RE: „Nie wieder“ – ein Lippenbekenntnis | 10.10.2019 | 21:00

Obwohl sich seine erste aktion gegen die jüdischen mitbürger richtete, muss befürchtet werden, dass der rechtsradikalisierte terrorist gar nichts "besonderes" gegen die jüd*innen hatte - er wollte den staat/die gemeinschaft herausfordern und sich einer internationalen terrorfront als potentieller "held" andienen. Das beweist auch sein nachfolgender angriff auf eine imbiss-bude, wo es offensichtlich nur noch ums töten ging, egal wen, hauptsache möglichst viele opfer.

Dh. aber auch, eine fixierung auf den schutz jüdischer gemeinden (so notwendig er ist - leider) greift zu kurz. Hier sind täter(innen?) am werk, die die gemeinschaft insgesamt herausfordern wollen; sie stürmen heute kirchen und morgen (linke) wahlkreisbüros und übermogren feministische cafés, hauptsache die gemeinschaft wird verunsichert und zermürbt.

Hier findet staatszersetzung statt - lange geplant und gut getarnt,; ein paar polizisten vor synagogen sind wichtig, aber bei weitem nicht ausreichend...

RE: Wer solche Freunde hat | 10.10.2019 | 00:43

Aber frau Kebir - ich schätze Ihre artikel eigentlich sehr -, wie kann ausgerechtnet Ihnen eine deratige fehleinschätzung unterlaufen? "Noch immer gilt: Wer fremdes Land besetzt, bricht Völkerrecht und verletzt Menschenrechte."

Das ist doch einfach nur wunschdenken! Noch nie (!) hat ein sich selbstermächtigter staat an derartige hehren prinzipien gehalten - am wenigsten die USA und Israel...und jetzt die Türkei.

Ausserdem, dass die besetzung eines fremden landes auch immer menschenrechte (welche?) verletzt, ist zu mindest umstritten - ich denke, eine solche "argumentationskette" ist zwar modern, aber nicht korrekt (weil sie unterstellt, dass die zugehörigkeit zu einem bestimmten politischen gebilde ein menschenrecht ist, was es jedoch nicht ist!)...

RE: Der kleine Löwe und der Schnellzug der Angst | 08.10.2019 | 22:14

So, so: "Denn die zehn Milliarden Dollar, die Kenia für den Ausbau seiner Bahntrassen und für den Einsatz moderner Schnellzüge aufwendet, sind ein Kredit aus China, mit dem sich das ostafrikanische Land weit über seine Kapazitäten hinaus verschuldet hat." Was für ein grandioser unsinn!

Wieso sind zehn Mrd. Dollar ein betrag der die "kapazitäten" Kenias übersteigt? Woran wird derartiges bemessen?

Wenn in D-land ein (!) kilometer bahnstrecke durchschnittlich 12 Mio. Euro kostet, ist der betrag für die strecke Mombasa - Nairobi ein sehr gutes geschäft und noch dazu eine sehr gute investition in eine infrastruktur, die noch lange (über generationen) dazu dienen wird, güter aller art (auch chinesische!) ökologisch und kostengünstig ins landesinnere zu bringen.

Wir alle könnten nur froh sein, wenn auch die dt. regierung (endlich) in die bahninfrastruktur in einem solchen ausmass investieren würde!

Dieser artikel zeigt allerdings zweierlei: die autorin ist in wirtschaftsfragen überaus inkompetent und hat zudem einen völlig bornierten anti-chinesischen blick.

Beides gereicht dem Freitag nicht zur ehre...

RE: „Wir müssen die Eigentumsfrage neu stellen“ | 04.10.2019 | 16:03

Natürlich traut sich heute keiner, den kapitalismus infrage zu stellen - am wenigsten die gewerkschaften, für die es schon immer vor allem um "lohn und brot" für ihre zahlenden mitglieder ging und geht. Wenn es um gesellschaftliche alternativen geht, wird dann konsequenterweise die systemfrage banalisiert (vgl. statt anderer: https://www.nachdenkseiten.de/?p=55332).

Aber noch ein wort zu Kevin Kühnert und sein mutiges verstaatlichungsstatement: Leider hat er die pointe verpasst, denn warum sollte die SPD (oder welche linke partei auch immer) BMW proaktiv verstaatlichen? Andersherum wird ein schuh draus: die linke wird doch keine industrien verstaatlichen, die schon bald wegen ihrer unfähigkeit sich an eine nachhaltige zukunft anzupassen, dem staat teuer auf der tasche liegen werden. Wenn es dann bald so weit ist, wird BMW noch um verstaatlichung betteln und die gewerkschaften mit an vorderster front ... und dann?!

Genosse Kühnert, übernehmen Sie!

RE: Wo Schönheit schlummert | 04.10.2019 | 14:33

Eine merkwürdige zahlenspielerei: nach 30 jahren schon 75 prozent des "west"niveaus erreicht, wow! Und wie lange dauert es noch bis es 95 prozent sind? Weitere 30 jahre?!. Dh. 60 jahre nach der wende - vielleicht (die ddr bestand nur 40 jahre, sic!).

Derartiges zu bedenken ist der autorin fremd, sie stimmt einfach Hirte zu, und das war's - wie peinlich ist das denn?

Aber was ihr ganz aus dem blick gerät, sind die menschen und ihre schicksale, die sich dahinter verbergen, dass es keine ostdt. rektoren an ostdeutschen universitäten gibt, dass keine ostdt. obersten richter über recht und unrecht befinden, kein direktor eines finanzamts aus dem osten stammt - ja, auch ostdeutsche hatten karrierehoffnungen; machen konnten sie allerdings nur karrieren 2. klasse - daher kommt das gefühl dt. 2. klasse zu sein...

Das hat die autorin offensichtlich (gern) übersehen!

RE: Weniger werden wollen wir | 03.10.2019 | 16:13

Naja, solange die gesamte bevölkerung (7 mrd. menschen) noch auf der fläche Zyperns (selbst liegend) platz findet und die weltnahrungsmittel-über-produktion es noch ermöglicht, dass in d-land jährlich über 200kg lebensmittel pro kopf weggeworfen werden können, muss das hungerproblem wohl als soziales verteilungsproblem verstanden werden. Wenn allerdings bestimmte grassorten zum neuen designer food erkohren werden, können diese schon schnell knapp werden - denn der kapitalismus kennt keine schranke, ausser solche, die die natur ihm setzt...

RE: Gefällt nicht allen | 03.10.2019 | 16:07

Na ja, der "Boss" (US-Dollar) ist schon da. Wenn die FED morgen keine EURO mehr akzeptieren würde, wwäre diese währung auf der stelle klinisch tot.

Währungskonkurrenz hat schon immer - und seit dem es offene finanzmärkte gibt, um so mehr - eine tendenz zur ersetzung lokaler währungen, die unter abwertungsverdacht stehen, durch stabiles weltgeld (US-dollar) zur folge - dollarisierung findet so auch tendenziell im EURO-raum statt...

Daran würde auch die Libra nichts ändern. Sie wäre nur ein weiterer stellvertreter des US-D und würde akzeptiert, solange sie in US-D unbegrenzt umtauschbar ist. Was ihren reiz ausmacht, also worin der grund besteht, dass geldbesitzer*innen einen teil ihres geld in Libra halten, ist ihre direkte einsetzbarkeit bei geschäften im www. Dh. da alle in Libra rechnen, auspreisen und bezahlen, entfallen die transaktionskosten, die durch währungsumtausch entstehen.

Und weil kunden untereinander selbst festlegen können, was sie als tauschmittel (der begriff des zahlungsmittels ist hier falsch) akzeptieren, kann die Libra auch nicht verboten werden. Verboten werden kann lediglich, dass staatsbürger*innen ihre steuern in Libra bezahen können, wodurch sie gezungen wären, ihre Libra-guthaben zumindest teilweise in nationale währung umzutauschen...

RE: „Ich bin eine Amtsperson und ein Mensch“ | 03.10.2019 | 15:19

Die jetzigen wohnungsbewirtschaftungspläne in Berlin sind sicherlich zeitgemäss und das risiko, dass die ddr zurückkehrt sehr, sehr gering. Auch gibt sich die autorin viel mühe, ein ausgewogenes, gewinnendes bild der stadtbausenatorin zu zeichnen.

Nur, was war denn 2006 ff. als "... sie das Ressort für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz der rot-roten Regierung (übernahm), jener Koalition also, die viele Sozialwohnungen privatisierte und die größte landeseigene Wohnungsbaugesellschaft an Finanzinvestoren abtrat"? Darüber und welche rolle frau L. damals spielte bzw. warum sie mitspielte, hätte der geneigte leser doch gern mehr gewusst...

RE: Weniger werden wollen wir | 30.09.2019 | 17:50

Der autor argumentiert von anfang an auf der grundlage von durchaus fragwürdigen ausgangsannahmen. Er meint: "Das Schicksal der Erde hängt vom ökonomischen und demografischen Wachstum ab. Nur wenn beides eingedämmt wird, lässt sich die ökologische Katastrophe noch abwenden. ... Diese Einsicht hat sich spätestens mit dem ersten Bericht des Club of Rome von 1972 durchgesetzt."

Der zuletzt genannte autoritätsbeweis ist schlicht falsch. Und ansonsten sind die aussagen in ihrer sozo-ökologischen boniertheit auch nicht viel zielgenauer. Mit sicherheit hätte ein studium der einschlägigen literatur dem artikel/autor gut getan, wenn nicht gar in dieser argumentativen einfalt verhindert; mensch lese z.b. das essay des nestors der demografie in d-land Prof. Parviz Khalatbari (erster lehrstulinhaber für demografie in deuschland (ost wie west) 1967, in Berlin-Ost): "Aus den Gleichgewicht? Die globalen Probleme aus demographischer Sicht", St. Katharinen 2001; oder Karl Husa et al: "Weltbevölkerung. Zuviel, zu wenige, schlecht verteilt?", Wien 2011.

Aus diesen (und anderen) schrift geht klar hervor, dass demographische probleme vor allem soziökonomische probleme sind, die unter kap. bedingungen keineswegs in dieselbe richtung ("ökonomischen und demografischen Wachstum") wirken...auch wenn demografisch längst nichts mehr wächst, muss die wirtschaft immer noch wachsen. Deshalb können viel weniger menschen viel mehr ökologische schäden anrichten, als nachhältige wäre - der ökologische fussabdruck eine/s US-Amerikaner*in ist beinahe das achtfacher eines/r Inder*in. Der fehler besteht schlechthin darin: beim demografishen wachstum anzusetzen, dieses ist, verglichen mit dem wirtschaftswachstum vernachlässigbar.

RE: Der Vampir sind wir | 27.09.2019 | 15:44

So, so "Das aber hat zur Folge, dass in Deutschland gegenwärtig alle Sektoren – private Haushalte, Unternehmen und der Staat – mehr sparen als ausgeben"!?

Wie geht das denn? Da "sparen" nur dann volkswirtschaftlich neutral sein kann, wenn jemand im selben umfang wie gesprat wird, schulden macht, heisst sparen, ohne dass jenmand schulden macht schlicht, dass die wirtschaft schrumpft - in genau dem umfang, in dem vermeindlich gespart wird. Das wäre nur dann anders, wenn der schuldner im ausland sitzt, und genau das siganlisieren die exportüberschüsse! D-land spart also auf kosten anderer, die sich verschulden (müssen).

Allerdings ist " mehr sparen als ausgeben" dann immer noch kvac. Mensch kann zwar mehr "einnehmen" als ausgeben, aber mehr "sparen" als ausgeben geht nicht, weil "sparen" per definition der überschuss über die einnahmen ist. Es ist also die folge von weniger ausgeben - allerdings nur für die schwäbische hausfrau, volkswirtschaften können nicht "sparen", wenn sie weniger ausgeben, sondern nur schrumpfen (s.o.).