In Kooperation mit Nolde Museum Seebül

Zwischen Natur und Existenz

Radikal und zart zugleich: In den Bildern Emil Noldes verdichten sich die großen Fragen des Daseins. Wer sie betrachtet, tritt in Beziehung zu Menschen, Blumen, Tieren und Landschaften – ein Kosmos, der uns selbst spiegelt

Umfassender Einblick in Emil Noldes Werk

Foto D. Dunkelberg
© Nolde Stiftung Seebüll

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Emil Nolde – Beziehungen zwischen Menschen, Natur und Kunst

Emil Nolde – Beziehungen zwischen Menschen, Natur und Kunst

Nolde Museum Seebüll

70. Jahresausstellung 2026

Seebüll 31 | 25927 Neukirchen

Vom 1. März bis 31. Oktober 2026!

In Kooperation mit Nolde Museum Seebül

Emil Nolde – Beziehungen zwischen Menschen, Natur und Kunst

Der bedeutende Expressionist Emil Nolde (1867–1956) verfügt in seiner Kunst über nahezu unerschöpfliche Bildideen: Sie entstammen den Themenkreisen Menschen, Landschaften und Meere, Blumen, dazu Figurenbilder, zu denen seine „biblischen und Legendenbilder“ zählen. Die 70. Jahresausstellung beleuchtet das vielschichtige Spannungsfeld zwischen Menschen, Natur und Kunst in Noldes Œuvre. Sein kraftvolles Werk ist geprägt von einer tief empfundenen Beziehung zu Mensch und Natur. Blumen, Landschaften, Meere und Figuren sind nicht bloßes Abbild, sondern als inneres Erleben sichtbar. Noldes Bilder drücken seine emotionale Beziehung zur Welt aus.

Nolde entwickelt im Dialog zwischen Menschen, Natur und Kunst eine Bildwelt von unvergleichlicher Intensität und emotionaler Kraft. Er lädt uns in der Betrachtung ein, die Beziehung zu Menschen, Natur und Kunst neu zu erfahren. Nolde schafft keine intellektuelle Kunst, deren Inhalt erst nach intensiver Lektüre verständlich wird. Sein langjähriger Assistent Joachim von Lepel, ab 1956 Gründungsdirektor der Stiftung, erinnert daran: „Das Werk Noldes ist weniger mit dem Intellekt als vom Ereignis her, vom Naturhaften zu erfassen.“ In seiner Kunst verknüpft Nolde die existentiellen Themen des Lebens miteinander: Er malt weite Landschaften, in die wir uns versenken können, farbenprächtige Blumen, die uns ein glückliches Lächeln ins Gesicht zaubern, in seine emotional wogenden Meeresdarstellungen können wir gleichsam eintauchen. In seinen Bildern zeigt er uns Menschen, deren Empfindungen von intimer Nähe bis zu kühler Distanz wir nachvollziehen können, weil wir sie selbst auch im Jahrhundert nach ihrer Entstehung genauso erleben. Nolde gibt nicht nur seine eigene Welt wieder, sondern offenbart uns eine grundsätzliche Welt in all ihrer Ambivalenz. Mit einem Blick auf Noldes Sicht der Welt erfahren wir mehr über unsere Welt.

Dr. Christian Ring, Direktor des Nolde Museums, entwickelt jedes Jahr aus dem in Seebüll bewahrten reichen Künstlernachlass eine neue „Jahresausstellung“. Seit 1957 zeigt das Nolde Museum in Seebüll in der jährlich wechselnden Ausstellung eine beeindruckende Auswahl an Ölgemälden, Aquarellen und Druckgrafiken, die exemplarisch für Noldes Werk stehen. Neben den bekannten Meisterwerken werden auch seltene Stücke aus seinem umfangreichen Nachlass präsentiert. In diesem Jahr sind 37 Werke erstmals in Seebüll zu sehen. Mit der weltweit größten Sammlung seiner Arbeiten ist Seebüll der zentrale Ort, um tief in das Schaffen dieses bedeutenden Künstlers einzutauchen.

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Umfassender Einblick in Emil Noldes Werk

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