Empfehlung der Woche

Gerechtigkeit

Gerechtigkeit

Bernhard Schlink

Hardcover, gebunden

208 Seiten

21,99 €

Zur Empfehlung
de:lux 2026

de:lux 2026

„Sie können die Blumen abschneiden, aber nicht den Frühling verhindern“

Frühlingsfest der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Straße der Pariser Kommune 8A | 10243 Berlin

Am 7. März 2026!

Zur Empfehlung
Un Poeta

Un Poeta

Simón Mesa Soto

Spielfilm, Tragikomödie

Kolumbien, Deutschland, Schweden 2025

123 Minuten

Ab 12. März 2026 im Kino!

Zur Empfehlung
150 Jahre Paula Modersohn-Becker

150 Jahre Paula Modersohn-Becker

Große Sonderschau zu Ehren der Künstlerin

Paula Modersohn-Becker Museum Bremen: BECOMING PAULA, 08.02. bis 13.09.2026
Worpsweder Museen: IMPULS PAULA, 07.02. bis 01.11.2026

Zur Empfehlung

Politik : Eine Ansage als Absage

Während die Börsen wackeln, muss sich die Eurozone auf den Absturz der nächsten Großschuldner einstellen. Können Italien und Spanien "gerettet" werden wie Griechenland?

Zum Kommentar-Bereich

Dieser Artikel ist für Sie kostenlos. Unabhängiger und kritischer Journalismus braucht aber Unterstützung. Wir freuen uns daher, wenn Sie den Freitag abonnieren und dabei mithelfen, eine vielfältige Medienlandschaft zu erhalten. Dafür bedanken wir uns schon jetzt bei Ihnen!

Share Icon
Jetzt kostenlos testen

Es kann gut sein, dass in diesen Tagen der Stab über die Eurozone endgültig gebrochen wird und das Schicksal der Gemeinschaftswährung besiegelt ist. Die von der deutschen Politik artikulierte Abstinenz, einem ins Trudeln geratenen Pleitier wie Italien zu helfen – Argument: Das Land sei zu groß, um in diesem Fall einen Fall aufzuhalten – ist ein gnadenlos klares Signal an die Finanzmärkte: Helft euch selbst! Wenn Italiens Gläubiger in dem Eindruck bestärkt werden, ihr Klient kann seine Schulden überhaupt nicht mehr oder bestenfalls gestundet zurückzahlen, kommt das einem vernichtenden, aber eben auch gerechtfertigten Urteil gleich. Da müssen die Rating-Agenturen gar nicht mehr mit ihrem Bonitäts-Zertifikat zulangen. Ein sich aufbäumender Zinskurs sagt genug. Er macht das Refinanzieren von Staatsanleihen zur selbstmörderischen Fron. Unter diesen Umständen pumpt sich die Mutmaßung zur Gewissheit auf, dass nach der Regierung in Athen auch die in Rom ihre Verbindlichkeiten nur noch mit einem Schulterzucken quittieren kann. Wie auch anders bei Staatsschulden von 1.800 Milliarden Euro, die augenblicklich bei 120 Prozent der italienischen Bruttoinlandsproduktes liegen? Wie anders bei einer Wirtschaft, die nicht unbedingt mit beeindruckenden Wachstumsraten oder -prognosen glänzt?

Liegt die Verheißung eines auch hier unumgänglichen Schuldenschnitts erst einmal in der Luft, ist sie dazu angetan, Märkte und Börsen in Panik zu versetzen. So viel kann die Europäische Zentralbank (EZB) durch den Ankauf maroder spanischer oder italienische Papiere gar nicht gegensteuern, um das aufzuhalten. Die große Verunsicherung donnert wie eine Lawine zu Tal. Hätte Angela Merkel die Sorge um den Partner Italien in einen simplen Acht-Worte-Satz gekleidet – zum Beispiel: Wenn nötig, gehört auch Italien unter den Euro-Rettungsschirm – hätte das dessen Kreditwürdigkeit gewiss nicht wiederbelebt, aber die restlose Abschreibung derselben aufgehalten. Wer Zeit gewinnt, kann in dieser Situation Kursstürze auffangen. Mehr nicht, aber auch nicht weniger. So aber ist die Absage an Italien auch eine vorweggenommene an Spanien. Mehr noch: Wenn die dritt- und viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone in Richtung Insolvenz driften, ist der Abgesang auf den Euro innerhalb einer Währungsunion, die kein System der politischen und ökonomischen Synchronisation und Solidarität sein will. Also zerfällt. Ein Entkommen aus dem globalen Krisenkarussell hat sich dann erst recht erledigt.

Themen

sticky banner image

der Freitag digital: 12 Monate für € 192 € 144

Jetzt mitlesen & € 48 sparen