Der Freitag: Wissen Sie, um wen es sich bei den Free-Gaza-Aktivisten handelt, die während der israelischen Militäroperation im Mittelmeer getötet wurden?
Norman Paech: Das ist insofern unklar, als die israelische Regierung darüber schweigt. Ich vermute, es sind im wesentlichen Friedensaktivisten türkischer Herkunft.
Sie waren auf dem Schiff „Mavi Maramar“.
Ja. Und da handelte es sich um ein Schiff, das zum überwiegenden Teil Türken transportierte und unter türkischer Flagge fuhr. Es gab an Bord nur wenige Europäer und von denen ist auch niemand in diese Kämpfe verwickelt worden.
Wo waren Sie, als sich die israelischen Soldaten aus Hubschraubern abseilten.
Auf der Etage direkt unter dem Sonnendeck, auf dem sich das alles abspielte. Wir waren während der Überfahrt in großen Sälen untergebracht, denn es handelte sich ja um kein komfortables Kreuzfahrtschiff, sondern einen Ausflugsdampfer der normalerweise auf dem Marmara-Meer unterwegs ist. Die Soldaten sind dann mit vorgehaltener Maschinenpistole auf unser Deck gekommen und haben uns in Schach gehalten, bis wir einzeln herausgeholt, durchsucht und mit Kabelbindern gefesselt wurden.
Zuvor war uns noch alles abgenommen worden, was wir bei uns hatten. Dann mussten wir uns hinknien in Reih und Glied. Das dauerte Stunden, mir allerdings wurden die Fesseln nach einer halben Stunden wieder abgenommen, und ich durfte mich auf eine Bank setzen.
Aber 30 Minuten mussten Sie knien?
Ja.
Hatten Sie den Eindruck, dass dies den israelischen Soldaten unangenehm war.
Nein, es gab keine Regung, alle trugen Masken und keinerlei Rangabzeichen. Wir haben nicht ein einziges Gesicht gesehen.
Hätte die Situation in diesem Moment eskalieren können?
Das war meine einzige Angst, dass unter Umständen Passagiere wegen dieser Behandlungen ausflippen und dann die Soldaten ausflippen. Man konnte ja nur ahnen, unter welchem psychischem Druck die standen. Keiner hat mit uns geredet.
Es gibt nun die erwartbaren propagandistischen Nachhut-Gefechte zu den Ereignissen vom Morgen des 31. Mai. Israel wirft den Aktivisten von Free Gaza vor, sie hätten nicht helfen, sondern provozieren wollen. Es sei Ihnen allein darum gegangen, die Blockade zu durchbrechen. Wie stellt sich das aus Ihrer Sicht dar?
Das Ziel der gesamten Free-Gaza-Bewegung und auch dieser Flottilla, wie wir sie genannt haben, war in der Tat ein politisches. Es ging nicht nur darum, die Blockade zu durchbrechen, sondern sie zu beseitigen. Der Kern aller Probleme ist die Strangulierung des Gaza-Streifens. Wir haben im internationalen Strafrecht einen Tatbestand, und der heißt: Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Und die Situation, die Israel und die mit ihm verbündeten EU-Staaten und die USA seit Jahren dort herstellen, erfüllt genau diesen Tatbestand.
Gibt es überhaupt eine rechtliche Handhabe dafür, dass ein Schiffskonvoi in internationalen Gewässern von regulären Militärverbänden eines Staates aufgebracht werden kann?
Nein. Es gibt dann eventuell eine Rechtfertigung, wenn klar ist, das Schiffe oder ein Schiffskonvoi in erkennbarer militärischer Absicht auf die Hoheitsgewässer und die Küste eines Landes zulaufen. Da räumt das internationale Recht die Möglichkeit zur Kontrolle und zum Schutz ein. Dann ist es erlaubt, diesen Schiffsverband abzudrängen. Im Fall unseres Schiffes war aber vollkommen eindeutig: Erstens, die „Mavi Marmara“ will gar nicht in israelische Hoheitsgewässer. Zweitens, an Bord sind ausschließlich unbewaffnete zivile Personen, die humanitäre zivile Güter transportieren. Das war allen klar – und das ist vor allem auch bei der Beladung der Frachter kontrolliert worden.
Von wem?
Von türkischen, griechischen und irischen Behörden – also überall dort, wo Schiffe oder Frachter, die zu diesem Konvoi gehörten, abgefertigt worden sind.
Nun hält die israelische Armee dem entgegen, an Bord der „Mavi Marmara“ habe es Hieb- und Stichwaffen gegeben. Es kursieren Videos, auf denen entsprechendes Equipment zu sehen ist. Die Begründung dafür, dass man präventiv handeln musste.
Für mich ist das der Grundtenor jeder Aggressionslegitimation durch die Israelis. Das war schon zuletzt während der Gaza-Intervention im Januar 2009 so. Und das war stets auch bei gezielten Tötungen von Palästinensern so. Also muss dieses Raster auch jetzt herhalten, aber es ist vollkommen falsch. Die Aggression und der Ursprung der Auseinandersetzung lag in dem militärischen Angriff der Israelis auf dieses Schiff. Deren Besatzung hätte sich nach internationalem Recht mit den gleichen Waffen verteidigen dürfen, wie sie die Angreifer gebrauchten. Die türkische Regierung wäre sogar berechtigt gewesen, ein Kriegsschiff an den Schauplatz des Konflikts zu schicken – zur Verteidigung oder Unterstützung ihres eigenen zivilen Schiffes.
Warum haben Sie das Angebot der israelischen Regierung nicht angenommen, die Fracht im israelischen Hafen Aschdod zu löschen und von dort in den Gaza-Streifen bringen zu lassen?
Das war vollkommen inakzeptabel, denn es ging nicht darum, jetzt weitere Güter nach Palästina zu transportieren, sondern dafür zu sorgen, dass die Blockade aufgehoben wird. Wäre Free Gaza auf das Angebot eingegangen, wären die Palästinensern wiederum von der Lieferung durch Israel abhängig gewesen. Und diese Abhängigkeit hat ja gerade dazu geführt, dass die Situation dort so katastrophal ist. Es geht darum, von Israel unabhängig zu sein und nicht darauf hoffen zu müssen, dass einmal ein Transport durchgelassen wird – und der nächste wieder nicht. Insofern ist es richtig, dass auch Hamas jetzt ganz klar sagt: Es müssen erstens die noch gefangenen Passagiere und Besatzungsmitglieder der „Mavi Marmara“ freigelassen werden, zweitens muss restlos aufgeklärt sein, wie es zu diesem Übergriff auf die Hilfsflotte kam, und drittens geht es darum, dass die Blockade aufgehoben wird.
Wenn ich das alles richtig verstehe, dann war es ein entscheidendes Motiv dieser Hilfsaktion einen politisch-symbolischen Präzedenzfall zu schaffen.
Das war in der Tat das Entscheidende, um endlich auch die Regierung der EU und der USA zum Umdenken zu bewegen, damit sie Israel drängen, diese Blockade zu beenden und dem Gaza-Streifen wieder Luft zum Amten zu geben. Ich möchte noch auf einen juristischen Aspekt aufmerksam machen: Wir wollten natürlich nach Gaza. Dazu sagen die Israelis, da hättet ihr unsere Hoheitsgewässer verletzt und deshalb mussten diese Schiffe präventiv aufgehalten werden. Dem ist entgegen zu halten: Nach den Vorgaben der israelischen Regierung selbst ist Gaza kein besetztes Gebiet mehr, also kann Israel auch keine Hoheitsbefugnisse über die Gewässer vor Gaza haben. Gaza ist im Augenblick kein Staat – von daher kann man vielleicht nicht von Hoheitsgewässern sprechen. Es ist im Grund genommen ein juristisches Neutrum, aber es ist auf jeden Fall ein Territorium, über das Israel keine Hoheitsbefugnisse hat. Der israelische Staat darf deshalb auch nicht bestimmen, wer nach Gaza rein darf und wer nicht. Das ist der Kern der juristischen Argumentation.
Das Gespräch führte Lutz Herden
Der Völkerrechtler Norman Paech hat im Auftrag des Wissenschaftlichen Beirates von IPPNW an der Hilfsaktion für den Gaza-Streifen teilgenommen.
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Interessant, Lutz Herden, sehr interessant!
Sogar Ihnen scheint bei Ihrer letzten Frage aufgegangen zu sein, dass der einzige Zweck dieses Konvois die politische Provokation war. Das haben Sie natürlich eleganter ausgedrückt mit Ihrem "politisch-symbolischen Präzedenzfall". Von wegen, humanitäre Hilfe für Gaza. Und das Allerschönste ist, dass der Paech das ganz offen zugeben kann. |
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Seit wann ist das Einfordern der Menschenrechte eines Volkes eine politische Provokation?
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das ist in der tat ein politikum. immer wieder. im kleinen wie im großen. aber das macht das einfordern von menschenrechten nicht falsch! nur manchmal ein bißchen gefährlich für leib und leben.
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Es ist schon Wahnsinn welche Selbstverständlichkeiten heute als Provokation gelten.
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Es ist schon Wahnsinn welche Selbstverständlichkeiten heute als Provokation gelten.
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Hat sich der Provokateur Paech doch glatt seiner gerechten Strafe, der sofortigen Exekution durch Eliteeinheiten der IDF entzogen. So ein hinterfotziger Schlingel aber auch.
Wer hier also politische und friedliche Aktionen gegen eine mörderische Blockadepolitik wagt ist ein Provokateur, hat dann halt auch ganz selbstverständlich sein „Recht auf Leben“ verwirkt und muss mit seiner sofortigen Ermordung rechnen. Gilt das dann auch für provokative Kommentatoren? Aus welchem Gewaltfetischistischen Urschlamm sind Sie denn gebacken, hier so eine irrwitzige Rechtfertigung für ein Massaker zu kolportieren? |
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schrieb am
02.06.2010 um 20:46
Altbekannter "Urschlamm":
lebowski will ein bisschen provozieren. |
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"Recht auf leben"? "Sofortige Ermordung"??
Wie wäre es, wenn Sie Lesen lernen? "Auf der Etage direkt unter dem Sonnendeck, auf dem sich das alles abspielte. Wir waren während der Überfahrt in großen Sälen untergebracht, denn es handelte sich ja um kein komfortables Kreuzfahrtschiff, sondern einen Ausflugsdampfer der normalerweise auf dem Marmara-Meer unterwegs ist." Das ist ein Schicksal! "Das dauerte Stunden, mir allerdings wurden die Fesseln nach einer halben Stunden wieder abgenommen, und ich durfte mich auf eine Bank setzen." Diese zionistischen Teufel! "Hat sich der Provokateur Paech doch glatt seiner gerechten Strafe, der sofortigen Exekution durch Eliteeinheiten der IDF entzogen." Wie konnte sich denn der Paech seiner Strafe entziehen, wenn er gefesselt war? Die Israelis haben diesen armseligen Angeber einfach nach Hause geschickt. |
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Norman Paech ist ein ehrlicher Mann, sagt, was er denkt - und redet deswegen nicht um den heißen Brei herum. Strategisches Ziel der Aktivisten der "Freiheit Gazas" und ihrer Hilfstruppen war die Aufhebung der Blockade. "Es geht darum, von Israel unabhängig zu sein." Ist das nicht eine - sagen wir - gelinde Selbstüberschätzung? Und warum wird hier ausgerechnet die Hamas zur Referenz? Um zu fordern. dass die gefangenen Aktivisten frei gelassen werden sollten, dass eine restlose Aufklärung nötig ist, braucht es diese nun wahrhaftig nicht. Da "reicht" das, was man Humanität nennt. Warum bezieht er sich nicht auf die israelische Opposition, die ähnliches fordert, sondern ausgerechnet auf die Hamas, deren Menschenbild dem seinen doch hoffentlich diametral entgegen steht? Wie kommt er zu seiner juristischen Schnellanalyse? Ein militärisches Eingreifen der Türkei wäre also völkerrechtlich adäquat gewesen. Apart! Ich stelle mir vor, was bei der Rainbow-Warrior-Affaire hätte passieren können! Wie kann er bei diesen "Schnellschüssen" das militärische Eingreifen Israels verurteilen? Bei aller Sympathie: Die Aussagen Paechs (von denen ich wohl annehmen muss, dass sie repräsentativ für viele Free-Gaza-Aktivisten sind) sind schon fragwürdig. Umso erschreckender ist für mich die unerschütterbare Selbstgewissheit - ein Spiegel der Arroganz der gouvernementalen Betonköpfe in Israel?
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»Nein. Es gibt dann eventuell eine Rechtfertigung, wenn klar ist, das [sic] Schiffe oder ein Schiffskonvoi in erkennbarer militärischer Absicht auf die Hoheitsgewässer und die Küste eines Landes zulaufen.«Das ist, kurz und knapp, einfach nur falsch. »5.1.2 (3) Merchant ships flying the flag of a neutral State may be attacked if they are believed on reasonable grounds to be carrying contraband or breaching a blockade, and after prior warning they intentionally and clearly refuse to stop, or intentionally and clearly resist visit, search, capture or diversion.« Und was das 'blockade running' anlangt: »5.2.10 Blockade, i.e. the interdiction of all or certain maritime traffic coming from or going to a port or coast of a belligerent, is a legitimate method of naval warfare. In order to be valid, the blockade must be declared, notified to belligerent and neutral States, effective and applied impartially to ships of all States. A blockade may not bar access to neutral ports or coasts. Neutral vessels believed on reasonable and probable grounds to be breaching a blockade may be stopped and captured. If they, after prior warning, clearly resist capture, they may be attacked.« Damit ist freilich auch der »Kern der juristischen Argumentation« (Paecch) samt und sonders erledigt — weil er schlicht völlig irrelevant ist, denn von wegen der unzweifelhaft bestehenden Blockade vor Gaza ist es völlig belanglos, ob Israel im Gazastreifen Hoheitsrechte ausübt oder nicht. [cf. Helsinki Principles on the Law of Maritime Neutrality i.d.F. v. 1998, pdf (eng)] |
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und was, verbisch, sind "reasonable grounds"?
vor allem interessiert mich "reasonable"! |
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Ja das, liebe rahab, ist mal eine ausnehmend unaufgeregte und tatsächlich interessante Frage. Im Zweifel ist das eine Frage der Auslegung. Man mag das bedauern, aber es ist nun einmal so.
Und nur um das mal zu Protokoll zu geben: Ich persönlich finde die Blockade des Gaza-Streifens samt und sonders schändlich und sich darum zu bemühen, sie schleunigst aufzuheben, unterstütze ich ohne jeden Vorbehalt. Aber die Art und Weise, wie Paech et al. das erreichen wollten, muß schlicht dämlich genannt werden. Man kann sich nicht mit juristisch so leeren Hosen vor die dicke Berta setzen (noch dazu in der bekanntermaßen völlig aufgeheizten Situation in und um Gaza) und sich anschließend darüber beklagen, wenn einer wirklich die Kugel kommen läßt. Genau das steht aber ausdrücklich, wennzwar feiner formuliert, in dem nämlichen und von mir zitierten Dokument: »Neutral ships should be aware of the risk and peril of operating in areas where active naval hostilities take place. Belligerents engaged in naval hostilities must, however, take reasonable precautions including appropriate warnings, if circumstances permit, to avoid damage to neutral ships.« |
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nu?
da wir uns ja bekanntlich auf dem gebiet der auslegung befinden (wann tun wir das eigentlich nicht?) kannte und kennt Israel ja wohl auch das risiko, dass aus neutrals belligerents werden. Ob Paech nun wirklich so naiv war, wie du es darstellst (klingt ja lustig, zugegeben) weiß ich nicht. Ihm wird wohl auch klar vielleicht nicht gewesen aber geworden sein, dass er als neutral ship in der aktuellen situation im zweifel immer erst mal mit juristisch leeren und ansonsten vollen hosen dasitzen kann. ich denk mal: die jungs und mädchens von free Gaza werden spätestens jetzt anfangen, die geschichte der aliya beth ganz praktisch zu studieren... |
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Na, ich weiß ja nicht, wie Sie das sehen, liebe rahab, aber von jemandem, der mehr als 20 Jahre lang eine ordentliche Professur für Öffentliches Recht und insbes. Völkerrecht innehatte, erwarte ich zumindest grundlegende Orientierung über die einschlägigen Rechtsquellen.
Daß Herr Paech in puncto Hamas/Israel nicht unbedingt ein völlig unbeschriebenes Blatt ist, sei nur am Rande erwähnt, es steht sogar in der populärwissenschaftlichen Standardquelle zur Kenntnisnahme. Ja, etwas mehr Distanz und etwas kühlerer Mut bei der Würdigung dieser Angelegenheit stünde wohl allen Beteiligten sehr gut zu Gesicht. Da hilft es auch nicht, wenn uns zwei Nummern weiter unten mitgeteilt wird, daß es sogar 'sleeping civilians' waren — vermutlich werden in den kommenden Wochen, wenn die stille Post noch etwas weitere Kreise zieht, auch Brutkästen an Bord gewesen sein, wie sich das für ein ordentliches Massaker gehört. Wem solche Eskalationen freilich nützen, darüber kann man höchstens spekulieren. Bezüglich der Auslegung: natürlich d'accord. Da gab es aber vor einiger ZEIT auch einen hochmögenden Spezialisten, der das völlig anders sah. (Achtung: Link zur Konkurrenz — Herr Augstein, bitte nicht schlagen.) |
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bekanntlich befinden wir uns immer sowohl auf hoher see und zugleich in der göttin hand - also in auslegung begriffen. find ich auch nicht besonders schlimm, denn das ist ja das schöne an recht.
und: bekanntlich muß man sich irgendwann immer entscheiden. das wußten schon die alten rabbinen und haben es, damit es auch wirklich nicht in vergessenheit gerät, an einigen stellen extra in den babylonischen talmud reingeschrieben. da steht dann, beispielsweise nach einer längeren abhandlung über die zustellung eines scheidebriefes durch boten am ende: nun schließe selbst. so. nun, Bibi hat sich für eine lesart entschieden, Paech für ne andere, Erdogan hat sich auch für was entschieden usw.usf. und ich habe mich auch entschieden. die sleeping civilians finde ich lächerlich. und wenn ich höre, dass die frauen auf dem unterdeck eingeschlossen waren - da stehen mir die haare zu berge! aber ich sags gern noch mal: die jungs und mädchens von free Gaza werden die aliya beth (also die illegale einwanderung ins mandats-gebiet) studieren. falls sie das nicht längst getan haben. |
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"...grundlegende Orientierung über die einschlägigen Rechtsquellen." usw.
Was ist eigentlich mit dem internationalen Seerecht, muß man sich da auch noch dran halten oder gilt das nur für Israel nicht? |
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(B.V. schrieb am 02.06.2010 um 23:21)
Was ist eigentlich mit dem internationalen Seerecht (...)Das ist eine gute Frage, B.V. Ich habe mich aber gerade noch einmal vergewissert und stelle fest: Jawohl, justament zu diesem Thema habe ich weiter oben einen Link eingestellt und ganz anscheinend auch daraus zitiert. |
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schrieb am
03.06.2010 um 00:24
@j-ap
"Blockade, i.e. the interdiction of all or certain maritime traffic coming from or going to a port or coast of a belligerent, is a legitimate method of naval warfare." Um sich darauf berufen zu können, müsste sich Israel als im Kriegszustand mit den Palästinensern befindlich erklären, oder? Ist das gar schon die ganze Zeit der Fall? |
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»
Um sich darauf berufen zu können, müsste sich Israel als im Kriegszustand mit den Palästinensern befindlich erklären, oder?« Nein, sehr geehrter gweberbv. Wo haben Sie das her? Davon steht weit und breit nichts im Text. Dafür steht da aber, worauf es ankommt: »In order to be valid, the blockade must [1] be declared, [2] notified to belligerent and neutral States, [3] effective and [4] applied impartially to ships of all States.« (Zahlen v. m., Anm.) Oder lag Ihr Augenmerk auf dem »A blockade may not bar access to neutral ports or coasts.«? Für diesen Fall wäre freilich zu klären, ob der Gaza-Streifen neutral sei. Um das aber sein zu können, müßte es sich beim Gaza-Streifen um das Hoheitsgebiet eines neutralen Staates handeln — was aber nicht der Fall ist. |
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ich fürchte, j-ap,
genau daran »In order to be valid, the blockade must [1] be declared, [2] notified to belligerent and neutral States, [3] effective and [4] applied impartially to ships of all States.« fehlt es. |
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schrieb am
03.06.2010 um 10:34
@j-ap
Meine Frage bezog sich darauf: "... is a legitimate method of naval warfare." Keine maritime Kriegsführung ohne Erklärung des Kriegszustandes, oder? |
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es ließe sich auch so zuspitzen:
hat Israel sich mit der blockade von 'Aza womöglich selbst den krieg erklärt? |
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ad gweberbv / rahab
»Keine (...) Kriegsführung ohne Erklärung des Kriegszustandes, oder?« — Kann man dann davon ausgehen, daß etwa in Afghanistan doch kein Krieg herrsche, weil es dort schließlich auch keine Kriegserklärung gab? |
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lenk nicht ab, herzelchen!
wir sind grad nen paar kilometer weiter am mittelmeer... und da hab ich eben die frage, was es zu wirksamkeit (validity) einer kriegserklärung so all braucht und was verzichtbar ist/scheint und das wielange |
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»wir sind grad nen paar kilometer weiter am mittelmeer...«
Achso, und am Mittelmeer gelten ganz andere Definitionen der Begriffe 'war', 'warfare' usw. als am Hindukusch — oder was genau wollen Sie uns nahelegen, ma très chère Madame? Nach meinem relativ gesicherten [subjektive Einschätzung] Textverständnis bezieht sich 'validity' gar nicht auf das 'warfare', sondern lediglich auf die Blockade. So jedenfalls deute ich den Text, der so lautet: »In order to be valid, the blockade must be« x, y, z ... |
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Man findet heute immer noch ehemalige Angehörige der Grenztruppen der DDR, die das Argument vertreten, die Staatsflüchtlinge hätten sich mit ihrem Entschluss widerrechtlich das Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik zu verlassen ja selber und bei vollem Bewusstsein in Gefahr begeben und hätten doch nur einfach zuhause bleiben müssen anstatt gegen die Grenzsicherungsanlagen anzurennen, sich also die Folgen ihres vebrecherischen Tuns durch und durch selbst zuzuschreiben.
Das ist in etwa die israelische Argumentation der "Provokation". |
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es gibt auch einzelentscheider in asylverfahren, die antragstellern vorhalten, sie hätten sich doch nur nicht oppositionell betätigen brauchen, dann hätten sie auch keine probleme bekommen und sowas wisse doch jeder vernünftige mensch, weshalb sie unvernünftig seien und deshalb kein asyl verdienten.
das ist die argumentation anders rum. |
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schrieb am
02.06.2010 um 22:47
Nun haben aber die DDR-Grenztruppen nicht erst geschossen, wenn sie mit Eisenstangen angegriffen wurden. Nach deren Logik hätte Israel das komplette Schiff ohne große Vorwarnung gleich versenkt. Insofern hinkt der Vergleich gewaltig. Ob die israelische Darstellung der Abläufe den Tatsachen entspricht, ist eine andere Frage - sie argumentiert jedenfalls deutlich anders als die von Ihnen erwähnten ehemaligen DDR-Grenzer.
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Wer gegen Gesetze verstößt, sagen wir mal einbricht, darf sich nicht wundern, wenn die Alarmanlage angeht. Herr Augstein, ich finde Ihren Kommentar dann doch unter aller Kanone, ja widerständig gestetzlos fast.
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Ach so? Wollten die Staatsflüchlinge (im Sprachgebrauch Republikflüchtige) den ehemalien Wessis Zement, Fertighäuser, Rollstühle etc. bringen?
Lieber JA, soo einfach ist das nicht. luggi, viele Jahre unmittelbar an den Grenzen zu Polen und BeeRDe gelebt. |
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schon die bahnsteigkarte gelöst? ja? braver hinrich!
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ne luggi,
die wollten die selbstschußanlagen unschädlich machen. ist auch verwerflich. |
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"Man findet heute immer noch ehemalige Angehörige der Grenztruppen der DDR, die das Argument vertreten, die Staatsflüchtlinge hätten sich mit ihrem Entschluss widerrechtlich das Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik zu verlassen ja selber und bei vollem Bewusstsein in Gefahr begeben und hätten doch nur einfach zuhause bleiben müssen anstatt gegen die Grenzsicherungsanlagen anzurennen, sich also die Folgen ihres vebrecherischen Tuns durch und durch selbst zuzuschreiben.
Das ist in etwa die israelische Argumentation der "Provokation"." Ein sehr treffender Vergleich, wie ich finde, Herr Augstein. |
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P.S. Wird nicht auf viel Gegenliebe bei den DDR-Nostalgikern führen, fürchte ich. :-)))
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@B.V.
Stimmt, weil ein ausgebideter Arzt heute 1.000.000 EURO kostet. Und damals? |
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Sehr schön aufgezeigt Rahab,
genau so perfide werden Menschen verachtende Systeme durch Bürokraten bei uns letztlich gerechtfertigt. |
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"@B.V.
Stimmt, weil ein ausgebideter Arzt heute 1.000.000 EURO kostet. Und damals?" Sicher nur ein paar Ost-Alu-Mark. Und was hat es eigentlich bei Kaiser Wilhelm gekostet? |
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The Flotilla Massacre - Israeli Commandos Fired Unprovoked Into Sleeping Civilians
by Nafeez Ahmed What really happened? Well, the Israeli story, at face value, is difficult to take seriously. The activists on board the Flotilla were not peace activists, they are "terrorists" and "terrorist sympathisers" who supposedly in PM Netanyahu's words "mobbed, beat, stabbed and maybe even shot at" Israeli soldiers who were, of course, just popping in for a nice cup of tea... or bowl of homous... or whatever. Yes, of course, lunatic hate-infested anti-Semitic terrorists like bestselling novelist Henning Mankell, Nobel peace laureate Mairead Corrigan-Maguire, three German MPs including professor of public law Norman Paech, and 80-year old US film producer David Schermerhorn. No doubt, just waiting for the opportune moment to unleash their raging pent-up fanaticism by ruthlessly opening fire on a bunch of utterly hapless, unwitting, ... erm... highly-trained, er .... armed with tear gas and rifles, ....... er... Israeli commandos. In the process of this valiant self-defence by our hapless rag-tag bunch of Israeli war-heroes who were only looking to have a tea-break on a nice cruise, it seems that, well, not a single Israeli soldier was actually killed. But up to 19 of the terrorists on board the Flotilla were successfully liquidated, and another 80 were taught a damn good lesson: don't try to break the illegal blockage and siege of Gaza - described by John Ging, head of UNRWA Operations in Gaza, as "a medieval measure which threatens to destroy the mentality, mindsets and outlook of hundreds of thousands of innocents in a process designed to unravel the fabric of civilised society"; described by UN Special Rapporteur for Human Rights Richard Falk as almost genocidal form of total war. nafeez.blogspot.com/2010/05/flotilla-massacre-israeli-commandos.html |
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Sehr irritierend: Gegenüber der Süddeutschen* scheint sich Herr Paech ganz anders geäußert zu haben, was die Umstände seines Aufenthalts zu Beginn der Aktion anbelangt:
"Kurz vor 4.30 hätten sich Boote ihrem Schiff genähert, schildert Paech den Beginn des Einsatzes, "dann hörten wir schwere Detonationen". Die Abgeordneten befanden sich zu diesem Zeitpunkt mit den anderen weiblichen Passagieren in einem Raum unter Deck. Zu ihrem eigenen Schutz, wie sie vermuten, eingesperrt von den türkischen Organisatoren [sic!] der Gaza-Fahrt." Sodann fällt auf, dass er auf die Frage nach den Waffen keine konkrete, sondern eine politische Antwort gibt (im Sinne von "das haben die schon immer so gemacht"). In der Süddeutschen liest sich das so: "Vehement bestreitet Paech, dass es Waffen an Bord gegeben haben könnte. Er habe "zweieinhalb Holzstangen" gesehen, aber weder Äxte noch Eisenstangen. Er räumt aber ein, während der gewaltsamen Auseinandersetzungen nicht an Deck gewesen zu sein." * Printausgabe v. 2./3.06.2010, S. 8 "Wie im Krieg" |
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schrieb am
03.06.2010 um 09:53
Bitte etwas Nachsicht mit dem Herrn Peach. Er ist ja schließlich nicht mehr der Jüngste und da kann dann schon mal etwas durcheinander geraten, zudem die Ereignisse ja schon einige Zeit zurückliegen. ;-))
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Bei all der Empörung über diese kleine Ragtag Gang, die sich aus Hubschraubern in Rambomanier auf ein paar türkische Kähne herunter gehangelt hat, werden die innenpolitischen Schamützel innerhalb Israels kaum beachtet. Die wirklich beängstigende Tatsache, nämlich das Netanjahu in diesem Tohuwabo seinen schärfsten Rivalen, J. Barrak, los wird, geht vollkommen unter.
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schrieb am
03.06.2010 um 05:13
Das, lieber / liebe sachima, erscheint mir der interessanteste Aspekt zu sein - die alte immergute Frage: Wem nützt es? Eines mag man den Demonstranten in diesem Zusammenhang wirklich vorhalten: Sich instrumentalisieren zu lassen in Zusammenhängen, die sie gar nicht durchblicken können. Gerade auch die deutsche Linke, gutmenschelnd und dabei auch mal gerne latent antisemitisch, taugt hier besonders als potentielles Schlachtvieh. Die israelischen Behörden sind für derartige Provokationen aber auch ein verlässliches Ziel.
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bei mir ging das überhaupt nicht unter, im gegenteil, ich habe es wohl vernommen.
aber allzuviele, die glühendsten bekämpfer latenten antisemitismus eingeschlossen, interessiert das nicht. kleine jungs halt, wallah! (womit ich nicht Netanyahu und Barrak meine, erst mal) |
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Das schien anfangs eine Rolle zu spielen, aber nach den Statements von Netanjahu und Lieberman ist Barak längst aus der Schusslinie - warum sollte der Premier seinen Verteidigungsminister von der Arbeitspartei herausdrängen. Der gibt ein prächtiges Feigenblatt für diese Regierung ab und zeigt an, dass es sich um kein Rechts-Ultrarechts-Kabinett handelt, Labour ist eben auch dabei.
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schrieb am
06.06.2010 um 23:02
Stimmt! naja, aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Vielleicht wird er noch als Feigenblatt bei einem neuen Krieg gebraucht.
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sie haben das alles bestimmt gemacht, damit wir was zum auslegen haben
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Gerade gelesen: Henning Mankell ist heute in Berlin, im Kulturkaufhaus Dussmann. Lesung ab 20 h, er soll aber bereits ab 15.30 dort sein, um auch Fragen zum Überfall auf die Mavi Marmara zu beantworten.
Vielleicht interessierts ja wen. |
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nein. der soll erst mal vernünftige romane schreiben. ich warte noch immer auf den ersten.
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oho! ein neuer MRR am horizont?
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Der soll immer gesagt haben, er sage die Wahrheit.
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Ich finde ja die von Israel präsentierten Waffen der "Terroristen" höchst interessant. Das sieht für mich eher danach aus, als hätte man die Messersammlung der Kombüse präsintiert. Das findet sich in meiner Küche auch.
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Die hatten offenbar Kisten voll Schleudern, aber eher symbolisch fuer die Fernsehkameras, denn die Kieselsteine waren noch in der Plastiktuete und die Schleudern offenbar nicht verteilt. Guter Witz!! Schleudern nach Gaza!!
<< Gibt es überhaupt eine rechtliche Handhabe dafür, dass ein Schiffskonvoi in internationalen Gewässern von regulären Militärverbänden eines Staates aufgebracht werden kann? Nein. Es gibt dann eventuell eine Rechtfertigung, wenn klar ist, das Schiffe oder ein Schiffskonvoi in erkennbarer militärischer Absicht auf die Hoheitsgewässer und die Küste eines Landes zulaufen. Da räumt das internationale Recht die Möglichkeit zur Kontrolle und zum Schutz ein. Dann ist es erlaubt, diesen Schiffsverband abzudrängen. Im Fall unseres Schiffes war aber vollkommen eindeutig: Erstens, die „Mavi Marmara“ will gar nicht in israelische Hoheitsgewässer. Zweitens, an Bord sind ausschließlich unbewaffnete zivile Personen, die humanitäre zivile Güter transportieren. Das war allen klar – und das ist vor allem auch bei der Beladung der Frachter kontrolliert worden. >> ist nicht so selbstverstaendlich, Man sollte mindestens die Grundlinien einer denkbaren Verteidigung der Israelis nennen, damit man weiss, worueber man redet. Bringt Ordnung in das Geschrei. Da gibts das (1) San Remo Manual, Kriegsrecht, also die (2) Frage der Rechtmaessigkeit des Krieges gegen wen auch immer stellt sich nicht. Danach ist (1) eine Blockade erlaubt, wenn...... (a) Gibt es einen Krieg gegen die Hamas? Gegen Gaza? Wer ist Gaza? Die PLO? Schon damit kann man es kippen. (b) Ist die Blockade im Hinblick auf die Leiden der Zivilbevoelkerung verhaeltnismaessig? Obs sich hier um ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit handelt ist offensichtlich umstritten. Grosse Worte ersetzen keine Argumentation. Siehe auch: Ist die Wegname von Klopapier in Guantanamo eine unmenschliche Behandlung? (2) Ist wohl die spannendere Frage: Die Rechtmaessigkeit des "Krieges gegen den Terror". Mehr als symbolisch sind die Raketen ueber den Grenzzaun hinweg ja nicht. Mit welchen Mitteln darf Israel sich verteidigen? In der Wapo wird dazu eine ganze Liste angeblich selbstverstaendlicher Verteidigungsarten praesentiert, die Israel nun genommen waeren. Praeventiv und auf fremden Staatsgebiet und nun nicht einmal mehr passiv. Die Israelis scheinen eingesehen zu haben, dass eine Blockade uebertrieben ist und Israel nur schadet, dass es reicht, gezielt nach Raketen zu suchen, wenn nman weiss, dass welche auf dem Anmarsch sind. Das kann man gerne auch in das San Remo Manual hineinlesen. Ein Verbrechen gegen die Menschheit, der grosste Quatsch aller Zeiten sowieso, wird daraus nicht. |
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Schleudern usw nach kurzem Vorspann:
>Kistenweise Schleudern (2010) > >fritz teich | MySpace Musikvideos Dere Rest ist wohl ueberwiegend Schiffswerkzeug. Und die Waffen sind vielleicht auch im Marmara-Meer noetig um Atatuerkmaessig gegen Kurden, Griechen etc vorzugehen. Was keine Kritik an den Tuerken ist. Man muss die Faelle streng auseinanderhalten, wie wir ja wissen. |
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Das ist auch sehr schoen:
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stimmt. mit zawa kuscheln ist im ergebnis öfter mal ganz übel.
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Allen internationalen Protesten und weit ausholenden Debatten zum Trotz hat Israel nun auch das letzte Schiffe der Gaza-Flotte, den irischen Frachter "Rachel Corrie", aufgebracht. Und auch das passierte wieder in internationalen Gewässern.
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Eike Geisel: „Im Namen des Friedens gegen Israel zu sein, ist etwas Neues. Denn dieses Ressentiment hat alle praktischen und politischen Beweggründe abgestreift. [...] Dieser neue Antisemitismus erwächst weder aus niedrigen Instinkten noch ist er Ausfluss ehrbarer politischer Absichten. Er ist die Moralität von Debilen. Das antijüdische Ressentiment entspringt den reinsten menschlichen Bedürfnissen, es kommt aus der Friedenssehnsucht. Es ist daher absolut unschuldig, es ist so universell wie moralisch. Dieser moralische Antisemitismus beschließt die deutsche Wiedergutwerdung insofern, als sich durch ihn die Vollendung der Inhumanität ankündigt: die Banalität des Guten.“
Soweit ich es im Nachhinein zu beurteilen vermag, waren Paech, Grothund ihren Freunden von Hamas der nicht humanitäre, sondern militärische Zweck durchaus bewusst. Es geht Paech nur darum, Israel vorzuführen und der Hamas geht es um Raketen, die durch die Blockade nicht mehr nach Gaza gelangen. Keine Raketen = keine Blockade. Bei Abfahrt der Schiffe wurde "Tod den Juden" gesungen. |
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Eike Geisel: „Im Namen des Friedens gegen Israel zu sein, ist etwas Neues. Denn dieses Ressentiment hat alle praktischen und politischen Beweggründe abgestreift. [...] Dieser neue Antisemitismus erwächst weder aus niedrigen Instinkten noch ist er Ausfluss ehrbarer politischer Absichten. Er ist die Moralität von Debilen. Das antijüdische Ressentiment entspringt den reinsten menschlichen Bedürfnissen, es kommt aus der Friedenssehnsucht. Es ist daher absolut unschuldig, es ist so universell wie moralisch. Dieser moralische Antisemitismus beschließt die deutsche Wiedergutwerdung insofern, als sich durch ihn die Vollendung der Inhumanität ankündigt: die Banalität des Guten.“
Soweit ich es im Nachhinein zu beurteilen vermag, waren Paech, Grothund ihren Freunden von Hamas der nicht humanitäre, sondern militärische Zweck durchaus bewusst. Es geht Paech nur darum, Israel vorzuführen und der Hamas geht es um Raketen, die durch die Blockade nicht mehr nach Gaza gelangen. Keine Raketen = keine Blockade. Bei Abfahrt der Schiffe wurde "Tod den Juden" gesungen. |
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schrieb am
05.06.2010 um 20:04
...ja und? Erklär mal was das Zitat von Geisel hier mit den jüngsten Opfern des israelischen Nationalismus zu tun haben soll...
...Ersetzt man den Begriff des Antisemitismus im Zitat durch den Philosemitismus seiner angeblichen Bekämpfer von der "anti"-DEUTSCHEN Paranoiafront, könnten sich diese Wirrköpfe hier doch gleich guten Gewissens selber mit einreihen - in die DEUTSCHE Einheitsfront debiler Moralität und (anti???)- DEUTSCHER Wiedergutwerdung... "Bei Abfahrt der Schiffe wurde "Tod den Juden" gesungen." Und der alte, verschlagene und krummnasige Hamas-Paech grölte am lautesten, oder was? Völlig PlemPlem. |
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Bestürzend denunziatorische Argumentation von Mustermann, Gaza wird blockiert, seit Hamas 2006 die palästinensischen Parlamentswahlen gewann und Israel wenig bis gar keine Neigung verspürte, dieses demokratischen Votum zu respektieren und mit Hamas auch nur in die Nähe einer Verständigung zu kommen.
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schrieb am
06.06.2010 um 14:04
Ich habe schon einige Juden kennen gelernt, die sich ohne Abstriche zu ihrem Judentum bekennen, den aggressiven Zionismus aber strikt ablehnen.
Die wären dann also allesamt Antisemiten? Man sollte sich nicht von Propagandisten und Scharfmachern, egal welcher Richtung, den Tunnelblick ausrichten lassen... |
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Norman Paech sagt: Das Ziel der gesamten Free-Gaza-Bewegung und auch dieser Flottilla, wie wir sie genannt haben, war in der Tat ein politisches. Es ging nicht nur darum, die Blockade zu durchbrechen, sondern sie zu beseitigen."
Das ist doch bemerkenswert, denn damit war das israelische Vorgehen ganz klar durch das Völkerrecht legitimiert: Das Durchbrechen einer Blockade ist ein kriegerischer Akt, der mit militärischen Mitteln unterbunden werden darf. Ich hätte mir zwar gewünscht, dass Israel von diesem Recht keinen Gebrauch macht, aber legal war es schon. Ob es auf der anderen Seite moralisch in Ordnung ist, den Import ungemahlener Kaffeebohnen nach Gaza zu verbieten steht auf einem anderen Blatt. Aber es ist Krieg da unten und die Hamas hält diesen Krieg mit täglichen Angriffen auf das international unbestrittene Kernland Israels am Leben. Und was das Vorgehen der Hamas und ihrer Fans noch verwerflicher macht: Es gibt exzellente Methoden, die Interessen der palästinensischen Araber gegen die Israelis durchzusetzen, das demonstriert der palästinensische Ministerpräsident Salam Fayyad Tag für Tag: Durch Gewaltlosigkeit und den konkreten Aufbau eines eigenen Staates. Aber das ist Herrn Paech wohl zu banal. |
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schrieb am
08.06.2010 um 23:37
Na So was, die Oma vom fidelen Schmock - und nimmt kein Blatt vorm Mund – nu wissen wir woher der ganze Schmodder kommt und was er uns eigentlich immer sagen wollte.
Hetze geht doch ohne linke Phrasen viel besser von der Hand – wie der hier vom Idol Broder adaptierte Zynismus und fast wörtlich abgeschriebene Beitrag zu belegen scheint. |
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schrieb am
08.06.2010 um 23:57
Das ist nicht unbedingt eine inhaltliche Widerlegung. Eher ein Ausweichen vor unbequemen Argumenten. Und den Broder braucht die Oma nicht, das kann sie auch alleine.
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schrieb am
08.06.2010 um 23:57
Das ist nicht unbedingt eine inhaltliche Widerlegung. Eher ein Ausweichen vor unbequemen Argumenten. Und den Broder braucht die Oma nicht, das kann sie auch alleine.
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schrieb am
09.06.2010 um 00:50
Inhaltliche Widerlegung eines moralischen Wunschbildes?
Unbequeme Argumente? Welche denn? Back lieber Blaubeertorte - das kann Oma(Duck)Krause doch wenigstens - und Franz(fidelche) Gans bekommt zur Abwechslung dann auch mal wieder was Gutes in seinen eingebildeten Hedonistenwanst. Gute Nacht |
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