Eigentlich, so hat es Linkenvorstand Ulrich Maurer am Dienstag formuliert, eigentlich hätten die Menschen andere Sorgen, als sich mit dem „Schmierentheater“ um Christian Wulffs Kredit- und Pressefreiheits-Affäre zu befassen. Aber es sei andererseits doch auch „unausweichlich“, dazu Stellung zu nehmen. Und Maurer tat es mit der Forderung, der Bundespräsident, der ohnehin nicht mehr im Amt zu halten sei, solle nun „die Konsequenzen ziehen“.
Offene Rücktrittsforderungen in Richtung Schloss Bellevue waren eher selten in den vergangenen drei Wochen. Inzwischen heißt es immer öfter, die Schonfrist für das Staatsoberhaupt wäre vorbei. Einen Frontalangriff traut sich die Opposition jedoch bisher noch nicht zu – und dafür gibt es gleich mehrere Gründe.
Da wäre zum ersten die „Würde des Amtes“, ein eigenwilliger Pappkamerad, den die weniger werdenden Unterstützer Wulffs genauso in Stellung brachten wie viele seiner Kritiker. Um der „Würde des Amtes“ Willen wollten Regierungspolitiker bereits die Ganze Debatte beendet sehen. Und die Opposition hält sich auch deshalb bedeckt, weil sie sich nicht dem Vorwurf aussetzen will, mit Attacken gegen Wulff zugleich auch das Amt des Bundespräsidenten zu beschädigen, als ob das durch den aktuellen Inhaber nicht viel eher geschehen würde. Für eine angezogene Bremse sorgte, zweitens, Sigmar Gabriel mit seinem Verdikt, ein neuerlicher Rücktritt an der Spitze der Republik wäre „verheerend und nahe an einer echten Staatskrise“. Ob den SPD-Vorsitzenden vor allem Sorgen um die „Würde des Amtes“ zu dieser Geste der Zurückhaltung gegenüber der Konkurrenz trieben, sei einmal dahingestellt; jedenfalls wird man die Äußerungen der Opposition an dieser hohen Latte messen. Womit wir, drittens, bei der strategischen Lage der Opposition wären: Angenommen, das immer lauter dröhnende Schweigen der Union zum Fall Wulff wird durch dessen Rücktritt beendet, über den in Berlin nun immer heftiger spekuliert wird – was dann?
30 Tage nach dem Rücktritt
Der Abgang von Wulff würde eine Dank Horst Köhler inzwischen ziemlich gut bekannte politische Routine auslösen: Die Bundesversammlung muss spätestens 30 Tage nach dem Rücktritt zusammentreten, um einen Nachfolger zu wählen. Wegen der seit 2010 absolvierten Wahlen würden sich die Vertreter des Bundestags und der Länder heute anders zusammensetzen. Wulff bekam vor anderthalb Jahren trotz einem rechnerischen Vorsprung von 21 Stimmen erst im dritten Wahlgang die notwendige Mehrheit. Bei einer neuerlichen Kür des Staatsoberhauptes wäre Schwarz-Gelb mit noch knapperen Verhältnissen konfrontiert. Berechnungen gehen von einem Vorsprung von nur noch zwei bis vier Stimmen aus – unter solchen Bedingungen wird es für Merkel zweifellos sehr schwer werden, einen Kandidaten oder eine Kandidatin zu präsentieren.
Das trifft aber genauso auf die Opposition zu. SPD und Grüne sind der Chance, einen eigenen Bewerber in schwarz-gelber Regierungszeit durchzusetzen, zwar näher als im Sommer 2010. Der Weg zu einer erfolgreichen Revanche für 2004, als Merkel und Guido Westerwelle Horst Köhler durchsetzten, ist aber steinig. Kaum anzunehmen ist, dass SPD und Grüne noch einmal mit Joachim Gauck ins Rennen gehen – der hat sowohl mit sozialpolitischen als auch mit Äußerungen in der Sarrazin-Debatte seinen ohnehin umstrittenen Kredit verspielt und dürfte nicht mehr in das strategische Portfolio der Opposition passen, die nun ein bisschen mehr links blinkt. Ebenso schwer vorstellbar ist es, dass sich Gesine Schwan erneut bereit erklärt. Auch Margot Käßmann war schon einmal bei den Sozialdemokraten genannt worden – und hätte trotz ihrer großen Beliebtheit wohl auch diesmal keine Chance.
Wie große diese für einen Kandidaten der Opposition wäre, hängt nicht zuletzt von der Linkspartei ab. Die würde zwar mit nur 125 die kleinste Delegiertenschar unter den Bundestagsparteien stellen, ohne ihre Stimmen wäre ein rot-grüner Kandidat aber in jedem Fall chancenlos. In der Linken dürfte die Erinnerung an 2010 noch sehr wach sein, als die Partei mit Luc Jochimsen eine eigene Bewerberin nominiert hatte – letztlich aber in ein taktisches Dilemma geriet: Weil sie Gauck nicht wählen wollte, wurde Wulff Bundespräsident.
Ein gemeinsames Oppositions-Signal?
Der parteilose Linken-Abgeordnete Wolfgang Neskovic hat Union, SPD und Grünen jetzt parteitaktisches Verhalten vorgeworfen, „nach der mühseligen Wahl von Herrn Wulff“ vor anderthalb Jahren hätten die Parteien offenbar „kein Interesse, erneut in ein völlig unsicheres Wahlverfahren mit einem anderen Kandidaten einzusteigen“. Das mag sein, erledigt aber noch nicht die für die Linke spannende Frage, was sie denn im Falle der Fälle eigentlich selbst machen würde. Wieder ein eigener Kandidat, um auf diesem Wege alternative politische Positionen in den Wahlkampf ums Präsidentenamt einzuspeisen? Das hat 2010 nicht besonders gut funktioniert. Diesmal doch auf ein gemeinsames Oppositions-Signal setzen, selbst wenn das nicht automatisch zu einer Bündnisoption 2013 mutieren würde? Dann müssten SPD und Grüne die Linke diesmal auch an der Auswahl eines Bewerbers beteiligen.
Vor anderthalb Jahren war immer wieder ein historischer Vergleich bemüht und auf die Präsidentenwahl Gustav Heinemanns verwiesen worden, die als „Vorbote der sozialliberalen Koalition“ angesehen wird. Vergleichbares kündigt sich heute noch weniger an als damals – über die zum Teil sogar noch gewachsenen rot-rot-grünen Differenzen jedenfalls würde auch kein gemeinsamer Kandidat hinwegtrösten. Und so könnte sich eine Neuwahl des Bundespräsidenten auch schnell in den Vorboten einer Großen Koalition verwandeln. Die ist zwar vielleicht nicht im Sinne von Sigmar Gabriel, hat aber unter den Sozialdemokraten genauso Anhänger wie im Umfeld von Angela Merkel. Die Kanzlerin könnte sich auf diesem Wege der leidigen FDP entledigen, ihre Politik der Krisenbearbeitung, die unter dem Strich weit mehr zählen dürfte als die Perspektiven eines früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten, ist mit der SPD sogar eher kompatibel als mit der einer um die Existenz ringenden FDP. Dass es vor allem Grüne und Linke sind, die jetzt darauf hinweisen, dass der Fall Wulff in Wahrheit eine Causa Merkel ist, schließlich habe die Kanzlerin den Niedersachsen ins Amt gebracht, passt in dieses Bild.
Es könnte aber auch ganz anders kommen: Allen Unkenrufen zum Trotz bringt Merkel einen weiteren schwarz-gelben Präsidentschaftskandidaten durch – und die Koalition dümpelt weiter dem Ende der Legislaturperiode entgegen. Ein Staatsoberhaupt braucht die Kanzlerin dafür nicht: In Zeiten der Eurokrise bestreitet sie dessen Repräsentationsaufgaben genauso mit wie sie de facto die Aufgaben des Außenministers übernommen hat. Und wenn der Sturm sich gelegt hat, wird sie die Hände vor dem Bauch falten und ein leises Lächeln aufsetzen. Ihren Kredit kann sie kaum verspielen – denn der speist sich immerfort aus der Schwäche der anderen.
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Wofür brauchen wir überhaupt einen Bundespräsidenten, wenn Merkel eh' alles bestimmt?
So war das doch von der Verfassung damals bestimmt nicht gedacht! |
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Zustimmung. Als Gelegenheit für Merkel, die Koalition mit der SPD zu erzwingen und damit 2013 einen Lagerwahlkampf zu vermeiden - so macht der Rücktritt politisch Sinn. Steinbrück könnte Präsident werden. Merkel würde Kanzlerin bleiben. Das wäre dann die Hindenburg-Lösung. Wäre nicht nur passend für Brüning-Politik, sondern auch für härtere Varianten. Für die Linke blieben in Europa keine Exil-Orte - Paris, Prag, Lissabon und Madrid schon unter deutschem Kommando!
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schrieb am
03.01.2012 um 20:33
immer wenn man denkt, man habe den abgrund an dummheit schon durchmessen, liest man weiter - und sieht sich widerlegt.
uhrenvergleich: es ist fünf nach zwölf, herr ober. |
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>>Für eine angezogene Bremse sorgte, zweitens, Sigmar Gabriel mit seinem Verdikt, ein neuerlicher Rücktritt an der Spitze der Republik wäre „verheerend und nahe an einer echten Staatskrise“. Ob den SPD-Vorsitzenden vor allem Sorgen um die „Würde des Amtes“ zu dieser Geste der Zurückhaltung gegenüber der Konkurrenz trieben, sei einmal dahingestellt; (...)<<
Habe nur ich die Vermutung das da bei Gabriel auch noch andere Gründe eine Rolle spielen könnten?Gabriel gehört doch auch zum "Hannoverschen Klüngel" .Es gibt Fotos wo Gabriel mit Maschmeyer, Schröder und Wulff privat feiert.Ein Schuft wer Böses dabei denkt...? |
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Ein Schelm, kein Schuft.
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"Der hat sowohl mit sozialpolitischen als auch mit Äußerungen in der Sarrazin-Debatte seinen ohnehin umstrittenen Kredit verspielt und dürfte nicht mehr in das strategische Portfolio der Opposition passen, die nun ein bisschen mehr links blinkt".
Offenbar hab ich´s mit den Augen, lieber TomStrohschneider. Ich vermag ein Blinken nicht zu sehen. Mich treibt die Frage um, wieso Friede Springer die Hunde von der Kette gelassen hat. Und wer ihr´s gesagt hat. Und warum? Es muss wohl um schwerere Zeiten gehen, da ist es dann für nette Männer ein wenig zu rauh. Da braucht es scharfe Messer. Politisches Personal suchen Andere aus. Nämlich die, die am liebsten hätten, das es immer so weiter geht, die den Status Quo behalten möchten. Wohlstand nicht für alle, Reichtum und Macht für Wenige. Wenn´s denn sein muss, eine große Koalition. Schaun mir mal. Ich kann mir den Gauck immer noch vorstellen, der ist aus einem anderen Holz. |
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schrieb am
04.01.2012 um 06:00
"Wer abbiegen will, muß dies rechtzeitig und deutlich ankündigen; dabei sind die Fahrtrichtungsanzeiger zu benutzen." (StVO)
Das heisst: Wer abbiegen will, hat zu blinken. Das heisst aber nicht: Wer blinkt, will auch tatsächlich abbiegen. ;-) Ich sehe schon, dass SPD und Grüne derzeit wieder häufiger links blinken - ich sehe aber nicht die Absicht, tatsächlich links abzubiegen. Gauck wiederum wollte ich von Anfang an schon nicht sehen, vorstellen kann ich ihn mir bei der Unfähigkeit der politischen Elite aber durchaus. Schöner finde ich allerdings zwei Vorschläge, die derzeit durch das Internet geistern. Der Erste ist ein politischer Mensch: Georg Schramm; der Zweite ist gar ein Politiker und der vielleicht fähigste Politiker, den Deutschland für dieses Amt zu bieten hat (schon, weil er stets öffentlich macht, von wem er sich kaufen lässt): Martin Sonneborn. |
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schrieb am
04.01.2012 um 06:08
Gauck der “Spaltpilz“ und trotzdem Retter der Nation? Armes Deutschland! Status Quo für unsere Holzbestände?
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Sollte der recht lustige Martin Sonneborn solche billigen Kommentärchen für nötig erachten, schrammte er rasch dahin.
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"Der hat sowohl mit sozialpolitischen als auch mit Äußerungen in der Sarrazin-Debatte seinen ohnehin umstrittenen Kredit verspielt und dürfte nicht mehr in das strategische Portfolio der Opposition passen, die nun ein bisschen mehr links blinkt".
Offenbar hab ich´s mit den Augen, lieber TomStrohschneider. Ich vermag ein Blinken nicht zu sehen. Ein Eingestehen von Fehlern ist zwar löblich, ersetzt aber nicht ein anderes Handeln. Mich treibt die Frage um, wieso Friede Springer die Hunde von der Kette gelassen hat. Und wer´s ihr gesagt hat. Und warum? Es muss wohl um schwerere Zeiten gehen, da ist es dann für nette Männer ein wenig zu rauh. Da braucht es scharfe Messer. Wenn´s denn sein muss, eine große Koalition. Schaun mir mal. Ich kann mir den Gauck immer noch vorstellen, der ist aus einem anderen Holz. |
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Bitte lassen Sie doch endlich diesen Frühstücksdirektor und Grüßaugust der BRD in Ruhe! Ich finde, der Wulff soll seine Amtszeit zu Ende machen, sonst bekäme er schon jetzt sein Ruhesalär von 200.000 Euro und noch andere Privilegien. Danach könnte man den Job als Ehrenamt vergeben. Wer einen Bundespräsidenten als Instanz für Ehrenhaftigkeit und Glaubwürdigkeit benötigt, ist ohnehin zu bemitleiden.
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Offener Brief vom 2012-01-03 via Webseiten-Kontaktformular:
Sehr geehrter Herr Bundespraesident, es faellt mit sehr schwer nachzuvollziehen, was in den letzten Tagen und Wochen ueber Sie zu lesen und zu hoeren ist! All dies wird von Ihnen - der ueber jahrelange Praxis in der Politik verfuegt und von den Wahlmaennern und Wahlfrauen und einem grossen Anteil der Bevoelkerung in der Position des Bundespraesidenten gerne gesehen wurde - mit nur wenig erhellenden Informationen bedacht. Keine Frage: Was privat ist, soll grundsaetzlich auch bitteschoen privat bleiben! Aber es kann Ihnen doch nicht verborgen bleiben, dass Ihr Handeln (worueber derzeit ausgiebig berichtet wird) genau so wie Ihr Nicht-Handeln (naemlich um Aufklaerung in die diversen Sachverhalte vom Kredit ueber die Entlassung Ihres getreuen Weggefaehrten bis zur Presseeinschuechterung) unserer Gesellschaft schadet und zusammen mit anderen Vorgaengen wie der Plagiatsdiskussion, den aussergewoehnlichen Politikschwenks insbesondere der C-Parteien den allgemein beklagten Politikverdruss forciert. Eindeutige und direkte Antworten sind gefragt! Es bleibt mir schleierhaft, wie Ihre Berater eine solche Gemengelage zulassen konnten und Ihnen ganz offensichtlich die ihnen zugedachte Funktion der Beratung ausserordentlich mangelhaft erfuellen oder vielmehr gar nicht erfuellen. Die von Ihnen selbst vermisste "Gradlinigkeit" ist auch weiterhin leider nicht erkennbar, was die Aufklaerung der diskutierten Sachverhalte angeht. Tragen Sie bitte bald Ihren Teil dazu bei! Immer wieder wird kolportiert, dass die Macht des Bundespraesidenten das Wort sei: nutzen sie dies und erklaeren Sie den Medien und der Oeffentlichkeit Ihr Handeln und Ihre Beweggruende, einschliesslich nicht-vorhandener Interessenkonflikte - so dies denn zutrifft! [...] Mit freundlichen Gruessen, Gunther Ziegler. |
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"Dank Horst Köhler"
Unfug! Der Mann hat eine Wahrheit ausgesprochen und musste schleunigst weg vom Fenster, auch wenn mir seine Reden über "Monster" in der Finanzwelt überhaupt nicht gefallen haben (struktureller Antisemitismus). Wenn SPD+Grüne wirklich zusammen an die Macht wollen, wäre Gauck der ideale Kandidat. Man würde nicht nur wieder die PdL attakieren und sie nach Möglichkeit intern und extern schwächen, nein, man würde eine Ampel-Regierung vorbereiten und so Merkel ablösen können. Denn die FDP greift ja zu jedem probaten Mittel, um aus der 3%-Misere zu entkommen: Neo-Neoliberalismus, rechtspopulistischer Euroskeptizismus ... Das wäre die Chance, gegenüber der Union "Profil" zu gewinnen, man würde sich wieder an den liberalen Märtyrer Genscher, wenn nicht sogar vorgegaukelt wehmütig an die sozialliberalen Jahre erinnern. Rot-Grün BRAUCHT ja auch die FDP als Mehrheitsbeschafferin, denn PdL und Piraten kommen ja als Koalitionspartner nicht in Betracht. Die einzige Schwierigkeit bei dem Projekt dürfte darin bestehen, die Union von Gauck fernzuhalten, ansonsten wird's nix mit Neuwahlen. Dazu müssten SPD+Grüne ordentlich polarisieren, ohne die FDP dabei zu arg zu treffen. Ansonsten müsste der Bruch auf andere Weise und komplizierter eingeleitet werden, denn ob die Liberalen 2013 bei noch so großer Anstrengung die 5%-Marke knacken, bleibt fraglich; in der schwarz-gelben Konstellation geht es ja munter auf die 1% zu. |
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schrieb am
04.01.2012 um 08:21
AlfZitt, nachdem nun
Gauck Sarrazin Mut attestiert hat und sich nicht nur einmal als Priester des Neoliberalismus gegauckt hat, wird er trotzdem immer wieder benannt? Sind wir schon so am Ende? Ich verstehe das nicht - wer hilft. |
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Nur einmal so kurz aus dem gedächtnis:
Das Institut des Bundespräsidenten wurde für die BRD so macht- und sinlos gar nicht gestrickt: Ihm die Machtfülle und das spezifische Instrumentarium des Reichspräsidenten zu nehmen war unabdingbare Folge der weimarer und der Erfarung des Nazismus. Machtlos ist der Bundespräsident aber gar nicht, er muß Gestze der Legislative zur Wirksamkeit ausfertigen, aber er kann sie aus rechtlichen Gründen auch zurückweisen, wie er die Ernennung von Ministern so verweigern kann. Seine zweite wesentliche Machtfunktion hat er als "moralisch-politische" Instanz, die politisches bewußtsein bildet und selbst mitbedingt. Dass diese Instanz letztlich aber immer nur so stark sein kann, wie die Reife des eigentlichen Souveräns, die bestehenden herrschaftsverhältnisse hergeben, ist so wahr, dass die Forderung nach Abschaffung des Amtes des Bundespräsidenten eigentlich nur das mehr oder weniger bewußte Eingeständnis der Machtlosigkeit und Unreife seiner selbst, also des Volkes im bürgerlichen Staat selbst - bzw. den Wunsch danach - darstellt, das Volk sich also selbst in seiner politischen Rolle abschaft, noch bevor sich die Regierenden ein willfähriges zu wählen bräuchten. |
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kleine Aktualisierung am Morgen:
Nach Informationen des ARD-Fernsehens will Christian Wulff im Amt bleiben – der Sender meldet dies "zuverlässig" unter Berufung auf Quellen aus der Umgebung des Präsidenten. bit.ly/xQobQ5 Nichtsdestotrotz geht die Debatte über einen möglichen Rücktritt und Folgen weiter. Die CDU-Politikerin Vera Lengsfeld hat an SPD und Grüne appeliert, sich aktiv für eine Ablösung des Präsidenten einzusetzen und plädierte für Joachim Gauck als Nachfolger - dieser könne "dem Amt seine Würde zurückgeben". bit.ly/zdF8i8 Die Süddeutsche berichtet: Gaucks "erneute Kandidatur gilt bei den Grünen als ungewiss. In der SPD hieß es dagegen, im Falle von Wulffs Rücktritt werde man Gauck fragen." bit.ly/zIMX3y |
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und noch eine: Der Stern meldet unter Berufung auf eine Umfrage, "in der Bevölkerung" habe das Ansehen Wulffs trotz "Kreditaffäre" nicht gelitten - allerdings wurde die entsprechende Umfrage vor dem Bekanntwerden von Wulffs "Drohanruf" und der Einbestelllung von Journalisten ins Schloss Bellevue durchgeführt. bit.ly/zAVsvJ
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Gauck wurde rot-grün damals von der Springerpresse als kanditat angeboten, die nahmen dankend an, um die linke zu brüskieren und überall herumschreien zu können, das die linke nicht angekommen ist in der demokratie und ewiggestrige sind, hat ja auch funktioniert.
selbst mit den stimmen der linke hätte gauck keine chance gehabt, das wußten rot-grün auch. mal schauen, wen die springerpresse jetzt vorschlägt und wem sie ihren kanditaten anbietet. warum nicht gleich friede springer, sie regiert äh schon mit in deutschland, dann kann sie sich mit diesem amt schmücken. peter sodann wäre der richtige kanditat gewesen, parteilos, menschlich, volksnah und nicht korrupt und in verdacht freund von maschmeyer zu sein. so einen kanditaten sollte die linke wieder aufstellen und drauf sch... wen rot-grün aufstellt. |
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NOTHILFE Wulff
Nach noch unbestätigten Meldungen haben Sympathisanten aus der Bankenszene jetzt ein Spendenkonto für Wulff eingerichtet (Stichwort: "Nothilfe Bundespräsident"). Von dem Geld sollen ca. 135 Spezialanwälte bezahlt werden, um den Bundespräsidenten rauszuhauen. Sigmar Gabriel hat bereits eine großzügige Spende im Namen der SPD fest zugesagt. Der Bundespräsident nimmt auch gerne Bargeld im Briefumschlag an, Bausparverträge und Luxusreisen. Einfach zusenden. Die Adresse dürfte bekannt sein. Auch eine üppige Spendengala in der ARD ist geplant. Dort wird J. Ackermann das Lied schmettern "Schaffe, schaffe Häusle bauen" und damit seine Solidarität bekunden. Zum Schluss formiert sich der prächtige "Chor für Wulff" mit zahlreichen Prominenten. Danach geht das Licht aus, Wunderkerzen an und Feuerzeuge werden geschwenkt. In das Halbdunkel hinein schwebt der Bundespräsident langsam von der Decke herab. Dazu rieselt leise der Kunstschnee. Die deutsche Nationalhymmne ertönt, erst kaum hörbar, dann immer lauter und lauter, wundervoll auf der Engelsharfe gezupft. Weinen ist ausdrücklich erlaubt! |
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Auf jeden Fall hat er schlechte Berater. Dazu zähle ich auch seine Frau, Pressereferentin!
Herr Wulff, ich bitte sie inständig, auf ihr Amt zu verzichten, weil sie verlogen sind! Bei diesem ganzen Spektakel von Informationen mache ich mich gehirnfrei und urteile emotional Intelligent. Zu mehr bin ich nicht mehr fähig, wenn überhaupt! Grins! |
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+++ EIL +++ Teilnehmer berichtet von Sandalismus bei Wulffschuh Demo bit.ly/wDzzlF +++ EIL +++
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