Empfehlung der Woche

Der kommende Sturm

Der kommende Sturm

Odd Arne Westad

Hardcover, gebunden

272 Seiten

26 €

Zur Empfehlung
Open Air am Mausoleum 2026

Open Air am Mausoleum 2026

Anhaltisches Theater Dessau

Mausoleum im Tierpark Dessau

Juni 2026

Zur Empfehlung
Cotton Queen

Cotton Queen

Suzannah Mirghani

Drama

Deutschland, Frankreich, Palästina, Sudan, Saudi-Arabien und Qatar 2025

93 Minuten

Ab 23. April 2026 im Kino!

Zur Empfehlung
Intermezzo. Revisiting Helmut Newton

Intermezzo. Revisiting Helmut Newton

Helmut Newton Foundation im Museum für Fotografie

Jebensstrasse 2
D | 10623 Berlin

Ab 24. April. 2026!

Zur Empfehlung

Politik : Neoliberales Exempel

Die FDP profiliert sich mit dem Fall Schlecker. Bleibt die Hoffnung, dass Parteichef Philipp Rösler bald eine "Anschlussverwendung" außerhalb der Politik findet

Zum Kommentar-Bereich

Dieser Artikel ist für Sie kostenlos. Unabhängiger und kritischer Journalismus braucht aber Unterstützung. Wir freuen uns daher, wenn Sie den Freitag abonnieren und dabei mithelfen, eine vielfältige Medienlandschaft zu erhalten. Dafür bedanken wir uns schon jetzt bei Ihnen!

Share Icon
Jetzt kostenlos testen

Angenommen, es wäre um BMW gegangen oder um Siemens. Um Aushängeschilder des „Made in Germany“ und um Garantien männlichen „Humankapitals“: Sie wären gesprungen, die Wirtschaftsminister aller Länder, die Kanzlerin hätte die Sache vielleicht sogar zur Chefsache erklärt und sie ihrem politisch an der Wand stehenden Minister aus der Hand genommen.

Aber nein, es ging um haushaltsnahe Drogeriewaren und eben „nur“ um Frauenarbeitsplätze in einer Handelskette mit Schmuddelimage. Damit kann man noch weniger punkten als mit der Rettung eines Kaufhauskonzerns. Schlecker war vielmehr geeignet, einen „ordnungspolitischen“ Präzedenzfall zu schaffen, mit dem sich die taumelnde FDP nun profiliert: keine staatliche Bürgschaft für eine aus einem Insolvenzverfahren hervorgegangene Transfergesellschaft.

Schlecker ist am Ende. Gescheitert, weil Eigner Anton Schlecker und sein Management versagt haben, und die Familie nicht mit ihrem Restvermögen haften wollte; und an der FDP und deren Noch-Chef Philipp Rösler, der ein neoliberales Exempel statuieren wollte.

Absehbares Szenario

Nicht hohe Löhne – die lagen nur auf Tarifniveau – und auch nicht ein angeblich von ver.di initiierter Käuferstreik – wie Rainer Brüderle (FDP) derzeit verbreiten lässt – haben Schlecker zu Boden gestreckt. Es waren am Ende die Kündigungsklagen, die den potenziellen Käufer Nicolas Berggruen davor haben zurückschrecken lassen, die Kette zu übernehmen. Und genau dieses Szenario hätte die an Rösler gescheiterte Transfergesellschaft verhindern können.

Die Kondolenzbekundungen seitens der Politik an die Schlecker-Frauen, die zehn Prozent Lohnverzicht hingenommen haben und seit Monaten in unzumutbarer Unsicherheit leben, sind blanker Hohn. Vielleicht braucht das Land Schlecker nicht, aber es braucht Arbeitskräfte wie diese über 13.000 unerschrockenen und widerstandsfähigen Frauen. Zur „Anschlussverwendung“ (Philipp Rösler) werden sie nun an die Jobcenter überstellt. Bleibt nur zu hoffen, dass es nach den nächsten Wahlen keine „Anschlussverwendung“ mehr für Rösler und seine Truppe gibt!

Themen

sticky banner image

35 Tage gratis zum 35. Geburtstag

der Freitag digital mit Zugang zu allen Artikeln auf freitag.de inkl. F+