Albrecht von Lucke
13.01.2011 | 11:10 27

Ausgerechnet Sloterdijk!

Debatte Und wer Hans Ulrich Gumbrechts Plädoyer für ein "riskantes Denken" folgt, muss Gesine Lötzsch bewundern. Eine Erwiderung von Albrecht von Lucke

So alt wie der Intellektuelle ist die Verachtung seiner selbst. Dieser Selbsthass führt regelmäßig zum reaktionären Abgesang auf die angebliche „Priesterkaste“ (Helmut Schelsky) – wie jüngst von Hans Ulrich Gumbrecht im Freitag.

Laut Gumbrecht hat sich der klassische Intellektuelle Zola’scher Prägung selbst aus der Gesellschaft zurückgezogen, seit Meinungen in dieser dominant wurden, die man früher allein mit ihm assoziierte. Zu diesen angeblich weithin geteilten „diskursiven Schneiden“ zählt Gumbrecht den Pazifismus und die „ökologischen Praxisnormen und Begriffe, von Trennmüll über Windrad bis zur Nachhaltigkeit“. Diese Form eines neuen europäischen common sense, die aus den Grünen die eigentliche Volkspartei der Gegenwart gemacht habe, hat laut Gumbrecht die klassische Intellektuellenethik von Intervention und Engagements obsolet werden lassen.

Zugespitzt könnte man sagen: Nach Gumbrecht leben wir heute in der besten aller Welten. Das Volksempfinden, das vor noch nicht allzu langer Zeit als „gesund“ galt, hat sich zu einem rundum aufgeklärten verpuppt. Spätestens an dieser Stelle regt sich Widerspruch: Unter dem noch frischen Eindruck rasender Sarrazin-Enthusiasten wie antisemitischer und antiislamischer Wutergüsse, nicht nur im Inkognito des Internet – wer wollte da von einer neuen, aufgeklärten Öffentlichkeit sprechen? Im Gegenteil: Weniges ist, wie von Gumbrecht behauptet, „zur Norm geronnen“; deutlich zeigt sich, wie dünn der demokratische Firnis sein kann. Wachsende Gleichgültigkeit bei zunehmender Radikalisierung – das sind die zwei Seiten einer Medaille in der herrschenden Postdemokratie. Sensible Beobachter sprechen bereits von einer „Verrohung des Bürgertums“ (Wilhelm Heitmeyer). Und vor dem Hintergrund eines nicht nur in Ungarn, sondern auch in Italien, Frankreich und Deutschland nach wie vor erstaunlich lebendigen Nationalchauvinismus’ wird die These vom linken, aufgeklärten common sense zum grotesken Befund.

Riskant – für andere

Aber, das zeigt sich an Gumbrechts zweiter These, diese Behauptung ist ihm ohnehin nur Mittel zum Zweck. Anstatt es mit dem Abgesang auf den Intellektuellen alter Schule sein Bewenden haben zu lassen, präsentiert er stolz sein Nachfolgemodell. Indem er den traditionell linken Mahner und Warner für obsolet erklärt, setzt er die Kategorie der intellektuellen Dissidenz frei für jene, die sich eben nicht dem common sense beugen. Darin besteht für Gumbrecht heute wahres „riskantes Denken“. In dieser „leicht kitschigen Vorstellung vom Theoriegeschäft“, wie der Welt-Feuilletonist Andreas Rosenfelder in seiner Kritik an Gumbrechts Beitrag spottete, ist dessen Gewährsmann, wen wundert‘s, niemand anderes als Peter Sloterdijk.

Nach Norbert Bolz, der sich unlängst im Magazin Cicero zum Sancho Pansa des Großdenkers aus Karlsruhe aufgeschwungen hat, bewirbt sich mit Gumbrecht ein Zweiter als Steigbügelhalter, um Sloterdijk bei dessen Kampf mit den Windmühlenflügeln der Kritischen Theorie in den Sattel zu helfen. Während Bolz Sloterdijk bereits zur letzten „großen Persönlichkeit im antiken Sinne“ ausgerufen hat, die im Kampf mit den Frankfurter „Spaßphilosophen“ mit „ungeheurem Ernst“ und „aus ganzem Herzen“ nach Antworten sucht, sieht Gumbrecht in Sloterdijk den letzten Hüter des gefährlichen Denkens in der Tradition Nietzsches.

Ausgerechnet Sloterdijk! Dieser hat seit dem Erscheinen seiner bemerkenswerten Kritik der zynischen Vernunft einen derartig gekonnten Seitenwechsel vom kynischen Kritiker der Macht zu deren zynischem Apologeten unternommen, dass bei seinen regelmäßig inszenierten „Tabubrüchen“ jedes von Gumbrecht so enthusiastisch gefeierte Risiko auf der Strecke geblieben ist. Von Sloterdijks Regeln für den Menschenpark zieht sich ein roter Faden bis zu dessen, von Gumbrecht gepriesenem FAZ-Artikel Die Revolution der gebenden Hand.

In der Tat riskant

Gumbrecht will dem Leser weismachen, darin habe Sloterdijk nur bemerkt, „wie erstaunlich es sei, dass Bürger mit erheblichem Einkommen und einem gewissen Einfluss Jahr für Jahr ganz ohne Widerrede bis zur Hälfte ihres Einkommens an einen Staat abtreten, dessen Investitionspläne gar nicht immer ganz transparent sind.“ Hätte Sloterdijk allein das behauptet, wäre die anschließende Debatte kaum zu verstehen gewesen. Nein, an dieser Stelle muss man Sloterdijk vor seinem Adepten in Schutz nehmen. Tatsächlich entpuppte sich dessen Artikel als durchaus gefährlich. In der Bundesrepublik, so dessen Kernbotschaft, haben wir es laut Sloterdijk mit einer Form des „Semisozialismus“ zu tun, nämlich mit „Staatskleptokratie“ zu Lasten der Vermögenden.

Sloterdijk stellt die Kategorie der Ungerechtigkeit damit regelrecht auf den Kopf: Heute beuten nicht länger die Reichen die Armen aus, sondern im Gegenteil die unproduktiven Armen die produktiven Reichen. Konsequent und ganz im Sinne bekannter Geistesverwandter ruft Sloterdijk die „Bürger auf die Barrikaden“: Die „Leistungsträger“ müssten sich dieser Ausbeutung widersetzen; die normale, angebrachte Reaktion wäre der „fiskalische Bürgerkrieg“. Dessen Ziel ist klar: Die „Abschaffung der Zwangssteuern“ und deren Umwandlung in „Geschenke an die Allgemeinheit“.

Solches Denken ist in der Tat riskant – doch nur für diejenigen, die auf staatliche Alimentierung angewiesen sind. Die Folge von Sloterdijks „Revolution“ liegt auf der Hand: ein dem Wohlverhalten der Gutsituierten überlassener Schrumpfstaat – mit allem „Risiko“ für die sozial Schwachen. Wie heißt es doch im Volksmund: „Auf fremdem Arsch ist gut durchs Feuer reiten“.

Untaugliche Kategorie

Wie untauglich der Maßstab des Riskanten für die Intellektualität einer Äußerung ist, zeigte sich derweil ironischerweise anderswo. Eine Person, von der man es nicht erwartet hätte, schickte sich an, gefährlich zu denken. Die Linksparteichefin Gesine Lötzsch gab ein Beispiel des Gum­brecht’­schen Typus’ – allerdings mehr des Riskanten als des Denkens. Im 50. Jahr des Mauerbaus noch einmal „Wege zum Kommunismus“ beschreiten zu wollen, ist an politischer Dummheit kaum zu überbieten. Eine von den Entartungen nicht nur des Stalinismus heil gebliebene Utopie des Kommunismus zu konstruieren, ist historisch und intellektuell unredlich – und offenbar in erster Linie ein taktisches Manöver zur Einbindung der kommunistischen Traditionsbestände östlicher und westlicher Provenienz. Nimmt man Gumbrecht ernst, müsste man Lötzschs Aussagen gleichwohl den Charakter des „riskanten Denkens“ zusprechen. Schon das belegt die Untauglichkeit seiner Kategorie.

So absurd es ist, dieser Gesellschaft noch einmal mit dem Kommunismus kommen zu wollen, so sehr wird man damit umzugehen haben, dass der politische Gegner umgehend in die Offensive geht. „Der mäßige Erfolg der Linken mag daran liegen, dass das heutige Deutschland einer klassenlosen Gesellschaft schon sehr nahe kommt“, hieß es in einem der FAZ-Kommentare. Wer wollte da behaupten, dass Sloterdijk nicht Wirkung gezeitigt habe?

Umso mehr empfiehlt es sich, eine andere Intellektuellen-Definition zu Rate zu ziehen. Der Intellektuellen-Begriff Antonio Gramscis abstrahiert von der Frage der richtigen Moral – anders als Gumbrecht jedoch keineswegs von der gesellschaftlichen Verortung. Organische Intellektuelle sind bei Gramsci, anders als ihre traditionellen Vorgänger, diejenigen, die jede Klasse oder Bewegung braucht, um die kulturelle Deutungsmacht zu erlangen. Entweder als, so Gramsci, „Angestellte der herrschende Klassen und der politischen Herrschaft“, oder eben auch als Vordenker der Opposition.

Jede soziale Gruppe, die Hegemonie anstrebt, muss Intellektuelle aus ihren eigenen Reihen hervorbringen oder die traditionellen Intellektuellen assimilieren und für ihre Ideologien einnehmen. Gelingt dies der Linken zukünftig nicht besser, muss man für ihre Zukunft wahrlich schwarz sehen. Den Herren Gumbrecht und Sloterdijk mag es dagegen recht sein, in ihrer besten aller Welten.

Albrecht von Lucke ist Redakteur der

Kommentare (27)

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belle-hopes 13.01.2011 | 12:52

Das Problem bei Gumbrecht war, dass sein Maßstab für "intellektuell", wenn überhaupt einer, dann ein alter und aktualitätsferner war; daher kann er die heutige Gesellschaft ja nur so einschätzen wie er es getan hat und sich an Begriffen reiben. Und dann mit seinen falschen und gefährlichen Öko- Thesen aufwarten wie ein beleidigtes Kind. Was hilft? Aus dem Kämmerchen und die Nase in die Aktualität stecken. Ich bemerke eine Unterscheidung von intellektuell und intelligent; das erste ist vergeistigt und veraltet, das letztere pragmatisch und risikolustig. Am besten wäre eine Einheit der beiden Begriffe.

Ludwig Hasselberg 13.01.2011 | 13:19

"So absurd es ist, dieser Gesellschaft noch einmal mit dem Kommunismus kommen zu wollen..."

Eine drollige Volte Ihrerseits. Dieser Ihren Gesellschaft noch einmal mit Kommunismus kommen... Denn vor Gesine Lötzsch gab es K. in Ihrem (unserem) Nachwendedeutschland? Oder bereits vor der Wende, in Ihrer (jetzt wirklich nur Ihrer) deutschen Gesellschaft in Ingelheim am Rhein? Da hatten Sie wohl wahrlich zu leiden unter dem K., dass Sie Ihn sich hier ein für allemal verbitten, gleich im Namen aller Deutschen, mit ganz viel Redlichkeit.

Ansonsten ist für mich das einzig interessante an der Geschichte, dass die WELT offenbar den FREITAG liest. Bravo, weiter so.

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man 13.01.2011 | 13:27

"Ausgerechnet Sloterdijk! Dieser hat seit dem Erscheinen seiner bemerkenswerten Kritik der zynischen Vernunft einen derartig gekonnten Seitenwechsel vom kynischen Kritiker der Macht zu deren zynischem Apologeten unternommen..."

Wäre die Kontrollgruppe nicht so klein, würde sich geradewegs eine Studie aufdrängen einmal zu untersuchen, wie sehr das Denken eines Philosophen von seinem Lohnsteuerbescheid beeinflusst wird.

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belle-hopes 13.01.2011 | 20:12

Zu Ihrem Text selber: großartig geschrieben ist "wie dünn der demokratische Firnis sein kann. Wachsende Gleichgültigkeit bei zunehmender Radikalisierung". Allerdings sehe ich keine Radikalisierung im Bürgertum, sondern zuallererst an den Rändern. Die Frage, die sich mir stellt ist, wie intelligent ist Intellektuelles, wenn es meint mit Tabubrüchen oder Begriffs- und Namenswirrwarr daher zu kommen, oder ist es dann wirklich noch intellektuell und nicht eher ein Zeitvertreib, den sich eine Welt wie sie gerade ist nicht leisten sollte? Genausowenig wie undurchdachte politische Äußerungen, anscheinend haben einige den Schuss= Dringlichkeit nach Änderung noch nicht gehört.

lebowski 13.01.2011 | 21:57

Man fragt sich schon mal hin und wieder, wer denn dem Sloterdijk sein Gehalt in Karlsruhe bezahlt. Der Staat wird es nicht sein. Wahrscheinlich wird Sloterdijks Professur ganz aus privaten Spenden finanziert genau wie die Diäten von Staatskritiker Westerwelle.

Aber vielleicht lässt sich ja das ganze Wirken dieses Philosophen in einem Satz zusammenfassen: "Ich bin zu geizig, den Armen was von meiner Kohle abzugeben."

miauxx 13.01.2011 | 22:14

Wenn von Lucke erklären würde, warum

"Eine von den Entartungen nicht nur des Stalinismus heil gebliebene Utopie des Kommunismus zu konstruieren ..."

historisch und intellektuell "unredlich" sei, anstatt genau wie der Presse- und Politik-Mainstream nur reflexhaft das Nachdenken über Kommunismus mit Dummheit (oder gar Gefährlichkeit) abzukanzeln ("im 50. Jahr nach dem Mauerbau"), wäre vielleicht auch nachvollziehbar, warum Gesine Lötzsch eben keine "riskante Denkerin" sei, sondern man das "Denken" weglassen müsse.
Lucke bringt das Beispiel Lötzschs im Rahmen einer Reihe des Freitag über fehlende kontrovers-intellektuelle Debatten und verweigert die inhaltliche Auseinandersetzung. Na, das macht ja Hoffnung ...
Auch wenn von Lucke anfangs Gumbrecht gut kritisiert (den "Gumbrecht'schen Typus" Sloterdijk), such er ebenso wie dieser zum Ende des Artikels hin den Weg des geringsten Widerstandes.

Thomas.W70 14.01.2011 | 00:07

An allen Debatten um Peter Sloterdijk ist immer wieder eine Assymetrie in der Argumentation zu beobachten. Die Kritiker von Sloterdijk verstehen nicht, dass es in seinen Thesen eigentlich gar nicht um sachlichen Realitäten geht, sondern um einen, wenn man so will, ästhetisch geführten Angriff auf den common sense.

Es ist relativ einfach seine Thesen sachlich in Frage zu stellen und auch dieser Artikel hat mit den meisten Argumenten vollkommen Recht, doch eigentlich redet man ananeinander vorbei.

Ich kann ganz gut nachvollziehen, was Gumbrecht an Sloterdijk fasziniert und teile eine gewisse Bewunderung für dessen Heroentum Nietzscheanischer Prägung, das die Welt aus einer moralisch abgekoppelten Außenperspektive betrachtet.

Doch dieses Spiel hat auch seine Bedenklichkeiten. Schon vor ein paar Wochen habe ich im ZEIT Leserblog meine ambivalente Gefühle zum Phänomen Sloterdjik geäußert.

community.zeit.de/user/thomasw70/beitrag/2010/12/10/bemerkungen-zum-ph%C3%A4nomen-peter-sloterdijk

StrangeAI 14.01.2011 | 02:01

Die Rede von Gesine Lötzsch nennen Sie zunächst eine "politische Dummheit". Ich verstehe das so, dass sie meinen, dass schade ihr selbst, ihrer Partei und eventuell sogar der gesamten linken Bewegung.

Was bringt Sie dann dazu einen Satz später zu vermuten, das wäre taktisches Kalkül? Denn das würde ich nun genau andersherum verstehen.

Es fällt mir auch schwer zu verstehen wie sich die Vorstellung einer Utopie beschädigen lässt. Utopie heißt doch: "es ist ideal, aber unerreichbar". Durch reale Entwicklungen kann eine Utopie jedenfalls keinen Schaden nehmen - allenfalls durch mangelnde Vorstellungskraft. Denn die Utopie existiert nur durch eine Idee. Der Kommunismus im Sinne von Marx war immer propagiertes, aber selten wirklich ernsthaft angestrebtes Ziel. Das Ergebnis war und ist dann häufig entsprechend entartet.
Vielleicht liegt das Problem daran, dass Utopien mittlerweile nur schwer vorstellbar erscheinen. 30 Jahre alternativlose Politik färben die Gedanken. Ich habe auch noch keine Utopie gehört, die uns der allseits grassierende Neoliberalismus anbieten könnte. Warum sind wir in einer Richtung unterwegs, die uns zwar steinige Wege verspricht, aber kein Ziel. Mir kommen da eher Dystopien in den Sinn. Endzeitwelten. Was zuletzt immer bleibt ist Zynismus: Wenigstens ehrlich so ne Endzeitwelt, oder?

Chali 14.01.2011 | 09:49

" ... dem Sloterdijk sein Gehalt ..."
In der Tat. Auch für mich die Kernfrage. Ich vermute mal: staatliche Alimentierung?

Interessant im Zusammenhang mit folgendem Abschnitt des Artikels
>> Solches Denken ist in der Tat riskant – doch nur für diejenigen, die auf staatliche Alimentierung angewiesen sind. Die Folge von Sloterdijks „Revolution“ liegt auf der Hand: ein dem Wohlverhalten der Gutsituierten überlassener Schrumpfstaat – mit allem „Risiko“ für die sozial Schwachen. Wie heißt es doch im Volksmund: „Auf fremdem Arsch ist gut durchs Feuer reiten“.

Zumal sich die Herren Professores ja nicht auf einer ihrer Leistung angemessenen Gehalts beschränken - also etwa 365 Euro plus Miete - sondern kräftig zulangen.

Wie sagte doch Professor v.T. so richtig?
>> Wir kommen zu der Erkenntnis, dass die Millionen schmieden, ackern und hobeln müssen, damit einige Tausend forschen, malen und dichten können.
Heinrich von Treitschke (1834-1896)

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Ehemaliger Nutzer 14.01.2011 | 10:36

Die steinigen Wege sind unvermeidlich, weil die Linke den Osten kaputtgewirtschaftet hat ,und Alle wissen das! Trotzdem lebt der Hartz4-Mann besser als die meissten Menschen auf diesem Globus- bei einer Schuldenlast allerdings, die mutmasslich höher ist als die aller moslemischen Staaten .Das Problem LINKS besteht darin, dass man in einem sterblichen Leben ohne Weltanschauung(vertikal) eine GESELLSCHAFTSanschauung(horizontal), mithin ein MENSCHENbild pflegt.Danach müssen Alle tendentiell gleich sein, und: Es muss die Gleichheit kontrolliert werden. All das hatten wir schon. Die krypto-religiöse Sozialgläubigkeit (ohne Dritte-Welt-Verhältnisse) wird aus einem sozusagen Roten Konservatismus gespeist ,der im Gegensatz zum Schwarzen nicht bewährte Traditionen und Werte meint, sondern die Unveränderlichkeit von MENTALITÄTEN rechtfertigen muss. Die u.a. von Sloterdijk angedeuteten Erfahrungen der mentalen/geistigen Horizonterweiterungen z.B. durch das östliche(indische) Wissen werden auf Seiten der Gegenkritik nur allzu häufig als reaktionär diffamiert.

Columbus 14.01.2011 | 17:39

Lieber Herr von Lucke,

Zu Hans Ulrich Gumbrechts Artikel finden sich Online, hier beim "dF", viele kluge Anmerkungen, die sich mit ihren gedruckten Überlegungen durchaus decken. - Das muss also nicht nochmals hier durchgekaut und vorgebracht werden.

Bei Ihrem Intellektuellenmodell, in aller gebotenen Verknappung hier, muss das natürlich einach eine Annahme bleiben, steht das "riskante" Denken ebenfalls in einem eigentümlichen Spannungsverhältnis zum Subjekt "Intellektueller".

Nitzsches Modell der Intellektualität geht von dem einzeln sich Denkenden aus. Den möchte er möglichst stark sehen, gegen Insitutionen, gegen die Religion, gegen die stumpfsinnige Moral, alles über einen Kamm zu scheren, gegen die überall auftauchenden Gewissenwarte, die vom Abtopfen bis zum geregelten Versterben alles mit Verordnungen und Vorschriften, den Dogmen, zuknallen und dafür auch noch multiple historische und religiöse Legenden erfinden. - Wie und warum diese Denkrichtung in die Hände von völkisch denkenden Antiintellektuellen kam, wäre eine eigene, auch schon häufiger geschriebene Geschichte.

Bleiben wir bei der Philosophie und bei dem Fernsehsessel Philosophen, der nun den Hauptanlass zum Feuilleton gab.

Sloterdijk gibt sich zumindest als philsophische Autorität, -man müsse ihn, möglichst umfassend, lesen-, und nimmt auch für sich in Anspruch, über ganz enge fachthematische Fragen hinaus, ein allgemeines, intellektuelles Urteil zu fällen, so wie Herr Gumbrecht und natürlich Sie nun, ich, die übrigen Teilnehmer der Diskussion dies auch versuchen, oder aber umgekehrt, überhaupt die Chance dazu bestreiten. Entweder schon durch den konkreten Textkommentar selbst oder als Postulat, das gehe eigentlich so gar nicht.

Öffentlich ist natürlich die Anerkenntnis der Autorität und die Bekanntheit des Philosophen um so viel größer, dass wir allesamt kaum von Sloterdijk wahrgenommen werden, also uns nur eine Verständigung, ein Verhalten dazu bleibt, was denn seine Philosophie, sofern sie überhaupt eine ist, für uns und unter uns bedeuten kann. - Darauf läuft hinaus, diese rhetorisch-ästhetischen Spielereien mit der Öffentlichkeit, überhaupt intellektuell zu untersuchen.

Wie könnte es aber weiter gehen, wenn tatsächlich ein neuartiger Typus wagender Intellektualiät, dringlich nötig wäre? - Der Typus des mahnenden Linksintellektuellen hat sich sprichwörtlich im Weckruf erschöpft. Ihm hörten, seien wir ehrlich, selbst überzeugten Linke nur ganz selten zu, weil damit zu viele Vorurteile und Prämissen des Eigenurteils hinfällig würden.

Es fehlt also, selbst unter linken Intellektuellen die sich schon als "organisch" empfinden, die es also doch eigentlich besser wissen müssten, so etwas wie Gemeinschaft und Gemeinschaftsarbeit.

Es fehlen die Fabriken und "Factories", die kritischen Insitute, die es einmal gab, die anders als die "Think tanks", nicht der Politikberatung, viel mehr noch der Versicherungswirtschaft und dem Gelddienstleistungsgeschäft zu gutem Geschäft dienen müssen.

Das Brot essen, weil man einer Partei, der Wirtschaft, einem Stiftungskonzern verpflichtet, Geistiges zur Zeit absondert, oder aber dem polemikhungrige Allmedium gefällig, ein paar Affen Zucker gibt und ein paar Anderen, Wehrlosen, nicht Satisfaktionsfähigen, die Peitsche zumindest vorweist, reicht eben nicht.

Gesine Lötzsch hatte nun das Pech, zunächst einmal gar nicht als Intellektuelle, sondern als gewählte Politikerin in Erscheinung treten zu wollen, nun aber von einer Öffentlichkeit mit dem Anspruch der Intellektualität gequält zu werden, den sie nicht einlösen kann, -warum auch-, der aber auch den befragenden Medien weitgehend fremd ist.
- Ihr stellt man diese Frage ganz scharf und bissig spitz, dem Philosphen mit gesellschaftstheoretischem Wackelpudding im geistigen Gepäck, jedoch nicht! - Es stellen diese Frage sogar Leute, denen man nicht einmal eine intelligente Sportmoderation anvertrauen möchte, und man erkennt trotzdem sofort, sie, Gesine Lötzsch, kann da keine passenden Antworten geben.

"Organische Intellektuelle sind bei Gramsci, anders als ihre traditionellen Vorgänger, diejenigen, die jede Klasse oder Bewegung braucht, um die kulturelle Deutungsmacht zu erlangen.", schreiben Sie und darin steckt natürlich ein Hintersinn, der den Intellektuellen als Person wieder politisch machte, käme es so. - Nietzsche wurde politisch gemacht, intrumentalisiert. Marx und Co. wollten Politik machen, Gramsci auch.

Aber, Intellektuelle werden bei uns schon lange, beim Nachbarn Frankreich z.B. spätestens seit dem Ende Mitterands, in Österreich z.B. seit dem Tode Kreiskys, eher ungern politisch angehört und noch viel weniger liefern sie dort, oder bei uns, Programme der Deutungsmacht.

Noch viel seltener beteiligen sie sich politisch, auch, weil sie sofort in einem Programmkommissionsausschuss (unsere Sprache!), kaltgestellt würden.

Das größte Hindernis jedoch, ist die verkappte und lange tradierte intellektuelle Vorstellung, eher Hybris, ein Intellektueller könne in sich selbst so viel Wissen, Erfahrung und Verknüpfung anhäufen, dass aus dieser Masse tatsächlich eine menschenwürdige und vor allem, nicht einseitige und dogmatische, nämlich vom Einzelwillen des Intellektuellen gefärbte, Welterklärung, sondern viel mehr, eine politische Handlungsanweisung werden könnte.

Ein zweites, großes Hindernis ist die Versuchung, in Fragen der Gesellschaft ohne eine Diskursmoral auskommen zu wollen, die da lautet, zweifle an deinem Anspruch und prüfe die Fakten.

Liebe Grüße

Christoph Leusch

Joachim Petrick 14.01.2011 | 19:06

Ich ahne und vermute, Intellektuelle des Zuschnitts eines Peter Sloterdiyk haben sich, systemisch betrachtet, auf das "So als ob Spiel" der Politik mit ihren So als ob" Reformen in ihrer als "So als ob" Intellektuellen Attitütde eingefunden,
weil sie nirgends mehr wirklich ernst genommen, nicht einmal die Selbstzensur der "Inneren scheere" fürchten müssen.

Da kann Sloterdijk, intellektuell launig, die Medien Meute von Heute mit geschliffenen Begriffen wie "Staatskleptomanie" vor sich hertreiben, weil die gar nicht personell noch materiell bereit noch fähig sind, fundiert zu recherchieren, wer da über den Staat kleptoman, zu Lasten Dritter, sich ins vermögensnahe Fäustchen lacht.

Es sind ja eben nicht die Transferempfänger/inen auf Hartz IV Niveau die den Staat zu Lasten Dritter kleptoman übervorteilen. Nein, dass sind jene vermögensnahen Schichten, die den Staat kleptoman mit einem Subventionshaushalt an die 200 Milliarden €/anno (mindestens alles in allem doppelt so hoh wie der Sozialhaushalt) ausräubern, um stiften zu gehen, um asymmetrische Einkommensverhältnisse zu Lasten eines "Wohlstands für alle" festzuschreiben, über die Steuerpoltik, Steuersenkungen fordernd fördernd, zu weiten, wei ihnen steuerliche Subventionen noch nicht reichen.

Warum Sloterdijk bei all seinen exotischen Begriffs- Wanderungen, aber immer noch nicht den Pfad gefunden hat, einmal zu erörtern, warum wir nicht, statt sozialer Rechte für besondere Lebenslagen, wirtschaftliche Rechte nicht nur für die wenigen vermögenden sondern für alle in allen Lebenslagen fordern und fördern?, belibt bis ? sein Geheimnis..

Grundgütiger 16.01.2011 | 11:48

Wie Kapitalismus funktioniert, lehrt nicht nur das tägliche Leben, sondern auch die Lektüre des Freitag.
Beim Thema Sloterdijk wird meiner Meinung nach eine Menge hineingeheimnist.
Eine C14 Professur bietet ein auskömmliches Leben. Ich gehe davon aus, das Herr Sloterdijk sich in diesen Gehaltsregionen befindet.
Ich weiss nicht, was ihn dazu bewog,das Lied: "Haltet den Dieb" auf den Plattenteller zu legen, sein Einkommen, resp. seine Steuerlast, wird es nicht sein.
Spottlust? Langeweile als Rektor? Wäre er gern Spiritus Rektor?
Der Beifall kommt auf jeden Fall aus der vermuteten Richtung.
Wenn einer wie Sloterdijk Nietzsche bemüht, deutet das eher auf die Erhebung einer These in den Adelsstand, um so nicht ihre Gültigkeit beweisen zu müssen. Und es reibt sich so herrlich, wie hier zu lesen ist.
Wer fragt schon den König, warum bist du König?
Und so geraten die Hofschranzen in Verzückung, der Staat ist der Böse.
Endlich zeigt keiner mehr mit dem Finger auf die Banker, auf die Heuschrecken, auf die Outcourcer, Globalplayer.
Die zu Geld gekommen sind, weil der Staat sie ausbeutet. Oder?
Jetzt haben wir einen echten Philosophen, der unsere Meinung vertritt.
Würde jemand Herrn Ackermann auch diesen Schmonzes abnehmen?
Das FAZ Statement erhellt doch die Stossrichtung des Sloterdijk.
Die Solidarität des Menschen gehört abgeschafft!
An diesen kleinen Scheckfälscher auch nur einen philosophischen Gedanken verschwenden, geschweige denn Nietzsche zu bemühen, halte ich dann doch für ein wenig zuviel des Guten.
Sicher, Kleider machen Leute, aber den Pferdefuss kann man doch erkennen.

Hans Hirschel 16.01.2011 | 16:02

"Im 50. Jahr des Mauerbaus noch einmal „Wege zum Kommunismus“ beschreiten zu wollen, ist an politischer Dummheit kaum zu überbieten"

"Politisch dumm" mag Gesine Lötzsch Gerede über (reformistische) "Wege zum Kommunismus" sein. So wie das Aussprechen unbequemer Wahrheiten meist auch "politisch dumm" (oder zumindest riskant) ist. Intellektuell dumm oder gar unredlich wird das allerdings nicht durch den Versuch einer vorurteilsarmen Eörterung kommunistischer Perspektiven, sondern durch den rein politisch-taktischen Umgang damit. Und das gilt sowohl für die antikommunistischen Bastakommentare aller Coleur (ganz besonders Ekel erregend einmal wieder Sigmar Gabriel), sondern leider auch für Frau Lötzsch, die in ihrer Rede zum Programmkonvent der Linken ein Ende der "abgehobenen" Theoriedebatte forderte.

Zitat: "Was wollen wir mit dem Programm eigentlich? (...) Wollen wir mit dem Programm an der vordersten Front der Wissenschaft mitmischen und theoretische Durchbrüche erzielen? Wollen wir Grundsatzfragen, die die Linken seit Marx immer wieder diskutieren, neu formulieren, beantworten oder verwerfen? Oder wollen wir mit unserem Programm eine Diskussion in der Gesellschaft anstoßen, die unser Land grundsätzlich verändert? Ich meine: Ja, liebe Genossinnen und Genossen, das ist unsere Aufgabe.Natürlich freue ich mich auch immer wieder, wenn ich anregende wissenschaftliche Publikationen lese, doch das Grundsatzprogramm einer Partei ist weder Dissertation noch eine Habilitationsschrift, sondern dieses Programm soll ein Handbuch sein.Mit Handbuch meine ich allerdings nicht den Umfang, sondern den Charakter des Programms, nämlich die Handhabbarkeit. Und wir wissen alle, dass wir mit dem Wissen unserer Parteimitglieder ganze Enzyklopädien füllen und sogar Wikipedia übertreffen könnten, doch wir müssen nicht alles aufschreiben, was wir wissen."
die-linke.de/programm/programmkonvent/reden/die_linke_ist_und_bleibt_eine_100prozent_gerechtigkeitspartei/

Lötzsch und ihrer Linken fällt nicht eine riskante Formulierung auf die Füße sondern ihr eigener Antiintellektualismus und damit einer der wesentlichen - und meines Erachtens äußerst wenig kommunistischen - Untugenden des "realen Sozialismus"

Geistige Freiheit die wir heute brauchen äußert nicht in Distanz zum angeblich zum Mainstream gewordenem ökologismus (ha, schön wärs), in der Tat, sondern auch in der Fähigkeit, eine Dabatte über die Notwendigkeit (öko-)kommunistischer Formen des Weltwirtschaftens zu enttabuisieren.

Gruß Hans Hirschel
Siehe auch: hhirschel.wordpress.com/about/

Matthias Dell 17.01.2011 | 16:36

versteh ich nicht so ganz, was damit gewonnen ist, wenn man slotis thesen nicht als sachliche realitäten begreift, sondern als "ästhetisch geführten angriff auf den common sense". ist er eigentlich grafiker, der mit schönen buchstaben schöne textgrafiken zaubert? und könnte man diesem befund nicht auch jeden spinner nobilitieren, wenn der "ästhetische geführte angriff auf den common sense" einen solchen wert darstellt? und welchen common sense eigentlich - die vorstellung, dass man bei den sozialschmarotzern sparen muss und leistung sich wieder lohnen muss ist doch verbreitet wie nichts gutes

miauxx 17.01.2011 | 20:20

Ach was, Lötzsch fällt doch nicht ein (ihr) angeblicher "Antiintellektualismus" auf die Füße. Natürlich muss ein Parteiprogramm fasslich sein - und zwar gerade für den potentiellen Wähler. Der Linkspartei wird es "auf die Füße fallen", wenn sie nicht 'zu Potte' kommt. Und wenn Lötzsch ihrer Partei dazu rät, wie in den von Ihnen zitierten Worten, dann hat sie recht. Und zwar mit genau dieser Wortwahl. Und das hat doch mit "Intellektuellenfeindlichkeit" noch nichts zu tun.
Und nicht zuletzt war und ist die Linke (jetzt als Sammelbegriff) schon immer in ewiges Gerede über sich selbst verstrickt, was zuletzt immer nur dem Gegner nützte.
Und dieser schnalzt auch dieser Tage wieder mit der Zunge, dass Die Linke noch kein griffiges Programm präsentierte.

tearex 18.01.2011 | 01:09

Dieser Artikel wird weder Peter Sloterdijk noch Gesine Lötzsch gerecht. Es fehlt ihm schlicht an der Sache, die sein Thema sein sollte - an intellektuellem Niveau. Der Autor ergeht sich in beiden Fällen in wohlfeiler Empörung, nach dem Motto "Das tut man nicht!". Inhaltliche Auseinandersetzung findet dagegen nicht statt.

Man kann Sloterdijk (der nun mal ein Philosoph ist, kein Volkswirtschaftler) nicht auf seine amateurhaften Wirtschaftsthesen reduzieren, und diese machen ja auch nicht den Kern seines Werkes aus. Zum Beispiel sein Buch "Du musst Dein Leben ändern" habe ich nämlich auch als Linker durchaus mit Gewinn gelesen. Wer als Linker die Welt ein bisschen vollkommener machen will, dem schadet es sicher auch nichts, sich selbst in die Vervollkommnung mit einzubeziehen. Und wer das nicht naiv, sondern informiert tun will, der kann sicher schlechtere Bücher kaufen als dieses.

Ebenso wenig wird man Lötzschs Intention auch nur annähernd gerecht mit diesem "Sie hat Kommunismus gesagt, sie hat Kommunismus gesagt" Geschrei. Einen vom Stalinismus (und Leninismus) unberührten Sozialismus mag es in der Tat nicht geben - einen durch böse Erfahrung von diesen Entartungen sehr bewusst geheilten Sozialismus, einen Sozialismus, der zu warten weiß, der verstanden hat, dass nicht "die Kraft des Willens" sondern nur die sich weiter entwickelnde Wirtschaft den Kapitalismus zu seinem Ende führen kann, einen Sozialismus der oligarchische "Vorhut"-Parteidiktaturen nicht als "Diktatur des Proletariats" verkauft, gibt es aber durchaus.

Peter Nowak 19.01.2011 | 02:09

Es ist an der Zeit, den kommenden Kommunismus nicht nur zu diskutieren sondern auch in praktischen Alltagskämpfen die Grundlagen dafür zu schaffen. Die Zeit ist überreif, denn der Kapitalismus hat abgewirtschaftet, soziale Bewegungen aber benötigen eine kommunistische Zuspitzung, wenn sie nicht den kapitalistischen Normalzustand nur bestätigen wollen.
Das die Berliner Mauer nichts mit Kommunismus zu tun, weiß auch Albrecht Lucke, es ist nur eine Anbiederung an den deutschen Konsens, wenn er in dem Artikel so tut, als wüßte er es nicht. Die Mauer war eine notwendige Folge der deutschen Verbrechen des Nationalsozialimus. So lang sie stand, mussten die Opfer Deutschlands wenger Angst haben. Das halt die Welt fast 30 Jahre erträglicher gemacht. Mit Kommunismus aber hat dass nichts zu tun. Da geht es einfach um die vernünftige Gestaltung einer Gesellschaft mit all ihren heutigen durch die Produktivkräfte erzeugten Möglichkeiten.
Darüber wird am Wochenende im Berliner Mehringhof diskutiert:
Mehr dazu: www.trend.infopartisan.net/trd1210/t501210.html

Dreamtimer 23.01.2011 | 14:37

"Da kann Sloterdijk, intellektuell launig, die Medien Meute von Heute mit geschliffenen Begriffen wie "Staatskleptomanie" vor sich hertreiben, weil die gar nicht personell noch materiell bereit noch fähig sind, fundiert zu recherchieren, wer da über den Staat kleptoman, zu Lasten Dritter, sich ins vermögensnahe Fäustchen lacht."

Diebstahl bleibt Diebstahl, ob die Leute nun an den Staat als Robin Hood glauben oder als den Diener des Kapitals. Das ist ganz irrelevant für das Verhältnis des Staates zu seinen Bürgern.