Cosmo

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RE: Die das Fürchten lehren | 13.09.2018 | 15:12

Danke für Ihren Beitrag, dem kann ich vorbehaltlos zustimmen.

RE: „In der Sammlungsbewegung steckt eine Chance“ | 06.09.2018 | 21:50

Siehe hier.

Interessant dazu noch eine Anmerkung von Jens Berger (ganz unten im Text):

"„leider“ bleibt Augstein in seinem Aufsatz in der Tat sehr vage. Etwas deutlicher wird er in einem Videogespräch mit seinem Kollegen Fleischhauer (leider im SPIEGEL+ Bereich), in dem er nachschiebt, dass “man sich nichts vormachen solle”, es „ginge natürlich um einen Abbau der Standards“. Unseren Sozialstaat nennt er in diesem Video übrigens „Luxusaltenheim Deutschland, in dem betreutes Wohnen für alle gilt“ – das „wird dann [also nach der Öffnung der Grenzen für Alle] natürlich nicht mehr funktionieren”, so Augstein. Aber „dieses Luxusaltenheim Deutschland muss ohnehin bald die Pforten schließen, da niemand da ist, der es bezahlt“, so der Multimillionär."

RE: Im Reich der Gier | 06.09.2018 | 21:33

"Hat der Crash von 2008 in Polen und Ungarn so viele ökonomische Verlierer produziert, dass nun rückwärts gewandte Klerikale und Erzkonservative dort Wahlen gewinnen [...]"

Nein, der 'Crash', der in Polen etliche Verlierer hervorgebracht hat, fand bereits 1990 statt. Natürlich war dieser Wandel, ebenso wie in der DDR, gewollt, aber die Erfahrung von Massenarbeitslosigkeit, bedrängender Armut, war für viele natürlich traumatisch. Es sei an dieser Stelle an die Ausbeutung polnischer Pflegekräfte in deutschen Familien erinnern. Diese Menschen führen ein Sklavenleben: kein Freiraum für die Gestaltung des eigenen Daseins, sondern völlige Aufopferung für einen anderen Menschen. Man kann sich ungefähr vorstellen, wie die soziale Situation in Polen immer noch ist, angesichts dessen, dass Menschen sich gezwungen sehen, so etwas mitzumachen. Wenn ich einer der Betroffenen wäre, wären mir Demokratie und Rechtsstaat auch erst mal nicht sonderlich wichtig. Dass die Rechten in Polen mit sozialen Versprechungen und Maßnahmen punkten können, ist daher nicht verwunderlich.

RE: „Es gibt viel berechtigte Sorge“ | 06.09.2018 | 20:35

"Wer sagt, dass die DREI (SPD, Grüne, Linke) wirklich lernfähig sind?"

Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen SPD und Linke auf der einen und den Grünen auf der anderen Seite: die Grünen fahren mit ihrer derzeitigen Politik wenigstens laut Umfragen recht gut, dürften insbesondere in Bayern bei der Landtagswahl vor der SPD landen. Die Grünen scheinen bei traditionell bürgerlichen Wählern, die sich von der rüden Rhetorik Seehofers und Söders abgestoßen fühlen, durchaus landen zu können. In BaWü gab es ja schon mal eine ähnliche Entwicklung, inzwischen sind die Grünen dort eine 30%-Partei, zu einem großen Teil speißt sich dieser Erfolg sicher aus Ex-CDU-Wählern.

Die Grünen können also auch ohne Linkskurs durchaus erfolgreich sein. Auf SPD und Linke trifft das nicht zu. Die SPD hat sich als Kopie der CDU versucht, um bei Wirtschaftsbossen und der Oberschicht punkten zu können, die Linke meint ernsthaft , dass im politischen Spektrum Platz für eine zweite grüne Partei ist. Beide Parteien werden weiter stagnierern oder auch untergehen (insbesondere die SPD), wenn nicht zeitnah ein Umdenken stattfindet.

RE: „In der Sammlungsbewegung steckt eine Chance“ | 05.09.2018 | 21:36

Naja, sollen sie halt. Es spielt ja (zu Recht und zum Glück) eine immer geringere Rolle, was die etablierten Medien so von sich geben. Man sollte sich ruhig immer wieder das Beispiel Corbyn vor Augen führen. Auf den sind massenhaft mediale Pfeile niedergeprasselt, und vielleicht ist er trotzdem der nächste britische Premier.

Einen langen Atem werden diejenigen, die sich in der Bewegung engagieren, aber vermutlich schon brauchen.

RE: „In der Sammlungsbewegung steckt eine Chance“ | 05.09.2018 | 13:30

"[...] denn freiwillig werden sie nichts her geben."

Ne, werden sie auch nicht. Es sei an dieser Stelle ruhig noch mal an den Multimillionär und Ferrari-Fahrer Augstein erinnert, der die Zerschlagung des Sozialstaats gefordert hat, um mehr Flüchtlinge aufnehmen zu können. Auf die Idee, dass er und andere vermögende Menschen für diesen Zweck ein bisschen was abgeben, kam er nicht.

Wenn steinreiche Menschen von den armen Schluckern allen Ernstes fordern, auf das wenige, was sie haben, gefälligst zu verzichten, ist das besonders erbärmlich und charakterlos. Insofern sollte man auch nicht mit Anstand oder wenigstens Schamgefühl rechnen.

RE: „In der Sammlungsbewegung steckt eine Chance“ | 05.09.2018 | 00:55

" Daß die Linke jetzt schon Bedenken hat ist klar. Man befürchtet Machtverlust und schwindende Deutungshoheit. Aber vielleicht sollten sie sich erst einmal selbst analysieren."

Das kann man bei dem Führungsgespann Kipping/Riexinger vergessen und der Gysi wirkt auch immer selbstzufriedener, hat jedenfalls jegliche analytische Schärfe verloren und kann die tiefe Stagnation und den Vertrauensverlust der Linken bei breiten Wählerschichten nicht erfassen. Blenden lässt sich die Partei von einem gewissen Mitgliederzuwachs im Jahr 2017, was als unglaublicher Erfolg gefeiert wird. Dabei wird zweierlei vergessen:

-2009 hatte die Linke 78000 Mitglieder, 2017 62000; die Mitgliederzahl heute ist geringer als beim Amtsantritt von Kipping und Riexinger 2012

-Alle Parteien im linken Spektrum haben im letzten Jahr Mitglieder gewonnen, sogar die politisch halbtote SPD in einem sehr viel größerem Umfang als die Linke, die Grünen etwa im gleichen Umfang; das ist einfach auf die Mobilisierung linksliberal gesinnter Menschen angesichts des Aufstiegs der AfD zurückzuführen, ganz sicher nicht auf das großartige Führungsduo Kipping/Riexinger

Die Linke kann von der massiven Schwäche der SPD nicht profitieren, steht in Umfragen sogar noch unter dem ohnehin sehr mäßigen Ergebniss der Bundestagswahl. Die Grünen können hingegen aktuell einen Höhenflug verzeichnen und haben auch ein sehr telegenes und sympathisch wirkendes Führungsduo. Themen setzen kann die Partei kaum.

Zu holen ist mit der Linken in ihrer jetzigen Verfassung nichts, bzw. wenigstens nicht mehr als 7-10%. Das ist angesichts der aktuellen politischen Lage nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein. Insofern kann man die Bedenken von Führungskräften dieser Partei getrost ignorieren. Die Partei ist mit ihrem moralischen Rigorismus und Dogmatismus auf dem besten Weg, sich komplett überflüssig zu machen. Angesichts dessen, dass sie kaum noch Protestwähler abschöpfen und von der Wahl der AfD abhalten kann, hat sie ohnehin eine ihrer wesentlichen Funktionen im politischen Spektrum eingebüßt.

Ob die Bewegung ein Erfolg wird, wird in erster Linie davon abhängen, wie sehr sich (vernünftige) Leute dafür mobilisieren lassen. Wie gut das gelingen kann, ist aktuell ganz schwer vorherzusagen. Gefragt ist zunächst mal jeder Einzelne, der irgendwie mit der Bewegung sympathisiert.

RE: „In der Sammlungsbewegung steckt eine Chance“ | 04.09.2018 | 13:05

Wenn man mal ohne Hysterie an die Sache herangeht, stellt man schnell fest, dass Frau Wagenknecht keineswegs 'extremistische' Positionen in dieser Frage vertritt, sondern sogar links von den meisten SPDlern stehen dürfte.

Olaf Sundermeyer hat am Sonntag bei Anne Will von 'Flüchtlingen, die das Gastrecht missbrauchen' gesprochen. Ich entsinne mich noch, welche hysterischen Aufschreie erfolgt sind, als die Wagenknecht den Begriff 'Gastrecht' verwendet hat. Nehmen diesen Begriff, andere in den Mund, juckt das kein Schwein.

Die Wagenknecht hat im Gegensatz zum Rest ihrer Partei begriffen, dass die 'open-boarders'-Haltung vielen potentiellen Linken-Wählern Angst macht und sie scharenweise in die Arme der AfD treibt. Das ist es letztendlich, was ihr übel genommen wird.

RE: Wir haben immer noch uns | 04.09.2018 | 12:18

Es wurden auf dem Konzert auch immer wieder inhaltliche/politische Ansagen gemacht, und ich hatte schon den Eindruck, dass die meisten Menschen da mitgehen. Nicht gekünstelt, sondern aus Überzeugung. Dennoch sollte man so ein Event nicht überbewerten. Dass es auch sehr viele Menschen gibt, die nicht rechts und auch nicht anfällig dafür sind, ist ja nun wahrlich nichts Neues. Noch ist die AfD auch 'nur' eine 17%-Partei.

RE: Wir haben immer noch uns | 04.09.2018 | 00:58

Ich war heute beim Konzert und auch am Samstag bei der Gegendemo. Auffallend am Samstag war, dass es im Vergleich zu den Rechten wenige Leute waren (obwohl da ja auch eine recht bekannte Band gespielt hat). Und die berühmte 'Mitte der Gesellschaft' hat nach meinem Eindruck weitgehend gefehlt. Linkspartei-, MLPD-, auch SPD und Juso-Flaggen waren zu sehen. Die Grünen haben sich überhaupt nicht kenntlich gemacht, wenigstens habe ich es nicht wahrgenommen. Das hat mich schon überrascht, scheinbar ist deren Klientel und Mitgliedschaft bequemer als angenommen.

Das Konzert heute war natürlich eine gute Sache. Die Künstler dürften auch einen gewissen Einfluss auf junge Menschen haben. Alles in allem war es aber wohl nicht mehr als das berühmte 'Zeichen'. An der Masse der Bevölkerung gehen solche Events weitgehend vorbei, und es muss ja gerade um die gehen, die (noch) unentschlossen bzw. zumindest erreichbar und Argumenten zugänglich sind.