Gerhard Hafner
Ausgabe 3014 | 29.07.2014 | 06:00 45

Mann, oh Mann

Studie Sie kämpfen vor allem im Internet gegen Feminismus und Emanzipation. Aber eine einheitliche Bewegung sind Maskulisten nicht

"Männlichkeit ist ein irrelevantes Thema, denn die Abtrennung einer ‚theoretischen‘ Männlichkeit vom Geschlecht ist ein feministischer Mindfuck (hirnfick)" – so ein User im Forum einer antifeministischen Website. Das Thema Männlichkeit treibt sogenannte Maskulisten um, obwohl richtige Männer sich ja nicht darum scheren, was männlich ist. Mann ist’s halt.

Die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung nimmt immer mal wieder Anläufe, dem Antifeminismus auf die Schliche zu kommen. Sie lässt die Strategien und Debatten analysieren, die sich als Gegenbewegung zu Feministinnen verstehen. Verdienen diese den Titel "Bewegung"? Das fragte sich für die Friedrich-Ebert-Stiftung nun Robert Claus. Er untersuchte in seiner gerade erschienen Studie die Szene, deren Männlichkeitsentwürfe er bereits zuvor hinsichtlich Verbindungen zum Rechtsextremismus beobachtet hatte.

Die Akteure und Akteurinnen des Antifeminismus sind kaum bei Aktionen auf Straßen und Plätzen zu sehen, dort, wo andere Bewegungen wie Stuttgart-21-Gegner oder Antikriegsdemonstranten die Trommeln rühren. Von maskulistischen Massen keine Spur. Aber die Online-Foren der Magazine und überregionalen Zeitungen quellen über von Tausenden wütender Männer, die mit antifeministischen Positionen Themenfelder im Bereich der Familien- und Sorgerechtspolitik besetzen.

Verbaler Amoklauf

Handelt es sich dabei lediglich um einen verbalen Amoklauf von unverhohlenen Frauenhassern, der die Debatte über Geschlechterpolitik vergiften soll? Oder entsteht doch eine echte soziale Bewegung gegen die Gleichberechtigung? Eine gemeinsame, alles überwölbende Ideologie kann Claus bei den Akteuren nicht ausmachen. Vielmehr zeigt er Widersprüche zwischen den Maskulisten auf. Einige werfen Frauen vor, diese würden durch ihre Karrieregeilheit die Familie im Stich lassen. Andere hingegen prangern nicht erwerbstätige Frauen an, da sie den hart erarbeiteten Wohlstand ihrer Männer konsumieren würden. Sowohl die Hausfrau als auch die berufstätige Frau sind Zielscheiben des Hasses. Einerseits bekämpfen Maskulisten weibliche Macht im privaten Bereich, die den Mann knechte. Andererseits möchten sie gern auch den Frauen den Weg aus der Privatheit in die Arbeitswelt blockieren.

Auf der Themenhitliste des Maskulismus steht Väterlichkeit dabei ganz oben. Männer erscheinen hier als fürsorgewillige Väter, die durch Exfrauen und eine feministisch unterwanderte Justiz von ihren Kindern getrennt würden. Die vaterlose Gesellschaft, die der damalige Spiegel-Redakteur Matthias Matussek bereits 1998 anprangerte, meint eine Tradition des systematischen Ausschlusses von Männern durch Frauen. Im Kontrast zum Bild der gefühlskalten und karrierefixierten Feministin entwerfen Maskulisten den neuen Vater dabei in emotionalen Fragen als fürsorglich, familienorientiert und liebevoll.

Wie die Männergruppen der 70er und 80er streben Maskulisten zu gemeinschaftlicher und positiver Männlichkeit. Diese Neujustierung von Männlichkeit ist jenseits klassischer Rollenmuster sogar teils durchaus an feministische Argumente anschlussfähig, insbesondere der positive Bezug auf aktive Vaterschaft. Trotz aller Modernisierungstendenzen erhalten die Männlichkeitsbilder aber in der Regel einen traditionalistischen Dreh in Richtung Lobpreisung männlich konnotierter Eigenschaften wie Stärke, Abenteuerlust und Durchsetzungsfähigkeit. Solch unterschiedliche Stoßrichtungen kommen etwa bei den beiden Vereinen Agens und MANNdat zum Tragen. Während Ersterer die Entdeckung der männlichen Fürsorge betreibt, vertritt der andere Verein ein im Grunde rein traditionelles Männlichkeitsbild des harten Abenteurers.

Unter der Klammer des gemeinsamen Feindbilds Feminismus kristallisieren sich zwei Strömungen des Maskulismus heraus. Biologisten streiten die Verhandelbarkeit von Männlichkeit gänzlich ab, qualifizieren sie als Nicht-Thema, um Männlichkeit ganz traditionell zu gestalten. Andere sind offen für eine flexiblere und modernere Auslegung. Die verschiedenen Milieus, die der Soziologe Carsten Wippermann etwa nach „traditionellen“, „hedonistischen“, „expeditiven“ und „postmateriellen“ Männern sortierte, reagieren auf Veränderungen sehr gegensätzlich. Das Bezugssystem der einen ist die traditionelle Familie aus Vater, Mutter und Kind. Der Männerbund, der enge Zusammenschluss unter Männern, gilt den anderen hingegen als Kulturträger – ein bereits historischer Gegensatz im Ringen mit der Moderne im 20. Jahrhundert.

Nicht zu unterschätzen

Von einer kohärenten maskulistischen Bewegung kann somit nicht die Rede sein. Die Interessen von Männern sind, kaum überraschend, viel zu unterschiedlich. Traditionalisten beschäftigt die Krise der Familie; Individualismus und das Aufbrechen von Hierarchien gelten als Bedrohung für das Gemeinwohl. Nicht die individuelle Person mit ihren Möglichkeiten zur Selbstentfaltung steht im Zentrum, sondern eine Ordnung, innerhalb der die Biologie den Geschlechtern ihren Platz anweist. Nach der Parole „Frauen und Kinder zuerst“ werden sie bei einer Schiffshavarie ohne zu zögern handeln – ganz im Gegensatz zu individualistischen Männern, die ihre privaten Interessen wahren wollen.

Unter dem Oberbegriff des Maskulismus finden sich etwa: Ideologen und Ideologinnen männlicher Überlegenheit und ökonomisch Prekarisierte, (Rechts-)Liberale, Familientraditionalisten, Rechtsextreme, Migranten ebenso wie Rassisten und auch ehemals profeministische Personen sowie nichtfeministische Frauen. Obwohl der Maskulismus außerhalb der digitalen Welt kaum mobilisieren kann, sei er dennoch nicht zu unterschätzen, betont Claus. „Er kann eine gesellschaftspolitische Allianz zusammen mit patriarchalen Bewegungen dezidiert rechtsextremer als auch religiös fundamentalistischer Couleur bilden.“

Klare Abgrenzungen sind jedoch kaum möglich. Der Verein "Väteraufbruch für Kinder" wurde noch vor vier Jahren in der Vorgängerstudie der Friedrich-Ebert-Stiftung von Thomas Gesterkamp in die Riege derjenigen Organisationen eingeordnet, die den „Geschlechterkampf von rechts“ vorantreiben. Inzwischen ist der Verein aber Mitglied im Bundesforum Männer, in dem sich vor vier Jahren Organisationen zu einem „Interessenverband für Jungen, Männer und Väter“ zusammengeschlossen haben. Er ist komplementär zum Deutschen Frauenrat als Dachverband zahlreicher Frauenverbände konzipiert und soll – gefördert vom Bundesfamilienministerium – die Männerpolitik in den Fokus der Geschlechterveränderungen rücken.

Doch was ist „Männerpolitik“? Die Männerpolitik, die mit Feministinnen in einem konstruktiven Dialog steht, ist gleichfalls kontrovers und uneinheitlich. Auf der einen Seite plädiert Thomas Gesterkamp für eine eigenständige Männerpolitik jenseits von Feminismus und Antifeminismus sowie für eine „Vertretung männlicher Perspektiven und Interessen, die sich nicht auf einen Appendix von Frauenpolitik und Frauenförderung reduzieren lässt“. Andere Aktivisten nehmen grundsätzlich Abschied von den zwei scheinbar homogenen Geschlechtergruppen und von der Illusion des großen „Wir“ (Sebastian Scheele).

Eine solche Politik der "involvierten Männer" basiert nicht mehr auf Männern als Identitäts- oder Betroffenengruppe, sondern integriert sie in die Politik des Gender-Mainstreaming. Dies steht im Kontrast zum Maskulismus, da eine solche Männerpolitik Genderstrukturen und nicht männliche Befindlichkeiten als Grundlage ihrer Arbeit versteht. Seit den Amsterdamer Verträgen von 1997 ist Gender-Mainstreaming das erklärte Ziel der Europäischen Union und unterscheidet sich von Frauenpolitik dadurch, dass beide Geschlechter gleichermaßen einbezogen werden.

Viel wurde über dieses lange Wort schon gelästert, das so umständlich von Strukturen und Macht redet, nicht von Befindlichkeiten. Das Nachdenken über "Mars" und "Venus" und das Reden über Betroffenheiten von Männern fallen dagegen ungleich leichter. Und so werden dieses weiterhin das Netz, aber auch Fernsehtalkshows füllen. Und dadurch salonfähig bleiben.

Maskulismus. Antifeminismus zwischen vermeintlicher Salonfähigkeit und unverhohlenem Frauenhass Robert Claus Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin 2014. Online unter http://library.fes.de/pdf-files/dialog/10861.pdf

 

 

 

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 30/14.

Kommentare (45)

Lethe 29.07.2014 | 09:36

wohlwollend formuliert hieße das, der Maskulismus ist genauso vielfältig oder uneinheitlich wie der Feminismus auch^^

Das eigentliche Problem an diesem und ähnlichen Blogs ist die ideologische Parteilichkeit. Mensch muss die Maskulisten nicht mögen, um ideologische Borniertheiten im Feminismus erkennen zu können, und mensch muss den Feminismus nicht lieben, um analoge Borniertheiten im Maskulismus feststellen zu können. Aber natürlich ist der Blick aus dem Inneren des inneren Zirkels der Gläubigen oder Wissenden immer ein anderer als der Blick von außerhalb.

Und selbstverständlich ist ein Meinungsmedium natürlich auch nicht der möglichst großen Annäherung an Objektivität verpflichtet. Es schadet dem Medium trotzdem, es nicht zu versuchen.

Feminismus, Maskulismus ... meine Generalthese bleibt nach wie vor, dass nicht Männer mit Frauen und Frauen mit Männern Probleme haben, sondern dumme Menschen mit anderen dummen Menschen. Wobei Dummheit nur selten auf fehlende Intelligenz hindeutet sondern vielmehr auf fehlende Weisheit und fehlende innere Distanz.

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Kamille N. Tee 29.07.2014 | 11:54

Schwieriges Thema, weil man/frau einfach schon deshalb nicht wirklich objektiv sein kann, weil (so gut wie?) jede/r einem der beiden Geschlechter angehört. Ich als Frau, die sich viel mit Literatur- und allgemeiner Geschichte verschiedener Länder/Kulturen beschäftigt, kann nicht aufhören, mich zu wundern, dass Männer tatsächlich glauben, für Männerrechte (abgesehen von Väterrechten) eintreten zu müssen.

Ich nenne hier nur mal die Themen Zwangsverheiratung

http://www.deutschlandfunk.de/unicef-700-millionen-frauen-als-maedchen-zwangsverheiratet.353.de.html?drn:news_id=382837

und Morde/Tötungen durch einen Partner oder Expartner

http://www.theguardian.com/society/2014/jul/28/coalition-domestic-violence-labour-yvette-cooper

2 Frauen pro Woche im UK! Nein, so leicht kommen wir von den Diskussionen um Geschlechterrollen nicht weg. Dafür sind Geschichte und Gegenwart einfach zu komplex und unterschiedlich.

Kamille N. Tee 29.07.2014 | 11:58

Natürlich gibt es Kritikpunkte am Feminismus, zumindest an einem, wie ihn die "EMMA" und Alice Schwarzer betreiben. Aber muss man sich dafür zum "Maskulisten" ernennen? Und dass in diesen Foren ein hohes Maß an Frauenhass zu finden ist und ein Arne Hoffmann sicher genauso umstritten ist wie Alice Schwarzer der Vorwurf der rechten Gesinnung sicher nicht von ungefähr kommt... ja, das bitte ich zu bedenken.

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Magda 29.07.2014 | 12:47

Als ich den Beitrag - schon in der Print-Ausgabe - las, da wusste ich, was passiert, wenn der online geht. Von daher muss man sich nicht erregen.

Die Methodik der Anwürfe gegen solche Studien ist auch immer die gleiche: "reaktionär" oder der Autor ist unqualifiziert oder die Studie unseriös bis hin zu diesen "Lila Pudel"-Beschimpfung geht das usw. usw.

Ich fands gut, dass die Maskulistenszene noch einmal ein bisschen beleuchtet wird. Sicherlich ist sie nicht einheitlich, aber sie bietet oft Stimmen eine Plattform, deren Furcht vor Privilegienverlust und zuviel weiblicher Konkurrenz deutlich ist.

Das hier in einem Kommentar erwähnte "Plädoyer" Hoffmanns für eine linke Männerpolitik ist sehr umstritten und hat mit der Kaperung von Begriffen zu tun.

Dazu kommt noch, dass nicht Arne Hoffmann dieses Manifest erstellt hat, sondern ein gewisser Wolfgang Wenger. Aber, das muss man nicht wissen, wenn man sich über die Studie alteriert. Lesen muss man sie deswegen noch lange nicht. (Kleiner Service - in der Studie auf den Seiten 80-83)

Leider ist es so, dass nach wie vor gerade die Maskulisten-Szene immer in der Gefahr steht nach rechts abzudriften, nach außen aber lauthals verkündet "Feminismus ist Faschismus".

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crumar 29.07.2014 | 14:12

@Magda

Wie so oft ist Ihr Beitrag erfrischend kenntnislos, aber dennoch meinungsstark.

Zu Ihren lustigsten Fehlern:

1. Das von Ihnen angeführte "Eckpfeiler einer linken Männerpolitik" ist von Arne Hoffmann. Ein Text, der online erschienen ist.

2. Wolfgang Wenger hingegen schrieb das "Manifest für einen linken Maskulismus" - ebenfalls online.

3. "Plädoyer für eine linke Männerpolitik" ist wiederum von Arne Hoffmann, aber ausschließlich als Buch erhältlich.

Sie schaffen es drei Texte von zwei Autoren in einem Satz durcheinander zu würfeln und zu glauben, sie wüssten, worüber Sie schreiben. Respekt!

Sie schrieben: " Lesen muss man sie deswegen noch lange nicht." und diese Haltung wiederum verbindet Sie auf hervorragende Art und Weise mit dem neuen Anlauf der FES, die Männerbewegung zu diskreditieren, ohne auch nur einen Funken Ahnung zu haben.

Robert Claus besondere und ihm nicht ganz eigene Form der Ökonomie der Lektüre besteht daraus, eine "Studie" erstellt zu haben, die ohne Warren Farrell ("Myth of Male Power") , Arne Hoffmann ("Sind Frauen bessere Menschen?", "Plädoyer für eine linke Männerpolitik"), Günther Amendt ("Von Höllenhunden und Himmelwesen"), Christoph Kucklick ("Das amoralische Geschlecht"), Matthias Stiehler ("Der Männerversteher"), Roy Baumeister ("Is there anything good about man?") auskommt.

Dies wiederum sind nur einige ausgewählte Bücher, die ich als wichtig für den Maskulismus linker und liberaler Cloleur ansehen würde und sie alle eint: Robert Claus hat sie nicht gelesen.

Um Ihnen seine Vorgehensweise einmal im Vergleich nahezubringen: es ist wie eine "Studie" über den hiesigen Feminismus seitens eines Maskulisten, der Simone de Beauvoir, Christina Thürmer-Rohr und Judith Butler auslässt und noch nicht einmal weiter erwähnenswert findet.

Er ist ein in meinen Augen ein Blöffer, ein Scharlatan.

Dieses kenntnislose schwadronieren, das impertinente anschmieren unserer Bewegung (linker Maskulismus, MRM) ist ja nicht neu - die Vorgänger dieses Herrn waren Gesterkamp (FES1) und Rosenbrock (HBS).

Und nun kommt eben der zweite, bzw. dritte Versuch (FES2), Steuergelder für "Expertisen" und "Studien" auszugeben (die sogenannten politischen Stiftungen leben zu 96%-98% von öffentlichen Geldern und sind reine Selbstbedienungsläden der Parteien), denen es an komplett Wissenschaftlichkeit und Kenntnis mangelt.

Diese nicht vorhandene Wissenschaftlichkeit wird ersetzt durch um so lebhaftere propagandistische Versuche, die Protagonisten der Männerbewegung ins rechte Lager zu schreiben.

Und mehr als Propaganda können sie nicht, weil sie anderes auch nicht gelernt haben.

Gruß, crumar

SchrittmacherM 29.07.2014 | 15:49

Weisheit ist (früh-/spät)adulte Demenz. Keine erstrebenswerte Angelegenheit also.

Das ist so vorzustellen:

Weil dir im fortgeschrittenem Alter das Gehirn langsam degeneriert, hast du weniger Resilienz gegen als Anmaßung empfundene Persönlichkeitsangriffe. Daraus ergibt sich dann, dass man es sein lässt und sich abfindet, was einem aus eigener Kraft noch möglich ist.

Die Weisheit ist die "gesichtwahrende" Strategie, nicht öffentlich einzugestehen, dass man raus aus dem Rennen ist.

Ergo angesichts völlig überschätzt. Aber unausweichlich.

SchrittmacherM 29.07.2014 | 16:07

Warum man in die Sackgasse gezwungen Gleiches mit Gleichem erwidert, ist die Frage, die zu beantworten wäre.

Du hast es auch noch nicht kapiert, dass es zuweilen nicht mehr um gleiche Rechte geht, sondern um alle Rechte. Eben weil die Feminismus/Maskulinismus-Szenen immer nicht die gleichen Ziele verfolgen, sich aber in ihrem Kampf zweckmäßig verbünden. Die individuellen Ziele in der Massenbewegung verloren gehen und in der Dynamik neue Ziele generiern oder annehmen. Zudem gibt es organische Gründe (im Gehirn), warum eine rechtsradikale Tendenz besteht. Und das ist letztlich individuell der größte Schaden der dabei entsteht - abgesehen davon, dass er die Gesellschaft spaltet und zwar am wesendlichsten Punkt seiner Existenz (worüber auch keine künstliche Befruchtung hinweghilft).

Und deswegen bin ich inzwischen tatsächlich der Auffassung, dass dem Geschlechterthema ab gewisser Ausformung der Tatbestand der Volksverhetzung entgegen gestellt wird.

Weil es das in der Dynamik auch ist. Was sonst!?

alalue 29.07.2014 | 16:53

Mein Hirn degeneriert nicht nur nicht, sonden wird sogar immer schlauer.

Über Dein Hirn äußere ich mich nicht.

Du schreibst selber, daß das Hirn organisch zu rechtsradikalen Tendenzen neigt. Das ist evolutionspsychologisch in etwa begründet. Dazu gehört eine gewisse Rachsucht, um Abschreckung glaubwürdig zu machen, hat der Hobbes auch schon erkannt.

Wir neigen also leicht zu übertriebenem Vergeltungsdrang. Wenn man den Nutzen von Rache und den Aufwand dazu vernünftig gegenrechnet, lohnt sie kaum. Im Alter, mit fortschreitender Weisheit, erkennt man das eher.

Man ist auch nicht mehr so von Gefühlsimpulsen beherrscht, das stimmt, das hat aber nichts mit Degeneration zu tun.

Aber bei manchen hat man schon das Gefühl, daß eh nichts hilft, das ist richtig.

Du hast gute Gedanken, aber eine unbeholfene Sprache. Bist Du ein Nichtsprachler mit Übersetzungsprogramm ?

Gruss

SchrittmacherM 29.07.2014 | 17:09

Ey, pass ja auf...von wegen unbeholfener Sprache... du.

nfug

Die rechtsradikale Tendenz entsteht wahrscheinlich aus der Degeneration an der Hardware, nicht im Inhalt des Bewusstseins. Ich würde deine Sicht vielleicht mal überdenken. Was wohl nur geht, wenn man einst Symptome an sich erkennen kann. (hoffentlich so erst mit 80, aber darauf ist kein verlass).

Deine Beobachtung, du würdest immer schlauer werden, könnte daran liegen, dass wir alle inzwischen einen Cyborgfaktor in uns Tragen, der in Verbindung mit anderem genau das bewirkt. Mehr Intelligenz und so.

Aber die Neurowissenschaft brauchen wir deswegen offenbar nicht fragen? (nach deren Beichte anfang des Jahres! - obwohl Gehirne schon immer aus den Gräbern ausgegraben wurden oder gleich in Scheiben geschnitten, weil man durchaus großes Interesse hatte - etwa an Schiller und Konsorten. Dass da was unklar ist, ist unvorstellbar).

Magda 29.07.2014 | 17:35

Sie schaffen es drei Texte von zwei Autoren in einem Satz durcheinander zu würfeln und zu glauben, sie wüssten, worüber Sie schreiben. Respekt!

Ok, ok - eine Verwechslung. Aber, Wengers Text ist in der Studie erwähnt. Hoffmann mit Texten zum Thema fast inflationär.

Um Ihnen seine Vorgehensweise einmal im Vergleich nahezubringen: es ist wie eine "Studie" über den hiesigen Feminismus seitens eines Maskulisten, der Simone de Beauvoir, Christina Thürmer-Rohr und Judith Butler auslässt und noch nicht einmal weiter erwähnenswert findet.

Claus schreibt über eine bestimmte Richtung in der Männerbewegung, nicht über die ganze. In einer Studie sollte er einiges auch voraussetzen können. Ihn einen Blöffer, einen Scharlatan zu nennen - das ist bloß getroffenes Gebell. Sie sollten das aber nach oben an den Rezensenten der Studie richten und nicht an mich.

Ein Witz ist es schon, Arne Hoffmann in eine Liga mit Simone de Beauvoir zu tun. Es wäre aber sehr sehr sehr interessant, wie das aussähe, wenn "Maskulisten" eine Studie unter Einbeziehung dieser Autorinnen schrieben. Sie können das ja mal in Angriff nehmen, ich wäre sehr gespannt.

Mir machen die Maskulisten Besorgnis, von daher ist die Studie mit ihrem umfangreichen Literaturverzeichnis sehr interessant. Dass nicht alle, der von Ihnen favorisierten Autoren vorkommen, ist bedauerlich.

crumar 29.07.2014 | 19:50

@Magda

Nein, so einfach kommen Sie mir nicht davon.

Sie haben die drei Texte ganz einfach deshalb verwechseln können, weil auch Siekeinen einzigen davon gelesen haben.

D.h. Ihre Rezeption beruht nicht auf eigener Kenntnis der Autoren und der Texte, sondern maximal auf deren Verwurstung durch einen Blöffer, der die wesentlichen Werke der Männerbewegung schlicht und faul nicht zur Kenntnis genommen hat. Dafür wurde er bestellt und bezahlt.

Und nicht ohne Grund kommen die Anfeindungen durch "Expertisen" und "Studien" von SPD/Grüne "nahen" Stiftungen, geht es doch darum, das gender-re-packaging von Fragen der Macht im Kapitalismus so zu verkaufen, dass trotz Massenverarmung durch die Agenda 2010 die eigene politische Position wenigstens fortschrittlich erscheint - nota bene: nicht ist.

Noch einmal die zwei (!!! ich beschränke mich ausdrücklich auf diese) zentralen Bücher der Männerbewegung international und national, mit Angabe des Erscheinungsdatums:

Warren Farrell: "The Myth of Male Power", 1993

Arne Hoffmann: "Sind Frauen bessere Menschen?", 2001

Herr Claus hatte 21, respektive 13Jahre Zeit diese Werke zu lesen und er hat einen großen Bogen darum gemacht - keines der beiden (wie auch alle oben angeführten) ist in seiner Literaturliste aufgeführt.

Was Sie "Gebell" nennen ist ein ganz simpler Befund: er hat sich um eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem (linken) Maskulismus gedrückt. Und das aus einem m.E. simplen Grund: argumentativ ist er diesem Maskulismus nicht gewachsen.

Das macht seinen Text aber zu einer Scharlatanerie in Reinform.

Claus hat einfach eine Funktion für Menschen wie Sie - er erspart Ihnen kognitive Dissonanzen mit Ihrem Weltbild. Und wenn Sie diesen Text lesen, dann können Sie mit 100%iger Sicherheit sagen: er ist genau deshalb für Sie geschrieben worden.

Zu einer Kritik seines Textes brauchen Sie lediglich seinen Namen mit dem Zusatz FES bei Google einzugeben - meine Kollegen haben ihn bereits angemessen "gewürdigt".

Ich bin natürlich gespannt, welche Absonderlichkeiten und Peinlichkeiten von den genannten Stiftungen noch kommen werden. Auf Wunsch erstelle ich gerne eine ausführlich kommentierte Literaturliste für den nächsten Probanden - bitte dann allerdings darum, dass die (nachweisbar!) in Gänze gelesen worden ist.

Gruß, crumar

Magda 29.07.2014 | 20:07

Also, ob ich Ihnen davonkomme oder nicht, ist ehrlich nicht so das Problem.

Sie haben die drei Texte ganz einfach deshalb verwechseln können, weil auch Sie keinen einzigen davon gelesen haben.

Spätestens bei den Nachdenkseiten und vorher schon beim Spiegelfechter habe ich Arne Hoffmanns Text gelesen. Und just vor drei Tagen habe ich über Hoffmanns Intentionen auf einer anderen Seite gelesen. Da wird er interviewt. Der Mann ist absolut omnipräsent.

D.h. Ihre Rezeption beruht nicht auf eigener Kenntnis der Autoren und der Texte, sondern maximal auf deren Verwurstung durch einen Blöffer, der die wesentlichen Werke der Männerbewegung schlicht und faul nicht zur Kenntnis genommen hat. Dafür wurde er bestellt und bezahlt.

Sie ahnen gar nicht, wie oft ich auf Seiten wie "cuncti" z. b. nachsehe. Wobei ich sagen muss, dass so mancher überlegenswerte Gedanke am Ende immer wieder in Anwürfen gegen die "Feministinnen" mündet. Immer wieder in blindem Feindbildaufbau.

Überhaupt - dieser rasende Hass, der da zum Teil zu beobachten ist. Hier ist eine gerade erschienene Solidaritätserklärung der deutschen Gesellschaft für Soziologie zum Thema.

Und dann habe ich mehrere Websites, die ich hier nicht verlinke gerade besucht, wo einer Gift und Galle speit, dass einem Angst und Bange werden könnte. Ein IT-Techniker, der mit Wucht vom Leder zieht. Streckenweise justiziabel. Unter allem Niveau.

Magda 29.07.2014 | 20:16

http://www.neues-deutschland.de/artikel/939435.arme-vaeter-und-andere-opfer.html

Die sind nicht so mild und freundlich.

Und das ist auch gut so, denke ich, nachdem ich die Seite, auf die sich die Autorin u. a. bezieht, mal wieder besucht habe. Ehrlich - ich kenne keine frauenbewegte Seite, die sich so äußert.:

Feministische Schriften sind im Wesentlichen widersprüchlich, weinerlich, zusammengestümpert aus esoterischen Halbweisheiten und marxistischen Denken mit veränderten Vorzeichen. Verzweifelt versuchen Feministen eine Entwicklung, die ohnehin stattfand, als ihren Erfolg zu verkaufen.

Das war bestimmt über Judith Butler.

Donnawetta 29.07.2014 | 20:44

Es gibt einen, ganz wesentlichen Unterschied zwischen Feminismus und Maskulismus und den sollten wir nicht aus den Augen verlieren: Die Maskulisten drohen Frauen, die im Netz anderer Ansicht sind, mit Vergewaltigung, Schlägen und Folter, veröffentlichen Frauenhausadressen usw. Es gab auch schon Morde und Anschläge. Sie sind also durchaus nicht nur online und anonym vertreten, sondern agieren alle auch real - zum bisweilen größten Schaden der Frauen in ihrem Umfeld.

crumar 29.07.2014 | 21:28

@Magda

Sie belieben zu scherzen, oder?

"Ich hab da mal ein Interview mit Judith Butler gelesen" ist identisch mit der Lektüre von "Gender Trouble"?!

Wissen Sie, was mich ankotzt?

Ich habe mir die Mühe gegeben, alle feministischen Klassiker wirklich selber zu lesen - inklusive der neueren (xte Welle), wie z.B. "Tussikratie", "Die neue F-Klasse", "Wir Alphamädchen", "Neue deutsche Mädchen".

Wenn ich nur gewusst hätte, wie billig ich mein Ressentiment hätte speisen können ohne genauere Kenntnis von dem zu haben, was ich kritisiere! Diese Einsparung an Lebenszeit und finanziellen Ressourcen! Sie eröffnen mir da völlig neue Perspektiven!!!

War nur ein Kalauer. ;)

Seit einigen Jahren (und seit 2012 beschleunigt) versucht ein linker Maskulismus in Deutschland recht erfolgreich eine Kritik am hegemonialen Diskurs eines (in meinen Augen opportunistischen und klientelistischen) Staatsfeminismus. Es gibt es einen ausgeprägt moderaten Flügel dieses linken Maskulismus, der das Gespräch mit gemäßigten Feministinnen sucht. Und der explizit keinerlei Verdammungen vornimmt (so die Äußerungen nicht sexistisch, biologistisch oder rassistisch daherkommen) und auch nicht in Dichotomien denkt.

Von daher scheint mir ihre Wahrnehmung dieses Flügels eine ganz andere zu sein als meine (allerdings habe ich die Bücher auch gelesen).

Nun ist auch dieser Flügel darauf aus, männliche Interessen zu vetreten und an diesem Punkt entsteht notwendigerweise ein Konflikt. Nämlich um die gesellschaftliche Aufmerksamkeit für politische Positionen eines Geschlechts, die aus der sozialen Situation genau dieses Geschlechts hergeleitet werden können, welche sich wiederum aus der empirischen Realität herleiten lässt - und nicht bloß theoretisch gesetzt wird.

Politische Forderungen des Maskulismus werden in einen Konflikt um finanzielle Ressourcen münden - darum geht es.

Und natürlich ist das die Bedrohung für den Alleinvertretungsanspruch des Feminismus und Pro-feministischer Männergruppen in Sachen Gender-Fragen.

Deren - aktuell - geldwerter Vorteil.

Natürlich kostet bspw. dringend notwendige Jungenförderung Geld. Natürlich kostet die Reform des Sorgerechts Geld. Wie auch sinnvolle Vorschläge von Meinhard Creydt bspw. zur Verkürzung der Arbeitszeit für Eltern (nein, es war eben nicht Frau Schwesig, die das zuerst gefordert hat).

Und an diesem Punkt hat der neoliberal verständnisvolle Feminismus ein Problem.

Er hat sich nämlich häuslich ideologisch darin eingerichtet, dass der Kuchen des Sozialstaats kleiner wird. Und von dem möchte er gerne das größte Stück - Frauen und Mädchen zuerst!

An diesem Punkt angelangt sind wir für diese Ideologie natürlich der Hauptfeind - alleine der Begriff linker Maskulismus ist für diese Kräfte eine Unverschämtheit. Denn wir bestreiten diesen damit überhaupt links zu sein.

Und das ist gut so. Sie sind es nämlich nicht.

Für diejenigen hingegen, die gemeinsam um einen größeren Kuchen kämpfen wollen ist der linke Maskulismus eine Bereicherung.

Gruß, crumar

crumar 30.07.2014 | 01:35

@Rupert Rauch

Gern geschehen! Aber darum geht es mir gar nicht.

Ich frage mich manchmal, ob Menschen wie Magda nicht begreifen, wo wir politisch gerade jetzt stehen.

Damit meine ich, meine Lebenszeit als Marxist ist erfahrungsgemäß unter keinem politischen Regime besonders lang. Das ist aber exklusiv mein Problem.

Mir kommt es jedoch absurd vor, dass sie nicht begreift, wie (notwendige) Reaktion und neoliberal gewendeter Feminismus Hand in Hand gehen.

Mir kommt es absurd vor, dass eine ehemals so hellsichtige Linke nicht mehr den Zusammenhang des abstreitens der Schutzwürdigkeit und Unversehrtheit von kleinen Jungen in der Beschneidungsdebatte und den imperialen Plänen von Frau von der Leyen begreift.

Für welches Geschlecht genau ist die imperiale Rohstoffsicherung als Aufgabe geschrieben worden?

Meint Magda wirklich ernsthaft für ihres?

Warum kommt denn die Re-Traditionalisierung von Geschlechterrollen gerade jetzt?

Wieso kommt wohl die Beschwerdekultur gegen den bärtigen, schmerzensreichen Mann gerade jetzt zum tragen? Das Sensibelchen kann noch nicht einmal Frau Pauer vor narzissischer Kränkung bewahren. Wie sieht es denn dann erst beim Rohöl aus?

Wieso wird den US-Männern jetzt gerade nahegelegt "to man-up" - also endlich wieder den Erwartungen von traditionellen Frauen zu entsprechen? Weil die USA zufällig keinen Sozialstaat haben und die Ehe zufällig das Instrument und Mittel der Wahl für materielle Transfers von Mann zu Frau ist?

Glaubt irgendwer da an Zufall?

Wir starten gerade eine Befreiungsbewegung für Männer und ich habe ein ganz eindeutiges Gefühl, wer genau das konterkarieren möchte - ich sehe das Ziel und ich sehe die Allianzen. Und ich habe 2 oder 3 Dinge einzuwenden...

Gruß, crumar

mister-ede 30.07.2014 | 07:58

Vor einiger Zeit habe ich mich auch mit der Frage beschäftigt, wie eine Gleichstellungspolitik aussehen müsste, die Männer und Frauen tatsächlich gleichstellt und nicht neue Diskriminierung verursacht (Beispiel Quote).

http://www.mister-ede.de/politik/neue-gleichstellungspolitik/2350

Ich hoffe einfach mal, dass neben einer 50% Quote für Frauen nicht noch eine 50% Quote für Transsexuelle kommt, weil es dann eng für mich wird.

KlausT 30.07.2014 | 09:18

Für jemanden, der wie ich mit der linken/linksliberalen Männerbewegung sympathisiert, ist es erfreulich, wenn einer der Wortführer, nämlich crumar, sich wortgewaltig meldet und einiges richtigstellt. Danke dafür! Mich erschreckt und enttäuscht immer wieder, wie unreflektiert und letztlich auch inhuman (und Linke verstehen sich doch auch als Humanisten!?) manche Wortführer der Linken, und das sind Medien und Parteien wie Linke, SPD und Grüne, mit den linken Teilen der Männerbewegung umgehen und sie pauschal als rechts denunzieren!

Magda 30.07.2014 | 12:02

Mir kommt es jedoch absurd vor, dass sie nicht begreift, wie (notwendige) Reaktion und neoliberal gewendeter Feminismus Hand in Hand gehen.

Guter Crumar, hören Sie auf, sich mit mir und meinen politischen Irrtümern zu befassen. Eine Studie wurde von einem Autor besprochen. Und ich finde sie interessant.

Ihre Marx-Überlegungen und Ihre Vermutungen über Zusammenhänge zwischen sowas und sowas ...sind mir wirklich ...

Sie fliegen hier immer - fahrplanmäßig - ein und noch paar andere Companeros und führen wuchtige Befreiungsschläge aus. Die wenigen Frauen, die sich hier in der FC äußern, kommentieren das gar nicht mehr.

Neoliberal gewendeter Feminismus - das gibts sicherlich. Vor allem scheint es ne Menge Männer zu geben, die sich als "Zu Kurz Gekommene" fühlen vom Neoliberalismus und das ist immer gefährlich für die Welt.

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Ehemaliger Nutzer 30.07.2014 | 14:24

Wenn eine Dame, die sich Feministin schimpft, Mary Daly, fordert, dass die Menschheit nur aus 10% Männer und 90% Frauen bestehen soll, dann dürfen wir wohl von Genderzid reden dürfen: http://www.freerepublic.com/focus/news/797534/posts

Die Tatsache, dass nicht alle Feminist.I.nnen eine solche Idee vertreten, tut nichts zur Sache. Die Kritiker des Maskulismus haben ja auch alle Maskulisten mit Breivik in einem Topf geworfen und verlangt, dass sich jeder der für Männerrechte starl macht, von Breivik distanzieren möchte.

Da Mary Daly viel früher unterwegs war als Breivik fordern gut erzogene Männerrechtler: Ladies first, distanziert Euch von Mary Daly!

Wir, als gut erzogene Männer - von unseren Müttern erzogen - wurde so ein Hass niemals anerzogen.

Mann darf nicht vergessen, dass Breivik durch seine Mutter zu dem geworden ist ... Daher brauchen wir uns nicht zu distanzieren.

crumar 30.07.2014 | 15:01

@Magda

1. Mein Problem damit, dass Sie die "Studie interessant" finden rührt aus dem Umstand her, die "Studie" beschäftigt sich nachweislich (siehe oben) nicht mit der Realität und den Theorien einer wirklich existierenden Bewegung für Männerrechte, sondern mit einer vom Autor dieser "Studie" herbeifantasierten.

Wogegen soll ich denn "wuchtige Befreiungsschläge" führen? Für welche Freiheit plädieren Sie? Die Freiheit, in einer Fantasiewelt zu leben?

Die meisten Männerrechtler sehen sich lediglich als Menschenrechtler. Nur "gelang es der ASF, im Berliner Programm der SPD von 1989 den Satz "Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden" zu verankern. Dieser findet sich auch im "Hamburger Programm" der SPD von 2007 wieder." (Wikipedia "Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen)

D.h. in der angestrebten menschlichen Gesellschaft hat es irgendwie keinen Platz für Männer - die müssen nur überwunden werden. Weshalb SPD/FES anscheinend irritiert sind, wenn Männer sich für Menschen halten, die Menschenrechte für sich einfordern.

Ein ebenfalls sehr spezielles Verständnis von Männern und Demokratie hat die Heinrich Böll-Stiftung. So heißt es in §2 der Satzung: "Ein besonderes Anliegen ist ihr die Verwirklichung von Geschlechterdemokratie als ein von Abhängigkeit und Dominanz freies Verhältnis der Geschlechter."

Über welches wiederum ein Gremium wacht, das die "Umsetzung der Gemeinschaftsaufgabe Geschlechterdemokratie nach innen und außen" unterstützt.

In diesem Gremium ist selbstverständlich eine Traumquote realisiert. Geschlechterdemokratie a la HBS reimt sich demnach auf 100% Frau > "Frauenrat" heißt dieses Gremium dann auch ehrlicherweise (§10).

Mangelnde Repräsentanz, Demokratie, Grund- und Menschenrechte sind für FES und HBS kein Thema, wenn es Männer (be-)trifft. In und für diese Atmosphäre werden Männer gedungen, andere Männer zu diskreditieren - so werden sie herangezogen, die Gesterkamps, Rosenbrocks, Kempers, Claus.

Denn er (Claus) und seine Companeros, werden großzügig gesponsort von der FES und der Heinrich-Böll-Stiftung. Und diese wiederum werden großzügig mit Steuergeldern bedacht. Welche natürlich die Steuerzahler zu entrichten haben.

Sie machen - auf unsere Kosten - aus ihrer Misandrie keinen Hehl, aber damit ("Expertise", "Studie") eine Menge Kohle.

Während meine Companerosunentgeltlich über dicken Büchern schwitzen, ohne Bezahlung Blogs betreiben und in ihrer Freizeit es gerade einmal schaffen, Kommentare zu den derbsten misandrischen Kloppern in den Medien zu schreiben.

So sind die derzeitigen Machtverhältnisse. Cash für Männer- und Menschenfeindlichkeit.

2. Zum neoliberal gewendeten Feminismus zitiere ich hier Nancy Frazer nach Antje Schrupp:

"Diese Entwicklung ist also ein Paradox: Eine kleine, radikale gegenkulturelle Bewegung, nämlich der Feminismus der “zweiten Wellte” hat sich erfolgreich um den Globus verbreitet, aber dabei einen Wandel durchlaufen, der in seinen Folgen höchst ambivalent ist, so dass feministische Argumente heute durchaus als Unterstützung eines neoliberalen Kapitalismus herangezogen werden können, der sich weibliche Arbeitkraft nutzbar macht, staatliche Strukturen schwächt und lieber kulturelle statt ökonomische Fragen diskutiert.

Der Feminismus, so Fraser, wurde so ein diskursives Konstrukt, das die Frauenbewegung – also diejenigen Feministinnen, denen es nach wie vor um eine radikale und grundsätzliche Gesellschaftskritik geht – nicht mehr in der Hand haben. Feminismus ist eine leere Bedeutungshülle geworden (ähnlich wie “Demokratie”), und nicht alles, was unter diesem Label läuft, ist sinnvoll im Hinblick auf eine gerechte Gesellschaft.

Die Frauenbewegung hat es sozusagen mit einem Schatten ihrer selbst zu tun, mit Doubles des Feminismus, und sie steht in dem Dilemma, dass sie sich von ihnen weder ganz distanzieren, noch sich voll zu ihnen bekennen kann."

Im Gegensatz zu Nancy Frazer kann ich noch eine ganze Reihe weiterer "Doubles" benennen, das würde aber den Rahmen sprengen und mich noch mehr Zeit kosten.

Gruß, crumar

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crumar 01.08.2014 | 01:03

@Magda

Nein, er stammt vom Ratsmitglied der Evangelischen Kirche Deutschlands, Kerstin Griese. Und von dort aus gelangte er ins Grundsatzprogramm der SPD.

Diese Erkenntnis können Sie gewinnen, wenn Sie das Buch von Gerhard Amendt lesen: "Von Höllenhunden und Himmelswesen" - dort steht es auf Seite 151.

Ich vollziehe einmal an dem Satz das, was die Linke früher getan hat um zu testen, ob gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit vorliegt,

Ich tausche die negative charakterisierte Gruppe gegen "Jude" aus und die positiv charakterisierte gegen "Arier".

Funktioniert der Satz, obwohl ich die Gruppierungen völlig willkürlich ausgetauscht habe (das funktioniert auch mit "Neger" und "Weiße"), so handelt es sich um einen Satz, der gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit propagiert.

"Wer die arische Gesellschaft will, muss die jüdische überwinden."

Verstehen Sie jetzt, was ich meine?

Der Satz funktioniert immer noch.

Bilden wir doch einmal Gegensatzpaare in einer gedachten Tabelle mit zwei Zeilen und zwei Spalten:

menschliche Gesellschaft - unmenschliche Gesellschaft

weibliche Gesellschaft - männliche Gesellschaft

wir erhalten logisch zwingend:

Frau > Mensch

Mann > Unmensch

Natürlich muss der Unmensch überwunden werden. Aber am besten ist es, der Unmensch verschwindet. Für immer.

Können Sie sich eigentlich vorstellen, wie verletzend das ist?

Aber schauen wir doch einfach weiter:

Sind Juden die Mangelwesen der Natur? Nun offenbaren auch noch die Biologen: Das jüdische Chromosom ist ein Krüppel, der Jude dem Untergang geweiht.

Keine Angst, kein Artikel des "Stürmer".

"Spiegel Online" 38/2003 - "Eine Krankheit namens Jude Mann"

"Von der Spermienzahl bis zur gesellschaftlichen Stellung sind die Träger des jüdischen Chromosoms im Niedergang begriffen", schreibt auch der englische Autor Steve Jones, 59, der am University College in London Genetik lehrt**. Und was des Juden Bedeutung für die Fortpflanzung angehe, spottet er, müsse man ihn ohnehin als "Parasiten der Arierin" einstufen.

Der Quell des Übels lässt sich in jedem jüdischem Zellkern betrachten."

Das ist natürlich schlimm, wie verrottet der jüdische Zellkern ist! Aber es wird noch viel schlimmer für die Gesundheit des arischen Volkes!

"Juden dagegen erscheinen wie gentechnisch verkorkste Arier, denen die Natur einen Geburtsfehler im Zellkern verankert hat. Anstelle des zweiten X-Chromosoms besitzen sie nur ein einsames, verkürztes Y-Chromosom. Und dieser Mickerling hat die Fähigkeit verloren, sich zu regenerieren. Die Folge: Mutationen sowie genetische Verluste werden unweigerlich vom jüdischenVater auf den Sohn vererbt. Im Laufe der Ahnenreihe sind bereits Hunderte Gene dem Schwund zum Opfer gefallen. Übrig blieb ein jüdisch-genetischer Trum, dessen Inspektion Forscher nun erschauern lässt."

Sehen Sie nicht auch, wie die Biologie und Genetik ganz unweigerlich gegen den Juden arbeitet und auf seine Degeneration und sein Verschwinden hin arbeitet?

Sollten wir dieser natürlichen, unausweichlichen Evolution der Rassen nicht ein wenig nachhhelfen?

Also den natürlichen Prozeß nur ein wenig nachhelfen, indem wir ihn willentlich und wissentlich einfach nur beschleunigen (so könnte man bspw. Euthanasie auch positiv fassen)?

Die Folgerungen, die ich (hier plakatiert durch den Tausch der Gruppen) gezogen habe, waren für jeden auch nur halbwegs links geschulten Menschen in einem Land mit faschistischer Vergangenheit naheliegend.

Es gab keinen Aufschrei, es gab keinen Protest, es gab noch nicht einmal einen Einspruch.

Dieses große, gesellschaftliche verankerte misandrische Einverständnis als Sündenböcke dieser Gesellschaft - daher kommen die ganzen wütenden Männer.

Ich biete da nicht mein Einverständnis mit diesen auf, nur eine Erklärung für ihr Verhalten.

Gruß, crumar

Moebius 01.08.2014 | 10:52

Es soll keine Bewegung sein, nur weil Männerrechtler nicht auf Straßen zu sehen sind? Was ist das eine Logik?

Das passiert übrigens, wenn Männerrechtler einen Vortrag über die Benachteiligung von Männern halten wollen: https://www.youtube.com/watch?v=FWgslugtDow

Es gibt massenweise Videos im Netz, die belegen, wie aggressiv Feministen gegen Veranstaltungen vorgehen, die "Männerbenachteiligung" zum Thema haben.

Aktuelles Beispiel: Männer-Konferenz in Detroit im Juni 2014

https://www.youtube.com/watch?v=Ka8AodgFcAg

crumar 01.08.2014 | 19:48

@Jan Jasper Kosok

Ich hatte schon geahnt, dass bei meinem Beitrag Verständnisfragen aufkommen werden und freue mich, die hier und mit dir klären zu können.

1. Deine Analogie, bei der oben skizzierten Vorgehensweise auf den Test auf gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit handle es sich um den Vergleich zwischen "Äpfel und Birnen" hinkt an mehreren Stellen.

Denn zum einen fallen Äpfel und Birnen unter den Begriff "Obst"; d.h. die durch die Redensart erfolgte Unterstellung, man würde demnach Unvergleichbares miteinander vergleichen ist ohnehin fragwürdig.

Andererseits ist der Trick bei dem oben skizzierten Test gerade zwei Gruppen zu nutzen, in der eine Gruppe gesellschaftlich stigmatisiert war oder ist und (gruppenbezogenen und individuellen) Abwertungen unterworfen wurde oder wird.

Es ist jedoch absurd zu unterstellen, "Apfel" oder "Birne" stünden in einem solchen Verhältnis und einer der beiden Bezeichnungen würde (gesellschaftlich) abwertend verwendet.

2. Der Clou an diesem Test ist weiterhin, er kann nur an den Dichotomien ansetzten, die bereits da sind.

Nur wenn (gedanklich) eine saubere Trennung zwischen bspw. "gut und böse" schon vorliegt, macht der Test Sinn. Er setzt nämlich genau an dieser (ab)wertenden Unterscheidung an und macht diese (verstärkend) sichtbar.

Natürlich übetreibt der Test dadurch - ich würde auch nie etwas anderes behaupten. Selbstverständlich ist die "Gruppe der Männer" als Kollektiv nicht analog zu Juden und Jüdinnen vom KZ bedroht und es warten nirgends die Gaskammern.

Es geht in diesem Test lediglich darum, die bestehenden Denk- und Schreibweisen in ihrer Produktion von Abwertung (einer Gruppe) aufzuzeigen.

Und es verläuft fast immer die Abwertung der Fremdgruppe spiegelbildlich zur Erhöhung der eigenen Gruppe - Erniedrigung des Anderen und Selbstüberhöhung.

3. Auf eine groteske Art komisch ist m.E auf der einen Seite, dass der Mainstreamfeminismus damit exakt genauso gegen Männer vorgeht, wie er dem "Patriarchat" vorgeworfen hat, gegen Frauen vorzugehen.

Auf der anderen Seite ist erschreckend, dass und wie letztlich aussichtslos und biologistisch damit das Verhältnis der Geschlechter skizziert ist.

Denn wenn die prinzipielle Verdorbenheit des Mannes sich bereits in seinen Genen wiederfindet, sich aus diesen quasi herleiten lässt, brauchen wir über veränderbare männliche Rollen gar nicht mehr zu reden.

Wozu denn?

Weiterhin: Wenn sich in den Genen des Mannes schon essentiell (=biologisch) die verdorbene Natur des Mannes abzeichnet, wodurch unterscheidet sich das vom ebenfalls biologistisch begründeten konservativen und reaktionären Ressentiment gegenüber Frauen, welches auch an der (biologisch verstandenen) Natur der Frau ansetzt?

Mein Problem ist, ich sehe da keinerlei Unterschied mehr zwischen dem sich links gebenden Triumphalismus des oben angeführten Artikels ("Eine Krankheit namens Mann") und einer konservativ/reaktionären Haltung zu Geschlechterfragen.

Matthias Stiehler (selber Linker) hat den Linken vorgeworfen, in Geschlechterfragen die neuen Konservativen zu bilden. Und er hat da leider Recht in meinen Augen.

Gruß, crumar

mitm 03.08.2014 | 01:01

"Sie kämpfen ..... gegen ... Emanzipation."

Vorsicht mit komplizierten Fremdwörtern! Laut Wikipedia versteht man unter Emanzipation "die Befreiung von Gruppen, die aufgrund ihrer Rasse, Ethnizität, Geschlecht, Klassenzugehörigkeit usw. diskriminiert und von politischen Entscheidungsprozessen ausgeschlossen waren". Nun bezeichnet sich der Feminismus durchaus korrekt als "institutionalisiert", daher auch der inzwischen etablierte Begriff Staatsfeminismus. Nach der Wikipedia-Definition, aber auch nach dem eigenen Selbstverständnis, ist der demokratische Maskulismus Emanzipation in Reinstform, denn im herrschenden hegemonialen Feminismus wird die Bevölkerungsgruppe der Männer dank feministischem Gender Mainstreaming systematisch von politischen Entscheidungsprozessen, die sie betreffen und benachteiligen, ausgeschlossen. Genau dagegen kämpft der demokratische Maskulismus.