petz

Geiger, Bratscher, Komponist für Schau- und Hörspiel, Hörbuchregie, Tonregie; in der FC intensiver Leser, nur selten Schreiber
petz
RE: kolkrabe. | 01.02.2016 | 22:35

Lieber Helder,

das freut mich doch! Und dabei hatte ich deinen - mich aufrufenden - Kommentar noch gar nicht gelesen, als ich den meinen schrieb!

Aber: nimm´s dem ollen Poe doch nicht übel; es geht ihm schließlich nicht um die Diffamierung des Vogels. Die Dichterlinge hatten es damals halt sehr mit der Bebilderung von Seelenzuständen. Und formal / rhythmisch ist "The Raven" einfach ganz großartig. Freilich könnte man den Text auch etwas weniger pathetisch sprechen, und die unvermeidliche Musik-Untermalung braucht´s für mich auch nicht. Ich fand aber auf die Schnelle keine bessere Youtube-Aufnahme.

Tja, zu Deinem technischen Problem ist eine Ferndiagnose natürlich schwierig. Wenn der Computer z.B. Youtube-Videos abspielt, nur der Ton fehlt, so liegt es wahrscheinlich (aber nicht sicher!) an der Soundkarte im Rechner, eventuell auch nur an deren Einstellung.

Meine verlinkten Aufnahmen übrigens sind nur Audio, ohne Bild. Dafür - und auch für viele Videos - kann man als geeignete Software durchaus den kleinen und ungefährlichen VLC media player empfehlen, der kostenlos herunterzuladen ist. (Dann kann man sich nämlich den doofen Windows-Player sparen.) Wenn´s allerdings an der Soundkarte scheitert, nutzt die alternative Weichware auch nichts.

Übrigens: die Raben hier sind gar nicht mehr besonders scheu gegenüber den Menschen; sie sind offensichtlich symbiotisch verbunden mit den (leider nicht frei, aber doch in recht geräumigen Waldrevieren lebenden) Wölfen. Aber sie fliegen überall munter umher (und wie!), auch über den Flächen der Wisente und der Przewalski-Pferde. Die klugen Vögel haben eben schon wieder gelernt: Mensch schießt nicht mehr auf sie (der hat ja auch gerade wieder genug andere Ziele entdeckt).

Ich wünsche Dir bald wieder guten Sound und grüße herzlich

petz

RE: kolkrabe. | 01.02.2016 | 22:09

Ganz feine Szenerie! Schade, dass die Hintergrundgeräusche so massiv sind; aber was der Vogel da an differenziertem Vokabular hören lässt, ist großartig.

Vielen Dank für den Link!

petz

RE: kolkrabe. | 01.02.2016 | 20:14

Lieber Helder,

tja, eigentlich sagt der Rabe, von Poe poetisiert: "Nevermore!" "Krok!" ist nur die verzweifelte Abkürzung für unsere schnelllebige, verständnisarme Zeit...

https://www.youtube.com/watch?v=BefliMlEzZ8Trotzdem hier, für diejenigen, die die Kurzform hören wollen (die beiden letzten Wortmeldungen (... 160106) sind neu, in der winterlichen Schorfheide aufgenommen).

http://www.tonusarcus.com/downloads/soundscapes-schorfheide/

Wer dem schwarzen Tier hier unzureichende Artikulation des "Krok" vorwerfen will, möge es dem uckermärkischen Dialekt zurechnen.

Es freut mich, lieber Helder, dass Du auch nach dem Abflug Deines kleineren Rabenvogels den edlen Vögeln die Treue hältst! Ich suche die großen Schwarzen hier auf, sooft ich Zeit habe, und immer wieder bin ich begeistert von ihrer großartigen Erscheinung, ihrem Ruf und Flug.

Beste Grüße

petz

RE: Remissioniert den deutschen Osten! | 16.12.2015 | 04:10

Besonders hübsch finde ich ja diesen Absatz:

"Was ist von einem Landesteil zu halten, in dem jeder dritte Wähler Parteien gut findet, die ein Problem mit Unterschieden haben? Um die 20 Prozent der Leute dort votieren für die Linkspartei, die eine Nivellierung sozialer Andersartigkeit verspricht. Weitere 16 Prozent sind den Umfragen zufolge für die AfD, die gegen zu viel Fremdheit im Straßenbild antritt. Die Linkspartei möchte uns glauben machen, dass zwischen der AfD und ihr Welten lägen, aber das muss man nicht weiter ernst nehmen."

Einfach Klasse, der Mann bringt´s auf den Punkt: Die angestrebte "Nivellierung sozialer Andersartigkeit" ist eben einfach menschenverachtend! Ausbeutung ist nun mal ein zentrales Menschenrecht; wer hiergegen antritt, ist nicht demokratiefähig.

RE: raben haben. | 14.11.2015 | 14:27

Lieber Helder,

herzlichen Dank für´n Dank!

Soweit ich armer flugunfähiger (btw: auch -unwilliger) Erdenwurm dies beurteilen kann, war eigentlich kein besonderer Anlass zu bemerken. Frühabendlicher Nebel kroch dicht und etwa hüfthoch herauf, und die Krähen zogen ihre Kreise meist über den Feldern der Przewalski-Wildpferde. Und dann kamen sie eben auch mal über das Wisent-Gehege, das zwischen mir und dem entfernteren der beiden Wolfsgehege lag. Dieses wurde schon die letzten Stunden immer wieder von Kolkraben überflogen. Bussard, Elster und Specht waren auch schon die ganze Zeit anwesend (in größerer Entfenung, bei den Wölfen und im danebenliegenden (abgetrennten) Bereich des Dam- und Rotwildes.

Übrigens sieht es auch sehr beeindruckend aus, wenn der Rücken eines Wisents wenige Meter entfernt durch den Nebel gleitet: prachtvoll, irgendwie unwirklich. Ich habe aber leider kaum fotografiert, ich kann mich immer nur auf Eines - in diesem Fall Audio - konzentrieren, das ist vertrackt genug.

Also, vielleicht klappt´s mal mit einer Expedition deinerseits, es würde mich freuen!

Beste Grüße

Petz

RE: raben haben. | 13.11.2015 | 14:01

Lieber Helder,

da freue ich mich doch, mal ein Hilfspaket von Osten nach Westen schicken zu können. Zum Download von meiner Website:

http://www.tonusarcus.com/downloads/soundscapes-schorfheide/

Passwort: ostgesang

Hier kannst Du die Gesänge (als mp3) herunterladen. (Hiermit gern auch für andere Raben- und Wolfsfreunde freigegeben.)

Und falls Du mal die Sänger besuchen willst, sei auch mir willkommen! (Ich lebe in Panketal / Zepernick, am nordöstlichen Rande des Molochs Berlin, just am Wege nach Schorfheide.)

Besten Gruß

Petz

RE: raben haben. | 13.11.2015 | 01:21

Da kann ich doch ausnahmsweise mal Erfreuliches berichten: in den letzten Wochen habe ich mehrmals den Wildpark Schorfheide (nördlich von Berlin) aufgesucht, um den Gesang der Wölfe für mein Tonarchiv einmal aus wenigen Metern Entfernung einzufangen. Dies gelang auch recht schön (eines der beiden dort angesiedelten Wolfsrudel stammt aus Flaschenaufzucht und kommt ohne Scheu dem Menschen nahe).

Höchst überrascht war ich aber über die große Anzahl von Kolkraben, die das Gebiet bevölkern. Bislang hatte ich diese prachtvollen Tiere nur (selten) auf dem Darß und nur paarweise gesehen. Und ihr "Gesang" (sie gehören ja tatsächlich zu den Singvögeln) hat mich nicht weniger begeistert als der Chor der Wölfe. Auch davon habe ich dann sehr schöne Tonaufnahmen nach Hause tragen können.

Beim Recherchieren im Netz stieß ich später auf eine ganz interessante Seite (http://www.ebertseifen.de/Kolkra.pdf), die unter 6.1 auch einiges zur Beziehung zwischen Wolf und Rabe berichtet; dies war mir auch neu.

Also sei hiermit Schorfheide für Raben- wie auch für Wolfsliebhaber empfohlen!

Beste Grüße aus´m heulenden Osten!

Petz

RE: Muss die Willkommenskultur gehen? | 11.11.2015 | 14:49

Politik wird in der Öffentlichkeit nicht beurteilt; sie wird empfunden...

Wenn die alltägliche Propaganda das Empfinden des Bürgers anspricht und nicht seine Urteilsfähigkeit, ist der Bürger nicht nur in der Wahrnehmung seiner persönlichen oder familiären Interessen außer Gefecht gesetzt; er "zählt" auch als Wähler des parlamentarischen Systems nicht mehr.

In diesen beiden Sätzen - so kurz und griffig möchte ich auch mal formulieren können! - ist eigentlich der ganze Jammer unseres demokratischen Systems auf den Punkt gebracht.

Mit Grausen erinnert man die unterdrückten Tränen Scharpings, der (wahrscheinlich aufrichtig erschüttert - betrogener Betrüger) die "Beweise" für ethnische Säuberungen im Kosovo vortrug). Und an das dankbar-verbindliche Lächeln, mit dem NATO-Pressesprecher Jamie Shea später die erfolgreiche Beeinflussung der deutschen Mehrheitsmeinung durch Scharping, Fischer, Schröder lobpries.

Was wir dringend lernen müssten: Intoleranz gegenüber dem eigenen Lager bei Lügen, Übertreibungen und Übergriffigkeiten ins Gefühlige. Die a-priori-Gutwilligkeit gegenüber dem „Guten“ ist für die Entscheidungsfähigkeit wahrscheinlich gefährlicher als die Verführungskunst des „Bösen“. Solidarität ist Scheiße (und billig, wo sie sich auf´s jeweils eigene Rudel bezieht)!

RE: Paul Tillich vs Navid Kermani? | 22.10.2015 | 20:25

Ja, diese Gegenüberstellung fand ich auch durchaus spannend. (Und so war mein Hinweis auch nicht giftig gemeint.)

Aber auch dem Kermani-Zitat kann ich einiges abgewinnen:

Was aber geschieht, wenn man die sprachliche Struktur eines Textes missachtet, sie nicht einmal mehr angemessen versteht oder auch nur zur Kenntnis nimmt, das lässt sich heute überall in der islamischen Welt beobachten. Der Koran sinkt herab zu einem Vademekum, das man mit der Suchmaschine nach diesem oder jenem Schlagwort abfragt.

Tja, um solche Verwurstung eines umfänglichen und recht vielstimmigen Kulturschatzes hat sich unsere christlich geprägte Kultur kaum weniger verdient gemacht.

Die solidesten skeptisch-aufklärerischen Denkansätze jedoch beruhen meist auf einer genaueren Befragung - oft auch Wertschätzung - der Überlieferungen. Wo Atheismus sich lediglich aus Ignoranz speist, bleibt die Substanz in der Regel eher dünn.

Tillichs Ansatz "... verstehen, dass in jeder aktuellen Religion Elemente von dem enthalten sind, was auch in jeder anderen aktuelen Religion vorkommt..." kommtdurchaus auch ohne Gott aus. Gut so!

RE: Paul Tillich vs Navid Kermani? | 22.10.2015 | 19:00

Deja vu? Nein! Nicht "schon gesehen", wohl aber schon gehört: Der gesamte Paul Tillich betreffende Teil dieses Beitragswurde heute morgen wörtlich (von ein paar kleineren Fehlern und Einsparungen abgesehen identisch, einschließlich der Zitatauswahl) im DLF gesendet.

Nun mag es durchaus Sinn haben, wertvolles Wissen auch auf andere mediale Bühnen zu übertragen; aber eine Zitat- / Quellenangabe wäre doch anständiger, oder?