Empfehlung der Woche

Der Sohn des Oligarchen

Der Sohn des Oligarchen

Patrick Radden Keefe

Hardcover, gebunden

448 Seiten

29 €

Zur Empfehlung
Doxumentale 2026

Doxumentale 2026

Das Festival für Non-Fiction-Storytelling

In zahlreichen Locations in ganz Berlin

Vom 27. Mai bis 7. Juni 2026!

Zur Empfehlung
The North

The North

Bart Schrijver

Drama

Niederlande 2025

133 Minuten

Ab 21. Mai 2026 im Kino!

Zur Empfehlung
URBAN ART BIENNALE 2026

URBAN ART BIENNALE 2026

Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Vom 10. Mai bis 15. November 2026!

Zur Empfehlung

Politik : Der Preis der Atomkraft

25 Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl steht die Welt in Japan erneut am Rand eines Gau. Das zeigt: Die Risiken der Atomtechnologie sind unberechenbar

Zum Kommentar-Bereich

Dieser Artikel ist für Sie kostenlos. Unabhängiger und kritischer Journalismus braucht aber Unterstützung. Wir freuen uns daher, wenn Sie den Freitag abonnieren und dabei mithelfen, eine vielfältige Medienlandschaft zu erhalten. Dafür bedanken wir uns schon jetzt bei Ihnen!

Share Icon
Jetzt kostenlos testen

Ein verheerendes Erdbeben von diesem Ausmaß kann niemand vorhersehen. Selbst in Japan nicht, das eine Nation ist, die gelernt hat, damit umzugehen. Eine hochtechnisierte Gesellschaft, die glaubte, die Risiken, die damit einhergehen, so weit wie möglich und so sicher wie nötig im Griff zu haben.

Das war ein Irrtum. Denn das Land steht nun, wenige Stunden nach dem schwersten Erdbeben seit Beginn der seismischen Aufzeichnungen, vor einer weiteren Katastrophe. Der Reaktor in Fukushima ist so schwer beschädigt, dass trotz einer Schnellabschaltung bei Beginn des Bebens eine Kernschmelze droht. Es wäre ein neues Tschernobyl, fast genau 25 Jahre nach dem Gau in der Ukraine. Doch dieses Mal wären die Ausmaße nicht vergleichbar. Denn der japanische Reaktor steht in einer Region, die wesentlich dichter besiedelt ist als Tschernobyl.

Und obwohl dieses Mal nicht unmittelbar menschliches Versagen der Grund für die drohende Katastrophe ist, trägt die japanische Politik mittelbar dennoch eine große Verantwortung. Denn in Japan stehen 55 Atomkraftwerke, die ein Drittel des Stroms erzeugen. Japan setzt seit Jahrzehnten unbeirrt auf Atomstrom. Doch es hat sich wieder einmal gezeigt: AKW sind tickende Zeitbomben. Natürlich sind sie nach menschlichem Ermessen sicher. Aber es gibt Umstände, die das menschliche Ermessen nicht erfassen kann. Das war so in Tschernobyl, als ein Techniker die falschen Knöpfe drückte und die Katastrophe auslöste. Und das droht nun auch in Fukushima, wo niemand damit gerechnet hat, dass der Strom so lange ausfällt und das Kühlwasser so schnell absinkt.

Wer auf die Atomenergie setzt, nimmt diese Risiken in Kauf. Sie mögen unwahrscheinlich sein, aber ausschließen kann man sie nicht. Vor 25 Jahren gab es einen Gau, der hunderttausende Menschen betroffen hat. Nun steht die Welt wieder vor so einer Situation. Es sind Zeiträume, von denen in den Risikoberechnungen der Stromkonzerne nicht die Rede ist. Da geht es immer nur um Wahrscheinlichkeiten, die sich in einer Million Jahre ereignen können. Die Wirklichkeit belehrt uns nun eines Besseren. Der Preis, den wir möglicherweise für die Atomkraft bezahlen müssen, ist zu hoch.

Themen

sticky banner image

35 Tage gratis zum 35. Geburtstag

der Freitag digital mit Zugang zu allen Artikeln auf freitag.de inkl. F+