Die Ernennung von Richard Holbrooke zum Beauftragten für die Afghanistan-Pakistan-Politik von Präsident Obama war ein klares
Signal, doch ein anderes als vielfach an- und wahrgenommen. Nach den Erfahrungen mit den Sonderbotschaften dieses Mannes während der jugoslawischen Sezessionskriege zwischen 1991 und 1999 kann man mit Fug und Recht sagen: Wo Holbrooke draufsteht, ist Krieg drin.
Bei all dem Widerwillen, der sich zu Recht gegen Barack Obamas Amtsvorgänger George W. Bush aufgebaut hat, vergisst man eines sehr leicht und schnell: Die ausgreifende Art der amerikanischen Globalpolitik begann unter der Präsidentschaft Bill Clintons – sie wurde getragen von seiner Außenministerin Madeleine Albright und nicht zuletzt von Richard Holbrooke. George Bush schien zunächst, als er Anfang 2001 ins Weiße Haus kam, sogar um eine Abkehr von der Außenpolitik seines Vorgängers bemüht – bis er nach dem 11. September kräftig zulangte.
Was wird passieren, wenn Barack Obama auf einen exponierten Diplomaten aus der Ära Clinton zurückgreift, um ihn als Parlamentär auf die andere Seite der afghanischen Front zu schicken? Man sollte auf Überraschungen gefasst sein. Die könnten spätestens dann eintreten, wenn wir Holbrooke im trauten Kreis mit Taliban-Kämpfern sitzen sehen, wie wir ihn einst mit den Warlords der Kosovo-Befreiungsarmee UÇK an einem Tisch sitzen sahen. Das Weiße Haus hat bekanntlich moderaten Taliban Angebote gemacht. Warum auch nicht? Schon während der ersten Amtszeit Bill Clintons zwischen 1992 und 1996 wurde die Gefolgschaft Mullah Omars – sie war damals noch auf dem Marsch zur Macht – toleriert. Die Amerikaner nahmen seinerzeit keinen Anstoß daran, dass sich die Gotteskrieger dabei stets auf ihre pakistanischen und saudischen Freunde – immerhin enge Partner der USA – verlassen konnten.
Um auf die Jugoslawien-Kriege zurückzukommen – all die Muster, deren sich die US-Politik in jener Zeit gegenüber Belgrad
bediente, sind längst nicht ad acta gelegt. Das gilt auch für ein strategisches Tableau, mit dem die NATO als globaler Interventionsapparat definiert wurde. Der Beschluss, künftig einer neuen Strategie zu folgen und das Völkerrecht wie einen toten Hund zu behandeln, fiel klammheimlich und an den Parlamenten vorbei im September 1998 in Portugal. Im Geiste dieses Konzepts handelte man einen Monat später mit der jugoslawischen Seite eine Waffenstillstandsvereinbarung für die Provinz Kosovo aus, bei deren Annahme im Brüsseler NATO-Rat ausdrücklich darauf verwiesen wurde: Es gibt eine Angriffsoption aus der Luft, sollte es einen Bruch dieses Agreements geben. Der 24. März 1999 war der Tag, als man begann, nach dieser Klausel zu handeln.
Richard Holbrooke, auf diese Auslegung des Vertrages im NATO-Rat angesprochen, soll sich dem Vernehmen nach in dem Sinne geäußert haben, dass „man die Verbündeten nur so habe bei der Stange halten können“. Die Folgen sind bekannt. Sie reichen bis zu der Tatsache, dass im Kosovo israelische Spezialeinheiten eingesetzt wurden, die dafür sorgten, dass angeblich von der jugoslawischen Armee umgebrachte UÇK-Leute in Tel Aviv der Öffentlichkeit gezeigt werden konnten.
Die Anfang 1999 stattfindende Verhandlungsfarce von Rambouillet bei Paris war vor diesem Hintergrund nicht mehr als eine Camouflage, um Europas Öffentlichkeit für das zu gewinnen, was die damalige US-Regierung von Anfang an wollte: Die Spannungen zwischen Albanern und Serben im Kosovo zu nutzen, auf das Eisenhowers Fehler aus dem Jahr 1944 ausgebügelt und amerikanische Bodentruppen endlich auf dem Balkan stationiert werden konnten. Angesichts dieser Vorgeschichte lässt sich kaum bestreiten: Präsident Obama hat mit seinem Sonderbotschafter Holbrooke Weichen gestellt, um den afghanischen Kriegsschauplatz gegebenenfalls bis nach Pakistan ausdehnen zu können.
Willy Wimmer ist Sicherheitspolitiker und CDU-Bundestagsabgeordneter
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Da kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln!
Über Jahre versucht uns Willy Wimmer etwas mitzuteilen, Fakten ins Bewußtsein zu rücken, der "offiziellen Wahrheit" die Maske herunter zu reissen und wie ist die Resonanz?
Nichts, nada, niente, nothing oder wie sagt man heutzutage "TOTE -HOSE"!
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schrieb am
27.03.2009 um 21:36
Sie haben völlig recht mit ihrer Einschätzung, es interessiert wirklich niemanden. Ist schon deprimierend.
Neben Holbrooke gibt es aber noch ein paar andere Figuren auf die man ein Auge haben sollte.
Hier 2 links
www.hintergrund.de/20080829238/globales/kriege/barack-obama-und-sein-vize-joe-biden-der-krieg-soll-ausgeweitet-werden.html
www.hintergrund.de/20080826235/politik/welt/die-welt-als-schachbrett-der-neue-kalte-krieg-des-obama-beraters-zbigniew-brzezinski.html
mfg
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Wenigstens ein Leser meldet sich zu Wort und verweist auch noch auf eine Zeitschrift, eine sehr gute, informative, und deren Internetauftritt.
Dafür sei Ihnen gedankt. Offensichtlich sind NOCH zu viele Menschen im Obama-Rausch. Doch wie wir wissen, wird ein solch Erwachen umso schrecklicher, ernüchternder. |
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Also das was hier geschrieben wurde ist unfassbar! Sie kennen die Situation in EX-Jugoslawien so gut wie garnicht! Die UCK-Führer als Warlords zu bezeichnen ist einfach falsch.Das sind alles Familienväter die keinen anderen Ausweg kannten und ich spreche aus Erfahrung.Sie wissen das Holbrooke 100mal in Belgrad war um ihm die Situation klar zu machen und er wurde ständig von Milosevic wie ein Idiot behandelt.Das was die Serben seit 1987 mit den Albanern betrieben haben kann man nur mit der Judenverfolgung in der Nazi-Zeit vergleichen,falls sie das auch nicht verleugnen oder als ungerecht empfinden, dass damals die Amerikaner angegriffen haben?!Sogar die Straßennamen und die Schulnamen wurden umbenannt nach serbischen Helden.Einzigstes Ziel war den Albanern das Leben im Kosovo unmöglich zu machen und Sie zu vertreiben.Mag sein das die amerikanische Politik Fehler hat aber im Kosovo, auch wenn vielleicht aus Eigeninteresse haben sie richtig gehandelt und haben damit ein Flächenbrand verhindert.Oder denken Sie,das Albanien und Mazedonien mit über 4 Millionen Albanern einfach zugeguckt hätten wie die eigenen Menschen abgeschlachtet werden?Sie kennen die tregweite diese Konflikts so gut wie garnicht.Es ist auch richtig das die kein UN-Mandat hatten aber wie??UN-Mandat ohne Russland geht nicht,wenn Serbien rein theoretisch einen Atombombe in Kosovo geschmissen hätte würde Russland nicht zustimmen.Ist Ihnen das bewusst?Ich bin froh das die Amerikaner im Kosovo ein Interesse hatten und das Kosovo nicht irgendwo in Afrika liegt.Dort hat niemand irgendwelche Interessen Frieden zu schaffen,weder das "demokratische Europa" noch Amerika,leider!
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zu Kommentar ber80:
„Die Geschichte lehrt wie man sie fälscht“ Die Geschichte von Verfehlungen des Westens in der Balkanpolitik fängt nicht erst mit dem Kosovokrieg an und, so sieht es leide aus, sie wird auch nicht mit der völkerrechtlichen Anerkennung des Kosovostaates enden. Erinnern wir uns daran, dass der erste Fehler von der damaligen deutschen Regierung gemacht war, als sie die Abspaltung von Slowenien und Kroatien eigenmächtig anerkannte, ohne Absprachen mi den anderen Nato Partnern. Die einheitliche und einzig richtige europäische Position von damals: „Wir verhandeln nur mit einer zentralen Jugoslawischen Regierung“ war damit zerstört. Zerstört hat man dadurch auch die Hoffnungen der Mehrheit aller jugoslawischen Völker. Was danach kam wissen wir. Eine einseitige Einmischung in Form von: „divide et impera“ hat, wie immer in der Geschichte nur extreme Nationalismen und ein Volksgemetzel hervorgerufen, wie auch der deutsche Dreißigjährige Krieg ab 1630 gezeigt hat. Alles auf Kosten der unschuldigen Zivilbevölkerung allerseits. Wann werden wir Menschen endlich aus unseren Fehlern lernen? Vor allem was ist aus Kosovo geworden: Ein Bondstil der Amerikaner, erkauft durch die Zugeständnisse an die albanische Nationalisten, und ein schwarzes Fleck in Europa und im Bewusstsein der europäischen Eliten. Ein evidentes Apartheidsystem im Herzen von Europa mit Vertreibung und ethnisch- politischer Unterdrückung, jetzt aber umgekehrt Kosovoalbaner, nicht nur gegen die restlichen Serben, denn es soll ein ethnisch reines Gebiet entstehen! Herrn Joschka Fischer würde ich gerne fragen, an welche Zeit in der Deutschen Geschichte erinnert ihn das, was in Kosovo jetzt passiert? |
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weiter:
Die gegenwärtige EG Politik im Falle Kosovo ist ein schwerer Fehler, der dem Verursacher selbst mit aller Wucht auf die Füße fallen wird. Eine befriedende und konstruktive Politik ist dadurch auf Jahre wieder blockiert. Warum macht man den Albanern und den Serben Hoffnungen sie eines Tages in Europa unter dem gemeinsamen Dach zu empfangen, wenn man sie nicht von Anfang an dazu verleitet und unterstützt, eine einvernehmliche Lösung zu finden, zuallererst in ihrem Staat, in ihrer Region zusammen zu leben, friedfertig und gewaltfrei alle Probleme zu lösen? Das als das Maß für die Schnelligkeit der Eingliederung in Europa aufzustellen und nicht den Zwist und Zersplitterung! Das wäre eine gerechte Politik, das würde eine nachhaltige Lösung des Konflikts auf dem Balkan befördern und das würde auch Europa einen enormen Auftrieb geben. Schließlich muss die Menschheit bei den Konflikten zwischen den Volksnachbern die dieselbe Region bewohnen und teilen müssen endlich weg von alten geo- politischen Machtspielchen abrücken. Die einzig humane und rationale Lösung bei solchen Konflikten ist, dass die Völkergemeinschaft neutral aber deutlich und nachhaltig beiden Volksgruppen klarmacht, dass alle beide das Recht haben, die gemeinsame Region als eigene Heimat zu betrachten. Nur gemeinsame einvernehmliche Lösungen sollten gefördert werden! Und dieser Grundsatz muss am Anfang jeder Konfliktsituation stehen und nicht am Ende, wo das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. |
Ausgabe 06/12
09.02.2012
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