Mirna Funk
Ausgabe 0714 | 14.02.2014 | 08:00 110

Die Barbie-Feministinnen

Debatte Sie sind jung und westdeutsch, außen Feministin, innen leider Barbie – und ignorieren die Realität vieler Frauen, die längst emanzipiert leben

Vor drei Wochen fuhr ich nach Friedrichshain, um dort zwei Sessel einzusammeln, die ich auf eBay ersteigert hatte. Eine Frau, ungefähr so alt wie ich, öffnete die Tür zu ihrer ziemlich, nun ja, unaufgeräumten Wohnung, während sich ihr kleines Kind hinter ihren Beinen versteckte. Charlotte war Anfang der Nullerjahre aus Baden-Württemberg nach Berlin gezogen und so, als bekäme sie selten Besuch, begann sie von ihrem Leben zu erzählen. Sie hatte ein bisschen Afrikanistik studiert, weil ihr erster Freund aus dem Senegal stammte und nachdem die Beziehung zu Ende war, brach sie das Studium ab, um daraufhin alle zwei Jahre das Fach zu wechseln. Nun stand sie kurz vor ihrem ersten Abschluss in Grafikdesign.

In allen Einzelheiten beschrieb sie ihren harten Alltag: Die Professoren behandelten sie nicht gleichberechtigt; die affektierten Kommilitoninnen waren alle anorektisch und den Vater ihrer Tochter hatte sie aus der Wohnung werfen müssen, weil der nicht aufräumen wollte. Dieses chauvinistische Arschloch. Dabei fehlte es Charlotte doch selbst ein wenig an Ordnungssinn. Sie fand, ihr Leben war das Ergebnis der Jahrtausende alten männlichen Vorherrschaft. Sie wohnt ja auch in einem Mietshaus, das ihrem Vater gehörte. Dass ihr Exmann, ein Schriftsteller, sie finanziell nicht unterstützen könne und dass sie deswegen arbeiten müsse, sich um ihr Kind kümmern und nicht mehr frei war, sah sie als Beweis für die fundamentale Unterdrückung der Frau in unserer heutigen Gesellschaft.

Charlottes Sicht auf die Welt ist mir fremd. Auch wenn sie mich an viele westdeutsche Frauen erinnert, die ich kenne. Sie halten sich für Vorzeigefeministinnen und führen dennoch Debatten, die mich an die achtziger Jahre erinnern. Ich nenne sie Barbie-Feministinnen: außen Feministin, innen Barbie. Meine Sozialisation ist anders als ihre. Ich komme aus Ost-Berlin, einer Realität, in der Dreiviertel aller Mütter Vollzeit arbeiten. Aus Ostdeutschland, in der der sogenannte Pay Gap zwischen Mann und Frau gerade einmal acht Prozent beträgt. Auch, wenn seit dem Mauerfall mittlerweile 25 Jahre vergangen sind, gibt es noch immer viele offensichtliche Unterschiede. Verständlich. Schließlich ist die Realität ostdeutscher und westdeutscher Frauen nach wie vor nicht gleich.

Doch die Diskussionen hierzulande blenden das vollständig aus. So als hätte es nie etwas anderes gegeben als die Erfahrung, in einem Reihenhaus in der Vorstadt aufzuwachsen, wo der Vater als Alleinverdiener seine Frau und die drei Kinder unterstützt, die in einem gesunden Abstand von zwei Jahren aus der Gebärmutter gepresst wurden. Aber da gab es etwas anderes! Es gab ein Land, in dem die Gleichstellung von Mann und Frau ernsthaft gelebt wurde. Aus diesem Land komme ich und die aktuellen Debatten, die sich mit Kindererziehung oder Sexismus beschäftigen, rufen in mir ein tiefes Unwohlsein hervor.

Ein neuer Typus Frau

Warum? Weil sie Fragen aufwerfen und Rechte diskutieren, die in meiner Welt längst beantwortet und ausgehandelt sind. Sie kämpfen einen Kampf, den ich als gewonnen betrachte. Viele weibliche Heroinen haben diesen Kampf um Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung für Charlotte und alle anderen Frauen dieser Welt gekämpft. Dass diese errungenen Rechte nicht als selbstverständlich gelebt werden können, ist das eigentliche Problem. Dabei wird einem völlig unmächtigen Gegner Macht verliehen, die ihm doch eigentlich schon längst entzogen wurde.

Für mich steht Charlotte für einen neuen Typus Frau, der zwar glaubt, in die Fußstapfen Alice Schwarzers zu treten, dabei aber scheinbar völlig unwissend dem eigentlich verhassten Patriarchat zuarbeitet. Mit einem lilafarbenen Emma-T-Shirt bekleidet, polemisieren diese Frauen wild im konservativen Feuilleton herum und behaupten so Unglaubliches, wie, dass Familie und Beruf, Kinder und Karriere nicht zu vereinbaren seien, anstatt es einfach zu tun.

Zum Beispiel Antonia Baum. In einem in der FAS erschienenen Artikel erörtert sie, warum sie weder Vollzeitmutti noch Karrierefrau werden kann: „Ich sehe die Frauen, die Kinder und Karriere unter den sogenannten einen Hut zu bekommen versuchen: ihre müde Haut und der darauf abgedruckte Terminkalender. Ich sehe das und möchte in die „Komfort-Zone“ desertieren, ... wenngleich der Wille zum Flüchten ein Wunsch bleibt, denn irgendwoher muss ja das bescheuerte Geld kommen, und irgendwie muss man sich ja erhalten.“ Oder Silke Burmester, die in einem Text mit der kämpferischen Überschrift „Frauen vereinigt euch!“ schreibt: „Als Journalistin Karriere zu machen, ist ganz einfach: Man darf keine Kinder bekommen. Jedenfalls nicht solche, um die man sich zu kümmern braucht.“ Wenn ich das lese, habe ich das Gefühl, Antonia Baum und Silke Burmester stehen sich vor allem selbst im Weg.

Weil man als moderne Frau heute feministisch zu sein hat, wird alles, was in Wirklichkeit nichts anderes als die Denkfehler der westdeutschen Sozialisation sind, als moderner Feminismus verkauft. Bei genauerer Betrachtung erkennt man allerdings, dass patriarchalische Denkmuster sehr stark verinnerlicht wurden. Ähnliches gilt für Kristina Schröder, die ihr Amt als Familienministerin nicht mehr weiterführen wollte, um mehr Zeit mit ihrer Familie zu verbringen. Für ihre Nachfolgerin Manuela Schwesig ist Mutter und Ministerin zu sein kein Problem. Ihr Mann arbeitet zu Hause in Schwerin halbtags und kümmert sich um das Kind. Schwesig ist eine von vielen Frauen, die ohne müde Haut Beruf und Familie vereinbaren können; die nicht arbeiten gehen, um sich teure Sache zu kaufen, sondern weil sie lieben, was sie tun. Sie sind Mutter, Business-Frau und Partnerin. Und dieses Zusammenspiel macht sie überhaupt erst glücklich und vollkommen.

Unemanzipiertes Geplänkel

Alles, was aktuell unter dem Deckmantel einer Feminismusdebatte erörtert wird, ist für mich unemanzipiertes Geplänkel. Dazu gehört zum Beispiel auch das #Aufschrei-Spektakel. Ich hätte Herrn Brüderle eine Äußerung zu meinen Brüsten durchaus zugestanden. Ich hätte ihm liebevoll über sein lichtes Haupthaar gestreichelt und freundlich gesagt: „So wird das doch nichts, Schnuppi!“

Ich sehe mich als Subjekt. Und dazu gehören ein Leib und eine Seele. Wer mein Äußeres begutachtet, entwertet nicht im selben Moment mein Inneres. Wer sich aber selbst als Objekt begreift, der erlebt jede Äußerung bezüglich der eigenen Körperlichkeit selbstverständlich als Beweis für das Fehlen einer Seele. Die vermeintliche Reduktion beginnt im eigenen Kopf. Ein Subjekt weiß um die Komplexität des eigenen Seins. Ein Subjekt hätte in dem berühmten #Aufschrei-Augenblick lediglich den tumben Versuch einer Annäherung von einem jenseits der Midlife-Crisis stehenden Mann erkannt.

Ich komme aus einem Land, in dem die Frau ein weitaus größeres Recht auf Selbstbestimmung hatte. Während die Anti-Babypille, die wie kein anderes Medikament für die sexuelle Freiheit der Frau steht, 1956 in der DDR kostenlos verteilt wurde, ließ die Vermarktung in Westdeutschland noch weitere fünf Jahre auf sich warten. Dazu kommt, dass Ost-Frauen durch ihre Erwerbstätigkeit nicht vom Mann abhängig waren. Eine alleinerziehende Mutter – ob das nun eine ideale Situation ist, sei dahin gestellt – konnte sich selbst und ihr Kind ernähren.

Bis heute arbeiten in Westdeutschland nur 24 Prozent aller Mütter Vollzeit. Das heißt, 76 Prozent sind weiterhin von einem Mann abhängig! Diese fehlende Autonomie kreiert ein extrem ungesundes Machtverhältnis. Eine Frau ordnet sich darin nicht unter, sie droht auch, wenn die Beziehung bröckelt, aus ihrem Sicherheitsnetz zu fallen. Sexuelle Selbstbestimmung oder ein freier Wille müssen so auf der Strecke bleiben.

In die Rolle des Täters

Jahrhundertelang wurde die weibliche Sexualität entwertet und unterdrückt. Die Antwort auf die Unterdrückung ist nicht, du darfst mich nicht begehren, sondern: Auch ich begehre im gleichen Maße wie du! Auch ich habe Wünsche und Bedürfnisse, die ich aufgrund meiner Unabhängigkeit äußern kann. Genau dann würde sich theoretisch das Moment der Gleichstellung offenbaren. Das Gegenteil aber ist der Fall: Die moderne Feministin begibt sich häufig in die Rolle des Täters und tut dem Mann das an, was ihr widerfahren ist. Das patriarchalische Verbot, weibliche Lust zu leben, wird nun in ein matriarchalisches Verbot, männliche Lust zu leben, umgewandelt. Der Aufschrei lautet: Ich bin kein sexuelles Wesen, und du darfst es auch nicht sein!

Ich verstehe das Dilemma, in dem sich so viele Frauen aus Westdeutschland befinden. Ich möchte aber nicht, dass dieses Dilemma zum Status quo erklärt wird. Ähnliches gilt für Äußerungen von Männern, die sexuell befreite Frauen als Schlampen oder Huren bezeichnen. Die Erkenntnis, dass solche Äußerungen lediglich das Fehlen des Intellekts widerspiegeln, scheint nach wie vor nicht etabliert. Wer auf solche Bemerkungen ernsthaft eingeht und zum gemeinschaftlichen Kampf aufruft, der lässt zu, dass längst manifestierte Wahrheiten erneut zur Diskussion stehen dürfen. Eine Frau, die sich selbst nicht als Schlampe empfindet, weil sie eine befreite Sexualität lebt, muss sich auch nicht rechtfertigen. Eine solche Frau lebt selbstverständlich, was längst selbstverständlich sein sollte.

Die Barbie-Feministinnen unterwandern ein eigentlich fortschrittliches System. Der Feind sitzt in ihnen selbst und davor habe ich mehr Angst, als vor einem trotteligen Chef, der mir auf den Hintern starrt. Dieser Mann ist nicht mein Feind. Keiner behandelt mich als Mensch zweiter Klasse, keiner zahlt mir weniger, keiner lässt mich mit meinem Kind allein und fordert, dass ich auch noch das Geschirr in die Spülmaschine stelle. Weil ich den anderen nicht als Mensch zweiter Klasse begegne. Und wenn es mir doch irgendwann einmal passieren sollte, dann antworte ich ihnen mit einem lauten Schweigen. Dieses Schweigen lässt das Gesagte unbeantwortet. Ohne Antwort gibt es keine Anerkennung. Das Gesagte verliert sich bedeutungslos im Raum.

Zufällig vor ein paar Tagen versuchte mich ein Malermeister in seinem Fiat Punto am Kottbusser Tor zu überholen und fuhr dabei in meinen linken Kotflügel. Als die Polizei kam, fuchtelte der Mann aufgeregt herum und behauptete, dass ich mich aufgrund meiner unsicheren Fahrweise, die möglicherweise mit meinem Frausein zu tun hat, zwischen zwei Fahrstreifen bewegt hatte und die Schuld des Unfalls bei mir zu suchen sei. Die Barbie-Feministin hätte in diesem Moment eine Spraydose aus ihrem Kofferraum gezerrt und #Aufschrei auf den Kleinwagen gesprüht.

Ich konnte in diesem Mann kein chauvinistisches Schwein erkennen. Alles, was ich sah, war pure Verzweiflung, während ich an meinem alten Porsche lehnte, den mir weder mein Vater vererbt, noch ein Geliebter geschenkt hatte. Ich verdiene nicht nur mehr als der Fiat-Fahrer, habe auch einen höheren Bildungsgrad und werde ihn mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit überleben, obwohl er jünger ist als ich. Das ist meine Realität. Und es ist die Realität sehr vieler Frauen, die längst emanzipiert leben.

Mirna Funk wurde 1981 in Ost-Berlin geboren. Sie studierte Philosophie und Geschichte an der Humboldt Uni. Sie ist eine Urenkelin des Schriftstellers Stephan Hermlin


AUSGABE

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 07/14.

Kommentare (110)

tlacuache 14.02.2014 | 08:38

Die Madels die ich in den 70ern zwischen Kiel und München kennengelernt habe und die Frauenhäuser gegründet haben damit sie der Alte nicht mehr so verhaut hatten in den 80ern mit Mühe einen Fiat Panda.

Ich finde ihre Initiative gut, Frau Funk, man sollte denen endlich einen Zugang zum Porschemuseum verschaffen.

Realitäten sind da zum Beispiel dass sich die FrauenhausgründerInnen um Ihre Rente beschissen fühlen.

Es ist schön, dass sich emanzipierte Frauen 2014 Sessel in E-Bay ersteigern können, nicht zu vergessen:

..."Ebay machts wie Schlecker" (2010)...

kath 14.02.2014 | 08:53

Zunächst einmal: Ich mag Artikel, die polemisch unplausibel um die Ecke kommen und mich in die Streitlust treiben. Danke dafür.

Nichtsdestotrotz. Ich kann leider nur einige Punkte nennen, die mir unklar bis bemüht bis falsch erscheinen.

Der Artikel scheint mir ein uninspirierter Kampf der Sozialisationen zu sein. Und wie wir seit Bourdieu wissen, und damit auch die Autorin, denn ihr Bildungsstand überragt den des Malermeisters um Längen, ist das weniger der Verdienst des einzelnen Individuums als das seiner Familie, seines Umfeldes, seiner Herkunft. Sollen wir jetzt die westdeutschen Barbies dafür beschuldigen im "falschen" Land geboren zu sein? Stimmt, es lag in ihrer Hand. Sozialisation und Herkunft und Entwicklung ist nicht zu verwechseln mit der DIY Anleitung für den neuen Wohlfühlgegenstand.

Ein anderer Punkt: Aus der Sicht der Autorin, oder besser, in ihrer Welt sind die Kämpfe längst gefochen, das System längst optimal fortschrittlich. Wenn aber nun hunderte Barbie Feministinnen dieses bestreiten muss man sie in ihren Konstruktionen von Welt und auch von Konflikten ERNST nehmen. Wenn etwas als Problem wahrgenommen und formuliert wird, und das nicht nur als Einzelerscheinung am Rande, sollte man sich den Respekt abringen, dieses vorurteilsfrei zu betrachten.

Im Abgang verkürzt: Um gesellschaftlich relevant diskutieren zu können, muss man Seine Welt mal links liegen lassen. Aussagen wie "in meiner Welt ist das längst kein Problem mehr" sind wenig fruchtbar für eine nachhaltige Diskussion - ja schön für dich.

Desweiteren: Wer sind wir, Denkfehler einer Sozialisation ausmachen zu können. Vielleicht sollten wir sagen, es ist dort anders als dort, aber schlechter und besser ist vermessene Arroganz.

Grüße!

kath 14.02.2014 | 08:53

Zunächst einmal: Ich mag Artikel, die polemisch unplausibel um die Ecke kommen und mich in die Streitlust treiben. Danke dafür.

Nichtsdestotrotz. Ich kann leider nur einige Punkte nennen, die mir unklar bis bemüht bis falsch erscheinen.

Der Artikel scheint mir ein uninspirierter Kampf der Sozialisationen zu sein. Und wie wir seit Bourdieu wissen, und damit auch die Autorin, denn ihr Bildungsstand überragt den des Malermeisters um Längen, ist das weniger der Verdienst des einzelnen Individuums als das seiner Familie, seines Umfeldes, seiner Herkunft. Sollen wir jetzt die westdeutschen Barbies dafür beschuldigen im "falschen" Land geboren zu sein? Stimmt, es lag in ihrer Hand. Sozialisation und Herkunft und Entwicklung ist nicht zu verwechseln mit der DIY Anleitung für den neuen Wohlfühlgegenstand.

Ein anderer Punkt: Aus der Sicht der Autorin, oder besser, in ihrer Welt sind die Kämpfe längst gefochen, das System längst optimal fortschrittlich. Wenn aber nun hunderte Barbie Feministinnen dieses bestreiten muss man sie in ihren Konstruktionen von Welt und auch von Konflikten ERNST nehmen. Wenn etwas als Problem wahrgenommen und formuliert wird, und das nicht nur als Einzelerscheinung am Rande, sollte man sich den Respekt abringen, dieses vorurteilsfrei zu betrachten.

Im Abgang verkürzt: Um gesellschaftlich relevant diskutieren zu können, muss man Seine Welt mal links liegen lassen. Aussagen wie "in meiner Welt ist das längst kein Problem mehr" sind wenig fruchtbar für eine nachhaltige Diskussion - ja schön für dich.

Desweiteren: Wer sind wir, Denkfehler einer Sozialisation ausmachen zu können. Vielleicht sollten wir sagen, es ist dort anders als dort, aber schlechter und besser ist vermessene Arroganz.

Grüße!

Romy Reimer 14.02.2014 | 09:22

Der Artikel von Frau Funk ist nicht uninteressant. Gleichwohl reichen m.E. persönliche Beobachtungen oder Erfahrungen nicht aus, um ein fundiertes Urteil zur Stellung u.a. der Frauen in der Gegenwartsgesellschaft abzugeben. Um nur ein Bsp. zu nennen: Wären wir mit der Gleichstellung tatsächlich so weit, wie es Frau Funk suggeriert, dann bräuchten wir uns keine Gedanken darüber zu machen, dass über 80% der Beschäftigten in den schlechtbezahlten und wenig gesellschaftliche Anerkennung genießenden Pflegeberufen Frauen sind. Es ist schlichtweg naiv die gesellschaftlichen Bedingungen individueller Freiheit außer Acht zu lassen und so zu tun, als würde es nur auf die emanzipierte Haltung des Subjektes ankommen. Sinnvoller wäre es bspw. zu diskutieren, inwiefern die moderne Arbeitsgesellschaft den Erfordernissen von Lebens- bzw. Fürsorge ausreichend Raum gibt, ob durch die Übenahme von Pflege- und/oder Betreuungsverantwortung berufliche und/oder ökonomische Nachteile entstehen , warum Sorgeverantwortung zunehmend an MigranntInnen delegiert wird und auf wessen "Rücken" diese vermeintliche Emanzipation der i.d.R. gut situierten westlichen Mittelschichtsfrauen ggf. ausgetragen wird.

Ramses2 14.02.2014 | 10:39

Als ich gestern in die Printausgabe vor mir hatte war ich gespannt: "Oh, ein Beitrag zum feministischen Diskurs". Was mich dann jedoch erwartete war eher grotesk. Hier wird kein Beitrag zur Diskussion geleistet, sondern unverholen die eigenen Leistungen hochgehalten.

Igonriert wird die Tatsache, dass nicht allein der sog. Gender-Pay-Gap für gesellschaftliche Ungleichheit verantwortlich ist. Sonst wäre jawohl die DDR ein feministisches Paradies gewesen. Seltsam nur, dass dort die politische und wirtschaftliche Entscheidungselite hauptsächlich männlich war. Und überhaupt ist mit der Möglichkeit für Frauen in Lohn & Brot zu sein noch lange nicht die männerdominierte Kultur aufgebrochen. Viel eher kann man heute wieder beobachten, dass das Doppelverdienermodell vor allem für Frauen die Belastung erhöht.

Einem bleibt hier nur Frau Funk zu gratulieren was für einen tollen Lifestyle sie pflegt, was für eine schönes (selbstverdientes!) Auto sie fährt und was für eine selbstbewusstes Person sie ist. Tatsächlich kann man soetwas eigentlich nur allen Frauen und Männer wünschen und dabei hoffen, dass die Schlüsse, die sie aus ihrer Situation ziehen andere sind. Etwa solche, die anderen Menschen Mut machen sich gegen Diskriminierung, Sexismus und sexualisierte Gewalt zu wehren.

Dass ein solcher Artikel das Titelblatt ziert, zeigt einmal mehr, dass der Freitag zum Thema Feminismus nur selten Substanzielles beizutragen hat. Allein Frau Baureithel ist da eine Ausnahme, die Hoffnung auf mehr macht...

Grüße

r2

Ramses2 14.02.2014 | 10:40

Als ich gestern in die Printausgabe vor mir hatte war ich gespannt: "Oh, ein Beitrag zum feministischen Diskurs". Was mich dann jedoch erwartete war eher grotesk. Hier wird kein Beitrag zur Diskussion geleistet, sondern unverholen die eigenen Leistungen hochgehalten.

Igonriert wird die Tatsache, dass nicht allein der sog. Gender-Pay-Gap für gesellschaftliche Ungleichheit verantwortlich ist. Sonst wäre jawohl die DDR ein feministisches Paradies gewesen. Seltsam nur, dass dort die politische und wirtschaftliche Entscheidungselite hauptsächlich männlich war. Und überhaupt ist mit der Möglichkeit für Frauen in Lohn & Brot zu sein noch lange nicht die männerdominierte Kultur aufgebrochen. Viel eher kann man heute wieder beobachten, dass das Doppelverdienermodell vor allem für Frauen die Belastung erhöht.

Einem bleibt hier nur Frau Funk zu gratulieren was für einen tollen Lifestyle sie pflegt, was für eine schönes (selbstverdientes!) Auto sie fährt und was für eine selbstbewusstes Person sie ist. Tatsächlich kann man soetwas eigentlich nur allen Frauen und Männer wünschen und dabei hoffen, dass die Schlüsse, die sie aus ihrer Situation ziehen andere sind. Etwa solche, die anderen Menschen Mut machen sich gegen Diskriminierung, Sexismus und sexualisierte Gewalt zu wehren.

Dass ein solcher Artikel das Titelblatt ziert, zeigt einmal mehr, dass der Freitag zum Thema Feminismus nur selten Substanzielles beizutragen hat. Allein Frau Baureithel ist da eine Ausnahme, die Hoffnung auf mehr macht...

Grüße

r2

heutenicht 14.02.2014 | 12:47

Der Artikel hat mich etwas ratlos zurückgelassen. Er greift ein Problem auf, stößt aber in etwa in das Horn von Stefan Schulz, der auf faz.net auf den kritisierten Artikel von Antonia Baum in ähnlichem Tenor geantwortet hat („Ihr wollt Kinder? Dann kriegt sie doch!“). Sind also die Frauen, die sich nicht gleichberechtigt fühlen oder die Angst haben, eine Familie zu gründen, nur zu weinerlich? Mag sein, dass das auf manche zutrifft, gerade aus den genannten Milieus der behüteten Reihenhäuser mit Erbschaftsgarantie. Die Ostzeiten habe ich in etwas anderer Erinnerung. Manches war durchgesetzt, was im Westen erst viel später kam. Aber die Schaltstellen auf Entscheidungsebene waren doch fest in Männerhand. Zudem fand Gleichberechtigung auf der Familienebene nach meiner (nicht repräsentativen) Erfahrung nur marginal statt. Frauen durften arbeiten und sich einbringen und hatten dazu noch den Großteil der Familienarbeit am Hals, Stichwort „Haushaltstag“. Wie schon weiter oben in Kommentaren angemerkt wurde, geht es darum, Strukturen zu ändern (z.B. auf dem Arbeitsmarkt); stattdessen werden systemische Fehlkonstruktionen ausgeblendet und dem Individuum angelastet, das sich doch bitte mal zusammenreißen möge.

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Ehemaliger Nutzer 14.02.2014 | 12:51

Viel geschrieben und eine verständliche Position. In seiner Betrachtung aber auch einseitig, wenn auch aus anderer Warte.

Ich bin selbst in der DDR aufgewachsen, sie war in Sachen Gleichberechtigung der Zeit sicher voraus, aber doch weit vom Land gleichberechtigter Glückseligkeit entfernt.

Nicht nur, dass die Vollerwerbstätigkeit der Frau mehr aus Not heraus (grottige Produktivität der Planwirtschaft) stattfand, die Vollzeit-Kindererziehung hatte auch klar die Absicht den sozialistischen Menschen möglichst früh und unbeeinflußt vom Elternhaus formen zu können.

Hausarbeit blieb meist trotzdem bei den Frauen hängen (ich kenne persönlich viele, bei denen das so war), die sich wie gewohnt auch zu wenig dagegen wehrten. Das muss nicht ungerecht sein, wenn der Mann anderen Pflichten nachkommt und nicht vor dem Fernseher abhängt, was aber leider zu oft der Fall war.

Die Einkommenslücke war oft auch deshalb kleiner oder nicht vorhanden, weil man Frauen in technische Berufe drängte. Die diese überall auf der Welt mehrheitlich meiden, wenn sie können.

Und liebe Frau Funk, haben Sie Kinder? Ich habe die Kindergärten gehasst, in die ich zu DDR-Zeiten musste. Ich hatte Glück, da meine Mutter sich dem allgegenwärtigen Druck widersetzte und schlussendlich zuhause blieb um uns zu erziehen. Eine Seltenheit, die wir mit finanziellen Entbehrungen bezahlen mussten. Und warum bekommt man Kinder, wenn man sie dann komplett weggibt?

Natürlich werden alle behaupten, die DDR-Erziehung hätte ihnen nicht geschadet. Aus meiner Warte als gesellschaftlicher Außenseiter entspricht das aber nicht der ganzen Wahrheit. Ich lebe mittlerweile lieber im Westen.

"Bis heute arbeiten in Westdeutschland nur 24 Prozent aller Mütter Vollzeit. Das heißt, 76 Prozent sind weiterhin von einem Mann abhängig!"

Das ist ein Fehlschluß.

1) kann man unabhängig sein und nicht voll arbeiten

2) können beide Teilzeit arbeiten

3) ist Abhängigkeit in Familien Normalität, die Frage ist, wie man sie im Interesse aller Mitglieder möglichst optimal organisiert

Maria Bach 14.02.2014 | 12:57

Lautes Schweigen Hat der Freitag jetzt eine neue Rubrik "Lifestyle & Beauty"? Wenn die Autorin so wischi waschi oberflächlich ihre Wohnung putzt, wie sie ihre Artikel verfasst, dann kann es bei ihr, nun ja, doch auch nicht ganz sauber sein. Aber was soll schon dabei herauskommen, wenn eine Barbie aus ihrem leeren Nähkästchen plaudert ...

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Ehemaliger Nutzer 14.02.2014 | 13:57

{Ich verdiene nicht nur mehr als der Fiat-Fahrer, habe auch einen höheren Bildungsgrad und werde ihn mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit überleben, obwohl er jünger ist als ich. Das ist meine Realität. Und es ist die Realität sehr vieler Frauen, die längst emanzipiert leben.}

Ja, viele begreifen ihren sozialen Aufstieg als Emanzipation... :-)

Und wenn man das so sehen will, ist es das auch irgendwie.

Aber in der "Realität vieler Frauen", die systemkonform reussieren, fehlt häufig auch jener Schuss innerer Lebensqualität, den ein äußeres Statussymbol niemals ersetzen kann. Was nicht weiter "schlimm" ist, sofern die innere Automatik erfindungsreich das substituiert, was ihr als Original abhanden gekommen ist...

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Ehemaliger Nutzer 14.02.2014 | 13:59

{Ich verdiene nicht nur mehr als der Fiat-Fahrer, habe auch einen höheren Bildungsgrad und werde ihn mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit überleben, obwohl er jünger ist als ich. Das ist meine Realität. Und es ist die Realität sehr vieler Frauen, die längst emanzipiert leben.}

Ja, viele begreifen ihren sozialen Aufstieg als Emanzipation... :-)

Und wenn man das so sehen will, ist es das auch irgendwie.

Aber in der "Realität vieler Frauen", die systemkonform reussieren, fehlt häufig auch jener Schuss innerer Lebensqualität, den ein äußeres Statussymbol niemals ersetzen kann. Was nicht weiter "schlimm" ist, sofern die innere Automatik erfindungsreich das substituiert, was ihr als Original abhanden gekommen ist...

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Ehemaliger Nutzer 14.02.2014 | 14:40

Erfreulich!

Es freut mich wirklich mal etwas über Feminismus - von einer Feministin - zu lesen, dass realitätsnah und sich vor allem nicht in jedem zweiten Satz widerspricht.

Barbie-Feministen sind das Eine, doch es gibt eben auch die Opportunisten. Die sind clever genug um zu verstehen wie unlogisch sie argumentieren, doch diese (Burmester und Konsorten)bestimmen ja mittlerweile die Debatte wenn es um Feminismus geht. Für diese Leute geht es in erster Linie um Jobs und Subventionen.

Ein Kritikpunkt habe ich: Sie sagen dass es für Schwesig kein Problem sei Familie und Beruf zu vereinbaren, aber eben nur weil der Mann halbtags arbeitet. Doch daran sehen Sie erstaunlicherweise etwas Modernes. Wieso? Es ist doch das Gleiche was so viele haben nur in umgekehrten Rollen.

Und bitte sagen Sie nichts gegen den #Aufschrei. Diese ganze Sache vor einem Jahr hat mich erst Aufmerksam gemacht was bei den Feministen/Genderinnen vorgeht und mich zum erbitterten Feind diesser Ideologie/Sekte gemacht..

Ich befürworte solche Aktionen, damit der normale Bürger versteht mit wem er es da zu tun hat.

Alica 14.02.2014 | 15:15

In diesem Artikel wird doch lediglich wieder Bascha Mikas These von der „Feigheit der Frauen“ neu aufgekocht. Statt Frauen, die ihre berufliche Karriere nicht weiter verfolgen um sich der Kindererziehung zu widmen, Feigheit zu unterstellen, wird das in diesem Artikel eben „Barbie-Allüren“ genannt. Solche simplen Erklärungsansätze bestätigen jedoch vor allem eines: die allgemeine Tendenz, dass persönliche Erfolge, was in diesem Fall wohl „emanzipierte Frau“ bedeuten soll, inneren Ursachen (wirtschaftliche Unabhängigkeit aufgrund eigener Fähigkeiten und Fertigkeiten) entspringt und persönliche Misserfolge äußeren Umständen (unzureichende Strukturen, die es jeder Frau ermöglicht, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen) zugeschrieben wird.

Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen.

Wer einen anstrengenden Beruf hat, der große Flexibilität erfordert und zudem noch einen Partner, dem/der es gleich ergeht, hat es einfach schwer, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen.
Denn Kinder wollen auch zu ihrem Recht kommen und sind von daher nicht weniger anstrengend als Erwerbsarbeit.
So lange Berufstätigkeit für Eltern nicht flexibel gestaltet werden kann, wird es weiterhin ein Problem bleiben, dass beide Elternteile voll berufstätig sein und "Karriere machen" können. Und an diesem Punkt ist es eben oftmals entscheidend wer von beiden das höhere Einkommen hat. Das ist in vielen Fällen immer noch der Mann. Nicht zuletzt deshalb, weil „Mann-Sein“ bis heute mit beruflichen Erfolg aka hohem Verdienst gleich gesetzt wird.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf - Geht alles gar nicht!

Der Kommentar wurde versteckt
CatOnMars 14.02.2014 | 16:02

Zu Ihrem Artikel gäbe es vieles zu sagen (positiv und negativ), für das wichtigste halte ich aber dies:

Es ist ja schön, Frau Funk, dass Sie als gebildete, finanziell unabhängige, vermutlich weiße Frau die Emazipation für sich als abgeschlossen betrachten. Es gibt jedoch eine Menge Frauen*, die diese Privilegien nicht haben. Gleichberechtigung egal welcher Art ist vor allem für diejenigen, die sich nicht wehren können.

P.S.: Und nur weil man sich wehren kann, sollte man es nicht müssen.

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Ehemaliger Nutzer 14.02.2014 | 16:23

vielleicht interessiert dich ja auch dies:

Aber als ich vorhin fragte, welchen Erkenntnisgewinn Gender Studies bietet, kamen bis auf eine Ausnahme nur Beleidigungen und Anfeindungen rein.

Ist Gender Studies so ein tristes Fach? Gibt es da nicht eine positive Sache, die man mal nennen könnte?

Mein persönlicher Eindruck ist, dass Gender Studies im Kern keine Wissenschaft ist, weil Kernthesen wie "Geschlechtsidentität ist kulturell und nicht biologisch" nicht falsifizierbar sind. Aber das schrieb ich vorhin nicht. Ich schrieb eigentlich überhaupt nichts Negatives über Gender Studies. Aber die Teilmenge meiner Leser, die sich zu einer Antwort durchrangen, haben das alle nicht bemerkt. Ist Leseschwäche besonders verbreitet unter Gender Studies-Anhängern oder ist mein Sample Size zu klein?

Update: Das gleiche wie für Physik und Mathematik gilt natürlich auch für Disziplinen wie Geschichte und Politologie. In eigentlich jedem Fach haben sich ihre Studenten Gründe zurechtgelegt, wieso sie das studieren. Gute, positive Gründe.

Update: Mir hat jemand diesen Link gemailt. Den lass ich hier mal so stehen *hust* :-)

Update: Weil das einige Leser missverstanden haben: mit "nicht falsifizierbar" meinte ich nicht, dass die These so formuliert ist, dass sie nicht widerlegbar wäre, sondern dass es Beweise gibt, die die These widerlegen, aber die These trotzdem weiter als wahr verbreitet wird.

http://blog.fefe.de/

kami 14.02.2014 | 16:27

Ich kenne in meinem Bekanntenkreis keine Frau, der der Spagat zwischen Karriere und Kind gelingt. Und das liegt mit Sicherheit nicht am Unvermögen dieser Frauen. Viele Berufe fordern buchstäblich die "ganze" Frau, ein oder mehrere Kinder auch. Da helfen selbstbestimmte Sexualität und Porsche auch nicht wirklich weiter.

alalue 14.02.2014 | 17:00

Als erstes muß festgestellt werden, daß in der BRD nichts besser war als in der Ex-DDR. Wenn man anschließend genauer nachdenkt, war in der Ex-DDR alles besser als in der BRD.

In einer pluralistischen Gesellschaft kann jeder sein Lebensmodell kreieren. Zu gewissen Mainstreams gibt es auch abweichende Versuche.

Es mag für viele Frauen, vielleicht sogar für die Mehrheit, das von der Autorin verklärte DDR-Modell einer Lohnarbeit stehenden Frau, die durch ihren Verdienst auf keinen Partner, meistens Mann, angewiesen ist, weil ihre Kinder preisgünstig in Tagesstätten untergebracht wird.

Das kann frau aber nicht als Alleinversion deklarieren. Vielleicht gibt es Frauen, die lieber Ganztagsmutter sind und sich von einem Partner, meistens Mann, versorgen lassen wollen. Vielleicht ist es nicht unmöglich, einen Partner zu finden, bei dem frau es nicht als Abhängigkeit und fehlende Freiheit empfindet, nicht jeden Tag in die Fabrik marschieren zu müssen.

Dieses Ex-DDR-Modell, durch schlechten Wirkungsgrad der Produktion erzwungen, kann nicht einfach so als die „wahre“ Emanzipation gedeutet werden.

Frau sollte auch bedenken, daß in der Ex-DDR alles besser war. Insbesondere der Arbeitsalltag war weit weniger stressig als nun um fortgeschrittenen Global-Liberalismus, in dem viel Arbeit und wenig Lohn die Regel sind. Soweit man gehört hat, wurde bei Ressourcen-Mangel, der fast dauernd bestand, Pause eingelegt, so daß man und frau entspannt nach Hause kamen. Jedenfalls kein Vergleichmit der jetzt real existierenden Ausbeutung.

„. Ich hätte Herrn Brüderle eine Äußerung zu meinen Brüsten durchaus zugestanden. Ich hätte ihm liebevoll über sein lichtes Haupthaar gestreichelt und freundlich gesagt: „So wird das doch nichts, Schnuppi!“ „

Sehr nett. Das setzt aber zum ersten eine gewisse entwickelte Persönlichkeit, und dann auch materielle Unabhängigkeit voraus. Dies als allgemein gegeben zu sehen ist eine ähnliche Traumdeutung wie die Nachrichten im Neuen Deutschland, damals in der Ex-DDR, in der ja alles viel besser war.

In #Aufschrei berichteten viele junge Frauen über Belästigung am Arbeitsplatz, zum Teil von Vorgesetzten, den frau nicht so einfach wechseln kann.

Frau kann natürlich verlangen, daß eine selbsterlangte materielle Unabhängigkeit Zeichen der Emanzipation ist, die jederfrau sich zulegen soll.

Allerdings ist es für die meisten im real existierenden Global-Liberalismus leider nicht möglich.

Natürlich ist mir klar, daß ich als Westler an Ihre Einsichten nicht herankann, ich kann auch Merkel nicht deuten. Wenn ich als Mann Ihr Brüderle-Zitat oben bei einer Diskussion um diesen Fall bringen würde, würden mich anwesende Frauen, durchaus zu Recht, unter den Tisch befördern. Das liegt natürlich daran, weil mir Ihre ostfrauische Fähigkeiten fehlen.

Viel Spaß noch mit Ihrem Weltbild.

hessisch-sibirien 14.02.2014 | 18:37

Ja, das hatte ich nach dem Lesen des Artikels befürchtet: dass hier eine lange Riege von Kommentatorinnen einfach nur "angefressen" reagieren kann, weil sie sich alle im Kern getroffen fühlen: touché!!

@romy, ramses2, maria bach, delloc, alicia, alalue usw.:

Mirna Funks Artikel ist weder polemisch, noch unplausibel, weder naiv, noch grotesk und auch nicht wischi waschi, sondern enthält tatsächlich Substanzielles! Eure Kommentare sind so was von "oben herab", merkt ihr das nicht? ("Viel Spaß mit eurem Weltbild" -vgl. Alalue- werdet ihr wahrscheinlich nicht haben, oder?)

Ich habe eine zeitlang Frauen in Brasilien erlebt. Dieses Selbstbewusstsein (vgl. Mirna Funk) täte sicher vielen von euch gut. Abgesehen davon ist es auch für "den" Mann viel entspannter, wenn er statt eines verächtlichen Blicks ein offenes Lächeln zurückbekommt, wenn er denn ein hübsches Mädel (z.B. im Bus) freundlich etwas länger anschaut.

@Mirna Funk: Gratulation; ich bin begeistert von Ihrem Artikel und hoffe (wie einige wenige hier), häufiger von Ihnen lesen zu können.

Kulturwissenschaft 14.02.2014 | 19:09

Und was ist, wenn das Mädchen sie häßlich findet, muß es Sie dann auch anlächeln ? (Denn Sie scheinen ja auch nur hübschen Menschen ein größeres Wohlwollen entgegen zu bringen. )SehenSie da keine Parallele zu der Forderung vom braven netten Mädchen, das mal lieb zum Onkel sein soll? Warum sollte sich eine Frau, die gerade von der geliebten -gleichbezahlten- Arbeit zum Kindergarten hetzt, Gedanken um Ihre Entspannung machen?

tlacuache 14.02.2014 | 19:33

Hallo Odenwald - Pataya,

ich bin sozusagen 15 Jahre mit einer Latina verheiratet, Pataya 1980 kenne ich auch, die Lächeln auch immer so nett wenn so ein deutscher Rentner daherläuft (2014).

In Lateinamerika ist der Feminismus ungefähr da, wo er in Westdeutschland 1975 war. So eine gequirlte Kacke wie Sie ablassen kann von einem copacabana - idioten - Touristen kommen, wenn Sie es mir nicht glauben, können Sie ja mal Octavio Paz Erstausgabe 1950 "Laberinto de soledad" lesen, aber in Spanisch bitte, zur Rolle der Frau in Lateinamerika, das schöne ist, Sie lesen es im neuen Jahrtausend und schütteln zwei mal den Kopf, da ist gar nicht viel passiert, 1950 - 2014:

..."Las mujeres son seres inferiores porque, al entregarse, se abren. Su inferioridad es constitucional y radica en su sexo, en su "rajada", herida que jamás cicatriza"...

Das betrifft sowohl Brasilien wie den Rest von Latein- und Mittelamerika...

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Ehemaliger Nutzer 14.02.2014 | 22:35

Als West-Ost-Hybrid kann ich mit dem Artikel einiges anfangen, obwohl man ihm nicht so einfach zustimmen kann. Es wäre aber schöner Diskussionsstoff.

Jedoch:

Obwohl dieser Artikel wirklich polemisch genug ist, kommt eine wirkliche Diskussion nicht in Gang. Diese hat die Autorin aber aus merheren Gründen verdient. Erstens spricht sie einen wichtigen Kulturunterschied an, Zweitens hat sie mit der West-Barbie unrecht, weil es die auch im Osten gibt und bevorzugt ihrem West-Lover in Stuttgart, Köln oder München hinterherzieht. Nicht wenige kommen dann enttäuscht und betrogen wieder zurück in den Osten. Wie auch immer, auch das ist polemisch. Es gibt aber im Westen eben auch massenweise gebildete voll berufstätige und emanzipierte Frauen, die genau wie die Männer um ihr kleines Stückchen Beziehungsglück kämpfen (was immer zu einer gewissen Abhängigkeit führt).

Ob nun die volle Berufstätigkeit überhaupt der Schlüssel zur Unabhängigkeit darstellt, möchte ich auch bezweifeln, weil man dann hübsch abhängig von Arbeitgebern, Kunden und dem ganzen Selbstvermarktungs-Zirkus ist...da muss man schon genauer hinschauen, wer wie abhängig vom patriarchialischen System ist.

In einem gebe ich der Autorin aber vollkommen recht und das völlig ohne jeden Abstrich: Wenn sich Feministinnen im Westen den Frauen aus dem Osten in irgendeiner Weise überllegen fühlen, sind sie schwer im Irrtum. Es ist richtig, dass Frauen im Osten, die durch die Wiedervereinigung eher noch in ihrer Gleichberechtigung zurückgeworfen wurden, immer noch erheblich selbstbewusster in ihrem Rollenverständnis sind - und wesentlich klarer. Das alles trotz 40 Jahren Dikatatur. Das kann zu denken geben.

Die Gleichberechtigung ist unter den Bedingungen der "freien Gesellschaft" ganz offensichtlich stecken geblieben. Der #Aufschrei-Quatsch liefert hier ein deutliches Zeichen dieser Orientierungslosigkeit. Das alles ist wirklich mehr als eine Diskussion wert. Allerdings nicht von Leuten wie mir - denn ich habe dafür den falschen Genotyp und letztlich keine Ahnung von Frauen. Es ist vielmerh eine XX-Diskussion, die fällig wäre.

heutenicht 14.02.2014 | 22:59

Sie meinen es bestimmt gut, aber die Idee mit der XX-Diskussion ist ein grandioses Missverständnis, genauso wie die permanente Wiederholung der Forderung, man müsse Frauen helfen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Solange das nicht als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen wird, die alle Menschen egal welchen Geschlechts betrifft, wird das alles nur Kosmetik bleiben. Männer, die doch auch selbst Änderungsbedarf in vielen Bereichen verspüren, so nehme ich an, bleiben Zuschauer.

mymind 15.02.2014 | 00:25

Eigentlich wollte ich auf diesen Beitrag nicht eingehen, weil er zu viel Polemik als auch Plattitüden beinhaltet als auch suggeriert, dass verwöhnte Möchtegerngirlieemanzen das Ergebnis der westlichen Frauenbewegung darstellt. Das ist totaler Quatsch! Was soll diese ständige Abgrenzung von ´Mein Ex-Land´ versus ´Dein Ex-Land´ eigentlich?

Charlottes Sicht auf die Welt ist mir fremd. Auch wenn sie mich an viele westdeutsche Frauen erinnert, die ich kenne. Sie halten sich für Vorzeigefeministinnen und führen dennoch Debatten, die mich an die achtziger Jahre erinnern. Ich nenne sie Barbie-Feministinnen: außen Feministin, innen Barbie.

Klone von Charlotte sind zwar heutzutage hier & dort anzutreffen, aus den 80-ern kenne ich diese Phänomene allerdings nicht, schon gar nicht als Barbie-Erscheinung! Verwechseln Sie da ggf. die Dekaden?

Doch die Diskussionen hierzulande blenden das vollständig aus. So als hätte es nie etwas anderes gegeben als die Erfahrung, in einem Reihenhaus in der Vorstadt aufzuwachsen, wo der Vater als Alleinverdiener seine Frau und die drei Kinder unterstützt, die in einem gesunden Abstand von zwei Jahren aus der Gebärmutter gepresst wurden. Aber da gab es etwas anderes! Es gab ein Land, in dem die Gleichstellung von Mann und Frau ernsthaft gelebt wurde. Aus diesem Land komme ich und die aktuellen Debatten, die sich mit Kindererziehung oder Sexismus beschäftigen, rufen in mir ein tiefes Unwohlsein hervor.

Interessant welch vollkommenes Bild der westdeutschen Realität in ´Ihrem´ Land propagiert wurde. Waren Sie nach dem Mauerfall mal im Westen unterwegs? Wenn ja, wundert mich Ihr Erfahrungshorizont.

Haben Sie nirgendwo die Frauen getroffen, die irgendwie Kinder & Arbeit _ Karriere ist etwas anderes _ unter einen Hut zu kriegen versuchen, weil sie nicht nur Mutti &/oder Barbie sein wollen, kein Papi die Zeche zahlt, der Mann ggf. zu wenig verdient oder keine Arbeit hat oder sich verpieselt? Was Sie schreiben betrifft zwar in keinster Weise meine Situation, dennoch ärgert mich Ihre hochmütige Art, Einzelbeispiele zu Allgemeinschauplätzen zu formen. Die Fiat-/Porsche-Story ist die Krönung einer abgehobenen Realität!

Genau in diese gehört auch dieser Typus von Journalismus, der den Namen MM nach nicht verdient, weil er nur an der Oberfläche kratzt & so drauf schaut. Er ist vielmehr ein narzisstisches Wort-an-Wort-Gefüge. Schade, weil in einigen Punkten sprechen Sie richtiges an…

Kulturwissenschaft 15.02.2014 | 08:32

Ich stimme ihnen zu, sicherlich hat die unerträgliche Ignoranz der neunziger Jahre viel zu dem rüden Ton, in dem die Verfasserin schreibt, beigetragen. Dennoch halte ich für völlig verfehlt, jetzt einfach nur genauso ignorant zurückzuhauen.

Die Vermarktung des Aufschrei Initiative hat halt vordergründig mit der Medienkultur, insofern nur indirkt etwas mit Feminismus zu tun

Kulturwissenschaft 15.02.2014 | 08:43

Bei allem Verständnis für Ihre Abneigung gegenübber der bbeschriebenen Charlotte und auch mit der persönlichen Erfahrung der Ignoranz und Arroganz, die einem in den 90er Jahren gerade aus westdeutschen Oppositionskreisen entgegen schlug, nach dem Lesen Ihrer Zeilen, möchte ich Ihnen gern übers - sicherlich prächtige- Haar streichen und sagen:"Nein Schnuppi, so wird das nichts"

Da sind sicherlich viele Verletzungen, die gerächt werden wollen, das ist verständlich aber journalistisch gesehen schlechter Stil .

Ich finde niemanden gelassen oder gar souverän, der es nötig hat, sein Gegenüber klein zu machen (ich habe das größere Auto, den besseren Bildungsgrad etc. etc.)

So absurd die Argumente mancher junger Frazen einem auch erscheinen mögen, sie entspringen nun mal der heutigen Realität- das mit der erinnerung an eine (idealisierte) Realität von vor über 25 Jahren zu beantworten ist nicht nur genauso ignorant wie das Negieren der Lebenserfahrung Ostdeutscher, es ist auch in höchstem Maße unproduktiv.

P.S. Wenn in der DDR alles so großartig war, warum hat sich dann 1989 der Unabhängige Frauenverband gegründet - Waren das alles Barbies?

Anna Horter 15.02.2014 | 12:08

Es gibt die Dokumente der Telefonate einiger Beteiligter wie Kohl, Krause und Schäuble von der Zeit als der Einigungsvertrag ausgehandelt wurde in Buchform. Die Wichtigkeit von gesetzlichen Regelungen für die Sozialisation wurde mir deutlich, weil Kohl und Schäuble bei aller Zeitnot, den großen wirtschaftlichen Problemen, Staatsformänderungen, Finanzierungsproblemen, Rentenregelungen immer wieder auf eine schnelle Anpassung der Abtreibungsregelung an die westdeutschen Regelungen drängten. Ansonsten findet sich zu Frauen und oder sozialen Problemstellungen wenig in den bestimmt 500 Seiten Telefonprotokollen.

Ich finde den Artikel gut als Denkanstoß, aber deine Tochter wird nicht mehr in der gleichen souveränen Art und Weise als Subjekt agieren können, wenn sich die sozialen Verhältnisse nicht ändern, denn Muttermilch wird sie nicht zum Subjekt machen, und selbstermächtigte Mütter reichen leider auch nicht.

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Ehemaliger Nutzer 15.02.2014 | 12:49

{In einer pluralistischen Gesellschaft kann jeder sein Lebensmodell kreieren.}

Ja, dann steht ja alles zum Besten... :-)

Ausgenommen der Tatsache, dass der Pluralismus eine beliebte Methode ist, strukturelle Zusammenhänge zu vertuschen, indem er vielfältige Erscheinungsformen vereinfältigt. Das Einfältige taugt aber zu keiner Erkenntnis, sondern bestenfalls zu einer praktischen Handhabung, und selbst Letzteres wird erschwert, da es immer wieder auf vielfältige Wechselwirkungen und Zusammenhänge reagieren muss, die im einzelnen Phänomen gar nicht enthalten sind.

Pluralistische Ideologien sind die die Grundlage liberaler und neo-liberaler Propaganda: danach sorgt die „invisible hand“ des Marktes erst für jene Ordnung, deren Sinn erst durch die zufälligen Resultate aller Möglichkeiten begründet würde. Auf diese Weise kann leichter Dings alle Kritik als ideologisch diffamiert werden, die sich struktureller Analysen bedient.

Daraus mag ansatzweise ersichtlich werden, warum der Begriff „pluralistisch“ in sozial motivierten Denkansätzen Widerstand hervorruft.

heise 15.02.2014 | 16:39

"Mit einem lilafarbenen Emma-T-Shirt bekleidet, polemisieren diese Frauen wild im konservativen Feuilleton herum und behaupten so Unglaubliches, wie, dass Familie und Beruf, Kinder und Karriere nicht zu vereinbaren seien, anstatt es einfach zu tun."

schon mal versucht, ne halbtagsstelle zu bekommen?

schon mal versucht, bei geringem einkommen und halbtagsstelle ne familie zu ermähren?

"einfach tun". das hört sich für mich sehr abgehoben an...

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Ehemaliger Nutzer 15.02.2014 | 16:59

#Steht diese selbstgefällige und leistungsmoralische Dummheit eines in „Fleisch und Blut“ übergegangenen Rassismus der Konkurrenz nicht vollständig für sich selbst?# Natürlich. Sogar in der Grund- und weiterführenden Schule wurde in Deutschland seit über 30 Jahren das Scharfe- oder Doppel…nicht vermieden. Wie dumm doch die Menschheit ist! So etwa 5-8 Kla**e. #Was willst du diesen Bekenntnis ablegenden Menschen denn noch mitteilen?# Genau, warum verschwendest du denn noch deine Zeit hier, wenn du bei Zeit-Online schlechte Erfahrungen gemacht hast und du dich in deiner neuen Wahlheimat wohlfühlst? #Das er schon längst einen adäquaten Hobel hat?# Das erste Wort, das abstrakte "da**" wird aufgrund des hohen Leitungsdrucks in den Grundschulen in Deutschland immer noch entweder mit ** oder scharfem ß geschrieben. Wer das beherrscht, kommt aufs Gymnasium! Da** das durchschnittliche Bildung und/oder Intellekt voraussetzt, Schwamm drüber ;-) #Wozu brauchst denn hier noch einen Hobel!# Damit diejenigen, die bis heute weder richtig sprechen noch schreiben können, wenigstens den Hauptschulstandard der heute Besserverdienenden, eine Schreiner- oder Malerlehre schaffen. Das er schon längst einen adäquaten Hobel hat? Wozu brauchst denn hier noch einen Hobel! Was willst du diesen Bekenntnis ablegenden Menschen denn noch mitteilen? Das er schon längst einen adäquaten Hobel hat? Wozu brauchst denn hier noch einen Hobel!

hessisch-sibirien 16.02.2014 | 15:20

Ich habe den Eindruck, es geht im Kern um zwei Tabubrüche. Zum einen darf an der DDR nichts Positives gefunden werden. 25 Jahre einseitiger Geschichtserzählungen von interessierter politischer Seite haben offensichtlich gewirkt. Nicht einmal eine sachliche(re) Diskussion über die Arbeitssituationen, die Rolle "der" Frau, das Schulsystem sind möglich, ohne dass der Baseballschläger herausgeholt wird.

Das Zweite: dass jede(r) ihre/seine Entscheidungen selbstverantwortlich trifft. Es lässt sich vieles ändern, wenn man will. Genauer: ich habe in vielen Berufjahren Doppelverdienende erlebt, die (da öff. Dienst) jederzeit ihre Arbeitszeit um beliebige Prozente hätten verringern können. Locker wären Arbeit und Kinder zu vereinbaren gewesen. Nur wäre das Familieneinkommen geringer gewesen, statt 8.000 vielleicht 5.000 Euro im Monat. Aber der entsprechende Lebensstandard wollte ja finanziert werden...

Ich habe als mehrfacher Familienvater meine Arbeitszeit über die Dauer von rund 25 Jahren reduziert. Ich hatte dafür einen freien Tag in der Woche und weniger Stress an den übrigen Tagen und habe meinen Teil an der hausarbeit übernommen. Dafür haben wir auf materiellen Luxus verzichten müssen, aber Zeit zu haben war für uns der größere Luxus.

Dass es bei GeringverdienerInnen anders aussieht, ist mir klar. Aber warum gehen die anderen (das sind wohl auch viele, die hier schreiben) nicht mit gutem Beispiel voran?

katinka 17.02.2014 | 15:50

Vielen Dank für diesen Artikel! Was hab ich gelacht - sie scheinen in derselben Welt zu leben wie ich. Ich bin promovierte Ingenieurin, habe zwei Kinder und nein, ich sitze nicht den ganzen Tag zuhause und warte darauf, dass mein Mann von der Arbeit kommt. Bei allem DDR-bashing hier muss doch eins mal klar gestellt werden: meine Mutter und meine Großmutter (!) haben beide promoviert und gearbeitet und gemeinsam mit ihren Männern Kinder aufgezogen, der Alltag mit berufstätigen Vätern und Müttern war und ist im Osten dieser Republik doch eher die Regel als Ausnahme, egal ob unter Intellektuellen oder "normalen Leuten". Das heißt weder, dass alles golden war, noch dass es nicht erhebliches Verbesserungspotential gibt, und noch nicht einmal dass es keine Westfrauen gibt, die akademische Karriere und Kinder unter einen Hut bringen können (hab ich auch mehrere im Freundeskreis), aber dieses Gejammer, die WElt ist schlecht und ich kann ja nicht dafür, geht mir auf den Keks.

Und ja, auch ich halte wirtschaftliche Unabhängigkeit für eine Grundvoraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben auf gleicher Augenhöhe - egal ob in der Partnerschaft oder im gesamtgesellschaftlichem Kontext.

Aber sie provozieren unnötig mit der Haltung, die im letzten Abschnitt ausgedrückt wird und die offensichtlich in ihrer intellektuellen Herkunft begründet liegt: Auch in meiner Familie werden Personen mit geringeren geistigen Fähigkeiten nachsichtig belächelt. Das vertragen die wenigsten, und teilen dann aus, wie man hier gut nachlesen kann...

lilith.berlin 17.02.2014 | 17:51

Als Person mit geringeren geistigen Fähigkeiten ohne Hochschulabschluss möchte ich mich an der Stelle nun doch an der Diskussion beteiligen. Grundsätzlich freue mich mich über alle Frauen, die sich selbstverständlich als Subjekt begreifen, und ein selbstbestimmtes und erfolgreiches Leben führen und damit Vorbild für viele andere sein können. Aber wirklich großes Unbehagen bereitet es mir, wenn dies mit der Abwertung der Lebenswelten anderer Frauen einhergehen muss, die nicht so priviligiert sind. Die Realität und die Welt einer Frau Funk ist nur eine von vielen Lebenswelten, privilegiert durch günstige Bedingungen, denen sie ihr freies Denken und Handeln verdankt. Das diese Bedingungen nicht immer gleich bleiben und auch nicht alle in der Hand der einzelnen liegen, ist ein Erkenntnisprozess, der mit Anfang 30 sicher noch nicht abgeschlossen ist. Ich konnte übrigens in der DDR nicht studieren, da ich mich damals schon als Subjekt empfand und nicht als Objekt behandelt werden wollte, nach der Wende brachte ich als Alleinerziehende nicht die Kraft und das Geld auf, ein Studium selbst finanzieren zu können. Ich klage darüber nicht, weil ich durch diese Herausforderungen ungemein wachsen konnte und nicht die geworden wäre, mit der ich heute sehr zufrieden bin, ohne dass ich sagen muss, dies ist der einzig richtige Weg! Es bringt uns Frauen (und Männer) gemeinsam nicht weiter, wenn wir nicht unsere Unterschiedlichkeiten anerkennen, nicht unsere Bedingungen ständig hinterfragen und untersuchen und uns gemeinsam unterstützen über die eigene Lebenswelt hinaus. Und wenn Frau Funk schon von Begehren spricht, dann möge sie doch bitte bei den Mailänder Feministinnen nachlesen, wie weibliches Begehren und weibliche Freiheit entstehen und welche wichtige Rolle die Beziehungen der Frauen untereinander spielen. Das wünsche ich mir für die Realität vieler Frauen!

Mirna Funk 17.02.2014 | 19:10

Vielen Dank für die zahlreichen Kommentare. Ich möchte an dieser Stelle auf einige eingehen. Vor allem, um bestimmte Missverständnisse zu beseitigen und etwaigen Interpretationen entgegenzuwirken.

Thema 1: Die DDR war krass schön

Zu keinem Zeitpunkt war mir daran gelegen, die DDR zu idealisieren. Es ging mir einzig und allein darum, aufzuzeigen, dass die unterschiedliche Vergangenheit, unterschiedliche Realitäten in Bezug auf die Gleichstellung von Männern und Frauen kreiert hat. Dass der Pay Gap heutzutage in Westdeutschland bei 26 % und in Ostdeutschland nur bei 8% liegt, oder die Vollzeitarbeit in Westdeutschland nur von einem Viertel der Mütter und in Ostdeutschland von einem Dreiviertel der Mütter ausgeübt wird, sind Tatsachen, die bei einer öffentlichen Debatte berücksichtigt werden müssen. Fragen wie "Kann man von den anderen lernen?" sollten dabei gestellt werden.

Thema 2: Geld macht glücklich

Auch das sage ich nicht in meinem Artikel. Die Beschreibung der Unfallsituation knüpft an klassische Aspekte an, die Gleichstellung oder Ungleichheit symbolisieren. Dazu gehören Bildung, Einkommen und die soziale Situation, die mitunter die Sterblichkeit betrifft. Genau in diesen Aspekten werde ich als Frau nicht benachteiligt! Und den Fokus einmal darauf zu richten, wo ich gleichgestellt bin, wünsche ich mir.

Dass ich jetzt einen doofen Porsche fahre, ist lediglich meiner Design-Obsession geschuldet. Von 13 Jahren Führerschein habe ich zehn in einem Daihatsu Cuore verbracht. Übrigens ein top Auto, mit dem ich nie einen Unfall hatte!

Thema 3: Wer sein Geld mit dem Thema Beauty verdient, ist eine dumme Tussi ohne Hirn

Das geht an Maria Bach und Schachnerin: Ich habe mit Anfang 30 noch einmal begonnen Philosophie und Geschichte zu studieren. Um mich weiterzubilden und um ein zufriedener Mensch zu werden. Dieses Studium habe ich zu 100% selbst finanziert. In den letzten drei Jahren habe ich also nicht nur 40 Stunden die Woche gearbeitet, sondern parallel meinen Bachelor gemacht. Dieses Pensum wünsche ich nicht mal meinem ärgsten Feind. Geschweige denn euch.

Euro Kommentare zeigen, dass ihr das Patriarchat vollkommen verinnerlicht habt.

Thema 4: Westfrauen sind alle unemanzipiert

Ich habe einen tollen Kreis Frauen um mich herum, die zu einem großen Teil aus dem Westen kommen und Kind und Karriere so wunderbar leichtfüßig, wenn auch nicht ohne Schmerzen, bewältigt bekommen. Wie viele andere gehören sie zu den zutiefst emanzipierten Frauen, die für ihr Recht eintreten und leben, was selbstverständlich ist. All diesen Frauen, Freundinnen und Müttern ist letzlich dieser Artikel gewidmet.

dame.von.welt 17.02.2014 | 21:36

Thema 3: Wer sein Geld mit dem Thema Beauty verdient, ist eine dumme Tussi ohne Hirn

Das geht an Maria Bach und Schachnerin: Ich habe mit Anfang 30 noch einmal begonnen Philosophie und Geschichte zu studieren. Um mich weiterzubilden und um ein zufriedener Mensch zu werden. Dieses Studium habe ich zu 100% selbst finanziert. In den letzten drei Jahren habe ich also nicht nur 40 Stunden die Woche gearbeitet, sondern parallel meinen Bachelor gemacht. Dieses Pensum wünsche ich nicht mal meinem ärgsten Feind. Geschweige denn euch.

Euro Kommentare zeigen, dass ihr das Patriarchat vollkommen verinnerlicht habt.

Euro (statt Eure) finde ich im Zusammenhang mit vollkommener Verinnerlichung einen sehr hübschen Verschreiber...;-)... der spart mir einen ausführlichen Kommentar zu Artikel und Kommentar. Das ist schön, weil: Ohne Antwort gibt es keine Anerkennung. Das Gesagte verliert sich bedeutungslos im Raum.

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Ehemaliger Nutzer 17.02.2014 | 21:39

Das ist ja ein sehr rückwärtsgewandter und konservativer Artikel. Und eine seltsame Auslegung von Feminismus, die findet, die Frauen sollten die Klappe halten und die Mehrbelastung brav schultern. Haben wir ein Problem mit dem Phänomen der Mehrbelastung? Hausarbeit, Kinderarbeit, Pay Gap?

Der Artikel unterstellt, Emanzipation hieße Vollerwerbsarbeit. Wo steht das? Wo steht, dass Regale einräumen besser als Kinder betreuen ist? Und wieso gibt der Staat für einen Krippenplatz 1.000 Euro im Monat aus, aber Kinderbetreuung zu Hause wird das nicht als Wert pro Kind zugerechnet?

Der Artikel unterstellt weiter, Emanzipation bedeute, sich nicht abhängig machen vom Mann. Sobald ein Kind da ist, ist man abhängig, vom Partner, von den Nachbarn, vom Arbeitgeber, und vor allem vom Kind selbst. Es kommt auf die Welt und man ist abhängig von ihm, von jedem Rülpser, jedem Schreien, jedem Lächeln.

Der Großteil der Frauen will sich um die Kinder in den ersten Jahren kümmern. Welche Art Feminismus ist das, die Wünsche der Frauen nicht ernstzunehmen? Haben wir hier eine Leitkultur der vollerwerbstätigen Mutter? Alle Kinder sind willkommen und alle Mütter. Es gibt die super Mütter, es gibt welche, die sehr sachlich mit ihren Kindern umgehen, es gibt komplett überforderte. Die meisten sind von allem etwas. Gott sei Dank. Wir brauchen keine Leitkultur, wie Frauen und Mütter zu leben haben. Und schon gar nicht im Namen der Emanzipation.

Magda 17.02.2014 | 22:54

Sobald ein Kind da ist, ist man abhängig, vom Partner, von den Nachbarn, vom Arbeitgeber, und vor allem vom Kind selbst. Es kommt auf die Welt und man ist abhängig von ihm, von jedem Rülpser, jedem Schreien, jedem Lächeln.

Das ist ja schön und gut. Aber viele Frauen sind dazu gezwungen, ihre Kinder ohne Partner groß zu ziehen. Und die müssen arbeiten gehen und die sollten Verhältnisse vorfinden, die ihnen das ermöglichen, wenn sie nicht vom Staat abhängig werden wollen.

Der Großteil der Frauen will sich um die Kinder in den ersten Jahren kümmern. Welche Art Feminismus ist das, die Wünsche der Frauen nicht ernstzunehmen? Haben wir hier eine Leitkultur der vollerwerbstätigen Mutter?

In anderen Ländern gibt es die längst. Und da geht es nicht um "Leitkultur", sondern um die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Optionen zu wählen. Und sich nicht rechtfertigen zu müssen, wenn man vielleicht eher als andere Mütter wieder in den Beruf will.

Ihre Sicht auf Emanzipation ist nun wirklich sehr konservativ, da geht überhaupt nichts voran .

Lomolita 17.02.2014 | 23:09

Was ich aber so traurig finde an Ihrem oberflächlichen Artikel:

Es gibt eine gesellschaftliche Diskussion über (wenigstens) empfundene Missstände in dieser Gesellschaft und diesem System (leider gibt es davon ja generell viel zu wenige) und alles was Sie beizusteuern haben ist Frauen-gege-Frauen-Bashing und Ossie-Frauen gegen Wessie-Frauen-Bashing? (Gähn!!!) Nach Internetrecherche sind Sie sind 81 geboren. Das qualifiziert Sie ja vortrefflich uns allen darüber zu unterrichten, wie gleichberechtigt und emanzipiert sich das (Arbeits-)leben in der DDR darstellte….

Finden Sie das wirklich erstrebenswert? Überangepasste Frauen, die sich an materiellen Dingen (wie Porsche etc.) erfreuen und bloß nie den Mund aufmachen, wenn etwas nicht stimmt? Vielleicht sehen Sie es aber auch tatsächlich nicht, da sie vermutlich als Free Lance Journalistin und bei Beauty Start UPs flexible Arbeitszeiten haben und noch nicht besonders oft mal über Ihre eigene Perspektive hinaus geschaut haben. Aber nun erzähle ich Ihnen mal eines: in vielen Berufen ist es tatsächlich nicht so easy peasy. In meinem Freundeskreis sehe ich Juristinnen mit 60 Stunden-Woche oder Ärztin mit 72 h andauernden Bereitschaftsschichten. Und nein, für sie ist es manchmal nicht leicht, das Familienleben zu organisieren. Und sie sind sicherlich keine weinerlichen Frauen, die sich nur zu bequem sind hart zuarbeiten. Das gleiche gilt für viele andere Berufe bei denen man nicht so bequem von zu Hause aus arbeiten kann wie als freie Autorin.

Lustig auch, dass Sie sich über Kristina Schröder auslassen: wenn Sie einmal genauer hinschauen, vertritt sie doch die selbe Meinung wie Sie. Hat sich nicht ein Buch geschrieben mit dem Titel „Danke, emanzipiert sind wir selber?“ Das ist doch auch Ihre Botschaft!

Oh honey…..oder besser: oh schnuppie… :(

Alica 18.02.2014 | 00:18

„In anderen Ländern gibt es die längst. Und da geht es nicht um "Leitkultur", sondern um die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Optionen zu wählen. Und sich nicht rechtfertigen zu müssen, wenn man vielleicht eher als andere Mütter wieder in den Beruf will.“

Aber in diesem Artikel geht es eben gerade nicht darum, dass Mütter frei wählen dürfen. Es geht darum, dass es nur einen Weg geben dürfe: den vermeintlich emanzipierten, der im Klartext bedeutet: so schnell wie möglich wieder zurück in den Beruf.

In bürgerlichen Kreisen ist es doch längst so, dass Frauen, die ihre Kinder in den ersten Lebensjahren selber betreuen, zum „Hausmütterchen“ abgestempelt werden.
Ich möchte in diesem Zusammenhang nur mal daran erinnern, wie abfällig über Christina Schröders Entscheidung geschrieben wurde und mitunter immer noch wird.
Ich persönlich fand ihre Entscheidung jedenfalls respektabel.

kati.a 18.02.2014 | 01:39

liebe frau funke, am anfang dachte ich, da spricht mir jemand aus der seele und dann kippte das ganze ins bodenlose.

1. nach nur 8 jahren ddr kann man sich doch kein urteil erlauben und irgendwas aufrechnen.

2. soviel selbstbeweihräucherung zieht mir die schuhe aus. ja sie haben studiert und es geht ihnen besser als der verkäuferin um die ecke.

3. haben sie kinder? wenn nicht, dann aber schnell, sonst kann ich sie nicht ein bisschen ernstnehmen.

4. thema total verfehlt: das problem der guten frau ist nicht die emanzipation, sondern ein gesamtgesellschaftliches, alle wollen ihre verantwortungen gern abgeben. keiner hat sie gezwungen, ein kind zu kriegen.

5. pille gabs angeblich seit 1965, aber ich denke nicht für alle, sonst wäre ich nicht da. ich bin geboren 1971 und laut meiner mutter gab es sie erst danach.

6. liebe frauen, redet nicht soviel über emanzipation sondern macht lieber und jammert weniger.

7. ich bin jetzt ganz klar für eine emanzipation der männer, die der frauen ist gründlich daneben gegangen.

Ada Lovelace 18.02.2014 | 08:33

Lieber Freitag, auf Seite 3 einen Beitrag, der so gesellschaftskritisch ist wie die FDP? Hm. Keine gute Entscheidung, denke ich.

Liebe Frau Funk, ich habe eine Vollzeit-Stelle, ein Kleinkind und einen Partner, der einen großen Teil, der Erziehung und des Haushalts übernimmt. Ich empfinde mein Leben als sehr anstrengend. Da Sie ja offensichtlich wissen wie ich das ändern kann, schlage ich vor, dass Sie ein dreimonatiges Praktikum in meinem Alltag machen. Vielleicht können Sie mein Bewusstsein so optimieren, dass Aufstehen um fünf Uhr morgens, produktiv arbeiten, liebevoll und zugewandt erziehen, Wäsche waschen und noch eine eigene Person bleiben gar nicht mehr so schwer unter einen Hut zu bekommen sind. Oder ich vermittle Ihnen, dass mit dem Finger auf andere zu zeigen ein Zeichen von geistiger Bequemlichkeit ist, die keinem Menschen gut zu Gesicht steht.

Kulturwissenschaft 18.02.2014 | 10:33

Natürlich möchte ich der Lebensfreude eine Chance geben- gern täglich. Aber verstehen Sie auch das Problem wenn jetzt in ihrer sicherlich verkürzten Anwort als Gegenstück zum Lächeln=Lebensfreude moralinsaueres Verhalten = Zickigkeit unterstellt wird. Alles was ich mit dem Beispiel sagen wollte, ist dass esviele Gründe geben kann, warum eine Frau eben mal nicht zurücklächelt.

Aber es ist eben immer noch so (das sehe ich wirklich jeden Tag, ich habe noch zwei kleine Töchter), dass von Mädchen sehr viel mehr erwartet wird, dass sie nett sind - und nett ist eben das Gegenteil von souverän! Insofern ermuntere ich meine Töchter fast, zickig zu sein

Kulturwissenschaft 18.02.2014 | 10:41

Oh ich kann nachfühlen wie es ihnen geht. Ich bin dann in die Selbständigkeit geflüchtet, da konnte ich dann die Zeit "besser" einteilen und auch am Wochenende arbeiten . Als ich jetzt noch einmal Nachwuchs bekommen habe und mich um eine Anstellung bewerben wollte, stellte ich zu meiner großen Freunde fest, dass es heutzutage sehr viele Teilzeitstellen gibt- und was muß ich dann sowohl in der Emma als auch bei Frau Mika etc lesen? Wenn ich das mache, dann bin ich nicth nur eine Verräterin an der feministischen Weltrevolution sondern auch Schuld an meiner Altersarmut, tja...

Courage, liebe Ada

luzieh.fair 18.02.2014 | 14:48

Also ich kann mit diesem Artikel nicht allzuviel anfangen. Es ist auch immer wieder das gleiche neoliberale Gewäsch, dass mir erzählen will, wie ich zu leben habe, wenn ich mich weiterhin als Feministin verstehen will. Wieso wollen eigentlich alle Vollzeit arbeiten? Ich will das nicht. Nicht weil ich faul bin (also nicht in erster Linie) auch nicht, weil ich ein schlechtes Gewissen hätte, nicht für mein Kind da zu sein...also doch, ein bisschen, aber auch nur, wenn mein Partner auch weiter Vollzeit arbeitet und die Kröte 8-10 Stunden fremdbetreut werden würde. Würde mein Partner in Teilzeit gehen, hätte ich kein schlechtes Gefühl.

Wir haben da so eine Idee: beide gehen höchstens 30 Std. arbeiten mit der Möglichkeit zur Telearbeit und das Kind müsste nur den halben Tag in die Krippe. Verrückt, oder?

luzieh.fair 18.02.2014 | 19:51

Ich glaube nicht, dass das jemand wirklich denkt, aber ich finde es ebenfalls bemerkenswert, dass immer darauf abgezielt wird, möglichst viel und möglichst erfolgreich zu arbeiten. Wieviel hat man denn von einem Tag, der aus 8-10 Stunden Arbeit besteht, +Weg+ggf.Kinder wegbringen&abholen+ggf. Einkaufen,Kochen,Wäsche etc.

Was da übrig bleibt ist mir auf Dauer nicht genug...:-)

Der Kommentar wurde versteckt
Magda 18.02.2014 | 22:24

Ich bin in der DDR komplett sozialisiert, als es sie nicht mehr gab war ich 43 Jahre alt.

Von Anfang an war mein Ziel, ökonomisch selbständig zu sein und dazu brauchte man einen Beruf. Und das hat mir auch niemand verordnet, ich wollte das so und nicht anders. Und ich kenne kaum eine Frau aus dem Osten, die nicht so gelebt hätte. Das war - für junge Frauen mit Kindern - nicht einfach. Aber, sie fanden es normal. Dass das heute als Anpassung an neoliberale Verhältnisse gilt, hat mit den kapitalistischen Verhältnissen zu tun, ist aber sehr oft ein Versuch, Frauen ein schlechtes Gewissen zu machen und ihr Bestreben zu denunzieren
Auch unter diesen Bedingungen sollten und wollen Frauen halbwegs ökonomisch unabhängig sein. Und auch die Frauen-West, die ich kenne, haben das so gesehen.

Die Auseinandersetzung mit einer patriarchalen Geschichte halte ich - auch heute noch - für wichtig und erkenntniserweiternd. Und ich habe nach der Wende manchmal verstanden, warum die West"Schwestern" hin und wieder so einen Zorn auf die Männer hatten.

Was das aber alles mit Barbie-Feminismus zu tun hat, weiß ich nicht.

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Ehemaliger Nutzer 18.02.2014 | 23:57

Ich glaub es ist fundamental, dass man den Willen des anderen berücksichtigt. Und es gibt Frauen, die möchten sich um die Kinder kümmern anstatt gewerblich zu arbeiten (Voll- oder Teilzeit).

Also welche Grundlage gibt es dafür, den Frauen vorzuschreiben wie sie leben sollen?

Ich habe dazu keine Meinung, ich hab natürlich eine, was mich selbst betrifft, aber keine auf andere Frauen bezogen. Frauen vorzuschreiben, wie sie leben sollen, ist zutiefst reaktionär. Ob man sagt, Frauen sollen zu Hause bleiben oder Frauen sollen voll arbeiten ist dabei nebensächlich. Das Selbstbestimmungsrecht ist so ein Grundpfeiler, dass eine Emanzipation ohne Wertschätzung für die jeweiligen Lebensentscheidungen der Frauen nur Unterdrückung in Blau ist (das kann man auch auf andere Bereiche beziehen, Pille danach, Abtreibung, etc.) Frauen sagen zu wollen, was sie zu machen haben, ist das Reaktionäre, Respektlose, Entwürdigende, im Kern Menschenverachtende - die Richtung ist nur eine Tönung.

Das worum es geht ist, den Weg freizumachen, dass Frauen ihre Verpflichtungen und Wünsche realisieren können. Da fehlt es strukturell an Vielem, was ich sicher (hoffentlich) nicht erst ausführen muss.

Ein abwertend-herablassender Artikel darüber was Frauen wollen sollen, wie sie sich zu verhalten haben, verletzt schon mal den nötigen Respekt vor dem anderen. Und alle Frauen sind nun mal nicht gleich: die Umgebungsfaktoren, Finanzen, Partner, und - wird oft vergessen von der Stellt-euch-mal-nicht-so an-Fraktion: auch die Kinder sind nicht gleich, die einen gehen gern in eine Betreuung, die anderen sind ständig krank und eigentlich KANN ein Elternteil bei den Krankheitszeiten nicht arbeiten gehen! Das ist oft ein schwerer Konflikt für Eltern und für die Partner, wenn vorhanden, wer sich jetzt wieder in der Arbeit schief anschauen lassen muss, weil Kindkrank. Selbst wenn jemand Kinder und Karriere prima gebacken kriegt, heißt das nicht, dass es der Frau nebenan genauso möglich ist. Oder dass sie es will (wollen muss).

Ich hab eine Unzahl (^^) an Schwestern und Schwägerinnen, und wirklich JEDE hat das mit den Kindern und Beruf anders als alle anderen geregelt. Es gibt tatsächlich schon allein in meinem Mikrokosmos Familie kein gelebtes Modell zweimal. Und dabei haben wir alle eine sehr ähnliche Prägung, kommen aus ähnlichen Verhältnissen, haben zum Teil die gleiche Genetik. Und trotzdem gehen die Meinungen, Möglichkeiten und Neigungen doch sehr weit auseinander.

Also ich denke, wo es vorwärtsgehen muss, sind tatsächliche Verbesserungen der Möglichkeiten für Frauen und zwar für alle, egal wie sie sich mit Arbeit und Kinderbetreuung entscheiden. Zur Zeit sind Frauen, und vor allem Mütter schlechter gestellt. Das ist ein Skandal in einer angeblich zivilisierten Gesellschaft. Und anstatt sich an die Arbeit zu machen, die Verhältnisse zu verbessern, wird die strukturelle Benachteiligung hier der unemanzipierten persönlichen Einstellung der Frauen zugeschrieben.

Insgesamt find ich es höchst absonderlich, wie es gekommen ist, dass sich die Fähigkeit, in der Frauen dem Mann überlegen sind, nur zum Nachteil der Frauen ausgewirkt hat. Dass sich das Kinderkriegen (Arterhalt!!!) nur als Anlass zur Schlechterstellung, Diskriminierung, Benachteiligung beim Zugang zu Ressourcen und zur Bevormundung und Entmündigung auswirkt. Verrückt.

Also irgendwie haben wir da schlecht verhandelt ^^

Grenzpunkt 0 19.02.2014 | 06:58

"Haut drauf, haut drauf Freie Deutsche Feministen, haut drauf..."

Warum löst der Beitrag von Frau Funk überwiegend diese Reaktion aus?

Warum geht niemand auf die konkreten Zahlen ein, die genannt werden? Warum beträgt der unbereinigte Gender Pay Gap heute in den gebrauchten Bundesländern 26 % und in den neuen nur 8%.

Statt dessen wird auf den Porsche abgehoben. Doch niemand zieht die Statistik heran, dass der Malermeister als männlicher Mensch mit einem geringeren Bildungsabschluss in diesem unseren patriarchalen Land eine deutlich geringere Lebenserwartung als Frau Funk hat.

Statt dessen wird gejammert, dass in den schlecht bezahlten Pflegeberufen 80% der Beschäftigten weiblich sind. Doch dass in den gut bezahlten Lehrerberufen 20% der Beschäftigten männlich sind, stellt kein Problem dar.

Ich habe in der DDR ein Ingenieurstudium absolviert. Wir waren 50m/50w im Jahrgang. Heute sehe ich vor mir im Hörsaal 90m/10w.

Mein erster Kontakt mit dem beschriebenen Barbiedenken fand 1989 auf einem linken Kongress in Köln statt. Zum Abschluss gab es getrennt geschlechtliche Beratungen und danach Diskussionen im Reißverschlussprinzip statt.

Heute kann ich zu dieser Art der Diskussion nur frei nach Charles Bukowski sagen: "Die gleichen Floskeln habe ich schon 1989 gehört, als die Wende gerade ausgebrochen war. Wenn mir einer nach 25 Jahren immer noch mit dem gleichen Scheiß ankommt, macht er sich bei mir nicht gerade besonders beliebt, erst recht nicht, wenn er sich dabei auch noch HIP vorkommt."

Aber Kleingeister v.W. können das sogar noch toppen, indem sie Tippfehler ins Feld führen. Die FC hat sich mal wieder von ihrer besten Seite gezeigt.

In seiner Dresdner Rede von 1992 ging Günter Gaus auf die Geßlerhüte ein, die man grüßen muss, wenn man über DDR sprechen will. Wie lange sollen sie noch stehen?

Sein Buch "Die Welt der Westdeutschen" ist heute noch aktuell.

Die Quintessenz des Artikels ist schon von Herman van Veen formuliert worden: "Mit 30 ist man für sein Gesicht selbst verantwortlich." Frau Funk schreibt keiner Frau vor, welchen Weg sie gehen soll, aber auf dem selbstgewählten Weg sollte man konsequent und konsistent sein.

Magda 19.02.2014 | 10:33

Ich glaub es ist fundamental, dass man den Willen des anderen berücksichtigt. Und es gibt Frauen, die möchten sich um die Kinder kümmern anstatt gewerblich zu arbeiten (Voll- oder Teilzeit).

Also welche Grundlage gibt es dafür, den Frauen vorzuschreiben wie sie leben sollen?

Mal jenseits der Polemik in dem obigen Artikel: Auch die Autorin schreibt nichts vor, sie lästert einfach ein bisschen.

Dass die persönlichen Lebensentwürfe immer viel verschiedener sind als das gerade propagierte Modell - ja sicherlich. Aber, ich habe - als die Wende kam - erlebt, dass man fast alle Frauen-Ost ziemlich schnell zurück an den Herd befördern wollte und die Frauen skandierten: "Wer sich nicht wehrt, kommt an den Herd". Damals gab es die Formel, dass die ganze Arbeitslosigkeit von der verstärkten Erwerbsneigung der Frauen-Ost käme und nicht vom Zusammenbruch der Industrie und Wirtschaft. Heute wird anderes verordnet, weil die Frauen wieder gebraucht werden.So ändern sich immer die entsprechenden Erklärungen.

Es gab himmelschreiende Anwürfe über die fürchterlichen anpasserischen DDR-Kinderkrippen mit dem Töpfchenzwang. Ich musste auch gemeinsam mit anderen Kindern aufs Töpfchen, das war aber in einem katholischen Kinderheim. Die gabs auch.

Und im Westen gab es lange Jahre dieses Rabenmutter-Gebashe, wenn eine Frau sich entschloss, trotz Kind arbeiten zu gehen.

Heute hat sich der offizielle Wind gedreht: Heute ist eine Frau, die zu Hause bleiben will, im Hintertreffen, was den Respekt betrifft oder behauptet das zumindest.

Im Gegenzug werden dann wieder Frauen, die eine Berufskarriere anstreben, zu Komplizinnen neoliberaler Verwertbarkeits-Ideologie definiert.

Fakt ist: Viele, viele Frauen sind gern erwerbstätig. Und viele von ihnen müssen auch arbeiten gehen, sonst reicht es nicht fürs Familienbudget. Das Stichwort heißt da: Vereinbarkeit und Wahlmöglichkeiten ohne ökonomische Zwänge.

Das DDR-Modell - Frauen gehen genau so arbeiten wie die Männer, - hatte sicherlich auch seine zwanghaften Momente. Die jungen Mütter hatten es schwer. Wenn die Krippe anrief und das Kind war krank, dann sprangen jene ein, gern oder unwillig, deren Kinder größer waren oder die keine Kinder hatten und halfen aus. Aber, es machte beide Geschlechter voneinander unabhängig. Ökonomisch gesehen. Die Frauen waren nach einer Scheidung noch immer in der Lage, sich allein zu unterhalten, Männer zahlten für die Kinder einen Unterhalt, der nicht an ihre Existenz ging. So war es gut. Fand ich damals.

Insgesamt find ich es höchst absonderlich, wie es gekommen ist, dass sich die Fähigkeit, in der Frauen dem Mann überlegen sind, nur zum Nachteil der Frauen ausgewirkt hat. Dass sich das Kinderkriegen (Arterhalt!!!) nur als Anlass zur Schlechterstellung, Diskriminierung, Benachteiligung beim Zugang zu Ressourcen und zur Bevormundung und Entmündigung auswirkt. Verrückt.

Tja darüber sinnieren die Feministinnen nun noch heute.

Ein ganz gutes ausgewogenes Interview mit Elisabeth Badinter über die - sich ebenfalls wandelnden - französischen Verhältnisse. Sie ist gegen ein Prostitutionsverbot, aber dennoch mit Alice Schwarzer befreundet. Es geht also beides.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/elisabeth-badinter-im-gespraech-franzoesinnen-sind-zuallererst-frauen-dann-muetter-12680633.html

Hier ein Zitat aus dem Beitrag:

"Aber verlangt das französische Gesellschaftsmodell nicht wirklich von den Frauen, dass sie alles leisten müssen?

Wir müssen uns endlich von der Vorstellung verabschieden, dass es ein perfektes Modell gibt. Natürlich sind die französischen Verhältnisse verbesserungswürdig. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass uns große Verbesserungen durch die verstärkte Rolle der Väter bevorstehen. Je mehr sich die Väter in der Kindererziehung einbringen, je mehr sie auch andere Aufgaben im Haushalt übernehmen, umso geringer wird der Druck, der auf den Müttern lastet. Natürlich ist die Doppelbelastung durch Beruf und Familie mit Stress verbunden. Aber jede Frau sollte selbst entscheiden können, ob sie bereit ist, das in Kauf zu nehmen. Über die tödliche Langeweile der Frauen, die nicht aus freien Stücken zu Hause bleiben, wird viel zu selten gesprochen."

Na, da ist doch beides versammelt.

Rumpelstilzchen 19.02.2014 | 11:25

Sehr geehrte Autorin und Kommentatorinnen,

Vieles ist hier schon geschrieben und kommentiert. Einiges bereichert und anderes wirft Fragen auf.

Eine Frage wäre, warum die Autorin dieses Thema wählte und es dann scheinbar einsichtig und oberflächlich behandelte?

Warum die Arroganz, Provokation und Respektlosigkeit in diesem Artikel?

Mit welchem Ziel?

Ist zu vermuten das die Autorin hier ihre Erfahrung und Bildung im Marketing Bereich nutzte?

Aus der Perspektive der kapitalistischen Vermarktung scheint der Beitrag sehr erfolgreich, dass zeigen hier die zahlreichen Kommentare.

Widerspiegelt dies das eigentliche Interesse der Autorin und des "Freitag"?

Es ist verständlich, dass hier einige Leserinnen sarkastisch auf den Artikel reagieren und sich provoziert fühlen, zu einem konstruktiven Dialog über das eigentliche Thema führt dies allerdings nicht, auch wenn es scheint das der Beitrag an sich, inhaltlich nichts wirklich tiefgreifendes oder neues enthält. Damit will nicht gesagt sein, dass es nicht auch positive Überlegungsansätze gibt.

Der Mangel an Respekt dem Gegenüber, im Artikel und in einigen Kommentaren, führt zu nichts als in eine Sackgasse.

Auch der spätere Kommentar der Autorin ändert daran nichts. Der Versuch die von der Autorin erklärten "Missverständnisse zu beseitigen" scheitert. Warum?…

Hier könnte die Autorin einige Fragen beantworten.

Warum wird Charlotte hier benutzt, verurteilt und in eine Schublade gesteckt, obwohl der Autorin wahrscheinlich nur einigen Minuten oder Stunden bekannt?

Warum suggeriert die Autorin fundierte Erfahrung über die vergangene DDR, wenn sie beim Verfall des Staates gerade acht Jahre alt war und es scheint, dass dies der Grund ist, warum sie in diesem Punkt mit ihrem Text ein nur einseitiges Bild der Umstände zu zeichnen vermag?

Warum versucht die Autorin zu verkaufen, dass das alte Patriarchat nun scheinbar durch ihre Generation überwunden wurde?

Hat die Autorin Kinder und schreibt aus eigener Erfahrung?

Wie schliesst die Autorin aus dem Beruf, den eine Person ausübt, auf deren Bildungsstand?

Wie ist es möglich eine Person zu erkennen und zu beurteilen oder zu verurteilen, über und durch ihren oder seinen Verdienst, das Fahrzeug das sie oder er fährt?

Warum scheint es, dass die Autorin hier versucht eine Beweisführung zur Unterstützung ihrer Auffassung zu konstruieren, anstatt zu fundieren?

Ist es erstrebenswert, dass die Frau sich wie der Mann verhalten muss um sich zu emanzipieren, oder sollten sich beide Geschlechter aufeinander zu bewegen um Veränderungen in der Beziehung zueinander und somit in der real existierenden Gesellschaft zu erzielen?

Ist es nicht so, das die Emanzipation der Frau und des Mannes im Kopf und in der Erziehung der Kinder beginnen?

Und ist es nicht so, dass es wichtiger ist herauszufinden, wie die Emanzipation von Frau und Mann und der Respekt vor der und dem Einzelnen, in die Köpfe der Mehrzahl der Menschen kommt, die letztendlich die Gesellschaft ausmachen und somit mit ihrem Denken und Handeln diese zum Positiven verändern können?

Das Leben und dieses Thema scheinen mehr komplex zu sein als die Autorin und einige Kommentatorinnen uns hier zu verstehen geben.

Der respektvolle Umgang miteinander führt nach Erfahrung eher zur Einsicht und zum gegenseitigen Verständnis. Vielleicht ist die Eine der Anderen dann nicht mehr so fremd.

Vielen Dank.

heutenicht 19.02.2014 | 11:58

„Also ich denke, wo es vorwärtsgehen muss, sind tatsächliche Verbesserungen der Möglichkeiten für Frauen und zwar für alle, egal wie sie sich mit Arbeit und Kinderbetreuung entscheiden.“

Das klingt immer gut, greift aber m.E. zu kurz. Es wird erst echte Veränderung geben, wenn auch Männer das Vereinbarkeitsproblem als ihr ureigenes begreifen, wenn also diese Diskussionen, die seit Jahrzehnten von Frauen oder über Frauen geführt werden, ebenso aus männlicher Perspektive stattfinden bzw. als geschlechterübergreifendes Thema begriffen werden.

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Ehemaliger Nutzer 19.02.2014 | 12:51

In meinen Augen zielt der Artikel genau auf diese Medienfeministinnen ab. Ich würde sie auch nicht Barbie-Feministinnen nennen, sondern Pop- oder Hipsterfeministinnen jener Gattung, die man bereits am Standardtypus erkennt:Ponyfrisur, hochgeknödelte Haare, honigfarbene Eulenbrille (natürlich Ray-Ban) und etsprechend "individuelle" Klamotten dazu. Sie machen stets irgendwas Undefinierbares "mit Medien" und wurden bereits in ihrer braven Mittelstandsfamilie vom Vater verwöhnt. Sie wissen nicht, wie man die einfachsten handwerklichen Probleme löst, aber der Lidstrich sitzt immer perfekt. Sie besitzen die neuesten Appleprodukte, können aber kein einzioges sinnvolles Tastenkürzel, das tatsächliches Arbeiten mit diesen Produkten sinnvoller und schneller gestaltet. Es ist immer dieser Typus Hipsterfeministinn im Aussehen leicht variierbar, der anderen frauen dann eklärt, was Feminismus istz und wann sexuelle Belästigung beginnt. Ich kenne zum Glück nur Frauen, die diese Damen belächeln. Dieser Artikel ist sicher auch nur so provokativ-plakativ geschrieben, damit bei dieser uralten und abgefrühstückten Diskussion überhaupt noch Schreiber angelockt werden. Man sieht es ja, die Schreiber regen sich über sowas noch auf. Vor noch gar nicht so langer Zeit standen hier zum Thema ganz andere Artikel. Blogger, die in der art dieser Autorin reagierten, wurden hier vom Hof gejagt bzw. zensiert. Jetzt versucht man das Pferd offenbar von hinten aufzuzäumen. ;D

silvio spottiswoode 19.02.2014 | 14:51

Als Diskussionsgrundlage finde ich den Artikel sehr gelungen! Im Text wird eindeutig Position bezogen, er polarisiert, verursacht Reibung. Dass sich überhaupt ein/e Autor/in auch hier in die Diskussion einklinkt passiert selten genug, und das ist doch ganz großartig. Mutig macht sie sich angreifbar. Mit einer weiblichen Porschefahrerin aufzuhören ist in jedem Fall auch sehr witzig. Jedenfalls habe ich schmunzeln müssen. Es drängte sich tatsächlich die Frage auf: Unterscheiden sich weibliche Porschefahrerinnen von der männlichen Variante überhaupt? Hihi.

Vor allem, immer wieder interessant: Die Idee unterschiedlicher kultureller Lesbarkeit zwischen Ost und West.

In den vielen z. T. sehr kritischen Kommentaren wurde schon ganz treffend die neoliberale Form des Kapitalismus als gesellschaftliches Problem entlarvt. Aber Frauen kämpfen eben nicht nur dagegen an. Sie haben die doppelte Härte zu bewältigen: Neoliberale Marktwirtschaft und spätpatriarchale Gesellschaftsstrukturen. Sozusagen eine double-bind Situation.

Das Fazit des Texts halte ich für extrem relevant: Dass wir momentan wieder Gefahr laufen alte Errungenschaften kampflos preiszugeben, das sehe ich ebenso. Allgegenwärtig sind wir erneut mit Abschottungsversuchen, Ausgrenzung, Spießigkeit konfrontiert; mit einem sich virulent ausbreitendem, bösartigen Konservativismus-Virus. Da dagegen zu halten ist für alle Gesellschaftsgruppen – Mann oder Frau, gay oder straight, etc. – für jeden einelnen, der in einer offenen Gesellschaft leben möchte, ist das extrem wichtig.

silvio spottiswoode 19.02.2014 | 15:06

Nichts anderes tut meiner Meinung nach aber auch jemand wie Bascha Mika. Das gleiche würde ich ebenfalls von Antonia Baum und der Kriegsreporterin Silke Burmester behaupten wollen. Eine gegen die andere auszuspielen – divide and conquer – hilft der Sache nicht wirklich, im Gegenteil. So unterschiedlich ihre Positionen, jede hat wichtige Dinge zum Themenkomplex beizutragen. Das Problem muss gesamtgesellschaftlich betrachtet werden: Es geht um Frauen allgemein und darum, Männer grundsätzlich mit einzubeziehen! Denn wir bauen unsere Lebensentwürfe ja zusammen, miteinander. Mann und Frau, Jung und Alt, Ost und West ...

Vor allem, wenn wir von Frauen sprechen – Emanzipation, Feminismus – dann sprechen wir indirekt immer auch von Körpern und deren Wahrnehmung als gesellschaftliches Konstrukt. Wie sich eine sieht beruht nie allein auf persönlichen Erfahrungen, sondern immer auch auf dem Resonanzfeld externer, gesellschaftlicher Wertvorstellungen. Hier ist es meiner Meinung nach wirklich wichtig nicht zu vergessen, mit welcher Gewalt Frauen von sich selbst entfremdet werden; durch den zunehmenden Druck der Werbung oder auch der sogenanntne Schönheitsindustrie. Aber eben auch zu keinem geringen Teil durch familiäre Anforderungen und berufliche Pflichten.

Jetzt aber mal ganz was anderes: Ist es möglich, dass im Hintergrund inzwischen permanent am Server rumgeschraubt wird? Systemupdate on the fly? ;-/

silvio spottiswoode 19.02.2014 | 15:08

Nichts anderes tut meiner Meinung nach aber auch jemand wie Bascha Mika. Das gleiche würde ich ebenfalls von Antonia Baum und der Kriegsreporterin Silke Burmester behaupten wollen. Eine gegen die andere auszuspielen – divide and conquer – hilft der Sache nicht wirklich, im Gegenteil. So unterschiedlich ihre Positionen, jede hat wichtige Dinge zum Themenkomplex beizutragen. Das Problem muss gesamtgesellschaftlich betrachtet werden: Es geht um Frauen allgemein und darum, Männer grundsätzlich mit einzubeziehen! Denn wir bauen unsere Lebensentwürfe ja zusammen, miteinander. Mann und Frau, Jung und Alt, Ost und West ...

Vor allem, wenn wir von Frauen sprechen – Emanzipation, Feminismus – dann sprechen wir indirekt immer auch von Körpern und deren Wahrnehmung als gesellschaftliches Konstrukt. Wie sich eine sieht beruht nie allein auf persönlichen Erfahrungen, sondern immer auch auf dem Resonanzfeld externer, gesellschaftlicher Wertvorstellungen. Hier ist es meiner Meinung nach wirklich wichtig nicht zu vergessen, mit welcher Gewalt Frauen von sich selbst entfremdet werden; durch den zunehmenden Druck der Werbung oder auch der sogenanntne Schönheitsindustrie. Aber eben auch zu keinem geringen Teil durch familiäre Anforderungen und berufliche Pflichten.

Jetzt aber mal ganz was anderes: Ist es möglich, dass im Hintergrund inzwischen permanent am Server rumgeschraubt wird? Systemupdate on the fly? ;-/

silvio spottiswoode 19.02.2014 | 15:10

Nichts anderes tut meiner Meinung nach aber auch jemand wie Bascha Mika. Das gleiche würde ich ebenfalls von Antonia Baum und der Kriegsreporterin Silke Burmester behaupten wollen. Eine gegen die andere auszuspielen – divide and conquer – hilft der Sache nicht wirklich, im Gegenteil. So unterschiedlich ihre Positionen, jede hat wichtige Dinge zum Themenkomplex beizutragen. Das Problem muss gesamtgesellschaftlich betrachtet werden: Es geht um Frauen allgemein und darum, Männer grundsätzlich mit einzubeziehen! Denn wir bauen unsere Lebensentwürfe ja zusammen, miteinander. Mann und Frau, Jung und Alt, Ost und West ...

Vor allem, wenn wir von Frauen sprechen – Emanzipation, Feminismus – dann sprechen wir indirekt immer auch von Körpern und deren Wahrnehmung als gesellschaftliches Konstrukt. Wie sich eine sieht beruht nie allein auf persönlichen Erfahrungen, sondern immer auch auf dem Resonanzfeld externer, gesellschaftlicher Wertvorstellungen. Hier ist es meiner Meinung nach wirklich wichtig nicht zu vergessen, mit welcher Gewalt Frauen von sich selbst entfremdet werden; durch den zunehmenden Druck der Werbung oder auch der sogenanntne Schönheitsindustrie. Aber eben auch zu keinem geringen Teil durch familiäre Anforderungen und berufliche Pflichten.

Jetzt aber mal ganz was anderes: Ist es möglich, dass im Hintergrund inzwischen permanent am Server rumgeschraubt wird? Systemupdate on the fly? ;-/

silvio spottiswoode 19.02.2014 | 15:11

Nichts anderes tut meiner Meinung nach aber auch jemand wie Bascha Mika. Das gleiche würde ich ebenfalls von Antonia Baum und der Kriegsreporterin Silke Burmester behaupten wollen. Eine gegen die andere auszuspielen – divide and conquer – hilft der Sache nicht wirklich, im Gegenteil. So unterschiedlich ihre Positionen, jede hat wichtige Dinge zum Themenkomplex beizutragen. Das Problem muss gesamtgesellschaftlich betrachtet werden: Es geht um Frauen allgemein und darum, Männer grundsätzlich mit einzubeziehen! Denn wir bauen unsere Lebensentwürfe ja zusammen, miteinander. Mann und Frau, Jung und Alt, Ost und West ...

Vor allem, wenn wir von Frauen sprechen – Emanzipation, Feminismus – dann sprechen wir indirekt immer auch von Körpern und deren Wahrnehmung als gesellschaftliches Konstrukt. Wie sich eine sieht beruht nie allein auf persönlichen Erfahrungen, sondern immer auch auf dem Resonanzfeld externer, gesellschaftlicher Wertvorstellungen. Hier ist es meiner Meinung nach wirklich wichtig nicht zu vergessen, mit welcher Gewalt Frauen von sich selbst entfremdet werden; durch den zunehmenden Druck der Werbung oder auch der sogenanntne Schönheitsindustrie. Aber eben auch zu keinem geringen Teil durch familiäre Anforderungen und berufliche Pflichten.

Jetzt aber mal ganz was anderes: Ist es möglich, dass im Hintergrund inzwischen permanent am Server rumgeschraubt wird? Systemupdate on the fly? ;-/

emili 21.02.2014 | 07:14

Na dem Mann mit dem Auto haben sie es ja richtig gezeigt. Das hilft allerdings keiner Frau und erst recht nicht der Bewegung. Emanzipation ist kein Wettbewerb.

Frauen werden immernoch jeden Tag, und überall unterdrückt, nicht ernstgenommen und zum objekt gemacht. Sexismus findet überall statt. Das sind grundsätzliche probleme die aufgeklärt und beseitigt gehören.

Da hilt mir auch kein Porsche.

CBS 22.02.2014 | 14:22

Eine Schlussfolgerung Mirna Funks kann ich restlos zustimmen: Diskursverweigerung kann manchal mehr zur Problembearbeitung beitragen als Aussagen, die sich im Geflecht neoliberaler, feministischer, gendersoziologischer (Geschlechterrollen und Geschlechterverhältnisse), erinnerungspolitischer, und deutsch-deutscher Netze verheddern. Am besten wäre der Artikel nicht geschrieben worden.

Darüber hinaus sind vor allem die historischen "Fakten" einfach schlecht recherchiert.

1) Die Pille(Ovosiston) war im Vergleich zur BRD in der DDR erst 4 Jahre spätern nachtentwickelt und marktreif. 1965 statt 1956 ist hier richtig. Ironischerweise war daher laut der Gesundheitsaufklärungsliteratur der DDR in den frühen 60er Jahre die beste Verhütungsmethode die "Frühheirat". Zur Belohnung bekam die Familie, deren weiblicher Part nach Honeckers "Wende" der 70er Jahre dann Mutti hieß, eine Neubauwohnung in den Plattensiedlungen am Rande der Städte - quasi Vorortsiedlung.

2) Wie paygaps errechnet werden und dass sich darin vor allem die Ungleichheiten der Bezahlung zwischen "Wirtschaft" und "öffentlicher Dienst" widerspiegelt ist wenig reflektiert. Lassen sie mich das mal so ausdrücken: Wenn BMW, Bayer und Daimler ihre Sitze in den Kreisen und Bezirken - heute Länder - der ehemaligen DDR hätten, wäre der paygap in den "neuen Bundesländern" auch größer.

3) Was Geschlechterrollen und Geschlechterrollenverhältnisse in der DDR anbetrifft würde ich ganz stark mehrer Blicke in die Arbeiten von Ina Merkel empehlen. In diesen kann frau mehr lernen als in Mirna Funks Artikel.

eulen nach athen 23.02.2014 | 19:09

die kritik an diesem artikel dreht sich im wesentlichen um die ablehnung der erwerbstätigkeit von frauen.

westliche frauen und mütter halten an ihrem status als versorgte, abhängige (hinzuverdiener-)hausfrauen fest und deklarieren ihn als "feministisch".

dies ist der dreh- und angelpunkt des westlichen "feminismus", der die bürgerlich patriarchalen verhältnisse des 19. jahrhunderts aufrechterhalten will, nur unter einem neuen lable – umgedeutet als widerstand gegen neoliberale martkwirtschaft. dabei ist es genau dies nicht. es ist die festschreibung patriarchaler rollen- und machtverhältnisse.

Rumpelstilzchen 24.02.2014 | 12:48

"westliche Frauen und Mütter" … "dies ist der Dreh und Angelpunkt des westlichen 'Feminismus' "…

Also mal durchatmen….

Es scheint sie reihen sich in die Oberflächlichkeit des eigentlichen Beitrages ein. Schwarz und weiss, Ost und West, die Welt scheint farbenreicher zu sein als sie sie beschreiben.

Es wundert nicht, dass der Feminismus in Ost und West sich unterschiedlich entwickelt haben, da die Bedingungen, gesellschaftlichen Strukturen und somit die Bedürfnisse unterschiedlich waren.

Das macht den Einen nicht schlechter oder besser als den Anderen. Beide unterlagen dem Einfluss und der Wechselwirkung mit der real existierenden Gesellschaft des Jeweiligen und sind sehr vielfaltig und komplex in der Erklärung und der Erfahrung.

Dennoch entwickelten sie sich beide aus zwar unterschiedlichen, aber patriarchalischen Gesellschaftsordnungen heraus, mit dem Ziel die Bedingungen der Frauen zu verbessern. Darin liegt die Gemeinsamkeit und dass kann nicht negiert werden. Wenn beide Seiten dass lernen zu respektieren, können Verständnis füreinander gefunden und an einer gemeinsamen Linie gearbeitet werden. Zu behaupten, oder zu suggerieren die Eine hat sich besser entwickelt als die Andere ist einfach kontraproduktiv da beide Entwicklungen nicht vergleichbar sind, sie haben sich einfach nur unterschiedlich entwickelt aus schon genannten Gründen.

Das die Autorin glaubt was sie schreibt ist eine Sache, das sie behauptet und suggeriert, dass sie und einige Frauen in ihrem Umkreis das Patriarchat überwunden haben, ist narzisstisches Denken und einfach eine Illusion.

Das die Autorin und diese Frauen, durch ihre Erziehung, der Wahl ihrer Lebensweise, durch die Wahl des Wohnortes und des Berufes (das sind nur einige mögliche Beispiele) eine Nische in der Gesellschaft gefunden haben, wo sie scheinbar weniger unter dem Einfluss und der Macht des Mannes stehen, kann man ihr oder ihnen eingestehen.

Aber das trifft nicht auf die allgemeine real existierende Gesellschaft und somit die Mehrzahl der Frauen zu und ist auch in den meisten Bereichen der real existierenden Gesellschaft nicht so einfach umsetzbar.

Es erfordert einen Prozess und Umdenken der sich auf viele Ebenen erstreckt.

Ein Beispiel zur Erklärung: Wenn Frau oder Mann als Homosexuelle in Berlin Kreuzberg, Schöneberg oder Prenzlauer Berg lebt, kann sie oder er das eigene Leben in dieser Hinsicht, wahrscheinlich freier, sorgloser und glücklicher Leben als in einer Kleinstadt oder einem Dorf irgendwo in Deutschland. Sie oder Er hat einen Wohnort gefunden wo Homosexualität kulturell mehr akzeptiert ist. Kann jemand nun daraus schliessen, dass das überall so gelebt werden kann? Ganz bestimmt nicht.

Auch die Verallgemeinerung in ihrem (Eulen der Nacht) letzten Abschnitt ist einfach nicht richtig und objektiv.

Die Frau ist nunmal kein Mann, egal wie sie es drehen. Nur die Frau hat die körperliche Schwangerschaft, körperliche Geburt, das Stillen des Kindes und somit eine erhebliche Verantwortung für das Kind in den ersten Jahren des Lebens.

Nun ist die Frage, soll die Frau sich den Bedingungen der real existierenden Gesellschaft anpassen, was sich wahrscheinlich auf Kosten des Kindes auswirkt und einer erheblichen Mehrbelastung der Frau, oder kann die Gesellschaft und das schliesst Frau und Man ein, in Respekt vor der Frau und Anerkennung ihrer "unveränderbaren Rolle" aus biologischer Sicht und Tatsache und zum Wohle des Kindes, Wege finden eine Gleichberechtigung herzustellen.

Es könnte hier unendlich weiter geschrieben werden.

Faktisch ist, der ursprüngliche Beitrag ist so polemisch, oberflächlich und leider in keiner Weise fundiert geschrieben, dass er dadurch seinen Sinn verliert, da helfen auch weitere Erklärungen nicht.

Rumpelstilzchen 24.02.2014 | 13:02

"westliche Frauen und Mütter" … "dies ist der Dreh und Angelpunkt des westlichen 'Feminismus' "…

Also mal durchatmen….

Es scheint sie reihen sich in die Oberflächlichkeit des eigentlichen Beitrages ein. Schwarz und weiss, Ost und West, die Welt scheint farbenreicher zu sein als sie sie beschreiben.

Es wundert nicht, dass der Feminismus in Ost und West sich unterschiedlich entwickelt haben, da die Bedingungen, gesellschaftlichen Strukturen und somit die Bedürfnisse unterschiedlich waren.

Das macht den Einen nicht schlechter oder besser als den Anderen. Beide unterlagen dem Einfluss und der Wechselwirkung mit der real existierenden Gesellschaft des Jeweiligen und sind sehr vielfaltig und komplex in der Erklärung und der Erfahrung.

Dennoch entwickelten sie sich beide aus zwar unterschiedlichen, aber patriarchalischen Gesellschaftsordnungen heraus, mit dem Ziel die Bedingungen der Frauen zu verbessern. Darin liegt die Gemeinsamkeit und dass kann nicht negiert werden. Wenn beide Seiten dass lernen zu respektieren, können Verständnis füreinander gefunden und an einer gemeinsamen Linie gearbeitet werden. Zu behaupten, oder zu suggerieren die Eine hat sich besser entwickelt als die Andere ist einfach kontraproduktiv da beide Entwicklungen nicht vergleichbar sind, sie haben sich einfach nur unterschiedlich entwickelt aus schon genannten Gründen.

Das die Autorin glaubt was sie schreibt ist eine Sache, das sie behauptet und suggeriert, dass sie und einige Frauen in ihrem Umkreis das Patriarchat überwunden haben, ist narzisstisches Denken und einfach eine Illusion.

Das die Autorin und diese Frauen, durch ihre Erziehung, der Wahl ihrer Lebensweise, durch die Wahl des Wohnortes und des Berufes (das sind nur einige mögliche Beispiele) eine Nische in der Gesellschaft gefunden haben, wo sie scheinbar weniger unter dem Einfluss und der Macht des Mannes stehen, kann man ihr oder ihnen zugestehen.

Aber das trifft nicht auf die allgemeine real existierende Gesellschaft und somit die Mehrzahl der Frauen zu und ist auch in den meisten Bereichen der real existierenden Gesellschaft nicht so einfach umsetzbar.

Es erfordert einen Prozess und Umdenken der sich auf viele Ebenen erstreckt.

Ein Beispiel zur Erklärung: Wenn Frau oder Mann als Homosexuelle in Berlin Kreuzberg, Schöneberg oder Prenzlauer Berg lebt, kann sie oder er das eigene Leben in dieser Hinsicht, wahrscheinlich freier, sorgloser und glücklicher Leben als in einer Kleinstadt oder einem Dorf irgendwo in Deutschland. Sie oder Er hat einen Wohnort gefunden wo Homosexualität kulturell mehr akzeptiert ist. Kann jemand nun daraus schliessen, dass das überall so gelebt werden kann? Ganz bestimmt nicht.

Auch die Verallgemeinerung in ihrem (Eulen der Nacht) letzten Abschnitt ist einfach nicht richtig und objektiv.

Die Frau ist nunmal kein Mann, egal wie sie es drehen. Nur die Frau hat die körperliche Schwangerschaft, körperliche Geburt, das Stillen des Kindes und somit eine erhebliche Verantwortung für das Kind in den ersten Jahren des Lebens.

Nun ist die Frage, soll die Frau sich den Bedingungen der real existierenden Gesellschaft anpassen, was sich wahrscheinlich auf Kosten des Kindes auswirkt und einer erheblichen Mehrbelastung der Frau, oder kann die Gesellschaft und das schliesst Frau und Man ein, in Respekt vor der Frau und Anerkennung ihrer "unveränderbaren Rolle" aus biologischer Sicht und Tatsache und zum Wohle des Kindes, Wege finden eine Gleichberechtigung herzustellen.

Es könnte hier unendlich weiter geschrieben werden.

Faktisch ist, der ursprüngliche Beitrag ist so polemisch, oberflächlich und leider in keiner Weise fundiert geschrieben, dass er dadurch seinen Sinn verliert, da helfen auch weitere Erklärungen nicht.

Rumpelstilzchen 03.03.2014 | 04:11

Nun unter Kritik Jammern zu verstehen, ist eine interessante geistige Herführung.

Und das niemand ihrem Befehl "Hört auf damit und emanzipiert Euch endlich! " folgt, hat seine Gründe, einerseits gibt es unterschiedliche Individuen und somit unterschiedliche Meinungen, andererseits verstehen die meisten hier offensichtlich etwas anderes unter Emanzipation als sie und Frau Funk, und folgen nicht gerne dem militärischen Aufruf.

BumbleBee 07.03.2014 | 12:25

Müssen Sie nicht (wobei das interpretierte "Militärische" schon ein heftiges Schmunzeln meinerseits bewirkte). Ob nun kritisieren oder jammern: Völlig egal, alles nur vorerst leere Bezeichner für obige Äußerungen (also das Bezeichnete) in immerhin über 100 Kommentaren. Und ja: Ihre Meinung ist mindestens so viel wert wie meine, das bestätige ich Ihnen gern und ohne jegliche Ironie.

In diesem Sinne, und hier zwinkere ich Ihnen dann doch wieder verschmitzt zu: Jammern (oder in Ihrem Duktus: kritisieren) Sie gern weiter, wie Ihnen gutdünkt. Ich habe überhaupt nichts dagegen. Mir geht's mit und ohne prima. :-)

philipp9x 09.03.2014 | 06:45


@ CBS


In den Arbeiten von Ina Merkel lässt sich lernen, dass es heute in der ostdeutschen Provinz wenig Möglichkeiten gibt. Das ist weder neu, noch originell, noch bringt es den Feminismus weiter.

Ina Merkel war so glücklich, mit ihren Banalitäten der "Konsumkultur", über die sie promovierte, eine Professorenstelle in der westdeutschen Provinz vor 14 Jahren ergattern zu können.

Besprechung von: Ina Merkel "Utopie und Bedürfnis. Die Geschichte der Konsumkultur in der DDR" (Dissertation 1999, Köln, Böhlau Verlag) - http://www.perlentaucher.de/buch/ina-merkel/utopie-und-beduerfnis.html

"Im Fazit zeigt sich die Rezensentin jedoch ernüchtert: die Vermutung, dass weniger Revolutionsideale als vielmehr die verlockende Konsumwelt die Menschen 1989 auf die Strasse getrieben hat, werde in Merkels Buch letztlich bestätigt."

Diese banale Erkenntnis möchte ich, der ich Augenzeuge des Jahres 1989 in Berlin und Ungarn war, bestätigen. Den Feminismus hat die Konsumwelt nicht weitergebracht, eher im Gegenteil!

Und - wie so oft - erschinen von Ina Merkel keine Arbeiten (Bücher, Biografien) mehr, nachdem sie zur Professorin berufen worden war. Siehe: portal.dnb.de

Rumpelstilzchen 09.03.2014 | 23:33

Das Schmunzeln hat vielleicht mit fehlender Erfahrung zu tun und könnte als Verlegenheit gesehen werden.

"Hört auf damit und emanzipiert Euch endlich! " klingt ohne Argumente, wie aus dem Munde eines Superior. Da helfen auch ihre Aufwertungen und Vergleiche nicht.

Es scheint doch, Sie reihen sich hier perfekt in ihrer erwähnten Leere ein.

Ihr verschmitztes Zwinkern zeugt einmehr von verlegenem, gleichzeitig zu sehr gespielten Sarkasmus und von einem etwas gedrungenem Humor und bringt einem dann doch zum lachen.

Auch Ironie ist schätzenswert, wenn sie fundiert daher kommt.

Aus diesem Grund "dünkt Ihr Duktus" auch einwenig nach militärischen Aufruf und damit aufzwingend, anstatt überzeugend.

Wenn die Argumente fehlen, bleibt einem nur noch das Schweigen oder der Befehl, dass kennt man ja vom Militär, da bedarf es keiner Argumente.

Somit ging es weniger darum, ob Sie etwas dagegen haben, oder es Ihnen mit oder ohne prima geht.

Und herzlichen Dank, für Ihre Sprach Genehmigung.

Es bleibt zu hoffen, Ihrem Schmunzeln folgt jetzt ein herzliches Lachen über die eigene Selbstgefälligkeit. Nun man will doch nicht als humorlos gelten, auch nicht als Superior, oder?

BumbleBee 10.03.2014 | 09:51

Und mir geht es immer noch prima. Und darüber kann ich mich freuen und lachen, aber ja doch. Wer das Wertschätzten seiner/ihrer Meinung als "Sprach Genehmigung" (sic!) sieht, dem/der wünsche ich eigentlich nur dasselbe. Selbstgefällig sind Sie damit schon von ganz allein. Ja, vielmehr kann ich dazu eigentlich auch nicht mehr sagen (Ist das evtl. die Leere, in die ich mich hier einreihe? Ja, vielleicht... aber dann kann ich mich recht gut mit ihr arrangieren gebe ich zu)

PS: Wow, danke, dass Sie mich zum Superior erklären. Das ist mir ja fast schon ein wenig unangenehm ob meiner Bescheidenheit. Aber nun gut, ich bedanke mich wie gesagt gern dafür und nehme es als ganz vorzügliches Kompliment an.

karamasoff 05.05.2015 | 20:26

Oder man schlägt Ulrike Meinhof, "Die Würde des Menschen ist antastbar" S.125 u. auf und liest:

"Zweite Frage: Hat die Lage der Arbeiterinnen etwas mit den Minderwertigkeitskomplexen der gebildeten und Mittelstandsfrauen zu tun und der oft so erstaunlichen geistigen Enge der Ehefrauen von Politikern und andern Gesellschaftsinhabern in Führungspositionen von Bürokratie und Wirtschaft?"

Das war 1968 und die Frage scheint mir immer noch genauso berechtigt, wie man sicher sein kann, daß einem der Vorwurf "alter Käse" entgegenstinkt. Ausser daß aus berichtigender Emanzipation gefälschte Gleichberechtigung wurde, hat sich nicht wirklich etwas getan. Der Rest ist imaginierende "ich will so bleiben wie ich bin"-Romantik, die eine Erfolgs-Vita mit Tageserlebnissen aus der Zirkulationssphäre zur Vulgärkritik mit Alltagsprache zerfasern.

Und herzlichen Glückwunsch zum "Ich verdiene nicht nur mehr als der Fiat-Fahrer". Die Gründefür eine "fehlende Autonomie" anderer DAMIT und einem "76 Prozent sind weiterhin von einem Mann abhängig" die Vita anderer zu erklären sind nicht überzeugend.