Politik

Merkozy | 09.02.2012 16:30 | Jakob Augstein

Die Vabanque-Spielerin

Die Kanzlerin ist keine Konservative. Sie ist eine Radikale, die alles auf eine Karte setzt. In der Eurokrise riskiert sie zu viel

Den „Choral von Leuthen“ wird die Pastorentochter Angela Merkel kennen. „Nun danket alle Gott“, das haben die Preußen 1757 gesungen, nachdem sie die Österreicher geschlagen hatten. Ein geglücktes Vabanque-Spiel des Königs, den wir immer noch den Großen nennen. Die deutsche Politik sollte für solche Spiele berüchtigt werden, von Friedrich über Bismarck bis zu Hitler: Vabanque, es gilt die Bank, alles oder nichts. Dabei immer den Choral im Sinn – und Gott danken, wenn man noch mal davongekommen war.

Natürlich weiß die Vabanque-Spielerin Merkel das alles. Sie für ihren Teil riskiert keinen Krieg und es wird auch keine Provinz verloren gehen. Aber Merkels Einsatz ist dennoch kein Pappenstiel: In der Eurokrise geht es um nicht weniger als das ­Kapital, das alle Kanzler vor ihr in langen Jahren der Nachkriegszeit mühsam angesammelt haben: Es geht um die deutsch-französische Freundschaft, und es geht darum, dass Deutschland nur noch von Freunden umgeben ist. Das ist mehr wert, als den Deutschen jetzt bewusst ist. Alle reden von der „Schuldenkrise“. Aber wenn Merkels Spiel scheitert, dann können die politischen Lasten, die sie dem Land auflädt, noch in Jahren schwerer wiegen als jedes Haushaltsdefizit.

Anders geeicht

Merkel ist keine konservative Kanzlerin, so viel ist sicher. Sie ist eine Radikale. Helmut Kohl hat ihr vorgeworfen, sie besitze keinen Kompass. Das stimmt nicht. Ihrer ist bloß anders geeicht. Mit großer Zielstrebigkeit wandelt sie die Koordinaten der deutschen Außenpolitik. Hält man sich Merkels Europapolitik vor Augen, mutet Kohls Vorwurf auf den ersten Blick überraschend an: Für keinen Kanzler waren die Beziehungen zu Frankreich wichtiger als für Merkel – mit Ausnahme eben Helmut Kohls. Er fühlte sich von Mitterands Zustimmung zur Einheit abhängig. Sie ist abhängig von der Zustimmung Sarkozys zum deutschen Spardiktat in der Eurokrise.

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Bei ihrem TV-Auftritt im Elysee hätte Merkel auch den Choral von Leuthen singen und Gott danken können, dass sie im französischen Präsidenten einen Kameraden gefunden hat, der sie in ihrem Sparkurs stützt – trotz der Folgen. Da kann Griechenland stöhnen und zerbrechen und die Krise immer teurer werden. Und da können die kluge IWF-Chefin Lagarde oder der über jeden Zweifel erhabenen Italiener Monti kommen und versuchen, der deutschen Zuchtmeisterin zu erklären, dass die Haushalte von Staaten zwar so heißen, mit den Rechenkünsten von Hausfrauen aber nicht zu sanieren sind. Die Pastorentochter Merkel bleibt unbeirrt in ihrem Glauben: Schulden kommen von Schuld und verlangen nach Opfern. Dass solcher Schulden-Kapitalismus mehr mit Religion zu tun hat als mit Ökonomie, kommt im englischen Wort „redeem“ noch besser zu Geltung: ablösen und erlösen. Merkel zeigt, dass auch Pragmatiker Fundamentalisten sein können und dass es ein gefährliches Eiferertum der Vernunft gibt.

Ausgerechnet Sarkozy, der Katholik mit jüdischen Wurzeln, ermöglicht den protestantischen Rigorismus der Pastorentochter aus der brandenburgischen Steppe. Ausgerechnet Sarkozy, über den die deutschen Zeitungen nicht genug Spott ausgießen konnten und demgegenüber das diplomatische Berlin alle Zurückhaltung fahren ließ. Sarkozy, das war die Botschaft vom Werderschen Markt, sei eine Art Hans Rosenthal der französischen Politik und ungefähr genauso ernst zu nehmen. Und jetzt plötzlich Merkels Kehrtwende. Wieder eine. Bei ihrem TV-Auftritt mit dem Präsidenten war sie ehrlich genug zu sagen: „Es war uns nicht in die Wiege gelegt, dass wir uns gut verstehen.“ Sie schwankte bei der Erklärung für ihr junges Paarglück kurz zwischen „historischer Verantwortung“ und „persönlicher Zuneigung“, entschied sich dann aber doch für das erstere.

"Das tiefe, eisige Misstrauen"

Die Spielerin Merkel setzt alles auf den französischen Präsidenten. Sie will ihn im Wahlkampf zu unterstützen. Das ist neu. Aus Europapolitik wird europäische Innenpolitik. Der Grüne Trittin warnt: „Die deutsch-französische Achse sollte auch dann noch funktionieren, wenn ab Mai nicht mehr Nicolas Sarkozy im Elysée-Palast regiert.“ Recht hat er. Aber so denken Spieler nicht. Ohne Frankreich wäre Deutschland in Europa im Handumdrehen isoliert. Der Sozialist Hollande hat bereits angekündigt, dass mit ihm der deutsche Sparwahnsinn ein Ende haben wird. Seine Aussichten, die französischen Wahlen im April zu gewinnen, sind nicht schlecht. Besser als die Sarkozys. Ob ihm ausgerechnet Wahlkampfauftritte der deutschen Kanzlerin helfen werden, ist zweifelhaft. Als begnadete Rednerin ist Merkel nicht bekannt, nicht mal in Deutschland.

Im Moment bewahrt uns nur Merkels Freund im Elysee Palast vor dem, was Nietzsche so beschrieben hat: „Das tiefe eisige Misstrauen, das der Deutsche erregt, sobald er zur Macht kommt.“ Das sei, schrieb der Hellsichtige, „immer noch ein Nachschlag jenes unauslöschlichen Entsetzens, mit dem jahrhundertelang Europa dem Wüten der blonden gemanischen Bestie zugesehen hat.“ Die Deutschen haben das vergessen. Wenn Merkels Spiel nicht aufgeht, werden sie sich daran erinnern, und sie werden es spüren. Man muss befürchten, dass es dazu kommt: Die deutschen Vabanque-Spiele sind am Ende immer verloren gegangen. Leuthen heißt heute Lutynia und liegt in Polen.

 
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Artikelaktionen
Kommentare
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.02.2012 um 17:18
Ob die beiden am Ende noch zusammen beten ist fraglich, schon wegen Nietzsche und der Kälte und vielleicht wegen des Ausgangs des französcihen Wahlkampfes!
ChristianBerlin schrieb am 09.02.2012 um 17:52
Das Risiko erkennt man ohne Brille. Ich habe bei der jüngsten Merkozy-Show nicht verstanden, warum Sarkozy sich selbst und den Franzosen diese Demütigung antut. Ist das nicht Wahlwerbung für den Gegner?

Richtig ist sicher, dass Europa vieles ohne ihn nicht geschafft hat. Sarko war es, der die Kaczinsky-Brüder auf den Topf gesetzt hat, als sie vor lauter Deutschenfurcht für die Quadratwurzel sterben wollten und der neue Europa-Vertrag an dieser letzten Klippe zu scheitern drohte. Dass Deutschland sich einen so loyalen, machtbewussten Politprofi weiter als Partner wünscht, ist nur verständlich - aber warum geht er selbst bei den Franzosen ausgerechnet damit hausieren?

Diese eigentlich interessanteste Frage klärt der hübsche Artikel leider nicht auf.

Außerdem ist sein Deutehorizont des protestantischen (und heute ökomischen) Liedgutes zu Preußen-lastig. Der Choral, den die Preußen später in Leuthen sangen, hat seine Wurzeln im 30jährigen Krieg, der vielleicht auch als Vabanque-Spiel begann, bei dem aber niemand mit dem blauen Auge davonkam. Ursprünglich 1530 zum Jubiläum der Augsburgischen Konfession von dem damaligen Luther-Enthusiasten Martin Rinckart in Eilenburg gedichtet und später von Crüger vertont, stand dieser Choral in der Bearbeitung von Heinrich Schütz (SWV 418) im Mittelpunkt der Dresdner Feierlichkeiten zum Westfälischen Frieden.

Dresden liegt heute wieder im selben Land wie Hamburg oder Köln, und Leuthen mag jetzt in Polen liegen, dafür liegt Polen aber als ganzes in der EU. Nicht jeder muss deshalb der Auffassung sein, dass deutsche Vabanque-Spiele immer Verloren gehen.

Wie sagte schon Mary Feldman? "Wer sagt denn, die Deutschen hätten den Krieg nicht gewonnen!" (Schlusspointe einer *Satire* aus den 70ern, bei der Deutscher namens Krupp das gesamte UK ersteigert). Nur dass sie irgendjemand deshalb sympathisch findet oder man gar im Wahlkampf mit ihnen punkten kann - wer glaubt das, außer Sarkozy (wenn er es denn glaubt)?

LG Christian
ChristianBerlin schrieb am 09.02.2012 um 17:54
Freudscher Verschreiber - "ökomischen" soll natürlich "ökumenischen" heißen: ;)
ChristianBerlin schrieb am 09.02.2012 um 17:56
Und die Mary war übrigens ein Marty - na ja, heute nicht mein Tag.
blog1 schrieb am 09.02.2012 um 19:11
@ Christian Berlin

Sorkozy ist ein Getriebener der Finanzmärkte. Das Toprating AAA hat Frankreich schon eingebüßt. Jetzt blickt er ehrfurchtsvoll nach Deutschland, die bei kurzlaufenden Staatanleihen sogar Nagativzinsen vereinbaren konnten. In Deutschland sind die wirtschaftlichen Daten aus der Sicht Frankreichs fantastisch und in dem Glanz von Frau Merkel will sich Sarkozy auch sonnen. Dabei müsste er wissen, dass Ludwig VIV der französische Sonnenkönig war und es die Franzosen gar nicht mögen, wenn eine preußisch geprägte Protestantin den Ton angibt. Rien ne va plus, würde ich da mal sagen.
blog1 schrieb am 09.02.2012 um 20:10
@ blog1

sorry Ludwig der XIV.
ChristianBerlin schrieb am 09.02.2012 um 23:06
@blog1

Vielen Dank, das könnte eine logische Erklärung sein. Ich hatte vergessen, dass über die Regierung nicht mehr das Volk entscheidet, sondern die Ratingagenturen. Italien, Griechenland und indirekt auch die Slowakei - diese plötzlichen Regierungswechsel des letzten Jahres könnten einem kleveren Machtstrategen wie ihm die Zeichen der neuen Zeit bedeutet haben. Paris vaut bien une messe - also kann man vielleicht auch umgekehrt die Rater in den USA mit einem Bekenntnis zum protestantischen Preußentum überzeugen, mag das Volk davon halten, was es will, darauf kommt es am Ende weniger an, als auf die drei goldenen Buchstaben, in deren Schatten schon die Troika wartet.

"Zu dem Horte hin drängt sich Gott und Held: Vor meinem Nicken neigt sich die Welt, vor meinem Zorne zittert sie hin!"

(Alle Germanen- und Wagnerhasser für dieses leider profetische Zitat um Verzeihung bittend)

Salut CB
ChristianBerlin schrieb am 09.02.2012 um 23:12
Man o man, muss ich vorhin müde gewesen sein, das Jubiläum der CA war natürlich nicht 1530, sondern 100 Jahre danach. :(
blog1 schrieb am 09.02.2012 um 23:34
@ Christian Berlin

Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Katholiken und einem Protestanten?

Der Katholik hat Spaß am Sex, gibt es aber nicht zu. Der Protestant hat Spaß an der Askese und ärgert sich tierisch darüber, dass der Katholik ihn immer anlügt.
ChristianBerlin schrieb am 10.02.2012 um 00:30
@Blog1

Die Rollenverteilung könnte fast stimmen - zumindest bei diesem ungleichen Pärchen.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.02.2012 um 18:24
Ich habe ein Problem bei der ganzen Sache.

"Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe."

Wer ist darin eigentlich "jedermann"?

Und noch eine ganz andere Frage: Müsste die Kanzlerin nicht eigentlich alle Hebel in Bewegung setzen und versuchen, die Großkapitalflucht aus Griechenland zurück zu verfolgen und ggf. rückgängig zu machen? Wäre das nicht die sinnvollste aller Möglichkeiten, diese Krise zu lösen? Oder gilt das für Deutschland aus dem Ruder laufende "jedermann" nun auch schon 1:1 für ganz Europa?

Für diese sog. Scheere zwischen Arm und Reich gilt: Inlandsscheere = Auslandsscheere. Das ist das Problem der Madame Merkel und ihren sog. Jedermännern.

Will sie Neo-Feudalismus für ganz Europa ("Inlandsscheeren"), werden wir Ausgleichszahlungen (ähnlich dem Länderfinanzausgleich) auf europäischer Ebene leisten müssen, damit das komische Konstrukt EU nicht an den "Auslandsscheeren" zusammenbricht.

Würde sie das nicht wollen, müsste sie den Griechen eigentlich vorschlagen, sich mit ihrem eigenen (!) Kapital zu refinanzieren, sprich zu besteuern, wo es etwas zu besteuern gibt und nicht die Volkswirtschaft (= "deutschen Absatzmarkt") kaputt zu strangulieren. Aber das kann sie nicht, weil sie sich dann die Frage gefallen lassen müsste, warum sie für Griechenland etwas fordert, das in Deutschland als Teufelswerk gehandelt wird. (Was ist jetzt eigentlich mit der sozialen Marktwirtschaft als Exportschlager, Frau Merkel?)

Es gibt doch genau zwei Möglichkeiten: Entweder wir marschieren schnurstracks zurück in die Nationalstaaterei (mit allem, was einst dazu gehörte) oder wir bauen ein Europa nach bundesstaatlichem Vorbild (so richtig mit strukturellem Defizitausgleich und allem drum und dran).

Und wenn ich mir vorstelle, dass Merkel sich ab und zu an ihren Amtseid erinnert, ist mir klar, dass es alles nur ein Spiel auf Zeit ist. Deutschland wird es insgesamt schlechter gehen müssen, damit die EU-Auslandsscheere sich wieder schließt. Und damit wir (Deutschland) das als souveräner Staat im Innern friedlich über die Bühne kriegen, muss dieses "schlechter gehen" als solidarische, gesamtdeutsche Aufgabe (vgl. "jedermann"!) verstanden werde (vgl. "Inlandsscheere"). So einfach und doch so schlimm, nicht wahr, Frau Merkel..? Inlandsscheere = Auslandsscheere, so eine einfache Gleichung..
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.02.2012 um 18:32
Ach herrje, wie schreibt man denn Scheere? :o)
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.02.2012 um 18:33
Es heißt doch auch Waage..!?
claudia schrieb am 09.02.2012 um 20:57
>>Wer ist darin eigentlich "jedermann"?<<
ich nicht.
Aber wenn jedermann der CDU pro Jahr 100 000 €uroni offiziell und noch ein paar Schreiberkoffer hinschiebt, dann wird sie auch jedenmanns Interessen zu vertreten suchen.
Das ergäbe interessante Flügelkämpfe.

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>>Müsste die Kanzlerin nicht eigentlich alle Hebel in Bewegung setzen und versuchen, die Großkapitalflucht aus Griechenland zurück zu verfolgen und ggf. rückgängig zu machen?<<
Na ja, Niarchos, Onassis & Co. sind ja eigentlich keine Griechen, weil sie nicht faul sind, sondern iht Geld arbeiten lassen. Wenn die Familie Niarchos ein Staat wäre, hätte sie bei S&P mindestens AAA und noch A-A aa extra.

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>>(Was ist jetzt eigentlich mit der sozialen Marktwirtschaft als Exportschlager, Frau Merkel?)<<
Nicht mehr aktuell. Als "Soziale Marktwirtschaft" noch aktuell war, war Angela Merkel FDJ-Sekretärin im Institut für physikalische Chemie.
Dass sie mit der "sanften" Klassenkampfvariante des Kaputalismus nie zu tun hatte ist ja gerade ihre starke Seite.

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>>Ach herrje, wie schreibt man denn Scheere? :o)<<
Scheer ist eine Stadt im westlichen Oberschwaben, wie in OS üblich, eine behagliche Kleinstadt.
www.stadt-scheer.de/an-der-donau/buergerservice/stadtplan/index.php

In Scheer gibt es auch Scheren.
blog1 schrieb am 09.02.2012 um 18:47
Zunächst einmal gebe ich Ihnen Recht, dass die Sichtweise von Frau Merkel, die Schuldenkrise über die Lösungsmechanismen einer schwäbischen Hausfrau lösen zu wollen, nicht zielführend sind. In diesem Fall würde die Schuldenstandsformel nach Oliver Blanchard weiterhelfen, die sie als Physikerin rein aus mathematischer Sicht auch verstehen sollte, auch wenn sie keinen volkswirtschaftlichen Hintergrund hat.

Aber vielleicht sind Merkel die Zusammenhänge auch bekannt und sie fährt diesen rigiden Sparkurs, weil er in Deutschland populär ist. Ihre Vorgehensweise mit Griechenland ist doch leicht durchschaubar. Entweder Griechenland schluckt die harten Sparmaßnahmen, dann hat sie sich durchgesetzt oder Griechenland meldet Konkurs an und tritt aus dem Euroraum aus, dann hat sie nicht mehr den schwarzen Peter. Sie wird dann allen erklären, dass die Griechen ihre Chance nicht genutzt haben und man ja schließlich gutes Geld nicht dem schlechten hinterherwerfen könne.

Was nun Ihr doch sehr persönliches Verhältnis zu Sarkozy betrifft, habe ich eine etwas differenziertere Meinung. Merkel sucht den Schulterschluss mit Frankreich, um ihre "alternativlose" Sparpolitik durchzusetzen. Sarkozy dackelt wie ein Schoßhund hinterher, weil er die Rating-Keule mehr fürchtet als Deutschlands Übermacht. Er merkt gar nicht, dass ihm diese devote Haltung die Präsidentschaft kosten kann. Merkel weiß das und nimmt die Ablösung Sarkozys in Kauf. Sollte Hollande das Präsidentschaftsrennen gewinnen, wird sie mit ihm dann gemeinsam gegen die Bankenmacht kämpfen, weil sie nur eine wirkliche Überzeugung hat, nämlich den Machterhalt. Merkel verhält sich wie eine Königscobra. Zunächst umschmiegt und umschmeichelt sie ihre "Opfer", um dann zum richtigen Zeitpunkt zuzubeißen.

Die SPD hat doch auch vor der Übermacht der Kanzlerin resigniert und beschwört jetzt die Finanzmafia als ihren wahren politischen Gegner. Kasinokapitalismus lautet ihr neuer Wahlkampfslogan. Dabei scheint sie vergessen zu haben, dass sie an der Deregulierungsschraube der Finanzmärkte kräftig mitgedreht hat.

Und auch da wird Frau Merkel den raschen Schwenk vornehmen und sich an die Spitze der Bewegung stellen. Sie wird noch lange regieren, befürchte ich, weil noch keiner ein "Gegengift" entwickelt hat.
ChristianBerlin schrieb am 10.02.2012 um 09:18
Manchmal wünscht man sich, was man in den Kommentaren liest, hätte schon im BlogBeitrag gestanden.

Hut ab, @Blog1, für diese überzeugende Analyse. Jetzt fehlt nur noch die Formel für das "Gegengift" ... ;)
Free World schrieb am 10.02.2012 um 09:26
ist doch schon in der mache.... .)

man darf annehmen, das "gegengift" wird aus frankreich kommen, sofern sarkozy scheitert. sein aus wird auch das ende von merkel einläuten, weil es dann wohl ziemlich einsam um sie werden wird.
blog1 schrieb am 10.02.2012 um 11:29
@ Christian Berlin

Wir beide, lieber Christian, und all die anderen Blogger in der Community haben den unschätzbaren Vorteil, dass sie schreiben können, was sie wollen, sofern sie sich an die Spielregeln halten.

Dafür müssen wir aber auch in Kauf nehmen, dass unsere Meinung völlig unerheblich für die weitere Entwicklung ist. Wir sind sozusagen der Speaker`s Corner des Internets begrenzt auf einen sehr kleinen Kreis von Usern und einem rasant verlaufenden Verfallsdatum. Die Karten werden sozusagen jeden Tag neu gemischt.

Ich bin ja primär satirisch unterwegs, weil das nun mal meine Art ist, mich auszudrücken. Bei manchen kommt das an, bei anderen nicht. Und ich musste mir hier schon einige Rüffel anhören, die zum Teil durchaus berechtigt waren.

Wer eine wirksame Fomel für ein Gegengift entwickeln will, muss zunächst die Formel für das Gift kennen, das er neutralisieren will.

Die Formel für ein "Gegengift" zu Frau Merkel und deren Politikstil kann nur lauten, ihre Politik sachlich fundiert und für einen Großteil der Bevölkerung verständlich zu demaskieren. Die Linke in Deutschland macht den Fehler, dass sie sich zu sehr mit sich selbst beschäftigt, d.h. die Energie wird in internen Macht- und Richtungskämpfen vergeudet, anstelle eine nach außen erkennbare Alternative darzustellen.
blog1 schrieb am 10.02.2012 um 11:39
@ free world

Ich will Sie ja nicht entmutigen, aber Hollande, sollte er gewinnen, wird nicht die Kanzlerdämmerung von Merkel einleiten.

Frau Merkel ist Einsamkeit gewohnt. Sie ist mindestens genaus so robust wie Kohl, hat die geistige Beweglichkeit von Schröder und ist absolut nicht anfällig für "kleine" Geschenke und Gefälligkeiten. Den größten Fehler, den man machen kann, ist, sie zu unterschätzen.
Free World schrieb am 10.02.2012 um 12:49
wer heute noch per unterschätzung unterwegs ist hat den weg von merkel nicht verstanden. ganze parteien hat sie irgendwie mithingerafft - siehe fdp.

ob es allerdings immer "geistige Beweglichkeit" ist, die zu wendungen bei ihr führen oder blanker opportunismus, um ihr ur-ziel irgendwie doch aber eben später zu erreichen, sei dahin gestellt.

fakt wird sein - da bin ich mal in der vorhersage mutig - alleine wird sie europa nicht rocken und gegen frankreich ohnehin nicht.
Gustlik schrieb am 09.02.2012 um 19:23
Meier, Müller, Wähler... kann dem Text nicht folgen. Frau Merkel zwischen Radikalität, Fundamentalismus und Pragmatismus?
Dass da mal nicht die Ardennenoffensive in links-liberaler Orientierungslosigkeit stecken bleibt.
Das nächste Hoch heisst Merkel und wurde von Infratest mitstimmig gebucht. Meier, Müller, Wähler... Die Karavane zieht weiter.
Free World schrieb am 09.02.2012 um 20:14
angenommen die achse frankreich - deutschland bricht, bricht dann europa zusammen? wahrscheinlich ja und man wird mit notreparaturen versuchen, weiter zu fahren. was passiert, wenn europa - also das euro-europa zusammenbricht? die volkswirtschaft gehen von sink.- auf sturzflug. die finanzmärkte drehen piroetten und am aktienmarkt wird man neue tiefstände melden. was passiert noch? die uns bekannten banken werden probleme bekommen und das volk, das seine geld sichern will - unterm kopfkissen vielleicht - wird das bankenproblem sicher nicht entschärfen. es ist ohnehin überraschend, wie ruhig alles bleibt. es fehlen wohl die alternnativen - kleiner scherz am rande. aber das ist genau das problem. welche - wichtig - gangbare alternative gibt es? theoretisch gibt es sicher ein paar, aber sind die wirklich praktisch begehbar, weil vom volk über den aktienmarkt bis zu den finanzmärkten alle mitziehen? eben. also braucht es den schulterschluss der treibenden kräfte in euro-europa und da geht man dann vielleicht in außergewöhnlchen zeiten ebensolche wege. das bedeutet nicht, dass ich von selbigen wirklich selber überzeugt bin, aber was sind eben die praxistauglichen alternativen? so wird gezockt - logisch, aber ich glaube die souffleuse ist nicht die schwäbische hausfrau, sondern das ist eher herr ackermann...
Free World schrieb am 09.02.2012 um 20:15
angenommen die achse frankreich - deutschland bricht, bricht dann europa zusammen? wahrscheinlich ja und man wird mit notreparaturen versuchen, weiter zu fahren. was passiert, wenn europa - also das euro-europa zusammenbricht? die volkswirtschaft gehen von sink.- auf sturzflug. die finanzmärkte drehen piroetten und am aktienmarkt wird man neue tiefstände melden. was passiert noch? die uns bekannten banken werden probleme bekommen und das volk, das seine geld sichern will - unterm kopfkissen vielleicht - wird das bankenproblem sicher nicht entschärfen. es ist ohnehin überraschend, wie ruhig alles bleibt. es fehlen wohl die alternnativen - kleiner scherz am rande. aber das ist genau das problem. welche - wichtig - gangbare alternative gibt es? theoretisch gibt es sicher ein paar, aber sind die wirklich praktisch begehbar, weil vom volk über den aktienmarkt bis zu den finanzmärkten alle mitziehen? eben. also braucht es den schulterschluss der treibenden kräfte in euro-europa und da geht man dann vielleicht in außergewöhnlchen zeiten ebensolche wege. das bedeutet nicht, dass ich von selbigen wirklich selber überzeugt bin, aber was sind eben die praxistauglichen alternativen? so wird gezockt - logisch, aber ich glaube die souflöse ist nicht die schwäbische hausfrau, sondern das ist eher herr ackermann...
blog1 schrieb am 09.02.2012 um 20:39
@ free world

Appropos Herr Ackermann. Ich habe ja gehört, dass er der neue Sparkommissar von Griechenland werden sollte, jetzt nachdem er als Vorstandsprecher der Deutschen Bank ausscheiden wird. Er hat aber abgewunken, zu wenig Gehalt und ein nicht abwägbares Risiko auf Erfolg.

Viieleicht hätte man ihm eine Rückholprämie für die transferierten Vermögenswerte der griechischen Milliardäre anbieten müssen, die auf ausländischen Konten geparkt wurden.
Free World schrieb am 09.02.2012 um 20:50
nun der mann ist ja nicht nur als bank mann unterwegs.

www.securityconference.de/Dr-Josef-Ackermann.845.0.html
blog1 schrieb am 09.02.2012 um 21:14
@ free world

Da erklärt doch der Herr Ackermann, dass die Leute kein Vertrauen mehr haben und dass dies ein ernsthaftes Problem wäre.

Wie Recht er doch hat, dieser weitgereiste Banker. Bei der nächsten Expertenregierung, die in Europa installiert wird, ist er mit dabei, wenn er denn will. Schließlich müssen die Gläubiger zumindest eine Gallionsfigur haben, dem sie vertrauen können. Bei Papademos bröckelt der Putz schon und Monti steht unter Beobachtung.
Free World schrieb am 09.02.2012 um 21:23
"Da erklärt doch der Herr Ackermann, dass die Leute kein Vertrauen mehr haben und dass dies ein ernsthaftes Problem wäre."

erstaunlich nicht. der sagt da mehr wahren klartext als die soufflierte. .)
blog1 schrieb am 09.02.2012 um 21:43
@ free world

Gehe ich Recht in der Annahme - so fingen die Fragen in Lemkes Ratequiz "Was bin ich" immer an - dass Sie der Meinung sind, dass Ackermann gleich Bundeskanzler anstelle von Merkel werden sollte. Schließlich ist das Original immer besser als die Kopie.

Aber ich glaube, das geht nicht, weil Ackermann ist schweizer Staatsbürger und der Steinbrück als designierter Finanzminister würde mächtig ins Grübeln geraten, weil er dann nicht mehr wüsste, gegen wen er die Kavallerie aufmarschieren lassen soll.

Ich meine, dass Steinbrück bei der Sicherheitskonferenz auch mit dabei war und er schaute nicht amused, als Ackermann die Welt erklärte.
Free World schrieb am 09.02.2012 um 22:16
Wenn, dann eher BP statt BK. In der Funktion kann man klarer Text reden. Aber er ist ja Schweizer. Und, nicht vergessen, wir haben ja einen BP.
Free World schrieb am 09.02.2012 um 22:19
Was Steinbrück betrifft. Die beiden waren doch Brüder im Geiste als es um die Deregulierung der Dingens ging. Finanzmärkte...
blog1 schrieb am 09.02.2012 um 22:59
@ Free World

Nicht schon wieder unser BP. Dem Vernehmen nach, hat Wulff heute am frühen Abend das Schloß Bellevue mit dem Bobby-Car verlassen. Ziel unbekannt.

Als Steinbrück mit ernster Miene seinerzeit die HRE gerettet hat, hat er er auch der deutschen Bank einen großen Gefallen getan.

Jetzt glaube ich aber, dass er von der SPD zum Gegenspieler von Ackermann aufgeblasen wird. Die SPD hat nämlich über die Grenze nach Frankreich geschaut und festgestellt, dass Hollande zum einen abgenommen hat und zum anderen die Finanzmärkte an die Kette legen will. Und da hat doch der fixe Herr Gabriel blitzschnell erkannt, dass ein guter Gedanke von außerhalb oft besser ist als ein schlechter aus den eigenen Reihen. Jetzt kann die SPD in Ruhe beobachten, wie das Spiel in Frankreich ausgeht.

Und der Lafontaine denkt sich, ob er gerade im falschen Film ist. Tja, so läuft das mit dem Urheberrechtsschutz in einer modernen Informationsgesellschaft.
Free World schrieb am 10.02.2012 um 09:12
tja blog1.

wie man einerseits immer diese richtigen erkenntnisse haben kann und auch noch vor publikum ausspricht und sich dann an einem anderen schreibtisch maximal gewinnmaximiert daran begeben kann und genau für die zunahme der begründeten sorgen einsetzt frage ich mich auch (causa ackermann). in der politik scheint es im bezug auf diese offensichtlich ebenso glücklich wie reich und mächtig machende und mit hingabe gelebte schizophrenie nicht völlig anders zu sein.

welche krankheit hat eigentlich das gewöhliche volk, das in jenen auch noch vorbilder sieht?
KarinL. schrieb am 10.02.2012 um 09:43
Free World schrieb am 10.02.2012 um 09:12

welche krankheit hat eigentlich das gewöhliche volk, das in jenen auch noch vorbilder sieht?

Die Krankheit des Unteran...oder warum sonst lassen wir die Monarchie wieder im öffent.-rechtl. Medium hochleben?!

Psychologie ist eine gutes Instrument um Massen zu "verblöden"
blog1 schrieb am 10.02.2012 um 12:12
@ free world

Es gibt ja den Spruch "Lieber reich und gesund, als arm und krank". Das Streben nach immer mehr liegt in der menschlichen Natur. Man nennt das Gier. Deshalb muss es ein Regelwerk geben, dass diese Gier begrenzt.

In unserer Gesellschaft hat sich eine rein pekuniäre Sicht durchgesetzt. Geld ist zum Fetisch geworden und seine eigentliche Funktion, nämlich ein Zahlungsmittel zu sein, wurde konterkariert.

Deshalb werden Sportstars oder Künstler so vergöttert und die Casting-Shows schießen wie Pilze aus der Erde. Wenn das Vorbild nicht der Nachbar ist, der beispielsweise seinen Vater oder seine Mutter pflegt, sondern diese Erfolgsmenschen mit der Maßeinheit, wie viel Millionen auf dem Konto liegen, stimmt etwas nicht.

Wir werden also an einer Wertdebatte nicht vorbeikommen.
Free World schrieb am 10.02.2012 um 12:26
da bin ich bei ihnen

"Wir werden also an einer Wertdebatte nicht vorbeikommen."

nur muss man ernsthaft dafür den satiremodus abschalten und wie sie schon ganz richtig schrieben:

"Die Linke in Deutschland macht den Fehler, dass sie sich zu sehr mit sich selbst beschäftigt, d.h. die Energie wird in internen Macht- und Richtungskämpfen vergeudet, anstelle eine nach außen erkennbare Alternative darzustellen."

hat nicht bei der aufnahmebereitschaft des normal volkes ein problem, selbst die selbsternannte heimat des richtigen weges hat ein problem mit sich selber und kann diese debatte weder in gang setzten gescheige denn die führung übernehmen.

die überläßt man einem ackermann auf einer sicherheitskonferenz. und das ist dann an sich real satire.
Free World schrieb am 10.02.2012 um 12:59
da ging aber einiges schief...

hat die linke nicht nur bei der aufnahmebereitschaft des normal volkes ein problem, selbst die selbsternannte heimat des richtigen weges hat ein problem mit sich selber und kann diese debatte weder in gang setzen geschweige denn die führung übernehmen.

die debatte überläßt man einem ackermann auf einer sicherheitskonferenz.

das ist an sich real satire.
Zeitleser schrieb am 09.02.2012 um 20:40
Moment mal, die "blonde, GERMANISCHE Bestie" gibt es nicht bei Nietzsche, die Bestie ist nur blond. Und blond ist ja eine Metapher nicht für etwas ethnologisches (denn schon zu Zeiten von N. waren die Deutschen nun mal mehr oder weniger braun, auf dem Kopf und leider auch schon in der Gesinnung) sondern er meinte damit seinen Übermenschen, der sich nimmt was ihm gefällt. Und da dachte er nun mal an Wikinger, Normannen etc., alle schon ausgestorben, vermischt, vielleicht auch schon heftig degeneriert. Wie gesagt eine Metapher und wie alle falsch.

Ob Frau Merkel nun so eine Blonde ist? Ich weiß nicht, ich denke wie so mancher Politiker wacht sie morgen auf, reibt sich die Augen, und wundert sich: Nanu ich bin ja die mächtigste Frau der Welt, wie war denn das möglich?

Ehrlich gesagt, wenn einer der wie Nietzsche denkt an die Macht käme - ich würde sofort mein Bündel schnüren.
Zeitleser schrieb am 09.02.2012 um 20:55
Nachtrag: Es ist doch schön, wenn einer der wie Sarko die Pariser banlieue mit dem Kompressor oder Dampfstrahler ausräuchern wollte, von einer softigen Dame aus der brandenburgischen Einöde domestiziert wird.

Die schwäbische Hausfrau ist besser als ihr Ruf. Sie ist nämlich Pietistin und weiß, dass wenn einer die Klappe weit aufreißt dann will er etwas, was mir schadet. Insofern war der Stuttgarter Westen keine Hochburg der Nazis. Der gesunde Menschenverstand, den sowohl Erasmus als auch Kant sehr schätzten, hat in ihr eine würdige Heimstatt gefunden.
Zeitleser schrieb am 09.02.2012 um 21:23
Noch ein Nachtrag. Wie sie mit Sarko so zurecht kommt ist mir ein Rätsel, oder halt Realpolitik. Denn eines ist doch bekannt: Sarko hat mit anderen smart boys zusammen den UNO - Auftrag, die Bürgerkriegsparteien zu trennen, umfunktioniert in den Auftrag den Bürgerkrieg anzufachen. An dessen Händen klebt tausendfaches Blut. Ich hoffe dass die Franzosen ihn nicht wieder zum Präsidenten machen.
ch.paffen schrieb am 10.02.2012 um 03:31
@ JA
Danke für den informativen Trip in die deutsche Vergangenheit.
Eine radikale ostdeutsche Pastorentochter hat ggf. einen anders geeichten Kompaß, aber ich bin nicht bereit der steilen These „Sie setzt alles auf Spiel“ zu folgen oder gar bis ins letzte Ihrem Ausflug ins Scheitern des Spieles nach Lutynia zu folgen. Wobei just jokeing - Polen ist seit 2004 EU-Mitglied.

Der Sparweg bis zur Besinnungslosigkeit ist dumm, Dem stimme ich zu. Bleibt nur dies im ersten Schritt in Deutschland unaufgeregt zu wiederlegen, machbare und gesellschaftlich faire Alternativen zu entwickeln. Da sehe ich ein großes Potential, aber keine von der Politik angebotenen Alternativen. Ein ähnlich großes Potential vermute ich bei europäischen / deutschen Regeln für den Finanzmarkt.

Das Merkel sparen in der EU radikal durchsetzt kann durchaus an der von blog 1 beschriebenen King Cobra Strategie liegen – Sparkurs in Deutschland erfolgreich und populär, frag sich nur bei wem. Das SGB II hat für die CDU mehr Vorteile als Nachtteile gebracht, der SPD hat das SGB II den Kanzler
„zerbröselt“. Wenn sparen Sarkozy den Sieg bei den Wahlen kostet, dann eben Hollande. Dann gemeinsam die Finanzmärkte was mit Sarkozy nicht geht würde. Wo sie dann bedauernd dem deutschen Finanzmarkt sagen kann, die französischen Wähler haben es so entschieden.
Fast schon pfiffig zu nennen, weit entfernt von clever und smart.

Ich kann besser mit einer radikal pfiffigen als mit einer radikal blöden Bundeskanzlerin denken, Letztendlich handelt sie so wie sie handelt.
Was die deutsche Sozialpolitik NICHT hinnehmbar macht.

Feine Restnacht noch Christiane Paffen
blog1 schrieb am 10.02.2012 um 15:19
@ ch.paffen

Das Thema "Sparen" verkauft sich auch in Deutschland ganz gut. Von der neoliberalen Front kommt dann immer ein Totschlagargument "Wir haben alle über unsere Verhältnisse gelebt, sonst wären ja die Schulden nicht so drastisch angestiegen. Das muss jetzt endlich ein Ende haben, weil sonst leben wir auf Kosten unserer KInder".

In diesem Zusammenhang läuft dann eine gigantische Medienkapagne des Mainstreams an, die dem Volk diese Thesen nahebringt.

Mit keinem Wort wird erwähnt, dass in allen G20-Staaten die Vermögen der ersten 10% drastisch gestiegen sind und 50% der Bevölkerung praktisch nichts besitzt bzw. Schulden hat. In Deutschland verlief diese Entwicklung besonders drastisch. 90% der Wachstumsgewinne landen bei 10% der Bevölkerung. Also, selbst dann, wenn ich den Wachstumwahn für gutheißen würde, kommt er nicht bei den o.g. 50% an.

In Griechenland, das im Prinzip pleite ist, gehören 80% des Vermögens ca. 2000 Familien. Als klar war, dass Griechenland (spätestens 2008) nicht mehr zu retten ist, haben diese Griechen ihr Vermögen außer Landes geschafft, bei gleichzeitiger Verlagerung ihres Wohnsitzes, schließlich kennt man sich in diesen Kreisen mit den Regelungen der jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen aus. Jetzt sollen die Zurückgebliebenen die Suppe auslöffeln, die ihnen die anderen einbrockt haben. Jahrelang sind EU-Subventionen nach Griechenland gegangen, die wiederum die Top-Oberschicht überwiegend abgeräumt hat. Eine Teil der Normalbevölkerung hat man quasi "sediert", in dem man sie in einer völlig korrupten und ineffizienten Verwaltung ruhig gestellt hat.

Von diesen Sachverhalten ist bei Schwarz/Gelb aber auch bei der SPD und den Grünen wenig bis gar nichts zu hören. Warum wohl?
ch.paffen schrieb am 12.02.2012 um 12:55
@ blog 1

Danke für die Antwort auf die Frage " frag sich nur bei wem" .
Die Bemerkung war auch eher ein Fingerzeig auf jene "Wachstum ist der einzige Weg Lobby" ich denke die ist fast deckungsgleich mit den neoliberalen Fuzzis. Front ist für mich ein Wort das in ein Kriegsgebiet paßt.

Das die Zusammenhänge gar nicht bekannt sind unterschreibe ich so nicht und das die Massenmedien das nicht vermarkten liegt ggf. daran das die Zielgruppen der Massenmedien sich lieber über Wulf aufregen …..

Der Feind ist klar definiert – die anderen. Da wird ein gefährlicher Individualismus zelebriert. Der Freund ist der dem es nicht besser geht als mir. Die SPD ist der Feind, die haben den Markenkern „soziale Gerechtigkeit“ geopfert und die Grünen werden aktuell in den Mühlen der Demokratie zerrieben (S21) und die Kidz der Grünenwähler haben in Berlin die Piraten gehypt. Also sagen die nix. So on Top sind die Linken nicht, sie drehen zur Zeit wie wild um die eigene Achse. Nachdem Phillip Rösler auf der Konferenz "Die Ethik der Sozialen Marktwirtschaft" die soziale Marktwirtschaft in der globalisierten Welt erklärt hat wird er viele Freunde bei den neoliberalen Fuzzis bekommen, ob die aber für ihn die 5 % Hürde überwinden werden? Es bliebt also spannend.

So nun verlasse ich „speaker´s corner @ internet“ und wünsche einen feinen Resttag Christiane Paffen
Angelia schrieb am 10.02.2012 um 10:33
vielen Dank und volle Zustimmung zu diesem Beitrag, Herr Augstein. Was jetzt noch fehlt ist die Systematik und Methode der Merkel´schen Strategie komplett zu durchschauen. Ich arbeite dran...
SchmidtH. schrieb am 10.02.2012 um 11:49
Nur eine kleine Anregung.
Das entscheidende Jahr wird das Jahr 1998 sein.
Warum machte Wolfgang Schäuble gerade die völlig visionsfreie Angela Merkel zur Generalsekretärin der CDU? Ein Posten, auf dem Mann/Frau viele Internas, Informationen sammeln kann.

Zu diesem Zeitpunkt war sie noch geschieden. Just in dem Moment wo für eine Ehelichung keine Trauzeugen mehr notwendig waren, kommt es zur Verbindung mit Joachim Sauer. Niemand wußte davon, niemand war anwesend. Eine sehr - um es vorsichtig auszudrücken - ungewöhnliche Verhaltensweise, gerade in diesen gesellschaftlichen Kreisen. Man kann schon fast sagen, konspirativ. :-)
Sie wußte, ohne Ehe kein weiterkommen, kein weiterer Aufstieg in der CDU. Siehe vergleichsweise Schavan in BW, Tanja Gönner in BW.

Dann wird ein Gastbeitrag von ihr in der "FAZ" veröffentlicht, der zur Demontage Kohl führte und der Abnabelung der Partei von ihrem Übervater.
Frage? Wer hat die Hand geführt, wer stand und steht hinter ihr?

P.S: Allein dass Angela Merkel ihr Privatleben abschirmt (ihr gutes Recht!) reicht aber nichts als Erklärung für die zeitlichen Zusammenhänge, die eben nicht an Zufälligkeiten glauben lassen. Bei ihrer Karriere ist nichts Zufall.
Free World schrieb am 10.02.2012 um 12:12
nunja SchmidtH

"Frage? Wer hat die Hand geführt, wer stand und steht hinter ihr?"

sagen wir es mal so. ohne eine hilfreiche presse, die sie positiv schreibend - also quasi imbedded - begleitet hat, weiter beglitt bis heute und sicher auch noch morgen, kann da stehen wer will.
SchmidtH. schrieb am 10.02.2012 um 12:19
Nun der berechtigte Hinweis auf die Presse reicht nicht aus, um dieses Mysterium, um diesen unaufhaltsamen Aufstieg dieser Rose zu erklären.

Wenn es um das unnatürliche Weiterblühen dieser uckermärkischen Rose geht, bin ich ganz bei ihnen.
antares56 schrieb am 10.02.2012 um 11:15
Wie immer treffend geschrieben. Aber wir werden Merkel leider nicht durch Artikel los! Da ist sie wie Wulff - es geht ihr am Arsch vorbei.
Warum, frage ich mich immer wieder, gibt es eigentlich keine Informationen zu Merkels Verhalten in der DDR? War sie Opfer der Stasi oder war sie IM? Wieso forscht da keiner genauer nach? Oder hat sie Akten, die sie betreffen, vernichten und verschwinden lassen?
Fragen über Fragen.
goedzak schrieb am 10.02.2012 um 12:28
Dieses Festbeißen an Personen - welchen Sinn soll das haben? Wenn Merkel zurücktritt oder abgewählt wird, machen alle toll Party auf den Straßen, 'wir' können das ja inzwischen auch - aber was dann?
Ehemaliger Nutzer schrieb am 10.02.2012 um 13:34
@antares56 schrieb am 10.02.2012 um 11:15

"Warum, frage ich mich immer wieder, gibt es eigentlich keine Informationen zu Merkels Verhalten in der DDR? War sie Opfer der Stasi oder war sie IM? Wieso forscht da keiner genauer nach? Oder hat sie Akten, die sie betreffen, vernichten und verschwinden lassen?
Fragen über Fragen."

Tja, es gibt da schon Seltsames und Unglaubliches:
de.wikipedia.org/wiki/Angela_Merkel
Interessant ab : 'Demokratischer Aufbruch (1989-1990)'
Es ist merkwürdig, dass sie Ende 1989 Sachbearbeiterin/Systemadministatorin (!) bei Schnur (de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Schnur) , einem Stasi-Mitarbeiter wird.
Und dazu in Günther Krause (der unbeschränkte Reisefreieheit zur DDR-Zeiten genoss; Ing. Rechentechnik/Datenverarbeitung ) einen Förderer hatte.

Und dann kam der Oktober 1990:
Am 1. und 2.10. waren die 'Vereinigungstage' der CDU geplant, zu denen Merkel von ihrer politischen Organisation (DA) entsandt wurde. Merkel 'initiierte' dort ein Gespräch mit Kohl und wurde daraufhin am nächsten Tag, dem 3.10.1990 zur Ministerialrätin im Bundes- und Informationsamt berufen. Steile Karriere, für eine, die Lothar de Maiziere noch am 12.09.90 als stellvertretende Regierungssprecherin nach Moskau begleitet hatte. Liebesgrüße aus Moskau eben.

Natürlich ist auch ihr Führungsstil nicht mit love from russian in Beziehung zu bringen:
de.wikipedia.org/wiki/Demokratischer_Zentralismus

de.wikipedia.org/wiki/Parteidisziplin

, das wäre ja wirklich zuviel phantasiert und unterstellt, da Merkel natürlich nicht auf Parteidisziplin oder Fraktionszwang einschwört und auch in keinster Weise die Merkmal eines demokratischen DDR-Zentralismus erkennen läßt. Dass Europa aufgrund von Spardiktatur ausblutet liegt bestimmt an anderen Umständen, vielleicht an der im Mittelmeeerraum bekannten Sichelzellanämie oder sowas. Darum siecht auch langsam, aber sicher die EZB dahin, die dem EU-Organismus angeschlossen ist und immer wieder Geld in den Kreislauf pumpt. leider nicht in den inneren Kreislauf, sondern in den äußeren, in die Banken, billionenmäßig. Dem äußeren Kreislauf kann das Geld wieder abgezockt werden, womit eine neue Runde des Siechens beginnt: Sparen, Geld von der EZB, äußere Kreislauf fächelt etwas Sauerstoff zu, aber der innere Kreislauf versiecht.

Wem nützt eine dermaßen geschwächte EU? Jemandem, der eine eigene Börse aufbauen will? Nee- wäre ja schon wieder love from russian, soviel Unterstellung wäre ja schon dreist...

Aber noch dreister ist es, einen Rettungsschirm nach dem andern aufzustellen und zwischendurch nur abzuwarten...
Magda schrieb am 11.02.2012 um 09:28
Es gab in den neunziger Jahren noch immer die Sendung von Günter Gaus "Zur Person" hieß die wohl.
Da hat sie durchaus offen über ihre DDR-Zeit geredet, auch über einen gewissen Opportunismus. Wohl auch über ihre FDJ-Zeit. Sie hatte da einen unauffälligen Job.
Sie hats nicht wieder gemacht, es bringt bei den meisten Wessis nichts, Verständnis für Lebensläufe in der DDR wecken zu wollen. Die wollen immer nur "anprangern" und "entlarven", weil sie dann den eigenen "Nonkonformismus" umso ausführlicher feiern können. Das ist auch der einzige Grund, warum ich Angela Merkel hin und wieder "verteidige", weil mir dieser selbstgewisse Ton auf den Wecker geht, auch der von Jakob Augstein übrigens, der nichts über sie wissen will, was nicht seine eigene Abneigung bestätigt.
SchmidtH. schrieb am 11.02.2012 um 10:28
Ach Gottchen, nun sind wieder die vernagelten Wessis die eigentlichen Verhinderer der Transparenz.

Die Transparenzlerin
Ralph Hartmann


"Das ist auch der einzige Grund, warum ich Angela Merkel hin und wieder "verteidige", weil mir dieser selbstgewisse Ton auf den Wecker geht"

Na also, fangen Sie bei sich selbst an und pflegen nicht immer ihr Feindbild, sondern stellen ihren Wecker neu.
Horsti schrieb am 11.02.2012 um 13:11
"Sie hats nicht wieder gemacht"

Liebe Magda,

ich denke eher im ganzen Gegenteil - sie macht es immer wieder!

Das ist genau das, was sie auszeichnet. Sie ist so anpassungsfähig, daß sie fast nicht mehr wahrnehmbar ist.

Das hat überhaupt nix mit Ost oder West zu tun. Wenn Frau Merkel irgendetwas typisch ostisches an sich hätte, würde ich anfangen mich für meine ostische Herkunft zu schämen.:-)
Ehemaliger Nutzer schrieb am 11.02.2012 um 18:53
@Magda schrieb am 11.02.2012 um 09:28

"Es gab in den neunziger Jahren noch immer die Sendung von Günter Gaus "Zur Person" hieß die wohl.
Da hat sie durchaus offen über ihre DDR-Zeit geredet, auch über einen gewissen Opportunismus. Wohl auch über ihre FDJ-Zeit. Sie hatte da einen unauffälligen Job.
Sie hats nicht wieder gemacht[...]"

Streng genommen wissen Sie es nicht, ob wiedergemacht oder nicht, und ich weiß es auch nicht, wir befinden uns also im spekulativen Raum. Trotzdem ist ja mal ganz nett, den Verstand zu bemühen und einiges zu beleuchten. Anlässe dazu gibt es genug, insbesonders die von Merkel initiierten. Allerdings bin ich hier (in diesem Blog bzw. JA´s Artikel) an der Hausfrau-Metapher wundernd hängengeblieben. Erst amüsiert. Dann habe ich mich gefragt, warum JA trotz internem Gender-Engagement ausgerechnet ein Hausfrauen-Klischee bemühen muss und das ausgerechnet bei Merkel. Klaro, um einen Lächerlichkeits-Effekt zu erreichen (Rote Karte dafür, Herr Augstein!). Aber dieser Effekt ist nur in diesem erst genannten Sinne fehl am Platz, sondern noch aus einem anderen: Er spielt die Gefährlichkeit der merkel´schen Vabanque-Politik herunter. Eine Physikerin, die quanten-chemische Untersuchungen anstellt und sich auch als Systemadministatorin bewähren kann, ist auch bei anderen Berechnungen topfit. Die Gretchenfrage ist - aufgrund der unglaublichen Gefährlichkeit ihres Handelns- dabei: Wie berechnend ist Merkel dabei? Wem nützt es? Wen (und wie) gefährdet ihr Handeln? Die unglaubliche Frage, inwiefern Merkel selbst gefährlich ist (aufgrund ihres gefährlichen Handelns) bleibt außen vor, wenn ein unterirdisches Hausfrauen-Klischee bemüht wird, trotz des guten Hinweises, dass ihr Kompass anders eingestellt ist. An dieser Stelle könnte man Weiterfragen sein lassen, da die grundsätzliche Frage einer Gefährlichkeit schon ausreicht. M.E. passen zu dieser Frage aber noch Elemente, die für Merkel anscheinend konstitutive politische Grund-Zutaten sind: Dominante Weisungsbefugnis von oben nach unten, offene Abstimmungen (kaum geheime bei ihr) und strikte Parteidisziplin bzw. Fraktionszwang. Dabei ist nicht zu vergessen, dass sie dahinzielend jahrzehntelang konditioniert wurde und auch auf dieser Ebene beruflich tätig war und auch ihre privaten Kontakte pflegte. Der Kreis Schnur, Krause,Maiziere, Gysi und Merkel (damals noch Kasner) trafen sich bereits in dieser Konstellation in der vorherigen Generation und waren und sind in der heutigen Generation noch zusammen bzw. haben nähere Kontakte, bis auf die Tatsache, dass Schnur und Krause aufgrund div. Delikte verurteilt wurden. Vielleicht ist hier nun die Stell, auf die Sie, liebe Magda zurecht hinweisen: 'anprangern und entlarven' wollen. Das wäre dann aber nur aus Korrelationen Kausalitäten hervorzaubern zu wollen. Ja, der Schritt dahin ist ein kleiner, aber bedeutsamer. Es geht dabei aber nicht um 'Nonkonformismus feiern', sondern schlicht um ein gewisses Unbehagen, ein Unbehagen aufgrund eines politischen Handelns, das unklar, schwankend und gefährlich ist. Es geht nicht um einen Ost-West-Konflikt, der ist bei Goethe in seinem west-östlichen Diwan viel besser aufgehoben ;-)) , sondern wie bereits gesagt, um Politik, die in Wahrheit keine Politik ist. Und um einen Politik-Stil, dem die Kommunikation fehlt. Ein politischer Sprecher macht aus einem Politik- Winter noch keinen politischen Sommer. Das scheint Merkel aber nicht zu stören. Wahrscheinlich, weil sie- wenn es mal wieder Zeit wird- , sich einfach bei Jauch einlädt und sich von ihm hofieren und feiern läßt. Dazu fällt mir jetzt nichts mehr ein!

LG
Free World schrieb am 11.02.2012 um 21:36
mhh....

wenn es doch nur merkel wäre, wenn es um das gesamtpolitische wetter in d ginge. tut es aber nicht, weil man, wenn man sich die relative stärke einer kanzlerin, ihrer regierung auch die schwäche der opposition ansehen muss. un das ist nicht nur die parlamentraische opposition, sondern auch die, die nicht im parlament sitzt.

man muss sich schon wundern, dass diese immerhin schwarze gelbe koalition an sich schwarze grüne politik probiert und beim schwenk von schwenk in der energiepolitik an sich einen grünen umweltminister in reihen der der cdu gönnt. derweil machte innerkoalitionär die csu kurzzeitig opposition gegen die rentenpläne und fungiert als lautstarkes, soziales korrektiv. zwar ohne substanz, aber das kann man dann der fdp anlasten. zugegeben alles findest eher oder nur in headlines statt, nicht zu ende gedacht und gemacht und das, was sie thematsich antreiben auch nur halbherzig.

nun macht von der leyen als arbeitsministerin nach den gehversuchen in sachen mindestlohn auch noch gewerkschaftsarbeit in sachen tarifpolitik. sicher weil die gewerkschaften als gesellschaftspolitischer teil des landes an sich nicht mehr vernehmbar sind.

die relative stärke von merkel ist die absolute schwäche der opposition und der deren personal. in der ganzen opposition gibt es derzeit nur zwei personen (gysi und lafontaine), die interlektuell, rethorisch noch dagegen halten können - haben in den diversen tv-debattten (anderswo werden sie kaum wahr genommen) aber eher die kasperlerolle und ihre reale reichweite im bundesdeutschen alltag geht gegen null.

deshalb dann aus merkel eine uckermärkische ulknudel zu machen, um von den extremen schwächen des linken lagers (ohne grüne - die sind tendentiell eher nicht (mehr) links) inkl. der gewerkschaften abzulenken ist unendlich billig.
Magda schrieb am 11.02.2012 um 22:09
@ - da isser ja, der selbstgewisse Ton, woher wissen Sie, dass nicht Ihr Wecker falsch geht. Woher?
Magda schrieb am 11.02.2012 um 22:12
@ Smilla -
"Streng genommen wissen Sie es nicht, ob wiedergemacht oder nicht, und ich weiß es auch nicht, wir befinden uns also im spekulativen Raum. "

Es gibt eine Aussage von ihr. Sie hat - nun fragen Sie mich nicht nach der Quelle - festgestellt, dass sie über die Ost-Verhältnisse nicht mehr redet, weil das keiner versteht oder die sich das nicht vorstellen können. Das stammt aus einem Porträt über sie. Wenn ich es finde, schicke ich es ihnen ganz persönlich zu, dann befinden wir uns nicht mehr im spekulativen Raum. Aber hoffentlich jeder in seinem.
Free World schrieb am 12.02.2012 um 09:42
Magda schrieb am 11.02.2012 um 22:09

fals dies an mich gehen sollte. ???

sie können dem spon entnehmen das frau von der lyen - ministerium der arbeit, cdu - die arbeit von spd und gewerkschaften übernimt:

www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,814650,00.html

sie können ebenfals dem spon entnehmen - noch nicht allzu lange her - wie grün an sich röttgen (bundesumweltminister/cdu) ist. nur noch der punkt gorleben auszuschließen macht den unterschied.

www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,814429,00.html

ganz greundsätzlich auch dem spon entnommen reicht ein artikel aus, der eine funktionierende - besser existente - opposition zur freude beim opponieren und vor sich herteiben reichen müßte. fehlanzeige. das läßt nur einen schluss zu. wir haben in d keine real existente opposition mehr und das dient der führung des landes in jedem fall zum vorteil.

www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,809828,00.html
Magda schrieb am 10.02.2012 um 11:46
Heiliger Strohsack,

jede Woche ne andere Merkel

Pragmatikerin

dann doch eher wieder

Spielerin

dann - ich hoffe nicht freie -

Radikale

Merkel zeigt, dass auch Pragmatiker Fundamentalisten sein können und dass es ein gefährliches Eiferertum der Vernunft gibt.

Merkel zeigt, dass Feindbilder zu variantenreichem Sinnieren anregen.
Vor allem, wenn sie Pastorentöchter aus der brandenburgischen Steppe sind.

Apropos: Pastorentochter aus der brandenburgischen Steppe
Das bringt mich ins Grübeln. Wahrscheinlich hat sie dort die uckermärkischen Tatarenhorden angeführt und dann - als Tochter eines linken Pastors - missioniert. (Das könnte der Rainald Grebe noch in seine "Brandenburg-Hymne einbauen)

Soweit ich weiß, ist Angela Merkel in Hamburg geboren, war in Templin in der Schule, hat in Leipzig studiert und dann in Ostberlin gearbeitet und gelebt...

Was machen Sie bloß, wenn die SPD den Kanzler stellt und die gleiche oder nur in Nuancen andere Politik - am Ende gemeinsam mit der CDU - verfolgt?

Ich warte schon auf Zuschreibungen wie:"Sigmar G. aus jenem Nest mit meistens schmalen labyrinthischen Straßen."
goedzak schrieb am 10.02.2012 um 11:54
Tja, die Steppen-Metapher ist schon ziemlich daneben, wo die Uckermak doch so eine feuchte Gegend ist, wo's Grün so üppig wuchert - 100.000 Touristen können nicht irren.
Aber die Europa-Politik ist ja vielleicht doch kritikwürdig?!
goedzak schrieb am 10.02.2012 um 11:55
Uckerma-r-k ist gemeint.
SchmidtH. schrieb am 10.02.2012 um 11:55
Ach wissen Sie, das erinnert mich an eine Journalistin auf "inforadio" am heutigen Morgen, die den Künstler, Maler, Bildhauer Gerhard Richter auch zum in der DDR-Geborenen machte. :-)

Gerhard Richter (* 9. Februar 1932 in Dresden)
goedzak schrieb am 10.02.2012 um 11:59
Also, nun mal nicht überreagieren, SchmidtH.. Irgendeine 'DDR-Geborenheit' spielt im Artikel keine Rolle. Ein Land Brandenburg gabs ja die meiste Zeit der DDR auch gar nicht.
SchmidtH. schrieb am 10.02.2012 um 12:08
Meine kleine Notiz bezog sich doch gar nicht auf ihren Beitrag. Also setzen Sie zur Landung an.

Ich kann doch nichts für diese Software hier. Also hängen wir ihn im Gedanken an Magda, denn sie war es, die den Geburtsort von Angela Merkel einführte.
Zufrieden?
Magda schrieb am 10.02.2012 um 12:11
"Aber die Europa-Politik ist ja vielleicht doch kritikwürdig?!"

Da bin ich "ganz bei Dir", mein goedzak, um diese blöde Wendung auch mal anzubringen. Aber das hat nichts mit der brandenburgischen Steppe zu tun.

Ich lese den Beitrag ja auch nicht politisch, sondern eher wie eine Satire von Urban Priol, der sich auch gar nicht mehr einkriegt, wenn er Merkel hört und immer hüpft, als habe ihm jemand mit dem Hammer auf den Zeh gehaun.

Es ist schon so, die Lohnsenkungs- und Sparsitten jetzt in von der schwarz-gelben Regierung in ganz Europa verbreitet werden. Aber, da frage ich wie die Ricola-Werbung:
"Wer hats erfunden?"

Und hier ein schönes Steppenlied. Da stirbt der Fuhrmann in der Kälte und lässt seine Frau schön grüßen.

Free World schrieb am 10.02.2012 um 12:20
zu "sigmar g." reicht der hinweis - noch ein niedersachse und aus die maus. wer will nach schröder und wulff noch einen? na also. gilt glaube ich auch für "walter s.".

so betrachtet ist "peer s." der kanzlerkandidat der spd.
goedzak schrieb am 10.02.2012 um 12:25
Danke für den russisch beseelten Song (Balalaika fehlt auch nicht)! Aber gehört der nicht in ein anderes Blog? :)

SchmidtH., das sich das nicht auf meinen Kommentar bezog, habe ich schon verstanden. Wollte nur darauf hinweisen, dass weder der Artikel-Autor noch die Kommentatorin auf den Umstand einer etwaigen DDR-Geborenheit hinauswollten.
SchmidtH. schrieb am 10.02.2012 um 12:26
Nur seine Geburtsstadt ist die, wie die, der Angela Merkel HAMBURG. Somit hätte er eigentlich schlechte Karten. :-)
SchmidtH. schrieb am 10.02.2012 um 12:36
Noch einmal!

Gab es 1932 eine DDR?
Free World schrieb am 10.02.2012 um 13:05
"Gab es 1932 eine DDR?"

ist belanglos. wesentlich ist. merkel kommt von jenseits der ehemaligen mauer. wie sie dorthin kam ist ebenfalls einerlei. von daher ist es auch egal, ob sie in hamburg, bremen oder kiel geboren wurde. selbst die rheinische klüngelhochburg köln wäre kein problem. derzeit ist im westen nur niedersachsen als "ort" mit makel behaftet. .)
goedzak schrieb am 10.02.2012 um 13:08
Nicht? War denn die DDR nicht das 1000jährige Reich?
SchmidtH. schrieb am 10.02.2012 um 13:22
Endlich haben Sie verstanden! Hat aber gedauert.

Übrigens, Ostelbien war schon immer für die West-/Nord-/Süddeutschen Teil der slawischen Steppen.
Obwohl, Nun bringen wir es einmal auf den Punkt. Die ollen Sueben (SCHWABEN) siedelten eigentlich so in der Ecke Uckermark, Vorpommern und genau aus diesem Grunde hieß die Ostsee auch Mare Suebicum!
Also das Meer der Schwaben und nicht der Bodensee.
Weil es ihnen aber hier nicht gefiel (möglicherweise kamen sie mit der Sprache nicht klar), wackelten sie sogar bis Nordspanien.

Aber das nur nebenbei. .-0
zelotti schrieb am 10.02.2012 um 13:48
Und wenn sie gewinnt, dann war es Gott, als dessen Stellvertreter auf Erden sich wechselseitig Goldman Sachs und der Vatikan begreifen.

Übrigens ist Nun danket alle Gott zur 100 Jahrfeier der Augsburger Konfession verfasst.
Magda schrieb am 10.02.2012 um 21:30
"so betrachtet ist "peer s." der kanzlerkandidat der spd."

Auch nicht so richtig gut.
Simplify schrieb am 10.02.2012 um 12:25
„Die Kanzlerin ist keine Konservative.“

Nein, das ist sie nicht. Sowohl Konservative als auch Sozialdemokraten haben ihre Ideale zugunsten des Neoliberalismus aufgegeben. Deshalb gibt es auch keine Sozialdemokraten mehr.

„Alle reden von der „Schuldenkrise“.“

Nun ist es ja nicht so, dass die Schuldenkrise wie die zehn biblischen Plagen über Europa hergefallen ist, sondern diese Krise hat ganz konkrete Ursachen, die u.a. eben auch in dieser radikalen neoliberalen Politik der letzten zehn bis zwanzig Jahre zu suchen sind, die - mehr oder weniger rigoros – in ganz Europa praktiziert worden ist. Und natürlich hat die „Bankenrettung“ in 2008 diese „Schuldenkrise“ noch mal verschärft. Allein Deutschlands Haushaltsdefizit ist durch die Rettung der Banken um 265 Milliarden Euro angewachsen (aktuell sollen die Banken nochmal 480 Milliarden ausgestattet werden!).

Ich habe deshalb – eben weil die Krise konkrete Ursachen hat, die in der Politik im ganzen Euroraum ihr Wurzeln haben – mit folgender Formulierung auch so meine Schwierigkeiten:

„Aber wenn Merkels Spiel scheitert, dann können die politischen Lasten, die sie dem Land auflädt, noch in Jahren schwerer wiegen als jedes Haushaltsdefizit.“

Wie bitte?! Merkel lädt Frankreich politische Lasten auf? Ja, hat Sarkozy denn seinen Verstand und damit die Fähigkeit zum eigenständigen Denken verloren, dass er sich etwas aufschwatzen lässt, von dem er selbst nicht überzeugt ist? Ist Sarkozy etwa hirnrissig, gar unzurechnungsfähig?!
Es widerspricht doch einem demokratischen Anspruch und einem aufgeklärten Menschenbild völlig, wenn man davon ausgeht, dass Frau Merkel einen Feldzug betreibe und nun alle Regierungschefs verführt. Diese Regierungschefs SIND bereits verführt (und zwar nicht nur Sarkozy). Diesem wahnsinnigen Sparpaket, mit dem jetzt Griechenland drangsaliert wird, hat ja Deutschland nicht im Alleingang durchgeboxt, sondern dem haben auch andere europäische Länder zugestimmt. Sogar ein Land wie Finnland – und das bedaure ich als halbe Finnin ganz besonders – begrüßt diese Art der Politik und beteiligt sich aktiv daran.
Zum Glück hat Frankreich demnächst eine Wahl und kann entscheiden, ob es aus ihrem Land ein Niedriglohnland machen will. Mein Gefühl sagt mir, dass sich die Franzosen das nicht gefallen lassen und intelligent genug sind, Sarkozy nicht zu wählen.
Die Deutschen sind so klug nicht – zumindest, wenn man sich die aktuellen Umfragewerte so ansieht. Die Deutschen lieben eben diese Art des Vabanque-Spiels, weil es ihre Großmannssucht befriedigt.

„Und da können die kluge IWF-Chefin Lagarde oder der über jeden Zweifel erhabenen Italiener Monti kommen und versuchen, der deutschen Zuchtmeisterin zu erklären, dass die Haushalte von Staaten zwar so heißen, mit den Rechenkünsten von Hausfrauen aber nicht zu sanieren sind.“

Wenn man ein Land so nieder gespart hat, wie jetzt Griechenland (und der IWF war hier federführend !), nützen die besten Investitionen nichts. Zumindest nicht den Bürgern, sondern sie nutzen den entsprechenden Unternehmern, die dank des nun drastisch abgesenkten Mindestlohns, Arbeiter zu Hungerlöhnen beschäftigen können. Der eine Fehler lässt sich durch einen zweiten Fehler doch nicht wieder gut machen. Oder, um mit Adorno zu sprechen: es gibt kein richtiges Leben im falschen.
Der IWF wurde schon immer von amerikanischen Interessen gelenkt, auch, wenn der CEO stets eine europäische Marionette war. Die Mehrheit in den Gremien haben seit jeher die Amerikaner.
Ich möchte auch noch mal an die Asienkrise erinnern, wo der IFW mit einem neoliberalen Punktekatalog dafür gesorgt hat, dass die Subventionen für Reis gestrichen wurden, mit katastrophalen Konsequenzen für die arme Bevölkerung in Indonesien. Im Zuge dieser Krise haben insbesondere amerikanische Großkonzerne einen Raubzug durch Asien gemacht und asiatische Firmen zum Schnäppchenpreis aufgekauft. Wir sehen also: history repeats itself. Und das ist duchaus so gewollt, dahinter stehen knallharte wirtschaftliche Interessen.
Es ist doch an uns Bürgern, zu entscheiden, ob wir diese Art der Politik befürworten oder nicht. Und der deutsche Bürger befürwortet das offenbar.
Simplify schrieb am 10.02.2012 um 18:31
Hier noch ein anregender Artikel von den nachdenkseiten, der dem Geheimnis des merkelschen Erfolgs versucht nachzugehen:

www.nachdenkseiten.de/?p=12190
SchmidtH. schrieb am 10.02.2012 um 18:43
Aber auch dieser Beitrag von Wolfgang Lieb beschreibt etwas, aber erklärt es nicht. Er geht nicht tiefer, an die Wurzel.

Noch einmal. Jeder andere - setzen wir XY ein - könnte die gleiche Bilanz vorlegen, er würde nicht diese Wertung erfahren.

Was läuft hier ab?
Wer die Person Merkel - nicht ihre "Politik", sie macht keine eigene Politik - nicht knackt, nicht knacken will, steht auf verlorenem Posten.
Simplify schrieb am 10.02.2012 um 19:02
@schmidtH

"Was läuft hier ab?"

Z.B. dass wir keine Opposition mehr haben, die gegenhalten würde. Das halte ich übrigens für das gravierendste Problem, weil oppositionelle, d.h. gegenläufige Gedanken äußerst wichtig für eine (differenzierte) politische Meinungsbildung sind. Wie soll sich der Bürger eigenständig eine Meinung bilden, wenn es nur noch eine einzige Meinung gibt?

28 % der Bürger würden nach aktuellen Umfragen die SPD wählen, obwohl die SPD ganz offensichtlich keine sozialdemokratisch ausgerichtete Politik betreibt und die Verteilung von unten nach oben nicht stoppen wird (und auch sonst Keine Vorschläge zur Lösung der Krise zu bieten hat). Natürlich sind 28% mickrig, aber angesichts dessen (s.o.), finde ich das noch erschreckend hoch.

Das Problem Merkel lässt sich mMn also nur über das Problem SPD verstehen. -
Columbus schrieb am 10.02.2012 um 12:26
Eine Selbsterklärung der Kanzlerin, für so viel Nähe zu "Sarko", hatten Sie noch ausgelassen, Herr Augstein.

Grundlegende Übereinstimmung in der Art und Weise die Politik zu machen. Das liefert ein gemeinsames Grundverständnis europäischer rechtskonservativer, sich zentristisch gebender, "Radikaler", die Anhänger der neuen "Marktdemokratie" sind. In wenigen Monaten wird auch der Spanier Rajoy dazu stoßen, wenn er ein wenig Statur gewinnt. - Sarkozy hätte unter Umständen auch von Schröder diese Unterstützung erhalten, denn dessen Regierungsauffassung war nahezu deckungsgleich mit der der Kanzlerin.

Die Basis dieses unprogrammatischen Programms, ist die weitere, nun weibliche, Ausformung der Kanzler- oder Präsidentendemokratie und der Regierung aus einer Art "Sonnengeflecht" heraus, in dessen Zentrum immer die jeweiligen Staatschefs mit je typischen, medialisierbaren Eigenschaften stehen.

Längst werden sie nicht mehr federführend beraten von Beamten und Fachministern (die es so gar nicht mehr gibt), sondern von Anwälten, Wirtschaftsleuten und einem eigenen engen Beraterstab. Zum Ausgleich gibt es eine sehr geschickt verkaufte, dauerhafte Begünstigung dieser stillen "Tischgäste" am Hofe, die aus der Wirtschaft und den Medien kommen, die diese Macht auch gehörig absichern.

In Frankreich unter Sarkozy war das die permanente Bevorzugung der großen Vermögen und der Banken, die, -es ist kein Paradox, sondern nur üblich-, nur so lange Dank und Offenheit bezüglich ihrer Absichten zeigten, so lange die Beziehung was abwarf.

Liebe Grüße und gutes WE
Christoph Leusch
zelotti schrieb am 10.02.2012 um 13:50
Radikale Lösungen sind doch gerade jetzt notwendig

Horsti schrieb am 10.02.2012 um 15:54
"Sie für ihren Teil riskiert keinen Krieg..."

Wie lieber JA kommt man auf diesen Gedanken?

Das ist Krieg! Eben nur eine neue Form eines "kalten" Krieges.

Worum geht es in einem Krieg? Ausschließlich um wirtschaftliche Interessen. Alles Religiöse oder Sonstiges ist nur vorgeschoben, um armen dummen Leuten eine Uniform anziehen zu können und sie vor den Kriegskarren spannen zu können.

Sehen wir uns Merkels aktuelle Kriege an:
Was wird am Hindukusch "verteidigt"? Irgendeine deutsche Freiheit sicher nicht.
Welcher Grieche wird durch irgendwelche Rettungsschirme gerettet? Keiner!
Was soll eine ewige "Bankenrettung", ohne jede Veränderung?

Es werden bei der EZB die Gelddruckmaschinen angeworfen und es wird Spielgeld ohne jeden Gegenwert gedruckt. Dieser "Gegenwert" sind die Schulden aller und das auf Generationen.

Den Banken werden gigantische Geldmengen zugeschanzt. Das, würde ich sagen, ist alles. Krötenwanderung.

Das deutsch-französische Tänzchen kann dabei nur eine kleine Szene aus dem allgemeinen Puppentheater, welches man fürs Volk veranstaltet,sein, da man hofft, die Laiendarsteller nicht zu oft auswechseln zu müssen. Für sonderlich geschickt muß man das dennoch nicht halten.

Herzliche Grüße
Urmel auf dem Eis schrieb am 10.02.2012 um 23:56
Ach Herr Augstein, der "Choral von Leuthen" ist doch ein Lobgesang auf den a b s o l u t e n Gehorsam.

Und Frau Merkel ist dessen Personifizierung (artiges Pastorenkind).

Und das wären Steinbrück, Steinmeier, Gabriel und "anderparteiliche" Gleiche mit roter, schwarzer oder grüner Markenetikettierung auch.

Und, dämmert`s ?
Urmel auf dem Eis schrieb am 11.02.2012 um 00:30
1:
Und darüberhinaus ist die Warenmarke "SPD" nun ja auch telekom-magenta-farbig. Was passt.

Wie der Herr so`s G´scherr.....
Miese Propaganda, rot, grün und schwarz. Für Schlecker-Marken.

2:
"Die Linke in Deutschland macht den Fehler, dass sie sich zu sehr mit sich selbst beschäftigt, d.h. die Energie wird in internen Macht- und Richtungskämpfen vergeudet, anstelle eine nach außen erkennbare Alternative darzustellen"

Angeblich (Marshall Mc Luhan) ist das Medium die Botschaft...
das hätten einige "Eliten", faktisch schlichte Gemüter, gerne...

Gerade weil Streitschriften der Linken, Forderungen von Occupy und angeprangerte Unterlassungen angeblich ultrarechter Leute wie in der JF in der Mainstreampresse (MSP ) nicht massenwirksam gedruckt oder gesendet werden, sind sie ( die unterdrückten Gedanken) so wirksam, wie.... sie wirken .......

"Christus" ist immer bei den VIELEN auf der ganzen Welt im Erbgut .....vollkommen unabhängig vom Neuen Testament und anderen "Großen Erzählungen".

So what.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 12.02.2012 um 16:28
Vabanque-Spielerin, nun, so wie zur Zeit der Verfassung unserer europäischen Verträge Deutschland als der Freund Frankreichs (Kohl-Mitterand) mitgestaltete und schon die Grundlage für eine gemeinsame europäische Währung (ohne Finanz-Departement) schuf, so folgt gegenwärtig Frankreich der Freundin Deutschland (Sarkozy - Merkel) im Bemühen eben diese jetzt gemeinsame Währung, EURO, zu retten. Nur, wird das bei der Wiederherstellung der Stabilität hilfreich sein? Auch - wenn ja - es ist Eile geboten! gw
Ehemaliger Nutzer schrieb am 12.02.2012 um 16:28
Vabanque-Spielerin, nun, so wie zur Zeit der Verfassung unserer europäischen Verträge Deutschland als der Freund Frankreichs (Kohl-Mitterand) mitgestaltete und schon die Grundlage für eine gemeinsame europäische Währung (ohne Finanz-Departement) schuf, so folgt gegenwärtig Frankreich der Freundin Deutschland (Sarkozy - Merkel) im Bemühen eben diese jetzt gemeinsame Währung, EURO, zu retten. Nur, wird das bei der Wiederherstellung der Stabilität hilfreich sein? Auch - wenn ja - es ist Eile geboten! gw
Ehemaliger Nutzer schrieb am 14.02.2012 um 02:40
Ob er sich immer in der Rolle des kleinen, präpotenten Napoleons gefällt, die die Öffentlichkeit ihm, dem französischen Präsidenten, zugedacht hat, sei dahingestellt. Nikolas Sarkozy widerspricht diesem Image jedenfalls nicht. Deshalb ist es auch zu verlockend, ihm ganz einfach einmal den preußischen Marschstiefel, käme er auch nur in Gestalt von Angela Merkel, in den Nacken zu setzen.
Doch so wenig Napoleon an Preußen scheiterte, schachmatt setzte ihn dieser furchtbare russische Winter, so wenig die Österreicher noch Schlesien nachtrauern, um allerdings den Finnen gleich, auf harte Fiskalpolitik zu bestehen, so sehr ist der französische Präsident ein erklärter Fan von Angela Merkel.

2007 als der Bundeskanzlerin der renommierten Karls-Preis verliehen wurde, wirkte dies auf manch einen noch äußerst lächerlich. Gar „unverschämt“, rief die Springer-Presse, sei Sarkozy, weil der in seiner Laudatio nicht nur so weit ging, ihren „im Auditorium sitzenden öffentlichkeitsscheuen Ehemann“ mit „Herr Merkel, „pardon: Professor Sauer“ anzusprechen, sondern sich noch steigern konnte. Er, der französische Präsident und „chère Angela“ seien ein Paar. „Überhaupt sei sie wunderbar. Er liebe sie. Er sei so glücklich, dass eine so viel beschäftigte Frau Zeit für ihn habe. Einige Referenzen an die Jahre der Feindschaft, schrieb dWELT, „(„Unsere Großväter haben einander noch umgebracht“) bewahrten das Ganze vor dem völligen Abgleiten ins „Verstehen Sie Spaß“-Metier.“ Die Kanzlerin allerdings quittierte den abschließend auf sie niederprasselnden Bussi-Bussi-Regen Sarkozys mit einem selten von ihr verschenkten aber inzwischen berühmt gewordenen Honigkuchenlächeln.

Doch wer damals glaubte, das alles sei Show des kleinen Franzosen, der irrte und wurde schnell eines Besseren belehrt.

Als die beiden Kaczyński-Brüder Angela Merkel zu sehr nervten mit ihrem Schüren von Ängsten wegen vermeintlich deutscher Hegomonialphantasien, da setzte der französische Präsident, die beiden polnischen Nationalisten kurzerhand „auf’s Töpfchen“, wie ein Kommunarde aus der dFC treffend bemerkte. Die späteren Nachfolger des tragisch verunglückten polnischen Präsidenten Lech Kaczynski waren Sarkozy alles andere als gram über diese Kaltstellung von Vorurteilen gegen Deutschland.

Nein, der französische Präsident ist weder ein Getriebener deutscher Politik und schon gar nicht deren Büttel. Vielmehr ist Nikolas Sarkozy ein knallhart an der Macht und den Mächtigen orientierter moderner Machiavellist. Und so hält er, flankiert von seiner Entourage gewiefter Berater, stets den Finger in den Wind, um just an diesem hart entlang zu segeln, wenn es z.B. darum geht, den Franzosen, Sparprogramme ganz nach Manier des Nachbarn aufzubürden. Der Luftzug, der ihm dabei entgegenweht, ist alles andere als ein kalter Gegenwind. Voll des Lobes über die deutsche Wirtschaftskraft ist die französische Presse – im Groben und Ganzen. Die Linken und die Gewerkschaften sind es auch. Dass dabei die Abschmelzung von Sozialstandards in Deutschland heftig kritisiert wird, kann freilich nicht überhört werden. Wie ernst es den Franzosen aber mit ihrer berechtigten Kritik hinsichtlich der in Deutschland herrschenden Niedriglohnpolitik, prekärer Beschäftigungsverhältnisse ist, dass wird sich erst nach den Präsidentschaftswahlen zeigen. Keiner der Parteien kommt nämlich um harte Einschnitte ins System herum. In Frankreich wissen das alle.

Très en vogue ist Frankreichs Präsident auch, wenn es darum geht, sein Privatleben zu vermarkten. Da stellt er glatt deutsche Verhältnisse, Gepflogenheiten in den Schatten. Dabei ist Sarkozys Frauenbild nicht so "plüschig" wie das der deutschen Amtsträger. „Très moderne“, weil auf ein echtes Win-Win-Verhältnis abgestellt ist, verschaffte ihm Madame No. 1 den Zugang zur großen Gesellschaft, Beziehungen von einer Reichweite, die ihn erst gar nicht in die Verlegenheit brachten, über „Klinkerhäuschen“ zu sinnieren. Die Gattin hingegen stieg an seiner Seite vor allem beruflich auf, machte im Gegenzug in aller Öffentlichkeit mit ihm Karriere. Madame No.2 ist wahrlich kein Kontrastprogramm. Bereits schön und reich von Geburt , wie ihre Vorgängerin, verdiente sie sich ihr eigenes Vermögen dazu. Momentan beweist Frau Bruni-Sarkozy ihre Loyalität gegenüber ihrem Mann damit, dass sie den Mund hält. Madame gilt als „sehr links“. Jedoch ist es ist mehr als wahrscheinlich, dass sie dieses Schweigen, wenn es ihr kommod erscheint, einmal bricht.
Nein, der kleine Nikolas Sarkozy hat kein Problem mit starken Frauen. Da wundert es nicht, dass er Angela Merkel gegenüber entspannt auftritt, dass die beiden sich gut verstehen, was immer dies heißen mag.

ILieber Jakob Augstein, ich mag weder Merkel noch Sarkozy: Meine Gründe beziehen sich allerdings auf luzidere Einlassungen von Ihnen zu diesem Thema. In dieser Kolumne bestimmt mir das Vorurteil das Urteil allzu sehr. Da kenne ich Sie luzider in Ihren Verrissen.

Nun soll der unsägliche Berlusconi die Bundeskanzlerin sogar Fetta**** genannt haben. Diplomatische Konsequenzen hat das nicht mehr, Berlusconi ist ja geschasst. Doch wer soll das in Zukunft noch toppen?

Ein Brandburgticket muss her! Damit könnte man nebst Anhang (bis zu 5 Personen) für schmale 25 € einmal CO2 freundlich hin und retour ins benachbarte Polen reisen, z.B. nach Stettin. Da stellten man dann fest, dass so wenig wie uns die Franzosen fürchten (sic!), es die Polen tun. Ganz im Gegenteil, der polnische Traum, Teil eines starken Mitteleuropas zu sein, ist eng geknüpft an ein politisch und wirtschaftlich starkes Deutschland. Angst haben die Polen eher vor der deutschen Schwäche. Kann man es Ihnen verdenken? Wenn jemand unter dem „Preußisch-blau“, das sich am Ende sogar zu einem „Totenkopfschwarz“ verdunkelte, jemals unerhört gelitten hat, dann waren es vor allem unsere polnischen Nachbarn.
Also, solange es unseren Nachbarn gut geht, lieber Jakob Augstein, solange bin ich jedenfalls unbesorgt und Sie und alle anderen sollte es auch sein.

Salut
Ihre
HN
Ehemaliger Nutzer schrieb am 14.02.2012 um 02:49
Das kenne ich Sie differenzierter
Ehemaliger Nutzer schrieb am 14.02.2012 um 10:14
Puh, ich hab' das nachts hier reingeschrieben:
prekäre Beschäftigungsverhältnisse, das
Da kenne ich Sie differenzierter in Ihren Verissen


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