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Politik : Angriff auf die "Mavi Marmara"

Israels Marine hat die "Solidaritätsflotte" angegriffen. Bis zu 20 Menschen sollen getötet, 30 weitere verletzt worden sein. Die Türkei zieht den Botschafter ab

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Israelische Streitkräfte haben am frühen Montagmorgen die „Solidaritätsflotte“ angegriffen, die Hilfsgüter für die palästinensische Bevölkerung nach Gaza bringen wollte. Bei dem Beschuss sollen verschiedenen Angaben zufolge bis zu 20 Menschen getötet und 30 weitere verletzt worden sein. Nach Angaben des Militärs soll das Schiff eine Warnung ignoriert und die internationalen Gewässer verlassen haben.

Bei dem angegriffenen Schiff handelt es sich um das in der Türkei zugelassene Schiff „Mavi Marmara“ (hier ein Video-Mitschnitt, den das türkische Fernsehen ausgestrahlt hat), das von einer türkischen Menschenrechtsorganisation gechartet worden war. Unter den Toten sind vor allem türkische Staatsbürger. Das türkische Außenministerium hat daraufhin den Botschafter aus Israel abgezogen und erklärt, dass die Schäden in den Beziehungen zu Israel nicht wieder gut zu machen seien. Die Türkei hat bisher eine Vermittlerrolle im Nah-Ost-Friedensprozess eingenommen. Russland kritisierte den Angriff und verlangt ein sofortiges Treffen des Nah-Ost-Quartetts. Die Bundesregierung verlangt eine umfassende Untersuchung. Die Vertreter der EU-Regierungen wurden zu einer Sondersitzung einberufen, um das weitere Vorgehen zu beraten.

Die Flotte mit sechs Schiffen und hunderten Aktivisten des "Free Gaza Movement" und Menschenrechtsorganisationen aus verschiedenen Ländern versucht mit mehreren tausend Tonnen Hilfsgüter die See-Blockade zu durchbrechen, die die israelische Marine um Gaza errichtete, um Lieferungen an die Hamas zu verhindern. An Bord der Flotte sind auch die zwei linken Bundestagsabgeordneten Inge Höger und Annette Groth, der ehemalige Abgeordnete Norbert Paech, sowie der schwedische Autor Henning Mankell. Die Seeblockade versperrt seit dem Jahr 2007 den Seeweg in den von der Hamas verwalteten Gazastreifen.

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