Interessantes Angebot

Programm Das Museum Ludwig bietet neben der Ausstellung „Der geteilte Picasso“ ein umfangreiches Programm an Vorträgen und Lesungen an. Außerdem ist Peter Nestlers Film „Picasso in Vallauris“ zu sehen
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Installationsansicht Der geteilte Picasso. Der Künstler und sein Bild in der BRD und DDR

Foto: Achim Kukulies, Düsseldorf/ Succession Picasso/VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Alle Termine sind hier zu sehen

2.11.2021, 19 Uhr

Filmvorführung und Gespräch (in der Reihe KunstBewusst) „Stalin by Picasso or Portrait of a Woman with a Moustache“

Film von Lene Berg (NO/USA 2008, 30 Min, engl. OV) und anschließendes Gespräch mit Prof. Lilian Haberer und Lene Berg In englischer Sprache / In English

1953. Stalin stirbt, und auf der Titelseite der linken Zeitung Les Lettres françaises erscheint sein Porträt, gezeichnet von Pablo Picasso, seit 1944 Mitglied der Kommunistischen Partei. Das Bild wird allseits verabscheut. Den Bürgerlichen missfällt, dass Picasso den kommunistischen Staatenlenker ehrt. Den Kommunisten, dass er ihn nicht als Staatenlenker ehrt. Ist ihnen Picassos Stalin zu jung? Zu weich, zu feminin? Die norwegische Künstlerin Lene Berg geht in ihrer Filmcollage dem Fall nach. Wir sprechen mit ihr über das Bild, über den Ärger, den es Picasso einbrachte und Jahrzehnte später auch Berg: Ein Außenbanner mit dem Motiv durfte sie 2008 in Oslo nicht aufhängen, in New York wurde das Banner nach zwei Tagen entfernt.

Lene Berg ist Filmemacherin und lebt in Berlin und Oslo.

Lilian Haberer ist Professorin für Kunstwissenschaft mit erweitertem Materialbegriff an der Kunsthochschule für Medien in Köln.

14.12.2021, 19 Uhr

Vortrag (in der Reihe KunstBewusst) Annie Cohen „Solal Picasso, the Foreigner: The Remarkable Odyssey of His Acrobats Group“ In englischer Sprache / In English

Über Picasso scheint alles gesagt zu sein. Kein anderes Œuvre hat derart viel Leidenschaft, Debatte und Streit hervorgerufen. Aber wer weiß schon, welche Schwierigkeiten das junge spanische Genie überwinden musste, als es im Jahr 1900, zur Weltausstellung, zum ersten Mal nach Paris kam, ohne ein Wort Französisch zu sprechen? Wie hat Picasso seinen Weg in die moderne Metropole gefunden, einen Ort, der die Dreyfus-Affäre noch nicht verkraftet hatte? Wie hat er in Paris seine ersten Freundschaften geknüpft, seine ersten Erfolge organisiert? Weshalb wurde 1940 sein Antrag auf Einbürgerung abgewiesen? Und wie ist es ihm zumute gewesen, als sein Werk in der ganzen Welt gefeiert wurde, aber in den Museen seines Gastlandes bis 1947 unsichtbar blieb? Das sind einige Fragen, die in dem Vortrag angesprochen und beantwortet werden.

Annie Cohen-Solal ist Autorin einer Vielzahl an Büchern, darunter Sartre. 1905–1980(1988) und Leo Castelli & His Circle (2010). Sie ist Kuratorin der Ausstellung Picasso, l’Étranger im Musée de l’Immigration in Paris, 2021.

6.1.2022, ab 18 Uhr

Lesung „Wie Picasso arbeitet“ Vladimir Pozners Erinnerungen, gelesen von Jutta Hoffmann In deutscher Sprache / In German

In deutscher Sprache / In German 1954 produziert die DDR-Filmgesellschaft DEFA Lied der Ströme, einen Film über Gewerkschaften und internationale Solidarität. Die Regie führt Joris Ivens, es wirken mit: Bertolt Brecht, Dmitri Schostakowitsch und Pablo Picasso, der für den Bildband zum Film die Coverzeichnung beisteuert, eine Blume, zusammengesetzt aus Händen. Der Schriftsteller Vladimir Pozner, Autor des Drehbuchs, hat geschildert, wie die Zeichnung entstanden ist: 21 Entwürfe an einem Tag, der einfachste ist der richtige. Pozner war mit Picasso befreundet, mit Brecht, Charlie Chaplin, Fernand Léger und mit Robert Oppenheimer, dem „Vater der Atombombe“. Seine mitreißend geschriebenen Erinnerungen, 1975 in Ost-Berlin erschienen, geben eine Biographie des Jahrhunderts. – Aus ihnen liest eine der bekanntesten und bedeutendsten Schauspielerinnen im deutschen Osten und Westen: Jutta Hoffmann.

Picasso in Vallauris

Film Peter Nestler, „Picasso in Vallauris“, 48 Minuten, Deutschland 2021

Peter Nestler hat für das Museum Ludwig einen Film über Picassos Wandgemälde Krieg und Frieden gedreht. In der Ausstellung Der geteilte Picasso läuft eine Kurzfassung. Die vollständige zeigen wir heute, um anschließend mit Nestler und dem Filmhistoriker Bernard Eisenschitz darüber zu sprechen.

Picasso wollte mit Krieg und Frieden eine Art Friedenstempel schaffen. In der früheren Kapelle sollten sich Jugendliche aus aller Welt treffen. Picasso in Vallauris verknüpft die Wandmalerei mit den Motiven Widerstand, Handwerk, Kinder, Krieg. Der Film beginnt mit einem Paul Éluard gewidmeten Blatt. Der Dichter Éluard gehörte der Résistance an, mit ihm hat Picasso 1948 Auschwitz besucht. Die letzten Einstellungen zeigen Kinder von Vallauris beim Malen. Ihre intuitive Nähe zur Kunst erinnert an Picassos Ästhetik und an Nestlers frühes Meisterwerk Aufsätze (1963).

Link zum Film „Picasso in Vallauris“

09:14 14.10.2021

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