Empfehlung der Woche

Das können wir uns nicht leisten

Das können wir uns nicht leisten

Miriam Davoudvandi

Paperback

256 Seiten

18 €

Zur Empfehlung
European Media Art Festival № 39

European Media Art Festival № 39

An Incomplete Assembly

Festival vom 22. bis 26. April 2026

Ausstellung vom 22. April bis 25. Mai 2026

in Osnabrück

Zur Empfehlung
Romería

Romería

Carla Simón

Drama

Spanien, Deutschland 2025

114 Minuten

Ab 2. April 2026 im Kino

Zur Empfehlung
Carl Grossberg. Sachlich – magisch – visionär

Carl Grossberg. Sachlich – magisch – visionär

22. März – 30. August 2026

Von Der Heydt-Museum

Turmhof 8 (Wuppertal)

Zur Empfehlung

Politik : Doppelter Tabubuch

Die offensichtliche Anbiederung von Nicolas Sarkozy an den Front National wirkt hemmungslos. Warum eigentlich regt sich bei den EU-Regierungen kein Widerspruch?

Zum Kommentar-Bereich

Dieser Artikel ist für Sie kostenlos. Unabhängiger und kritischer Journalismus braucht aber Unterstützung. Wir freuen uns daher, wenn Sie den Freitag abonnieren und dabei mithelfen, eine vielfältige Medienlandschaft zu erhalten. Dafür bedanken wir uns schon jetzt bei Ihnen!

Share Icon
Jetzt kostenlos testen

Abstrahieren wir für einen Augenblick von der Tatsache, dass die Demoskopen François Hollande für das Stechen um die französische Präsidentschaft am 6. Mai einen Vorsprung von sieben bis acht Prozent geben, und rechnen stattdessen mit dem Sieger Nicolas Sarkozy. Das hieße, er bliebe im Elysée, würde sich wieder als überzeugter Europäer geben, keinen rassistischen Slogans mehr intonieren, um so viel Wähler des Front National (FN) einzusammeln, wie sich nur einsammeln lassen, und jede Wahlverwandtschaft mit der Rechtsaußenpartei bestreiten. Nach einem schmutzigen Sieg über Hollande käme der saubere Schnitt, um zu vergessen, was war. Dass Sarkozy seinen Herausforderer zum „Kandidaten von 700 Moscheen“ ausgerufen, mit anti-muslimischen Ressentiments gespielt und den Islam zum inneren Feind erklärt hat – vorbei und vorüber.

Dass er den Front National National wählbar erklärte, weil er klar zu verstehen gab, wegen seiner Nähe zur FN-Programmatik selbst wählbar zu sein – ein taktisches Manöver. Schließlich musste der Merkel-Skeptiker Hollande verhindert werden. Dass sich der fremdenfeindlich Furor einer Marine Le Pen nach dem Geert-Wilders-Muster ins Entrée der Regierungsfähigkeit gebeten fühlt – nicht weiter der Rede wert.
Wäre es demnach kein Tabubruch, würde ein Präsident Sarkozy nach einem Wahlkampf der Tabu-Brüche wieder in den Schoß der europäischen Familie zurückkehren? Aller Voraussicht würde er sich dabei weder reumütig noch bußfertig geben, sondern auf einer Sänfte des Triumphs seiner treuen Wahlhelferin Angela Merkel entgegen schaukeln. Die europäische Familie sollte freilich wissen, was sie tut. Wollte sie Nicolas Sarkozy wie vor dem 6. Mai als einen der Ihren hofieren, müsste sie dem konsequenterweise eine Erklärung widmen, die nur eines Satzes bedürfte: „Wir verzichten hiermit auf die Europäische Menschenrechtskonvention und alle Werte, die wir bisher in Europa für unerlässlich hielten, um im Namen unserer Geschichte Nationalismus und Rassismus für immer zu verbannen.“ Wer es zulässt, dass diese Werte von einem Staatsoberhaupt der EU verachtet werden, sollte nicht den Anspruch haben, Europa im Namen eben dieser Werte zu regieren.

Themen

sticky banner image

35 Tage gratis zum 35. Geburtstag

der Freitag digital mit Zugang zu allen Artikeln auf freitag.de inkl. F+