Ekkehard Knörer
Ausgabe 2913 | 22.07.2013 | 06:00 10

Er wollte nur spielen

Fernsehfilm Götz George gibt seinen ins Naziregime zumindest verwickelten Vater Heinrich in "George" als eine Figur, mit der die Deutschen sich einrichten können

Er wollte nur spielen

„George“ heißt der Film, George heißen Vater und Söhne. Mindestens so sehr wie um Vater Heinrich geht es um den jüngeren Sohn Götz

Foto: SWR

Götz war des Vaters letztes Wort, so erzählt es der Film George, der im Titel auf jede Vornamensnennung verzichtet. Das hat seine Gründe. Es geht nämlich um Götz George mindestens ebenso sehr wie um Vater Heinrich George, um dessen Verwicklung ins Naziregime der Film sich eigentlich dreht. Gleich zu Beginn von Joachim Langs Dokufiktion schließt der Vater bei einem Besuch im Lager den Sohn in die Arme, später dieselbe Szene noch einmal: Götz als Vater küsst Sohn („Putzi“), außerdem stapft Götz George selbst mit Jan, dem älteren Bruder, in Dokumanier und unausgeleuchteten Bildern durch den Film. Erinnerungsparcours durch die Villa der Kindheit: War doch früher größer. Hier hing der Beckmann. Zur Götzografie wird das durch die Einfügung von Making-of-Szenen, in denen man erlebt, wie Götz sich in Heinrich verwandelt. Ausstrahlung zum 75. von Götz-Sohn.

Er, Götz-Sohn, hat sich bitten lassen, jahrelang, bevor er Götz-Vater zu spielen bereit war. Da waren die Zweifel: „Kann ich diese wunderbare, überbordende Figur überhaupt darstellen? Reicht meine Strahlkraft dafür aus?“ Die Zweifel wurden beseitigt, Regisseur Joachim Lang hat ihn rumgekriegt: „Er ist sehr hartnäckig. Sehr lieb und weich, aber auch ein Überzeugungstäter.“ Und siehe da, beim Essen kam Appetit: „Die Opulenz, die Sprache, es war alles da, das waren die georgischen Gene.“ Kann man nachlesen in all den Interviews, die George schlecht gelaunt gab, dem Spiegel, dem Stern und sogar TV Spielfilm. Mit der ARD ist George dabei gar nicht zufrieden: Film um sieben Minuten gekürzt, schlechter Sommertermin, und irgendwie erinnert ihn das mit den Interviews doch auch an den Vater und das Dritte Reich: „Es ist zwar nicht zu vergleichen, aber auch heute wird Druck auf Schauspieler ausgeübt. Ich zum Beispiel gebe nicht gern Interviews, muss das auf Druck der Sender aber tun.“ Gut, dass wir nicht verglichen haben.

Überzeugungstäter ist im Übrigen ein gutes Stichwort. Denn das war der Vater nicht, sagt Götz, sagen im Wesentlichen auch die Fakten, wenngleich von Widerstand auch keine Rede sein kann. Er hielt bis zuletzt öffentliche Lobreden auf Hitler und ließ sich willfährig vor ein paar der hässlichsten Nazikarren spannen, bis hin zu Jud Süß und dem letzten Durchhaltefilm Kolberg. Resümee Götz: „Ein zwiespältiger Mensch in einer zwiespältigen Zeit.“ (Zwiespältige Zeit? Lag vielleicht am zwiespältigen Führer.) Dabei aber immer auch: „ein Deutscher, im besten Sinn des Wortes“. Und: „Man muss das aus der Diktatur heraus sehen.“ Die Verteidigungslinie ist klar: Heinrich George hat ein paar bedrohten Leuten geholfen und war unpolitisch, er wollte nur spielen. Aber bitte auf deutschen Bühnen und in deutschen Filmen, nicht in Hollywood, wie er es hätte tun können und wie es andere taten; nein, das wollte er nicht, weil ihm die Vereinigten Staaten zu oberflächlich waren, zu amerikanisch. Denn als Deutscher im besten Sinn des Wortes ist man ja Künstler.

Die doppelte Nummer sicher

George, der Film, ist kaum der Rede wert. Es handelt sich um die von Horst Königstein und Heinrich Breloer her bekannte Mixtur aus Fiktion und dokumentarischer Rekonstruktion (Die Manns, Speer und Er). Joachim Lang, SWR-Mann, Brecht-Kenner und Tigerenten-Club-Erfinder, war 2001 Koautor von Königsteins Dokudrama Jud Süß – Ein Film als Verbrechen?, ist also mit dieser Sorte von spezifisch deutschem Genrehybrid vertraut. Wo aber einst ein analytischer Impetus, die Einsicht in die Grenzen der Illusion und der Talking-Head-Dokumentation gewesen sein mag, ist längst nur noch Illustration und doppelt gemoppelte Nummer sicher. Die Fiktion führt vor Augen, die Doku beglaubigt. Zwei komplementäre Figuren, die hohl werden, wo die Fiktion bräsiges Staatsschauspiel bleibt und die Doku nichts für sich stehen lässt, weil sie ihre Zeugen von vornherein passend auswählt und für ihre Thesen instrumentalisiert.

Nur zum Beispiel: Als einer der Mitinsassen Georges in Sachsenhausen taucht der großartige Schriftsteller Giwi Margwelaschwili auf. Was er sagt, ist noch aus dem Kontext gerissen hochinteressant, aber er wird nur zu Bestätigungszwecken dazwischengeschnippelt. Wie zwei Einbeinige stützen und bestätigen Fiktion und Doku einander. Schließlich steht die These vom zwiespältigen Mann von Anfang an fest. Und so geht es vom dokumentarischen Villenbesuch halluzinatorisch hinüber, dann steht da Hanns Zischler als Max Beckmann neben dem Vater vor dem Beckmann-Gemälde, an das sich die Söhne sieben Jahrzehnte später erinnern. Oder immer wieder der gleitende Wechsel von Schwarz-Weiß in Farbe, wenn historisches Filmmaterial von neu gedrehten Spielszenen fortgesetzt wird. Hier blenden sich Heinrich und Götz mehr als einmal übereinander.

Nur leider, Gene hin, Gene her: Götz-Sohn als Götz-Vater macht keine gute Figur. Dass er heute viel älter ist, als der Vater je wurde, und also über weite Strecken einen 30 Jahre jüngeren Mann darstellen soll: geschenkt. Ohnehin gibt es Gründe, die im Kern sentimentale Saft-und-Kraft-Schauspielerei von Heinrich George, der das Genie, für das er sich hielt, immer mitspielt, problematisch und meist auch wenig erträglich zu finden. Der Sohn aber, der oft furchtlos und in manchen ihm auf den Leib geschriebenen Rollen fabelhaft war, wird hier nur noch von seinen Manierismen zusammengehalten – atemloses Bellen auf Kothurn, Götz George als Faust, „Habe nun ach …“: Das ist so schlimm, wie es klingt.

Neben dem SWR (plus weiteren ARD-Sendern plus Arte) steht hinter George Nico Hofmanns allgegenwärtige Fernsehproduktionsfirma Teamworx, die zuletzt mit dem Mehrteiler Unsere Mütter, unsere Väter auffällig wurde. Ästhetisch hat der neue Film mit den üblichen Event- und Opulenzproduktionen aus der Historienabteilung von Teamworx (Hindenburg, Dresden) wenig zu tun, ideologisch reiht er sich aber in den Softcore-Revisionismus des Labels ein. Die Grundbewegung all dieser Projekte filmischer Geschichtspolitik ist dieselbe: Deutsche, die Täter sind, so wird uns vor Augen geführt, waren immer auch Opfer. Opportunistisch, verführ- und auch verrohbar, keine Engel, aber eben auch unsere Mütter, unsere Väter, unsere Onkel und Tanten, Opas und Omas. Die deutsche Geschichte: ein Familienzusammenhang.

Und bald Nationalheiligtum

Es geht dabei nicht zuletzt um Einübung in eine spezifische Perspektive. Wir sollen den Blick derer übernehmen, die Schuld auf sich luden, deren Verhalten sich aber als erklär- und entschuldbar erweist. Nur hinreichend einfühlen müssen wir uns. Dann sehen wir Opfertäter, zwiespältige Menschen in zwiespältiger Zeit. Versöhnung ist nachträglich möglich. Dazu bedarf es einer Ästhetik, die auf Emotion setzt, nicht auf Analyse, auf Tränen, nicht auf Denken, auf das Süffige, nicht auf das Trockene. Anspruch soll aber, jedenfalls in den öffentlich-rechtlichen Produktionen, auch irgendwie sein, darum lässt man sich ausdrücklich von Historikern beraten. Mit dem knoppbewährten Sönke Neitzel hatte Nico Hofmann jüngst aber Pech, der hat in Unsere Mütter, unsere Väter ein bisschen zu viel Antisemitismus vom deutschen aufs polnische Konto gebucht. Wichtig ist, weil besonders das Fernsehpublikum schwer von Begriff ist, die überdeutliche Explikation, in Stil- und Tonlagen wählt man stets den Middlebrow-Weg. Wenn einer wie Oskar Roehler mit seinem Kitschmelodram Jud Süß –Film ohne Gewissen sich auf allemal interessantere Abwege wagt, wird er von Feuilleton und Publikum entsprechend mit Verachtung gestraft.

Der Götz- und Heinrich-Komplex passt in diese Kontexte perfekt. Die Söhne sprechen für den Vater, der Vater ist mehr als nur Deutscher, nämlich gar Künstler. Er hat gebüßt, wurde von den Sowjets ins Lager gesteckt und hat mit dem Leben bezahlt. Das ist die Sorte Papafigur, mit der sich die nationale Erinnerung einrichten kann. Götz George hat schon seinen Stern auf dem peinlichen „Boulevard der Stars“ am Potsdamer Platz in Berlin. Unlängst kam die Nazisse Thea von Harbou dazu. Demnächst holen wir dann sicher auch Heinrich George heim als Nationalheiligtum.

"George" läuft am 22. Juli auf Arte (20.15 Uhr) und am 24. Juli in der ARD (21.45 Uhr)

 

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 29/13.

Kommentare (10)

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Ehemaliger Nutzer 22.07.2013 | 10:50

Gut geschrieben, aber trotz Ihres Aufenthaltes in Austin, NYC und Baltimore sehen Sie die Geschichte als ein Deutscher und nicht als ein ferner Betrachter, wodurch Ihnen die Kritik an George zu provinziell gerät. Jeder Schauspieler den ich kenne, widerlegt durch sein Verhalten die Theorie, dass sich die Erde mit ihm darauf um die Sonne bewegt. Es verwundert doch da überhaupt nicht, dass ein Schauspielersohn seinen Schauspielervater in der Art und Weise verteidigt. Im Gegenteil wäre eine andere Reaktion in der Tat ein Wunder.

Sie hätten an diesem Beispiel wundervoll herausarbeiten können, wie Selbstbetrug und Feigheit funktioniert, aber eben auch, dass dieses Verhalten in jedem Menschen steckt. Nur deshalb funktionieren Diktaturen und das, Herr Knörer, müssten Sie wissen.

mariola 22.07.2013 | 15:31

"Sie hätten an diesem Beispiel wundervoll herausarbeiten können, wie Selbstbetrug und Feigheit funktioniert, aber eben auch, dass dieses Verhalten in jedem Menschen steckt. Nur deshalb funktionieren Diktaturen und das, Herr Knörer, müssten Sie wissen."

Ja, Diktaturen funktionieren - verkürzt ausgedrückt - durch massenhafte Feigheit. Aber in jeder Diktatur gab und gibt es auch Ausnahmen - Menschen, die den ungeheuren Mut aufbringen, sich zu widersetzen. Allerdings finde ich es offensichtlich, dass die Kenntnis dieser Zusammenhänge dem Artikel von Ekkehard Knörer zugrunde liegt und in der Betrachtung des Gegenstands zum Ausdruck kommt.

Den besprochenen Film werde ich mir ansehen, aber genau so, wie Herr Knörer ihn beschreibt, stelle ich ihn mir schon jetzt vor. Abgesehen von meiner Auffassung, dass die schauspielerische Wandlungsfähigkeit Götz Georges deutlich überschätzt wird, befürchte ich das von Herrn Knörer gekennzeichnete "Strickmuster" dieses Films, seit ich weiß, dass er gedreht wurde. Erster Hinweis für diese Befüchtung war für mich der Produzentename Nico Hofmann.

MathisOberhof 22.07.2013 | 17:52

Ach ihr Klugen und Korrekten! Rechtfertigt all das aufgezählte Versagen des ehemaligen KPD-Sympathisanten Heinrich George denn dies Ende, wie es wikipeia beschrieb?

"

Im Juni 1945 wurde er aufgrund einer Denunziation verhaftet und vom sowjetischen Geheimdienst NKWD zuerst in Hohenschönhausen, dann im sowjetischen Speziallager Nr. 7 Sachsenhausen interniert. Dort starb der einst massige Mann völlig entkräftet am 25. September 1946 kurz vor seinem 53. Geburtstag vermutlich an einem Hungerödem. Die Lagerverwaltung hatte den praktischen Arzt Dr. Schumann gedrängt, als Todesursache „An den Folgen einer Blinddarmoperation“ einzutragen, was dieser als offenkundig falsch jedoch ablehnte.

Die Gebeine wurden erst 1994 nach Angaben eines Mithäftlings in einem Waldstück bei Sachsenhausen gefunden und mittels einesDNS-Vergleichs mit seinen Söhnen identifiziert. Sein Ehrengrab der Stadt Berlin befindet sich auf dem Städtischen Friedhof Berlin-Zehlendorf im Feld 13."

nein! Ohne Anwalt, ohne rechtsstaatliches Verfahren, einfach verhungern lassen Und anschliessende verscharren!

zumindest erwähnen müsste man es......

Maria Jacobi 22.07.2013 | 18:42

@ J.Taylor

"Sie hätten an diesem Beispiel wundervoll herausarbeiten können, wie Selbstbetrug und Feigheit funktioniert, aber eben auch, dass dieses Verhalten in jedem Menschen steckt. Nur deshalb funktionieren Diktaturen und das, Herr Knörer, müssten Sie wissen."

Auch Sie, J. Taylor, müssten wissen, dass so nicht nur Diktaturen, sondern auch Demokratien, vor allem solche von unserer gegenwärtigen Art, funktionieren. Denn nur auf den Schultern einer Mehrzahl feiger (ich will meine wirkliche Meinung lieber nicht sagen, weil ich sonst der Ächtung des Mainstreams anheimfalle) und selbstbetrügerischer ( ich wähle lieber wieder die Regierenden, da weiß ich wenigstens, was ich habe) Bürger kann man regieren. Wenn jede kleine Handlung der Regierung Menschen in Massen aus Opposition auf die Straßen treiben würde, wäre der Staat unregierbar. Opportunismus seiner Bürger ist die Grundlage der Regierungsfähigkeit eines Staates.

Johannes Renault 22.07.2013 | 19:51

"Deutsche, die Täter sind, so wird uns vor Augen geführt, waren immer auch Opfer."

Viele Opfer machen viele Täter.

Im Handwerk sind es die Abwesenden die in ihrer Abwesenheit für Verfehlungen des Personals oder bei unklarer Schuldzuweisbarkeit herangezogen werden - in Rede der Bezichtigten.

Keine FAZ.NET war mehr da, seid langem nicht. Der Rest sowieso nicht. Nichts alls Schweigen, bei allem Handeln und siegen. Sieg über Sieg, Camel-Ohne rauchen im Halbdecker überm Potsdammer Platz. Coca Cola 1943, kein Problem.

Aber komm mir nicht mit den Juden (2008), auf dass wir nicht wieder "als Aktienpakete dieser internationalen Geld- und Finanzverschwörer angesehen werden, dann auch jenes Volk mit zur Verantwortung gezogen werden wird, das der eigentlich Schuldige an diesem mör- derischen Ringen ist: Das Judentum! Ich habe wei- ter keinen darüber im Unklaren gelassen, dass dieses Mal nicht nur Millionen Kinder von Europäern der arischen Völker verhungern werden, nicht nur Millionen erwachsener Männer den Tod erleiden und nicht nur Hunderttausende an Frauen und Kindern in den Städten verbrannt und zu Tode bombardiert werden dürften, ohne dass der eigentlich Schuldi- ge, wenn auch durch humanere Mittel, seine Schuld zu büssen hat."

Ich weiss, nicht so geil - ne?

Unsere Omas und Opas wussten es.

Aber alle schwiegen. Kein TV, kein Radio, null Presse.

voi·là tout

Jetzt aber kommen wir!

Don Isi 23.07.2013 | 09:03

Ich habe mir gestern "George" auf ARTE angesehen. Ich fand den Film teils gelungen. Heinrich George hätte nicht von seinem Sohn Götz gespielt werden dürfen. Der Film geriet allzusehr zur Selbstdarstellung unseres nun 75 Jahre alten Mimen. Als Sohn ist er parteiisch. Teils, weil er seinen Vater vielleicht schützen möchte und teils, weil er sich gegenüber seinem als Erinnerung weiterlebenden Vater beweisen möchte. Das Thema ist schlicht zu ernst, als dass man hier einen auf Zuschauertherapeut machen möchte. Dennoch sind meiner Meinung nach in kleinen .... fast versteckten Szenen die verschiedenen Gesichter des Mannes herausgekommen. Die Angst, die Feigheit, das Blindsein und die immer stärker werdende Verstrickung. Der Faust, der auch bei Gustav Gründgens eine große Rolle spielte, spielte auch bei George eine große Rolle. Und das ist nur logisch. Der Faust ist eine Figur, die am besten von einer verführten und auf schlimme Art und Weise erniedrigten Figur gespielt werden kann, die schließlich und endlich doch noch irgendwie den Dreh für sich gefunden hat und über das Erlebte berichten möchte. Gerade Künstler wie Gründgens oder George können sich da einfühlen. Götz George jedoch scheitert schon an dem "Habe nun... ach....." weil er den schlimmen Zwiespalt und Selbstzweifel nicht so intensiv fühlen kann. Die Dokumentation ist interessant, weil sie verschiedene, kaum bekannte Dinge beleuchtete. Heinrich George ist nach dem Krieg in Deutschland (so meine Empfindung) totgeschwiegen worden. Umso interessanter ist es, dass man dies alles einmal sehen konnte. Heinrich George wurde auf eine Art und Weise umgebracht, wie es in Deutschland nach dem Krieg tausendfach geschah. Wie es beispielsweise auch Sozialdemokraten wiederfuhr. Paradoxerweise (oder vielleicht auch logischerweise... ich weiß es nicht) in den gleichen KZs, in denen auch die Nazis schon mordeten.

Kaiserbubu 23.07.2013 | 18:00

Sehr beeindruckende Dokumentation. Mich hat es sehr bewegt zu sehen in welchem Zwiespalt Heinrich Georege stand. Die Helden der Gnade der späten Geburt, die sich hier vollkommen empathielos als Scharfrichter aus dem bequemen Sessel ein Urteil über Feigheit und Schuld anmaßen würde ich selbst gerne in dieser Zeit sehen. George war ein Vollblut Schauspieler, aber kein Vollblut Nazi. Wenn man die Kommentare liest verschwimmen die Grenzen aber zu Unrecht. Eine gelungene Produktion mit einem Götz George der es nicht einfach hatte in dieser Rolle.

GEBE 24.07.2013 | 00:39

Wahrscheinlich hat George jun., als darstellender Künstler, zeitlebens nicht genug geklebt und muß deshalb, in die Jahre gekommen, mal wieder Einkommen generieren. Schräg ist es jedenfalls, in dem Alter den eigenen Vater mimend aufzuführen. Da scheinen 75 Jahre lang wohl noch einige Krimis im Keller gerumpelt zu haben.

Joachim Petrick 24.07.2013 | 15:07

Spielt Götz George seinen Vater Heinrich George (1893- 1946) posthum bis zur Unscheinbarkeit reiner Erlöschung an die Wand?

Erst im totalitären Zwielicht der Weimarer Republik, voller militaristischer Staaten fundamental unterschiedlich politischer Farben im Staate aufgestellt, neben der Reichswehr, dem Rot Front Veteranen Verband (KPD), Reichsbanner (SPD), Stahlhelm (Deutschnationale, Monarchisten), SA und SS (NSDAP).

Dann im Zwiespalt nationaler Erhebung, die 1933 nationalsozialistisch militaristisch mit dem Ziel der Spaltung Deutschlands, Europas, der Welt im Zweiten Weltkrieg in Völker der ersten, zweiten und unwerten Kategorie an Fahrt gewann, auf dem Weg den Georgischen Familienknoten zu zerschlagen?

Von Denkmalpflege, wie es Laura Wösch in der Tageszeitung kolportiert, gar Götzendienst am kulturhistorischen Bild des Vaters keine Spur?

Oder die wundersame Art Götz Georges mit reiner Güte und milder Nachsicht gegenüber der Vaterfigur Heinrich Georges den

„Georgischen Familienknoten“

durch bakteriell sanftmütige Zersetzung im alten „NS- UFA- Babelsberger Sauerteich“ zu „zerschlagen“

Allerherzlichsten Glückwunsch für Götz George zum Fünfundsiebzigsten Geburtstag“

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/goetz-georges-vatermord-milde-sanfter-guete

Joachim Petrick

23.07.2013 | 02:49

Götz Georges „Vatermord“ milde sanfter Güte

Zeitgeist Stiehlt Götz George seinem Vater Heinrich George Show und Schatten, damit er als Sohn nicht mehr in dessen Schatten zu treten braucht, gar unsichtbar verschwinden kann?