Mit „Night“präsentiert die Neue Nationalgalerie die erste große Einzeausstellung des italienischen Künstlers Maurizio Cattelan in Deutschland. Die Ausstellung findet im Rahmen des Preis der Nationalgalerie 2026 statt. Sie vereint Schlüsselwerke mit neuen Arbeiten und verhandelt zentrale Motive in Cattelans Schaffen: die Grenze zwischen Unschuld und Gewalt, die Konstruktion von Identität und die fortwährende Präsenz historischer Erinnerung. In Berlin präsentiert, entfaltet si „Night“in einem deutschen Kontext, der von vielschichtigen historischen Erfahrungen und fortwährenden Prozessen des Erinnerns geprägt ist.
Eine Sonderausstellung der Neuen Nationalgalerie – Stiftung Preußischer Kulturbesitz, ermöglicht von den FREUNDEN der Nationalgalerie und gefördert durch BMW.
Maurizio Cattellan
Seit den frühen 1990er-Jahren zählt Maurizio Cattelan (*1960, Padua) zu den prägenden Stimmen der internationalen Kunst. Seine ikonischen Werke – darunter „La Nona Ora“ (1999), eine von einem Meteoriten getroffene Figur Papst Johannes Pauls II., „Him“ (2001), ein betender Schuljunge mit dem Gesicht Adolf Hitlers oder „Untitled“ (2003), eine animatronische Skulptur, die auf dem Protagonisten des Romans „Die Blechtrommel“ von Günter Grass verweist – diese Werke zeigen, wie Cattelan das Potenzial des Schocks, der Irritation und der moralischen Ambivalenz nutzt, um zentrale Fragen unserer Zeit aufzuwerfen: nach Schuld, Verantwortung, Macht und kollektiven Traumata.
Cattelans künstlerische Praxis ist durchzogen von einer Ästhetik des „comic existentialism“ – einer Verbindung aus Humor und Tragik, Ironie und Tiefsinn, die seine Arbeiten zugleich zugänglich und abgründig erscheinen lassen. Mit der Ausstellung kehrt Maurizio Cattelan nach Berlin zurück, wo er 2006 die 4. Berlin Biennale mitkuratierte.
Der Preis der Nationalgalerie 2026
Die Fach-Jury für den Preis der Nationalgalerie 2026 setzt sich zusammen aus den internationalen Museumsdirektor*innen Emma Lavigne (Direktorin der Pinault Collection, Paris), Sam Keller (Direktor der Fondation Beyeler, Basel) und Klaus Biesenbach (Direktor der Neuen Nationalgalerie). Vorschlagsberechtigt waren neben den Fach-Juror*innen die Kurator*innen der Nationalgalerie sowie die Mitglieder der FREUNDE der Nationalgalerie.
Mit seiner Co-Kuratorenschaft der 4 Berlin Biennale hat Maurizio Cattelan vor fast zwei Jahrzehnten entscheidend zur internationalen Positionierung Berlins als Zentrum der Gegenwartskunst beigetragen. Heute, 20 Jahre später, eröffnet eine Einzelausstellung in der Neuen Nationalgalerie die Möglichkeit, diesen prägenden Einfluss in einem neuen gesellschaftlichen und kulturellen Kontext zu reflektieren.
Neue Nationalgalerie
Potsdamer Straße 50, Berlin
10. September 2026–7. März 2027
Weitere Infos zur Ausstellung und zum Preis der Nationalgalerie finden Sie hier