in the Caucasus on official business for the charity – established a new non-profit group (also based in Worth, Illinois) known as The Zakat Foundation of America (TZFA).55 According to its official newsletter, by mid-2003, Demir’s Zakat Foundation had sponsored at least two truck convoys traveling from Turkey to Mosul, Kirkuk, and Baghdad carrying at least $120,000 in materiel “done in coordination with IHH, a humanitarian organization based in Turkey… Portions of the supplies from [the] second relief convoy were donated locally by individuals and businesses in Turkey.”56 A photo comparison of images posted on the TZFA’s website demonstrate a consistent pattern of material support to IHH – both in Iraq and Afghanistan.57 In one case, supposed relief workers wearing smocks marked with IHH’s logo struggle to hold up a TZFA banner for a photo while goods are distributed to Afghan refugees.58 In another instance of clear deception, photos published in TZFA’s newsletter of truck convoys carrying relief supplies from Turkey to Sunni central Iraq were digitally tampered to remove the original IHH banner hung from the vehicles, substituting it instead with a crude replacement reading “The Zakat Foundation.”59 Organizations such as IHH are quick to respond to natural disasters and other human catastrophes. Unfortunately, these groups often seek to use these situations to gain leverage with destitute Muslim refugees. In August 1999, when a devastating earthquake struck Turkey, IHH reached the affected zones, in some cases, even before the Turkish government. Friction quickly grew between authorities tasked with relief and independent Islamist “humanitarian” groups. Ultimately, Turkey was forced to ban the IHH from participating in earthquake aid efforts because it was counted among several “fundamentalist organizations” operating “secret bank accounts” that were refusing to allow local authorities to oversee the distribution of their aid resources.60 Quelle: www.diis.dk/graphics/Publications/WP2006/DIIS%20WP%202006-7.web.pdf |
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und wie seriös ist die quelle diis.dk?
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schrieb am
01.06.2010 um 19:36
Das ist ein rennomiertes Institut, Mitglied der Trans European Policy Studie Association: www.tepsa.be/index.asp
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aha.
IHH in Istanbul stellt sich auf ZO etwas anders dar. aber auch darum soll es mir nicht gehen. sonst kämen wir möglich noch ins aufrechnen, wer sich unter dem vorwand humanitärer hilfe was wo besorgt. deshalb sag ich jetzt einfach mal: gut, da wurde für die vergangenheit verschiedendes hauptsächlich geheimdienstmaterial gesichtet und zusammengestellt. fleißarbeit. sagt mir immer noch nichts über die validität der ursprünglichen quellen und über den wahrheitsgehalt auch nichts. so ganz im allgemeinen merke ich an, dass Rotwurm ausweicht. ich schließe daraus, dass er über zionismus nicht gern reden will. dazu räume ich gern ein, dass auch garnicht so einfach ist. gehört aber zur auseinandersetzung mit Gysis rede dazu. Zum einlesen in die geschichte empfehle ich nun meinerseits von Ilan Halevi: Auf der Suche nach dem Gelobten Land, Die Geschichte der Juden und der Palästina-Konflikt. Dazu noch von Dan Diner: Israel in Palästina. Über Tausch und Gewalt im Vorderen Orient. ja, und dann noch von Reinhard Rürup: Emanzipation und Antisemitismus. Studien zur 'Judenfrage' der bürgerlichen Gesellschaft. Politisch muß der geneigte leser nicht alles teilen - aber das ist die literatur, die ich zum einstieg empfehlen würde. auf dass mensch eine ahnung bekommt, worauf er-sie-es sich in der sache da einläßt. |
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Hallo Herr Herden,
inzwischen kam ich dazu, die Kommentare durchzusehen, und es ist gerade das Erwartete. ad Phineas Freek: Sie liefern ein sehr treffendes Resümee der „Diskussion“, die hier wie in einem Lehrfilm abläuft und wieder exakt in die altbekannte Agitprop-Richtung geschoben wird. Es ist immer gleich so, dass in einer unklaren Situation die Glaubwürdigkeit systematisch in Richtung der israelischen Regierung und des Militärs geschoben wird, obwohl es allen Anlass gibt, deren Angaben zu misstrauen. Es ist inzwischen irrelevant, wenn darunter auch Richtiges sein mag, da nach allen Erfahrungen der Vergangenheit hier von professionellen PR-Agenten systematisch Wahrheit und Irreführung verquickt werden. Bemerkenswert ist auch, dass alle einseitigen Wertungen wie „Provokation“ usw. repliziert werden, ohne zu fragen, wo denn die Definitionsgewalt liegt. Und natürlich kann das ebenso beliebte wie fadenscheinig gewordene asylum dementiae postsinistrae bzw. argumentum finale, der „linke Antisemitismus“ nicht fehlen. Den gibt es tatsächlich, leider, aber es ändert nichts an den Fakten, die primär die israelische Regierung schafft. Und so wird unter „linkem“ Vorzeichen eine rechtsradikal durchwirkte Regierung und Politik unterstützt, die zweifelsohne jede derartige Unterstützung als moralisches Placet dankbar goutiert. Diese Regierung hat de facto den Freibrief zu jeder x-beliebigen Aktion, sozusagen wirklich komplette Narrenfreiheit, nicht nur durch die erklärtermaßen bedingungslose Unterstützung der USA, Bundesrepublik usw., sondern auch durch „linke“ Agitatoren, die regelhaft derart „differenzieren“, dass alles Unrecht zu Recht wird (dass man einen Freund in besonderen Fällen gerade dadurch unterstützen könnte, dass man ihm entschieden entgegentritt, kommt da erst gar nicht in den Sinn). Listet man die Staaten der Welt in einer zusammenfassenden Wertung unter den Kriterien Militärpotential inkl. Nuklearwaffen, faktisch expansionistische oder kolonialistische Politik, materieller Ressourcenbedarf, ideologisches Rechtfertigungspotential durch Religion u.ä., faktischer politischer Handlungsspielraum, zumindest lokale Dominanz u.ä., so dürften derzeit die USA und Israel vorne stehen, sicher vor Nordkorea, dem Iran usw. Man weiß auch jetzt schon, welche Kommentare für den Fall zu erwarten sein werden, dass die israelische Regierung den Iran, mit oder ohne Einsatz von Nuklearwaffen, angreifen sollte. Wer dieser Regierung immerfort eine Rechtfertigung verschafft und damit Blankoschecks auszustellt, darf sich nicht wundern, wenn diese Regierung sich berufen fühlt, diese Blankoschecks mit immer höheren Summen zu versehen. Einige Freunde Israels mögen dies allerdings beklagen. Als Jean Améry vor vielen Jahren auf treffende Weise den damaligen linken Antisemitismus und seine unselige Tradition identifizierte, war dies von außerordentlichem Wert, erhellend und tief beeindruckend. Ich habe keine Zweifel daran, wo er heute stünde, sähe er, was da alles im Namen „linker“ Freunde Israels gerechtfertigt wird. Das ist um so ärger, als solche Parteinahmen keine Garantie für die Zukunft sind: Die Parolen wechseln, der Typus bleibt. |
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und was wäre gewonnen, wenn ich einfach ex-cathedra herunterdozieren würde, was sache ist?
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Danke für dieses Resümee, das Schlimme ist nur, dass fast niemand darauf kommt, wie sehr den Palästinensern eine wirklich internationale Lobby fehlt, die sich ihrer legitimen Interessen mit der gleichen Vehemenz und der gleichen Parteilichkeit animmt, wie das durch die Freunde Israels geschieht. Israel wird die jetzige Kritik an sich abtropfen lassen, wie es nach den Libanon-Aggressionen 1982 und 2006 der Fall war, nach der Niederschlagung der Intifada im Jahr 2000 oder der Gaza-Intervention 2008/2009. Es ist in seiner Kompromisslosigkeit noch nicht einmal bereit, auf die Realpolitik der Amerikaner und Obamas einzugehen.
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Danke für dieses Resümee. Tatsächlich höre ich hier auch von palästinensischer Seite sehr viel Skepsis - weil sie auch nicht erwarten, dass irgendeine der diplomatischen Maßnahmen Israel irgendwie beeindrucken würde.
Die letzten Neuigekeiten: Raketen auf Gaza. Man vermutet, in der Hoffnung, die palästinensische Seite zu einer Reaktion provozieren zu können, um dann mit dem Finger auf die Bösen da zu zeigen. |
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schrieb am
01.06.2010 um 19:25
Und so verläuft und endet jede Diskussion, wenn es um dieses Thema geht.
Resignativ Punkt! Bis zum nächsten Ereignis, Vorfall, Verbrechen............ |
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Die nächste Runde ist angesagt:
alienineurope.wordpress.com/2010/06/01/rachel-corrie-unterwegs-nach-gaza/ |
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schrieb am
01.06.2010 um 19:48
Nachdem kritische Anfragen als Parteinahme für die rechtnationalistische Regierung Israels zurechtgebogen und in die "richtige" Schublade abgelegt wurden, ist ja Ihre Welt wieder in Ordnung. Dank dessen können Sie sich ja jetzt die Selbstreflextion guten Gewissens sparen und an der internationalen Lobby für DIE Palästinenser stricken. Fragt sich nur, wer DIE wohl sind. ;-))
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schrieb am
01.06.2010 um 20:01
Lutz Herden,
„Es ist in seiner Kompromisslosigkeit noch nicht einmal bereit, auf die Realpolitik der Amerikaner und Obamas einzugehen.“ Wenn sich die „Realpolitik“ der US-Administration NICHT mit den praktischen Anliegen Israels decken würde, schlösse sich doch die Frage an, was die Ursachen und Gründe für so eine Macht wären, die Israel in die Lage versetzen könnte, die USA derartig für SEINE Zwecke einzuspannen und so kompromisslos vor sich her treiben zu lassen? Und keine internationale Lobby der Welt ist in der Lage eine US-Administration mit dieser Tragweite dazu zu bringen, gegen ihre eigenen fundamentalen, nationalen und außenpolitischen Interessen zu handeln. |
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(Lutz Herden schrieb am 01.06.2010 um 19:10)
»(...)das Schlimme ist nur, dass fast niemand darauf kommt, wie sehr den Palästinensern eine wirklich internationale Lobby fehlt, die sich ihrer legitimen Interessen mit der gleichen Vehemenz und der gleichen Parteilichkeit animmt, wie das durch die Freunde Israels geschieht.«Es ist ja schon einmal bezeichnend, daß Herr Herden hier nicht etwa, was absolut nachvollziehbar wäre, ein Ende der gnadenlosen Parteilichkeit fordert, um einen möglichst objektiven Blick auf die Begebenheiten zu gewinnen (der schon deshalb endlich einmal notwendig wäre, weil nur auf dieser Basis dauerhafter Friede möglich wäre), sondern eine neue Runde der Parteilichkeit, nur diesmal eben anders herum. Sagen Sie, Herr Herden, woher kamen eigentlich die 500 Millionen Dollar für die Palästinenser im jahre 2006? Fielen die vom Himmel? Und wo genau sind die eigentlich versandet? Wurden davon vielleicht gar ganz klammheimlich Waffensysteme beschafft, die fast im Tagesabstand auf israelische Städte in Grenznähe abgeschossen werden, ohne daß die »Israelfreunde« in der Westpresse darum jedesmal so einen Zinnober veranstalten wie etwa der aufrechte Guardian um jedes konfiszierte palästinensische Paar Schuhe? |
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Jessas Maria — da fehlt doch glatt ein Link. Mea culpa!
Hier ist er: tinyurl.com/rjdxx |
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Josef, lieber Josef mein...
ganz objektiv hättest du dann auch noch nach den bedingungen fragen müssen, unter denen diese brücke ... und ob sie noch steht.... |
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Liebste rahab,
ganz objektiv stelle ich fest, daß von den 400 Millionen EUR bisher nur ein Teil in Gaza angekommen ist — wegen der Blockade. Dafür stelle ich aber ebenso ganz objektiv fest, daß bis dahin schon 3,4 Milliarden allein an EU-Hilfsgeldern bei den Palästinensern angekommen sind. Für das Haushaltsjahr 2010 sind weitere 440 Millionen Euro vorgesehen. Die armen, geknechtenen Palästinenser, die so ganz ohne internationale Hilfe dastehen, ohne parteiische und vehemente Lobby? Das ist einfach lächerlich! Was passiert mit diesem Geld? Haben wir gar wieder einmal den ponti-fex übersehen beim Brückenbauversuch? Oder hat's der Thyssen-Heinzi unter der Bettdecke gebunkert? |
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was regst du dich denn so auf? ist das etwa viel geld?
und ist doch gut angelegt, oder? |
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Ich rege mich gar nicht auf — erstens, weil's der Arzt verboten hat und zweitens, weil überhaupt kein Grund zur Veranlassung besteht.
Ich fand's nur reichlich unverschämt, wenn Herr Herden oben die Palästinenser als eine in ihren berechtigten Interessen allseits vernachlässigte verfolgte, geknechtene und unterdrückte Minderheit hinstellt, die den Fährnissen des Weltlaufs völlig ungeschützt ausgeliefert sei. Das geht nicht nur meilenweit an der Realität vorbei, sondern wirft sehr wohl die Frage nach zugrundeliegenden Motiven auf. Ob Geld »gut angelegt« ist, das man vorher dem europäischen Steuerzahler raubt, um es anschließend an kriminelle Banden (dieses Verdikt trifft allerdings aauch auf alle Staaten zu!) weiterzureichen, darüber können wir uns gerne noch einmal gesondert unterhalten. |
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bin ich beruhigt, dass du auf deinen arzt hörst ;-)
vielleicht, frag ich mal so, hat der herr Herden einen unterschied gemacht zwischen einer quasi-proto-staatlichen entität und den menschen, welche sich aus allerlei gründen auf deren territorium aufhalten müssen? könnte diese unterscheidung vielleicht etwas weiterhelfen? und zum erfassen der realität/en verhelfen? |
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Das sind zum Beispiel jene Evangelikalen, die Israel unter dem Gesichtspunkt der Endzeit betrachten. Israel hat auch für die Kreuzrittertradition eine strategische Bedeutung, und da ist es eigentlich egal ob Israelis oder nicht dort leben, solange die heiligen Stätten zugänglich sind und die Moslems eben nicht Israel in ihrer Hand haben. Israel ist wie Preussen ein "Staat", einem der Geburtsländle des Zionismus. Das ist alles kein Zufall. Und dann gibt es ja auch viele pivotale Juden in den USA, für die Israel so eine Art Herzensangelegenheit ist, siehe übrigens auch der bescheuerte nordirische "Freiheitskampf" gegen die "Briten".
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Sehr geehrter Herr / geehrte Frau Rotwurm,
es scheint mir zweifelhaft, wer hier eine geistige und moralische Legitimation besitzt, anderen „Schubladendenken“ zu unterstellen. In der Tat dürfte in zynischem Sinne "die Welt bald wieder in Ordnung sein“. Es dürfte Ihrem Scharfsinn nicht entgangen sein, dass es hier primär um das Verhalten der israelischen Regierung ging, und eigentlich - jedenfalls von meiner Seite - erst sekundär um „die Palästinenser“ (die übrigens in meinem Beitrag gar nicht nicht vorkamen und über „die“ ich mir kein Urteil zu erlauben pflege). Dieses Mit-dem-Finger-zeigen auf den Feind, dieser mental eingeschliffene Beißreflex ist es gerade, was den Konflikt am Laufen halten und womöglich katastrophisch antreiben wird. Es ist nach allem menschlichen Ermessen – und bei Betrachtung aus der Distanz – die israelische Regierung, die sich bewegen muss, wenn es einen Schritt in Richtung einer friedlicheren Existenz gehen soll (das Wort „Frieden“ wagt man da gar nicht mehr auszusprechen). Mit Kanonenbootpolitik, Siedlungspolitik u.ä. geht das nicht. „Kritisch Fragen“ kann man übrigens heute alles nennen, auch das ärgste Vorurteil (es gibt beispielsweise kaum etwas Kritischeres, Spürhundhafteres als klassische Antisemiten, lesen Sie Adolfs&Co. Schriften), und einen „Mangel an Selbstreflexion“ – nun ja. Mit freundlichen Grüßen RAJ |
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@ RAJ
Auch für Sie ***** 5 stars |
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Israels tödlicher Angriff auf den Hilfskonvoi.
Zur Kenntnisnahme: Rundschreiben Avaaz Netzwerk www.freitag.de/community/blogs/b-v-/israels-toedlicher-angriff-auf-den-hilfskonvoi |
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Mal eine einfache Draufsicht von aussen, ohne juristische, diplomatische und sonstige Wertung und Spekulation:
Gaza wird blockiert. Den Leuten dort geht es schlecht. Die Welt gewöhnt sich dran und nimmt das immer weniger zur Kenntnis, man hat andere Sorgen. Nur die Leute in Gaza gewöhnen sich nicht dran, das ist halt so wenn man selber betroffen ist. Dann kommen ein paar Leute auf die Idee, ein paar Schiffe mit Hilfsgütern zu beladen und hinzufahren. Sie haben zwei Möglichkeiten vor sich: 1) Entweder es klappt. Dann haben die Leute in Gaza was davon und man kann eine Pressemeldung herausgeben. Ein bisschen wird die Welt dann auch wieder hin schauen, sich vielleicht auch ein bisserl über die Israelis mokieren, deren Blockade durchbrochen wurde. 2) Oder es klappt nicht. Die Schiffe werden abgedrängt, gar geentert oder etwas in der Richtung. (Dass sie versenkt würden war nicht anzunehmen.) Die Welt wird aufmerksam werden. Variante 2 traf zu. Keine Landung in Gaza, leider. Aber die Welt schaut wieder sehr aufmerksam hin. Auch der UN-Sicherheitsrat ist involviert. Das Thema Gaza hängt wieder höher. Oder sehe ich das wieder mal zu einfach? |
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»Oder sehe ich das wieder mal zu einfach?«
Aus der humanitären Sichtweise: nein. Es geht um die Not und die Leiden der zivilen Bevölkerung des Gazastreifens, und darum, dass die Welt hinschaut und aktiv wird. |
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Wer nun geglaubt, erhofft hätte, Barack Obama würde mit dem Beißholz, in welches er angeblich immer beisst, wenn ihn Nachrichten aus Israel erreichen, nach den Chaoten in Israel werfen, wird einmal mehr bitter enttäuscht.
Biden, der Vizepräsident der USA, sieht Israel im Recht! Alles wie gehabt. |
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"Der israelische Staat hat wieder einmal gezeigt, dass ihm internationales Recht und humanitäre Normen vollkommen gleichgültig sein können. "
Die israelische Regierung hat sich hinter das Disaster gestellt. Davon können in Afghanistan Bundeswehrsoldaten nur träumen, aber mal davon abgesehen, ist das nicht total lächerlich? Wollen die wirklich ihrem Staat international schaden? Jeder normale Mensch in einem solchen Amt hat ein gewisses diplomatisches Gespür. Vielleicht ist das Problem nur, dass wir denken, Israel sei ein Staat nach westlichem Maßstab. |
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